Die apokalyptische Bedrohung der Menschheit und des Planeten Erde ist realer denn je. Dennoch hoffen wir, dass Gott die Menschheit errettet. Maria verkörpert diese Errettung und Vollendung, sie wurde mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen.
Vor wenigen Tagen wurden wir an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vor 70 Jahren erinnert. Der 6. August 1945 markiert den Beginn der atomaren Aufrüstungsspirale. Und obwohl der Ruf "Nie wieder!" einhellig ertönt, haben die Staaten, die über Atomwaffen verfügen, das vielfache Potential, die ganze Erde zu vernichten. Trotz Abrüstungsverträgen und -appellen drängen neue Staaten in den Kreis derer, die mit Atomwaffen den Rest der Welt erpressen können.
Doch der Einsatz von Atomwaffen ist nicht die einzige Bedrohung der gegenwärtigen Menschheit. Wohin der Klimawandel uns noch führen wird, können wir nicht einmal erahnen. Ein viel zu heißer Sommer ist vermutlich nur ein erster Vorgeschmack des Kommenden.
Ideologische, religiöse und nationalistische Auseinandersetzungen vertreiben Millionen von Menschen aus ihren Heimatländern und hinterlassen verbrannte Erde.
Bisher unvorstellbare Wanderbewegungen aus einem armen Süden in einen reicheren Norden bedrohen unsere politischen, wirtschaftlichen und sozialen Systeme.
Wissenschaft und Forschung ermöglichen Eingriffe in die Lebensgrundlagen, die in neuer Weise das Leben auf diesem Planeten zerstören könnten.
Ich zähle all das auf, nicht um Angst zu schüren, sondern um bewusst zu machen, dass wir keineswegs in einer heilen Welt leben. Das apokalyptische Bild der Bedrohung, das uns in der Lesung aus dem Buch der Offenbarungen des Johannes vor Augen geführt worden ist, ist zwar schon zweitausend Jahre alt, aber aktueller denn je.
Die Frage ist: Wer ist mit dieser Frau und wer ist mit dem Kind, das sie gebären soll, gemeint? Da diese Lesung vornehmlich an Marienfesten gelesen wird, deuten wir sie vorschnell auf Maria. Diese Bilder und Texte aber kursierten schon vor der christlichen Marienverehrung in Kreisen, die vom Gedankengut der Apokalypse fasziniert waren, und wurden vermutlich erst danach auf Maria hin gedeutet.
In der Frau, die von dem siebenköpfigen Drachen bedroht wird, können wir zunächst einmal die von vielen Gefahren in ihrer Existenz bedrohte Menschheit sehen. Die sieben Köpfe verkörpern die vielen Gesichter der Bedrohung der Menschheit. Im Kind, das diese Frau gebiert, fließen die Messiashoffnungen der Menschheit zusammen. Die Botschaft, welche diese Bilder vermitteln wollen, ist jedoch trotz aller Angst, die sie auslösen, eine positive: Gott entrückt das Messiaskind zu seinem Thron und bringt die bedrohte Frau an einen sicheren Ort in der Wüste. Darin kommt die Hoffnung zum Ausdruck, dass Gott die Menschheit aus den verschiedenen Bedrohungsszenarien erretten wird.
Das Evangelium erzählt von der Begegnung der beiden schwangeren Frauen Maria und Elisabeth. Elisabeth, die Mutter Johannes' des Täufers, erkennt in Maria die Mutter des ersehnten Messias und preist sie selig. Das erhoffte Eingreifen Gottes ist in der Geburt Jesu aus Maria wahr geworden. An ihr und durch sie ist die Errettung der Welt und die Erlösung der Menschheit Wirklichkeit geworden.
Heute feiern wir die Aufnahme der Gottesmutter Maria mit Leib und Seele in den Himmel. Darin kommt zum Ausdruck, dass Gott die begonnene Errettung der Welt vollendet. Maria geht als ganzer Mensch, mit Leib und Seele, in die vollendete Welt Gottes ein; nicht nur irgendwie geistig oder im übertragenen Sinn. Der Glaube der Kirche behauptet, dass die Rettung der Menschheit ganz und vollständig geschehen wird. Maria hat die Vollendung erreicht, die auch uns erwartet.
