Gütiger Gott,
Jahr für Jahr erwarten wir voll Freude
das Fest unserer Erlösung.
Gib, dass wir deinen Sohn von ganzem Herzen
als unseren Retter und Heiland aufnehmen,
damit wir ihm voll Zuversicht entgegengehen können,
wenn er am Ende der Zeiten als Richter wiederkommt.
Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Weihnachten am Vorabend
Herr, unser Gott,
mit der Menschwerdung deines Sohnes
hat unsere Rettung begonnen.
Nimm diese Gaben an
und mache uns durch diese Opferfeier bereit
für das Geheimnis der Heiligen Nacht,
in der wir den Ursprung unserer Erlösung festlich begehen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Weihnachten - Am Vorabend
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel,
zu danken und dein Erbarmen zu preisen.
Denn schon leuchtet auf der Tag der Erlösung,
und nahe ist die Zeit unsres Heiles,
da der Retter kommt
unser Herr Jesus Christus.
Durch ihn rühmen wir das Werk deiner Liebe
und vereinen uns mit den Chören der Engel
zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
Präfation vom Advent 5
Allmächtiger Gott,
gib uns Anteil am göttlichen Leben
durch die Menschwerdung deines Sohnes,
dessen Fleisch und Blut wir im Sakrament empfangen haben.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB Weihnachten - Am Vorabend
Maria und Josef sind auf ihrem Weg nach Betlehem
am Ende ihrer Kräfte und Möglichkeiten.
Erschöpft kehren sie im Stall ein.
Alle Kraft fließt in das Leben-Geben
für das Gottes-Kind.
Sie stellen ihr Leben für seines zur Verfügung.
Indem ihr Ruhe gegönnt wird,
wird die Er-Schöpfung
zur Teilhabe an der Neu-Schöpfung
durch den Schöpfer-Gott.
Zu Weihnachten können wir
die eigenen Er-Schöpfungen
dem Schöpfer anvertrauen.
Und hoffen, dass daraus
Neu-Schöpfung werden möge.
Johann Pock, Weihnachten 2025.
Gott hat sich klein gemacht für uns. Gott kommt nicht mit äußerer Macht, sondern er kommt in der Ohnmacht seiner Liebe, die seine Macht ist. Er gibt sich in unsere Hände. Er bittet um unsere Liebe. Er lädt uns ein, selbst klein zu werden, von unseren hohen Thronen herunterzusteigen und das Kindsein vor Gott zu erlernen. Er bietet uns das Du an. Er bittet, daß wir ihm vertrauen und so das Sein in der Wahrheit und in der Liebe erlernen. Das Kind Jesus erinnert uns natürlich auch an alle Kinder dieser Welt, in denen er auf uns zugehen will. An die Kinder, die in der Armut leben; als Soldaten mißbraucht werden; die nie die Liebe der Eltern erfahren durften; an die kranken und leidenden, aber auch an die fröhlichen und gesunden Kinder. Europa ist arm an Kindern geworden: Wir brauchen alles für uns selber, und wir trauen wohl der Zukunft nicht recht. Aber zukunftslos wird die Erde erst sein, wenn die Kräfte des menschlichen Herzens und der vom Herzen erleuchteten Vernunft erlöschen - wenn das Antlitz Gottes nicht mehr über der Erde leuchtet. Wo Gott ist, da ist Zukunft.
