Lesung aus dem Buch Jeremía.
Weh den Hirten,
die die Schafe meiner Weide zugrunde richten und zerstreuen –
Spruch des Herrn.
Darum – so spricht der Herr, der Gott Israels,
über die Hirten, die mein Volk weiden:
Ihr habt meine Schafe zerstreut und sie versprengt
und habt euch nicht um sie gekümmert.
Jetzt kümmere ich mich bei euch um die Bosheit eurer Taten –
Spruch des Herrn.
Ich selbst aber sammle den Rest meiner Schafe
aus allen Ländern, wohin ich sie versprengt habe.
Ich bringe sie zurück auf ihre Weide
und sie werden fruchtbar sein und sich vermehren.
Ich werde für sie Hirten erwecken, die sie weiden,
und sie werden sich nicht mehr fürchten und ängstigen
und nicht mehr verloren gehen –
Spruch des Herrn.
Siehe, Tage kommen
— Spruch des Herrn —,
da werde ich für David einen gerechten Spross erwecken.
Er wird als König herrschen und weise handeln
und Recht und Gerechtigkeit üben im Land.
In seinen Tagen wird Juda gerettet werden,
Israel kann in Sicherheit wohnen.
Man wird ihm den Namen geben:
Der Herr ist unsere Gerechtigkeit.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Éphesus.
Schwestern und Brüder!
Jetzt seid ihr, die ihr einst in der Ferne wart,
in Christus Jesus,
nämlich durch sein Blut,
in die Nähe gekommen.
Denn er ist unser Friede.
Er vereinigte die beiden Teile – Juden und Heiden –
und riss die trennende Wand der Feindschaft
in seinem Fleisch nieder.
Er hob das Gesetz mit seinen Geboten und Forderungen auf,
um die zwei
in sich zu einem neuen Menschen zu machen.
Er stiftete Frieden
und versöhnte die beiden
durch das Kreuz mit Gott in einem einzigen Leib.
Er hat in seiner Person die Feindschaft getötet.
Er kam und verkündete den Frieden:
euch, den Fernen,
und Frieden den Nahen.
Denn durch ihn
haben wir beide in dem einen Geist Zugang zum Vater.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Im Abschnitt 2,11-22 und auch im 3. Kapitel des Epheserbriefes sind besonders die "Heiden" angesprochen.
Jude wird man durch die Geburt. Es gab zwar immer wieder Menschen, die sich zum Judentum bekehrten, aber für die wirkliche Zugehörigkeit zum erwählten Volk, ist nach dem Denken der Juden, die jüdische Abstammung nötig. Darum gibt es auch keine Mission und keine Versuche, Menschen aus anderen Völker, die "Heiden" zum jüdischen Glauben zu bekehren.
Anders ist es im Christentum. Was zählt ist der Glaube, und nicht ob einer von Geburt Jude, Grieche Römer, Perser,... ist. In den ersten Jahrzehnten müssen sich die Christen, die ja hauptsächlich christlich gewordene Juden waren, damit auseinander setzen, dass Gott das Heil für alle Menschen will. Vorbedingung, um zur Gemeinschaft der Christen zu gehören, ist nicht die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Volk, oder einer Religion, sondern allein der Glaube an Gott und an Jesus Christus. Alle Menschen sind zum Heil berufen, Gott macht keine Unterschiede. Die Erlösungstat Jesus Christi gilt für die Juden genauso wie für alle anderen.
Der Verfasser des Epheserbriefes - wohl ein Schüler oder Mitarbeiter des Apostel Paulus - denkt und schreibt kontrastreich und auch gegensätzlich.
