Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem zweiten Buch Samuel:
In jenen Tagen
kamen alle Stämme Israels zu David nach Hebron
und sagten: Wir sind doch dein Fleisch und Bein.
Schon früher,
als noch Saul unser König war,
bist du es gewesen, der Israel hinaus
und wieder nach Hause geführt hat.
Der Herr hat zu dir gesagt:
Du sollst der Hirt meines Volkes Israel sein,
du sollst Israels Fürst werden.
Alle Ältesten Israels kamen zum König nach Hebron;
der König David
schloss mit ihnen in Hebron einen Vertrag vor dem Herrn
und sie salbten David
zum König von Israel.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Zum Haus des Herrn wollen wir gehen. – Kv
Oder: GL 78,1
Ich freute mich, als man mir sagte: *
„Zum Haus des Herrn wollen wir gehen.“
Schon stehen unsere Füße in deinen Toren, Jerusalem: /
Jerusalem, als Stadt erbaut, *
die fest in sich gefügt ist. – (Kv)
Dorthin zogen die Stämme hinauf, die Stämme des Herrn, /
wie es Gebot ist für Israel, *
den Namen des Herrn zu preisen.
Denn dort standen Throne für das Gericht, *
die Throne des Hauses David. – Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Kolóssä
Schwestern und Brüder!
Dankt dem Vater mit Freude!
Er hat euch fähig gemacht,
Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Licht sind.
Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen
und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes.
Durch ihn haben wir die Erlösung,
die Vergebung der Sünden.
Er ist Bild des unsichtbaren Gottes,
der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.
Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden,
das Sichtbare und das Unsichtbare,
Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten;
alles ist durch ihn und auf ihn hin erschaffen.
Er ist vor aller Schöpfung
und in ihm hat alles Bestand.
Er ist das Haupt,
der Leib aber ist die Kirche.
Er ist der Ursprung,
der Erstgeborene der Toten;
so hat er in allem den Vorrang.
Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen,
um durch ihn alles auf ihn hin zu versöhnen.
Alles im Himmel und auf Erden wollte er zu Christus führen,
der Frieden gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Halleluja. Halleluja.
Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!
Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David,
das nun kommt.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit
verlachten die führenden Männer des Volkes Jesus
und sagten: Andere hat er gerettet,
nun soll er sich selbst retten,
wenn er der Christus Gottes ist, der Erwählte.
Auch die Soldaten verspotteten ihn;
sie traten vor ihn hin,
reichten ihm Essig
und sagten:
Wenn du der König der Juden bist,
dann rette dich selbst!
Über ihm war eine Aufschrift angebracht:
Das ist der König der Juden.
Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn:
Bist du denn nicht der Christus?
Dann rette dich selbst und auch uns!
Der andere aber wies ihn zurecht
und sagte:
Nicht einmal du fürchtest Gott?
Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen.
Uns geschieht recht,
wir erhalten den Lohn für unsere Taten;
dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
Dann sagte er: Jesus,
denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!
Jesus antwortete ihm:
Amen, ich sage dir:
Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
In dieser Welt scheint Jesus gescheitert zu sein. Seine Gegner feiern ihren Triumpf über hin. Wer jedoch sein Königtum erkennt und in dieses Königtum eintritt erfährt was wir im Leben ersehen und erstreben. Das Christkönigfest lädt uns ein, sich diesem König zu unterstellen.
Wer ist Jesus Christus? Diese Frage ist vielleicht abgegriffen. Denn öfters wird uns diese Frage gestellt. Auch Jesus hat seinen Jüngern diese Frage gestellt. Ihr für wen haltet ihr mich?
Wir feiern heute Jesus als König, als Christkönig.
Wer ist Jesus? Wir haben im Evangelium gehört, was die einen von ihm halten, wer er für sie ist. Für die einen, das sind Pharisäer, Schriftgelehrte, römischen Soldaten, ist Jesus eine gescheiterte Existenz. Sein Königreich ist schneller untergegangen als es aufkam. So hatte es den Anschein. Jesus ist zum Gespött der Menschen geworden. Seine Gegner hatten ihr Ziel erreicht. Er hing am Kreuz. „Soll er sich doch selbst helfen, wenn er der Sohn Gottes ist, wenn er der König der Juden ist.“ Sie wollen Beweise. Sie wollen, dass auf großen Worten auch Taten folgen. So ähnlich wie PolitikerInnen oder andere Prominente daran gemessen werden, ob sie das auch leben, was sie sagen.
Die Menschen, die Jesus verhöhnen und verspotten, leben mit ihrem Herzen und auch in ihren Gedanken in einer Welt, in der Stärke und Kraft zählen. Es ist die Welt, in der Menschen glänzen müssen, erfolgreich sein müssen. Es ist die Welt, in der es heißt: Hast du was, dann bist du was. Es ist die Welt, in der Menschen Ellenbogen brauchen. Jesus war kläglich gescheitert. Auch ein Mitgefangener verhöhnt ihn. Auch er sehnte sich nach Freiheit, nach einem neuen Leben. Doch er wählte genau den Weg, der üblich ist, den Weg der Gewalt.
Wir hören aber auch von dem anderen, der mitgekreuzigt wurde. „Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!“ Er spürt in seinem Herzen, wie wahr es ist, was Jesus gesagt hat. Er spürt, dass Jesus eine andere Welt verkündet, ein anderer König ist, als die meisten Könige der Welt es sind. Er spürt in seinem Herzen: Hier begegnet mir in meiner letzten Stunde einer, der meine Sehnsüchte und Hoffnungen erfüllt. Auch er war ein Mensch mit vielen Hoffnungen und Sehnsüchten. Doch auch er hat die falschen Wege gewählt. Er hat mitgespielt in dem Spiel der Macht und der Stärke, im Spiel von Gewinnen und Verlieren. Auch er ist – in den Augen der Welt und auch vor sich selbst – kläglich gescheitert. Wie Jesus, wie der andere, der mit ihm und mit Jesus am Kreuz hing. Doch er findet den Weg zu Jesus. Er unterwirft sich Jesus. Er erkennt ihn als den wahren König, den wahren Herrn des Lebens. Er erkennt, dass Jesus Leben und Freiheit schenkt. „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein!“, sagt ihm Jesus.
Wer an Jesus glaubt, wer Jesus zum Herrscher macht, zum König, erfährt Barmherzigkeit und auch Vergebung. Wie immer auch dein Leben gelaufen ist, welche Fehler du auch gemacht hast, wenn du zu Jesus findest, wenn du auf Jesus hoffst, wenn du ihn annimmst als deinen König, du wirst immer aufgenommen, so wie du bist, ob reich, ob arm, ob erfolgreich oder stets auf der Seite der Verlierer. In seinem Reich zählen andere Werte.
Dieses Reich fängt in unserem Leben an, in unserer Familie, wenn seine Worte wichtig werden, Worte von der Feindesliebe. Sein Reich fängt an, wenn wir einander immer wieder einen neuen Anfang schenken, ihn vergeben. Wenn wir bereit sind, von den Armen, besonders von den Notleidenden zu lernen, die ganz auf Gott vertrauen und deren Not lindern helfen, dann fängt sein Reich an, dann zeigen wir, dass er unser König, unser Herrscher über unser Leben ist. Das sagt Papst Leo in seiner Enzyklika „Delixit te“. Ich habe dich geliebt.
Paulus beschreibt seine Erfahrungen mit Jesus im Brief an die Kolosser: „Durch ihn haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden. Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes. Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, um durch ihn alles auf ihn hin zu versöhnen." Durch Jesus werden wir mit Gott versöhnt.
Wer also ist Jesus für uns. Unser König? Stellen wir uns immer neu dieser Frage!
Wir feiern das Hochfest eines Königs, der ausgelacht, und verspottet wird, wie wir es im Evangelium gehört haben.
Die erste Lesung lehrt uns, dass Könige Menschen sind wie du und ich mit all ihren Begabungen, Unzulänglichkeiten, guten und weniger guten, vielleicht sogar gefährlichen Veranlagungen. Mit sehr hohen Ämtern, wie das eines Königs, sind auch (hohe) Erwartungen verbunden. JHWH erwartet von den Königen, dass sie sein Volk in der Spur Gottes, in den zehn Geboten weiterführen. „Du sollst dir keine fremden Götter schaffen“ (Ex 20,4), aber das geschieht nicht. Saul, der erste König, missbraucht sein Amt, wird abgesetzt, an seine Stelle tritt der Hirtenknabe David, der vom Propheten Samuel zum König gesalbt wird. Diese Salbungen reichen weit bis in die Antike hinein und finden in der Taufe bei der Salbung mit Chrisam eine Fortsetzung. „Du bist nun Glied des Volkes Gottes, gesalbt zum Priester, König und Propheten in alle Ewigkeit.“ Es sind Salbungen gegen die Verwundungen des Lebens.
Damit wird uns in der Taufe eine königliche Würde zugesprochen, die im Lauf der Geschichte als Menschenwürde in besonderer Weise in die Staatsform der Demokratie Eingang gefunden hat. Das davidische Königtum hat aber auch noch die Rolle des Hirten übernommen. Auch das ist sehr wichtig, denn es enthält die Aufgabe, sich um den zu kümmern, der mit dem Leben schwer zu Rande kommt oder überhaupt damit nicht fertig wird. Sie kennen ja die Bilder vom Guten Hirten, nicht nur aus der Bibel, sondern auch im ländlichen Gebiet, wie Hirten mit ihren Tieren umgehen. Man könnte sagen, Hirte und Herde sind eins. Somit wird klar, dass Königtum nicht nur Machtausübung und Verantwortung bedeutet, sondern weit mehr ist.
Ein Großteil der biblischen Könige hat versagt.
Die zweite Lesung gibt Orientierungshilfe und Ermutigung, woran wir uns halten sollen. Gott ist der Schöpfer, der alles aus dem Nichts geschaffen hat. Christus ist der, an dem wir uns durch unseren Glauben, durch unser Vertrauen festhalten sollen, er ist der Erstgeborene, der von den Toten auferweckt wird. Dadurch schließt Gott durch seine Menschwerdung, durch sein Königtum einen Bund, den der Mensch wohl gebrochen, den aber Gott erneuert hat.
Königtum und Hirtenamt, Macht und Imperium sind die Impulsträger dieses Festes. Wie gehen wir mit dieser Macht um? Die kleine Macht des Alltags besteht sehr oft in der Lust an der Unterdrückung. Das kann schon in der Familie beginnen, im Beruf, in der Partnerschaft, die beinahe zur Entmündigung des anderen führt. Macht in der Politik ist mit einem hohen Gewaltpotential ausgestattet, z.B. die Drohung mit der Atombombe, die Aufrüstung, das „Gleichgewicht des Schreckens“… Den Menschen, ja ganzen Staaten wird die Freiheit entzogen. Wir beobachten heute die Aufteilung der Welt in Herrschaftsbereiche, ein neuer Imperialismus. Das hatten wir auch schon in den Großreichen der Antike, die alle ein Ablaufdatum hatten. Neue Machthaber tauchen plötzlich auf, ähnlich den alttestamentlichen Königen, die ihre Macht missbrauchten.
Was lehrt uns das Evangelium? Die große Entlarvung der Macht: Ein König am Kreuz, der erfolgreich scheitert, kein König des Triumphes. Das Reich Gottes ist gewaltfrei, niemand beherrscht den anderen. Das Reich Gottes wird gewaltfrei, wenn wir den Geist Gottes in uns wirken lassen, denn Freiheit, Liebe, Friede sind Fundamente für das Reich Gottes, in Ansätzen ist ja schon viel zu spüren. Autorität durch Dienen festigen diese Fundamente. Das Reich Gottes ist weltumspannend als Globalisierung des Liebesgebotes.
Gott am Kreuz zeigt sich in jedem kranken, unterdrückten und misshandelten Menschen. Beten wir um die Macht der Erkenntnis, dass wir unsere eigene Königswürde, die wir in der Taufe empfangen haben, entdecken mit all ihren Talenten, Vorzügen, Schwächen und Leiden. Der Umgang mit der Macht ist ein Dauerthema in unserem Dasein. Die Ausübung der Königsmacht Jesu möge uns dabei Anleitung sein.
