"Ich sehe dich in tausend Bildern
Maria, lieblich ausgedrückt.
Doch keins von ihnen kann dich schildern
Wie meine Seele dich erblickt.
Ich weiß nur, dass der Welt Getümmel
Seitdem mir wie ein Traum verweht,
Und ein unnennbar süßer Himmel
Mir ewig im Gemüte steht"
(Novalis)
Die Liturgie des Neuen Jahres beginnt mit einem Gedenken an die Gottesmutter Maria, unter deren Schutz dieses Jahr gestellt werden soll. Es gibt "tausend Bilder", in denen Marias Eingebundensein in das Heilsgeschehen zum Ausdruck gebracht wird. Unter anderen sind es die noch nicht lange zurückliegenden Marienerscheinungen von Lourdes, Fatima, Medjugorje, die durch einen besonderen Blickwinkel gekennzeichnet sind: Maria wird als in den Himmel Erhobene dargestellt mit gefalteten Händen, in denen sie einen Rosenkranz hält. Sie trägt ein langes, die Füße bedeckenden Kleid, in dem sie gar nicht schreiten, sondern nur schweben könnte. Ihr Kind trägt sie nicht auf dem Arm. Sie steht vor uns als erhabene, gleichsam entrückte Königin. Wir sind diesen Anblick gewohnt, wenngleich er uns auch in manchem befremdlich erscheinen mag.
Die Erhabenheit, ja das Abgehobensein in diesen Formen von Mariendarstellungen wirft auch die Frage auf, ob damit nicht ein um wichtige Aspekte verkürztes Marienbild vorgestellt wird. Auch Maria war eine Frau "aus dem Volk", der trotz ihrer einzigartigen Mitwirkung am Heilsgeschehen die Erfahrung des Dunklen, Rätselhaften, ja sogar Verwirrenden nicht erspart geblieben war. Der Himmel zeigte sich für sie nicht nur in der vom Dichter angesprochenen unnennbaren Süße, vor der der Welt Getümmel wie ein Traum verweht.
Maria war (auch) unsere Schwester im Glauben und sah sich in dieser ihrer Gläubigkeit so manchen Prüfungen ausgesetzt. Die in der Bibel dargestellte Heilsgeschichte um die Menschwerdung Jesu ist ja keineswegs ein idyllisches, in allem harmonisches Geschehen, das von allem Anfang an klar zu überschauen gewesen wäre. Schon die Botschaft des Engels Gabriel, dass sie einen Sohn gebären werde (Lk 1,31), veranlasst Maria zu einer Rückfrage "Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?" Aber auch der (nur an Maria, nicht auch an Josef!) gerichtete Hinweis des Engels, dass Maria vom Heiligen Geist überschattet werde (Lk 1, 35), ist nicht geeignet, völlige Klarheit zu schaffen und auftauchende Spannungen zwischen Maria und Josef sofort zu beseitigen. Es stellt sich nämlich unweigerlich die Frage, warum Josef, der ja bereits mit Marias verlobt war, zunächst nichts von dem erfuhr, was an Maria geschehen war. Das hat ja sogar den Bestand der ehelichen Lebensgemeinschaft gefährdet. Ein schweigender Gott ist manchmal schwer zu ertragen!
Josef musste nämlich zur Überzeugung kommen, dass das im Schoß Marias heranwachsende Kind nur aus einem Ehebruch stammen könne. Der verständlichen Reaktion Josefs, sich von Maria zu trennen, also eine Scheidung vorzunehmen, kommt ein Engel zuvor, der Josef in einem Traum die (längst fällige) Aufklärung zukommen lässt: "Fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen, denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist" (Mt 1, 20).
Der Besuch Marias bei ihrer Verwandten Elisabeth, der Mutter Johannes des Täufers, mündet in den Lobpreis des Magnifikat "Selig bist du, weil du geglaubt hast" (Lk 1,45). Aber vom greisen Simeon im Tempel vernimmt Maria ganz andere Töne: "Deine Seele wird ein Schwert durchbohren" (Lk 2, 33). Als unter dem Kreuz ihres Sohnes Stehende hat sie das bis zur Neige auskosten müssen. Da ist von erhabener Größe und Abgehobenheit nichts mehr zu sehen und zu spüren und auch ihren Sohn hält sie nur mehr als Toten in den Armen.
