Lesung aus dem Buch Éxodus.
In jenen Tagen
murrte die ganze Gemeinde der Israeliten
in der Wüste gegen Mose und Aaron.
Die Israeliten sagten zu ihnen:
Wären wir doch im Land Ägypten
durch die Hand des Herrn gestorben,
als wir an den Fleischtöpfen saßen
und Brot genug zu essen hatten.
Ihr habt uns nur deshalb in diese Wüste geführt,
um alle, die hier versammelt sind,
an Hunger sterben zu lassen.
Da sprach der Herr zu Mose:
Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen.
Das Volk soll hinausgehen,
um seinen täglichen Bedarf zu sammeln.
Ich will es prüfen,
ob es nach meiner Weisung lebt oder nicht.
Ich habe das Murren der Israeliten gehört.
Sag ihnen:
In der Abenddämmerung
werdet ihr Fleisch zu essen haben,
am Morgen werdet ihr satt werden von Brot
und ihr werdet erkennen,
dass ich der Herr, euer Gott, bin.
Am Abend kamen die Wachteln
und bedeckten das Lager.
Am Morgen lag eine Schicht von Tau
rings um das Lager.
Als sich die Tauschicht gehoben hatte,
lag auf dem Wüstenboden etwas Feines, Knuspriges,
fein wie Reif, auf der Erde.
Als das die Israeliten sahen,
sagten sie zueinander: Was ist das?
Denn sie wussten nicht, was es war.
Da sagte Mose zu ihnen:
Das ist das Brot, das der Herr euch zu essen gibt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Der Herr gab ihnen Brot vom Himmel. – Kv
GL 657, 3
Was wir hörten und erfuhren, *
was uns die Väter erzählten,
das wollen wir ihren Kindern nicht verbergen, *
sondern dem kommenden Geschlecht erzählen. – (Kv)
Er gebot den Wolken droben *
und öffnete die Tore des Himmels.
Er ließ Manna auf sie regnen als Speise, *
er gab ihnen Korn vom Himmel. – (Kv)
Jeder aß vom „Brot der Starken“; *
er sandte Nahrung, sie zu sättigen.
54Er brachte sie in sein heiliges Gebiet, *
zum Berg, den seine Rechte erworben hat. – Kv
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Éphesus.
Schwestern und Brüder!
Das also sage ich und beschwöre euch im Herrn:
Lebt nicht mehr wie die Heiden in ihrem nichtigen Denken!
Ihr habt Christus nicht so kennengelernt.
Ihr habt doch von ihm gehört
und seid unterrichtet worden,
wie es Wahrheit ist in Jesus.
Legt den alten Menschen
des früheren Lebenswandels ab,
der sich in den Begierden des Trugs zugrunde richtet,
und lasst euch erneuern
durch den Geist in eurem Denken!
Zieht den neuen Menschen an,
der nach dem Bild Gottes geschaffen ist
in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Im Epheserbrief treten vermehrt Mahnungen auf, wie Christsein zu leben ist. Der Verfasser fordert eine radikale Unterscheidung zu den Heiden. Christen sollen in einer Haltung der Liebe nach dem Vorbild Jesus Christus leben. Vor allem wendet er sich gegen ein lasterhaftes Verhalten in sexueller Unmoral, Begierde und Lüge. Christen leben als Kinder des Lichts gegenüber den Heiden als Kinder der Finsternis.
Sie sollen den alten Menschen ablegen (Heidentum), der verdorben und verblendet ist, und den neuen Menschen (Christus) anlegen. Der neue Mensch ist nach Gott geschaffen. Das abgestumpfte Leben der Ausschweifung wird erneuert durch ein Leben in Gerechtigkeit, Heiligkeit und Wahrheit. Zugrunde liegt dem der Charakter der Taufe. ("anziehen" – Gal 3,27 und Röm 13,12b–14).
Die Aktualität der Mahnrede des Verfassers auf das liederliche Leben der Gemeinde, richtet sich auf das Wiederfinden der christlichen Identität. Die dort angesprochenen Diasporachristen stehen in der Gefahr, sich von ihren heidnischen Mitbürgern zu einem sündhaften Leben anstecken zu lassen. Sie vergessen dabei das, was sie durch Taufe geworden sind. Christliche Existenz und Lebensordnung orientiert sich allein an Jesus Christus.