Wie sinnvoll ist es, Gott als König zu bezeichnen oder Jesus als König zu feiern? Fördert dies nicht ein fragwürdiges monarchisches Denken? Die Königsmacht, die Gott oder Jesus Christus zugeschrieben wird relativiert menschliche Machtsysteme.
Gott oder seinen Sohn Jesus König zu nennen ist in zweifacher Hinsicht gefährlich. Einerseits weil die Gefahr besteht, damit Gott die Eigenschaften irdischer Machthabender zuzuschreiben. Ob durch Erbe verliehene Königswürde, durch Wahl ermittelte Präsidentinnen oder Präsidenten, sogar durch Unterdrückung oder Putsch an die Macht gekommene Diktatoren, sie alle haben die höchste Position im Gefüge politischer Macht inne. Und deren Machtausübung ist durchaus des Öfteren von destruktiven Verhaltensweisen gekennzeichnet.
Regiert wird auch mit Gewalt, Unterdrückung, Ausbeutung und einem System von Günstlingen. Auch die Angst vor Machtverlust ist vorhanden. Eine besondere Fehlentwicklung dieser Machtausübung ist das System des Gottesgnadentums. Viele Herrschende haben ihr Verhalten als Willen Gottes ausgegeben und schreckliches Unheil damit angerichtet.
Um von Gott als König sprechen zu können, muss der Begriff von diesen Erfahrungen gereinigt werden. Denn Gottes Macht und seine Ausübung von Herrschaft ist eine ganz andere. Sie ist geprägt vom Wirken im Verborgenen und spielt sich nicht in den Mittelpunkt, sie gibt Freiheit und ermächtigt. Sie hat das Ganze im Blick, schaut auf die Kleinen, Wehrlosen und Ohnmächtigen. "Was ihr den geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan", sagt der Menschensohn, wenn er zum Gericht kommt. Gottes Machtausübung ist unbestechlich und gerecht. Und das ist daher auch der Maßstab für jene, die die höchsten Machtpositionen in der Gesellschaft innehaben.
Darin besteht die zweite Gefahr bei der Rede von Gott als König. Sie relativiert menschliche Herrschaft und das löst ein Abwehrverhalten bis hin zur Verfolgung derer, die das behaupten, aus.
Gott als König steht über allen menschlichen Machthabenden. Das heißt er relativiert ihre Macht. Wer an Gott, den König glaubt, bezeugt damit, dass alle, die die oberste Machtposition innehaben, Rechenschaft ablegen müssen vor einer Gottheit, die höher steht als sie. Gott konfrontiert die Herrschenden mit der Qualität ihrer Regentschaft und zieht sie für ihr Handeln zur Verantwortung. Das Bekenntnis zu Gott als König bedeutet deshalb, dass es keine absolute irdische Macht gibt. Diese Tatsache ist für alle Herrschenden unangenehm, besonders für die Despoten und Autokraten.
Das kleine aufmüpfige und eigenwillige Volk Israel hatte in den ersten Jahrhunderten seiner Existenz keinen König. Richter, Richterinnen und Feldherrn führten die Menschen und sie mussten das in Kooperation mit dem Volk tun, um Erfolg zu haben. Die oberste Machtposition im Land blieb leer. Sie war Gott vorbehalten. Aber das Volk hat das nicht durchgehalten. Sie wollten sein wie alle anderen Völker, berichtet uns 1 Sam 8,6-22.
Trotzdem blieb in Israel das Bewusstsein lebendig, dass sich jeder König vor Gott verantworten muss und er von ihm danach beurteilt wird, ob er für das Wohl seines Volkes tätig ist oder nicht.
Ich denke, es kann uns sehr befreien und ermutigen, wenn wir uns diesen Sachverhalt immer wieder bewusstmachen. Gerade in unserer Zeit, wo immer öfter wieder Herrschende autoritär regieren, sich wie neue Messiasse aufführen oder populistisch blinden Gehorsam fordern, ist das wichtig. Es wird Widerstand und Widerspruch hervorrufen, wenn wir Christen und Christinnen wieder lauter davon sprechen, dass es keine absolute irdische Macht für sie gibt.
Gott beurteilt als König das Verhalten aller, die an der Spitze menschlicher Machtpyramiden stehen. Und auch für uns sind Reflexion und kritisches Hinterfragen des Tuns und Lassens unserer Regierenden gefragt.
So gesehen ist das Feiern des Christkönigsfestes nicht nur sinnvoll, sondern notwendig, um unsere Einstellung zur Macht in den Blick zu nehmen. Es wurde ja als Kontrapunkt und Widerspruch gegen den in Europa aufkeimenden Faschismus im 20. Jahrhundert als Fest eingeführt.
Bitten wir Gott und Christus unseren König um den Mut gegen jede Art von Machtmissbrauch, jede Form von Unterdrückung und Gewalt energisch aufzustehen und laut unsere Stimme zu erheben.
© Mag.a Dorothea Schwarzbauer-Haupt, Frauenkommission der Diözese Linz
Jesus pflegte einen alternativen Lebensstil. Entsprechend auch sein Ende am Kreuz. Sein Tod auf dem "Kreuzesthron" stellt uns auch sein alternatives "Regierungsprogramm" vor Augen. Er rettet sich nicht selbst, sondern fordert uns auf, seiner Herrschaft der Liebe zu folgen.
Jesus war ein Alternativer, sein Leben eine Alternative zum Mainstream seiner Zeit, seine Botschaft vom Heil eine Alternative zu mancher Lebensart - auch noch in unserer Zeit. Die einen mag diese Erkenntnis begeistern, andere erschreckt sie vielleicht. Einmal mehr fällt die Radikalität der jesuanischen Alternative auf an diesem letzten Sonntag im Jahreskreis, am Christkönigssonntag.
Wir hören von diesem Sonntag und haben dabei vielleicht noch die Bilder vom großen Staatsbegräbnis der verstorbenen englischen Königin Elizabeth II. im Kopf. So gar nichts davon bietet der Gottessohn, von dem der Apostel Paulus sagt: "In ihm wurde ALLES erschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten; alles ist durch ihn und auf ihn hin erschaffen." Was Paulus glaubend erkennt und bekennt, konnte von den Umstehenden auf der Schädelhöhe bei Jerusalem kaum keiner auch nur erahnen: Wie ein gemeiner Verbrecher stirbt Jesus auf die schlimmste Weise, die das damalige Gesetz vorsah. Und dann war da doch einer, der eine leise Ahnung hatte von dem, was da wirklich geschah; einer, von dem man es eigentlich am wenigsten vermutete: Einer, der wirklich ein Verbrecher war, erkennt das Unrecht, das neben ihm geschieht, und weist den spottenden Mittäter in seine Schranken. Schließlich bittet er den Gottessohn darum, im Tod jenes Gottes Heil erfahren zu dürfen, was ihm zu Lebzeiten entgangen ist.
Sind das Szenen aus einem royalen Kontext?
Am Kreuz hängt Jesus nackt, allem beraubt, was ihn bedecken könnte. Gezwungenermaßen präsentiert er sich der umstehenden Öffentlichkeit so, wie er wirklich ist. Alles stellt er aus - nichts bleibt intim. Dem König aller Welt ist alles genommen, was irgendetwas hermachen könnte. Von Schmuck und Pomp gar nicht zu reden. Das Haupt ist nicht stolz erhoben, sondern von Dornen malträtiert, der Leib ist gebrochen. Über genau ihn schreibt Paulus: "Er ist Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.
Und wieder die Frage: Sind das Szenen aus royalem Kontext?
Schließlich die Beerdigung des Gekreuzigten. Sie kommt im heutigen Evangelium nicht vor. Aber wir wissen: Ein Gönner stellt ein neues Grab bereit. Immerhin im Tod erfährt der Geschundene, Gemarterte, Ermordete eine erste Wertschätzung. Wie beim jüdischen Begräbnis üblich, erweisen Frauen dem Leichnam die Ehre: Sie salben ihn mit teuren Ölen und geben ihn nicht einfach so dem Verfall preis.
Aber: Ist das schon königlich?
Das war aber nicht alles - hier ist nicht Schluss. Knapp drei Tage später ein Gerücht, eine Meldung, eine großartige Kunde: Jesus lebt. Die Erniedrigung, die Gewalt, die Verachtung - alles zählt nicht mehr. Er ist auferstanden und “lebt wirklich”. Das ist wirklich majestätisch, aber eben so gar nicht nach menschlichen Maßstäben.
Im Jahr 1925 hat Papst Pius XI. dieses Fest des Christus König eingesetzt - im Angesicht des Untergangs von europäischen König- und Kaiserreichen und gerade nur wenige Jahre nach dem Ende des ersten Weltkriegs. Die Kirche ließ die Menschen wissen: Gerade nach Kriegsende mit schlimmsten Verlusten und Opfern, und nach Umstürzen und Abdankungen regiert nur einer wirklich und nachhaltig zum Wohl seiner Schöpfung: Christus. Und seine Herrschaft hat ausdrücklich gar nichts gemein mit Pomp und Arroganz weltlicher Fürsten. Die Reiche der Welt vergehen und haben nur auf übersichtliche Zeit Bestand. Christus aber - in Einfachheit, Demut, ganz leise und ohne weltliche Ansprüche - regiert machtvoll durch alle Zeiten.
Wir feiern diesen Christkönigssonntag einmal mehr im Angesicht von Krieg und aktueller Not nicht sehr weit weg von unserer Haustür. Wir feiern diesen Christkönigssonntag und spüren die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen einer Pandemie, die zwar selbst mehr und mehr verschwindet aber ihre überdeutlichen Spuren in unseren Gesellschaften hinterlässt. Wir feiern diesen Christkönigssonntag und erleben, wie politische Systeme wie etwa eine amerikanische Demokratie an Bedeutung verliert, weil in ihr zerstörerische Kräfte wirken, und zugleich verschiedene Diktaturen in dieser Welt an Schlagkraft gewinnen. An vielen Stellen erleben wir, wie der gesellschaftliche Ton rauer wird und die Bereitschaft zu Solidarität mit jenen, die Hilfe brauchen, abnimmt. Das lässt fragen nach dem, was gilt, was selbstverständlich ist; nach dem, was zu gutem und sicheren Leben verhilft. Viele gesellschaftliche und politische Antworten, die angeboten werden, sind oft weder hilfreich noch überzeugend.
Und jetzt?
Da ist einer, der hat die Grenzen allen Übels überwunden, selbst den Tod. Der hat sich über die Ängste und Nöte der Menschen erhoben, ohne selbst überheblich zu sein. Vielmehr sind Demut, Transparenz und Echtheit in seinem Wirken und in seinem Sterben seine Markenzeichen. Er lädt uns ein, dass wir uns an diesem Beispiel ausrichten und ihm folgen und so neuen Mut gewinnen und Handlungsperspektiven ausmachen können. - Weil der Gottessohn am Kreuz gestorben und auferstanden ist und eine Herrschaft von Hoffnung und Zuversicht hat anbrechen lassen, wischt das bestehendes Unrecht und herrschende Not nicht einfach vom Tisch. Gar nicht. Aber Gott schenkt uns, jedem und jeder Einzelnen, in diesem Geschehen die Kraft aufzubrechen und zu handeln, weil sein Sohn selbst ganz neue, völlig alternative Perspektiven aufweist. "Dann rette dich doch selbst", sagt der eine Verbrecher zu Jesus. Und der macht ihm klar, dass es genau darum nicht gehen kann: Es ist Gott, der rettet durch die Herrschaft der Liebe seines Sohnes, die von uns weitergetragen werden soll. Die hl. Teresa von Avila hat diesen Gedanken einmal aufgegriffen und ausgeführt:
Christus hat keinen Körper außer Deinem.
Keine Hände, keine Füße auf der Erde außer Deinen.
Es sind deine Augen, mit denen er sieht - er leidet mit dieser Welt.
Es sind deine Füße, mit denen er geht, um Gutes zu tun.
Es sind deine Hände, mit denen er die Welt segnet.
Christus hat jetzt keinen Körper auf der Erde außer Deinem.