Aber gerade angesichts eigener Erfahrung von Leid erweist sie sich nicht als im Himmel thronende Königin, sondern als eine, die für menschliche Bedrängnis offen ist und sich Hilfesuchenden zuneigt. Goethe lässt in seinem "Faust" das unglückliche Gretchen vor einem Marienbild beten "Ach neige, du Schmerzen(s)reiche, dein Antlitz gnädig meiner Not".
Die "tausend Bilder" zeigen uns Maria zwar als gnadenvoll Erwählte und in den Himmel Erhobene, aber auch als sich Neigende, Schmerzensreiche, die menschliches Leid bis zur Neige auskosten musste. Aufgrund ihrer Mitwirkung an der Erlösung wird sie zwar nicht zur "Miterlöserin", - Erlösung kann nur durch den Mensch gewordenen Sohn Gottes gewirkt werden - sie ist aber Fürsprecherin bei Gott für uns, unter deren "Schutz und Schirm" wir Geborgenheit erfahren dürfen.
Heute, am ersten Tag des neuen Jahres, werden wir eingeladen, unseren Blick auf Maria zu lenken. Gottesmutter zu sein, war das Geschenk Gottes an sie. Kann Gott dieses Geschenk nur einmal vergeben, so hat er dennoch für jeden von uns eine wichtige, uns auszeichnende Aufgabe, die er uns anvertrauen möchte. Wir können davon ausgehen, dass Gott uns nicht überfordert, allerdings auch nicht für Harmlosigkeiten einsetzen will. Daher gilt es, uns nicht nur unserer Aufgabe, sondern auch ihrer Bedeutung bewusst zu werden und angemessen zu reagieren. Mariens Reaktionen und Antworten auf Gottes Auftrag sind so einmalig, dass sie ein Vorbild für die Christen aller Zeiten darstellen. Uns von Maria anregen lassen, ihrem Beispiel zu folgen, ist ein wunderbarer Schritt ins neue Jahr; uns ihrer Fürsprache im Laufe des Jahres immer neu anzuvertrauen, eine große Hilfe.
Die Hirten, so wird uns im Evangelium berichtet, machen sich nach der Verkündigung der himmlischen Botschaft durch die Engel an sie auf den Weg, um den Messias zu suchen. Und sie finden ihn. Voller Freude berichten sie, was ihnen über das Kind gesagt wurde. Großes Staunen erfasst alle, die davon hören.
Zwei Begriffe sind hier im Text genannt, die wir nicht überhören sollen: "staunen" und "sich aufmachen". Das Staunen gehört zum Glauben. Über Gott staunen und immer wieder staunen, bringt uns in seine Nähe. Staunen lässt uns in der Tiefe erahnen und ein wenig begreifen, wie Gott sich uns gegenüber verhält, wie er oft so ganz anders handelt, als wir Menschen es tun würden. Staunen und nochmals Staunen über Gott lässt uns ihn lieb gewinnen, über ihn nachdenken, ihm Hochachtung und Ehrerbietung entgegenbringen, voller Glück ihm Vertrauen schenken.
Was mit den Menschen geschah, von denen es heißt, dass sie über die Worte der Hirten staunten, wird uns nicht weiter berichtet. Die Hirten jedenfalls tun, was als zweiter Schritt zum Staunen hinzukommen muss, damit es für den Glauben fruchtbar wird: Sie machen sich auf, um den Verkündeten zu suchen und ihm zu begegnen. Im beglückten Staunen brechen sie auf. Sie, die kleinen Hirten, sind dem Himmel eine Botschaft wert. Welch eine Auszeichnung!
