Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! - Kv
Christus war für uns gehorsam bis zum Tod,
bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott erhöht
und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen.
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!
Die Botschaft vom Kreuz ist die Botschaft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe.
Das Kreuz ist für Christen ein zentrales Symbol, weil es einerseits Gewalt, Hass und Leid vor Augen führt, andererseits die Liebe Christi verkörpert, die Gewalt, Hass und Leid überwindet.
Ein wichtiger Teil des Karfreitagsgottesdienstes ist die Enthüllung und Verehrung des Kreuzes. Alle Mitfeiernden sind eingeladen, ihre Verehrung des Kreuzes durch eine Kniebeuge oder eine andere persönliche Geste zum Ausdruck zu bringen.
Unter Nichtchristen ist das Symbol des Kreuzes umstritten. Immer wieder fordern einige, Kreuze aus öffentlichen Räumen wie Schulen oder Kindergärten zu entfernen. Sie sehen darin ein Mittel der Indoktrination. Zum anderen werden historische Argumente angeführt. Das Kreuz wurde im Laufe der Geschichte immer wieder als Kampf- und Siegeszeichen missbraucht. Im Zeichen des Kreuzes wurden Kriege geführt. Einige fürchten, durch das Kreuz könnten Gewaltanwendung und Leid verherrlicht werden. Menschen, die das Kreuz verehren, könnten sich nicht entschieden genug für die Bekämpfung des Leids einsetzen.
Soll man schon Kinder mit diesem Bild von Gewalt vertraut machen? Sollten wir zu ihnen nicht besser gleich von der Auferstehung als Sieg über Hass und Tod sprechen?
Religions- und kunstgeschichtlich lässt sich das Kreuz nicht einfach aus unserem Leben wegretuschieren. Es hat zu lange eine bedeutsame Rolle in der Welt der Zeichen und Symbole gespielt. Ich trete dafür ein, dass dieses Zeichen auch in Zukunft nicht aus der Öffentlichkeit verschwindet, dass wir jedoch behutsam damit umgehen. Wir dürfen es nicht zu einem Kampfsymbol machen, weil dies seine tiefere Symbolik verdunkelt.
Ja, es zeigt das hässliche Gesicht der Gewalt und alles, was wir Menschen einander an Bösem antun können. Auch in der Gegenwart werden Menschen verfolgt, aufs grausamste gefoltert und umgebracht. Das darf nicht totgeschwiegen werden. Es wäre verlogen, den Menschen eine heile Welt vorzugaukeln. Wenn wir das den Menschen vor Augen führen, heißt das nicht, dass wir damit Gewalt propagieren. Im Gegenteil: wir Christen schauen auf den Gekreuzigten, weil wir in dem Weg, den Jesus gegangen ist, auch das Heilmittel erkennen, das Gewalt, Hass und Ungerechtigkeit überwinden kann: Eine Liebe, die bis ans Äußerste geht und die stärker ist als der Tod. Jesus war so tief in Gott verwurzelt, dass er Folter und Tod freiwillig auf sich nehmen konnte.
Am Karfreitag schauen wir auf zum Kreuz und wir prägen uns ein, was allein Hass und Gewalt überwinden kann. Der Blick aufs Kreuz lädt uns darüber hinaus ein, uns wie Jesus in Gott zu verwurzeln, damit auch wir die Kraft haben, alles Dunkle durchzustehen, womit uns unser persönliches Lebensschicksal konfrontieren könnte.
Jesus geht freiwillig durch das Dunkel des Leids und des Sterbens. Er durchlebt das Gefühl der Gottverlassenheit. Doch Gott ist ihm im Leid nahe. Er geht mit ihm.
Jesus wird gefangen genommen, verurteilt und hingerichtet. Er muss leiden und sterben. Jesus glaubt an seinen Vater, dessen Willen er erfüllt. Er glaubt, dass er immer von ihm unendlich geliebt wird, auch im Leiden und Tod. Am Ölberg ringt er: „Nicht mein Wille geschehe, sondern der Deine!" Jesus betet um Glauben und Kraft gegen das, was kommt, das grausame Sterben am Kreuz. Er betet die Psalmen, besonders die Klage- und Bittpsalmen seines Volkes. Jesus ruft zum Vater um Hilfe und wird erhört: ein Engel kommt und stärkt ihn. Dann geht er den Kreuzweg, er bricht öfter zusammen. Er wird gekreuzigt. Er spürt die ganze Schuld der Menschen, die sich auf ihn legt und die er freiwillig auf sich nimmt. Er will in das größte Elend der Menschen hineingehen. So begibt er sich in die äußerste Gottesfinsternis. Er hat nur mehr den nackten Glauben. Er kann auch seinen Vater nicht mehr fühlen. In seiner Verlassenheit betet er den Psalm 22: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ Er, der Gottessohn ist von Gott verlassen, weil alle Sünde, alles Leid von uns auf ihm lastet. Er wird für uns „zur Sünde“, wie Paulus sagt. Jesus glaubt im blinden Vertrauen weiter, er liebt, er zündet in dem äußersten Dunkel der Menschen das Licht der Liebe an. Er vertraut weiter: „Vater, in Deine Hände empfehle ich meinen Geist!“ Vorher schenkt er noch dem gläubigen Schächer das Paradies, vergibt seinen Feinden, er stirbt.
