Zum Weltflüchtlingstag:
Ein „Welttag der Migrant/innen und Flüchtlinge“ wurde erstmals 1914 von Papst Benedikt XV. unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs ausgerufen und seither jährlich gefeiert. Seit dem Jahr 2001 wird am 20. Juni der Weltflüchtlingstag gefeiert.
Laut einer Statistik des UNHCR, des Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen, waren im Jahr 2011 insgesamt 42,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten davon kommen aus den Ländern Afghanistan, Irak, Somalia und der Demokratischen Republik Kongo. Ein Großteil der Flüchtlinge flüchtet entweder innerhalb des eigenen Landes (Binnenvertriebene) oder in ein Nachbarland.
Angesichts dieser großen Zahl an Menschen, die weltweit von Flucht betroffen sind, ganz zu schweigen von all denjenigen, die aus anderen Gründen „Fremde“ sind, möchten wir am heutigen Sonntag diesen „Welttag der Migrant/innen und Flüchtlinge“ feiern.
„Auch Gott ist ein Fremder“: Der Titel, unter den der Weltflüchtlingstag in diesem Jahr gestellt wurde, soll uns über verschiedene Aspekte des Fremdseins, das uns in vielen Bereichen unseres Lebens begegnet, nachdenken und unser eigenes Verhalten gegenüber Flüchtlingen und Fremden reflektieren lassen.
Die Aufforderung im Alten Testament: „Der Fremde gelte unter euch wie ein Einheimischer“, könnte dabei ein Leitfaden für unser Verhalten gegenüber Fremden werden.
Im heutigen Evangelium hören wir bei Lukas, dass Jesus von seinen Jüngern als der Messias erkannt wurde:
Jesus Christus, du hast uns erlöst
und gezeigt, wie wir Christen miteinander umgehen sollen.
Wir begegnen dir in den Schwachen in unserer Gesellschaft,
besonders im Fremden und der Asylwerberin.
Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere leben illegal in Österreich.
Um die Abschiebung zu sichern, werden sie in Schubhaft genommen: ohne ausreichende Information, ohne entsprechende Begleitung, ohne Möglichkeit, sich selbst Recht zu verschaffen.
Herr, erbarme dich.
Asylwerber/innen in Österreich sind vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen.
Für viele Familien ist es sehr schwierig, ohne ausreichendes Einkommen und den fehlenden gesellschaftlichen Beteiligungs- und Integrationsmöglichkeiten ihren Alltag zu bewältigen.
Herr, erbarme dich.
Die österreichischen Regierungsparteien halten am derzeitigen Fremdengesetz fest.
Es ist lückenhaft und ermöglicht wenig Spielraum, um ungerechte, menschenunwürdige Wohn- und Lebenssituationen von Asylwerber/innen oder illegal lebenden Personen in Österreich zu verbessern.
Herr, erbarme dich.
Dankbar vertrauen wir auf das Erbarmen Gottes. '
Durch das Evangelium schenkst du, Gott, uns die Kraft, Missstände zu verändern um einen neuen Anfang zu setzen.
Um diese Kraft bitten wir durch deinen Sohn Jesus Christus, Amen.
Heiliger Gott,
gib, dass wir deinen Namen allezeit
fürchten und lieben.
Denn du entziehst keinem deine väterliche Hand,
der fest in deiner Liebe verwurzelt ist.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 12. Sonntag im Jahreskreis
Allmächtiger Gott,
du hast uns deinen Sohn Jesus Christus gesandt,
den Messias Israels,
den Erlöser der ganzen Welt.
Gib uns den Mut,
uns zu ihm zu bekennen,
und die Konsequenz,
unser Leben nach seiner Botschaft zu gestalten.
Darum bitten wir dich durch ihn,
Jesus Christus, unseren Herrn.
Gütiger Gott,
dein Sohn ist jetzt mitten unter uns.
Zusammen mit ihm bitten wir dich:
Wir beten für alle Menschen, die aus ihren Heimatländer flüchten müssen
und dabei um ihre Angehörigen fürchten müssen.
Sei Du ihnen Trost und Unterstützung!
Wir beten für die Asylsuchenden in unserem Land,
die oftmals unter den Vorurteilen der Bevölkerung
und unter ungerechten Asylverfahren leiden:
Lass ihnen Gerechtigkeit und Wohlwollen zuteil werden!
Wir beten für die Verantwortlichen in der EU für Flüchtlinge und Migrant/innen:
Öffne ihre Herzen für die Nöte dieser Menschen
und hilf ihnen im Bemühen, eine gute Gesetzgebung zu veranlassen!