Der Christ muss sich im Blick auf Jesus Christus ständig erneuern und überprüfen, ob er dem "neuen Menschen" treu bleibt, oder sich von säkularen Tendenzen anstecken und verlocken lässt.
Joachim Schröter (2003)
Mit diesem Abschnitt des Epheserbriefes beginnt ein Hauptanliegen von Paulus: Der Christ muß sich in Kirche und Welt von seiner heidnischen Vergangenheit lösen. Offensichtlich ist diese heidnische Vergangenheit, die den Menschen vielleicht Jahrzehnte lang geprägt hat, mit ihren Ansprüchen und Verlockungen gegenwärtig.
Kernpunkt ist dabei die Wahrheitsfrage. Der Mensch besitzt das Denkvermögen, die Wirklichkeit zu erfassen und für sich als Richtung weisend für sein Leben anzunehmen. Aber die "Nichtigkeit des Denkens" läßt ihn die Wahrheit, die allein in Gott ist, ablehnen und drängt ihn, sich auf "seine Welt", die letztendlich nur Trug und Schein ist, einzulassen. So ist nicht mehr Gott die Mitte in seinem Leben sondern das eigene Ich.
Wie sieht nun dieses christliche Leben aus?
Christus lernen: Für Paulus bedeutet dies, den Heilsplan Gottes verstehen zu lernen, erfassen zu lernen, was Gott durch Christus an uns gewirkt hat. Daß sich aus diesem Verständnis der Vorrangstellung Christi eine Lebensführung ableitet, die wir "Nachfolge Christi" nenen, ist eine logische Schlußfolgeung.
Christus hören: Wir verstehen, daß damit gemeint ist, wir haben etwas über Christus gehört. Paulus meint aber nicht nur, daß wir über Christus als Gegenstand, über den gesprochen wird, hören, sondern auch, daß Christus der ist, der bei der Verkündigung in und durch die Worte des Predigers zu uns spricht, so wie er z.B. im Abendmahl gegenwärtig ist.
Daher werden wir auch "in ihm" unterwiesen. Denn nur wenn der Verkündiger "in ihm" spricht und nicht nur über ihn, und wir dieses Wort "in Christus" vernehmen kann Glaubenswahrheit wirksam aufgenommen werden.
Der uns von Gott durch die Taufe gnadenhaft verliehene Anteil am göttlichen Leben muß nun ausgebildet werden zur Gleichförmigkeit mit "dem Bild des Sohnes Gottes"(vgl. röm 8,29). Und dieses Ablegen des alten Menschen, der nur zu Tod und Verderben führt, müßte eigentlich leicht fallen.
Bevor wir aber den neuen Menschen anziehen können ist ein Umdenken erforderlich; an die Stelle "nichtigen Denkens" muß eine Erneuerung im Geist treten, die uns die Glaubenswirklichkeit neu erfassen läßt.
Der "neue Mensch" ist dann der Mensch, der durch den Glauben Christus in sich wohnen hat. Und dieser Mensch entspricht dem gottgegebenen Sein, er ist "nach dem Bild Gottes geschafen" im Sinn von grundgelegt.
Der Abschnitt aus dem Epeserbrief, der als zweite Lesung vorgetragen wird, spiegelt die Lebensverhältnisse der Christen des 1. Jahrhunderts in Kleinasien wider. Sie kommen aus einer hellenistisch geprägten Kultur. Diese Lebenswelt wird von den Christen nach jüdischem Denkmuster als heidnisch bezeichnet. (Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, daß die Bezeichnung "heidnisch" bei den Juden nicht den gleichen arroganten Beigeschmack hatte wie bei uns heute.)
Durch die Taufe sind die Christen zu einer neuen Lebensweise berufen. Diese versucht der Apostel in unserem Text zu verdeutlichen, indem er heidnisches und christliches Leben gegenüberstellt. (Siehe ungekürzte Textfassung)
Der Hauptunterschied liegt für ihn in der Art des Denkens. Aus dem Blickwinkel der Christen sind die Heiden unwissend. Sie kennen nicht die Perspektiven des Glaubens. Der Vorwurf der Unwissenheit muß angesichts des hohen Bildungsniveaus hellenistisch Gebildeter ziemlich paradox geklungen haben.
Ein zweites Merkmal ist die Verhärtung des Herzens. Was die Christen gegenüber den Heiden auszeichnet, ist ihre Kultur der Liebe.
