Lesung
aus der Apostelgeschichte.
In jenen Tagen
gingen Petrus und Johannes zur Gebetszeit
um die neunte Stunde in den Tempel hinauf.
Da wurde ein Mann herbeigetragen,
der von Geburt an gelähmt war.
Man setzte ihn täglich an das Tor des Tempels,
das man die Schöne Pforte nennt;
dort sollte er bei denen, die in den Tempel gingen,
um Almosen betteln.
Als er nun Petrus und Johannes in den Tempel gehen sah,
bat er sie um ein Almosen.
Petrus und Johannes blickten ihn an
und Petrus sagte: Sieh uns an!
Da wandte er sich ihnen zu
und erwartete, etwas von ihnen zu bekommen.
Petrus aber sagte: Silber und Gold besitze ich nicht.
Doch was ich habe, das gebe ich dir:
Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, steh auf und geh umher!
Und er fasste ihn an der rechten Hand
und richtete ihn auf.
Sogleich kam Kraft in seine Füße und Gelenke;
er sprang auf,
konnte stehen und ging umher.
Dann ging er mit ihnen in den Tempel,
lief und sprang umher und lobte Gott.
Alle Leute sahen ihn umhergehen und Gott loben.
Sie erkannten ihn als den,
der gewöhnlich an der Schönen Pforte des Tempels saß
und bettelte.
Und sie waren voll Verwunderung und Staunen
über das, was mit ihm geschehen war.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinden in Galátien.
Ich erkläre euch, Schwestern und Brüder:
Das Evangelium, das ich verkündet habe,
stammt nicht von Menschen;
ich habe es ja nicht von einem Menschen übernommen
oder gelernt,
sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi empfangen.
Ihr habt doch von meinem früheren Lebenswandel
im Judentum gehört
und wisst, wie maßlos ich die Kirche Gottes verfolgte
und zu vernichten suchte.
Im Judentum machte ich größere Fortschritte
als die meisten Altersgenossen in meinem Volk
und mit dem größten Eifer
setzte ich mich für die Überlieferungen meiner Väter ein.
Als es aber Gott gefiel,
der mich schon im Mutterleib auserwählt
und durch seine Gnade berufen hat,
in mir seinen Sohn zu offenbaren,
damit ich ihn unter den Völkern verkünde,
da zog ich nicht Fleisch und Blut zu Rate;
ich ging auch nicht sogleich nach Jerusalem hinauf
zu denen, die vor mir Apostel waren,
sondern zog nach Arábien
und kehrte dann wieder nach Damáskus zurück.
Drei Jahre später ging ich nach Jerusalem hinauf,
um Kephas kennenzulernen,
und blieb fünfzehn Tage bei ihm.
Von den anderen Aposteln sah ich keinen,
nur Jakobus, den Bruder des Herrn.
Was ich euch hier schreibe –
siehe, bei Gott, ich lüge nicht.
Den Galatern einen Brief zu schreiben, wurde von Leuten veranlasst, die unter den Galatern die Autorität des Paulus und die Richtigkeit seiner Lehre in Frage stellten. Es geht dabei um den Grundkonflikt des Christentums in den ersten Jahrzehnten seines Bestehens. Ist der neue Weg lediglich eine Reformbewegung innerhalb des Judentums, der die Religiosität der Menschen zu größerer Echtheit zurückführen will, oder ist er etwas Neues, der zu anderen Konsequenzen und von den traditionellen jüdischen Lebensweisen wegführt.
Paulus war ursprünglich selbst frommer und übereifrig gesetzestreuer Jude, welcher die abweichende neue Bewegung auf das Heftigste bekämpfte. Durch ein intensives Berufungs- und Umkehrerlebnis, in dem ihm Christus persönlich begegnet ist, hat er sich selbst dem neuen Weg angeschlossen. Nun beruft er sich darauf, dass ihm das Evangelium, das er den Galatern verkündigt hat, von Jesus Christus selbst empfangen habe. Er ist und war nie Schüler der Apostel, sondern sieht sich durch seine Begegnung mit Christus dazu berufen und ermächtigt, die Frohe Botschaft zu verkünden.
Paulus beansprucht für sich eine Autorität, die von Christus selbst kommt, und die er nicht erst von den Aposteln bestätigen lassen musste. Für ihn ist klar, dass das Christentum ein eigenständiger, vom traditionellen Judentum unabhängiger Weg ist. Erlöst wird der Mensch nicht durch eine bessere Beobachtung des Gesetzes als vielmehr durch den Glauben an Jesus Christus.