Wir beten für uns selbst, die wir die Worte der Bibel die Fremden betreffend gehört haben:
Lass uns erkennen, wo wir konkrete Hilfe leisten können!
Wir beten für alle Flüchtlinge, die während der Flucht ums Leben kommen:
Lass sie bei dir ihre ewige Heimat finden!
Gott wir trauen dir,
wir glauben, dass du uns hörst
und nach deinem Willen erhörst. Amen.
Barmherziger Gott,
nimm das Opfer des Lobes
und der Versöhnung an.
Löse uns durch diese Feier aus aller Verstrickung,
damit wir in freier Hingabe ganz dir angehören.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 12. Sonntag im Jahreskreis
Kehrvers:
Jubelt ihr Lande dem Herrn;
alle Enden der Erde schauen Gottes Heil.
(GL 55,1)
Guter Gott, barmherziger Vater,
wir treten vor dich, um dir für deine nie endende Liebe zu danken.
Deine Propheten haben in deinem Volk immer wieder
den Geist des Mitleids geweckt und es zur Umkehr geführt.
Immer wieder hast du Unreinheit und Sünde von ihm abgewaschen.
Kehrvers
Jesus von Nazareth hast du als Messias gesandt,
um alle zu retten, die auf ihn hören.
Obwohl er von den Hohenpriestern und Ältesten verworfen wurde,
hast du ihn zu deiner Rechten erhöht.
Zu ihm schauen auf,
die auf sein Beispiel hin ihr Kreuz auf sich nehmen und ihm nachfolgen.
Kehrvers
Durch ihn sind alle, die seine Taufe auf sich nahmen,
deine Töchter und Söhne geworden.
In ihm sind sie eins
und es zählen nicht mehr Abstammung, Hautfarbe, Geschlecht oder Stand.
Wir danken dir für das neue Leben, das wir durch ihn gewonnen haben
und wir stimmen ein in den Lobpreis der ganzen Schöpfung.
Danklied, z. B. Nun danket alle Gott... (GL 405)
Wir danken dir, heiliger, starker Gott.
Du lenkst die Geschicke der Welt
und sorgst für jeden Menschen.
Du versammelst uns zu einer Gemeinschaft,
damit wir alle dein Wort hören
und deinem Sohn im Glauben folgen.
Er ist der Weg - auf diesem Weg gelangen wir zu dir;
er ist die Wahrheit - sie allein macht uns frei;
er ist das Leben und erfüllt uns mit Freude.
Darum danken wir dir, Vater, für deine Liebe,
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Wir stimmen ein in den Gesang der Engel
und bekennen zum Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 2
Es gibt nicht mehr Juden und Griechen,
nicht Sklaven und Freie,
nicht Männer oder Frauen:
Ihr alle seid eins in Christus.
(vgl. Gal 3,28)
Oder:
Ihr seid alle durch den Glauben
Söhne und Töchter Gottes in Christus Jesus.
(Vgl. Gal 3,26)
Oder:
Da sagte er zu ihnen:
Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
Petrus antwortete: Für den Messias Gottes.
(Lk 9,20)
Oder:
Wer sein Leben retten will, wird es verlieren,
wer aber sein Leben um meinetwillen verliert,
der wird es retten.
(Lk 9,24)
Eine Asylantin.
Hier ist sie nicht geboren.
Unsere Sprache versteht sie nicht.
Gearbeitet hat sie ohne Papiere.
Gewohnt hat sie wechselnd
bei einer Freundin
in einem Container.
Sie würde gern anfangen
zu arbeiten
hier bei uns.
Ihr Name ist Hoffnung,
hier kennt sie niemand.
D. Sölle, in: Träume mich, Gott. Geistliche Texte mit politischen Fragen, Wuppertal 1995.
Gütiger Gott,
du hast uns durch den Leib und das Blut Christi gestärkt.
Gib, dass wir niemals verlieren,
was wir in jeder Feier der Eucharistie empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 12. Sonntag im Jahreskreis
Du bist ganz anders, Gott,
als wir dich denken,
das hast du uns gezeigt in Jesus Christus.
Er, der dein Sohn ist
und Licht von deinem Lichte,
er ist demütig seinen Weg gegangen -
so hast du uns gerettet.
Wir danken dir,
dass du gekommen bist in diesem Menschen
und dass du uns so nahe bist
heute und alle Tage. - Amen.
(nach Huub Oosterhuis)

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