Das gibt uns eine zweifache Hoffnung. Der Kampf mit dem Drachen, den wir gegenwärtig auf verschiedenen Ebenen ganz real erleben, ist nicht aussichtslos. Allerdings wird die Menschheit diesen Kampf nicht aus eigener Kraft auf sich allein gestellt gewinnen. Gott kämpft auf unserer Seite, weil ihm seine Schöpfung nicht gleichgültig ist. Darauf dürfen wir vertrauen. Darum kann auch uns die Schöpfung nicht gleichgültig sein.
Das Zweite: Die Errettung und die Vollendung der Schöpfung haben auch eine leibhafte Seite. Es geht nicht nur um einen geistigen Sieg. Die leibhafte und körperliche Realität der Schöpfung hat auch für unsere Zukunft Bedeutung. Auch wenn wir uns eine "Auferstehung des Fleisches" (noch) nicht vorstellen können, dürfen wir die leibhafte Basis unseres Lebens nicht gering schätzen. "Verherrlicht Gott in eurem Leib!" (1 Kor 6,20) ruft Paulus den Christen in Korinth zu; denn er ist "Tempel des heiligen Geistes". Der Geist Gottes wohnt in unserer leibhaften und materiellen Welt. Darum wird Gott sie retten und vollenden.
Als am 14. Oktober 2012 Felix Baumgartner den Sprung aus 39 km Höhe wagte und heil auf der Erde landete, saß auch ich gebannt vor dem Fernseher und hielt den Atem an. Extremsport liegt aber im Trend und fasziniert viele Menschen. Er verspricht den besonderen Kick. Es muss ja nicht gleich ein Absprung aus der Stratosphäre sein. Es reizt viele Menschen, die Grenzen ihrer körperlichen Belastbarkeit auszuloten und am eigenen Leib zu spüren, wozu der trainierte Körper fähig ist. Dass mentales Training fast genauso wichtig ist, hat sich mittlerweile auch herumgesprochen.
Es muss ja nicht Extremsport sein. Um den Körper fit zu halten, ihn zu modellieren und zu stylen, lassen sich viele viel Schweiß und Geld kosten. Notfalls muss ein Schönheitschirurg ein wenig nachhelfen. Wer nicht einen ansehnlichen Körper vorweisen kann, zählt in gewissen Kreisen nicht. Dieser wird meist auch durch eine körperbetonende sportliche Kleidung unterstrichen und zur Schau gestellt.
Es gibt aber auch das Gegenteil: "no sports"; "Sport ist Mord" pflegen andere als Grundsatz; oft als Verneinung des allgegenwärtigen Körperkults. Nicht selten wird dieser Protest auch durch ein Outfit unterstrichen, das den Körperkult verhöhnt.
Ein Weg von den Körperwelten kann man auch in ganz anderen Bereichen beobachten. Moderne Kommunikationsmittel erlauben es, sich in von der realen Welt abgehobene Kommunikationsräume zu begeben und dort eine Identität anzunehmen, die mit dem wirklichen Leben nicht mehr viel zu tun haben. Menschen tauchen von Zeit zu Zeit ab in virtuelle Welten und "leben" dort erdachte Lebensentwürfe. Sie finden Befriedigung in geistigen Welten.
Das Verhältnis zum eigenen Körper ist auch in unserer gegenwärtigen Zeit immer noch zwiespältig trotz aller Versuche, den Menschen ganzheitlich zu sehen und als unverwechselbare Person, als Einheit von Körper, Seele und Geist wahrzunehmen.
Ein zwiespältiges Verhältnis zu Körper und Geist hatten auch viele Menschen im ersten christlichen Jahrhundert. Das lässt sich gut beim Apostel Paulus nachlesen; und dies trotz jüdischer Denktradition, die den Menschen eher ganzheitlich in den Blick nahm. Für ihn ist der Körper irdisch, "Fleisch", und der Geist himmlisch. Allen Äußerungen des Leiblichen stand er skeptisch gegenüber. Paulus hat das nicht erfunden. Er ist ein Kind seiner Zeit. Diesen Zwiespalt gab es auch im hellenistischen Denken dieser Epoche. Einerseits erlebte der Körperkult bei den Griechen und Römern eine Hochblüte, andererseits griffen Geistesströmungen, die allem Körperlichen skeptisch gegenüberstanden, sowohl in der Philosophie wie auch in den Religionen um sich.