Er stellt im vorliegenden Text den Unheilszustand der Heidenchristen dem "jetzt" erlangten Heil gegenüber. Dieses Heil gipfelt in der Würde des "Bürgerrechts und der Hausgenossenschaft" in der universalen Gemeinde des Herrn (vgl. den folgenden Abschnitt: Vers 19ff). Die Einheit, die hier angesprochen wird, bewirkt letztlich nur Christus selbst, der Frieden stiftete durch seine Hingabe am Kreuz. "Der von Christus gebrachte und in ihm selbst verkörperte Friede ist keine abstrakte Größe, sondern soll sich geschichtlich konkretisieren und bis in das gesellschaftliche Leben hinein realisieren." (R. Schnackenburg)
Der - mit sechs Kapiteln recht kurze - Brief des Paulus an die Gemeinde von Ephesos liest sich wie eine in Briefform gefasste Predigt. Allgemein wird angenommen, dass der Apostel allerdings selbst nicht der Verfasser ist. Die vorliegende Perikope arbeitet an einem Grundproblem der paulinischen Mission, dem Verhältnis von Juden, Heiden und Judenchristen: In Christus gibt es keine Trennung mehr - in seine Nachfolge kann jeder treten, auch Nichtjuden. In der Jerusalemer Gemeinde sah man das ja noch zurückhaltender. Nach paulinischer Vorstellung muss sich diese 'Ökumene' auch in der sichtbaren Gestalt der jungen Gemeinden widerspiegeln.
Die Jünger kehren zurück von ihrer "Missionsreise" und sind begeistert. Damit sie nicht ausbrennen, nimmt Jesus sie mit in die Einsamkeit. Er bewahrt sie davor, dass sie selbst Opfer "unreiner Geister" werden, dem Erfolgs- und Leistungszwang erliegen. Die Ferienzeit lädt ein, dass auch wir die »Einsamkeit« suchen, die Mitte finden und zur Ruhe kommen.
Komm bei aller Arbeit und allem Einsatz auch zur Ruhe und immer wieder in eine neue, vertiefende Beziehung zu Gott, lautet Jesu Bitte an uns, die er im Blick auf unser Wohlergehen an uns richtet.
Wie hätte die Geschichte der Menschen anders verlaufen können, wenn Jesus sich hätte zum König machen lassen? Warum hat er sich geweigert? Er hat uns statt dessen gezeigt, wie wir mit unseren begrenzten Möglichkeiten "Wunder" wirken können.
Herr, unser Gott, sieh gnädig auf alle,
die du in deinen Dienst gerufen hast.
Mach uns stark im Glauben,
in der Hoffnung und in der Liebe,
damit wir immer wachsam sind
und auf dem Weg deiner Gebote bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 16. Sonntag im Jahreskreis
Herr, du hast die vielen Opfer,
die dir je von Menschen dargebracht werden,
in dem einen Opfer des Neuen Bundes vollendet.
Nimm die Gaben deiner Gläubigen an
und heilige sie,
wie du einst das Opfer Abels angenommen hast;
und was jeder einzelne zu deiner Ehre darbringt,
das werde allen zum Heil.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 16. Sonntag im Jahreskreis
Kehrvers
Wir loben dich, wir preisen dich.
Lasst uns Gott preisen.
Er hat sich als der Gute Hirte erwiesen,
der den Rest seiner Herde aus allen Ländern sammelt,
in die sie versprengt wurden.
Kehrvers
Er hat auf die Not seines Volkes gehört
und seinen Sohn gesandt,
damit er allen Menschen die Frohe Botschaft bringe.
In ihm zeigte er Mitleid mit den Müden und Erschöpften,
den Ohnmächtigen und Schwachen,
den Armen und Kranken
und nahm er sich ihrer Not an.
Kehrvers
Jesus Christus hat sein Leben hingegeben,
um alle, die auf seine Stimme hören,
zum Vater zurückzuführen
und sie mit Gott zu versöhnen.
Darum stimmen wir ein in den Lobpreis aller,
die dich Vater nennen und singen…
Danklied, z. B. Singt dem Herrn ein neues Lied (GL 409)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn wir erkennen deine Herrlichkeit in dem,
was du an uns getan hast:
Du bist uns mit der Macht deiner Gottheit
zu Hilfe gekommen und
hast uns durch deinen menschgewordenen Sohn
Rettung und Heil gebracht
aus unserer menschlichen Sterblichkeit.
So kam uns aus unserer Vergänglichkeit
das unvergängliche Leben
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und singen mit den
Chören der Engel das Lob
deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 3
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
(Ps 23,1f)
Oder:
Christus spricht:
Kommt alle zu mir,
die ihr euch müht und schwere Lasten zu tragen habt,
ich werde euch Ruhe schaffen.
(Mt 11,28)
Oder:
Christus spricht:
Ich bin der gute Hirt.
Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.
(vgl. Joh 10,8)
Barmherziger Gott, höre unser Gebet.
