Wir haben die Osternachtfeier mit der Segnung des Feuers und der Osterkerze, mit dem Einzug der Osterkerze und dem feierlichen Exsultet eröffnet. Von alters her haben die Christen diese heilige Nacht singend und betend durchwacht.
Dabei riefen sie in Erinnerung, wie Gott der Herr sich in der Geschichte seines Volkes als Gott des Lebens erwiesen hat. Immer wieder hat er sich der Not seines Volkes erbarmt und ihm neue Lebensmöglichkeiten eröffnet.
In den nun folgenden Lesungen hören wir von der Erschaffung der Welt, (1. Lesung);
[vom Gehorsam des Abraham, der bereit ist, seinen Sohn zu opfern, (2. Lesung);]
von der wunderbaren Errettung des Volkes Israel aus der Hand der Ägypter, (3. Lesung);
und von den Verheißungen, die Gott seinem Volk durch die Propheten zusichert.
Viele dieser Worte erhalten durch den Tod und durch die Auferstehung Jesu eine neue Sinntiefe. Durch die Taufe sind auch wir mit dem Leib Christi verbunden, haben wir teil am neuen Bund Gottes mit seinem Volk und an den Hoffnungen der Christen, die sich daran knüpfen. Davon hören wir in den neutestamentlichen Lesungen.
In der Osternacht empfangen von alters her die Taufbewerber das Sakrament der Taufe. Durch die Taufe erhalten sie Anteil an der Fülle des ewigen Lebens, das Christus uns durch seinen Tod und seine Auferstehung erschlossen hat.
Für alle Getauften ist die Anlass, für das Geschenk der Gotteskindschaft zu danken und das Taufversprechen zu erneuern.
Die nun folgende Tauffeier beginnt mit der Anrufung aller Heiligen. Durch die Taufe sind wir von Gott geheiligt und in die Schar der Heiligen berufen worden.
Als letzter Abschnitt der Osternachtliturgie folgt nun die Eucharistiefeier. Dankbar gedenken wir des Todes und der Auferstehung Jesu. Im heiligen Mahl erhalten wir Anteil an seinem Leib und dem Blut, das er für uns vergossen hat. Christus nimmt uns mit hinein in seine innige Verbundenheit mit dem Vater und in sein ewiges Leben.
Von der Dunkelheit des Lebens und des Sterbens sind wir noch umfangen und erwarten doch auch das Licht der Welt. Es ist die Nacht, in der das Kreuz, der Tod, das Leiden überwunden ist, in der das neue und ewige Leben von Gott in unserer Welt Einzug hält: Der Stein ist weg. Das Grab ist leer. Jesus ist auferstanden.
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast durch Christus allen, die an dich glauben,
das Licht deiner Herrlichkeit geschenkt.
Segne dieses neue Feuer,
das die Nacht erhellt
und entflamme in uns die Sehnsucht nach dir,
dem unvergänglichen Licht,
damit wir mit reinem Herzen zum ewigen Osterfest gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
(aus dem MB)
Jesus Christus ist für uns Wärme, Licht und Leben.
Zeichen dafür ist die Osterkerze, die wir nun entzünden:
Guter Gott,
Gott der Liebe, Gott des Lebens.
Voll Vertrauen auf Dein unvergängliches Licht
zünden wir diese Kerze an.
Das Licht sei uns ein Zeichen des Vertrauens,
der Liebe und der Hoffnung,
in Stunden der Freude und in Stunden des Leides.
Wir zünden diese Kerze an, weil wir wissen:
Dein Sohn Jesus Christus ist bei uns
und bleibt bei uns alle Tage unseres Lebens und darüber hinaus.
Lass sein Licht über uns und alle Menschen leuchten.
Das Licht Christi aber gehe in unseren Herzen auf
und erstrahle in der ganzen Welt. Amen.
Diese österliche Freude lasst uns weiterreichen von Hand zu Hand,
von Licht zu Licht.