Glauben auch wir, dass Gott die Liebe ist, in jeder Situation, auch im Leid? - Auch für mein Leben gilt, wie für das Leben Jesu: Gottes Liebe begleitet alle Stufen meines Lebens. Gottes Liebe lässt mich in Schmerz, Unglück und Leid nicht fallen. Er trägt mich. Er spricht zu mir in meinen Schmerzen: „Fürchte Dich nicht, ich bin da für dich!“ Paul Claudel, der katholische französische Dichter, sagte: „Gott lässt das Leid zu, weil er uns darin nahe sein möchte“. Wir halten das Leid für eine Katastrophe, wir sehen oft nicht die Nähe Gottes. Wir sehen nicht, wie er mir entgegengeht und mir zuruft mit ermutigender Stimme: „Fürchte Dich nicht, ich bin es!“ Denken wir nicht: Es hat uns erwischt, das Leid hat uns erwischt? Nein, Er begegnet mir, der schon alles in Liebe getragen und gewandelt hat am Kreuz. Er sagt: „Fürchte Dich nicht! Ich bin es! Ich habe Dich erlöst!“ Als die hl. Katharina von Siena Jesus fragte. „Mein Gott, wo warst Du, als mein Herz in Finsternis und Todesschatten fiel?“ antwortete Jesus: „Meine Tochter, hast Du es nicht gespürt, ich war in Deinem Herzen.“
Er kommt und ist da, wenn wir leiden. Die heilige Theresia von Lisieux, sagte, als sie ihre Todeskrankheit spürte, 1897: „Als ich meiner tödlichen Krankheit gewahr wurde, als ich Blut spuckte, war dies für mich wie die frohe Ankunft meines Bräutigams“. Was kann ich also tun? Sich nicht fürchten und den Bräutigam erkennen, das ist Jesus, der uns unendlich liebt. Konkret: Wenn mir seine Liebe im Schmerz entgegenkommt, ihm sagen: „ich entscheide mich für Dich, Ich liebe Dich! Du hast Dich schon für mich entschieden!“ Der Gekreuzigte antwortet uns und sendet uns den heiligen Geist, der uns erfüllt, Licht verbreitet. Denn Jesus hat versprochen: „Wenn ich am Kreuz erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen“.
Ein Thema beschäftigt jeden Menschen: das Kreuz. Es ist für mich zu einem Buch geworden, das nie ausgelesen werden kann. Für den einen ist das Kreuz Christi Torheit, für den anderen Gottes Kraft (1 Kor 1,18). Jesus sagt: „Wer mein Jünger sein will, verleugne sich selbst, nehme das Kreuz auf sich und folge mir nach“ ( Mt 16,24). Jesus nachfolgen heißt auch für andere leiden.
Als die Sünde groß wurde, ist die Liebe Gottes noch größer geworden. Am Karfreitag aber wurde das größte Verbrechen begangen, die Kreuzigung des Messias. Jesus aber betete: „Vater vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lk 23,34). Er ging durch die Mühle des Leidens, um für uns Brot zu werden. Er nahm das Leiden auf sich, um als höchster Priester alle Sünden zu tilgen. Das ist seine schenkende Liebe, die alles für uns tut. Der Hohepriester Christi ist für uns gestorben, damit wir in der Eucharistie die Nahrung für das ewige Leben empfangen können. Die Länge, Breite und Höhe dieser Liebe ist daher mit dem Verstand nicht fassbar. Das wollen die Fastenkrippen andeuten. Daher ist die Eucharistiefeier die Quelle und der Höhepunkt unseres Glaubens. Das heißt: Wir werden schon jetzt in die dreifaltige Liebe Gottes hineingenommen. Wer daher in Gott ist, für den hat die Auferstehung schon begonnen.
