Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Jesaja.
Das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz,
über Juda und Jerusalem geschaut hat.
Am Ende der Tage wird es geschehen:
Der Berg des Hauses des HERRN
steht fest gegründet als höchster der Berge;
er überragt alle Hügel.
Zu ihm strömen alle Nationen.
Viele Völker gehen und sagen:
Auf, wir ziehen hinauf zum Berg des HERRN
und zum Haus des Gottes Jakobs.
Er unterweise uns in seinen Wegen,
auf seinen Pfaden wollen wir gehen.
Denn vom Zion zieht Weisung aus
und das Wort des HERRN von Jerusalem.
Er wird Recht schaffen zwischen den Nationen
und viele Völker zurechtweisen.
Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden
und ihre Lanzen zu Winzermessern.
Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation,
und sie erlernen nicht mehr den Krieg.
Haus Jakob, auf,
wir wollen gehen im Licht des HERRN.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern. - Kv
Ich freute mich, als man mir sagte:
"Zum Haus des HERRN wollen wir gehen.
Schon stehen unsere Füße in deinen Toren, Jerusalem:
Jerusalem, als Stadt erbaut,
die fest in sich gefügt ist. - Kv
Dorthin zogen die Stämme hinauf, die Stämme des HERRN,
wie es Gebot ist für Israel,
den Namen des HERRN zu preisen.
Denn dort standen Throne für das Gericht,
die Throne des Hauses David. - Kv
Erbittet Frieden für Jerusalem!
Geborgen seien, die dich lieben.
Friede sei in deinen Mauern,
Geborgenheit in deinen Häusern! - Kv
Wegen meiner Brüder und meiner Freunde
will ich sagen: In dir sei Friede.
Wegen des Hauses des HERRN, unseres Gottes,
will ich dir Glück erflehen. - Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Das tut im Wissen um die gegenwärtige Zeit:
Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf.
Denn jetzt ist das Heil uns näher
als zu der Zeit, da wir gläubig wurden.
Die Nacht ist vorgerückt,
der Tag ist nahe.
Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis
und anlegen die Waffen des Lichts!
Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag,
ohne maßloses Essen und Trinken,
ohne Unzucht und Ausschweifung,
ohne Streit und Eifersucht!
Vielmehr zieht den Herrn Jesus Christus an.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Art der Formulierung erinnert an die urchristliche Taufvorbereitung bzw. Taufliturgie, in welcher den Taufwerbern bzw. dann den Täuflingen verschiedene Mahnungen mitgegeben wurden. Den Christen in Rom dürften all die Punkte, die Paulus anspricht, bekannt gewesen sein. Unzucht und Ausschweifung sind eine dezentere Formulierung als Bordellbesuche und Orgien, welche als Übersetzung wohl zutreffender wären. Den drei in Verdoppelung aufgeführten Negativbeispielen stellt Paulus drei Aufforderungen gegenüber: ablegen ... Finsternis, anlegen ... Licht, wohlanständig wandeln.
Grundsätzlich hat die Stunde der Ankunft des Herrn geschlagen, und darauf gilt es sich einzustellen. Die endzeitliche Errettung liegt nahe. Die Gemeinde als solche solle deshalb tadellos unterwegs sein, damit sie von außen nicht angeschwärzt werden kann. Christus angezogen zu haben, daran haben die Christen festzuhalten.
Halleluja. Halleluja.
Lass uns schauen, o Herr, deine Huld,
und schenke uns dein Heil.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Wie es in den Tagen des Noach war,
so wird die Ankunft des Menschensohnes sein.
Wie die Menschen in jenen Tagen vor der Flut
aßen und tranken, heirateten und sich heiraten ließen,
bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging,
und nichts ahnten,
bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte,
so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein.
Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten,
einer mitgenommen und einer zurückgelassen.
Und von zwei Frauen, die an derselben Mühle mahlen,
wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen.
Seid also wachsam!
Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.
Bedenkt dies:
Wenn der Herr des Hauses wüsste,
in welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt,
würde er wach bleiben
und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht.
Darum haltet auch ihr euch bereit!
Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde,
in der ihr es nicht erwartet.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Sofort nach der Not ereignet sich die Erscheinung des Menschensohnes. Der Text aus dem Matthäusevangelium, das uns in diesem neuen Kirchenjahr begleiten wird, liegt in der Spannung, einerseits vor Behauptungen zu warnen, der Menschensohn sei schon gekommen, andererseits auf das Kommen des Menschensohnes vorzubereiten. Im Bevorstehen seiner Ankunft wird die Hoffnung der Christen gestärkt. Die Bilder, in denen das Kommen geschildert wird, unterstreichen, daß selbiges Kommen alle Erwartungen und Vorstellungen übertrifft.
Der Vergleich mit den Tagen Noachs meint die Sorglosigkeit der Menschen, das Kommende nicht vor Augen zu haben. Der ganz normale Mensch wird hier gewarnt, der ganz normale Tätigkeiten ausführt. Also nicht wie in der Sintflutgeschichte der durch und durch böse Mensch, sondern alle. Die Unberechenbarkeit der Stunde unterstreicht, daß man sich auf eine längere oder kürzere Frist der Wiederkunft und des Gerichts einzustellen hat.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Sofort nach den Tagen der großen Drangsal
wird die Sonne verfinstert werden
und der Mond wird nicht mehr scheinen;
die Sterne werden vom Himmel fallen
und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
Danach wird das Zeichen des Menschensohnes
am Himmel erscheinen;
dann werden alle Völker der Erde wehklagen
und man wird den Menschensohn
auf den Wolken des Himmels kommen sehen,
mit großer Kraft und Herrlichkeit.
Er wird seine Engel unter lautem Posaunenschall aussenden
und sie werden die von ihm Auserwählten
aus allen vier Windrichtungen zusammenführen,
von einem Ende des Himmels bis zum andern.
Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum!
Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben,
erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist.
So erkennt auch ihr,
wenn ihr das alles seht,
dass das Ende der Welt nahe ist.
Amen, ich sage euch:
Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles geschieht.
Himmel und Erde werden vergehen,
aber meine Worte werden nicht vergehen.
Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand,
auch nicht die Engel im Himmel,
nicht einmal der Sohn,
sondern nur der Vater.
Denn wie es in den Tagen des Noach war,
so wird die Ankunft des Menschensohnes sein.
Wie die Menschen in jenen Tagen vor der Flut
aßen und tranken, heirateten und sich heiraten ließen,
bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging,
und nichts ahnten,
bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte,
so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein.
Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten,
einer mitgenommen und einer zurückgelassen.
Und von zwei Frauen, die an derselben Mühle mahlen,
wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen.
Seid also wachsam!
Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.
Bedenkt dies:
Wenn der Herr des Hauses wüsste,
in welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt,
würde er wach bleiben
und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht.
Darum haltet auch ihr euch bereit!
Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde,
in der ihr es nicht erwartet.
Advent ist kein Kuschelmodus, sondern Gottes Weckruf: „Wacht auf! Es ist Zeit!“ Am Beginn des Advents fragenwir, ob Kirche kleiner, klarer und wacher werden kann – und ob ich heute wirklich damit rechne, dass Gott in meinem Leben und in seiner Kirche handelt.
Viele leben so: Wenn das Handy morgens klingelt, der erste Reflex: Hand raus, halb im Schlaf, wischen – Snooze. „Nur noch fünf Minuten…“ Nachrichten-App: „Eilmeldung – neue Krise.“ Klima-App: „Unwetterwarnung.“ Kalender-App: „Termin überfällig.“
Und mitten in dieses Durcheinander meldet sich – wenn man so will – eine vierte „App“: das Evangelium. Es sagt heute nicht: „Leg dich wieder hin“, sondern: „Wacht auf! Es ist Zeit!“ Advent beginnt nicht mit Plätzchenduft und Lichterketten, sondern mit einem geistlichen Alarmton. Nicht, weil Gott Panik machen will, sondern weil Gott zutraut, mit wachem Blick in eine schwierige Zukunft zu gehen.
Die Lesungen sind alles andere als gemütlich:
Der Prophet Jesaja sieht Völker, die zum Gottesberg kommen: Waffen werden zu Werkzeugen für das Leben.
Paulus schreibt: Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe. Es ist Zeit aufzuwachen.
Jesus beschreibt im Evangelium Alltag – essen, trinken, planen – und fragt: Rechnet darin noch jemand mit Gott?
Advent heißt: Gott schaltet keinen Snooze-Modus. Er sagt nicht: „Machen Sie es sich bis Weihnachten nett“, sondern: „Diese Welt brennt an vielen Ecken – ich brauche Menschen, die wach sind.“
Wir spüren das: Klimakrise, Kriege, auch in Europa, Menschen auf der Flucht, eine Kirche, die kleiner wird, Vertrauen verloren hat, oft mit sich selbst beschäftigt ist. In diese Lage hinein ruft Gott: „Steh auf! Wach werden! Das Licht ist näher, als du denkst.“
Viele fragen: „Hat die Kirche überhaupt noch eine Zukunft?“ Die wichtigere Frage ist: „Welche?“ Sie entscheidet sich nicht an Gebäuden, Geld oder Strukturen, sondern daran, ob es Menschen gibt, die aus Gottes Hoffnung leben – wach, mutig, barmherzig. Jesaja beschreibt den Gottesberg als Ort, an dem ein Wort trägt, an dem Frieden gesucht wird, an dem anders gelebt wird als nur im Dauerstress und Konsum.
Vielleicht wird Kirche: kleiner – ja, finanzschwächer – ja, aber hoffentlich: glaubwürdiger, klarer, leidenschaftlicher im Einsatz für Evangelium und Gerechtigkeit, mit offenen Türen, offenen Ohren, offenen Herzen. Advent fragt uns als Kirche: „Wollen wir vor allem bewahren, was war – oder Zeichen sein für das Licht, das kommt?“
Ein junger Mann erzählt: „Ich bin innerlich aus der Kirche ausgestiegen. Zu brav, zu weit weg von meinem Leben. Letztes Jahr hat mich eine Freundin am 1. Advent mit in den Gottesdienst geschleppt. In mir lief eine Checkliste: alte Lieder – Check, lange Predigt – Check, alles wie immer – Check. Nach der Messe wollte ich schnell raus. Eine ältere Frau sprach mich an: 'Sie sind heute das erste Mal hier, oder? Was hat Sie beschäftigt?' Ich erzählte von meiner Angst vor Zukunft, Kriegen, Klima, vor dem Alleinsein. Sie sagte nur: ‚Ich bete seit Jahren: Gott, mach mich nicht blind für das Leid der anderen – und nicht taub für deine Stimme. Vielleicht ist es kein Zufall, dass wir heute reden.'
Erst dachte ich: Kitsch. Aber ihr Blick war klar und wach. Ich habe gemerkt: Die spielt nichts. Ich bin immer noch kritisch, aber seitdem frage ich mich: Was trägt diese Frau? Woher kommen ihre Ruhe und Wachheit?“
Vielleicht liegt genau darin die Zukunft der Kirche: nicht perfekt, nicht hip, aber voll von Menschen mit wachen Augen, weitem Herzen, klarem Glauben, die zuhören, wahrnehmen, ansprechbar sind.
Damit Advent nicht im Kalender stecken bleibt, braucht es Schritte:
1) Innen: täglich 5 Minuten Wachheit. Handy weg, 5 Minuten Stille vor Gott.
Vielleicht mit diesem Gebet: „Gott, zeig mir heute, wo ich geschlafen habe. Zeig mir, wo du mich gebraucht hast. Schenk mir wache Augen und ein weites Herz.“
2) Außen: jede Woche eine Tat einem einsamen Menschen Zeit schenken, konkrete Hilfe für jemanden in Not, einen Konflikt ansprechen, um Verzeihung bitten oder vergeben. So wird Advent sichtbar: Vorbereitung nicht auf Geschenke, sondern auf Gott, der Mensch wird – mitten im Alltag.
3) In der Gemeinde: lieber weniger Programm, aber mit Tiefe, lieber ein Gottesdienst mit echter Beteiligung, Stille, guter Musik, klaren Worten als viele Termine ohne Wirkung, lieber ein mutiger Schritt auf Menschen zu als noch eine Sitzung.