Hirten waren einmal im Volk Israel besonders angesehen. Abraham, Mose, David, sie alle waren einfache Hirten gewesen. Jahwe gab man den Beinamen "Hirte Israels". Zur Zeit Jesu hatten die Hirten jedoch alles Ansehen verloren. Sie zählten zu den Randgruppen, zum Pöbel und Lumpenpack. Mag ihr Ansehen auch gering gewesen sein, ihr unguter Ruf zu einem Teil berechtigt, so haben sie sich dennoch eine Tugend ihrer Vorfahren erhalten: sie lassen sich wie Abraham, Mose, Jakob, David durch die Verheißung des Himmels bewegen. Wie die Urväter öffnen sie der Verheißung ihr Herz, brechen wie sie einst auf und erleben, dass wahr ist, was ihnen verkündet wurde.
Auch wenn von Maria ihr Staunen im heutigen Evangelium nicht eigens erwähnt wird, so gehört sie dennoch mit zu denen, die voller Staunen über Gott sind und sich von ihm bewegen lassen. Staunen erfasst sie bei der Verkündigung des Engels, Mutter des Erlösers zu werden. Staunend vernimmt sie die Prophezeiung des greisen Simeon im Tempel "Dieser Knabe ist dazu bestimmt, viele aufzurichten und ein Licht zu sein, das erleuchtet". Nur im Staunen kann sie die Antwort ihres Zwölfjährigen ohne Bitterkeit ertragen: "Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist?"
Dem Staunen fügt Maria eine dritte für den Glauben wichtige Komponente hinzu. Im Text heißt es: "Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach". Dieses staunende Nachdenken über das, was uns widerfährt, sollen wir von Maria übernehmen und im neuen Jahr aufmerksam praktizieren. Vieles im Leben der Gottesmutter war Alltag wie bei allen anderen Menschen. Sie sorgt sich um die Familie und ihr Kind, freut sich über dessen erste Schritte und Laute, ist beglückt über das erste "Mama" und "Papa". Aber neben dem Gewöhnlichen im Alltag findet sich auch immer wieder das Erschreckende: die Flucht nach Ägypten, die Vertreibung Jesu aus der Synagoge in der Heimatstadt Nazareth, die wiederholte Ablehnung ihres Sohnes mit seiner Botschaft und Freundschaft zu Ausgestoßenen, das Fallenstellen für ihn, Gerichtsverfahren und Kreuzigung.
Weil Maria ihr Leben immer wieder als Ganzes bedenkt, wird sie an Gott nicht irre. Sie erahnt, dass Geheimnisvolles geschieht, auch wenn dies zunächst nicht zu erkennen ist und für das Ende die Auferstehung nötig ist, damit sie beglückt neu erlebt: Es ist alles eingetroffen, was ihr vom Himmel als Verheißung verkündet wurde.
Niemand von uns weiß, was ihm das neue Jahr bringen wird. Wir sind eingeladen, das Kommende aus Gottes Hand entgegenzunehmen mit jenem Vertrauen in Gott, das Maria beseelte. Wo wir wach und aufmerksam sind, werden wir wie sie über vieles staunen, was uns widerfährt. Halten wir oft inne, um es zu bedenken. Das Schöne und das Schwierige, beides gehört in unser Leben. Beides will uns einladen aufzubrechen, um Gott zu begegnen und sein Heilshandeln zu erfahren. Nicht unbedacht schließt das heutige Evangelium mit dem Satz: Bei der Beschneidung gab man dem Kind den Namen "Jesus", wie der Engel es verkündet hatte. Jesus bedeutet "Gott hilft". Wie sehr dies wahr ist, sollen wir oft staunend bedenken: im neuen Jahr, in unserem ganzen Leben.
Ein ganz kurzer alter Text ist es, der am 1. Jänner, dem offiziellen Datum für den Weltfriedenstag in der Katholischen Kirche, als erste Lesung vorgetragen wird - der Aaronsegen.
Welche Worte könnten an der Schwelle zum Neuen Jahr besser unsere tiefe Sehnsucht nach Frieden und Gottes tröstende Zusage ausdrücken? Im Segnen wird unser Wünschen und Sehnen zum Gebet, das sich an das Du Gottes wendet. Die uralte Bitte, Gott möge uns sein Angesicht zuwenden, uns ansehen, spricht das Wissen aus, dass im Anschauen mir der Andere zum Du wird, einen Namen und ein Gesicht bekommt, einzigartig wird. Der litauisch-französische Philosoph Emmanuel Levinas, als Jude dem Grauen der Shoa entkommen, gelangte zur Überzeugung, dass auf dem Antlitz des Anderen ablesbar sei: Du wirst mich nicht töten. Sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu stehen bedeutet nicht umbringen zu können.
