Mit der Feier des Palmsonntags beginnen wir die Feier der Karwoche, der großen heiligen Woche.
Im Geiste ziehen wir mit Jesus hinauf nach Jerusalem und erleben wir mit ihm seine Vollendung als von Gott gesandten Messias. Mit ihm durchleiden wir auch den Weg des Kreuzes, den er für uns gegangen ist. Mit ihm erinnern wir uns, wie er beim Abschiedsmahl seinen Jüngern die Füße gewaschen, mit ihnen Mahl gehalten hat und seinen bevorstehenden Leidensweg als Hingabe für uns gedeutet hat.
Am Beginn dieser Feier huldigen wir Christus als Sohn Davids, als Messias und Erlöser.
(Fortsetzung der Feier mit der Segnung der Palmzweige und der Palmprozession oder mit den Kyrierufen)
Allmächtiger, ewiger Gott,
deinem Willen gehorsam,
hat unser Erlöser Fleisch angenommen,
er hat sich selbst erniedrigt
und sich unter die Schmach des Kreuz es gebeugt.
Hilf uns,
daß wir ihm auf dem Weg des Leidens nachfolgen
und an seiner Auferstehung Anteil erlangen.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
MB Palmsonntag
Allmächtiger, ewiger Gott,
dein Sohn hat sich bis zum Tod am Kreuz erniedrigt
und die Sünden der Menschen auf sich genommen.
Hilf uns,
daß wir mit ihm im Leiden ausharren
und zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen.
Durch ihn, Christus, unseren Herrn.
Großer Gott,
wir feiern in dieser Heiligen Woche
den Höhepunkt des Kirchenjahres.
Laß uns still und nachdenklich werden
und unsere Verbindung zu Christus stärken,
der uns in Tod und Auferstehung den Weg
vorausgegangen ist, und der mit dir lebt
und herrscht in Ewigkeit.
Herr, unser Gott,
schenke uns Verzeihung
durch das Leiden deines Sohnes.
Wir haben sie zwar durch unsere Taten nicht verdient,
aber wir vertrauen auf dein Erbarmen.
Darum versöhne uns mit dir
durch das einzigartige Opfer
unseres Herrn Jesus Christus,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Palmsonntag
Kehrvers:
Herr Jesus, dir sei Rum und Ehre. (GL176,3)
Guter Gott, wir danken dir,
dass du uns Jesus Christus als Messias und Erlöser gesandt hast.
Er ist als Friedensfürst in Jerusalem eingezogen
und hat uns deinen göttlichen Frieden gebracht.
Kehrvers
Er ist gekommen, nicht um zu herrschen,
sondern um zu dienen.
Er hat als Hirte sein leben hingegeben für seine Herde,
damit wir ewiges Leben erlangen.
Kehrvers
Er hat unsere Schuld getilgt
und uns mit dir, Gott und Vater, versöhnt.
Er hat uns die Macht gegeben, Kinder Gottes zu werden
und in deinem Licht zu leben.
Kehrvers
Dafür danken wir dir mit allen Engeln und Heiligen.
Wir stimmen ein in den Lobpreis deines auserwählten Volkes
und singen dir zur Ehre:
Danklied, z. B."Gott wohnt in einem Lichte... GL 429
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und das Werk deiner Gnade zu rühmen.
Denn das Leiden deines Sohnes
wurde zum Heil für die Welt.
Seine Erlösungstat bewegt uns,
deine Größe zu preisen.
Im Kreuz enthüllt sich dein Gericht,
im Kreuz erstrahlt die Macht des Retters,
der sich für uns dahingab,
unseres Herrn Jesus Christus.
Durch ihn loben dich deine Erlösten
und vereinen sich mit den Chören der Engel
zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Passionszeit 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und das Werk deines Erbarmens zu rühmen
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn wiederum kommen die Tage,
die seinem heilbringenden Leiden und
seiner glorreichen Auferstehung geweiht sind.
Es kommt der Tag des Triumphes über den alten Feind,
es naht das Fest der Erlösung.
Darum preisen wir dich mit allen Chören der Engel
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Passionszeit 2
Herr, unser Gott,
du hast uns im heiligen Mahl gestärkt.
Durch das Sterben deines Sohnes
gibst du uns die Kraft,
das Leben zu erhoffen, das uns der Glaube verheißt.
Gib uns durch seine Auferstehung die Gnade,
das Ziel unserer Pilgerschaft zu erreichen.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB Palmsonntag
Im Entree grüßt den Besucher ein hellbräunliches Kruzifix links an der Wand. Drei Schritte weiter, zwischen Empirespiegel und Kerzenhalter, ist ein anderes, ein dunkelbraunes Kruzifix zu bewundern, mit Holzwurmspuren sogar.
Im Wohnzimmer, ein bißchen überstellt mit Biedermeiermöbeln, mit Biedermeierschränken voll kostbarem Porzellan, entdeckt man nach und nach vier hängende gehängte Christusse, alle aus Holz. Holz sei lebendiger, sagt Frau von Wattenried.