Jesus fragt im Evangelium indirekt: „Rechnet ihr wirklich noch mit Gott?“ Traue ich Gott zu, dass er in meiner Geschichte handeln kann? Traue ich ihm Veränderung, Versöhnung, Neuanfang zu? Traue ich ihm zu, dass er diese brüchige Kirche noch braucht, um Licht zu bringen? Wenn nein, bleibt Advent Deko. Wenn ja, dann ist Advent: politisch, weil Gottes Zukunft Nein sagt zu Gewalt und Hass; kirchlich, weil Gottes Zukunft eine dienende, hörende, heilende Kirche will; persönlich, weil Gottes Zukunft mich aus der Komfortzone ruft.
Advent ist Gottes Frage: „Willst du wach sein, wenn ich an deine Tür klopfe?“
Gott, du Gott der kommenden Zukunft,
weck deine Kirche aus Müdigkeit und Angst.
Mach unsere Gemeinden zu Orten des Lichts,
wo Frieden gesucht und Wunden geheilt werden.
Weck in mir die Sehnsucht nach deinem Reich,
größer als meine Bequemlichkeit,
stärker als jede Resignation.
Schenk mir wache Augen für das Leid,
wache Ohren für dein Wort,
wache Hände für die Menschen,
denen ich begegne.
Lass diesen Advent nicht nur im Kalender stehen,
sondern in meinem Leben
und in der Zukunft deiner Kirche.
Denn du kommst.
Lass mich wach sein,
wenn du da bist.
Heute. Morgen. In Ewigkeit.
Amen.
Mit dem Advent beginnt ein neues Kirchenjahr. Da wird uns bewusst, dass sich vieles ändern wird und muss. Manche Änderungen sind erwünscht, andere brechen über uns herein.
Was erwartet uns an Neuem, was erwarten wir von einem neuen (Kirchen)jahr? Die erste Lesung spricht Erwartungen nach kriegerischen Auseinandersetzungen in Form einer Vision, wie wir sie uns heute wünschen würden, Visionen, die möglichst bald zu einer Realität werden sollten, etwa „Rechtsprechung im Streit der Völker“ und „Schwerter zu Pflugscharen, Lanzen zu Winzermessern“ (Jes. 2,4). Das heißt: Weg von der Gewalt hin zu friedlichen Lösungen, ohne Scheinfrieden, zuerst aber muss „Rechtsprechung im Streit der Völker“ stattfinden.
Wie sieht das heute aus? Wir haben einen „Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte“ in Den Haag, angeklagt werden Kernverbrechen wie Völkermord, Verbrechen gegen die Menschenwürde und Menschenrechte - zutiefst christliche Werte. USA, Russland, China anerkennen nicht die Legitimität des Gerichtshofes, vielmehr ringt man um die Aufteilung der Weltherrschaft. Der Friedensgedanke kommt bestenfalls unter „ferner liefen“ zur Sprache. Welche Art von Frieden ist das dann wirklich?
Die zweite Lesung mahnt vom Schlaf aufzustehen. Schlaf ist aus Gesundheitsgründen wichtig, das stellt schon Immanuel Kant (1724-1804), der Philosoph der Aufklärung klar. Hier geht es aber um Trägheit, Gleichgültigkeit, Lethargie, vielleicht auch um Ignoranz. Wir haben viele Probleme, aber Kraftlosigkeit und Egoismus blockieren alle guten Vorhaben.
Die Lesung zählt aber noch weitere Blockaden auf: Maßlosigkeit und Gier in allzu irdischen Dingen, etwa leibliche Genüsse verschiedenster Art, Maßlosigkeit bei Essen und Trinken als Selbstmord mit Messer und Gabel, Kaufwut, Vergnügungssüchte verschiedenster Art. Die Spaßgesellschaft kann von all dem Übergenuss nicht loslassen und ist auch nicht auf Eventualitäten vorbereitet. Sie ahnt nicht, was alles auf sie zukommen kann. Es fehlt an Wachsamkeit.
Das Evangelium beginnt mit apokalyptischen Bildern. Auch diese sind uns nicht fremd. Vor ca. einem Monat hat der Hurrikan Melissa in Jamaika und auf Kuba schwerste Verwüstungen angerichtet. Die Menschen waren wohl vorbereitet darauf, erlitten aber großen Schaden. Wir bedenken auch zu wenig, dass vieles im Leben überraschend geschieht, Erfreuliches und sehr Unangenehmes. „Himmel und Erde müssen vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“ (Mt 24,35). Nicht nur Naturgewalten bedrohen die menschliche Existenz, auch der Mensch selber stellt ein Bedrohungspotential dar: im Neuen Testament der Jüdische Krieg als Aufstand gegen die Römer (66-70 n. Chr.), die Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahre 70. Ein wichtiges Identitätssymbol des jüdischen Volkes ging verloren, Zerwürfnisse, Spaltung verschiedenster Art in der kleinen Lebensumgebung belasten das Zusammenleben. Entscheidungen werden immer dringender. „Von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten, wird einer mitgenommen, einer zurückgelassen, zwei Frauen, die an der Mühle arbeiten, wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen.“ (Mt 24,40). Mitgenommene und Zurückgelassene sind Doppelbilder, die Rettung und Gericht darstellen. Können und dürfen wir so weiterleben wie bisher? - Wachsam sein, denn es geschieht vieles plötzlich, anderes geschieht an Veränderung langsam und schleichend. Auch ein Dieb kommt plötzlich und meldet sich nicht vorher an. „Jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, nicht einmal der Sohn.“ (Mt 24,36). Der Sohn kennt sie deswegen nicht, weil er in seinen irdischen Tagen ganz Mensch und den Gesetzen der Schöpfung unterworfen ist, also vergänglich! Der Sohn stirbt am Kreuz. Er ist aber der Erste, der von den Toten auferweckt wird. (vgl. 1 Kor 15,20-22).
Dieser Sonntag lehrt uns, Augen und Ohren offenzuhalten, mit all unseren Sinnen aufmerksam zu sein, mit allen Eventualitäten zu rechnen, um nicht total ins Black-out zu fallen. Das gilt auch für ein geistiges Black-out, geistige Dunkelheit anderer Art. „Komm, Heiliger Geist, entzünde in uns das Feuer deiner Liebe!“
Die Adventszeit ist eine Zeit der Erwartung der Ankunft und der Wiederkunft Christi, eine Zeit, das eigene Leben zu überprüfen und neu auf Gott auszurichten.
Als 73-Jähriger habe ich schon viele Adventszeiten erlebt. In der Kindheit war der Advent die spannende Frage, was das Christus Kind von unserem selbst geschriebenen Wunschzettel uns Kindern zu Weihnachten bringen würde. Eine Zeit spannender kindlicher Erwartung, die durch das tägliche Öffnen des Adventskalenders begleitet wurde.
Als berufstätiger Familienvater mit 3 Kindern war dann die Adventszeit eher eine stressige Zeit. In der Firma war es vor Weihnachten oft besonders stressig, weil viele Dinge vor Weihnachten noch erledigt werden mussten. In der Familie war es ähnlich stressig: was schenken wir den Kindern und Familienangehörigen? Für die Frauen ebenfalls eine stressige Zeit: wen laden wir ein und was gibt es zum Essen? Die geistig, religiöse Vorbereitung auf Weihnachten kam da oft zu kurz.
Nun da ich älter und Rentner bin, habe ich mir, auch in Vorbereitung auf diesen Gottesdienst, Gedanken gemacht, was Advent bedeuten könnte.
Advent kommt aus dem lateinischen Wort adventus, was Ankunft bedeutet. Wer oder was soll denn ankommen und bei wem? Wenn ich in der Bibel lese, wird da viel von einem Erlöser gesprochen. Schon der Prophet Jesaja schreibt: "Ein Kind wurde uns geboren, ein Sohn wurde uns geschenkt. Die Herrschaft wurde auf seine Schulter gelegt. Man rief seinen Namen aus: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens."
Vor 2000 Jahren hat sich diese Weissagung erfüllt. Gott ist Mensch geworden in Jesus Christus. Das ist wirklich eine Zeitwende: Gott, der Unsichtbare, ewige Gott, wird Mensch, lebt und wirkt auf unserer Erde. Durch Jesus erfahren wir die Liebe Gottes, aber auch das, was Gott von uns Christen erwartet: ihr seid das Licht der Welt, ihr seid das Salz der Erde.
Ehrlich gesagt, ist unser Licht durch die aktuellen Dunkelheiten dieser Welt sehr getrübt. Und auch das Salz unseres Glaubens hat viel an Würze verloren. Deshalb ist es notwendig, dass wir die Adventszeit nutzen, um unseren eigenen Glauben aufzufrischen. Da gibt es vielerlei Angebote wie Adventsandachten, Rorategottesdienste und vieles mehr, dass wir Weihnachten dann wirklich als adventus domini, als Ankommen Gottes bei uns begreifen.
Mit dem Advent verbunden ist noch eine zweite Ankunft, die Ankunft Christi am Ende der Zeiten. In apokalyptischen Bildern schildert Jesus im heutigen Matthäus Evangelium das Ende der Welt. Die Sonne wir verfinstert werden und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann werden alle Völker der Erde wehklagen und man wird den Menschensohn auf den Wolken des Himmels kommen sehen, mit großer Macht und Herrlichkeit.
Ein absolutes Schreckensszenario, das man sich kaum vorstellen kann. Doch jenen Tag, jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, nur Gott der Vater.
Der Advent erinnert uns daran, die Warnung Jesu ernst nehmen: Seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Noch deutlicher: darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet!
In der 2. Strophe des Liedes "Sonne der Gerechtigkeit" heißt es: "Weck die tote Christenheit aus dem Schlaf der Sicherheit, dass sie deine Stimme hört, sich zu deinem Wort bekehrt."
Wachsamkeit ist eine Grundtugend des Advents. Wachsamkeit nimmt dieses Leben hier und jetzt ernst. Wachsamkeit bedeutet: Jede Stunde jeder Tag ist wichtig in meinem Leben, denn er könnte der letzte sein.
So ist für mich der Advent ein Aufruf zu einer Neuorientierung. Bildlich gesprochen: Jedes Messgerät muss immer wieder neu geeicht werden; jeder Seefahrer überprüft seine Position immer wieder neu am Polarstern. Advent ist dieses Innehalten und sich wieder neu Orientieren, damit wir aufwachen aus dem Schlaf der Selbst-Sicherheit und wieder bewusster leben. Der Advent lädt ein zu reflektieren, was ist wirklich wichtig in meinem Leben. Und worauf es ankommt, wenn ER in Macht und Herrlichkeit wieder kommt.
© Wilhelm Kraft, Stuttgrt, wilhelm-kraft@web.de
Jesus mahnt zur Wachsamkeit, denn wir wissen nicht, an welchem Tag der Herr kommt. Wie zur Liebe Selbstliebe, Nächstenliebe und Gottesliebe gehören, gilt es, mir selbst gegenüber, dem Nächsten gegenüber und Gott gegenüber wachsam zu sein.
Dass schon lange im Vorfeld des Ersten Advents übers Sparen nachgedacht wird, haben wir nicht der Einsicht des Menschen zu verdanken, sondern dem brutalen und völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Putin-Russlands gegen die Ukraine. In der Vergangenheit haben sich Deutschland und andere europäische Staaten zu sehr in die Abhängigkeit Putins begeben. Da sie die Ukraine unterstützen, dreht ihnen Putin das Gas ab. Deutschland will sich aus dieser Abhängigkeit befreien. Deshalb müssen wir Energie sparen. Das stößt auf Verständnis und auf Protest.
Der ursprüngliche Sinn der Adventszeit ist die innere Vorbereitung auf das Weihnachtsereignis. Der Advent ist eine Fasten- und Bußzeit. Deshalb passt der achtsame Umgang mit Energie sehr gut zum Advent.
Damals, zur Zeit Jesu, war die Zeit auch sehr unruhig. Die Menschen litten unter der Fremdherrschaft der Römer. Sie erwarteten sehnsüchtig den Messias, der sie endlich von der Unterdrückung befreite. Es gab viele Messiasse, die ihre Heilsbotschaft verkündeten und Rettung versprachen. Aber wem konnte man glauben? Diese Frage stellt sich heute ebenso. Damals wie heute gilt die Einladung Jesu, wachsam zu sein.