Wir wollen uns alle erfassen lassen von diesem einen Licht
und uns vereinen im Licht des österlichen Lebens,
das in dieser Nacht den ganzen Erdkreis umspannt.
Nach der Lichtfeier hören wir in den Lesungen des ersten und zweiten Testamentes den Grund unserer Osterfreude, die Heilsgeschichte vom Anfang der Welt bis hin zur Auferstehung Jesu Christi: Gott erweist sich als der, der Leben schafft und Leben will, der den Menschen immer wieder von allem Schweren befreit. Wir hören, wie die Heilsgeschichte Gottes mit uns Menschen seine Fortsetzung findet und in dieser Nacht auch in unseren Herzen weitergeschrieben werden will.
Der dritte Teil der Osternachtliturgie ist die Tauffeier, in der wir unsere Gotteskindschaft durch die Taufe erneuern. Am Anfang der Weihe des Wassers wird die Allerheiligenlitanei gesungen: Die heiligen Männer und Frauen sind Zeichen dafür, dass für uns alle das Ziel des ewigen Lebens erreichbar ist. So sind sie uns Vorbilder, wie wir unser Leben auf dieses Ziel hin gestalten sollen.
Allerheiligenlitanei
er dritte Teil der Osternachtliturgie ist die Tauffeier, in der wir unsere Gotteskindschaft durch die Taufe erneuern. Am Anfang der Weihe des Wassers wird die Allerheiligenlitanei gesungen: Die heiligen Männer und Frauen sind Zeichen dafür, dass für uns alle das Ziel des ewigen Lebens erreichbar ist. So sind sie uns Vorbilder, wie wir unser Leben auf dieses Ziel hin gestalten sollen.
Allerheiligenlitanei
Lasset uns beten.
Gott, du hast diese Nacht hell gemacht
durch den Glanz der Auferstehung unseres Herrn.
Erwecke in deiner Kirche den Geist der Kindschaft,
den du uns durch die Taufe geschenkt hast,
damit wir neu werden an Leib und Seele
und dir mit aufrichtigem Herzen dienen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Osternacht
Herr, unser Gott,
nimm die Gebete und Gaben deines Volkes an
und gib, dass diese österliche Feier,
die im Opfer des wahren Osterlammes ihren Ursprung hat,
uns zum ewigen Heil führt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Osternacht
Wir bringen das Brot,
Zeichen für alles, was die Erde hervorbringt;
wovon die Menschen leben,
wonach wir Menschen hungern,
warum wir uns abmühen,
Brot, das alle Menschen der Erde ernähren soll.
Wir bringen den Wein,
Zeichen für das, was die Erde uns schenkt und bietet.
Zeichen für das Leben selbst.
Denn wir dürsten nach Leben,
nach Lebenserfüllung, nach Lebensfreude;
Freude, die allen Menschen verheißen ist.
Wir bringen uns selber.
Nimm uns, wie wir sind,
wie wir sein möchten.
Bediene dich unserer Anstrengungen.
Mache Brot und Wein, -
mach uns, deine Gemeinde -
zum Zeichen deiner Gegenwart in unserer Welt.
darum bitten wir durch Christus,
den Auferstandenen Herrn und Bruder.
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater, immer und überall zu danken,
diese Nacht (diesen Tag, diese Tage)
aber aufs höchste zu feiern,
da unser Osterlamm geopfert ist,
Jesus Christus.
Denn er ist das wahre Lamm,
das die Sünde der Welt hinwegnimmt.
Durch seinen Tod
hat er unseren Tod vernichtet
und durch seine Auferstehung
das Leben neu geschaffen.
Darum jubelt in dieser Nacht (heute)
der ganze Erdkreis in österlicher Freude,
darum preisen dich die himmlischen Mächte
und die Chöre der Engel
und singen das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 1
In Christus, dem Auferstandenen, haben wir den Weg zum Vater.
Daher lasst uns mit all dem, was wir in diese Nacht mitgebracht haben,
an Freude und Hoffnung, an Sorgen und Leid, als Gebet vor Gott bringen:
Vater unser im Himmel ...