Könige symbolisieren Stabilität, Kontinuität, Werthaltigkeit. Am Christkönigsfest sehen wir Christus vor uns mit einer Dornenkrone auf dem Haupt. Er steht als "Erlöser-König" vor uns. Das Christkönigsfest lädt uns ein, uns unter seine Herrschaft zu stellen.
Worauf kann man sich heute noch verlassen, wenn selbst die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft in existentiellen und ethischen Fragen nicht einig sind? Ein Problem, wie die Geschichte zeigt, das sich immer wiederholt. Die Einführung eines Königsreichs war in Israel sehr umstritten. Viele der Könige, angefangen von Saul, dem ersten König Israels um 1000 v. Chr., haben ihre Macht missbraucht, kriegerische Erfolge, Konkurrenzdenken waren einige der Wurzeln des Versagens. Er trachtete David sogar nach dem Leben, weil sich dieser großer Erfolge und Beliebtheit beim Volk erfreute. Auch David war trotz vieler Begabungen mit Fehlern behaftet. In der 1. Lesung hörten wir von Davids Salbung zum König. Er wurde als Hirte aller Stämme Israels eingesetzt. Als Zeichen seiner Krönung wird er gesalbt. Diese Salbungen, die die königliche Würde unterstreichen, leben im Sakrament der Taufe, der Firmung und im Weihesakrament weiter.
Heute feiern wir Christkönigssonntag, obwohl Jesus für sich selbst nie diesen Titel angestrebt oder beansprucht hat. Auch die anderen Hoheitstitel wie „Kyrios“, „Herr“ oder „Menschensohn“ sind erst später dazugekommen. Man fragt sich aber schon, was das für ein König ist, der ausgelacht und verspottet wird, sogar von einem der beiden Schächer, der offenbar wirklich viel angestellt hat, wofür er zum Tod verurteilt wird.
In diesem Fest wird der Gegensatz zwischen (geschmückter) Königskrone und Dornenkrone offenbar, wäre auch pervers, würde sich ein König lieber die Dornenkrone als die meist sehr schön geschmückte Königskrone aufs Haupt setzen lassen. Der Hymnus im Kolosserbrief sagt deutlich: „Er [Gott] hat uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes. Durch ihn haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden.“ (Kol 1,13).
Erlösung, was bedeutet das für Sie, für mich? Es geht um Hoffnung und Zuversicht in unseren dornigen Lebensabschnitten. Es geht um Hoffnung und Zuversicht in Angst vor Krankheit, Leid und qualvollem Sterben, Erlösung von Orientierungslosigkeit. Erlösung ist ständige Anwesenheit Gottes in meinem Leben, Erlösung ist auch, wenn man zumindest annehmen darf, Glauben gefunden zu haben.
Der Gegensatz zwischen Königskrone und Dornenkrone kommt im Evangelium klar heraus. Königskrönungen fanden zuerst mit einem Lorbeerkranz statt - die Kreisform als Zeichen für Unendlichkeit. Später bestand die Königskrone in einem metallenem Stirnband, in der Mitte das Diadem mit dem Stadtgott / der Stadtgöttin. Dieser Gott / diese Göttin spricht durch den König. Diese Krönung geht dann hier in Europa später über in die Krönung Karls des Großen (800), die auch mit der Salbung verbunden ist. Die Inschrift auf der Reichskrone lautet: „Römischer Kaiser, Mehrer des Reichs.“ Das wieder entspricht dem Denken des Kaiser Augustus. „Augere“ heißt wiederum „mehren“, „vermehren“, „erhöhen“. Das führt zur Autorität. Die Autorität ist der Heilige Geist in uns, der die menschliche Persönlichkeit zur Entfaltung, zur Freiheit, aber nicht zur Beliebigkeit führt. Freiheit hat immer auch mit Verantwortung zu tun.
Bei einem Israelbesuch konnten wir in Kursi, nahe am See Gennesaret, wilde Apfelbäume sehen. Diese Bäume haben ganz kleine Dornen mit Widerhaken, aus denen die Dornenkrone geflochten wurde und die man Jesus aufs Haupt gedrückt hat. Gott zeigt sich durch seinen Sohn in Kreuz und Dornenkrone als Zeichen für Unterdrückung , für den kranken und missbrauchten Menschen, für diejenigen, die gemobbt werden, für alle, die ihre Freude am Dasein verloren haben, die hoffnungslos sind. Für die Jünger damals war es eine Täuschung, eine Niederlage. Auch sie wussten nicht, wie alles weitergehen soll. In einem großen Moment der Traurigkeit, im Emmausgang, kommt der Herr und öffnet ihnen die Augen.
In der Taufe, bei der Salbung mit Chrisam, wird uns diese königliche würde zugesprochen. „Du bist nun Glied des Volkes Gottes, gesalbt zum Priester, König und Propheten.“ Hier wird uns die Menschenwürde, die auch in den Menschenrechten verankert ist, zugesprochen und wir werden gesalbt in Taufe, Firmung und Weihesakrament, damit wir die Brandwunden des Lebens besser ertragen.
„Besser sich zu bergen beim Herrn als auf Menschen zu bauen, besser sich zu bergen beim Herrn als auf Fürsten zu bauen“ (Ps 118,9).
An welchen König glauben wir heute? An den, der Macht und Schrecken und Gewalttätigkeit verbreitet oder an den, der durch seine Autorität uns Menschen zur Freiheit, zur Entfaltung bringt?
Heute Christus als König feiern erweckt zwiespältige Gefühle. Jesus ist nicht König in einem politischen Sinn. Er besitzt so viel Königsmacht, als wir ihm Macht über uns geben. In seiner Art und Weise mit Menschen umzugehen und für ihr Wohl zu sorgen, erfüllt er die Erwartungen, die ein guter König erfüllen sollte.
Zum König muss man geboren sein. Die Königswürde wird – soweit es sie heute noch gibt – erblich weitergegeben. Allerdings legen Königshäuser großen Wert darauf, dass jene Personen, die für die Thron-Nachfolge in Frage kommen, in jeder Hinsicht gut ausgebildet werden. Wenn dann ein Thronfolger oder eine Thronfolgerin dennoch nicht den Erwartungen entspricht, gibt es heftige Diskussionen. Mitglieder des Königshauses stehen unter ständiger Beobachtung. Sie haben es nicht leicht. Man erwartet von ihnen einen tadellosen Lebenswandel…
Den gleichen Ansprüchen unterliegen auch angeheiratete Mitglieder einer Königsfamilie. Manche von ihnen erfreuen sich sogar größerer Beliebtheit als der eigentliche Amtsinhaber oder die Amtsinhaberin. Es kommt sogar vor, dass jemand vom Volk zur Königin der Herzen erkoren wird.
Theoretisch wäre es auch möglich, dass jemand zum König gewählt wird. In Demokratien zieht man für das höchste Amt im Staat allerdings andere Amtsbezeichnungen vor. Das erleichtert ein wenig den Umgang mit den hohen Erwartungshaltungen. Geschickte Politiker hieven sich selbst in die Position eines Königs, ohne sich so zu nennen. Für gewöhnlich artet diese Weise der Machtergreifung in Diktatur aus.
Heute feiern wir Jesus Christus als König. Wer die biblischen Texte rund um dieses Fest liest, wird bald sehen, dass es dabei nicht um ein Königtum im staatspolitischen Sinn geht, auch wenn der Königstitel für Jesus Christus politische Brisanz beinhaltet. Ob Pilatus Jesus als Königsanwärter ernst genommen hat, sei dahingestellt. Die Evangelisten streichen hervor, dass sein Reich nicht von dieser Welt sei. Die Christen der ersten Jahrhunderte haben ihn mit dem alten Königstitel "Kyrios" angerufen. (Dieser Titel lässt sich nur unzureichend übersetzen; meist als "Herr" im Sinne von Herrscher.) Damit haben sie seine Autorität über die der politischen Machthaber gestellt. Dies wurde immer wieder als politische Kampfansage betrachtet und mit unerbittlicher Verfolgung geahndet. In der Liturgie rufen wir heute noch am Beginn der heiligen Messe "Kyrie eleison".
Vom König erwartet man von alters her, dass er sein Volk gegen Angriffe von außen und vor Unruhestiftern im Inneren schützt, dass er für Frieden und gedeihliche wirtschaftliche Bedingungen sorgt. Er hatte auch sein Volk nach innen und nach außen zu repräsentieren. Der Prunk, mit dem er sich umgab, galt nicht in erster Linie seiner Person, seinem Wohlergehen oder seiner Eitelkeit. Alle Welt sollte an ihm erkennen, wie tüchtig sein Volk ist. In der biblischen Tradition verwendete man für diese Aufgabenbeschreibung auch gerne das Bild des guten Hirten.
Die Christen sahen in Jesus Christus all diese Erwartungen erfüllt, obwohl er für oberflächliche Betrachter ein ganz anderes Bild abgab. Von seiner persönlichen Qualität her ist er so sehr König, dass er sogar noch nackt am Kreuz König ist und bleibt. Wer nicht nur auf die äußere Erscheinung schaut, erkennt dies wie sogar der eine Verbrecher, der mit Jesus gekreuzigt wurde.
Jesus bezieht seine Königswürde nicht aus seiner Abstammung, auch wenn manche biblische Texte diesen Eindruck erwecken. Über seinen Stammbaum könnte man endlos diskutieren. Er ist »edel«, nicht weil er aus einem adeligen Haus hervorging, sondern weil er sich in seiner Gesinnung und in seinem Umgang mit den Menschen als »edel« erwies. Er kümmert sich um sein Volk wie der von den Propheten angekündigte gute Hirte nach dem Bild Jahwes. Offenbar strahlte er etwas aus, das seine Bewunderer und Anhänger dazu bewog, ihn zum "König der Herzen" zu machen.
Das ganze Kirchenjahr über versuchen wir in den liturgischen Feiern besser zu verstehen, wer dieser Jesus war. Dabei kommen wir zum Schluss, dass er das Idealbild des tüchtigen Königs, wie es Jahrhunderte zuvor die Könige David und Salomo verkörpert haben, noch übertrifft. Er erweist sich als der gute Hirte, der sein Leben für die Seinen hingegeben und für seine Herde gesorgt hat. Er ist und bleibt König, auch wenn er am Kreuz all seines Glanzes beraubt ist.
Jesus besaß von jeher so viel Königsmacht, als Menschen ihm zugemessen haben. Wenn wir uns fragen, ob sein Königtum auch heute noch relevant ist, hängt dies davon ab, was wir von ihm erwarten und was wir ihm zutrauen. Mit Sicherheit will er nicht mit politischen oder sonstigen Größen des öffentlichen Lebens konkurrieren. Er zeigt aber mehr als diese es vermögen den Weg zu einem guten und erfüllten Leben und geht diesen Weg voran. Er übt so viel Macht über uns aus, als wir ihm Macht über uns geben. Sein Königtum besteht sogar noch, wo alle menschlichen Größen angesichts ihrer Vergänglichkeit klein beigeben müssen. Er führt uns in sein Reich, das nicht von dieser Welt ist.
In Jesus Christus erkennen wir den "König" sogar am Kreuz, wo er anscheinend aller Menschenwürde entkleidet präsentiert wird. Die Würde eines jeden Menschen anzuerkennen, ist nicht in allen Situationen leicht und selbstverständlich. Die Katholische Jugend der Diözese Linz will am Christkönigsonntag besonders Jugendliche ansprechen und ihnen das bewusst machen.
Kennen Sie das: Sie sehen ein Bild von sich und denken: „Also bevor ich das weiterschicke, muss ich es bearbeiten. Das geht so ja überhaupt nicht. So kann ich mich nicht sehen lassen.“ Für viele Jugendliche und junge Erwachsene, aber vielleicht auch für Sie, gehört das zur „täglichen Routine“. Private Fotos für den eigenen Instagram- bzw. Facebook Account, oder Fotobücher, aber auch Bilder für eine Bewerbung oder Geburtstagseinladungen werden „optimiert“. Das Ziel ist es, sich bestmöglich zu präsentieren und einen guten (optischen) Eindruck zu erwecken und perfekt zu erscheinen. Aber nicht nur was Bilder betrifft herrscht dieser Optimierungsdruck.