„Seid also wachsam!“ Dieser Ruf Jesu ist Mahnung und Zuversicht zugleich. Mahnung, weil nichts, was der Liebe Gottes widerspricht, Bestand hat. Aber dahinter steht Gott, seine Güte, die alles wieder gut werden lässt.
Die Wachsamkeit, die Jesus fordert, ist mindestens eine dreifache.
Die Wachsamkeit mir gegenüber.
„Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.“ Deshalb dürfen wir mit uns beginnen, wenn wir über Wachsamkeit nachdenken. Für viele ist der Advent eine stressige Zeit. Ich kann das gut nachempfinden. In einer Familie oder als ehrenamtliche:r Mitarbeiter:in kann das schnell so sein. Niemandem steht da eine Abwertung zu, nach dem Motto, die haben nicht verstanden, worum es geht. Deshalb gilt immer, nach besten Kräften… Und wenn es nicht klappt, ist das nicht wirklich schlimm. Die Stille und Besinnlichkeit des Advents lädt mich ein, zur Ruhe zu kommen. Vielleicht spüre ich meine Sehnsucht neu oder ich nehme meine Erschöpfung wahr.
Fast unweigerlich begegnen mir dabei die unschönen Seiten meines Lebens: z.B. Ungeduld, Egoismus, Schwatzhaftigkeit. Ich darf meine dunklen Seiten in das Licht des Advents halten und hoffen, dass Gott sie mit mir zum Guten wendet.
Die Wachsamkeit dem Nächsten gegenüber.
Die Nächstenliebe ist tief in die christliche Religion durch Gott eingewurzelt. Ohne die gelebte Liebe ist der Glaube nichts und Gott nicht gegenwärtig. Es gibt viele Gründe, den Nächsten aus dem Blick zu verlieren. Manchmal bin ich überfordert und höre meinem Nächsten nicht gut zu. Ein anderes Mal bin ich schlecht gelaunt und lasse das mein Gegenüber spüren...
Achtsam leben heißt, aufmerksam zuhören, schwierigen Menschen mit Respekt begegnen und immer liebevoll handeln. Solidarität und nachhaltiges Leben, zugunsten des Nächsten und der Schöpfung, gehören dazu. Die Wachsamkeit hilft mir auch, Scharlatane und Hochstapler zu erkennen und zu entlarven.
Die Wachsamkeit Gott gegenüber.
Da Gott unsichtbar ist und zugleich in jedem Menschen abgebildet ist, ist es mit der Wachsamkeit Gott gegenüber mitunter sehr schwierig. Ich sehe vor lauter Menschen Gott nicht oder er verbirgt sich vor mir. Oder er ist ganz klar gegenwärtig aber wie lange hält das an? Ich lasse mich auf die Zeitzeichen ein und entdecke Gott vielleicht in den vielen Lichtern. Gott will mir Licht sein. Ich schaue den Adventskranz an. Der Kreis hat keinen Anfang und Ende. Gott ist meine Zeit und Ewigkeit. Der Adventskalender beinhaltet die Dimensionen Warten, Überraschung, immer neue Möglichkeiten (Türchen).
Das Plätzchen backen kann uns vermitteln, das Leben ist schön. Es gibt aber auch die Katastrophen, das Leid und den Tod. Obwohl das unendlich traurig ist, sagt uns Jesus zu, dass am Ende hinter jeder Tür das Licht, Jesus selbst, ist, der alles heilt und wieder gut macht.
Ich wünsche uns den Mut diese dreifache Wachsamkeit mir und dir und Gott gegenüber zu leben, damit die ganze Weihnachtsfreude in uns aufgehen kann und wir den Frieden Gottes empfangen.
Die Adventszeit möchte uns wachrütteln und erinnert uns an uralte Menschheitsvisionen. Die bessere Zukunft beginnt jedoch schon hier und jetzt. In kleinen Schritten können wir etwas vom Reich Gottes sichtbar machen.
Die beginnende Adventzeit und Weihnachten selbst sind ein Fest der Sehnsucht und der Visionen. In der ersten Lesung hören wir: „Er spricht Recht im Streit der Völker und der Nationen.“ Das brauchen wir heute dringend. Die geschichtliche Erfahrung lehrt, dass ethnische Konflikte kaum lösbar sind. Das geht so schon länger als zweitausend Jahre. Im Heiligen Land, von dem Frieden ausgehen soll, gibt es immer wieder Randale. Solche Konflikte finden wir auch vor der europäischen Haustüre.
Können Sie sich vorstellen, dass einmal aus Panzern und Drohnen landwirtschaftliche Geräte wie Traktoren, Mähdrescher, Wendegeräte für Heu erzeugt werden? Bei Jesaja heißt es: „Schwerter zu Pflugscharen“ zu machen. „Man zieht nicht mehr das Schwert Volk gegen Volk und übt nicht mehr für den Krieg.“ Tatsache ist leider: Die Waffen- und Vernichtungstechnik wird immer raffinierter. Somit bleibt der Blick des Propheten in die Zukunft Vision und Utopie. Dem gegenüber steht die Aussage mancher Menschen: Wer Visionen hat, braucht einen Arzt. Frederico Fellini (Filmregisseur 1920-1993) sagte hingegen: „Visionäre sind die wahren Realisten.“
Biblisch gesprochen heißt das: Trotz aller menschlicher Unzulänglichkeiten gilt es ständig daran zu arbeiten, diese Visionen zur Realität werden zu lassen. In ganz kleinen Ansätzen gelingt schon etwas davon. Die Realität lehrt uns aber, dass dazu Jahrtausende vergehen und noch viel an Zeit und Anstrengung weiter vergehen wird. Advent als Zeit der Stille wäre eine gute Einübung dazu, aber wir hetzen von Stille zu Stille.
Die zweite Lesung nennt schon einen Punkt, was wir tun können, um einen kleinen Schritt vorwärts zu gehen: „Die Stunde ist gekommen, vom Schlaf aufzustehen. Denn jetzt ist das Heil uns näher.“ (Röm 13,11). Es geht um Trägheit, um Gleichgültigkeit, um Ermüdungserscheinungen aller Art: Mir wächst die Arbeit über den Kopf. Folgen sind Depressionen, Burn-out, Leistungsdruck sogar bei der Gestaltung von Festen und bei der Auswahl von Geschenken, teurer, moderner, noch besser. Macht das anbrechende Reich Gottes und Gott selber sichtbar in eurem Denken, in euren Worten und in euren Taten.
Die Lesung nennt Laster, die eine Hinwendung zum Reich Gottes verhindern, etwa Maßlosigkeit beim Essen und Trinken, wir könnten dazu noch erwähnen die Gier, immer zu wenig zu besitzen. Das HEUTE, das JETZT, der Kairos, die Chance, nützt sie, denn das alles ist der Tag des Herrn, aber zuerst muss man munter werden, damit man dieser Vision des anbrechenden Heils näher rückt. Wir leben im Doppelbereich von JETZT und EWIGKEIT. Das JETZT ist unser gegenwärtiges Leben, die EWIGKEIT beginnt mit dem Tod. Die zweite Lesung erwähnt auch noch die „Waffen des Lichts“. Dieses Wort führt schon zum Evangelium.
Wenn unser Leben so lange oberflächlich dahinplätschert - wir haben, was wir brauchen, es geht uns einigermaßen gut - so hat auch dieses Verhalten Grenzen. Wir erfahren doch gegenwärtig, dass Katastrophen in Form von Naturgewalten, politischen Ereignissen, persönlichen Schicksalsschlägen plötzlich ausbrechen können. Es ist so wie mit dem Dieb, der sich ja auch nicht anmeldet, ob er kommen darf; daher seid wachsam und bereit. Worin besteht diese Wachsamkeit? Im Schweigen und Stillwerden. „Behutsames Schweigen ist das Heiligtum der Klugheit“, sagt Balthasar Gracian (spanischer Jesuit 1601-1658).
Die Achtsamkeit bezieht sich mehr auf das Innere des Menschen: Was geht in mir vor? Bei der Wachsamkeit geht es um äußeres Beobachten: Wo wird Menschenwürde missachtet, schwer errungene Sozialgesetze und pluralistische Demokratie ausgehebelt. Welches Spiel treiben digitale und andere Demagogen? Es geht um Orientierung. - Orient: das aufgehende Licht. Kardinal Newman fasst das in einem Gebet zusammen, das ich Ihnen als Orientierung mitgeben will:
„Führ, liebes Licht,
im Ring der Dunkelheit,
führ du mich an!
Die Nacht ist tief,
noch ist die Heimat weit,
führ du mich an! -
Behüte du den Fuß:
der fernen Bilder Zug begehr ich nicht zu sehn -
ein Schritt ist mir genug.“
Am Beginn des Advents fordern die Schriftlesungen des Gottesdienstes uns auf, wachsam zu sein und niemand zurückzulassen. Auch der Herr lässt niemand zurück. Er gibt uns die Zusage, bei uns zu sein alle Tage bis zum Ende der Welt.
Im heutigen Evangelium nach Matthäus und in der Lesung aus dem Buch Jesaja werden große Dinge angesprochen: Veränderungen, das Ende, Hoffnungen… Dabei sprechen beide Schriftstellen über Erkenntnis: "Seid wachsam!" fordert das Matthäusevangelium; das Buch Jesaja schreibt: "Er unterweise uns seinen Wegen, auf seinen Pfaden wollen wir gehen." Dabei wird Psalm 25 zitiert: "Zeige mir, Herr, deine Wege, lehre mich deine Pfade."
Durch dieses Zitieren des Psalms wird die Person als vertrauende Person erfahrbar. In der Bibel sind viele dieser indirekten Psalmen-Zitate versteckt; dies zeigt wie wertvoll und geschätzt die Psalmen als Lieder oder Gebete bereits damals waren. Vielleicht erinnert es uns auch heute daran, welch literarischen Schatz wir mit den Psalmen haben.
Die Schriftstellen beschreiben Wendepunkte im menschlichen Leben, das Ende des Alten ist gleichzeitig der Beginn des Neuen. Ab jetzt bleibt nichts wie es war, es wird anders, neu. Wie oft liegen Trauer und Freude, Abschied und Neubeginn nahe beieinander. Oft hält man als Seelsorger*in an einem Tag ein Begräbnis und am nächsten eine Taufe. Das macht den ständigen Fortgang des Lebens deutlich.
Die Schriftstellen laden ein, nein, sie fordern auf, zu hinterfragen, welche Rolle wir selbst im Lauf des Lebens spielen. Sind die Wege und Pfade, die wir bisher gegangen sind, die, die uns zum Berg des Herrn bringen?
Führen unsere Haltungen und Handlungen - unser Umgang mit der Umwelt und mit den Menschen um uns und mit uns selbst - in diese neue Welt? - Nicht immer, denn oftmals ist es auch schwer und es scheint, als würde unsere Geschichte, so wie das heutige Evangelium, einfach auf ein unklares, aber unschönes Ende hinauslaufen: Eine*r wird zurückgelassen.
Dazu kennen wir im Heute viele Parallelen. Wir kennen es, dass Menschen zurückgelassen werden: An EU-Außengrenzen, wenn humanitäre Hilfe fehlt, Menschen völkerrechtswidrig in andere Länder zurückgedrängt werden und ihnen das Recht verwehrt wird, Asyl zu beantragen. Menschen, die durch sämtliche soziale Netze fallen. Frauen in der Falle der Altersarmut, die durch schlecht bezahlte Arbeit als Teilzeitkraft und die unbezahlte Betreuung der Kinder, die unbezahlte Pflege kranker Angehöriger eine zu geringe Pension bekommen. Menschen in Einsamkeit. Eine*r wird zurückgelassen.
Auch wir sind immer wieder Zurückgelassene: Zurückgelassen mit unseren Problemen und Sorgen, die wir jetzt gerade haben: Sorge um unsere Lieben, Sorgen um die Zukunft, um unsere Arbeit oder um die Arbeit, die wir nicht haben. Eine*r wird zurückgelassen. Ich? In diesen Sorgen noch Raum zu haben für die Sorgen anderer ist da viel verlangt.