Jesus Christus,
auf dem Fundament der Apostel ist die Kirche gegründet.
Wir wollen uns an ihrem Beispiel orientieren.
Herr, erbarme dich.
Jesus Christus,
das Beispiel der Apostel lehrt uns,
wie Nachfolge durch dick und dünn geht.
Wir wollen uns auf den Weg machen.
Christus, erbarme dich.
Jesus Christus,
in Worten und Taten haben die Apostel von dir Zeugnis gegeben.
Wir wollen kreativ unsere Zeiten gestalten.
Herr, erbarme dich.
Der gute Gott erbarme sich unser,
er nehme von uns Schuld und Sünde
und führe uns zu einem ewigen Leben. – Amen.
Herr, unser Gott,
am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus
haben wir uns in Freude versammelt.
Hilf deiner Kirche,
in allem der Weisung deiner Boten zu folgen,
durch die sie den Glauben
und das Leben in Christus empfangen hat,
der in der Einheit des heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Hochfest des hl. Petrus und des hl. Paulus
Guter Gott,
du rufst die Menschen, dir zu folgen.
Im täglichen Leben wird dein Handeln an uns sichtbar.
Wir wollen dich bitten:
Wir beten für den Nachfolger Petri, für alle Bischöfe,
wir beten für alle Verantwortlichen in den christlichen Gemeinschaften:
dass sie treu zu deinem Wort stehen
und deine Botschaft vom Heil weitersagen.
Wir beten für alle, die mit Kraft und Feuer das Evangelium leben,
indem sie benachteiligten Menschen Hilfe zuteil werden lassen:
Lass ihr Tun reiche Frucht tragen.
Wir beten für alle, die Christen verfolgen,
aber auch für all jene Getaufte,
die mit Andersgläubigen nicht in religiösem Frieden leben wollen:
Hilf ihnen, den Anderen so leben zu lassen,
wie sie selbst gern leben wollen.
Wir beten für die vielen Menschen, die in den Vereinen, Gruppierungen und Gremien unserer Pfarreien Nachfolge lebendig werden lassen:
Schenke ihnen gute Erfahrungen und lass sie Durststrecken überstehen.
Wir beten für unsere Verstorbenen,
die ihr Leben, aber auch ihr Sterben an dir ausgerichtet haben:
Lass sie ewigen Frieden finden in deinem Reich.
Um all dies, o Gott, bitten wir dich durch Christus unsern Herrn.
Herr und Gott,
in Gemeinschaft mit den Aposteln
Petrus und Paulus bitten wir dich:
Heilige unsere Gaben
und laß uns mit Bereitschaft und Hingabe
das Opfer deines Sohnes feiern,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB hl. Petrus und des hl. Paulus
Kehrvers:
Lobet und preiset ihr Völker den Herrn! (GL 408)
Guter Gott,
am Fest der Apostel Petrus und Paulus sind wir zusammengekommen,
um dir unseren Dank darzubringen.
Wir haben allen Grund, dir zu danken,
denn in Jesus von Nazareth hast du uns den Messias gesandt.
Er hat uns aus der Not unseres begrenzten Lebens erlöst.
Er hat selbst Menschengestalt angenommen,
in ihm ist deine göttliche Weisheit Fleisch geworden.
In menschlicher Begegnung hat er deine Menschenliebe erfahren lassen.
Seinen Jüngern hat er aufgetragen,
die Frohe Botschaft von deiner väterlichen Liebe und Fürsorge
allen Menschen zu verkünden.
Im Wirken des Petrus hast du fortgesetzt, was Jesus begonnen hat.
Paulus hast du erwählt,
die Frohe Botschaft über die Grenzen des jüdischen Volkes hinauszutragen.
Unermüdlich predigte er den Heiden
und machte sie mit deiner Liebe und Barmherzigkeit bekannt.
Wir danken dir auch für die vielen Menschen,
die den Glauben an dich durch Jahrhunderte hindurch lebendig gehalten
und ihn von Generation zu Generation weiter getragen haben.