Umso bemerkenswerter ist, dass sich trotz dieser leibfeindlichen Tendenzen die Christen zu einem Glaubensbekenntnis durchrangen, in dem sie ausdrücklich die Inkarnation, die "Fleischwerdung Gottes" bekannten und eine Auferstehung des Fleisches erhofften. "Und das Wort ist Fleisch geworden" ist zu einem christlichen Leitgedanken geworden. Am Beginn des vierten Jahrhunderts stellte das Konzil von Ephesus klar, Maria sei "Gottesgebärerin", um keinen Zweifel an der Leibhaftigkeit und vollen Menschlichkeit Jesu aufkommen zu lassen.
Am 15. August feiern wir die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel. Obwohl Papst Pius XII. die Aufnahme Mariens in den Himmel mit Leib und Seele erst 1950 zu einem Dogma erklärte, geht es dabei um ein Anliegen, das die Christen seit frühester Zeit bewegte: Maria ist als ganzer Mensch mit Leib und Seele in die Herrlichkeit Gottes eingegangen. Dies bestärkt uns in der Hoffnung, dass auch wir mit Leib und Seele an der Herrlichkeit Gottes teilhaben werden.
Damit wird jeglicher spirituellen Abwertung des Leiblichen eine Absage erteilt, auch wenn offen bleibt, wie wir uns ein leibhaftes Leben in dieser neuen Welt Gottes vorstellen können. Dieses Glaubensgeheimnis verbietet uns jegliche Geringschätzung des Leibes aber auch jede Instrumentalisierung des Leibes. Bei aller Leibfreudigkeit weist es uns aber auch auf die Dimension des Seelischen und des Geistes hin, die ebenso Teil unseres Lebens ist, und spornt uns an, auch diese zu pflegen, zu trainieren und zu entwickeln.
Künstler haben dies der jeweiligen Kunstepoche gemäß mit Vorliebe an Maria dargestellt. Die vielen Marienbilder zeigen sie meist sehr leibhaft und dennoch in den Himmel entrückt. In uns wecken diese Darstellungen die Sehnsucht nach Vollendung als ganze Menschen mit Leib, Seele und Geist.
Wir stehen mitten in der Erntezeit. Es ist die Zeit der Reife. Mir scheint es kein Zufall, dass sich im Laufe der Geschichte diese Zeit für dieses Fest angeboten hat: Die Fülle und der Reichtum, der uns zu dieser Zeit begegnet ist ein ausdrucksstarkes Symbol dafür, dass auch unser Leben einmal bei Gott seine letzte volle Reife und Schönheit mit Leib, Seele und Geist erreichen wird. An Maria sehen wir diese Hoffnung erfüllt.
Der französische Schriftsteller Anatole France wurde einst gebeten, eine möglichst kurze Geschichte der Menschheit zu schreiben. Der Schriftsteller soll daraufhin ein Blatt Papier genommen, einen Satz darauf gekritzelt und gesagt haben: da habt ihr sie, die Zusammenfassung der Menschheitsgeschichte. Der Satz lautete: die Menschen leben, sie leiden und sie sterben.
Dieser Satz fasst knapp und nüchtern Tatsachen über uns Menschen zusammen. Uns allen ist ein bestimmtes Maß an Lebenszeit gegeben. Jedes Leben wird von Leid heimgesucht und am Ende steht allemal der Tod. Es stimmt also: die Menschen leben, sie leiden und sie sterben.
Dieser Satz fasst aber nicht nur Tatsachen zusammen. Er fällt gleichzeitig ein brutales Urteil, denn er sagt auch aus: eigentlich sind wir Menschen einem grausamen Schicksal unterworfen. Da sind ein paar Jahre, oft angefüllt mit Mühsal und Leid und das Ende von allem ist der Tod. Letztlich ist also alles, was Menschen ersehnen und hoffen, alles was sie lieben und leiden ohne bleibenden Sinn. Alles endet im Nichts.
Der christliche Glaube wird die Tatsachen, die der Satz des französischen Schriftstellers enthält, voll unterschreiben. Er wird aber beifügen: das ist nicht alles, was es über den Menschen und dessen Geschick zu sagen gibt. Das alles Entscheidende fehlt. Gerade im Blick auf Maria und das Fest ihrer Aufnahme in den Himmel können wir aus dem Glauben heraus dieses Letztentscheidende sehr präzise formulieren. Auf Maria angewandt muss der Satz lauten: Sie lebte, sie litt, sie starb und sie lebt jetzt voll und ganz bei Gott.