Jedoch ist die Beschreibung aus dem Matthäus Evangelium Eine*r wird zurückgelassen keine Drohung und keine Ankündigung dessen, was sein wird. Eine*r wird zurückgelassen ist ganz eng verbunden mit dem Hinweis „Seid wachsam!“ Es ist somit eine Warnung, ein Aufruf. Seid wachsam, damit das Beschriebene nicht passiert. Seid wachsam damit niemand zurückgelassen wird!
Auf unserem Weg kommt uns Gott entgegen. In unserer Sorge kommen uns Menschen entgegen. Wir müssen nicht alles allein schaffen; wir müssen die Sorgen der Welt nicht alleine tragen.
Wir wissen: Das Evangelium, unsere Lebensgeschichte mit Christus und die Geschichte der Welt endet nicht damit, dass jemand zurückgelassen wird. „Und siehe, ich bin mit euch, alle Tage bis zum Ende der Welt“ schließt das Matthäusevangelium mit einer Zusage Christi. Dieser Zusage dürfen wir vertrauen.
Heute beginnt mit dem ersten Adventsonntag die Vorweihnachtszeit: Eine Zeit, die uns erinnert, dass auf Finsternis Licht folgt, und wir wesentlich dazu beitragen: Gott geht auf die Menschen zu und Gottes Sohn kommt bei den Menschen an.
Nutzen wir die Vorbereitungszeit auf Weihnachten dazu, wachsam zu sein: Wachsam zu schauen, wo Gott uns entgegenkommt; wachsam die Wege zu erkunden, die ein Leben in einer neuen, guten Welt für uns alle möglich machen. Gott kommt uns entgegen. Welchen Weg wähle ich für dieses gute Leben für alle?
Auf, wir wollen gehen im Licht des Herrn!
© Eva Steinmayr Bacc.rel.paed., Referentin im Welthaus der Diözese Linz.
Der Advent lebt vom Glauben an eine bessere Zukunft. Dieser Zukunft näherzukommen ist nicht nur Hoffnung sondern auf Aufgabe. Der Ruf wachsam zu sein bedeutet, dass wir achten, was wir jetzt schon dafür tun können.
Ist diese Bibelstelle aus dem Buch Jesaia nicht herzerwärmend, aufrichtend und verheißungsvoll? Völker werden auf die Weisung Gottes, die 10 Gebote, oder die Menschenrechte hören, sie wollen auf Gottes Wegen gehen. Gott spricht Recht im Streit der Völker. Nicht das Recht der Stärkeren oder „wir zuerst“ bestimmt die Politik. Aus Waffen werden Werkzeuge zur Produktion von Brot und Wein gemacht. Und statt Wehrpflicht gibt es Zivildienst. Keiner übt mehr für den Krieg, das heißt, wenn dann jemand zum Krieg ruft, weiß man nicht mehr, wie das geht.
Das ist doch wunderbar. Nur den ersten Satz haben wir überlesen: Am Ende der Tage. Wieder nichts, Bibel zugeklappt und die Zeitung aufgeschlagen. Dort lesen wir Nachrichten, die der Weltuntergangsstimmung aus dem Evangelium nahekommen. So schaut‘s also aus.
Eine Brücke über diesen Abgrund zwischen verheißungsvollen Utopien und bitterer Realität baut uns der Aufruf zur Wachsamkeit im Evangelium. Wachsam sein heißt genau hinschauen und hören und wahrnehmen, was sich so tut im Guten und im Bösen.
Frühwarnung heißt das Zauberwort, denn rechtzeitig zu erkennen, was sich anbahnt, ist die Chance Negativem noch Einhalt gebieten zu können und Positives zu stärken und zu fördern.
Wehret den Anfängen, wenn Menschenverachtung und Hetze um sich greifen. Tretet auf, wenn Menschen ausgegrenzt, verachtet und zu Sündenböcken abgestempelt werden. Wachsamkeit ist nötig, um Tendenzen zu erkennen, die unsere humane Gesellschaft schwächen und gefährden, und dann Entschiedenheit und Mut, um dagegen aufzutreten.
Auf der anderen Seite lesen wir in der Bibel, dass Gott sagt: Seht her ich mache etwas Neues, schon kommt es zum Vorschein, merkt ihr es nicht? Wachsamkeit für die vielen kleinen Ansätze, die unsere Welt verbessern und menschlicher machen. Können wir wahrnehmen, wann und wo Menschen ihre Konflikte fair und gewaltfrei austragen? Unterstützen wir Initiativen, wo das geübt werden kann? Merken wir wo Werbung gemacht wird für Dankbarkeit, wo Ermutigung zum Teilen und zur Solidarität gelebt wird? Das Gute ist oft leise. Spüren wir es auf und geben wir ihm eine Stimme.
Wir können den Utopien näherkommen, die uns der Prophet vor Augen stellt. Schon jetzt können wir negative Entwicklungen eindämmen und Gewalt hintanhalten. Aber wir sind noch nicht am Ende. Wir sind unterwegs und müssen zugeben und uns bewusst bleiben, dass wir es noch nicht geschafft haben, dass wir noch nicht fertig sind.
Es ist wichtig für das Christentum diese Spannung zwischen schon jetzt und noch nicht aufrecht zu erhalten. Wer behauptet, wir sind schon am Ziel, wir haben die gute Welt schon hergestellt, läuft Gefahr, alles Unvollkommene zu verleugnen und alle dem nicht entsprechenden Menschen auszugrenzen und zu diffamieren. Das führt in die Diktatur. Jede Ideologie und sei sie noch so vielversprechend kann zur unterdrückerischen Gewaltherrschaft entarten.
Und wer sich im „noch nicht“ verbeißt, der oder die beraubt sich der Kraft, für bessere Zustände zu kämpfen. Wer nicht mehr glauben kann, dass etwas neu Werden und sich zum Besseren wenden kann, wird tatenlos zusehen und sich resigniert abwenden, wenn sich unsere Gesellschaft negativ entwickelt.
Nicht zufällig werden wir am Beginn des Advents zur Wachsamkeit aufgerufen. Nicht zufällig wird uns eine Welt vor Augen gestellt, wie sie sein sollte, damit alle Menschen gut und in Frieden leben können. Nicht zufällig wird aber auch auf die Spannung verwiesen, dass wir das noch nicht erreicht haben und uns nicht zurücklehnen und die Hände in den Schoß legen können.
Den Advent feiern heißt nicht nur, sich auf das Geburtsfest Jesu vorzubereiten mit allem was wir glauben, dass dazu gehört.
Advent feiern heißt, einen oder mehrere Schritte tun, damit wir dem näherkommen, was dieser Jesus gewollt hat und was er getan und gelehrt hat.
Advent feiern heißt auch sich zu engagieren, damit Liebe, Güte und Frieden das Leben aller Menschen in unserer Umgebung besser und lebenswerter machen.
Advent feiern heißt auf das schauen, was uns am Ende der Tage verheißen ist, und konkrete Schritte gehen, damit es jetzt schon Realität werden kann.
© Mag.a Dorothea Schwarzbauer-Haupt, Theologin, Diözese Linz.
In der dunklen Jahreszeit sorgen wir für viel Licht. Trotzdem bleibt das Leben für manchen Menschen dunkel. Gott kommt in unser Leben, um es hell zu machen.
Drei kleine Karten im Portmonee geben mir das Gefühl von Sicherheit. Bin ich wirklich so gut abgesichert? Der Advent bringt zum Ausdruck, dass ich nach Sicherheit anderer Art Ausschau halte und auf das Gehaltensein von Gott angewiesen bin.
Im Advent wird in vielen Menschen die stille Sehnsucht nach Gott wach. Dies ist eine Chance, dass wir mit ihnen unsere Freude an der Frohen Botschaft teilen und ihnen Herberge und Heimat bieten.
Die Christen der ersten christlichen Jahrhunderte lebten in ständiger Erwartung der Wiederkunft Christi. Für sie war diese nicht Bedrohnung sondern Erwartung der endgültigen Erlösung. Advent ist eine Zeit, in der wir uns im täglichen Leben der Gegenwart und Wiederkunft des Herrn bewusst sein wollen.
In der heutigen alttestamentlichen Lesung haben wir verheißungsvolle Worte des Propheten Jesaja gehört. Sie sagen eine Zeit des universalen Friedens an. Gott werde Recht sprechen im Streit der Völker und viele Nationen zurechtweisen. Nach diesen Gerichtsworten wird eine Zeit des Frieden vorausgesagt: "Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg" (Jes 2,4). An einer anderen Stelle dann hören wir Worte, die Jesaja an Gott richtet: "Du zerbrichst das drückende Joch, das Tragholz auf unserer Schulter und den Stock des Treibers. Jeder Stiefel, der dröhnend daher stampft und jeder Mantel, der mit Blut befleckt ist, wird verbrannt, wird ein Fraß des Feuers" (Jes 9, 3.f.).
Der historische Hintergrund war vor allem die Bedrohung Israels durch die Großmacht Assyrien zwischen 740 und 701 v. Chr. Dies weckte in Israel die Sehnsucht nach einer Zeit des Friedens. Hören wir noch einen weiteren Text, in dem das messianische Zeitalter sinnbildlich dargestellt wird als eine Wiederkehr paradiesischer Zustände: "Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten. Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange" (Jes 11,6-8).
Wenn wir uns indes vor Augen führen, welche zerstörerischen Kriege im Laufe der Menschheitsgeschichte geführt worden sind und wie sich gegenwärtig Völker bekriegen, wenn wir daran denken, wie in weiten Teilen der Welt Menschen unterdrückt und ausgebeutet werden oder wie Terroristen Angst und Schrecken verbreiten, dann erscheinen die prophetischen Verheißungen des Jesaja völlig utopisch. Was uns durch Jesaja verheißen ist, kann nur endzeitlich gedeutet werden. Gott wird die dem Propheten eingegeben Verheißungen am Ende dieser Weltzeit erfüllen, sie wahr machen.
Jesaja hat zwar als erster der Propheten dem Volke Israel einen künftigen Messias als Richter und Retter verheißen, doch ihm blieb verborgen, in welcher Weise sich dies in Jesus von Nazaret erfüllen sollte. Gott geht in Jesus einen Weg völliger Erniedrigung und menschlicher Ohnmacht. Schon in der Armseligkeit seiner Geburt, in seinem Auf-der Flucht-sein vor den Menschen kündigt sich sein künftiger Weg an, gezeichnet vom Unverständnis selbst seiner Freunde. Jesus ist anders Herr als die Herren dieser Welt, die Gewalt ausüben und auf Macht aus sind. "Mein Königtum", sagt Jesus dem Pilatus, "ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Aber mein Königtum ist nicht von hier" (Joh 18,36). In Jesus wollte Gott keine andere Macht zum Heil der Menschen ausüben als die Macht der Liebe. Über diese ohnmächtig erscheinende Liebe schreibt Dietrich Bonhoeffer: "Gott lässt sich von der Welt herausdrängen ans Kreuz. Gott ist ohnmächtig und schwach in der Welt. Und gerade so und nur so ist er bei uns."
Den Weg, wie Friede und Versöhnung unter den Menschen Wirklichkeit werden könnte, hat Jesus in den Seligpreisungen und in der Bergpredigt gewiesen. Es ist gut, sagt Jesus in der dritten Seligpreisung, wenn Menschen gewaltlos und freundlich miteinander umgehen. "Selig die Sanftmütigen" übersetzt Martin Luther die fünfte Seligpreisung (Mt 5,5). Sanftmut hat nichts mit Duckmäuserei oder Unterwürfigkeit zu tun. Im Gegenteil, sie ist entschiedenes Handeln; nämlich das Böse durch das Gute zu überwinden. (Röm 12,21).In der siebten Seligpreisung nennt Jesus diejenigen glücklich, die um den Frieden bemüht sind: die Friedfertigen. In der fünften so genannten Antithese der Bergpredigt wendet sich Jesus gegen ein Denken, das auf Vergeltung aus ist: "Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge, Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand" (Mt 5,38). Jesus hat in seinem Leben wahr gemacht, was er uns in der Bergpredigt nahe legt. Denen, die ihn dem Tode auslieferten, hat er keinen Widerstand geleistet.
