Kv: Ich will dich erheben, meinen Gott und König. – Kv
(GL 649,5)
Oder: Kv Halleluja. – Kv
Ich will dich erheben, meinen Gott und König, *
ich will deinen Namen preisen auf immer und ewig.
Jeden Tag will ich dich preisen *
und deinen Namen loben auf immer und ewig. – (Kv)
Der Herr ist gnädig und barmherzig, *
langmütig und reich an Huld.
Der Herr ist gut zu allen, *
sein Erbarmen waltet über all seinen Werken. – (Kv)
Danken sollen dir, Herr, all deine Werke, *
deine Frommen sollen dich preisen.
Von der Herrlichkeit deines Königtums sollen sie reden, *
von deiner Macht sollen sie sprechen. – (Kv)
Treu ist der Herr in seinen Reden, *
und heilig in all seinen Werken.
Der Herr stützt alle, die fallen, *
er richtet alle auf, die gebeugt sind. – Kv
Die hohen Erwartungen an das Ergebnis der Bischofssynoden zu Fragen des Familienlebens haben gezeigt, wie notwendig wir Leitlinien brauchen, mit denen wir strittige Fragen der Lebensgestaltung im Geiste Jesu lösen können. Das "neue Gebot Jesu", einander zu lieben wie er uns geliebt hat, weist uns den Weg. Es ist eine einfache und allen verständliche Regel. Diese verlangt von uns, dass wir uns das Vorbild Jesu immer neu vergegenwärtigen.
Am 8. April 2016 wurde das mit Spannung erwartete Rundschreiben "Amoris Laetitia" des Papstes Franziskus veröffentlicht. Die Reaktionen waren erwartungsgemäß unterschiedlich. Die einen vermissten klare Regelungen für die Lösung umstrittener Fragen wie die der Zulassung zu den Sakramenten für wiederverheiratete Geschiedene, mit vorehelichen Beziehungen, den Umgang mit homosexuell Liebenden und manches andere mehr. Andere begrüßten, dass vieles stärker als in bisherigen Verlautbarungen der Gewissensentscheidung jedes einzelnen und der seelsorgerlichen Begleitung der Priester überantwortet wird. Gelobt wurde von vielen der neue Ton, dessen das Rundschreiben sich bedient, wenngleich einige den "Pastoralismus" beklagten und klare theologische Weichenstellungen vermissten.
Die beiden vorangegangenen Bischofssynoden zeigten, dass hinter den Fragen ehelicher Beziehungen und des Umgangs mit Sexualität je nach Kulturkreis und geschichtlicher Epoche unterschiedliche Vorstellungen von Liebe und Beziehung stehen, die sich nicht ohne Biegen und Brechen in einheitliche Vorgaben bringen lassen. Dennoch versucht Papst Franziskus einen Weg zu weisen, der der Botschaft Jesu entspricht.
Im Evangelium dieses Sonntags wurde uns das Vermächtnis Jesu aus dem Abschiedsreden vorgetragen. Er fasst es in einem neuen Gebot zusammen: "Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, sollt auch ihr einander lieben." Dieses neue Gebot ist Angelpunkt des ganzen Christseins. In ihm sind alle Gebote zusammengefasst, alle Vorschriften und Normen müssen mit diesem einen Gebot übereinstimmen.
Aber wie kann man Liebe klar regeln? Der Begriff Liebe ist sehr dehnbar, und jeder hat seine eigene Vorstellung davon. Deshalb dürfen wir den ganz persönlichen Zusatz Jesu nicht überlesen: "Wie ich euch geliebt habe, sollt auch ihr einander lieben." Ohne diesen Zusatz laufen wir Gefahr, dass Jesu Liebesgebot der Beliebigkeit jedes einzelnen überlassen bleibt oder dass wir einem vom jeweiligen Zeitgeist geprägten Liebesideal anhangen.