Über einen Satz denke ich immer wieder nach. Als Jesus seinen Leidensweg antrat, sagte er sinngemäß: „Jetzt wird Gott verherrlicht“ (Joh.13,31). Warum? Der Karfreitag zeigt, wie weit Gottes Liebe zu uns geht. Er lässt wie ein Pelikan sein Herz öffnen, „damit keiner verloren gehe, sondern das ewige Leben habe“ (Joh 3,16). Die Liebe Gottes geht wirklich bis zum Äußersten. Sie lässt sich ans Kreuz nageln, damit wir wissen, dass uns nichts von der Lieben Gottes trennen kann. Daher sagt Paulus: „Nichts will ich mehr kennen außer Jesus Christus, den Gekreuzigten“ (1Kor. 2,3). Im Hohen Lied der Liebe heißt es: „Stark wie der Tod ist die Liebe. Ihre Gluten sind Feuersgluten. Mächtige Wasser sind nicht in der Lage, die Liebe auszulöschen“ (Hohelied 6,8).
Die Liebe Gottes vergilt das Böse mit Gutem, geht über das Zeitliche hinaus. Daher verkünden Tod und Auferstehung Jesu den Triumph der Liebe Gottes. Alle Menschen werden auf den schauen, den sie durchbohrt haben. Und wir erkennen darin die größte Offenbarung Gottes, das Wunder der Liebe. So wurde aus der Unheilsgeschichte der Menschen eine Heilsgeschichte, aus dem Kreuz eine Monstranz. Das ist der Triumph der Liebe.
Papst Benedikt XVI. sagte zu Beginn seines Pontifikates 2005: „Nicht die Gewalt erlöst, sondern die Liebe. Die Welt wird durch den Gekreuzigten und nicht durch die Kreuziger erlöst. Die Welt wird durch die Geduld Gottes erlöst und durch die Ungeduld der Menschen verwüstet.“
Wer in seinem Leben erlebt und begriffen hat, dass Liebe in sich ihren Sinn hat, dessen Leben wird eine besondere „Gestalt“ annehmen. Das Leben des Gottesknechtes hat so eine besondere Gestalt angenommen: nicht schön, nicht lieblich. Dafür wurde er nicht beneidet, denn seine Gestalt „war nicht mehr die eines Menschen“. Und doch war er es, der durch sein Leben, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen vermochte.
Am Karfreitag begegnen uns Menschen, die ihr Ansehen verloren haben. Gerade sie werden zu Heilszeichen Gottes.
Am Kreuz zeigt sich die unfassbare Liebe Gottes. Sie ist größer als die Sünde.
Das Kreuz ist mehr als ein Schmuckstück. Es ist über Nacht wieder als Zeichen für Härte und Grausamkeit aktuell geworden. Ungezählte Christen sind heute der Verfolgung ausgesetzt. Wir sind herausgefordert, wie Jesus zu handeln und unsere Liebe an den Verfolgten und Notleidenden unserer Zeit zu unter Beweis zu stellen.
"Man sagt: Tote lässt man ruhen.
Wir sagen: Nein, Tote lässt man auferstehen,
ihre guten Ideen, ihre Taten, ihr Leben:
Tote lässt man auferstehen.
Man sagt: Vorbei ist vorbei.
Nein, wir sagen: Vorbei ist nicht vorbei:
Jetzt fängt die Sache erst an.
Jesus ist nicht vorbei...
Jetzt, heute, fängt die Sache mit Jesus an."
(Wilhelm Willms).
Aber: Daran können viele nicht mehr glauben, vor allem, wenn ihnen ein lieber Mensch genommen wird. Sehr groß und sehr tief sitzt der Schmerz darüber. Der Tod ist uns lebenslanger, unfreiwilliger Begleiter, der uns mahnt, mit der Zeit, mit der Kraft und unseren Begabungen verantwortungsvoll umzugehen.
Für einen sehr großen Teil von uns ist der Tod im wahrsten Sinn des Wortes der Todfeind, der uns Todesangst macht. Die Erfahrung lehrt, dass Geburt und Tod die einzige Gewissheit in unserem Leben darstellen. "Mors certa, hors incerta", also: Der Tod ist sicher, unsicher hingegen die Zeit, die Stunde unseres Todes.
Der Tod ist wohl die radikalste Form des Abschieds und auch des "Los-Lassen-Müssens". Jeden Tag werden wir mit ihm konfrontiert, ohne dass es uns wirklich bewusst wird. Das Ende eines Tages, die mitternächtliche Stunde bringt einen neuen Tag hervor. Jedes Ende eines Lebens- und Zeitabschnittes hat einen Neubeginn. Es ist so wie mit dem Weizenkorn, das in die Erde eingesenkt wird, um neues Leben zu schaffen.