Die Worte Jesu: "Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben" - "Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden", sie gelten all denen, die sich im Geiste Jesu für den Frieden einsetzen, sie gelten aber nicht weniger den Menschen, die, ohne Christen zu sein, friedlich und gewaltfrei Konflikte zu lösen versuchen. Sicher eignet sich die Bergpredigt nicht als Grundgesetz oder als Staatsverfassung. Doch sie hat mit ihren Weisungen auch Geltung für den gesellschaftlichen und politischen Bereich. Da, wo Menschen eintreten für größere soziale Gerechtigkeit, wo sie versuchen, wirtschaftliche Unrechtsstrukturen zu überwinden. Wo Krieg herrscht, wo aufgerüstet wird, wo Terroristen von ihren Gewalttätigkeiten nicht lassen, erscheint der Einsatz für den Frieden manchmal hoffnungslos. Dennoch gibt es viele Menschen, die sich in den weltweiten Konflikten um friedliche Lösungen bemühen und die sich nicht entmutigen lassen, wenn sie Rückschläge erleben.
Gemeint ist ein unter uns Menschen äußerst ungewöhnliches Verhalten. Ein neuer, vom Geist und der Gesinnung Jesu bestimmter Umgang miteinander. Was Jesus da empfiehlt, müsste uns einleuchten. Wenn wir den Regelkreis von Unrecht tun und Unrecht heimzahlen unterbrechen würden, könnte das der Gewalt Einhalt gebieten. Im Machtkampf der Völker und politischer Gruppen nur schwer zu verwirklichen. Leichter jedoch dort, wo wir miteinander leben.
Etty Hillesum, eine Jüdin aus den Niederlanden, war in ihrer Familie völlig ungläubig erzogen worden. Sie fand aber dann zu einer tiefen Gottesbeziehung, die ihr die Kraft verlieh, das, was in fürchterlicher Weise auf sie zukam, durchzustehen. Sie wurde zunächst wie auch Edith Stein von den Nazis in das Übergangslager Westerbrock gebracht. Später wurde sie in Auschwitz vergast. In den schon vor ihrer Deportation und später in Westerbrock fortgesetzten Tagebüchern schrieb sie am 23. September 1942: "Ich sehe keinen anderen Weg, als dass jeder von uns Einkehr hält in sich selbst und all das dasjenige in sich ausrottet und vernichtet, was ihn zu der Überzeugung führt, andere vernichten zu müssen. Wir müssen durchdrungen sein von dem Gedanken, dass jeder Funken Hass, den wir zu der Welt hinzufügen, sie noch unwirtlicher macht, als die ohnehin schon ist." Sie hatte allen Hass gegenüber denen, die sie quälten, überwunden. In der Hoffnung, dass sie überlebt, schreibt sie: "Nach diesem Krieg wird außer einer Flut von Humanismus auch eine Flut des Hasses über die Welt gehen. Und dann wusste ich es wieder: Ich werde gegen diesen Hass zu Felde ziehen." Ohne Zweifel hätte sie hätte jeden Rachegedanken in ihrem Herzen ausgelöscht. Sie und viele andere, haben im Geiste Jesu eine Praxis der Gewaltlosigkeit und Entfeindung geübt.
Wenn wir auf die Menschen schauen, die bei allem Hass vonseiten ihrer Feinde und Unterdrücker nicht auf Rache aus waren, so könnten sie uns ein Ansporn sein. Dass wir dort, wo wir miteinander leben, uns nach Kräften, im Maße unserer Möglichkeiten um Frieden und Versöhnung bemühen. Dass wir das Böse nicht mit Bösen vergelten. Dies wird uns indes nur gelingen, wenn wir auf den setzen, der sich mit seiner ganzen verschwenderischen Liebe für uns Menschen hingegeben hat. Martin Luther King, der für die Menschenrechte der schwarzen Bevölkerung in den USA unermüdlich gekämpft hat, ohne selber Gewalt anzuwenden, war der Überzeugung: "Wenn wir uns nicht auf Gott verlassen, scheitern alle unsere Bemühungen. Aber wenn sein Geist unser Leben verwandelt, finden wir Lösungen für unsere Schwierigkeiten."
Papst Paul VI. hat einmal gesagt, dass es uns nicht gelingt, in der großen Welt abzurüsten, wenn wir nicht in unserem Herzen damit beginnen. Wo wir da, wo wir leben, friedlich und versöhnlich miteinander umgehen, wo wir zum Frieden und zur Versöhnung bereit sind, da wird dies Auswirkung haben auf den politischen und gesellschaftlichen Bereich. Wir können das unermessliche Leid der Welt nicht auf uns laden. Doch wir können denen, die unter Terror und Ungerechtigkeit leiden, innerlich zugewandt sein mit unseren Gedanken, nicht zuletzt mit unseren Gebeten für sie. Ist nicht gerade die Zeit des Advents dazu angetan, dem in unserem Herzen Raum zu geben - vielleicht mehr als bisher.
Lieder:
GL 218: Macht hoch die Tür
GL 219: Mache dich auf und werde licht
GL 220: Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern
GL 221: Kündet allen in der Not
GL 223: Wir sagen euch an den lieben Advent
GL 225: Wir ziehen vor die Tore der Stadt
GL 230: Gott, heilger Schöpfer aller Stern
GL 231: O Heiland, reiß die Himmel auf (1. und 4. Str.)
GL 233: O Herr, wenn du kommst, wird die Welt wieder neu
GL 435: Herr, ich bin dein Eigentum (4. Str.)
GL 549: Es wird sein in den letzten Tagen
GL 554: Wachet auf, ruft uns die Stimme
GL 621: Hört, eine helle Stimmer ruft
GL 792Ö: Herr, sende, den du senden willst
GL 793Ö: Werdet Licht, werdet Licht
GL 798Ö: O Komm, o komm, Emmanuel
Kehrverse und Psalmen:
GL 47: In den Tagen des Herrn sollen Gerechtigkeit blühen und Fülle des Friedens – Mit Psalm 72 - V.
GL 48: Biete deine Macht auf, Herr unser Gott, und komm, uns zu retten – Mit Psalm 80 - I.
GL 64: Die ihr ihn fürchtet, vertraut auf den Herrn! Er ist euch Schild und Hilfe – Mit Psalm 115 - II.
GL 76: Der Herr ist nahe allen, die ihn rufen – Mit Psalm 145 - I.
GL 264,2 : Der Herr ist das Licht, die Völker zu erleuchten, du deines Volkes Herrlichkeit - Mit Psalm 122 (GL 68,2) - VII, VI.
GL 633,3: Hebt euch, ihr Tore, hebt euch, ihr Tore! Unser König kommt – Mit Psalm 24 - VI.
GL 633,5-6: Frieden verkündet der Herr seinem Volk. Sein Heil ist nahe. - Mit Psalm 85 - II.
Advent – das klingt nach Lichterglanz, Plätzchenduft und leiser Musik. Aber der Advent der Bibel beginnt anders: mit einem Weckruf Gottes. Nicht im Kuschelmodus, sondern wie ein Wecker, der sagt: „Wacht auf! Es ist Zeit!“
Viele starten den Tag mit der Snooze-Taste: „Nur noch fünf Minuten …“ Auch im Glauben kann das passieren: „Später bete ich, später engagiere ich mich, später kümmere ich mich um andere …“ Heute – am 1. Advent – ruft Gott hinein in diese Müdigkeit: Das Licht ist näher, als du denkst. Fang heute an, wach zu leben.
Der Adventskranz hilft, diesen Weg sichtbar zu gehen. Seine runde Form erinnert an Gottes Treue, sein Grün an Hoffnung, die nicht vertrocknet, und jede Kerze steht für ein Stück mehr Licht – in dieser Welt und in unserem Leben.
Zu Beginn dieses Gottesdienstes wollen wir den Adventskranz segnen und die erste Kerze entzünden. Bitten wir Gott, dass er Herzen und Sinne weckt – weg vom „Snooze-Modus“ hin zu einem wachen Glauben.
(Ich lade ein dazu aufzustehen.)
Guter Gott,
du bist das Licht, das keine Nacht auslöscht.
Segne † diesen Adventskranz,
das Grün, das von deiner Hoffnung erzählt,
und die Kerzen, die nach und nach heller werden.
Wenn in diesen Wochen das Licht auf diesem Kranz wächst,
stärke den Glauben, vertiefe die Sehnsucht nach deinem Kommen,
wecke den Mut zu kleinen Schritten der Liebe
und mach die Kirche wach für deine Zukunft.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.- Amen.
Jetzt wird die erste Kerze entzündet –
ein kleines Licht, aber ein klares Zeichen:
Gott fängt klein an, mitten im Gewohnten,
und sagt: „Wach werden – mein Licht ist unterwegs zu euch.“
(Währenddessen kann ein kurzer Kehrvers gesungen werden, oder:)
V: Christus, Licht der Welt.
A: Dank sei Gott.
„Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde, heute wird getan oder auch vertan, worauf es ankommt, wenn er kommt“ (Lied von Alois Albrecht und Ludger Edelkötter): Dieses Lied bringt es auf den Punkt: jetzt müssen wir wachsam sein, und dieses Jetzt ist eigentlich immer.
Wir haben uns gut eingebettet im Wochen- und Jahreslauf: sonntags ist die Zeit zu beten, Eucharistie zu feiern, in sich zu gehen, und in der Woche gehen wir unserem Alltag nach. In der Fastenzeit breiten wir uns auf Ostern vor, in der Adventszeit auf Weihnachten. – Letzteres ist ziemlich bestimmt von Äußerlichkeiten.
Ich erinnere mich da an eine Diskussion in unserer Pfarre, als wir den Advent anders gestaltet haben und im Zuge dessen es zwar vier Adventskerzen gab, dick und rot, aber eben keinen Kranz. Den Aufstand, der da durch die Gemeinde ging, und zwar quer durch alle Gruppierungen von höchst fortschrittlich bis total konservativ, werde ich, glaube ich, in meinem Leben nicht vergessen. Also: Advent bitte traditionell und gemütlich, dann aber gerne auch spirituell.
Den Rest des Jahres leben wir so vor uns hin, mit dem "Jetzt" werden wir selten konfrontiert, an ehesten noch, wenn Menschen überraschend sterben.
Jesus reicht das nicht. Er will, dass wir vorbereitet sind. Wir können unser Christsein nicht verschieben aufs Wochenende oder die geprägten Zeiten. Wir können nicht nur Christ sein in Gottesdiensten und Kirchen. Christsein ist die Anfrage an unser Leben: Jetzt müssen wir da, wo wir stehen, in der Nachfolge leben. Weil jetzt nicht in der Vergangenheit liegt, aber eben auch nicht in der Zukunft, sondern in der Gegenwart. Vielleicht ist der erste Advent ein guter Zeitpunkt, dieses Jetzt fest mit in unseren Alltag zu nehmen: heute, morgen, übermorgen und über Advent und Weihnachten hinaus.
© Edith Furtmann, familie.furtmann@t-online.de
Mit dem Beginn des Advents verbinden viele Menschen Stress und Hektik, um alle Vorbereitungen und Erwartungen an ein gelungenes und harmonisches Weihnachtsfest unter einen Hut zu bringen.
Die Lesungen dieses Sonntages wollen unseren Blick in eine andere Richtung lenken. Der Advent ist jedes Jahr wieder eine Chance, kleine Schritte zu machen, damit die Welt ein bisschen besser wird, damit Menschen so leben können, wie Jesus es uns vorgelebt hat. Das utopische Zukunftsbild aus dem Buch Jesaia kann uns dabei eine Hilfe sein.
Wenden wir uns Jesus zu, der in unserer Mitte ist:
© Mag.a Dorothea Schwarzbauer-Haupt, Theologin, Diözese Linz.
Herr Jesus Christus,
du rufst aus dem Schlaf der Gewohnheit,
in dem Menschen die Zeichen der Zeit überhören.
Herr, erbarme dich.
Christus, du Licht der Welt,
du willst eine Kirche, die kleiner, klarer und wacher ist,
in der dein Evangelium mehr gilt als Strukturen und Zahlen.
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du klopfst an die Türen der Herzen,
damit Vertrauen wächst, Mut zur Umkehr reift
und deine Zukunft heute beginnt.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
lass uns wachsam sein, wenn wir in unseren Mitmenschen Dir begegnen.
Herr, erbarme Dich.
Lass uns wachsam sein, wenn wir in Gebet und Stille Dir gegenübertreten.
Christus erbarme Dich.
Lass uns wachsam sein und hören auf Dein Wort.