Die Idealisierungen der ehelichen Liebe haben uns in eine Situation geführt, dass Menschen, die aus welchen Gründen auch immer an diesem hohen Ideal gescheitert sind, sich von der Gemeinschaft der Kirche lieblos behandelt und ausgeschlossen gefühlt haben. Mit Recht haben sie darauf hingewiesen, dass Jesus mit den am Eheideal seiner Zeit Gescheiterten anders umgegangen ist als die meisten seiner Zeitgenossen. Er hat seine Arme gerade für die Gescheiterten geöffnet - gegen den Widerstand der Frommen und Gesetzestreuen. Allerdings hat er nicht gesagt oder gezeigt, wie wir diese Probleme für alle Zeiten lösen können. Das "liebt einander, wie ich euch geliebt habe", muss offenbar zu jeder Zeit neu eingelöst werden.
Über die Lösung von Beziehungsfragen hinaus kann diese einfache Weisung Jesu aber auch als Basis für Herausforderungen dienen, die damals noch niemand absehen konnte; etwa für den Umgang mit Fragen der Familienplanung oder mit Personen, deren Liebesfähigkeit auf Menschen gleichen Geschlechtes ausgerichtet ist.
Das Gebot Jesu ist aber auch Richtschnur für den Umgang mit Fremden, mit in Not Geratene, Flüchtlinge, für den Umgang mit Besitz, mit den Umweltressourcen und mit Fragen der sozialen Gerechtigkeit.
All diese Aufgaben lassen sich nicht ein für alle Mal lösen und in allzeit gültige Vorschriften gießen. Sie müssen immer wieder neu diskutiert und verhandelt werden. Damit wir aber den vorgegebenen Maßstab nicht aus den Augen verlieren, ist es notwendig, dass wir diesen Jesus gut kennen, dass wir uns immer neu damit vertraut machen, wie er die Menschen geliebt hat, und dass wir die Erinnerung an ihn lebendig halten.
Wir Christen feiern sein Gedächtnis, indem wir uns immer wieder die Erzählungen über ihn, die uns in den heiligen Schriften überliefert sind, und wie die Menschen ihn die Menschen in der Umgebung Jesu verstanden haben, vor Augen halten. Dazu gehören sein Leben, sein Tod, den er als Hingabe für die Seinen verstanden hat, seine Auferstehung und die Geistsendung.
In der Lesung aus der Apostelgeschichte haben wir von der Rückkehr des Apostels Paulus und Barnabas von ihrer ersten Missionsreise, die sie durch Kleinasien geführt hat, gehört. Ihr Erfolg bei den Nicht-Juden hat die junge Kirche in eine ganz neue Situation gebracht. Es wurde ein erstes Konzil notwendig, auf dem man beraten hat, wie man mit diesem neuen Typ von Christen auf Dauer umgehen soll.
Das neue Gebot Jesu – so einfach es ist – hat die Kraft in sich, dass es ausreichend Richtschnur sein kann in unseren gegenwärtigen gesellschaftlichen Umbrüchen, die sich nicht zuletzt in neuen Formen des Zusammenlebens und des Familienverständnisses zeigen. Es führt uns immer wieder zur Person Jesu zurück und hindert uns daran, dass sich Normen und Vorschriften verselbständigen.
Jesus gibt seinen Jüngern eine letzte Weisung mit auf den Weg für die Zeit, wenn er nicht mehr in leiblicher Gegenwart mit ihnen geht. Sie sollen einander lieben, wie er sie geliebt hat. Bei Lukas finden wir Faustregeln der Liebe und Barmherzigkeit: Richtet nicht! Verurteilt nicht! Demütigt nicht!
Das "neue Gebot", das Jesus den Jüngern gab, geht über das "alte Gebot" der Gottes- und Nächstenliebe hinaus. Jesus setzt einen neuen Maßstab der Liebe. Diese Liebe wird in der Gemeinschaft gelernt und geübt.
Gott, unser Vater,
du hast uns durch deinen Sohn erlöst
und als deine geliebten Kinder angenommen.
Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben,
und schenke ihnen die wahre Freiheit
und das ewige Erbe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 5. Sonntag der Osterzeit
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
Erhabener Gott,
durch die Feier des heiligen Opfers
gewährst du uns Anteil an deiner göttlichen Natur.
Gib, dass wir dich nicht nur als den einen wahren Gott erkennen,
sondern unser ganzes Leben nach dir ausrichten.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 5. Sonntag der Osterzeit
Kehrvers:
Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig.