Weitere Vorwürfe sind Haltlosigkeit, Ausschweifung , Gier und jede Art von Gemeinheit. Dabei ist zu bedenken, daß es im Hellenismus eine Vielfalt von Philosophien und damit verbundenen Lebensweisen gab. Diese haben bei den Christen auf Grund ihrer Glaubenseinsichten in Welt- und Lebenszusammenhänge keine Geltung mehr. Sie blicken mit Geringschätzung auf das zurück, was sie selbst einmal geglaubt und gelebt haben.
Die hellenistisch-heidnischen Einstellungen gehören aber bei den Christen offenbar noch nicht ganz der Vergangenheit an. Wenn sie sie schon vollständig zurückgelassen hätten, müßte sie der Apostel nicht so eindringlich ermahnen, den alten Menschen abzulegen. Er greift damit die Symbolik der Taufe auf. Es gilt, die Wahrheit, die Jesus Christus ist, im Denken anzunehmen und immer mehr im konkreten Leben auszugestalten.
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Éphesus.
Schwestern und Brüder!
Das also sage ich und beschwöre euch im Herrn:
Lebt nicht mehr wie die Heiden in ihrem nichtigen Denken!
Sie sind verfinstert in ihrem Sinn.
Sie sind dem Leben Gottes entfremdet
durch die Unwissenheit, in der sie befangen sind,
durch die Verhärtung ihres Herzens.
In ihrer Haltlosigkeit gaben sie sich der Ausschweifung hin,
um jede Art von Unreinheit in Habgier zu vollführen.
Ihr habt Christus nicht so kennengelernt.
Ihr habt doch von ihm gehört
und seid unterrichtet worden,
wie es Wahrheit ist in Jesus.
Legt den alten Menschen
des früheren Lebenswandels ab,
der sich in den Begierden des Trugs zugrunde richtet,
und lasst euch erneuern
durch den Geist in eurem Denken!
Zieht den neuen Menschen an,
der nach dem Bild Gottes geschaffen ist
in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
In der sog. Brotrede des Johannesevangeliums ist in mehrfacher Bedeutung von Brot die Rede. Jesus will nicht nur Helfer in der Not, sondern vielmehr Brot für unsere Seele sein. Durch dieses Brot können wir mit ihm eins werden und erhalten wir von ihm die Kraft, uns in neue Menschen verwandeln zu lassen.
Das Volk Israel ging in der Zeit der Wanderung durch die Wüste durch eine harte Schule. Es musste lernen, alle Hoffnungen auf einen Gott zu setzen, dessen Name "Ich bin der »ich bin da«" ist. Es lernte zu vertrauen, dass genug zum Leben da ist, Tag für Tag. Auch wir sind gefordert, uns in diese neue Gesellschaftsordnung einzuüben und das Teilen neu zu lernen.
Zur Erinnerung: Letzten Sonntag hörten wir bereits einen Teil der Brotrede. "Jesus ging an das andere Ufer des galiläischen Meeres, das auch See von Tiberias heißt. Eine große Menge folgte ihm, weil sie die Zeichen sahen, die er an Kranken tat." (Joh. 6,1-2). Weiters wird berichtet, dass Jesus die fünf Gerstenbrote und zwei Fische nahm, das Dankgebet sprach und alles an die große Menschenmenge verteilte. Für jeden war genug da, ja es blieben sogar zwölf Körbe an Nahrung über.
Kurz darauf - so das Evangelium dieses Sonntags - folgte ihm die Menschenmenge wieder. Bevor die eigentliche Aussage des Evangeliums zur Sprache kommt - "Ich bin das Brot des Lebens" (Joh.6,35) - möchte ich doch einen Blick auf die Menschenmenge werfen, weil sie in ihrer Erwartung und in ihrer Mentalität wahrscheinlich nicht viel anders ist als unsere Bevölkerung heute.