Herr, erbarme Dich.
© Edith Furtmann, familie.furtmann@t-online.de
Herr, Jesus Christus,
du hast dich aus der väterlichen Liebe senden lassen,
als „deine Zeit, deine Stunde“ gekommen war.
Herr, erbarme dich.
Als die Zeit reif war, hast du dich uns Menschen offenbart
und das Leben vorgelebt, das dem väterlichen Willen entsprach.
Christus, erbarme dich.
Als die Stunde von Leid und Tod kam,
hast du gesprochen: „Vater, dein Wille geschehe“.
Herr, erbarme dich.
Jesus,
du möchtest eine Welt voll Frieden und gegenseitiger Wertschätzung.
Herr erbarme dich unser.
Jesus,
du rufst uns auf, wachsam zu sein,
um Gutes zu stärken und Negativem entgegentreten zu können.
Christus erbarme dich unser.
Jesus,
du wirst wiederkommen und uns alle erlösen.
Herr, erbarme dich unser.
© Mag.a Dorothea Schwarzbauer-Haupt, Theologin, Diözese Linz.
Herr, unser Gott,
alles steht in deiner Macht;
du schenkst das Wollen und das Vollbringen.
Hilf uns, dass wir auf dem Weg der Gerechtigkeit
Christus entgegengehen
und uns durch Taten der Liebe
auf seine Ankunft vorbereiten,
damit wir den Platz zu seiner Rechten erhalten,
wenn er wiederkommt in Herrlichkeit.
Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 1. Adventsonntag
Rüttle unsere Herzen auf, allmächtiger Gott,
damit wir deinem Sohn den Weg bereiten
und durch seine Ankunft fähig werden,
dir in aufrichtiger Gesinnung zu dienen.
Darum bitten wir durch ihn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 2. Donnerstag im Advent
Guter Gott,
am Beginn dieses Advents
treten wir vor dich mit unserer Müdigkeit, unseren Sorgen,
mit unserer Sehnsucht nach Licht.
Du rufst uns: „Wacht auf! Es ist Zeit!“
Wecke in uns die Hoffnung,
dass deine Zukunft größer ist als alle Krisen,
stärker als Angst und Resignation.
Schenk uns wache Augen für die Menschen neben uns,
und ein weites Herz, das sich von dir bewegen lässt.
So begleite diesen Gottesdienst,
unser Hören auf dein Wort
und unseren Weg durch den Advent.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unser Licht und unsere Hoffnung,
heute und alle Tage bis in Ewigkeit. - Amen.
Vater im Himmel,
deine Zusage, stets bei uns zu sein,
gilt für jede Stunde – ja, jeden Augenblick.
Schenke uns in diesem Gottesdienst,
dass wir etwas erspüren von deiner Nähe zu uns
und mache uns bereit, dich als den GOTT MIT UNS
in dieser Welt mit frohem Herzen zu verkünden.
Das erbitten wir mit Jesus Christus,
deinem menschgewordenen Wort. – Amen.
Lasst uns zu Christus beten, der als Licht in unsere Welt kommt.
Für unsere Welt in Unruhe:
für alle Länder, in denen Krieg, Terror und Gewalt den Alltag bestimmen, für die Menschen in der Ukraine, im Nahen Osten und überall, wo Menschen um ihr Leben fürchten.
Schenke Verantwortlichen den Mut zu gerechten Entscheidungen und Wege zum Frieden.
Christus, Licht der Welt: Wir bitten dich, erhöre uns.
Für alle, die unter den Folgen der Klimakrise leiden, für die Opfer von Unwettern, Dürren und Umweltzerstörung, und für alle, die an einer nachhaltigen Zukunft arbeiten.
Öffne Herzen und Hände, damit wir deine Schöpfung achten und Verantwortung übernehmen – im Großen wie im Kleinen.
Für deine Kirche:
dass sie in dieser Zeit der Umbrüche nicht resigniert, sondern sich von deinem Evangelium erneuern lässt –
einfacher, glaubwürdiger, näher bei den Menschen, wach für dein Wort und für die Nöte der Welt.
Für unseren Pastoralen Raum und unsere Gemeinden:
für alle, die sich engagieren, oft im Verborgenen, für die Suchenden und Zweifelnden, für Kinder, Jugendliche und Familien.
Lass unsere Gemeinden Orte des Lichts werden, wo Menschen angenommen werden und Hoffnung finden.
Für alle, die sich allein fühlen:
für Kranke, Trauernde, Überlastete, für Menschen, die in diesen Tagen keinen Grund zur Freude sehen.
Schenke ihnen Menschen an der Seite und lass sie spüren, dass du sie nicht vergisst.
Für uns selbst, die wir den Advent beginnen:
dass wir uns nicht im Äußeren verlieren, sondern innerlich wach werden für dich, Räume der Stille suchen, dein Wort hören und den Mut zu kleinen Taten der Liebe finden.
Für unsere Verstorbenen:
besonders für jene, an die wir heute im Besonderen denken (N.N. - kurze Stille):
Nimm sie auf in dein Licht und deinen Frieden und tröste alle, die um sie trauern.
Guter Gott,
du kennst unsere Welt und unsere Herzen.
Nimm unsere Bitten an und lass dein Licht in dieser Adventszeit stärker leuchten – in deiner Kirche, in unserer Gemeinde und in jedem von uns.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. -Amen.
In der Welt, in der wir gegenwärtig leben, ist es ziemlich dunkel geworden. Umso dringlicher und lauter wird unser Ruf nach einem Retter. Im Glauben erwarten wir ihn in Jesus Christus.
In Vorbereitung auf das Fest seiner Geburt bitten wir ihn:
Herr Jesus komm!
Hilf deiner Kirche ein Raum für alle zu werden, die nach Glauben und Vertrauen suchen und in denen du wirksam werden kannst.
Lenke die Staaten, in denen Recht durch Macht ersetzt wird und Krieg eine Option der Politik geworden ist, auf den Weg zum Frieden.
Hilf uns in gemeinsamer Anstrengung aus den durch Kriegs- und Umweltschäden auf Generationen hinaus zerstörten Landstrichen wieder fruchtbares Ackerland zu machen, deren Bewirtschaftung Leben sichert.
Heile alle unsere Beziehungen, in denen wir einander nichts mehr zu sagen haben, lass wieder Achtung und gegenseitige Aufmerksamkeit wachsen und gib uns den Mut, wieder Schritte aufeinander zu zumachen.
Schenke unseren Verstorbenen in Erwartung deines göttlichen Lichts das ewige Leben bei dir.
Denn durch dein Kommen besiegst du unsere Dunkelheit und machst auch uns zu Boten deines Lichts. - Amen.
Herr Jesus Christus,
du ermahnst uns zur Wachsamkeit.
Wir bitten Dich:
Für alle Menschen, die glauben, Raketen und Panzer seien der richtige Weg, die Welt neu zu ordnen.
Für alle Menschen, die meinen, dass es ihr Verdienst ist, in ein reiches Land hineingeboren zu sein.
Für alle Menschen, die erst einmal an sich selber denken und dadurch den Blick auf andere verlieren.
Für alle Menschen, die im Lichterglanz der Versprechungen den Sinn der Adventszeit verloren haben.
Für alle Menschen, denen es auch dieses Jahr nicht gelingt, die Adventszeit besinnlicher zu gestalten.
Für alle Menschen, die auf Hilfe anderer angewiesen sind.
Für alle Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten und bei uns in einer Mehrklassengesellschaft gelandet sind.
Für uns, die wir unter den Anforderungen und Verlockungen unserer Tage unser Christsein gerne auf geeignetere Zeiten verschieben.
Für alle, die Dich suchen, innerhalb und außerhalb unserer Kirche.
Für alle Verstorbenen, die wir bei dir geborgen wissen.
Herr Jesus Christus, wir wissen nicht, wann Du kommst.
Wir wollen mit Deiner Hilfe versuchen, wachsam zu bleiben. – Amen.
© Edith Furtmann, familie.furtmann@t-online.de
Guter Gott,
zu Beginn des Advents wenden wir uns an dich, um Die die Fürbitten vorzutragen.
Unsere Zeit ist geprägt von Krieg und Krisen.
Gib allen einen wachsamen Blick, damit wir einander Gutes tun.
Gott, unser Vater: Wir bitten Dich, erhöre uns.
Schenke den Verantwortlichen ein wachsames Herz, damit sie sich für den Frieden einsetzen.
Die Kirche ist in unseren Ländern in einer großen Krise.
Rüttle die Gläubigen wach, dass sie das Angesicht der Erde und der Kirche positiv verändern.
Der Advent ist geprägt von Vorbereitung, Begegnungen.
Gib in alles Deine Liebe und Ewigkeit hinein, damit alles glückt.
Advent bedeutet Abenteuer.
Lass die Kinder eine schöne und abenteuerliche Adventszeit erleben.
Advent bedeutet Zukunft jetzt und in Ewigkeit.
Schenke unseren Verstorbenen das ewige Licht.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang so auch jetzt und in Ewigkeit. - Amen.
Gütiger und treuer Gott mit Jesus deinem Sohn bitten wir dich:
für alle Menschen, die sich in diesen Wochen auf das Weihnachtsfest vorbereiten.
für die politisch Tätigen, damit sie sich für eine friedliche Welt engagieren.
für jene, die in den Medien die öffentliche Meinung beeinflussen,
dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst sind.
für alle, die nicht mehr an eine bessere Zukunft glauben können und den Kopf in den Sand stecken.
für jene, die wachsam sind und wahrnehmen können, wo und wann sich Dinge zum Schlechteren oder Besseren entwickeln.
für unsere Verstorbenen und ihre Angehörigen
Gott du wendest dich uns liebevoll zu.
Wir vertrauen dir alle unsere Sorgen und Anliegen an. – Amen.
© Mag.a Dorothea Schwarzbauer-Haupt, Theologin, Diözese Linz.
Das Tempo, mit dem Entwicklungen vor sich gehen, bereitet uns im Alltag oft Angst und Sorgen. Gelebter Glaube kann dabei ein Weg zur Bewältigung dieser Verunsicherung sein. Bei Gott ist nichts unmöglich. Er kann dort wirken, wo wir bereit sind, ihm in unserem Leben Raum zu geben.
So bitten wir: „Herr, lass uns wandeln in deinem Licht!“
Unser Weg als Christin und Christ beginnt mit der Taufe.
So bitten wir:…
In einer global vernetzten Welt können wir uns nicht vor Ungerechtigkeit, Freiheitsberaubung, Gewalt und Naturkatastrophen, die andere betreffen, verschließen.
So bitten wir:…
Korruption, Freunderlwirtschaft und Missbrauch von Steuergeld zerstören den solidarischen Zusammenhalt einer Gesellschaft.
So bitten wir:…
In den Wochen des Advents wird uns einerseits unsere Sehnsucht nach Besinnung und Orientierung bewusst, andererseits ist diese Zeit völlig überlagert mit Terminen und Vorhaben.
So bitten wir:…
Der Nähe zu dir in deinem Reich leben und sterben wir entgegen.
So bitten wir:…
Herr, unser Gott!
Du schenkst das Wollen und das Vollbringen.
Dein Heiliger Geist leite uns in den kommenden Wochen, in denen wir uns auf das Fest der Menschwerdung Jesu vorbereiten.
In ihm und durch ihn preisen wir dich und rühmen dich jetzt und in Ewigkeit. - Amen.
Wer in der Dunkelheit mancher seiner Lebensstunden nach der Weisung des Herrn für sein Leben sucht, wird am Ende auch in seinem Licht ankommen.
Lasst uns miteinander und für einander beten:
Dass wir uns als eine missionarische Kirche erweisen,
die allen offen steht, die am Weg zu dir sind.
Dass deine Friedensbotschaft besonders jene Menschen erreicht,
die politischen und ethnischen Verfolgungen ausgesetzt sind.
Dass wir wach und hellhörig für die Probleme unserer Mitmenschen in unserer nächsten Umgebung und in der globalen Welt sind.
Dass diese Wochen des Advents getragen sind von unserer Sehnsucht nach dir und vom Bewusstsein deiner Sehnsucht nach uns.
Dass alle Sterbenden bereit und getröstet auf ihr ewiges Heil bei dir zugehen können.