Wann ist ein Mensch wirklich tot? Vielleicht schon mitten im Leben, wenn die Auferstehung für ihn sinnlos, nur Märchen, billige Vertröstung ist, wenn er nicht mehr nachdenkt, zurück, - vor- und weiterdenkt über seinen eigenen Tod hinaus, wenn er nicht nach dem Sinn des Lebens fragt, nach seiner Zukunft.
Vielleicht ist er schon mitten im Leben herztot, wenn er nicht mehr mitfühlt, nachfühlt und vorfühlt in die Auferstehungshoffnung mit dem Blick auf Christus.
Die christlichen Kirchen verkünden heute, dass die Liebe stärker ist als der Tod, und sie berufen sich dabei auf die Auferstehung: nicht als Wiederkehr eines Toten in die vergängliche Schöpfung, sondern als Auferstehen in eine Welt, in der es kein Leid, keine Not und auch keinen Tod mehr gibt.
So ist also der Tod derjenige, der uns das Ticket überreicht in die ewige Heimat, in das Haus des Vaters, der für uns eine Wohnung bereithält. Der Tod als Übergang in jenen Frieden, der die große Sehnsucht nach Gott stillt.
Lieder:
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 147: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
GL 283: Aus der Tiefe rufe ich zu dir: Herr, höre meine Klagen
GL 287: Christus war für uns gehorsam bis zum Tod
GL 289: O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn
GL 290: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen
GL 291: Holz auf Jesu Schultern
GL 292: Fürwahr, er trug unsre Krankheit
GL 294: O du hochheilig Kreuze, daran mein Herr gehangen
GL 295: O Traurigkeit, o Herzeleid!
GL 297: Wir danken dir, herr Jesu Christ
GL 299: Der König siegt, sein Banner glänzt
GL 300: Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott
GL 430: Von guten Mächten treu und still umgeben
GL 460: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde
GL 497: Gottheit tief verborgen, betend nah ich dir
GL Ö819: Laß mich deine Leiden singen
GL Ö820: Herr Jesus Christ, wir suchen dich
GL Ö822: O du mein Volk, was tat ich dir?
GL Ö823: Heilges Kreuz, sei hoch verehret
Psalmen und Kehrverse:
GL 293: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? - Mit Psalm 40 (GL 41,2) oder mit Psalm 51 (GL 639,2) - IV.
GL 296: Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung - Mit Psalm 40 (GL 41,2) - IV.
GL 308,1: Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist - Mit Psalm 40 (GL 41,2) - IV.
GL 308,4: Sei uns gegrüßt, du heiliges Kreuz! - Mit Psalm 22 (GL 36,2) - II.
GL 308,5: Heiliger Gott! heiliger starker Gott! Heiliger, Unsterblicher, erbarme dich unser - Mit Psalm 40 (GL 41,2) - IV.
GL 518: Beim Herrn ist Barmherzigkeit und reiche Erlösung - Mit Psalm 46 (GL653,2) oder mit Psalm 57 (GL649,6) - VII.
GL 639: Beim Herrn ist Barmherzigkeit, bei ihm ist Erlösung in Fülle - Mit Psalm 130 oder mit Psalm 22 (GL 36,2) - II.
Voll Ehrfurcht und Dankbarkeit
haben wir uns vor dir niedergeworfen.
Voller Ehrfurcht und Dankbarkeit
wollen wir in dieser Stunde Worte deines Leidens hören.
Voll Ehrfurcht und Dankbarkeit wollen wir
dich am Kreuz verehren,
während andere dich verhöhnten.
Wir stehen mit Johannes, deinem Apostel
und mit Maria bei dir.
Gleich ihnen wollen wir
unsere Herzen bereit machen für den Willen Gottes,
auch wenn er für uns durch Dunkel und Leiden geht. - Amen.
Herr, unser Gott,
reicher Segen komme herab auf dein Volk,
das den Tod deines Sohnes gefeiert hat
und die Auferstehung erwartet.
Schenke ihm Verzeihung und Trost,
Wachstum im Glauben und die ewige Erlösung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Karfreitag
Gedenke, Herr, der grossen Taten, die dein Erbarmen gewirkt hat.
Schütze und heilige deine Diener,
für die dein Sohn Jesus Christus sein Blut vergossen
und das österliche Geheimnis eingesetzt hat,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.