Beim Bewerbungsgespräch für einen neuen Posten stellen sich die BewerberInnen als „Wunderwuzis“ dar, die alles können und wissen. Ein anderes Beispiel ist, dass, wenn man Besuch bekommt, alles perfekt gestylt wird, es soll ja keiner denken, man sei unordentlich. In den sozialen Medien wird die perfekte Beziehung, der perfekte Urlaub und später der perfekte Heiratsantrag oder das perfekte Mutterglück allen anderen vor Augen geführt. Diese scheinbar perfekte Welt begegnet uns auch auf Werbeplakaten und in Zeitschriften. Nur selten wird in den sozialen Medien und in der Werbung das reale Leben mit seinen Abgründen sichtbar und spürbar.
Obwohl den meisten von uns bewusst ist, dass das nicht echt ist, setzt es uns unter Druck und macht unfrei. Mit diesem Druck umzugehen ist eine große Herausforderung. Es fordert uns heraus, uns selbst kennen zu lernen, herauszufinden, wer wir sind und dies authentisch zu zeigen und zu leben. Es fordert uns heraus, gegenüber uns selbst glaubwürdig, wahrhaftig und aufrichtig zu sein und dies auch zu zeigen in all den verschiedenen Rollen, die jeder und jede von uns im eigenen Leben einnimmt.
Als Christin glaube ich daran, dass Gott mich als einzigartigen Menschen geschaffen und gewollt hat. Er will für mich und jede/n Einzelne/n von uns, dass wir uns zur besten Version von uns selbst entwickeln. Mit all unseren Fähigkeiten und Talenten, aber auch allen Fehlern, Ecken und Kanten, bin ich, bist du, sind wir von Gott geliebt und angenommen. Gott begleitet uns auf unserem je eigenen Weg authentisch zu leben. Das ist eine der zentralen Aussagen des diesjährigen Jugendsonntags.
Wie wir in der Lesung, im Evangeliumstext gehört haben und auch in Psalm 139 lesen, war diese Liebe Gottes für jeden einzelnen Menschen schon von Beginn an da und begleitet uns durch unser ganzes Leben. Es gibt keinen Ort, an dem sie uns nicht mehr umgibt. Gott liebt seine Geschöpfe. Diese Liebe ist unverlierbar, egal was wir tun. Der Grund dafür ist, dass wir Menschen als Ebenbild Gottes geschaffen sind. Dieser Ausdruck - Ebenbild Gottes - ist die Sprache der Bibel, um das auszudrücken, was wir heute als Menschenwürde bezeichnen. Jeder Mensch wurde als Gottes Ebenbild geschaffen und hat damit/dadurch unantastbare Würde (empfangen). Menschenwürde ist etwas, dass sich keiner von uns verdienen oder erarbeiten muss oder kann. Wir besitzen sie von Geburt an, einfach nur deshalb, weil wir als Menschen wertvoll sind. Die Menschenwürde ist also keine Eigenschaft wie Klugheit, Offenheit oder Schönheit.
Diese Würde ist mir selbst, christlich gedacht, von Gott her zugesprochen, aber auch jedem anderen Menschen. Auch wenn dieser Aussage die meisten von uns zustimmen würden, ist es doch nicht immer leicht danach zu leben. Wenn man an seine FreundInnen, die eigene Familie und andere Leute denkt, die man, nach den eigenen Maßstäben, als gute Menschen bezeichnen würde denkt, dann fällt einem das nicht schwer.
Bei VerbrecherInnen ist es zum Beispiel schon nicht mehr so leicht, auch sie als Gottes Ebenbild zu sehen und ihnen ihre Würde nicht abzusprechen. Hier fällt es schon schwerer, den Auftrag „einander zu lieben wie Jesus uns geliebt hat“, zu erfüllen. Auch in ganz alltäglichen Prozessen werden Menschen oft wie eine Nummer oder eine Ware behandelt. Hierbei denke ich z.B. daran, dass man in einem Amt, bei der Arbeit oder beim Arzt/Ärztin, nur mehr als Nummer aufgerufen wird oder der Profit wichtiger ist als die Gesundheit der ArbeiterInnen.
In unserer modernen Gesellschaft zeigen sich vermehrt Tendenzen, die Menschenwürde nicht anzuerkennen. Beispiele im Kleinen sind, wenn in den Sozialen Medien andere Menschen niedergemacht und beleidigt werden, wenn man Klassenkameradinnen oder Kameraden mobbt, wenn die politischen Parteien im Wahlkampf ihre GegnerInnen niedermachen, oder man selber die eigene Wut oder Frustration an anderen auslässt. In diesen Situationen setzt man sein Gegenüber zu einem Ding herab. All diese Beispiele zeigen uns, dass wir selbst in dieser modernen Zeit nicht davor gefeit sind, anderen ihre Würde abzusprechen.
Gleichzeitig erlebe ich immer wieder Situationen, die zeigen, wir sind auf einem guten Weg, zu einem respektvollen Miteinander. Wenn jemand einem BettlerInnen ein Lächeln schenkt und sich kurz Zeit nimmt, mit ihr oder ihm zu reden, wenn jemand für eine Mutter ein Spielzeug aufhebt, das hinuntergefallen ist, wenn ich die Freiwilligen bei der Feuerwehr, Rettung oder anderen Hilfsorganisationen sehe, die ihre freie Zeit „hergeben“ um anderen beizustehen, zeigt sich für mich die Menschlichkeit in jeder und jedem von uns.
Ich glaube, die meisten von uns kennen Menschen, bei denen sie sich schwertun, sie zu lieben bzw. anzuerkennen wie Jesus bzw. Gott sie liebt. Und doch ist es jeden Tag aufs Neue den Versuch wert, es zu probieren. In diesem Sinne wünsche ich uns allen, auch den Menschen, mit denen wir uns schwertun, mit Respekt zu begegnen, denn das ist der erste Schritt in Richtung Liebe.
© Regina Leirich, Referentin - Katholische Jugend, Diözese Linz
Jesus ist in die Welt gekommen, um ein Reich der Liebe aufzurichten. Er ist uns mit dem Beispiel gelebter Nächstenliebe vorangegangen und lädt uns ein, wie er zu lieben.
Die Zukunftsfrage
Wir stehen am Ende des Kirchenjahres. Neben dem Schönen und Gelungenen des vergangenen Jahres, über das wir uns freuen konnten und auf das wir stolz ein dürfen, kommt bei einer Rückschau sicher auch manches Schwere, Unangenehme und Missglückte in den Blick. Nöte und Belastendes sind vielleicht auch jetzt bei manchem von uns gegenwärtig. Die Frage „Wie wird die Zukunft aussehen?“ steht im Raum, ohne dass wir uns diese Frage eigens stellen müssen. Damit wir das neue Jahr nicht in Niedergeschlagenheit antreten, wird uns am Ende des Kirchenjahres noch einmal ganz bewusst Christus als König und unser Retter vor Augen gestellt. Wir sollen dadurch erkennen: Die L i e b e führt uns in Jesu Königreich.
Bei einem Blick auf Jesu Leben erkennen wir: Sein Leben hat viel mit unserem Leben gemeinsam. Neben Freude und Erfolgen kam auch Schweres und Leidvolles auf Jesus zu.
Nach seiner Geburt suchen Sterndeuter nach dem „neugeborenen König“. Sie finden ihn in einem armseligen Stall.
Infolge seiner Wunder genießt Jesus bei vielen große Bewunderung. Aber es gibt auch eine Reihe von Zeitgenossen, die ihn als den von Gott gesandten Sohn des Vaters nicht anerkennen und als Messias ablehnen.
Menschen, die Freude am Quälen hatten, schmücken ihn mit einer Dornenkrone. Und das Schild am oberen Kreuzbalken „König der Juden“ ist eine Spottinschrift.
Jesus kam auf diese Erde, um für uns Menschen einsichtig zu machen: Ein von der Liebe abgewandtes Denken führt zu einem unredlichen und den Menschen verachtendes Verhalten. Ohne Liebe wird Reichtum, Macht, Glanz in der Regel auf Kosten anderer angestrebt; nicht selten mit Anwendung von Unterdrückung und Gewalt. Jesus will die Menschen auf den Weg der Liebe führen.
Dies hatten bereits vor ihm - ohne besonderen Erfolg - Propheten versucht. Ihnen konnte man zumindest vorhalten, sie würden ja auch nicht immer den Weg der Liebe einhalten. Genau dies, mit menschlichem Versagen belastet zu sein, konnte keiner und niemand Jesus vorwerfen. Von ihm ging stets Liebe aus. Nie handelte er eigennützig. Niemanden übervorteilte er. Menschen in Not, die ihn um Hilfe baten, ließ er nicht im Stich. Nicht ein einziges Mal rächte er sich an denen, die ihn verurteilten oder ihm nachstellten. Jesus lebte die Liebe konsequent und übertraf alles Bemühen der Menschen, die vor ihm um die Liebe geworben hatten als den Weg des Zusammenlebens. Für die Richtigkeit seiner konsequent gelebten Liebe lieferte Jesu Auferstehung einen nicht zu widerlegenden Beweis. Jeder Aufrichtige konnte und kann erkennen: Es gibt ein Reich außerhalb der Welt, ein Reich in der die Liebe alles Handeln bestimmt.
Ob wir dies anerkennen oder als Wirklichkeit ablehnen, liegt bei uns. Ein Reich Gottes, in dem die Liebe herrscht, mag manchen Menschen zu phantastisch vorkommen, weil sie es nicht handgreiflich fassen können wie die Dinge in dieser Welt. Dass der Weg der Liebe der menschlichste ist, können wir allerdings schon hier auf Erden erkennen. Gehen wir diesen Weg und erleben wir durch unsere eigene Auferstehung zusätzlich eine Bestätigung.
Lukas berichtet wie keiner der anderen Evangelisten ausführlich über das Lästern und Spotten vieler, die bei der Kreuzigung Jesu anwesend sind. Zur Zeit der Kreuzigung wissen die Spötter noch nichts von der Auferstehung Jesu. Aber viele von ihnen bleiben auch nach der Auferstehung Jesu bei ihrem Spott, verlachen die Christen, die einen Gekreuzigten als ihren König verehren und sich mühen, wie Jesus den Weg der Liebe zu gehen trotz Anfeindung und Verfolgung.
Lukas möchte die Christen ermutigen, vom Weg der Liebe nicht abzuweichen. Nichts soll ihnen im Blick auf Jesus den Weg verstellen, an gelebter Liebe festzuhalten: kein Spott, kein Leid. Jesus wird zu keiner Zeit an ihren Nöten und Leiden unachtsam vorübergehen. Dies Wissen soll die Christen ermutigen und Kraft schenken. Und wenn sie versagt haben, soll ihnen der rechte Schächer als Vorbild dienen, indem sie sich von ihm sagen lassen: Jesus, der Christus, kam als Retter auf diese Erde. Er wird Verzeihung gewähren allen, die ihn um Vergebung bitten.
Mit dieser Zuversicht sollen wir in das neue Kirchenjahr eintreten, uns aufrichtig Mühe geben, nach der Liebe zu streben, bei Versagen trotz aller Mühe um Vergebung bitten und uns von Jesus sagen lassen: Verharre in der Liebe. Dann wirst du mit mir nach deinem Tode im Paradiese sein.
Zum Christkönigsfest wird uns ein König präsentiert, der am Kreuz endet. Was als Spott und Hohn gedacht war, erweist sich auf einer höheren Ebene als tiefe Wahrheit; erkannt von einem der Verbrecher, die mit Jesus gekreuzigt wurden. Jesus ist ein König der Liebe und Barmherzigkeit.
Jesus von Nazareth ist bei seinen Landsleuten zunächst gescheitert, da sie sich den erwarteten Messias in politischen Denkmustern vorstellten. Jesus erweist sich als anderer Messias, als anderer König, sein Reich ist nicht von dieser Welt, will aber diese Welt verändern. Am Kreuz kommt es zur Entscheidung, wer ihn als den wahren erkennt und anerkennt.
Die Messiaserwartungen der Juden haben sich nicht verwirklicht. Jesus zeichnet sich nicht durch äußere Größe aus, vielmehr durch innere Größe, menschliche Reife. Dieser König lädt uns ein, den Weg der Liebe zu gehen.