Mit allen Engeln und Heiligen
stimmen wir ein in den Lobgesang der ganzen Schöpfung und singen:
Danklied, z. B.: "Großer Gott, wir loben dich…" (GL 380)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dich allmächtiger Vater,
in deinen Heiligen zu preisen
und am Fest der Apostel Petrus und Paulus
das Werk deiner Gnade zu rühmen.
Petrus hat als erster den Glauben
an Christus bekannt
und aus Israels heiligem Rest
die erste Kirche gesammelt.
Paulus empfing die Gnade tiefer Einsicht
und die Berufung zum Lehrer der Heiden.
Auf verschiedene Weise
dienten beide Apostel der einen Kirche,
gemeinsam empfingen sie die Krone des Lebens.
Darum ehren wir beide in gemeinsamer Feier
und vereinen uns mit allen Engeln und Heiligen
zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Petrus und Paulus
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn du bist der ewige Hirt,
der seine Herde nicht verläßt,
du hütest sie allezeit durch deine heiligen Apostel.
Du hast sie der Kirche als Hirten gegeben,
damit sie ihr vorstehn als Stellvertreter deines Sohnes.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten und
mit all den Scharen des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Apostel 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn hast du die Kirche
auf das Fundament der Apostel gegründet,
damit sie bis ans Ende der Tage fortbestehe
als Zeichen deiner Heiligkeit
und allen Menschen die Botschaft des Heiles verkünde.
Darum preisen wir das Werk deiner Liebe
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Apostel 2
Jesus spricht:
Folge mir nach!
(Joh 21,19)
Oder:
Mit Petrus bekennen wir:
Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.
(Mt 16,16)
Oder:
Kostet und seht, wie gütig der Herr ist;
wohl dem, der zu ihm sich flüchtet!
(Ps 34,9)
Herr, unser Gott,
du hast uns durch das heilige Sakrament gestärkt.
Gib, daß wir im Brotbrechen
und in der Lehre der Apostel verharren
und in deiner Liebe ein Herz und eine Seele werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Hochfest des hl. Petrus und des hl. Paulus
Wien, 21.06.13 (KAP) Viel Beifall gab es am Donnerstagabend bei der bei Uraufführung von Felix Mitterers "Jägerstätter" im Wiener Theater in der Josefstadt. Das von Hauptdarsteller Gregor Bloéb angestoßene und von Stephanie Mohr inszenierte Drama um den 2007 seliggesprochenen Wehrdienstverweigerer und Märtyrer berührte Kardinal Christoph Schönborn, Manfred Scheuer (Innsbruck), Ludwig Schwarz (Linz) und dessen Vorgänger Maximilian Aichern. Auch Maria Dammer, eine der Töchter des tiefgläubigen Innviertler Bauern und Mesners, erlebte die Uraufführung live und tief bewegt.
Der Inhalt: Das Stück beginnt mit der wenig bekannten "Sturm und Drang"-Phase Jägerstätters, als er der erste Motorradfahrer in seinem Dorf St. Radegund war, ein uneheliches Kind zeugte, in eine Wirtshausschlägerei verwickelt war und einige Zeit in Eisenerz im Erzabbau arbeitete. Die Begegnung und Heirat mit seinem "Lebensmenschen" Franziska vertiefte seinen schon familiär grundgelegten Glauben, die Geburt dreier Töchter machte ihn zu einem sorgenden, liebevollen Familienvater. Gregor Bloéb, der seinem Freund Felix Mitterer den Stoff für eine Dramatisierung ans Herz gelegt hatte, interpretiert seine Rolle für all jene überraschend, die einen sturen "Betbruder" erwartet hatten: Sein Jägerstätter ist lebenslustig, temperamentvoll, leidenschaftlich in Freude und Schmerz, aber auch reflektiert und zweifelnd, ob seine immer entschiedenere Verweigerung gegenüber dem NS-Terrorregime verantwortbar ist.
Franziska Jägerstätter wird als einziger Halt ihres ob seiner Gewissensentscheidung ringsum angefeindeten Ehemannes gezeichnet, auch die Mutter, beteiligte Priester einschließlich des damaligen Linzer Bischofs Josef Fließer sowie die oft als Chor dargestellte Dorfgemeinschaft versuchen den letztlich zum Tod Verurteilten von seinem Weg abzubringen. Das Stück endet mit dem bitteren Hinweis darauf, dass es sowohl staatlicherseits (den Hinterbliebenen wurden
1948 eine Witwen- bzw. Waisenrente verweigert) als auch kirchlicherseits (die Linzer Kirchenzeitung durfte nach dem Krieg auf bischöfliche Anweisung zunächst nicht über den unliebsamen Fall berichten) noch lange dauerte, bis Jägerstätter volle Rehabilitierung und Anerkennung als Seliger erfuhr.