Maria lebte ein einfaches, unscheinbares Leben, wie die Meisten von uns. Darauf spielt das heutige Evangelium an, wenn es Maria das Wort in den Mund legt, Gott habe auf ihre Niedrigkeit geschaut. Leid hat Maria das ganze Leben hindurch begleitet, am Schlimmsten wohl, als ihr Sohn am Kreuz hing und die Mutter ohnmächtig darunter stand. Und schließlich ist sie gestorben, so wie jeder Mensch sterben muss.
Aber mit diesen Tatsachen ist nun eben nicht die ganze Wahrheit über diese Frau ausgesagt. Das heutige Fest lehrt uns: Maria verblieb nicht im Tod, sondern Gott hat sie auferweckt und ganz und gar zu sich genommen. Das ist gemeint, wenn wir sagen, sie sei mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden. Von Maria dürfen wir also sagen: sie lebte, sie litt, sie starb und sie fand mit ihrer ganzen Lebens- und Glaubensgeschichte Aufnahme und Vollendung bei Gott.
Was sich so an Maria erfüllt hat, das ist auch uns zugesagt. Auch wir dürfen darauf vertrauen, dass unser ganzes Leben, dass alles, was wir an Schönem und Schwerem durchstehen müssen, am Ende nicht einfach durch den Tod ausgelöscht wird, sondern sein Ziel finden wird bei Gott. Und diese Verheissung ist nicht bloß eine ungewisse Zukunftsmusik, von der wir nie wissen, ob sie einmal Wirklichkeit wird. Sie ist bereits Wirklichkeit geworden an einem Menschen, der wie wir gelebt und gelitten hat und gestorben ist, an Maria. Das stellt uns die Kirche mit dem heutigen Fest ganz konkret vor Augen.
Im Blick auf Maria dürfen wir darum die Menschheitsgeschichte des französischen Schriftstellers Anatole France mit der Freude und der Hoffnung des christlichen Glaubens anreichern und sagen: Die Menschen leben, leiden und sterben. Aber mit all dem gehen sie Gott entgegen. Und Gott wird uns bei sich aufnehmen mit unserer ganzen Lebensgeschichte und uns bei sich vollenden. Es ist also gut zu leben, denn Gott hat in jedes Menschenleben bleibenden Sinn und Wert hinein gelegt und wird dies auch einlösen.
(Falls Kräuterweihe)
Diese Zusage und die Hoffnung unseres Glaubens bringen wir auch zum Ausdruck, wenn ich jetzt die Kräuter und Blumen segne, die Sie mitgebracht haben. Die Kräuter weisen auf das hin, was gut ist und Gesundheit schenkt und die Blumen auf das Schöne und die Freude. So sagen sie uns auf ihre Weise, dass es gut und schön ist, zu leben, weil das Leben unter dem Segen Gottes steht und durch ihn Vollendung finden wird.
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast die selige Jungfrau Maria,
die uns Christus geboren hat,
vor aller Sünde bewahrt
und sie mit Leib und Seele
zur Herrlichkeit des Himmels erhoben.
Gib, dass wir auf dieses Zeichen
der Hoffnung und des Trostes schauen
und auf dem Weg bleiben,
der hinführt zu deiner Herrlichkeit.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 15. August, Mariä Aufnahme in den Himmel (am Tag)
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast die selige Jungfrau Maria
zur Mutter deines ewigen Sohnes erwählt.
Du hast auf deine niedrige Magd geschaut
und sie mit Herrlichkeit gekrönt.
Höre auf ihre Fürsprache
und nimm auch uns in deine Herrlichkeit auf,
da du uns erlöst hast
durch den Tod und die Auferstehung deines Sohnes,
unseres Herrn Jesus Christus,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Mariä Himelfahrt, am Vorabend
Guter Gott,
da hast die Mutter deines Sohnes mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen
und damit unsere Hoffnung auf die volle Erlösung gestärkt.
Wir bitten dich:
Für alle Menschen, denen Krieg und Verfolgung alle Lebensgrundlagen zerstört haben.