Wie kann man einen Gekreuzigten für einen König halten? Jesus erweist sich als König des Lebens, der sich selbst zur Speise gibt, allen dient, der Widerspruch erfährt und der zur Vollendung führt. Als Kinder Gottes lässt er uns an seiner Königswürde teilhaben.
Lieder:
GL 211: Wir rühmen dich, König der Herrlichkeit
GL 279: Hosanna dem Sohne Davids (Kyrie)
GL 280: Singt dem König Freudenpsalmen
GL 339,4-7: Ihr Christen, hocherfreuet euch!
GL 357: Wie schön leuchtet der Morgenstern (2. Str. )
GL 360: Macht weit die Pforten in der Welt
GL 362: Jesus Christ, you are my life
GL 364: Schönster Herr Jesu, Herrscher aller Herren
GL 369: O Herz des Königs aller Welt
GL 370: Christus, du Herrscher Himmels und der Erde
GL 375: Gelobt seist du, Herr Jesus Christ, ein König aller Ehren
GL 456: Herr, du bist mein Leben, Herr, du bist mein Weg
GL 377: O Jesu, all mein Leben bist du
GL 392: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren
GL 458/459: Selig seid ihr
GL 460: Wer leben will wie Gott auf diser Erde
GL 474: Wenn wir das Oleben teilen wie das täglich Brot
GL 551: Nun singt ein neues Lied dem Herren
GL 560: Christus, Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit
GL 633,8-9: Dankt dem Vater mit Freude, dankt dem Vater mit Freude, er schenkt uns seinen Sohn. - Mit Kol 1,12-20
Psalmen und Kehrverse:
GL 52,1: Der Herr ist König über alle Welt - Mit Psalm 93 - VIII.
GL 68: Friede sei in deinen Mauern, Geborgenheit in deinen Häusern. - Mit Psalm 122 - VI.
GL 584,9: Lob dir, Christus, König und Erlöser - Mit Psalm 67 (GL 46,2) - II.
629,5-6: Christus, Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit - Mit Phil 2,6-11 - VI.
GL 630,1-2: Halleluja - Mit Offb 19:1-2.5-7 - V.
GL 633: Hebt euch, ihr tore, hebt euch, ihr tore! Unser König kommt. - Mit Psal 24 - VII.
"König ist der Herr, alle Macht hat er“ – so wurde früher in einem Lied gesungen. Wir feiern auch heute wieder Jesus, unseren König, als Christkönig. Es ist eine andere Macht. Es ist die Macht der Liebe. Diese Macht der Liebe kann auch in unseren Herzen wachsen, wenn wir Jesus begegnen, der zu uns seine Worte der Liebe spricht. Diese Macht kann in uns wachsen, wenn wir uns mit Jesus verbinden in Brot und Wein.
Grüßen wir Jesus, den Christkönig in unserer Mitte.
Wenn die Welt an Königinnen und Könige denkt, sieht sie Elisabeth und Charles auf ihrem Thron. Wenn Christinnen und Christen an Königtum denken, sehen sie Jesus am Kreuz…
Das Christkönigsfest des heutigen Sonntags stellt uns vor Herausforderungen. Lassen wir uns darauf in einem Moment der Stille ein.
Am Ende des Kirchenjahres wird uns noch einmal in besonderer Weise Christus als König und Retter der Menschen vorgestellt. Jesus ist es unabhängig davon, wie Menschen ihn bewerten. Er zeigt sich uns Menschen nicht in Macht und Gewalt, sondern als der uns über alles Liebende.
Mit dieser Überzeugung sollen wir vertrauensvoll in das neue Jahr eintreten.
Herr Jesus Christus,
der du als König in unserem Leben herrschst.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
dein Reich ist nicht von dieser Welt.
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
der du wiederkommen wirst in Herrlichkeit.
Herr. erbarme dich.
Jesus Christus, König der Welt,
dein Thron ist das Kreuz
Herr, erbarme dich.
Jesus Christus, König der Welt,
dein Zepter ist die Liebe Gottes.
Herr, erbarme dich.
Jesus Christus, König der Welt,
dein Reich kennt keine Grenzen.
Christus, erbarme dich.
Der gute Gott erbarme sich unser,
er nehme von uns Schuld und Sünde
und führe uns sein Königreich des ewigen Friedens.
Herr Jesus Christus,
die Liebe zu uns Menschen hat dich auf die Erde geführt.
Herr, erbarme dich.
Du bist der Liebe treu geblieben bis in den Tod.
Christus, erbarme dich.
Dich nachzuahmen, dazu rufst du uns auf.
Herr, erbarme dich.
Die Menschen wollten und wollen Jesus zu einem König machen, weil er Wunder vollbringt, Brot vermehren oder Wasser in Wein verwandeln kann. Jesus war und ist aber ein ganz anderer König, einer, dem Macht, Reichtum oder Schönheit nicht am Herzen liegen und einer, der auch keine Krone möchte.
Jesus Christus, du benötigst keine Diener und verzichtest auf einen Hofstaat. Du verlangst keinen Zehent oder abgaben, Rechnest Schuld nicht auf, sondern vergibst den Menschen ihre Sünden.
Herr, erbarme dich.
Jesus Christus, du lebst nicht abgeschieden in einem Schloss, du lebst mitten unter uns Menschen. Dein Schatz, den du mit uns teilst sind die Liebe und die Barmherzigkeit.
Christus, erbarme dich.
Jesus Christus, du bist kein König, der eine Armee benötigt, um bewacht zu werden und der von uns Steuern und Abgaben verlangt. In deine Großzügigkeit und mit deiner Gnade bewachst und sorgst du für uns Menschen.
Herr, erbarme dich.
Herr und König Jesus Christus,
du bist vor aller Schöpfung,
in dir hat alles Bestand.
Herr, erbarme dich.
Herr und König Jesus Christus,
du rufst uns, dir zu folgen.
Christus, erbarme dich.
Herr und König Jesus Christus,
denk an uns,
wenn du in deiner Macht als König kommst.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast deinem geliebten Sohn
alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden
und ihn zum Haupt der neuen Schöpfung gemacht.
Befreie alle Geschöpfe von der Macht des Bösen
damit sie allein dir dienen
und dich in Ewigkeit rühmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
MB Christkönigsonntag
Jesus,
wir feiern dich als unseren König.
In vielen Ländern gibt es Königshäuser mit Reichtum und Ehren.
Du bist ein König, zu dem wir aufschauen.
Du bist ein König, der uns führt und leitet,
durch dein Wort, durch dein Leben.
Du bist ein König, zu dem wir aufschauen können.
Erfülle unsere Herzen. – Amen.
Gütiger Gott, dein Sohn hat gezeigt,
wie deine Herrschaft geht:
mit Demut, in Echtheit und Zuneigung.
Steh uns bei und hilf uns,
dass wir uns als Christinnen und Christen
an ihm ein Beispiel nehmen
und diesem Vorbild auf den Wegen unseres Lebens folgen können.
So bitten wir durch ihn: Christus,
den wahren König dieser Welt,
unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Herr Jesus Christus,
du herrschst als König über alle Welt.
Wir bitten dich:
Liedruf nach jeder Fürbitten:
Herr, du bist König über alle Welt.
(GL 52,1)
Lass alle Regierenden ihre Verantwortung für ihre Länder spüren und stärke ihre Demut.
Gib allen Menschen neu den Sinn für Gerechtigkeit und Frieden.
Erfülle deine Kirche neu mit Mut zum Dienen.
Schenke Umkehr allen, die den Glauben verspotten und sich deiner Botschaft der Liebe verschließen.
Sei nahe allen, die Unrecht erleiden und Opfer von Gewalt werden.
Lass unsere Verstorbenen heute mit dir im Paradies sein.
Dich loben und preisen wir, jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Die Herrschaft Gottes unter den Menschen ist gewaltlos und lebt aus der Liebe. Unser Leben soll Abbild dieses Reiches sein. Oft sehen wir uns davon weit entfernt.
Wir bitten dich, guter Gott:
Menschen erleben statt Ruhe, Gerechtigkeit und Frieden Zukunftsangst, Ausbeutung und Verfolgung.
Wir beten für alle, denen Leben in Fülle verwehrt ist, um neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten.
Menschen erleben statt Freiheit in Kopf und Herz Ängste, Depressionen und jegliche Arten von Krankheit.
Wir beten für alle, denen Gottes Heil nicht zur Erfahrung wird, um Zuwendung und Unterstützung.
Menschen erleben statt Ordnung und Perspektiven in ihrem Leben, wie alte Werte und Ideen nicht mehr gelten.
Wir beten für alle, die angesichts neuer Entwicklungen in dieser Welt ihr Leben neu ausrichten müssen und sich damit schwer tun, um Mut und Zuversicht.
Menschen erleben in Sterben und Tod statt Erlösung und Befreiung Schmerz und Leid.
Wir beten für all jene, die dem Ende ihres Lebens entgegengehen oder die Schwelle des Todes überquert haben, um einen guten Tod und Aufnahme in deine Herrlichkeit.
Guter Gott,
dein Sohn hat am Kreuz eine neue Herrschaft der Liebe zueinander, des Verständnisses untereinander und des guten Lebens miteinander ausgerufen.
Sei du mit uns und steh uns bei auf dem Weg dahin
durch ihn, Christus, unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Freiheit ist uns wichtig. Sie ist auch die Basis jeder echten Beziehung. Nur in Freiheit können wir Christus als unseren Erlöser und König anerkennen.
Zu ihm lasst uns beten:
Für den synodalen Prozess, der derzeit weltweit im spirituellen Dialog miteinander in deiner Kirche stattfindet.
Für eine Welt, in der es den politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen oft nur um eigene Macht, Prunk und Erfolge geht.
Für alle Menschen, die sich von falschen Ideologien und Heilsversprechen beherrschen lassen.
Für alle, die sich in ihrem persönlichen Leid an dir, dem scheinbar am Kreuz Gescheiterten, aufrichten und an deine Botschaft vom Reich Gottes glauben können.
Für unsere Verstorbenen, für die wir dich um Teilhabe an deiner göttlichen Herrlichkeit bitten.
Denn du bist zu uns Menschen gekommen, hast unser Leben geteilt und uns durch deine Erlösungstat zur wahren Freiheit der Kinder Gottes geführt.
Dir gilt unser Lobpreis und Dank jetzt und allezeit. - Amen.
Lasst uns zu Christus beten!
Für alle Menschen, die das Evangelium verkünden, Verantwortung für Gemeinden tragen und dein Reich verkünden.
Für alle Menschen, die in Politik und Wirtschaft Verantwortung tragen, denen Frieden ein Anliegen ist und die sich für Gerechtigkeit und Solidarität in der Welt einsetzen.
Für alle Menschen, die im Leben auf „der Strecke geblieben“ sind, sich allein und verlassen fühlen, leiden und keinen Ausweg sehen.
Für alle Menschen, die sich für den Nächsten einsetzen und sie mit Wort und Tat bei der Bewältigung der alltäglichen Herausforderungen unterstützen.
Für alle Menschen, die das Gefühl haben oder wirklich in ihrem Leben versagt haben und in dieser Situation nicht die Hoffnung auf einen Gott haben, der mit ihnen ist und hilft.
Für alle Menschen, die nicht das Glück haben, die mitunter wichtigsten Elemente des Lebens ausreichend zur Verfügung zu haben: Gesundheit und Liebe zur Familie oder Liebe in einer Beziehung.
Für alle Menschen, die uns im Vertrauen auf deine Barmherzigkeit zu dir vorausgegangen sind.
Dir sei Lob und Dank in Zeit und Ewigkeit. – Amen.
Herr Jesus Christus,
du nimmst dich wie damals auch heute der Not der Menschen an.
Wir bitten dich:
Erbarme dich aller Leidenden und Verwundeten, der Verzagten und durch Ängste Bedrückten.
Christus, höre uns…
Stärke uns in unserem Bemühen und Ringen um die Liebe.
Christus, höre uns…
Führe zur Einsicht für ihr falsches Verhalten alle, die mit Spott, Macht oder List andere bedrängen.
Christus, höre uns…
Richte auf, die sich in der Liebe zu ihren Nächsten verausgabt haben und neuer Kraft bedürfen.