Es muss eine sehr bunt gewürfelte Menge sein in ihrem Aussehen, Denken, Reden, Handeln, in ihren Ansichten, Erwartungen und Hoffnungen, in ihrer politischen Gesinnung und auch in ihrer religiösen Überzeugung. Lupenrein wird man diese Menschen sicher nicht schubladisieren, in Gruppen einteilen können, in Häretiker und Gläubige der "reinen Lehre", aber für unsere jetzigen Überlegungen sind gewisse Schematisierungen doch überlegenswert: Da sind die einen, die Handfestes wollen. Essen, Unterhaltung, Gemeinschaft erleben, da sind wieder andere, die spüren, da könnte mehr dahinterstecken, aber was nur? Wo sind die Zeichen, die Beweise seiner Glaubwürdigkeit? Setze doch jetzt diese Zeichen! Da wird es andere geben, die wohl Gemeinschaft und Unterhaltung wollen, aber auch in Gesprächen nachzuforschen versuchen, was Jesus zu sagen hat. In manchen von ihnen, vielleicht auch in Freunden und Bekannten, vielleicht auch in dem einen oder anderen der Jüngerschar selber wird so etwas wie Strohfeuermentalität ausgebrochen sein.
Diese Wunder und Zeichen, die Jesus setzt, sind manchem zu wenig konkret. Setzt da nicht eine gewisse "Tischlein-deck- dich- Mentalität" ein? Es gibt ohnedies immer etwas zu essen und für Gemütlichkeit wird auch gesorgt. So bleibt vieles verschleiert, denn so darf man wohl voraussetzen, für so einen Prominenten wie Jesus, ist es nicht schwierig, Nahrung für so viele herbeizuschaffen.
In dieser Perikope wird aber die entscheidende Frage gestellt: Glaubst du oder nicht? Die Jünger wussten ansatzweise, worum es geht, aber wie wir später hören, begannen auch sie heftige Kritik an Jesus zu üben.
Jesus verweist auf frühere Zeiten, auf die Wanderung durch die Wüste, auf das Manna, das nicht von Mose kommt, sondern vom himmlischen Vater.
Tatsächlich ist dieses Evangelium nicht leicht zu verstehen. Auch heute fassen wir es verschieden auf durch unterschiedlichen Wissens- und Bildungsstand, durch recht bunte Erwartungen und Glaubenserfahrungen, aber auch durch mannigfache Interpretation der VerkünderInnen. Dazu kommt gegenwärtig das Problem der Institution Kirche, dass sie sich in einer Glaubwürdigkeitskrise und viele Menschen aufgrund ihrer Lebenssituation in einer Sinnkrise befinden.
Das Johannes- Evangelium ist reich an Symbolen, die selbst in der Heiligen Schrift in der Umgebung Jesu missverstanden werden und einer genauen Nachfrage bedürfen. Diese Symbole sind Bestandteil der Realität: 5 Brote, 2 Fische ergibt die Zahl sieben als Symbol der Lebensfülle - Gnade über Gnade, somit reichlich Zuwendung Gottes an uns Menschen. Das Brot als Symbol des Lebens, auch des ewigen Lebens, Voraussetzung für unsere Existenz, aber auch Symbol des Teilens, wie es bei jeder Eucharistiefeier (= Danksagung) geschieht. Der Fisch, ein Symbol für Jesus Christus, ein Realsymbol vom See Gennesaret, ein verstecktes Zeichen für Jesus Christus Gottessohn. Jesus gibt im Überfluss, sodass trotz Teilens für jeden genug da ist. Für den menschlichen Verstand ist das nicht leicht fassbar, gerade in einer Zeit, wo auf dieser Erde so viel geistige und auch materielle Not herrscht. Wie soll man angesichts der Schuldenkrise noch teilen, wo alle den Gürtel enger schnallen müssen? Die Botschaft Jesu ist eine andere.
"Ich bin das Brot des Lebens" (Joh. 6,35) bedeutet wohl, dass Jesus selbst Ort und Grund jeglicher Lebenszuwendung Gottes zum Menschen ist. Es ist ein Versprechen für die Zukunft. Trotzdem hat das Reich Gottes schon begonnen. Vielleicht sind wir während der Sommermonate, in der Urlaubszeit, wenn Alltagsroutine und Sorgen hoffentlich nachlassen, offener und empfänglicher für dieses Versprechen Jesu. Ich wünsche es uns allen.
Lieder:
GL 211: Wir rühmen dich, König der Herrlichkeit.
GL 213: O heilge Seelenspeise (1., 3. und 4. Str.)
GL 216: Im Frieden dein, o Herre mein (2. Str.)