Schaffe ihnen einen Zufluchtsort, an dem sie leben können.
Für alle Kinder, die um das Überleben kämpfen.
Schenke ihnen Frieden, Nahrung, ein Zuhause und Zugang zu Bildung.
Für alle Menschen, die sich für Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen.
Lass ihr Bemühen Früchte tragen.
Für alle Menschen, deren Lebensmöglichkeiten durch Krankheit oder Behinderung eingeschränkt sind.
Schenke ihnen trotz allem den Glauben an deine Vaterliebe,
die ihr Leben zur Fülle führen wird.
Für alle Menschen, deren irdisches Leben zu Ende gegangen ist.
Schenke ihnen das unendliche Leben,
in das du die Gottesmutter Maria bereits emporgehoben hast.
Du Gott, hast alles Leben hervorgebracht.
Dir vertrauen wir uns und die ganze Schöpfung an.
Amen.
Allmächtiger Gott,
unser Gebet und unser Opfer steige zu dir empor.
Höre auf die selige Jungfrau Maria,
die du in den Himmel aufgenommen hast,
und entzünde in unseren Herzen das Feuer der Liebe,
damit wir dich allzeit suchen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 15. August, Mariä Aufnahme in den Himmel (am Tag)
Herr und Gott,
am Fest der Aufnahme Marias in den Himmel
bringen wir das Opfer des Lobes und der Versöhnung dar.
Es erwirke uns die Vergebung der Sünden
und die Gnade, dir immer zu danken.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
MB 15. August, Mariä Aufnahme in den Himmel (am Vorabend)
Kehrvers:
Der Herr hat Großes an uns getan,
sein Name sei gepriesen.
(GL 631,3)
Gott, unser Vater,
heute, am Fest der Aufnahme der Gottesmutter Maria an den Himmel
wollen wir dir unser Lob und unseren Dank darbringen.
Kehrvers
Wir danken dir für das Geschenk des Lebens,
für die wunderbare Gestalt, die du ihm gegeben hast.
Kehrvers
Wir danken dir für Jesus Christus,
den du uns als Erlöser gesandt hast.
Kehrvers
Wir danken dir für seine Mutter Maria,
durch die er menschliches Fleisch angenommen hat.
Kehrvers
Wir danken dir, dass du Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens
mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen hast.
Kehrvers
Wir danken dir, dass du uns damit die Hoffnung geschenkt hast,
dass auch wir einmal mit Leib und Seele deine Herrlichkeit schauen werden.
Kehrvers
Mit der ganzen Kirche stimmen wir ein in das Lob deiner Größe
und singen:
Dankelied, z. B. GL 395: Den Herren will ich loben. . .
oder ein Magnificat oder Taizé-Magnificat GL 390)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und das Werk deiner Gnade zu rühmen.
Denn heute
hast du die jungfräuliche Gottesmutter
in den Himmel erhoben,
als erste empfing sie von Christus
die Herrlichkeit,
die uns allen verheißen ist,
und wurde zum Urbild der Kirche
in ihrer ewigen Vollendung.
Dem pilgernden Volk ist sie
ein untrügliches Zeichen der Hoffnung
und eine Quelle des Trostes.
Denn ihr Leib,
der den Urheber des Lebens geboren hat,
sollte die Verwesung nicht schauen.
Darum preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Aufnahme Marias in den Himmel
Barmherziger Gott,
wir haben das heilbringende Sakrament empfangen.
Lass uns auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria,
die du in den Himmel aufgenommen hast,
zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 15. August, Mariä Aufnahme in den Himmel (am Tag)
Herr, unser Gott,
am Fest der Aufnahme Marias in den Himmel
hast du uns an deinem Tisch versammelt.
Erhöre unser Gebet
und lass auch uns nach aller Mühsal dieser Zeit
zu dir in die ewige Heimat gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
MB 15. August, Mariä Aufnahme in den Himmel (am Vorabend)
Gott, der allmächtige Vater,
segne euch durch den Erlöser der Welt,
unseren Herrn Jesus Christus,
den Sohn der jungfräulichen Mutter Maria.
Sie hat den Urheber des Lebens geboren;
ihre mütterliche Fürsprache erwirke euch Gottes Hilfe.
Euch und allen, die heute das Fest ihrer Aufnahme in den Himmel begehen,
schenke Gott die wahre Freude und den ewigen Lohn.