Christus, höre uns…
Schenke Erfolg allen, die in der Welt, in Wirtschaft und Gesellschaft, in Religionsgemeinschaften und unserer Kirche besondere Verantwortung tragen.
Christus, höre uns…
Nimm alle Verstorbenen auf in die Gemeinschaft mit dir.
Christus, höre uns…
Herr Jesus Christus, König der Herrlichkeit,
Beistand und Helfer der Menschen,
wir bekennen, dass du unser Herr und König bist,
und danken dir für deine Hilfe. – Amen.
Jesus Christus, Anfang und Ende, am Kreuz gestorben und auferstanden, hat Gottes Reich für uns geöffnet.
Durch ihn lasst uns den Vater bitten:
Hilf deiner Kirche, Mittler zu sein zwischen den zerstörerischen Kräften einer auf sich selbst bezogenen Welt und deiner Einladung zu einem Leben in Fülle für deine ganze Schöpfung.
Hilf allen Opfern der derzeitigen Naturkatastrophen in Folge der klimatischen Veränderungen in den USA, in Asien, in Australien und den südlichen Regionen unseres Kontinents.
Hilf jenen, die selbst nicht die Macht besitzen, ihre berechtigten Forderungen in der Gesellschaft durchzusetzen, und erfülle ihre Hoffnung auf die ihnen geschuldete Solidarität von uns allen.
Hilf uns selbst, die eigenen Vorstellungen von einem gelingenden, guten Leben zu überdenken und schenke uns deinen Geist der Unterscheidung.
Hilf allen, die andere in ihrer Trauer begleiten und schenke unseren Verstorbenen Anteil an deinem Reich.
Denn durch Christus sind wir erlöst und ist uns die Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes geschenkt. Mit deiner ganzen Schöpfung preisen wir dich, den Vater, durch Jesus Christus, unseren Herrn und König, im Heiligen Geist. - Amen.
Herr unser Gott,
wir bringen das Opfer deines Sohnes dar,
das die Menschheit mit dir versöhnt.
Er, der für uns gestorben ist,
schenke allen Völkern Einheit und Frieden,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Christkönigsonntag
Jesus,
wir sind eingeladen zu deinem Mahl.
Es ist ein königliches Mahl.
Brot und Wein zeigen: du bist da.
Dein Mahl macht uns Mut.
Dein Mahl schenkt uns Trost und Hoffnung.
Dein Mahl schenkt uns Freude.
Du bist da, du unser König.
Du lädst uns ein zum königlichen Mahl. - Amen.
Barmherziger Gott
bevor dein Sohn sterbend am Kreuz
die Arme ausgebreitet hat,
hat er ein Gedächtnismahl gestiftet
und den Menschen geboten,
so zu allen Zeiten seine Gegenwart zu feiern.
Dankbar für seine Erlösungstat
haben wir uns um diesen Tisch versammelt.
Sei du nun in unserer Mitte,
die ein Vorgeschmack deines kommenden Reiches ist.
So bitten wir durch Christus,
den wahren König dieser Welt. – Amen.
Gott,
nimm Brot und Wein an
als die Zeichen des Lebens und der Hoffnung.
Wie dein Sohn den Menschen Liebe geschenkt hat,
so schenke nun diesen Gaben Segen
dass sie in der Liebe deines Sohnes
zu seinem Leib und seinem Blut werden.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn. Amen!
(für Wortgottesdienstfeiern ohne Priester):
Als Lobpreis bietet sich der Gesang aus Kolosserbrief 1,12-20 (2. Lesung), GL 633,8-9 an.
Kehrvers: Dankt dem Vater mit Freude, er schenkt uns seinen Sohn.
Gott und Vater, wir haben Grund dir zu danken,
denn du hast uns deinen Sohn geschenkt.
Er hat uns würdig gemacht,
das Erbe der Heiligen zu empfangen, die im Lichte sind.
Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen
und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes.
Kehrvers
Durch ihn haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden.
Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes,
der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.
Kehrvers
Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden,
das Sichtbare und das Unsichtbare,
Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten,
alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen.
Kehrvers
Er ist vor aller Schöpfung, alles hat in ihm Bestand.
Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche.
Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten;
so hat er in allem den Vorrang.
Kehrvers
Denn Gott wollte in seiner ganzen Fülle in ihm wohnen
um durch ihn alles zu versöhnen.
Er wollte alles auf Erden und im Himmel zu Christus führen,
der Frieden gestiftet hat durch das Blut seines Kreuzes.
Für all das danken wir dir.
Wir stimmen ein in den Lobgesang der ganzen Schöpfung
und singen mit allen Engeln und Heiligen:
Danklied, z. B. GL 380 (Großer Gott, wir loben dich), Strophen 5 bis 7.
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken.
Du hast deinen eingeborenen Sohn,
unseren Herrn Jesus Christus,
mit dem Öl der Freude gesalbt
zum ewigen Priester und zum König
der ganzen Schöpfung.
Als makelloses Lamm und
friedenstiftendes Opfer hat er sich
dargebracht auf dem Altar des Kreuzes,
um das Werk der Erlösung zu vollziehen.
Wenn einst die ganze Schöpfung
seiner Herrschaft unterworfen ist,
wird er dir, seinem Vater, das ewige,
alles umfassende Reich übergeben:
das Reich der Wahrheit und des Lebens,
das Reich der Heiligkeit und der Gnade,
das Reich der Gerechtigkeit,
der Liebe und des Friedens.
Durch ihn rühmen dich Himmel und Erde,
Engel und Menschen und
singen das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Christkönig
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dich allmächtiger Gott und Vater,
zu loben und dir zu danken,
durch Jesus Christus, unseren Herrn und König.
Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes,
der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.
Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen
und Frieden gestiftet am Kreuz durch sein Blut.
Durch ihn haben wir die Erlösung;
die Vergebung der Sünden.
Er wird wiederkommen in Herrlichkeit
und die Schöpfung vollenden.
Darum preisen dich Himmel und Erde,
Engel und Menschen,
darum singen auch wir vereint mit ihnen
zum Lobe deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
Jesus, denk an uns,
wenn du in deiner Macht als König kommst!
(vgl. Lk 23,42)
Oder:
Dem König der Ewigkeit, dem unvergänglichen, unsichtbaren, einzigen Gott,
sei Ehre und Herrlichkeit in alle Ewigkeit!
(1 Tim 1,17)
Oder:
Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn.
Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe!
(Lk 19,38)
Oder:
Christus Sieger, Christus König
Christus - Herr in Ewigkeit.
Lass uns an allen Tagen
ohne Ende
Lob und Preis dir sagen
du König und Herrscher
uns liebevoll zugetan
Du zeigst uns den Weg
du führst uns durchs Leben
du bist unser Ziel
du leuchtest voran
Hilf uns zu glauben
lehr uns zu hoffen
stärk unsere Liebe
schenke uns Frieden
Zu dir wollen wir finden
bei dir wollen wir bleiben
sei unser Hirte
führ uns zum Licht
Lass uns an allen Tagen
ohne Ende
Lob und Preis dir sagen
du König und Herrscher
uns liebevoll zugetan
Allmächtiger Gott,
du hast uns berufen,
Christus, dem König der ganzen Schöpfung, zu dienen.
Stärke uns durch diese Speise,
die uns Unsterblichkeit verheißt,
damit wir Anteil erhalten
an seiner Herrschaft und am ewigen Leben.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB Christkönigsonntag
Jesus,
dein Reich hat keine Grenzen.
Wir wollen leben in deinem Reich.
In deinem Reich gilt das Gesetz der Liebe.
Lass uns deine Liebe weitertragen,
zu allen, die wir mögen,
zu allen, mit denen wir uns schwertun.
Wir wollen leben in deinem Reich
und unser Leben, unser Denken, unser Reden und unser Tun
nach dir, unserem König, ausrichten. - Amen.
Gott, Vater im Himmel
an diesem Festtag bekennen und feiern wir,
dass dein Sohn ein Reich des Friedens
und der gegenseitigen Achtung errichtet hat.
Uns hat er eingeladen und dazu berufen,
Zeuginnen und Zeugen dieses Reiches
mitten in dieser Welt zu sein.
Begleite uns auf diesem Weg und segne unser Tun.
So bitten wir durch, Christus unseren Bruder Herrn. – Amen.
Guter Gott,
durch das Beispiel deines Sohnes Jesus Christus,
hast du uns gezeigt, wo die wahren Werte liegen,
die dein Königtum ausmachen:
in der Zuwendung zu allen Menschen,
besonders zu den Benachteiligten, Unterdrückten und Gebeugten;
damit alle die Würde empfangen,
die du ihnen vom Anbeginn zugedacht hast.
Schenke uns für die vor uns liegende Woche Achtsamkeit
und Kraft, seinem Beispiel zu folgen.
Darum bitten wir mit ihm, Jesus Christus, unserem Bruder und Herrn. – Amen.
Ich bete an die Macht der Liebe,
die sich in Jesus offenbart.
Ich geb mich hin dem freien Triebe,
womit ich Wurm geliebet ward.
Ich will, anstatt an mich zu denken,
ins Meer der Liebe mich versenken.
Wie bist Du mir so zart gewogen,
wie sehnet sich Dein Herz nach mir!
Durch Liebe sanft und tief gezogen,
neigt sich mein Alles auch zu Dir.
O traute Liebe, Du mein Leben,
hast Dich für mich ganz hingegeben.
Ich fühl's, Du bist's, Dich muss ich haben,
ich fühl's, ich muss für Dich nur sein.
Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben,
mein Ruhort ist in Dir allein.
Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen,
drum folg ich Deinen sel'gen Zügen.
O Jesu, dass Dein Name bliebe
im Grunde tief gedrücket ein!
Möcht Deine süße Jesusliebe
in Herz und Sinn gepräget sein!
Im Wort, im Werk, in allem Wesen
sei Jesus und sonst nichts zu lesen.
König ist der Herr, alle Macht hat er...
Liedtext nach Psalm 99 aus dem Gotteslob 1975, Nr. 275
Text: Maria Luise Thurmaier (1971)
Wenn dein Leben mies ist
– und du wendest dich zu Jesus, dann sagt er auch dir:
Heute noch wirst du mit mir ins Paradies kommen.
Wenn dein Leben scheitert
– und du wendest dich zu Jesus, dann sagt er auch dir:
Heute noch wirst du mit mir ins Paradies kommen.
Wenn alles dir sinnlos erscheint
und du wendest dich zu Jesus, dann sagt er auch dir:
Heute noch wirst du mit mir ins Paradies kommen.
Wenn du ohne sichtbaren Erfolg bist
und du wendest dich zu Jesus, dann sagt er auch dir:
Heute noch wirst du mit mir ins Paradies kommen.
Wenn deine Ehe in die Brüche geht
und du wendest dich zu Jesus, dann sagt er auch dir:
Heute noch wirst du mit mir ins Paradies kommen.
Wenn du große Fehler gemacht hast
und du wendest dich zu Jesus, dann sagt er auch dir:
Heute noch wirst du mit mir ins Paradies kommen.
Wenn dich Menschen ablehnen
und du wendest dich zu Jesus, dann sagt er auch dir:
Heute noch wirst du mit mir ins Paradies kommen-
Jesus denkt an dich. Heute – im Hier und Jetzt – schenkt Jesus Gottes Heil.
© Pater Jörg Thiemann
Unser Missionsgebiet ist ein Stück vom Reiche Christ und das hat keine Grenzen
(Abt Franz Pfanner, Gründer von Mariannhill).
Das Reich Christi hat keine Grenzen
Keine Grenzen, an denen man einen Pass zeigen müsste, weil Gott jeden Menschen kennt und liebt...
Keine Grenzen, die mit roher Gewalt verteidigt werden müssten, weil es ein Reich des Friedens ist...
Keine Grenzen, in denen Menschen eine Aufenthaltserlaubnis erwerben müssten.
Alle Menschen sind willkommen,
die schuldig geworden sind, besonders...
Die Armen besonders, denn sie bauen eher auf Gott allein, erwarten alles von Gottes Liebe.
Die Ausgegrenzten besonders, denn Jesus nimmt alle an, ganz gleich, welcher Hautfarbe, welcher Religion, ob sie queer sind.