(MB Karfreitag)
GL 532 (KG 31/1): "Lob dir Christus, König und Erlöser"
"Christus war für uns gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen,
der grösser ist als alle Namen."
GL 180 (KG 391): "Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen"
Kreuzenthüllung an drei Stationen: Eingang/Mitte/vor den Altarstufen.
3 x Ruf "Seht das Holz des Kreuzes"
Ein Mensch hängt zwischen Himmel und Erde, '
Mittler zwischen Gott und den Menschen.
Welch große Liebe!
Welch großer Hass!
"Es ist vollbracht!"
Was ist vollbracht?
Der Wille des Vaters?
Das Opfer des Sohnes?
Das Leiden des Menschseins?
Das Werk der Liebe!
Ich kann am Karfreitag nicht Traurigkeit spielen
im Bewusstsein der Freude des Ostermorgens.
Ich kann nur diese Liebe in stiller Freude annehmen,
mich ihr entgegenstrecken - und danken.
(Hans Waltersdorfer)
Oder:
An das Kreuz haben sie ihn gehängt
- diesen Jesus
Er war der verachtetste Mensch
- dieser Jesus
Er war der einsamste Mensch
- dieser Jesus
Sichtbar für alle war es aufgerichtet
- das Kreuz
Ein Zeichen für totale Niederlage
- das Kreuz
Jesu Auferstehung machte es zum Siegeszeichen
- das Kreuz
Es wurde zum Zeichen für Glaube, Liebe, Hoffnung
- das Kreuz
Deshalb können wir
im Zeichen des Kreuzes glauben
an Gottes Barmherzigkeit zu uns.
Deshalb können wir
im Zeichen des Kreuzes glauben
an Gottes Liebe zu uns.
Deshalb können wir
im Zeichen des Kreuzes hoffen
auf die Auferstehung.
(Günter Weigel)
Oder:
Ecce Homo
Weniger als die Hoffnung auf ihn
Das ist der Mensch
Einarmig
Immer
Nur der gekreuzigte
Beide Arme
Weit offen
Der Hier-Bin-Ich
(Hilde Domin)
Oder:
Wird je ein Mensch erahnen können, was in Jesus Christus in dieser letzten Stunde vor sich geht? Wie tief ist der Riss zwischen Gott und Mensch? Unter qualvollen Schmerzen, die bis zum Wahnsinn und zur Ohnmacht treiben, stirbt Jesus. Und doch - unbegreiflich bleibt die liebende Kraft dieses Menschen, der zwischen Himmel und Erde mit dem Tod ringt.
Er vergibt denen, die ihn töten; er vergibt dem der neben ihm hängt und um Vergebung bittet; er übergibt seine Mutter an seinen liebsten Freund und damit an all seine Freunde; seinem Vater legt er sich in die gütigen Hände; liebend und tröstend schenkt er im Todeskampf anderen Kraft und Mut.
Und als dies alles vollbracht ist, bricht das tiefste Dunkel der Todesnacht über ihn herein. Der Durst - der Durst nach Leben schreit aus ihm heraus, und er versinkt in Gottesferne und Verlassenheit. Im grausamsten Dunkel der Grenze menschlichen Lebens schreit er nach Gott: Warum? Warum, Gott?
Und als er sein Haupt neigt, gibt Gott sich selbst und uns die Antwort: Es ist vollbracht. Er, wir, alles ist vollbracht. Seither ist menschliches Leben im Frieden Gottes geborgen.
(Br. Immanuel Jacobs)
mit Blumen und Kerzen. . .
GL 189 (KG 389,3.+ 4. Str.): "Ich danke dir von Herzen"
Herr, Jesus Christus,
wir danken dir für dein Haupt voll Blut und Wunden.
Dein Haupt, das alle Ehre verdient,
wird von dichtem Dornengeflecht zerstochen.
Dein Antlitz, schön vor allen Menschenkindern,
wird durch Speichel entehrt.
Deine Augen, leuchtender als die Sonne,
werden im Tod verfinstert.
Deine Ohren, die den Gesang der Engel kennen,
vernehmen die Lästerreden der Sünder.
Dein Mund, der uns Worte des ewigen Lebens kündete,
wird mit Essig und Galle getränkt.
Es bleibt dir nichts als die Zunge,
damit du für uns Sünder betest.
Um dieser schmerzlichen Wunden willen hilf uns,
wenn wir gedemütigt werden um deinetwillen.
Lass dein göttliches Antlitz über uns leuchten und segne uns.
Nach Bernhard v. Clairvaux

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