Aus: Papst Benedikt XVI., Predigt am 8. September 2007 in Mariazell: http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/homilies/2007/documents/hf_ben-xvi_hom_20070908_mariazell_ge.html
Das Weihnachtsgeheimnis ist zuletzt ein Geheimnis der übergroßen Liebe Gottes, wie es der heilige Paulus im Titusbrief ausdrückt, wenn er sagt: "Erschienen ist die Güte und Menschenliebe Gottes." Dabei steht im Hintergrund das Bewusstsein von der unvergleichlichen Größe Gottes und von der Geringheit, von der Armut, geradezu von der Nichtigkeit des menschlichen Geschöpfes. Aber Gott hat diese unendliche Differenz nicht gescheut. Er wollte und konnte diese Distanz kraft seiner Menschenliebe, die er schon in der Schöpfung und in der Begnadung bewies, überwinden. Dabei wollte Gott das Menschliche gleichsam an seinem tiefsten Punkt ergreifen, nämlich in der Schwäche und Bedürftigkeit eines Kindes. Vor allem der Bericht des Matthäus zeigt eine deutliche Neigung zum Armen, zum Bedrängten, zum Gefährdeten, dem Jesus vor allem verpflichtet sein wollte. Damit aber hat der Herr zugleich dem Armsein und Kindsein eine einzigartige Würde und Bedeutsamkeit zuerkannt, die wir heute, im Zeitalter der Zivilisation des Todes, als ernste Mahnung verstehen sollten.
Aus: Leo Kardinal Scheffczyk, Interview für "Kirche in Not", 2004.
Gibt es im Evangelium Dinge, die das Leben schön machen? Ja, es gibt sie. Zu ihnen gehört die Hoffnung. Mit ihr kann man Entmutigungen hinter sich lassen, gar den Geschmack am Leben wiederfinden. Wo liegt ihre Quelle? Sie liegt in der Kühnheit eines Lebens der Gemeinschaft in Gott. Aber wie ist solche Gemeinschaft möglich? Gott hat uns als Erster geliebt. Gott sucht uns unablässig, selbst wenn wir uns dessen nicht bewusst sind. Vertrauen, Hoffnung und Herzensfrieden entspringen einer geheimnisvollen Gegenwart, der Gegenwart Christi. Durch den Heiligen Geist bleibt er von Herzen demütig in jedem Menschen. Ruhig lässt sich seine Stimme vernehmen: Erkennst du den Weg der Hoffnung, der dir offen steht? Wie sollte es einen da nicht drängen, zu Christus zu sagen: Ich möchte dir ein Leben lang auf diesem Weg nachfolgen, aber kennst du meine Unzulänglichkeit? Durch das Evangelium antwortet er: "Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut ... Du meinst, dass du nichts oder fast nichts hast, um ein Leben lang die Treue zu halten. Und doch bist du erfüllt. Wovon erfüllt? Von der Gegenwart des Heiligen Geistes. Sein Erbarmen leuchtet bis in die Schatten deiner Seele."
Die Unendlichkeit der Zeit und des Raumes trennen uns von Gott. Wie sollten wir ihn suchen gehen? Wie sollten wir zu ihm gelangen? Selbst wenn wir alle Zeiten hindurch wanderten, wir täten doch nichts anderes, als die Erde umkreisen. Selbst im Flugzeug könnten wir nichts anderes tun. Wir sind außerstande, uns senkrecht aufwärts zu heben. Wir können nicht einen Schritt gegen den Himmel hinauf tun. Gott durchquert das All und kommt bis zu uns. Über die Unendlichkeit von Raum und Zeit hinweg kommt die unendlich viel unendlichere Liebe Gottes, uns zu ergreifen. Sie kommt zu ihrer Stunde. Wir haben die Macht, sie willig in uns zu empfangen oder sie abzuweisen. Verschließen wir ihr unsere Ohren, kommt sie wie ein Bettler wieder und wieder, doch ebenso wie ein Bettler bleibt sie eines Tages aus. Öffnen wir uns ihr in Willigkeit, dann legt Gott ein kleines Samenkorn in uns nieder und geht davon. Von diesem Augenblick an hat Gott nichts weiter zu tun, und auch wir nichts, als zu warten. Nur darf es uns nicht gereuen, daß wir unsere Einwilligung, das bräutliche Jawort, gegeben haben.
Aus: Simone Weil, Die Gottesliebe und das Unglück. Zeugnis für das Gute. Traktate, Briefe und Aufzeichnungen, Düsseldorf / Zürich: Patmos Verlag / Walter Verlag 1979.

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