Nicht erst dort, wo das Töten automatisiert und computergesteuert geschieht, wird der Gegner zum Feindbild ohne Antlitz. Jede kriegerische Auseinandersetzung wirft die betroffene Bevölkerung und die involvierten Soldaten in ihrer emotionalen Entwicklung, in der Humanität und dem Wertempfinden um hundert Jahre zurück, so sagen Psychotherapeuten.
Davon, dass Menschen angerührt werden vom Antlitz des anderen, erzählt Weltliteratur. Schillers Jeanne d'Arc, die kriegerische Jungfrau von Orleans, entreißt dem englische Anführer im Kampf seinen Helm - und als sie sein Gesicht sieht, kann sie ihn nicht mehr töten.
Es ist eine zutiefst menschliche Schwäche, die in Wahrheit eine Stärke ist; uns erst zu Menschen macht. Eine jüdische Geschichte dazu:
Ein alter Rabbi fragte einst seine Schüler, wie man die Stunde bestimmt, in der die Nacht endet und der Tag beginnt.
"Ist es, wenn man von weitem einen Hund von einem Schaf unterscheiden kann?" fragte einer der Schüler. "Nein", sagte der Rabbi. "Ist es, wenn man von weitem einen Dattel- von einem Feigenbaum unterscheiden kann?" fragte ein anderer. "Nein", sagte der Rabbi. "Aber was ist es dann?" fragten die Schüler.
"Es ist dann, wenn du in das Gesicht irgendeines Menschen blicken kannst und deine Schwester oder deinen Bruder siehst. Bis dahin ist die Nacht noch bei uns. "
Überall auf der Welt gibt es Initiativen, diese Nacht zwischen den Menschen zu durchbrechen. Meist sind es nicht die Politiker, die die kleinen Schritte der Entfeindung gehen - ihnen ist oft das "Ansehen° im Sinn von stolzer Fassade wichtiger als das Hinsehen auf das Angesicht des anderen. Es sind fast immer die sogenannten "kleinen" Leute, die im ursprünglichen Gegner den Bruder, die Schwester entdecken.
Ich denke an Tal, eine junge Israelin, die ihre Schwester beim Anschlag durch einen palästinensischen Selbstmordattentäter verloren hat, und an Ibrahim aus der Nähe von Ramallah, dessen zwölfjähriger Sohn von einem Siedler mit dem Auto niedergefahren und getötet wurde. Tal und Ibrahim sind heute beide Mitglied beim "parents circle" und stehen Seite an Seite in jüdischen und palästinensischen Schulklassen, um den Kindern beizubringen, dass das Leid jüdischer und palästinensischer Menschen das gleiche ist und ein Ende haben muss. Der Einsatz des "parents circle" zeigt beispielhaft, dass Hass und Gewalt nur dadurch zu beenden sind, indem beide Seiten Mitgefühl und Respekt für den Schmerz und die Würde des anderen aufbringen.
Ich denke an die vielen Tausend Menschen am Tahrir-Platz in Kairo, die dem Wunsch nach Wandel und Demokratie ein Gesicht gegeben haben, das die Mächtigen nicht mehr übersehen konnten. Ich denke an die immer noch größer werdende Schar junger Menschen, die an vielen Plätzen der Welt, von Manhattan bis Innsbruck, in der "Occupy Wall Street"-Bewegung ausdrücken wollen: Wirtschaftspolitik betrifft nicht Zahlen, sondern Menschen. Alle jungen Demokratie- und Gerechtigkeitsbewegungen koordinieren sich über facebook und ähnliche Netzwerke - eine neue Art, sein Angesicht, das "face", zu zeigen - wenn auch manchmal digital geliftet?