Ganz gleich, ob sie auch die Regeln der Religion genauestens einhalten oder manches anders machen.
Ich bin willkommen, so wie ich bin, mit allem Guten und Bösen in mir.
Du bist willkommen, so wie du bist, mit allem Guten und Bösen in Dir...
Weil Jesus in diesem Reich König ist, will ich gerne leben in diesem Reich.
Ich nehme Jesus an, als meinen König,
Und dieses Reich kann ich erleben, hier und jetzt, wo immer ich auch bin.
© Pater Jörg Thiemann
Wahre Größe
große Stärke
und ein WOFÜR
halten Spott und Verachtung
stand
Wie viele
Menschenrechtskämpfer:innen
sitzen hinter Gittern
zu Unrecht
für ihr Recht
und für das Millionen anderer
Jesus
der Gott-Mensch
hat sich nicht
nobel und feig
aus dem Staub gemacht
ER hängt
mit ALLEN
zerbrochenen Lebensträumen
an IHREM KREUZ
ihre Würde schützend
Selbst ein Übeltäter
hat er Einsicht
hat noch gute Aussichten
von einem Verachteten
gerettet zu werden
du bist nicht der Märchenprinz
stehend auf einem Sockel
umschwärmt
weil weltlicher Glanz
und weltliche Macht
dich umgibt
ein Glanz
der unsere eigene Begehrlichkeit
nach Glanz
zumindest für kurze Zeit
erfüllen soll
NEIN
du bist
CHRISTKÖNIG
und
deine Königswürde
gilt dem Blick in eine andere Welt
eine Welt
der Berührbarkeit
des sich Berühren-lassens
und
der An-rührung
des Wahrnehmens
und
Handelns
an deinem Volk
aus
Bettlern und Lahmen
aus
Kranken und Aussätzigen
aus
Suchenden und Gescheiterten
und
so wirst du der
CHRISTKÖNIG
der Ersehnte
für alle
die sich vom Funken
deiner liebenden
und
heilbringenden Nähe
berühren lassen
damit ihnen die Hoffnung
nicht ausgeht
und
DU sendest uns
diesen Funken weiterzutragen
damit dein Königreich
Bestand hat
für alle Zeit
Beatrix Senft 2022.
Praktisch erledigt
fertig gemacht
fest genagelt
auf Worte
Ja
Ich bin ein König
der anderen ART
Mit geschundenem Leibe
fixiert
am Kruzifix
Jedoch der Geist
ist frei
das Herz offen
für dich
Heute noch
sage ich
‚Jesus
denk an mich
wenn du
in dein Reich kommst‘
Die LIEBE siegt
durch allen Schmerz
und Irrtum
hindurch
DU Jesus – Retter
unglaublich
stark
Christus hat keine Hände – nur unsere Hände, um heute etwas zu tun.
Er hat keine Füße – nur unsere Füße, um zu jemandem hinzugehen.
Er hat keine Lippen – nur unsere Lippen, um Menschen etwas zu sagen.
Er hat keine Hilfe – nur unsere Hilfe, um auf die Seite eines Hilflosen zu treten.
Text aus dem 14. Jahrhundert, unbekannte/r Verfasser/in
Alle Jahre frage ich mich wieder, ob es wirklich hilfreich ist, in einer demokratischen Gesellschaft Christus als Monarchen zu feiern Gibt es keine besseren Bilder, um seine alles überragende, aber auch versöhnende Macht auszudrücken.
(anonymes Posting in einem theologischen Forum)
In einer Zeit,
in der man allen möglichen Herren nachrennt,
ist der gekreuzigte Christus
nicht besonders populär.
Genau ER
steht aber im Mittelpunkt dieses Festes:
Ein König,
der dem Verlorenen nachgeht
wie im Gleichnis vom verlorenen Schaf
und der verlorenen Drachme. (Lk 15,1-10)
Ein König,
der seine prunkvollen Gewänder
freiwillig
gegen das Gewand der Armut,
Krankheit und Gefangenschaft
eintauscht. (Mt 25,31-46)
Der große Gott
kämpft um jeden einzelnen verlorenen Menschen,
mit all seiner Kraft,
mit ungeteilter Aufmerksamkeit,
unermüdlich.
Als ginge es um SEIN Leben.
Dass er herabsteigt
vom Thron zu den kleinen Leuten,
DAS macht ihn groß!!
https://www.spurensuche.info/wp-spurensuche/portfolio/christkonigssonntag/
Gott, du bist unsere Zuflucht, immer wieder.
Von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du da.
Tausend Jahre sind für dich wie ein Tag.
Unser Leben gleicht dem Grashalm,
der am Morgen grünt und erblüht
und am Abend verwelkt.
Wende dich uns zu!
Lehre uns zu bedenken, dass wir einmal sterben müssen,
auf dass wir klug werden.
(nach Psalm 90)
Wir können angesichts des Todes nicht in fatalistischer Weise sprechen: Gott will es. Wir müssen das andere hinzusetzen: Gott will es nicht. Der Tod zeigt an, dass die Welt nicht so ist, wie sie sein sollte, sondern dass sie der Erlösung bedarf.
Christus allein ist die Überwindung des Todes. Hier kommt das „Gott will es“ und „Gott will es nicht“ zur schärfsten Zuspitzung und zum Austrag. Gott willigt ein in das, was Gott nicht will, und von nun an muss der Tod dennoch Gott dienen.
Allein in Kreuz und Auferstehung Jesu Christi ist der Tod in Gottes Gewalt gekommen, muss er den Zielen Gottes dienen. Nicht eine fatalistische Ergebung, sondern der lebendige Glaube an den für uns gestorbenen und auferstandenen Jesus Christus vermag ernstlich mit dem Tode fertigzuwerden.
Dietrich Bonhoeffer (1906–1945) aus: „Bruder Tod“
Was ist armseliger für Gott als die Knechtsgestalt? Was ist niedriger für den König der Welt, als die Niedrigkeit unserer Natur zu teilen? Der König der Könige und der Herr der Herren, der das Weltall umfängt, wird dem irdischen Fürsten zinspflichtig. Sehet da, das Vollmaß der Demut: Das Leben verkostet den Tod, der Richter wird vor den Richterstuhl geschleppt. Der Herr, durch den alle leben, unterwirft sich dem Todesurteil des Richters. Nach diesem Beispiel mahnt der Apostel, richte sich das Maß deiner Demut.
Gregor von Nyssa (gestorben 394) aus: „Bibliothek der Kirchenväter“
lässt sich nicht festnageln
nicht umbringen
als Messias
ersehnt
erwartet
erkannt
verkannt
verachtet
um’s Leben gebracht
Jesus und der Verbrecher
auf Augenhöhe
Am Kreuz
erniedrigt
und
erhöht
Entwürdigt
Aufrecht
In königlicher Würde
Würde ich
einen anderen Weg
wählen?
Eine existentielle Frage
nicht nur
in Zeiten wie diesen …
Ein wichtiges Thema aller neutestamentlichen Leidensgeschichten ist der Königstitel, der über dem Kreuz geschrieben steht. Der titulus ist zwar rechtshistorisch nicht zweifelsfrei gesichert, aber wegen der Breite der neutestamentlichen Überlieferung wahrscheinlich. Sie ist mit dem Königstitel auch auf den kritischen Punkt des Pilatusprozesses in allen neutestamentlichen Überlieferungen bezogen.
Die Inschrift ist aber in allen Evangelien ein Bekenntnis sub contrario.
„König“ ist ein Messiastitel. Dass der Messias seinen Weg, die Königsherrschaft Gottes zu verkünden, am Kreuz vollendet, ist ein Strukturprinzip auch der synoptischen Evangelien. Die Verhöhnung dient der Verkündigung, die Abschreckung begründet eine eigentümliche Anziehung. Die rechtfertigt nicht die Kreuzigung, sondern den Gekreuzigten – als den, der die Mörder erlöst.
Thomas Söding, Der König am Kreuz. Die Passionsgeschichten der Evangelien. Neutestamentliche Vorlesung im Wintersemester 2014/15.
König ist in den Märchen ein Bild für den Menschen, der alle seine Seelenkräfte integriert. Es sind immer drei Königssöhne, die ausziehen, um dem kranken Vater zu helfen. Und gerade der jüngste bringt dem Vater das Heilmittel, das ihn wieder gesund werden läßt. Die drei Söhne stehen für die drei Bereiche im Menschen, für Geist, Seele und Leib, für Verstand, Emotion und Trieb, für Kopf, Herz und Bauch. Die beiden ältesten Söhne scheitern oft auf ihrem Weg, weil sie nicht behutsam mit den helfenden Tieren umgehen, die ihnen begegnen. Sie landen im Wirtshaus. Sie gehen auf im Genießen ihrer hohen Stellung, ohne den Weg der Selbstwerdung zu gehen. So zeigen die Märchen, wie gefährdet der Mann auf seinem Weg der Selbstwerdung ist. Um König zu werden, muß ich alles, was in mir ist, annehmen und mich damit aussöhnen, gerade auch mit der tierhaften Seite, mit dem Unansehnlichen und Wilden in mir. Der König gibt schließlich seine Macht an seinen Sohn. Und er segnet ihn. Das gehört auch zum Wesen des Königs, daß er andere segnet. Viele junge Männer sehnen sich danach, von einem älteren Mann, von einem König, gesegnet zu werden.
Für den griechischen Philosophen Platon ist der König nicht nur derjenige, der ein Land beherrscht, sondern auch einer, der die Höhen und Tiefen des Menschseins kennt. In diesem griechischen Sinn hat Lukas Jesus als König beschrieben, der gerade am Kreuz der wahre König ist. Da durchmißt er alle Höhen und Tiefen dieser Welt. Anders versteht das Johannesevangelium das Königtum Jesu. Jesu Königtum ist nicht von dieser Welt. Es ist eine innere Wirklichkeit, zu der die äußere Welt keinen Zutritt hat und die niemand ihm zu rauben vermag. In Jesus ist eine königliche Würde, über die kein Mensch Macht hat. Und was Jesus von sich sagt, das dürfen wir auch von uns selbst sagen: »Mein Königtum ist nicht von dieser Welt.« Ich habe Männer öfter mit diesem Satz eine zeitlang gehen lassen. Ich habe ihnen geraten, sich einen Stein auf den Kopf zu legen, der sie zwingen soll, aufrecht zu gehen. Und dann sollen sie diesen Satz in alle Situationen ihres Lebens hineinsprechen, gerade in Situationen von Schwäche, von Kleingemachtwerden, von Enttäuschung und Verletzung. Dann erahnen sie, daß da etwas in ihnen ist, was nicht zerstört werden kann. Das Königliche in ihnen stammt von Gott. Es ist nicht von dieser Welt. Und daher hat die Welt auch keinen Zugriff darauf. Das macht frei. Mit diesem Satz komme ich in Berührung mit dem inneren Raum in mir, in dem Gott herrscht. Dort hat die Herrschaft der Menschen keinen Zutritt. Dort haben auch die selbstentwertenden Stimmen des Über-Ichs keine Macht über mich.
Alle Christen sind in der Taufe zum König gesalbt worden. Der Archetyp des Königs gehört also wesentlich zum christlichen Mann. König sein heißt, daß ich mich nicht kleiner mache, als ich bin, sondern daß ich um meine göttliche Würde weiß, daß ich mich auf den Weg zur inneren Freiheit mache, und daß ich Verantwortung für das Land übernehme, das Gott mir anvertraut hat. Das ist für uns meistens kein äußeres Land, sondern eine Familie, eine Firma, eine Gruppe. Das ist aber auch das Land der eigenen Seele mit seinen Höhen und Tiefen, mit seinen Bergen und Tälern. König ist nur der, der aufhört, andere für seine Situation verantwortlich zu machen, und sein Leben selbst in die Hand nimmt.
Aus: Anselm Grün, Kämpfen und lieben. Wie Männer zu sich selbst finden. Vier Türme Verlag, Münsterschwarzach 2003.