Denn du hast uns deine ganze Schöpfung anvertraut.
Dich bitten wir um den Frieden und das Licht,
das nur du der Welt schenken kannst,
durch Jesus Christus, unseren Messias und Retter. - Amen.
Herr, Jesus Christus,
Krisen, ungelöste Konflikte, Kriege und Katastrophen
beunruhigen uns und machen uns Angst.
In unserer Not wenden wir uns an Dich:
Wir bitten dich für alle Menschen,
die an den Folgen von Naturkatastrophen leiden.
Lass sie Helfer finden, die ihnen einen neuen Anfang ermöglichen.
Wir bitten dich für alle Menschen,
die durch die Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten Monate
ihre Lebensgrundlagen verloren haben.
Lass sie Gerechtigkeit und Solidarität erfahren.
Wir bitten dich für alle,
die im öffentlichen Leben Verantwortung tragen
und in schwierigen Situation Entscheidungen zu treffen haben.
Befähige sie, über ihre eigenen Interessen hinauszuschauen.
Wir bitten dich für alle Menschen,
die unheilbar und lebensgefährlich krank sind.
Gib ihnen die Kraft, ihr Schicksal zu bewältigen.
Wir bitten dich für alle Menschen,
die in der Vorweihnachtszeit besonderen Belastungen ausgesetzt sind.
Lass sie das Gespür für das wirklich Wichtige und Wesentliche nicht verlieren.
Du, Herr, stehst über der Zeit,
du kannst uns retten und erlösen.
Komm, Herr, und zögere nicht!
Allmächtiger Gott,
alles, was wir haben, kommt von dir.
Nimm die Gaben an, die wir darbringen.
Mache sie für uns in diesem Leben
zum Sakrament der Erlösung
und rufe uns an deinen Tisch im kommenden Reich.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 1. Adventsonntag
Herr, nimm unsere Gaben an
und mache sie uns zum Sakrament der Erlösung.
Reinige uns von allen Sünden,
damit wir besonnen und gerecht in dieser Welt leben
und die Ankunft unseres Retters
Jesus Christus erwarten,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Amen.
MB Auswahl 11
Guter Gott,
wir bringen Brot und Wein zu deinem Altar
und mit ihnen alles, was unser Leben jetzt ausmacht:
unsere Müdigkeit und unsere Sehnsucht,
unsere Sorgen um die Welt und unsere Hoffnung auf deine Zukunft.
Nimm diese Gaben an
und verwandle sie in das Zeichen deiner Nähe.
Stärke durch dieses Mahl deine Kirche,
damit sie klarer aus deinem Evangelium lebt,
wach wird für dein Wort
und den Menschen ein Licht der Hoffnung ist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.– Amen.
Altargebet bei einer Wort-Gottes-Feier
Wahrhaft würdig ist es,
dich zu preisen, Gott,
du Quelle allen Lebens und allen Lichts.
In Christus schenkst du deiner Kirche Hoffnung,
auch mitten in einer Welt voller Unruhe,
Kriege, Krisen und Angst.
Du rufst in die Dunkelheit hinein
und öffnest Wege in deine Zukunft.
In diesen Tagen des Advents stärkst du die Erwartung,
dass dein Reich von Frieden und Gerechtigkeit nicht ein Traum bleibt,
sondern mitten in der Geschichte wächst.
Darum danken wir dir
und stimmen ein in das Lob deiner Engel und Heiligen
und rufen mit ihnen:
Heilig, heilig, heilig…
Ja, heiliger Gott,
du bist nahe in deinem Sohn Jesus Christus.
In seinem Wort, das wir hören,
und in der Gemeinschaft, die er stiftet,
erkennen wir dein Gesicht
und deine Liebe zu dieser Welt.
Er hat uns gezeigt,
wie du gedacht hast:
eine Kirche, die dient,
die Wunden berührt,
die Frieden sucht,
die an deiner Seite bleibt bei den Geringen.
Sende deinen Heiligen Geist
über diese Gemeinde,
versammelt in deinem Namen.
Dieser Geist öffne die Herzen,
nehme die Angst,
stärke Vertrauen
und entzünde die Sehnsucht nach deinem Reich.
Wenn wir gleich den Leib Christi empfangen,
den du deiner Kirche im Sakrament der Eucharistie anvertraut hast,
erschließe tiefer die Gemeinschaft mit dir
und untereinander.
Mach aus diesem Mahl ein Zeichen deiner Nähe:
für die Zweifelnden, die Müden, die Suchenden,
für alle, die nach Halt und Richtung fragen.
Gedenke deiner Kirche auf der ganzen Erde.
Führe sie auf den Weg der Erneuerung,
damit sie glaubwürdig Zeugnis gibt für dein Evangelium,
kleiner und schlichter vielleicht,
aber klarer im Hören auf dein Wort
und mutiger im Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden.
Gedenke aller,
die Verantwortung tragen in Politik und Gesellschaft.
Öffne Augen und Gewissen,
damit Entscheidungen dem Leben dienen
und bedrohten Menschen Schutz und Zukunft eröffnet wird.
Gedenke der Kranken,
der Einsamen, der Trauernden
und aller, an wir heute besonders denken (kurze Stille).
Sei ihnen nahe und schenke Menschen,
die mittragen, zuhören, trösten.
Gedenke der Verstorbenen und all jener,
deren Namen nur du kennst. Vollende sie in deinem Licht
und tröste die, die um sie trauern.
Darum bitten wir dich, Gott, durch Jesus Christus, deinen Sohn:
Durch ihn schenkst du Leben,
durch ihn erneuerst du die Kirche,
durch ihn führst du deine Welt
dem Ziel deiner Liebe entgegen.
Durch ihn und mit ihm und in ihm
ist dir, Gott, allmächtiger Vater,
in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes
alle Herrlichkeit und Ehre,
jetzt und in Ewigkeit.
(für Wortgottesdienstfeiern)
Kehrvers:
Singt dem Herrn, alle Lander der Erde,
singt dem Herrn und preist seinen Namen.
(GL 54,1)
Guter Gott und Vater,
wir haben Grund, dir zu danken und dich zu preisen.
Du bist uns nahe mit deinem Heil.
Die Nacht ist vorgerückt und dein Tag ist nahe.
Kehrvers
Zu dir strömen alle Völker,
viele Nationen machen sich auf den Weg zu dir.
Du zeigst uns die Wege die wir gehen sollen,
dein Wort gibt uns Weisung, wie wir leben sollen.
Kehrvers
Du sprichst Recht im Streit der Völker,
du weist die Nationen zurecht.
Wer deine Wege geht, übt nicht mehr für den Krieg,
sondern schmiedet die Waffen zu Pflugscharen.
Kehrvers
Du mahnst uns zur Wachsamkeit
und dass wir uns bereit halten,
wenn der Menschensohn kommt,
um uns heimzuholen in sein Reich.
Kehrvers
Mit den Engeln und Heiligen stimmen wir ein
in den Lobgesang der ganzen Schöpfung
und singen dir zum Dank:
Danklied, z. B.: SSingt dem Herrn ein neues Lied (GL 409)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn in seinem ersten Kommen
hat er sich entäußert
und ist Mensch geworden.
So hat er die alte Verheißung erfüllt
und den Weg des Heiles erschlossen.
Wenn er wiederkommt
im Glanz seiner Herrlichkeit,
werden wir sichtbar empfangen,
was wir jetzt mit wachem Herzen gläubig erwarten.
Darum preisen wir dich
mit allen Engeln und Heiligen
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Advent 1
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen dich
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Ihn hast du der verlorenen Menschheit
als Erlöser verheißen.
Seine Wahrheit leuchtet den Suchenden,
seine Kraft stärkt die Schwachen,
seine Heiligkeit bringt den Sündern Vergebung.
Denn er ist der Heiland der Welt,
den du gesandt hast, weil du getreu bist.
Darum preisen wir dich
mit den Cherubim und Serafim
und singen mit allen Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Advent 3
Wieder ist die Zeit da,
die Advent heißt.
Ein Kirchenjahr fängt neu an
und wir sollen uns erinnern lassen
an die Ankunft des Messias.
Wir sollen uns erinnern lassen
an die Liebe Gottes zu uns Menschen.
Werden wir die Zeit nützen?
Oder werden wir am Ende dieser vier Wochen
auch in diesem Jahr wieder
so unverändert, so unverbessert,
so träge im Guten sein,
wie viele Jahre davor?
Werden wir als Christinnen, als Christen erkennbarer sein,
weil wir mehr Hoffnung ausstrahlen,
weil wir friedvoller,
gerechter geworden sind,
liebevoller miteinander umgehen?
Gütiger Gott,
hilf uns die Zeit zu nutzen,
damit du uns vorbereitet findest,
Wenn du kommst.
Herr, unser Gott,
du hast uns an deinem Tisch
mit neuer Kraft gestärkt.
Zeige uns den rechten Weg
durch diese vergängliche Welt
und lenke unseren Blick auf das Unvergängliche,
damit wir in allem dein Reich suchen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 1. Adventsonntag
Samstag der 4. Woche
Guter Gott,
du hast zu uns gesprochen,
du hast uns gerufen, wach zu werden
für dein Wort und für die Menschen um uns.
Lass das, was wir heute gehört und gefeiert haben, nicht an der Kirchentür stehen bleiben.
Mach unsere Herzen aufmerksam für die leisen Zeichen deiner Nähe im Alltag,
für Menschen, die unsere Zeit, unseren Blick, unsere Hilfe brauchen.
Stärke in deiner Kirche den Mut zur Erneuerung, zur Klarheit und zur Liebe,
damit sie ein glaubwürdiges Zeichen deiner Hoffnung bleibt.
Begleite uns auf unserem Weg durch den Advent:
in unseren Häusern und Familien,
am Arbeitsplatz, in der Schule
und überall dort, wo wir leben.
Du bist der Gott der Zukunft,
der uns entgegenkommt.
Bleibe bei uns mit deinem Licht,
heute, morgen und alle Tage unseres Lebens.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. - Amen.
Vater im Himmel,
schenke uns in der vor uns liegenden Adventszeit
die Bereitschaft, neue Zugänge zu suchen,
dass dein Sohn mit seiner frohmachenden Botschaft
auch bei uns ankommen kann.
Dir sei unser Lob und Dank,
mit deinem Sohn, Jesus Christus, und dem Hl. Geist. – Amen.
Was ich dir wünsche zum Advent
ein Licht, das leuchtet
eine Hoffnung; die trägt,
ein Wort, das stärkt,
eine Hand, die wärmt,
ein Lied, das klingt,
ein Kind, das lächelt,
einen Stern auf dem Weg,
ein Ziel vor den Augen,
einen Engel, der dich beschützt,
eine Freude im Herzen,
die nicht vergeht.
Ilse Pauls
Wer wachen und schweigen und warten kann, kann schon jetzt erfahren, dass der Advent geheimnisvoll das scheinbar Unerfahrbare Gottes erfahren lässt. Nur muss man eben adventlich gelernt haben, dass die Leere der Enttäuschung, des Misserfolges, der Verlassenheit, wenn man Ohren des Glaubens hat, erfüllt ist von der ewigen Zusage Gottes, in der er nicht dieses oder jenes, was uns gefiele, zusagt, sondern überschwänglich alles in einem: sich selbst, den ewigen, heiligen, liebenden und vergebenden Gott.