In allen Menschen guten Willens, die im anderen das Antlitz der Schwester, des Bruders erkennen wollen und sich nicht länger als Feindbilder missbrauchen lassen, beginnt die Heilszusage schon zu wirken:
Der Herr segnet euch und behütet euch. Der Herr lässt sein Angesicht über euch leuchten und ist euch gnädig. Der Herr wendet sein Angesicht euch zu und schenkt euch Heil.
© Mag.a Uschi Teißl-Mederer
www.paxchristi.at
Ich möchte heute auf den letzten Satz des Evangeliums eingehen. Da heißt es: "Dass man dem neugeborenen Kind den Namen Jesus gab" (Lk 2, 21). Der Name einer Person hat eine große Bedeutung. Er deutet auf sein Wesen, auf seine Aufgabe hin. Der Name Jesus besagt, dass Gott rettet, dass Gott mit diesem Kind den Frieden bringt. Der Name Jesus besagt letzten Endes, dass Christus der Friede in Person ist.
Als Jesus geboren wurde, herrschte Kaiser Augustus. Mit ihm war der römische Friede verbunden, die Pax Romana, die jedoch nur durch intensiven Militäreinsatz aufrecht erhalten wurde. Das Heilige Land war von den römischen Soldaten besetzt, die jeden Aufstand brutal niederschlugen. Es herrschte nur ein äußerer Friede. Von Jesus wird gesagt, dass er den inneren Frieden bringt, einen Frieden, den die Welt nicht geben kann. Und die Engel verkünden: "...auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade" (Lk 2,14). Dieser Satz sagt mir, dass alle Menschen den Frieden erhalten, die Gottes Gnade annehmen.
Gott hat uns in die Krippe nicht ein Buch gelegt, sondern sein Herz. Seine Liebe schenkt uns den Frieden. Höre und staune! Der unendliche Gott macht sich endlich, reduziert sich auf Krippengröße um uns den Frieden zu bringen: Friede mit Gott, mit den Menschen und mit uns selbst. Mit der Geburt des Sohnes Gottes ist der Himmel offen, können wir aus den Quellen des Heils schöpfen, den Frieden erhalten. Der Friede ist daher ein Schlüsselwort der Heiligen Schrift. Friede und Gewaltlosigkeit sind Grundhaltungen von Jesus.
Papst Johannes XXIII. hat die berühmte Friedensenzyklika "Pacem in terris" geschrieben. Er vertritt da die Meinung, dass ohne Frieden nichts möglich ist, mit dem Frieden alles. Ein Krieg jedoch ist der Anfang aller Not, sei es in der Familie oder in der Welt. Dann schreibt er: "Das Gleichgewicht des Schreckens, muss durch ein Gleichgewicht des Vertrauens ersetzt werden". Dieser Satz ist aussagekräftig. Ich bin aber der Meinung, dass vertrauensbildende Maßnahmen letzten Endes ohne Glauben an Gott, an Christus, nicht dauerhaft sein können.
In der Heiligen Schrift heißt es "In Gott ist Licht und keine Finsternis" (1 Joh 1,5). In Gott ist der Friede. Wir begegnen aber oft Gott mit Misstrauen. Wir glauben, dass uns Gott wegen der Fehler bestraft. Aber Weihnachten bedeutet, dass Gott uns wie der Vater des verlorenen Sohnes umarmt. Gott arbeitet nicht mit Lohn und Strafe, sondern mit Liebe. So erneuert die Welt. Er hat Gedanken des Friedens und nicht des Unheils. Wenn wir uns aber von Gott bzw. von Christus entfernen, entfernen wir uns vom Frieden, bestrafen wir uns selbst. Erst wenn ich mein Misstrauen gegenüber Gott aufgebe, komme ich zum inneren Frieden, kann ich den Herrn anbeten. Unfriede heißt: weiterhin in der Gottferne leben, die Gnade der Weihnacht nicht annehmen.
Der Philosoph Kierkegaard schreibt: "Wenn der Mensch ständig nach außen gekehrt ist, in der Meinung, sein Glück liege außer ihm, und er wird plötzlich nach innen gekehrt, wenn er dabei entdeckt, dass die Quelle in ihm liegt - wie glücklich ist er - geschweige, wenn er entdeckt, dass diese Quelle sein Verhältnis zu Gott ist".