GL 281: Also sprach beim Abendmahle
GL 377: O Jesu, all mein Leben bist du
GL 378: Brot, das die Hoffnung nährt
GL 409: Singt dem Herrn ein neues Lied
GL 421: Mein Hirt ist Gott der Herr (1., 3. und 4. Str.)
GL 422: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr (3. Str.)
GL 423: Wer unterm Schutz des Höchsten steht
GL 424: Wer nur den lieben Gott läßt walten
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden (4. Str.)427 Herr, deine Güt ist unbegrenzt
GL 439: Erhör, o Gott, mein Flehen, hab auf mein Beten acht
GL 450: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht
GL 452: Der Herr wird dich mit seiner Güte segnen (2. Str.)
GL 456: Herr, du bist mein Leben, Herr, du bist mein Weg
GL 460: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde
GL 464: Gott liebt diese Welt, und wir sind sein Eigen
GL 470: Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht
GL 477: Seht Brot und Wein, Früchte der Erde
GL 484: Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben (2. Str.)
GL 498: Das Heil der Welt, Herr Jesus Christ (3. Str.)
Psalmen und Kehrverse:
GL 37: Der Herr ist mein Hirt; er führt mich an Wasser des Lebens - Mit Psalm 23 - VI.
GL 39: Kostet, kostet und seht: gut ist der Herr - Mit Psalm 34 - V.
GL 87: Aller Augen warten auf dich...
GL 214: Dies Brot ist mein Leib für das Leben der Welt - Mit Psalm 34 (GL 39) - V.
GL 420: Meine Seele dürstet nach dir, mein Gott - Mit Psalm 103 (GL 57,2) - II.
GL 616: Gott, du mein Gott, dich suche ich, meine Seele dürstet nach dir. - Mit Psalm 63 - IV.
Gott, unser Vater,
steh deinen Dienern bei
und erweise allen, die zu dir rufen,
Tag für Tag deine Liebe.
Du bist unser Schöpfer
und der Lenker unseres Lebens.
Erneuere deine Gnade in uns, damit wir dir gefallen,
und erhalte, was du erneuert hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 18. Sonntag im Jahreskreis
Die Bittmesse
Barmherziger Gott, heilige diese Gaben.
Nimm das Opfer an,
das dir im Heiligen Geist dargebracht wird,
und mache uns selbst zu einer Gabe,
die für immer dir gehört.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 18. Sonntag im Jahreskreis
Kerhvers:
Singt dem Herrn, alle Lander der Erde,
singt dem Herrn und preist seinen Namen. (GL 54,1)
Gott und Vater,
wir sind gekommen, um dir zu danken.
Denn du hast einen ewigen Bund mit uns geschlossen.
Du rufst uns zum lebendigen Wasser
und gibst uns das Beste zu essen.
Kehrvers
In deinem Sohn Jesus Christus hast du uns deine Liebe gezeigt.
Er hatte Mitleid mit den vielen Menschen,
er heilte ihre Krankheiten und schickte sie nicht hungrig weg.
Kehrvers
Er stärkte sie mit deinem Wort
und ließ sie von der Fülle des ewigen Lebens kosten.
Alle aßen und wurden satt.
Als die Jünger die übriggebliebenen Brotstücke einsammelten,
wurden zwölf Körbe voll.
Kehrvers
Für deine nie endende Liebe danken wir dir.
Sie gibt uns die Kraft, das, was wir haben, miteinander zu teilen
und so deinem Sohn nachzufolgen.
Mit allen Engeln und Heiligen preisen wir dich
und singen mit der ganzen Schöpfung dein Lob.
Danklied, z. B. Singet, danket unserm Gott, der die Welt erschuf (GL Ö874)
oder: Erfreue dich, Himmel, erfreue dich Erde (GL 467)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Als der wahre und ewige Hohepriester
hat er die Feier eines immerwährenden Opfers gestiftet.
Er hat sich selbst als Opfergabe dargebracht
für das Heil der Welt
und uns geboten,
daß auch wir diese Gabe darbringen zu seinem Gedächtnis.
Er stärkt uns,
wenn wir seinen Leib empfangen,
den er für uns geopfert hat.
Er heiligt uns,
wenn wir sein Blut trinken,
das er für uns vergossen hat.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten und mit all den Scharen
des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Eucharistie 1
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
Barmherziger Gott,
in den heiligen Gaben empfangen wir neue Kraft.