Könige sind in Europa längst nicht mehr an den Schalthebeln der Macht. Königsfamilien sind auch nicht besser als andere Familien. Am heutigen Sonntag geht es ohnehin nicht um Kronen und Juwelen oder um Klatsch und Skandalgeschichten. Am Ende des Kirchenjahres wird radikal die Frage gestellt, wer oder welche Macht real regiert, von wem wir uns führen oder verfuhren lassen.
Es gibt Herren, die ihre Untergebenen unterjochen und nur glauben, groß zu sein, wenn sie andere möglichst klein machen. Es gab und gibt Führer, die Millionen von Menschen in den Tod reißen. Wenn sie selber nicht mehr herrschen und leben, dürfen andere auch nicht mehr sein. Die Könige, Führer und Mächtigen sind heute nicht mehr so klar zu benennen. Da gibt es herrschende Meinungen und Vorurteile, die ungeprüft übernommen werden. Welchen Moden gehe ich auf den Leim? Auf welcher Welle schwimme ich mit? Verblendungen und Abhängigkeiten werden als die große Freiheit verkauft. Oberflächliche Visionen vom Leben enden im Kater, in Lähmung und Ermüdung, auch in der Entsolidarisierung.
Wenn ich schwach bin, bin ich stark
Jesus ist ein anderer König. Er ist der gute Hirt, der gekommen ist, damit wir Leben in Fülle haben. Der König am Kreuz gibt auch den Zerschlagenen, Vergessenen und Opfern Hoffnung. Sein Reich, die Königsherrschaft Gottes, schenkt leibliche und psychische Gesundheit, richtet Gebeugte auf, eröffnet Beziehung, schenkt Freiräume des Lebens in Sackgassen der Schuld. Gottes Wille ist das Heil und die Rettung der Menschen. Diese Herrschaft ist ganz und gar nicht triumphalistisch. Es beginnt im Verborgenen und im Kleinen.
Im Evangelium von Christkönig hören wir ein Schlüsselwort Jesu, eines, das für seine Sprache wichtig ist, um das seine Gleichnisse kreisen, das die Handlungen symbolisieren, das er letztlich in seiner Person ist: Es ist das Wort vom Reich Gottes.
Vermutlich tun wir uns mit diesem Wort gar nicht so leicht: Es ist ja schließlich oft genug auch verraten und missbraucht worden. Manchen steckt noch das Dritte Reich in den Knochen, da wollen sie nicht gleich wieder ein Reich haben. Es hat in der Geschichte genug Utopien gegeben, die sich auf Gott, die Vorsehung berufen haben und dann eine lange Blutspur hinterlassen haben. Das Reich Gottes mit einem konkret geographisch bestimmten Land, mit politischen Größen zu identifizieren, das fällt uns wahrscheinlich nicht so schnell ein. Eher schon verbreitet ist die Vorstellung, dass Gott oder das Göttliche in uns ist, ja, dass unser Inneres selbst das Göttliche ist. Verbunden ist die Suche nach esoterischen Vorstellungen mit einem Misstrauen gegenüber der Sprache, den anderen, der Leiblichkeit.
Was ist denn mit dem Reich Gottes gemeint? Es geht zum einen um eine Herrschafts- und Machtfrage. Das Reich Gottes ist ein Bild für das erste Gebot, dafür, dass Gott der Herr ist und dass es keinen anderen gibt. So stellt die Botschaft Jesu vom Reich Gottes vor die Entscheidung zwischen Leben und Tod, zwischen Gott und Götze. Es wäre fatal, wenn Leben und Tod zu einer Frage des Durchsetzungsvermögens, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit zu einer Frage des bloßen Standpunktes, Egoismus oder Solidarität zu einer Frage der Werbestrategie, Liebe oder Hass zu einer Frage der Hormone, Wahrheit oder Lüge zu einer Frage der besseren Taktik, Friede oder Krieg zu einer Frage der Konjunktur verkämen.
Wer ist denn der wirkliche Regent, der König und Herr unseres Lebens, wer sitzt denn an den Schalthebeln der Macht, der Meinung und Gestaltung? - Woran dein Herz hängt, das ist dein Gott oder dein Götze, dein „Abgott“, wie Martin Luther sagt. In den menschlichen Grundtrieben, Grundängsten, Ursehnsüchten und Basiswünschen brechen egoistische Zerrformen und Perversionen ein. So pervertiert das Besitzstreben die Wirtschaftswelt, das Machtstreben die politische Landschaft und das Genussstreben das gesellschaftliche Leben. Die Profit-, Karriere- und Konsumgesellschaft verliert selbstverliebt allen Transzendenz- und Gottesbezug.
Das Reich Gottes als Machtfrage entlarvt aber auch andere Atmosphären, Besetztheiten und Süchte. Was ist denn so das Grundlebensgefühl? Was dominiert denn so die Gedanken und Meinungen, welchen Träumen und Phantasien gehen wir denn so nach? Auch da die Frage: Wer ist an den Schalthebeln der Macht? Wen lassen wir das entscheidende Wort sagen? Wem sind wir ausgeliefert?
Vor die Entscheidung gestellt
Wenn Gott die Macht hat, dann sind Missverständnisse auszuschließen. Bei Macht denken wir nicht selten an Herr-Knecht-Verhältnisse und übertragen Vorstellungen von menschlicher Herrschaft einfach auf Gott, der dann ein ehrsüchtiger orientalischer Despot ist, der ständig seine Huldigungen braucht. Gott ist aber nicht neidig, so dass er sich freuen würde, wenn es anderen schlecht geht, oder er traurig wäre über das Gelingen anderer.
Gottes Ehre ist der lebendige Mensch, Gottes Herrschaft ist (auch) gelingendes Leben. Die Macht Gottes engt nicht ein, sie schafft Raum für eine neue, bleibende Gerechtigkeit. Das Böse, und das ist entscheidend, das Dämonische und Kaputtmachende wird von innen angenommen und überwunden.
Beide Linien, die Machtfrage und die Frage nach der Gerechtigkeit, bedeuten eine Umkehrung der Größenverhältnisse. Denn typisch für Jesus ist die Bevorzugung der Kinder und der Kleinen.
Der Christkönigssonntag stellt vor die Entscheidung zwischen Leben und Tod, zwischen Gott und Götze. Und so gilt das Obengesagte einmal mehr: Dass es fatal wäre, wenn Leben und Tod zu einer Frage des Durchsetzungsvermögens, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit zu einer Frage des bloßen Standpunktes, Egoismus oder Solidarität zu einer Frage der Werbestrategie, Liebe oder Hass zu einer Frage der Hormone, Wahrheit oder Lüge zu einer Frage der besseren Taktik, Friede oder Krieg zu einer Frage der Konjunktur verkämen.
Jesus, der König, zeichnet das Hoheitszeichen seiner königlichen Würde auf die Stirn eines jeden Menschen. Seitdem er Mensch geworden ist, ist es uns versagt, vom Menschen, auch vom geringsten, schlecht zu denken. Wir würden von Gott selbst schlecht denken.
Aus: Manfred Scheuer, Und eine Spur von Ewigkeit. Ein geistlicher Begleiter durch das Jahr. Herder Verlag, Freiburg Basel, Wien 2006.
1. Jesus Christus herrscht als König,
alles wird ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß.
Aller Zunge soll bekennen,
Jesus sei der Herr zu nennen,
dem man Ehre geben muß.
2. Fürstentümer und Gewalten,
Mächte, die die Thronwacht halten,
geben ihm die Herrlichkeit;
alle Herrschaft dort im Himmel,
hier im irdischen Getümmel
ist zu seinem Dienst bereit.
3. Gott ist Herr, der Herr ist Einer,
und demselben gleichet keiner,
nur der Sohn, der ist ihm gleich;
dessen Stuhl ist unumstößlich,
dessen Leben unauflöslich,
dessen Reich ein ewig Reich.
4. Gleicher Macht und gleicher Ehren
sitzt Er unter lichten Chören
über allen Cherubim;
in der Welt und Himmel Enden
hat Er alles in den Händen,
denn der Vater gab es ihm.
5. Nur in Ihm - o Wundergaben-
können wir Erlösung haben,
die Erlösung durch sein Blut.
Hört's: Das Leben ist erschienen,
und ein ewiges Versühnen
kommt in Jesu uns zugut.
6. Jesus Christus ist der Eine,
der gegründet die Gemeinde,
die Ihn ehrt als teures Haupt.
Er hat sie mit Blut erkaufet,
mit dem Geiste sie getaufet,
und sie lebet, weil sie glaubt.
7. Gebt, ihr Sünder, Ihm die Herzen,
klagt, ihr Kranken, Ihm die Schmerzen,
sagt, ihr Armen, Ihm die Not!
Wunden müssen Wunden heilen,
Heilsöl weiß Er auszuteilen,
Reichtum schenkt Er nach dem Tod.
8. Eil, es ist nicht Zeit zum Schämen!
Willst du Gnade? Du sollst nehmen.
Willst du leben? Das soll sein.
Willst du erben? Du wirst sehen.
Soll der Wunsch aufs Höchste gehen:
Willst du Jesum? Er ist dein.
9. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder
hier auf kurze Zeit darnieder,
und das Leiden geht zuvor.
Nur Geduld! Es folgen Freuden;
nichts kann sie von Jesu scheiden,
und ihr Haupt zieht sie empor.
10. Ihnen steht ein Himmel offen,
welcher über alles Hoffen,
über alles Wünschen ist.
Die gereinigte Gemeinde
weiß, daß eine Zeit erscheine,
wo sie ihren König küßt.
11. Jauchz' Ihm, Menge heilger Knechte,
rühmt, vollendete Gerechte,
und du Schar, die Palmen trägt,
und du Blutvolk in der Krone,
und du Chor vor seinem Throne,
der die Gottesharfen schlägt!
12. Ich auch auf der tiefsten Stufen,
ich will glauben, reden, rufen,
ob ich schon noch Pilgrim bin:
Jesus Christus herrscht als König,
alles sei Ihm untertänig,
ehret, liebet, lobet Ihn!
Philipp Friedrich Hiller (1699 - 1769), EG Nr. 123

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Die anderen sagten, wir brauchen keinen König. Jahwe hat uns bisher gut geführt, er wird uns auch in Zukunft nicht im Stich lassen. Was die Könige der anderen Völker sich geleistet haben, ist kein Vorbild. Sie betreiben Machtpolitik und haben nach innen und außen keine Hemmungen, sie opfern bewährte Lebensordnungen, ja sogar heilige Überlieferungen.
Die Lesung spiegelt, wie der Konflikt gelöst wurde: Die Stämme Israels erinnern David an die gemeinsame Herkunft ("dein Fleisch und Bein") und verweisen ihn auf Jahwes Auftrag: "Du sollst der Hirt meines Volkes Israel sein" - David erhält ein Mandat und ist Jahwe verantwortlich. An diese Verantwortung wird er auch immer wieder erinnert. Einerseits hat Israel einen König, aber seine Macht wird eingehegt. So ist von einem "Vertrag vor dem Herrn" die Rede.
In den vielen Auseinandersetzungen, die um "Macht" geführt wurden, weist Davids Königtum, unabhängig von den historischen Prägungen, die seine Herrschaftszeit auszeichnen (und auch belasten), weit über sich hinaus. Jesus, aus dem "Geschlecht Davids", wird als "neuer König" geboren (vgl. Mt 2,2) und unter dem Königstitel aufgehängt.
Daher wird David auch mehrmals gesalbt: in 1 Sam 16 durch den Propheten Samuel am Geburtsort in Betlehem, in 2 Sam 2,4 in Hebron als Herrscher über Juda und in der heutigen Lesung in 2 Sam 5 als König über die Stämme des Nordens.
Die Einsetzung als König wird mit einem Vertrag, dessen Zeuge Gott ist, besiegelt und dadurch unterstrichen, dass David die Herrschaft, sein Königtum nicht mit Gewalt an sich gerissen hat, sondern vom Volk gewollt ist.
Eine der wichtigsten Aufgaben eines Königs war es, „Hirte für sein Volk“ zu sein und uneigennützig für Nahrungsmittel, Sicherheit etc. zu sorgen. Dieser Dienst ist gleichsam die Fortsetzung seiner Tätigkeit als Hirtenjunge (vgl. 1 Sam 16) – wenn auch in ganz anderer, größerer Dimension.