Einladung zum Friedensgebet:
Die Botschaft von der Auferstehung ist eine wahrhaft große Botschaft des Friedens und des Heils...
Herr, unser Gott,
du hast uns durch die österlichen Sakramente gestärkt.
Schenke uns den Geist deiner Liebe,
damit deine Gemeinde ein Herz und eine Seele wird.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Osternacht
Glauben Sie fragte man mich
An ein Leben nach dem Tode
Und ich antwortete: ja
Aber dann wusste ich
Keine Antwort zu geben
Wie das aussehen sollte
Wie ich selber
Aussehen sollte
Dort
Ich wusste nur eines
Keine Hierarchie
Von Heiligen auf goldnen Stühlen sitzend
Kein Niedersturz Verdammter Seelen
Nur
Nur Liebe frei geworden
Niemals aufgezehrte
Mich überflutend
Kein Schutzmantel starr aus Gold
Mit Edelsteinen besetzt
Ein spinnwebenleichtes Gewand
Ein Hauch
Mir um die Schultern
Liebkosung schöne Bewegung
Wie einst von tyrrhenischen Wellen
Wie von Worten die hin und her
Wortfetzen
Komm du komm
Schmerzweb mit Tränen besetzt
Berg-und-Tal-Fahrt
Und deine Hand
Wieder in meiner
So lagen wir lasest du vor
Schlief ich ein
Wachte auf
Schlief ein
Wache auf
Deine Stimme empfängt mich
Entlässt mich und immer
So fort
Mehr also fragen die Frager
Erwarten Sie nicht nach dem Tode?
Und ich antworte
Weniger nicht.
Marie-Luise KASCHNITZ: Ein Leben nach dem Tode, in: Gesammelte Werke in sieben Bänden. Bd. 5: Die Gedichte. Insel Verlag, Frankfurt/M. 1985.
Wagen wir es, die Auferstehung zu glauben? Oder ist sie uns nur ein Mythos, den man an einem solchen Ostertag - auf sich beruhen lässt oder umgekehrt? Warum glauben wir? Warum können wir intellektuell redlich glauben? Wir können es. Glaubend bejahend natürlich, nicht rationalistisch eine Zustimmung erzwingen. Wir können intellektuell redlich an Jesu Auferstehung glauben, auch ohne in alle Probleme der heutigen Exegese über diese Frage eingestiegen zu sein. Warum? Gegenfrage: Darf ich intellektuell redlich an meine eigene "Auferstehung" glauben? Das heißt: Darf ich mein Leben darauf aufbauen, dass das, was mein Leben ausmacht: Freiheit, Verantwortung, Liebe, endgültige Bedeutung hat und nicht verschwindet in den Abgrund des sinnlosen Nichts? Wenn ich aber darauf baue und dabei weiß, dass ich mich nicht zerfällen kann in zwei heterogene Wirklichkeiten, die sich in ihrem Schicksal gleichgültig trennen, Materie und Geist genannt, dann glaube ich an meine Auferstehung.
Karl Rahner, Das große Kirchenjahr. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1990.
halleluja
das lachen beginnt
es füllt neu
das leben
das land
halleluja
die lasten des tages
sind freudig zu nehmen
den staub des alltags
von der seele gewaschen
halleluja
das herz ist neu offen
für gott
für die menschen
hinein kann das neue
der kommenden zeit
halleluja
die wege sind wagnis
doch tragen sie sicher
auch wenn nur die nächsten
schritte zu kennst
halleluja
sag
singe und rufe
so laut und behutsam
dass jeder begreift
halleluja
ostern ist jetzt
hier, heute und morgen
bei dir und bei mir
beim freund und beim feind
halleluja
das lachen beginnt
Almut Haneberg, woher-wohin-wozu, Gebete und Texte für junge Christen, Hrsg. Provinzialat der Redemptoristen, A-1010 Wien, 2007.

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