Nach dem Fallen des Vorhangs wurden die Hauptdarsteller Gregor Bloéb und Gerti Drassl (Franziska), aber auch Nebendarsteller wie Michael Schönborn (der Bruder des Wiener Kardinals gibt einen Nazi-Außenseiter innerhalb der NS-skeptischen Dorfgemeinschaft von St. Radegund) mit viel Beifall bedacht, auch der Autor wurde unter lautem Jubel auf die Bühne geholt.
Kardinal Schönborn zeigte sich am Freitagvormittag bei der Pressekonferenz zum Abschluss der in Mariazell tagenden Bischofskonferenz noch tief beeindruckt vom Theatererlebnis am Abend zuvor; sowohl das Stück als auch die Inszenierung und die schauspielerischen Leistungen verdienten großes Lob. Mitterer sei es gelungen, ein "authentisches Bild dieses großen Mannes, aber auch seiner großer Frau" zu zeichnen, würdigte der Wiener Erzbischof, der sich laut eigenen Angaben seit 1967 mit Jägerstätter befasst hatte und auch dessen im März verstorbener Witwe Franziska mehrmals begegnet war.
Opfer war keineswegs "vollkommen sinnlos"
Felix Mitterer führte vor der Verfassung seines Textes penible Recherchen u.a. bei der Jägerstätter-Biografin Erna Putz und beim Postulator des Seligsprechungsverfahrens, Bischof Scheuer, durch. Seine anfängliche Skepsis, ob der Fall nicht zu tragisch, zu aussichtslos sei, habe sich durch die intensive Befassung mit dem Fall aber verflüchtigt, schreibt Mitterer im Programmheft. Bald habe ihn die lebendige Persönlichkeit Jägerstätters und die anrührende Liebesgeschichte zu seiner Frau gefesselt.
Wichtig sei für ihn auch die Erkenntnis gewesen, dass die Behauptung, dass Jägerstätters Opfer "letztlich vollkommen sinnlos war", nicht stimmt: Der amerikanische Soziologe Gordon C. Zahn habe mit seinem 1964 erschienenen Buch über den Fall dafür gesorgt, dass der oberösterreichische Bauer zum Vorbild vieler Kriegsdienstverweigerer in aller Welt wurde. Und Jägerstätters Verhalten habe auch die katholische Kirche beeinflusst, beim II. Vatikanischen Konzil das Recht auf Kriegsdienstverweigerung anzuerkennen.
Mitterers neues Stück wird nach der Premiere in Wien nun das Glanzstück des Theatersommers Haag (Niederösterreich), wo es von 3. Juli bis 9. August auf dem Spielplan steht. Danach kehrt es ab Herbst in das Theater in der Josefstadt zurück.
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Die 1. Lesung dieses Sonntags bringt einen Teil einer Petruspredigt, die er unmittelbar nach der Heilung eines Gelähmten im Tempelbezirk an das Volk gerichtet vorträgt. Der für die Liturgie vorgesehene Text schneidet dabei die Heilungserzählung heraus und beschränkt sich auf den Text der Rede (vgl. ungekürzte Fassung).
Die Predigten der Apostelgeschichte enthalten vor allem theologische Reflexionen des Verfassers und sind nicht als historische Reden der Apostel zu verstehen.
Inhaltlich setzt sich dieser Teil der Predigt mit einem den Christen der ersten Generation vertrauten Thema auseinander: Wie konnte es geschehen, daß sich die meisten Juden weder von der Predigt des Jesus von Nazareth noch von der Botschaft der Auferstehung des Jesus Christus überzeugen ließen. Ihnen geht es um den Beweis, daß Tod und Auferstehung Jesu in der Linie der jüdischen Traditon liegt. Der Prediger knüpft an den Hoffnungen der Stammväter Israels an und stellt die Geschehnisse an Jesus als von den Propheten im voraus verkündigt heraus. Die Schuldfrage am Tod Jesu wird akzentuiert den Juden angelastet. In der Annahme der Predigt der Apostel eröffnet sich den Juden aber die Möglichkeit umzukehren und an Jesus als Messias zu glauben.