Bleibe bei uns in aller Gefahr
und versage uns nie deine Hilfe,
damit wir der ewigen Erlösung würdig werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 18. Sonntag im Jahreskreis

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Schneller am Ziel
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Im größeren Zusammenhang gesehen wird das Volk Israel von Mose und Aaron aus der Sklaverei Ägyptens herausgeführt. Im Kapitel 13 bis 15 geht die Rettung am Schilfmeer voraus, die Prophetin Miriam geht tanzend und Pauke schwingend voraus. "Singt dem Herrn ein Lied, denn er ist hoch erhaben! Rosse und Wagen warf er ins Meer." Das Volk befindet sich nun in der Wüste auf dem Weg zum Sinai, wo es die Grundlagen ihres Lebens, die Zehn Gebote erhalten soll.
Der Grundbestand des Kapitels will uns erzählen, wie das Volk auf dem viele Jahre dauernden Zug durch die Wüste ernährt wurde: Gott hat sie mit dem wunderbaren Manna versorgt.
Drei Motive werden hier angesprochen, das Murren des Volkes, das Manna in der Wüste und das Wüstenmotiv als solches.
a) Das Murren des Volkes:
Das Murren ist in dieser Situation als ein revoltierender Aufschrei in Todesangst, als Klage und Anklage zu verstehen. In der Vergangenheit, "an den Fleischtöpfen Ägyptens", war das Leben gesichert. Angesichts des nahen Untergangs wird den Führern Mose und Aaron vorgeworfen, sie hätten das Volk erst in diese Situation gebracht.
Das Murren wendet sich in einer tieferen Dimension letztendlich an Jahwe selbst, weil das Volk in der Wüste nicht mehr das Handeln Gottes erkennt. Anders als von Mose, wird darin von Gott kein Tadel gesehen. Es gilt nicht als sündhafte Auflehnung oder als Ungehorsam Jahwes gegenüber. Klage und Anklage erscheinen eher als lebensnotwendig: Nur wer Not und Todesangst empfindet und sie hinausschreit, kann Rettung erfahren. Jahwe beantwortet dies, indem er Manna vom Himmel regnen lässt.
b) Das Manna in der Wüste:
Volksetymologisch kommt das Wort Manna vom hebräischen "man". Die Israeliten fragen: "Was ist das?" (hebr.: man hu) Das nähere Aussehen von Manna gleicht einem 30 – 60 cm langen Doldenblütler. Die Samen sind hellbraune Kügelchen, die frisch einen unangenehmen Geruch haben, aber getrocknet ein wohlriechendes schmackhaftes Gewürz ergeben, ähnlich dem Geschmack des Korianders. Es kommt noch heute auf der Sinaihalbinsel und bis hinein in den Iran, in Steppen- und Wüstengebieten vor. Allerdings nur in sehr kleinen Mengen, es könnte also keine größere Wandergruppe längere Zeit ernähren. Das Manna war weiß, (besser hell) ist genießbar und schmeckt süßlich.
Das Wunder besteht nun darin, dass das ganze Volk Israel 40 Jahre lang davon leben kann. Jeder darf nur so viel nehmen, wie er täglich benötigt, ansonsten verdirbt es.
Der Wachtelfang scheint dagegen nur eine einmalige Zusatzkost gewesen zu sein. Die Wachteln sind im Frühjahr als Zugvögel auf dem Weg nach Norden und benötigen nach langer Flugzeit eine mehrstündige Rast, in der sie leicht gefangen werden können. Sie werden noch heute in Ägypten, im Negeb und auf der Sinaihalbinsel gefangen und als Leckerbissen gegessen, bzw. verkauft.
Nach Joh 6,23–49 ist das Manna zwar auch "Brot vom Himmel", es ersetzt aber nur das gewöhnliche Brot und kann nicht ewiges Leben garantieren. Jesus stellt es dem neuen Himmelsbrot gegenüber, seinem eigenen Leib als eucharistische Speise, die ewiges Leben gewährt. Offb 2,17 scheint an das in der Bundeslade aufbewahrte Manna anzuspielen.
c) Das Motiv der Wüste:
Wüste, das ist ausgemergelter Boden, endloser Sand, trockener Fels, glühende Hitze am Tag, Kälte in der Nacht, Sand, der mir überall in den Gliedern hängt. Wüste bedeutet Leere, lebensfeindlicher Raum, fremd, Einsamkeit und grenzenlose Öde. Der Mensch in der Wüste ist hilflos, mit seinen Möglichkeiten am Ende, ohne Wasser, ohne Nahrung, ist er dem Tod ausgesetzt. Nirgendwo erfährt er so intensiv wie dort, Grenzen der Abhängigkeit.