In ihrem Arbeitszimmer steht ein fast schwarzer Kruzifixus frei auf dem Schreibtisch, ein seltenes Stück offenbar, aus ebenholzähnlichem Material geschnitzt. Über einem Bücherglasschränkchen, Rokoko und aus der Zeit, schwebt ein vormals bemaltes Exemplar, die Farben sind verblichen und zum Teil abgefallen. Ein drittes Kruzifix ist kunstvoll in einer Zimmerecke angebracht, schräg nach vorne geneigt, die Enden des Querbalkens berühren beide Wände. Katholikin? Ah nein, und Protestantin nur, weil es sich schließlich gehöre, etwas zu sein, aus Tradition, denn zum Münster pflege ihresgleichen zu stehen, das Münster sei ihre Patrizier-Kirche, sei es immer gewesen mit all seinen Chorstühlen, Wappenscheiben, Gräbern. Wie der Plebs seinerzeit, in der Reformation, alle Kunstwerke im Münster kurz und klein geschlagen habe, das sei allerdings barbarisch gewesen, nicht die Art der feinen Leute, mon Dieu.
Herr von Wattenried ist Schatzmeister einer Zunft, Säckelmeister ist der genaue Ausdruck dafür. Er stehe auf Engeln, sammle Goldengel vor allem, sein Arbeitszimmer könne übergangen werden deshalb.
Die Wände des Schlafzimmers, Biedermeier wiederum und ein Salon beinahe, sind im Sinne ehelicher Harmonie sowohl mit vergoldeten Engeln wie mit hölzernen Kruzifixen bestückt. Die Objekte sind nicht ohne Geschmack im großen Raum verteilt, zwischen altdunklen Öllandschaften der niederländischen Schule, so daß die Menge (ein Doppelengel, vier Einzelengel, drei Kruzifixe) nicht einmal unangenehm wirkt. Herr von Wattenried sei halt mehr für Idyllisches, für schwebende Heiterkeiten, sie aber ziehe verhaltene Dramatik vor und, richtig besehen, brächten Kruzifixe diese verhaltene Dramatik am ausdrucksvollsten, am konzentriertesten zur Darstellung, vielleicht deshalb, weil alles sich in einer einzigen Person abspiele. Daß über dem schmucken Ehebett der von Waffenrieds ein Doppelengel schwebt, spricht für ihren Geschmack und für ihren Protestantismus.
Wiederum ganz den Kruzifixen gehört das Gästezimmer. Drei Exemplare. Frau von Wattenried übrigens trägt kein Kruzifix als Hals- und Kettenschmuck, das verrät Stilgefühl.
Im überraschend kleinen Eß-Salon neben der Küche sind erst zwei Sammelobjekte zu sehen. Die Sammlung sei eben erst im Aufbau. Regelmäßig und hartnäckig klappere sie die Antiquitätengeschäfte ab. Herr von Wattenried, viel beschäftigt, viel beansprucht, finde dafür wenig Zeit, auch werde jetzt eine horrende Menge von Engeln angeboten, der Markt sei von Fälschungen, Nachahmungen überflutet, es brauche enorm viel Zeit und Spürsinn, um da auf einen grünen Zweig zu kommen, deshalb seien bisher die Kruzifixe in der Überzahl geblieben. Sobald sich Herr von Wattenried aber besser werde entlasten können, im Hauseigentümerverband, in der Bank, in der Gesellschaft Schweiz-Südafrika, würden die Engel rasch einmal aufholen und gleichziehen können. Engel und Kruzifixe paßten verflixt gut zusammen, das zeige sich jetzt schon, wo die Sammlung doch erst in ihren Anfängen stecke. Nur eben: gute Ware sei rar, man müsse wählerisch sein, auch bei Kruzifixen.
Kurt Marti in: Was hat denn das mit Gott zu tun? Hrsg. Klaus Seehafer, Kreuz Verlag Stuttgart Zürich 2001.
Vor dem Kaufhaus K., nachmittag und sonnig. Aus unserem Angebot: Fahrräder, Modeneuheiten aus Wolle, Stoff und Leder, Lebensmittel, Gartenschläuche, Schulhefte, Bewährungsstahl, Tiefkühlgemüse, Farben und Lacke, Ostereier, Baustahlgitter, Toiletteartikel, Milch und Käseprodukte, Eisen- und Wurstwaren, Zigarren und Zigaretten, Zeitungen...
Auftritt einer alten Bäuerin und eines jüngeren Schriftstellers. Die Bäuerin trägt ein schwarzes Kopftuch, der Schriftsteller schulterlanges Haar und Vollbart.
Bäuerin: Ich kenne Sie. Sie lachen immer so freundlich. Einmal habe ich Sie gesehen mit Ihrer Frau. Wie alt sind Sie?
Aus den Kulissen tritt ein mittelalterlicher Bauer. Damit es zu keinen Verwechslungen kommt, trägt er einen blauen Overall.
Der Schriftsteller rechnet nach: dreiunddreißig.
Bäuerin: Wie unser Herrgott, als er auf der Erde war. (Zum Bauern) Wie unser Herrgott.
Bauer: Vielleicht ist er gar kein Mann.
Schriftsteller: Wer weiß...
Bäuerin: Vor Ihnen muß man sich nicht fürchten - untertags? In der Nacht weiß ich nicht.
Pause.
Bäuerin: Jetzt wissen wir auch nicht mehr. So soll es sein.
Aus: Manfred Chobot, Dorfgeschichten. Mit Fotos von Manfred Horvath, herausgegeben von Richard Pils. Verlag publication PN°1, Bibliothek der Provinz, A-3970 Weitra 1992.

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