Das gewähre euch der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
MB Feierliche Schlussegen. Von der seligen Jungfrau Maria
An das Wunder, das Gott an Maria gewirkt hat, wollen auch die Heilkräuter erinnern, die wir nun segnen wollen. Sie können nachher mitgenommen werden. Sie sollen uns an die bleibende Hoffnung auf ein Leben in Gottes neuer Schöpfung, den Himmel erinnern, der schon heute beginnt.
Lasset uns beten. -
Herr, unser Gott,
du hast Maria über alle Geschöpfe erhoben
und sie in den Himmel aufgenommen.
An ihrem Fest danken wir dir für alle Wunder deiner Schöpfung.
Durch die Heilkräuter und Blumen schenkst du uns Gesundheit und Freude.
Segne + diese Kräuter und Blumen.
Sie erinnern uns an deine Herrlichkeit und an den Reichtum deines Lebens.
Schenke uns auf die Fürbitte Mariens dein Heil.
Laß uns zur ewigen Gemeinschaft mit dir gelangen
und dereinst einstimmen in das Lob der ganzen Schöpfung,
die dich preist durch deinen Sohn Jesus Christus in alle Ewigkeit.
(Vgl. Benediktionale, Studienausgabe f. d. kath. Bistümer d. dt. Sprachgebiets, Benziger/Herder Verlag, Einsiedeln/Freiburg 1979, S. 63 - abgeänderter Auszug aus: Otto Winkes, Bilder und Symbole im Jahreskreis, Erich Wewel Verlag 1995, S. 170f.)
Segne, Gott,
die Kräuter und Blumen, die wir bringen,
und segne und heile auch uns.
Segne, Jesus Christus,
unsere Sehnsucht nach Gesundheit
und lass uns an Leib und Seele gesund werden.
Segne, Heiliger Geist,
was dem Geiste nach krank ist an uns,
an unserer Kirche, in unseren Gemeinden und Gemeinschaften
und heile uns.
So segne uns Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
L: Schön bist du, Maria, du Mutter aller Geschöpfe.
V: Du bist wie die Erde, die das Leben hervorbringt, Maria...
A: Wir rufen zu dir.
L: Schön bist du, du Frau des Sommers.
V: Du bist wie die Sonne, die uns Menschen begleitet, Maria...
A: Wir rufen zu dir.
L: Schön bist du, Maria, du Freundin der Blumen.
V: Du bist wie die Rose, die dem Himmel entgegenblüht, Maria...
A: Wir rufen zu dir.
Lasset uns beten:
Gott, alle Kräuter und Blumen strecken sich dir entgegen,
denn du hast sie gemacht.
Auch Maria, deine schönste Blume, ist dir entgegengewachsen,
und du hast sie in den Himmel aufgenommen.
An ihrem Fest danken wir dir für die Sonne
und für die Erde, für die Kräuter und für die Blumen.
Wir bitten dich:
Segne diese Kräuter und Blumen.
Schenke uns durch sie Gesundheit und Heil, Freude und Lebenslust.
Lass uns wie sie dir entgegenwachsen
und Blüten treiben, schön wie Maria.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Amen.
Aus: Christiane Bundschuh-Schramm (Hg.), Du bist gesegnet unter den Frauen. Mariengottesdienste. Schwabenverlag.
Gottes Segen komme zu uns Frauen,
daß wir stark sind in unserer schöpferischen Kraft,
daß wir mutig sind in unserem Recht.
Gottes Segen komme zu uns Frauen,
daß wir Nein sagen, wo es nötig ist,
daß wir Ja sagen, wo es gut ist.
Gottes Segen komme zu uns Frauen,
daß wir schreien, wo Unrecht ist,
daß wir schweigen, wo Entsetzen ist.
Gottes Segen komme zu uns Frauen,
daß wir Weisheit suchen und finden,
daß wir Klugheit zeigen und geben.
Gottes Segen komme zu uns Frauen,
daß wir die Wirklichkeit verändern,
daß wir das Lebendige fördern.
Daß wir Gottes Mitstreiterinnen sind auf Erden!
Hanna Strack in: Du bist der Atem meines Lebens. Frauengebetbuch. Schwabenverlag / KlensVerlag, Ostfildern 2010.

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