(GL 558,1)
Großer und unendlicher Gott,
wir treten vor dich, um dir zu danken.
Du bist die Liebe und aus Liebe hast du alles erschaffen.
Kehrvers
Aus Liebe hast du dein Volk nie im Stich gelassen.
Du hast dich seiner genommen,
als es von feindlichen Völkern bedrängt wurde,
und ihm Lebensraum gegeben.
Du hast deinem Volk die Treue gehalten,
auch als es von dir abfiel und fremden Göttern diente.
Kehrvers
In Jesus hast du uns das Übermaß deiner Liebe sehen lassen.
In inniger Liebe war er mit dir eins.
Voll Liebe hat er sich den Armen und Schwachen zugewandt
und sie in die Gemeinschaft des Gottesvolkes zurückgeholt.
Kehrvers
Er hat uns ein Beispiel der Liebe gegeben,
wie es nicht größer sein könnte.
Für seine Freunde hat er sein Leben hingegeben
und uns aufgefordert, dass auch wir so einander lieben.
Kehrvers
Durch deine heilige Kirche setzt du das Werk deiner Liebe fort.
Unüberschaubar ist die Zahl derer, die dem Beispiel Jesu folgen.
Mit ihnen allen preisen wir deine Größe und singen:
Danklied, z. B.: Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen (GL 400)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater,
in diesen Tagen freudig zu danken,
da unser Osterlamm geopfert ist,
Jesus Christus.
Das Alte ist vergangen,
die gefallene Welt erlöst,
das Leben in Christus erneuert.
Darum preisen wir dich in österlicher Freude und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 4
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken und
dich mit der ganzen Schöpfung zu loben
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Am Kreuz erhöht,
hat er sich für uns dahingegeben
aus unendlicher Liebe
und alle an sich gezogen.
Aus seiner geöffneten Seite strömen Blut und Wasser,
aus seinem durchbohrten Herzen
entspringen die Sakramente der Kirche.
Das Herz des Erlösers steht offen für alle,
damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heiles.
Durch ihn rühmen dich deine Erlösten und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Herz Jesu
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
Christus spricht:
Liebt einander!
Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.
(Joh 13,34)
Oder:
Christus spricht:
Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid:
wenn ihr einander liebt.
(Joh 13,35)
Barmherziger Gott, höre unser Gebet.
Du hast uns im Sakrament das Brot des Himmels gegeben,
damit wir an Leib und Seele gesunden.
Gib, daß wir die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen
und als neue Menschen leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 5. Sonntag der Osterzeit
Herr, unser Gott,
in deinem Wort und Sakrament gibst du uns Nahrung und Leben.
Laß uns durch diese großen Gaben in der Liebe wachsen
und zur ewigen Gemeinschaft mit deinem Sohn gelangen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Das Papst-Schreiben "Freude der Liebe" stößt in München auf zwiespältige Resonanz. Homosexuelle in der Kirche sprechen von "Stagnation auf niedrigem Niveau".
Süddeutsche Zeitung - 10. April 2016, 18:54 Uhr
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/katholiken-keine-reine-freude-1.2943142
Johannes führt diese Gedanken weiter, er führt sie vollends in die Tiefe. Nach ihm sind wir von Gott (Joh 14, 21) geliebt, damit wir einander lieben (Joh 13,34). Angesichts dieser strikt theologischen Begründung spricht Johannes vom neuen Gebot der Liebe als dem Erkenntnismerkmal des Christen, »Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt« (Joh 13,34 f.). Er macht damit deutlich, dass Liebe das Spezifikum des christlichen Lebens ist. Ihr Maß geht über jedes normalmenschliche Maß hinaus und bemisst sich an der Liebe, die Jesus selbst uns durch seine Lebenshingabe erwiesen hat. »Das ist mein Gebot: Liebt einander so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben hingibt für seine Freunde« (Joh 5,12 f.).
Aus: Walter Kardinal Kasper, Barmherzigkeit. Grundbegriff des Evangeliums – Schlüssel christlichen Lebens. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2012.

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