Karl Rahner in: Das große Kirchenjahr. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien.
gott
die tage werden immer kürzer
die dunkelheit wird immer länger
lass uns darin die chance sehen
zum atemholen zu kommen
gott
der advent ist eine zeit des wünschens
wir können uns selbst und andere
besser kennenlernen und uns einfühlen
wir dürfen einander kostbar sein
gott
die rührseligkeit kann uns öffnen
für die not des nächsten und der welt
die finsternis lehrt uns achtsamkeit
und die notwendigkeit aktiv zu sein
gott
wenn es die zeiten zulassen
gibt es treffen und feiern
gemeinsamkeit ist lebenswichtig
machen wir unser herz weit für gott
Michael Lehmler 2022
a lle herzen warten auf
d ich - bist du der halt im
v orübergang - sind wir
e ingeschrieben in das
n etz deiner liebe und
t räume - glauben wir
Michael Lehmler 2022
a nderswo als
d iesseits will ich sein -
v ielerorts heimatlos -
e ndlich kamst du in mein
n iemandsland und
t eiltest mein los
Michael Lehmler 2022
spüren Sie sie vielleicht auch
diese Glocke
die sich
wie ein zu dicker Ballon
über uns spannt
unter der sich
die Belastungen dieser Zeit
breit machen
und
die Schreie von Not und Leid
von allen Wänden widerhallen
in der wir uns
wie gefangen fühlen
wie eingekerkert in uns selbst
zu so vielen Zeiten
haben die Menschen so empfunden
anders als wir
und
doch gleich
in der Schwere der Belastungen
doch sie machten sich auf -
oft auf langen Wegen -
zu entkommen
doch sie bauten ein Schiff
das über die Flut trägt
alle nicht wissend
ob die Hoffnung sich erfüllt
aber sie bewegten sich
der Hoffnung entgegen
bin ich bereit
meinen Ballon platzen zu lassen
damit sein Stunde kommen kann
vielleicht wird es auch nur
eine Minute
eine kleine Ahnung
vom Göttlichen
vom GOTT MIT UNS
gebe ich dem eine Chance
damit Advent
SEINE ANKUNFT
in mir werden kann
Beatrix Senft 2022
Ref.: Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde.
Heute wird getan oder auch vertan,
worauf es ankommt, wenn er kommt
1) Der Herr wird nicht fragen:
Was hast du gespart,
was hast du alles besessen?
Seine Frage wird lauten:
Was hast du geschenkt,
wen hast du geschätzt um meinetwillen?
2) Der Herr wird nicht fragen:
Was hast du gewusst,
was hast du Gescheites gelernt?
Seine Frage wird lauten:
was hast du bedacht,
wem hast du genützt um meinetwillen?
3) Der Herr wird nicht fragen:
Was hast Du beherrscht,
was hast Du Dir unterworfen?
Seine Frage wird lauten:
Wem hast Du gedient,
wen hast du umarmt, um meinetwillen?
4) Der Herr wird nicht fragen:
Was hast Du bereist,
was hast Du Dir leisten können?
Seine Frage wird lauten:
Was hast Du gewagt,
wen hast Du befreit um meinetwillen?
5) Der Herr wird nicht fragen:
Was hast Du gespeist,
was hast Du Gutes getrunken?
Seine Frage wird lauten:
Was hast Du geteilt,
wen hast du genährt um meinetwillen?
6) Der Herr wird nicht fragen:
Was hast Du geglänzt,
was hast Du Schönes getragen?
Seine Frage wird lauten:
Was hast Du bewirkt,
wen hast Du gewärmt um meinetwillen?
7) Der Herr wird nicht fragen:
Was hast Du gesagt?
Was hast Du alles versprochen?
Seine Frage wird lauten:
Was hast Du getan,
wen hast Du geliebt um meinetwillen?
8) Der Herr wird nicht fragen:
Was hast Du erreicht,
was hast Du Großes gegolten?
Seine Frage wird lauten:
Hast du mich erkannt?
Ich war dein Bruder um deinetwillen!
Text: Alois Albrecht, Melodie: Ludger Edelkötter
https://www.evangeliums.net/lieder/lied_jetzt_ist_die_zeit_jetzt_ist_die_stunde.html
im Ausgespanntsein
zwischen den Verheißungen
des Himmels
und
dem Wahnsinn vielerorts
auf unserer Erde
‚Seid also wachsam‘
wird uns gesagt
gegen zerstörerische Kräfte
gegen Lärm und Manipulation
‚Seid wachsam‘
nicht in Belanglosigkeit
Zeit zu investieren
‚Seid wachsam‘
für das wirklich Wesentliche
ADVENT ist angesagt
ANKUNFT
Wer wird kommen?
Was erwarte ich?
Worauf hin richte ich mich aus
in diesem Advent?
‚Halte dich bereit‘
wird mir gesagt
Es kann sich jederzeit
und unerwartet
etwas auftun
in deinem Leben
WAS will sich in mir
verwirklichen
in diesem ADVENT?
Gott kann überraschen
Hört, ihr Leut, und laßt euch sagen:
unsre Glock hat Zehn geschlagen!
Zehn Gebote setzt Gott ein,
dass wir soll´n gehorsam sein!
Menschenwachen kann nichts nützen,
Gott muss wachen, Gott muss schützen.
Herr, durch deine Güt und Macht,
schenk uns eine gute Nacht!
Hört ihr Leut, und lasst Euch sagen:
unsre Glock hat Elf geschlagen!
Elf der Jünger blieben treu,
hilf, dass wir im Tod ohn Reu!
Menschenwachen kann nichts nützen,
Gott muss wachen, Gott muss schützen.
Herr, durch deine Güt und Macht,
schenk uns eine gute Nacht!
Hört ihr Leut, und lasst Euch sagen:
unsre Glock hat Zwölf geschlagen!
Zwölf, das ist das Ziel der Zeit,
Mensch bedenk die Ewigkeit!
Menschenwachen kann nichts nützen,
Gott muss wachen, Gott muss schützen.
Herr, durch deine Güt und Macht,
schenk uns eine gute Nacht!
Hört ihr Leut, und lasst Euch sagen:
unsre Glock hat Eins geschlagen!
Eins ist allein der ein´ge Gott,
der uns trägt in aller Not.
Menschenwachen kann nichts nützen,
Gott muss wachen, Gott muss schützen.
Herr, durch deine Güt und Macht,
schenk uns eine gute Nacht!
Hört ihr Leut, und lasst Euch sagen:
unsre Glock hat Zwei geschlagen!
Zwei Weg' hat der Mensch vor sich,
Herr, den rechten führe mich!
Menschenwachen kann nichts nützen,
Gott muss wachen, Gott muss schützen.
Herr, durch deine Güt und Macht,
schenk uns eine gute Nacht!
Hört ihr Leut, und lasst Euch sagen:
unsre Glock hat Drei geschlagen!
Drei ist eins, was göttlich heisst,
Vater, Sohn, und heiliger Geist.
Menschenwachen kann nichts nützen,
Gott muss wachen, Gott muss schützen.
Herr, durch deine Güt und Macht,
schenk uns eine gute Nacht!
Hört ihr Leut, und lasst Euch sagen:
unsre Glock hat Vier geschlagen!
Vierfach ist das Ackerfeld,
Mensch wie ist dein Herz bestellt?
Auf ermuntert eure Sinnen,
denn es weicht die Nacht von hinnen.
Danket Gott, der uns die Nacht
hat so väterlich bewacht!
Text: Autor unbekannt - Bearbeitung: Detlef Cordes.
tut sich was auf
tut sich was auf in deinem Leben
was tut sich so
was
tut sich
bei dir
auf
Tut sich was – auf
Tag für Tag spüren wir - der eine mehr, der andere weniger: Wir Menschen von heute können nicht mehr innehalten, nicht mehr ausruhen und genießen.
Wir haben verlernt, uns - bildlich gesprochen - in den Schatten eines Baumes zu setzen.
Was uns antreibt, ist die ständige Aufgeregtheit, ist die Hektik des permanenten Wettbewerbs. Ist der Teufelskreis von Erwartungen und Ängsten. Ist unsere so lieb gewordene permanente Mobilität und Flexibilität -und die Maßlosigkeit unseres immer währenden Unterhaltungs- und Glücks-Bedürfnisses.
Der Verlust an Herzensruhe ist offenkundig.
Für den Philosophen Heidegger ist der Mensch im Wesentlichen einer, der sich sorgt. Für Augustinus einer, der sich sehnt - nach Erfolg, nach Besitz, nach Zuneigung.
Aber wie werden wir die Sorgen und die bangen Erwartungen los, die uns niederdrücken? Wie legen wir Ängste ab? Wie kommen wir zur Ruhe?
Nicht von der äußerlichen, immer nur vorübergehenden Entspannung ist die Rede - die Entspannung vor dem Fernseher oder im Bann der Urlaubs-Animateure. Zeit-Vertreib, was für ein enthüllendes Wort! Nein, gemeint ist die Ruhe tief innen.
Hier stoßen wir auf eine tiefe Gespaltenheit. Denn unserer - durchaus auch selbstverschuldeten - Unfähigkeit, wirklich zur Ruhe zu kommen, steht unsere Sehnsucht nach Herzensruhe gegenüber. Und unsere Suche nach dem wahren Ich widerspricht unserer Angst, mit uns selbst in Berührung zu kommen.
Ein Teufelskreis von Hetze, Flucht und Leere beherrscht unsere Zeit. Kurt Tucholsky hat das furchtbare Wort vom zappelnden Nichtstuer geprägt.
Seit Augustinus wissen wir: Unruhig ist mein Herz, bis es ruht in Dir. Es ist ein rätselhafter, ein doppeldeutiger Satz. Meint er: Ruhe gibt es erst im Tod? Oder ist es schon früher möglich - in der inneren Ruhe, die aus dem Glauben wächst?
Für die Mönche überall in der Welt - nicht nur im Christentum - gilt beides. Mönchtum heißt, den Tod nicht fürchten; heißt aber auch Aufbruch zur Herzens-ruhe, schon heute. Zugegeben, mit hohem Einsatz, hart an und über der Grenze der Selbstüberforderung. Es ist der Versuch, Abschied zu nehmen von allem Äußerlichen: von Besitz und Gier; von Egoismus und Selbstverwirklichung; vom permanenten Fun- und Event-Bedarf. Der Abschied von der Sucht nach "Glück" als Alltags-Happyness. Sucht ist immer verdrängte Sehnsucht, sagt der Benediktiner Anselm Grün. Aber wie kann ein solcher Abschied gelingen - in der Welt von heute? Die Mönche haben sich dafür ihre eigene Welt gebaut - im Wissen um die Schwachheit und Verführbarkeit des Menschen.
Von dieser Welt soll hier die Rede sein. Immer im Wissen, dass wir nicht im Schutz der Klostermauern leben, sondern mitten im Leben. Dass nichts oder nur wenig von dem, was das Leben der Klöster prägt, unmittelbar für uns anwendbar ist. Aber doch auch mit der Überzeugung, dass es möglich sein könnte, aus der Erfahrung der Klöster auch unsere Seelenfenster ein wenig lichtdurchlässiger zu machen.
Da ist zuerst die wunderbare Fähigkeit der Mönche, ganz im Augenblick zu leben. Sich immer auf das zu konzentrieren und einzulassen, was gerade ist. Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart, sagen die Mönche.
Aus: Heinz Nußbaumer, Der Mönch in mir. Erfahrungen eines Athos-Pilgers für unser Leben. Styria Verlag, Wien Graz Klagenfurt 2006.
das war
als aus villenquartieren manche
mit prallen koffern hinauf
in bergtäler flohen
das war
als mein augenarzt nur noch
schwarz sah und erst seine frau
dann sich selbst erschoss
das war
als wir direkt aus der schule auf eine
emmental-egg dislozierten um dort den himmel
abzuspähen nach messerschmitts oder moranes
das war
als triumphierende panzer das alte europa
zermalmten - wir jünglinge aber
einen lustigen landaufenthalt hatten
das war
als aus frankreich die polen kamen und bleiben durften
weil landwirte arbeiter brauchten (die man notfalls
auch hätte bewaffnen können)
das war
als im radio landesväter zu patriotismus
und anpassung mahnten was ebenso
kleinlaut stimmte wie ingrimm weckte
Aus: kurt marti, kleine zeitrevue. Erzählgedichte. Verlag Nagel & Kimche AG, Zürich 1999.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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Der Prophet Jesaja kündigt für das Ende der Tage eine große Wallfahrt aller Völker zum Berg des Herrn an. Nicht zu einem Gott statischer Präsenz pilgern die Völker. Dieser Gott wohnt nicht in Häusern wie die heidnischen Götter. Zion ist der Ort der Gottesschau, es ist der Mittelpunkt der Erde, an dem Gott wirkt, und die Völker suchen diesen Gott und sein Wirken. Dieses Wirken hinterließ und hinterlässt Spuren in der Geschichte. Gott führt die Völker wieder zusammen, er bringt Friede unter die Völker. Die Aufforderung, im Licht des Herrn zugehen, unterstreicht, dass das Wort des Herrn das Dunkel der Geschichte und der Zeiten erhellt.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz
Auslegung aus jüdischer und christlicher Perspektive