Der Karmelit Lorenz von der Auferstehung, der im 17. Jahrhundert gelebt hat, lebte daher immer in der Gegenwart des Herrn. So fand er seinen Frieden in Gott.
Barmherziger Gott,
durch die Geburt deines Sohnes aus der Jungfrau Maria
hast du der Menschheit das ewige Heil geschenkt.
Laß uns (auch im neuen Jahr) immer und überall
die Fürbitte der gnadenvollen Mutter erfahren,
die uns den Urheber des Lebens geboren hat,
Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Neujahr, 1. Jänner, Gottesmutter Maria
Allmächtiger, gütiger Gott,
am Beginn des neuen Jahres
hören wir aufs neue die Verheißung,
daß du dich in Jesus deines Volkes annimmst.
Begleite uns durch die Tage dieses Jahres und hilf uns,
daß wir - wie die Jungfrau Maria - »ja« sagen zu dem,
was du uns schickst.
Durch Christus, unseren Herrn.
Barmherziger Gott, von dir kommt alles Gute,
und du führst es zum Ziel.
Wir danken dir für den Anfang des Heiles,
das du uns in der Geburt deines Sohnes
aus der Jungfrau Maria eröffnet hast.
Höre auf ihre Fürsprache
und führe uns (in diesem Jahr) näher zu dir.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Neujahr
(für Wortgottesdienstfeiern)
Kehrvers:
Jubelt, ihr Lande, dem Herrn;
alle Enden der Erde schauen Gottes Heil. (GL 55,1)
mit Magnificat (GL 631,4)
Oder GL 631,3+4
Oder:
"Lobgesang der drei Jünglinge" (GL 619,1+2)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn groß ist das Geheimnis seiner Geburt,
heute ist er, der unsichtbare Gott,
sichtbar als Mensch erschienen.
Vor aller Zeit aus dir geboren,
hat er sich den Gesetzen der Zeit unterworfen.
In ihm ist alles neu geschaffen.
Er heilt die Wunden der ganzen Schöpfung,
richtet auf, was darniederliegt,
und ruft den verlorenen Menschen
ins Reich deines Friedens.
Darum rühmen dich Himmel und Erde,
Engel und Menschen
singen das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Weihnachten 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir Vater, für die Erwählung
der seligen Jungfrau Maria zu danken
und mit ihr das Werk deiner Gnade zu rühmen.
Du hast an der ganzen Schöpfung
Großes getan und allen Menschen
Barmherzigkeit erwiesen.
Denn du hast geschaut auf die Niedrigkeit deiner Magd
und durch sie der Welt den Heiland geschenkt,
deinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Maria 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken
und dich am Fest (Gedenktag)
der seligen Jungfrau Maria zu preisen.
(In Votivmessen:
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken,
weil du Großes getan hast
an der seligen Jungfrau Maria.)
Vom Heiligen Geist überschattet,
hat sie deinen eingeborenen Sohn empfangen
und im Glanz unversehrter Jungfräulichkeit
der Welt das ewige Licht geboren,
unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn loben die Engel deine Herrlichkeit,
beten dich an die Mächte, erbeben die Gewalten.
Die Himmel und die himmlischen Kräfte
und die seligen Serafim feiern dich jubelnd im Chore.
Mit ihrem Lobgesang
laß auch unsere Stimmen sich vereinen
und voll Ehrfurcht rufen:
Heilig ...
MB Maria 1
Herr, unser Gott,
am Fest der seligen Jungfrau Maria,
die wir als Mutter deines Sohnes und Mutter der Kirche bekennen,
haben wir voll Freude das heilige Sakrament empfangen.
Laß es uns eine Hilfe sein,
die uns zum ewigen Leben führt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Der Herr segne euch und behüte euch;
der Herr lasse sein Angesicht über euch leuchten
und sei euch gnädig;
er wende euch sein Antlitz zu
und schenke euch seinen Frieden!
Das gewähre euch der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn + und der Heilige Geist.

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