Du hast uns im Sakrament
das Brot des Himmels gegeben,
damit wir an Seele und Leib gesunden.
Gib, daß wir
die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen
und als neue Menschen leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 16. Sonntag im Jahreskreis
Guter Gott,
wie die Apostel beim Herrn zusammengekommen sind,
um auszuruhen, so waren wir vor dir versammelt.
Nun gehen wir wieder zurück:
an die Orte, wo wir hingehören;
an fremde Orte, weil wir verreisen;
an neue Orte, weil wir vielleicht eine andere Zukunft haben werden.
Begleite du uns mit deinem Segen.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.

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Die Kapitel 21-24 des Buches Jeremia stehen ebenso wie Kapitel 34-38 unter dem Zeichen des Konfliktes: Jeremia - König.
Genauso wie die Könige und Staatsbeamte sind auch die Propheten und Priester Gegenspieler des Propheten Jeremia, weil sie die Verantwortung für das Volk tragen und es so in die Irre führen. Klarerweise sind dem Propheten Jeremia diese Gruppen nicht gerade freundlich gesonnen, er hat sich vor Nachstellungen zu hüten und beklagt auch immer wieder sein Schicksal, als Prophet Gottes auftreten zu müssen um Gericht und Unheil zu verkünden und sich damit in Einsamkeit und Gefahr zu bringen.
Die Untreue und Bosheit der Hirten, der Führer des Volkes, führen schließlich zur Eroberung Jerusalems und damit zum Ende auch des Südreiches Juda, wie es der Prophet ankündigt.
Die drei Aussagen in der heutigen Lesung zeigen, wie sich dieses Gericht durch Gottes eingreifen in Heil verwandeln soll:
Gott zieht die schlechten Hirten, die am Schicksal der Schafe schuld sind zur Rechenschaft (Verse 1-2).
Gott selbst nimmt sich seiner Schafe, seines Volkes an. Er führt sie wieder zusammen und sorgt für sie( Vers 3)
Er gibt ihnen einen neuen Hirten, einen gerechten und weisen König so wie David (Verse 4-6).
Die Herrscher Israels lassen sich durch die Warnungen des Propheten nicht beeindrucken auch die erste Deportation (597 v. Chr.) bei der auch König Jojachin nach Babel verschleppt wird, ändert nichts an der Einstellung seines Nachfolgers König Zidkija (597-586). Drohungen aber auch Heilszusagen können den König nicht bewegen, von seinem Weg abzuweichen. Das Exil ist nicht zu verhindern. (Kapitel 34ff)
In Jer 23,1-6 spiegeln sich schon die Erfahrungen des Exils und der Rückkehr. Gott nimmt sich seines Volkes an, er läßt es nicht im Stich auch wenn es sich schuldig gemacht hat. Gerade der Prophet Jeremia kann gar nicht anders als den Heilswillen Gottes herauszustreichen.
Hintergrund des Textes ist das Ende des Königreiches Juda und der Sieg der Babylonier unter Nebukadnezar.
Die Sammlung der sog. Königssprüche mündet in eine Heilsweissagung. Das Ende der Linie der davidischen Königsreihe ist die Voraussetzung für eine Neugründung.
Die Heilsgeschichte Gottes - und das ist die Hauptaussage - geht weiter. Sie steuert letztlich einem positiven Ziel zu. Der "Sproß Davids" wird im Gegensatz zu den jetzt von JAHWE verstoßenen Führern ein "gerechter" sein; der Beginn der messianischen Epoche der Heilsgeschichte wird prophezeit.
Die Weherufe gegen die "Hirten" bei Jeremia kann man als Rufe gegen die Regierenden des Volkes verstehen, die ihre Aufgaben als "Hirten" nicht erfüllt haben.
(Vgl. Arthur Weiser, Das Buch Jeremia, ATD 20, Göttingen 1981)
Jeremia war einer der großen Propheten vor dem Babylonischen Exil, das mit der Erstürmung Jerusalems und der Zerstörung des Tempels 586 v. Chr. begann. Jeremia hat solch ein Ereignis vorhergesagt. In den Kapiteln 21 bis 24 wendet der Prophet sich an die Führenden des Volkes und weist sie in zahlreichen (Bild-)Reden auf mögliche Untergangsszenarien hin. Aus diesem Teil des Prophetenbuches stammt die heutige Lesung.