Je länger wir in dieser Wüste sind, desto mehr spüren wir, wie wir uns dort selbst ausgeliefert sind. Ich kann nicht mehr davonlaufen. Mein Leben steht auf dem Spiel. Die Wüste wird für mich der Ort und die Stunde der Wahrheit. Wer bin ich? Worauf baue ich mein Leben? Auf Jahwe, oder auf mich selbst?
Und darin wird die Wüste zur Chance für mich und für uns. Selbsttäuschungen lösen sich in nichts auf. Die falschen Götter unseres Lebens werden entlarvt. Ich muss alles loslassen, Besitz, gesellschaftliches Ansehen, alles was mir wichtig ist. Ich erkenne mich selbst, komme mir selbst und dem eigenen Ich wieder nahe. An einem Ort, wo ich dem Tode nahe bin, komme ich dem Leben wieder nahe – Paradox.
Joachim Schröter (2003)
Das Volk murrt. Dieses Murren drückt einerseits Unzufriedenheit aus über die drückenden äußeren Schwierigkeiten und zeigt doch vor allem den Mangel an Glauben und Gottvertrauen. Moses muß sich sogar gegen Verdrehungen und Unwahrheiten wehren. Denn es ist kaum anzunehmen, daß die Ägypter, die zwar selbst große Fleischesser waren, ihren Arbeitssklaven "Fleischtöpfe" zur Verfügung stellten.
Das Verhalten des Volkes ist eindeutig aufmüpfig und beleidigend; aber Gott sieht über diese unhöfliche Form der Aufforderung hinweg und wirkt seine Wunderzeichen, indem er natürliche Wirklichkeiten in seinen Dienst nimmt.
Schon Herodot, Aristoteles und Plinius erwähnen Wachtelschwärme, die in Ägypten und den umliegenden Ländern häufig sind. Diese Zugvögel treten in großen Schwärmen auf und sind, wenn sie sich zur Rast niederlassen, leicht zu fangen.
Auch beim Mannawunder geht die Darstellung nicht auf natürliche Hintergründe ein. Wahrscheinlich handelt es sich um eine sirupartige Ausscheidung von Blattläusen, die auf der von den Beduinen heute noch so genannten Manna-Tamariske leben. Dieses Sekret ist anfangs durchsichtig wie Tau und verändert sich dann in der Sonne. Aber dieses Manna ist jahreszeitlich begrenzt und kommt nur in kleinen Mengen vor. Das bedeutet: wer dieses Tamariskenmanna als historischen Kern des Bibeltextes annimmt, muß die Erzählung für ziemlich übertrieben halten.
In der 1. Lesung wird uns erzählt, wie Jahwe sein Volk, das er aus der ägyptischen Unterdrückung in die Freiheit geführt hat, nicht im Stich läßt und es mit Nahrung versorgt.
Die Erzählung lebt von symbolträchtigen Momenten: Dem Gegensatz von Knechtschaft und Freiheit stehen die Gegensatzpaare Ägypten und Wüste, Wohlergehen und Hunger gegenüber. Wenn es ums Überleben geht, denken die Menschen sehr konkret "irdisch", realistisch. Die Erzählung betont das Überirdische. Die Nahrung kommt auf wunderbare Weise von oben, vom Himmel. Die Sorge Gottes umfaßt sowohl das Geistige wie auch das Leibliche. Er ist um die Freiheit seines Volkes bemüht, hat aber auch Mitgefühl für seine konkreten Nöte.
An diesem Text haben mehrere Generationen geschrieben, modifiziert und gefeilt. Die Erfahrung der Israeliten in der Wüste wurden offenbar von Menschen, die unter ganz anderen Umständen gelebt haben, nachempfunden. In dieser Erzählung haben sich viele Menschen wiedergefunden, die in der Entbehrung die Erfahrung gemacht haben, daß Gott für sie sorgt, sie führt, und daß der Weg in die Freiheit des Volkes Gottes sich trotz aller Härte lohnt.