Lesung aus dem Buch Jesája.
Sagt den Verzagten: Seid stark,
fürchtet euch nicht!
Seht, euer Gott!
Die Rache kommt, die Vergeltung Gottes!
Er selbst kommt und wird euch retten.
Dann werden die Augen der Blinden aufgetan
und die Ohren der Tauben werden geöffnet.
Dann springt der Lahme wie ein Hirsch
und die Zunge des Stummen frohlockt,
denn in der Wüste sind Wasser hervorgebrochen
und Flüsse in der Steppe.
Der glühende Sand wird zum Teich
und das durstige Land zu sprudelnden Wassern.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Jakobusbrief.
Meine Schwestern und Brüder,
haltet den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus,
den Herrn der Herrlichkeit,
frei von jedem Ansehen der Person!
Wenn in eure Versammlung
ein Mann mit goldenen Ringen
und prächtiger Kleidung kommt
und zugleich kommt ein Armer in schmutziger Kleidung
und ihr blickt auf den Mann in der prächtigen Kleidung
und sagt: Setz du dich hier auf den guten Platz!
und zu dem Armen sagt ihr: Du stell dich
oder setz dich dort zu meinen Füßen! –
macht ihr dann nicht untereinander Unterschiede
und seid Richter mit bösen Gedanken?
Hört, meine geliebten Brüder und Schwestern!
Hat nicht Gott die Armen in der Welt
zu Reichen im Glauben
und Erben des Reiches erwählt,
das er denen verheißen hat, die ihn lieben?
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Ein Hauptanliegen des Jakobusbriefes ist, daß die Christen nicht nur Hörer des Wortes Gottes sind, sondern auch danach leben und handeln. Die gehörte Botschaft soll also in die Tat umgesetzt werden.
In der christlichen Gemeinde besteht die Gefahr, daß rein äußerliche Zeichen (goldene Ringe, prächtige Kleidung... ) eine vorrangige Stellung einnehmen. Nach dem Autor des Jakobusbriefes kommt solch ein Verhalten einem Verrat von Glaube und Liebe gleich (vgl. Mt 5,3 und Lk 16,19 ff.). Das Beispiel in Vers 5 hat auch Eingang gefunden in mehrere "Kirchenordnungen". In den äthiopischen Apostelstatuten heißt es dazu etwa: "Wenn ein Mann oder eine Frau in feinen Kleidern eintritt, so sollst du, Ältester, nicht die Person ansehen, noch den Gottesdienst unterbrechen, um ihnen Plätze anzuweisen, sondern dich ruhig verhalten. Denn die Brüder werden sie empfangen, und wenn kein Platz mehr für sie da ist, wird jemand, der seine Brüder und Schwestern lieb hat, aufstehen und ihnen seinen Platz überlassen. Und wenn ein armer Mann oder eine Frau kommen sollte, dann sollst du, Ältester, ihnen von ganzem Herzen Platz machen, auch wenn du selbst am Fußboden sitzen mußt, damit kein Ansehen der Person, sondern Gottes sei."
Der Jakobusbiref, dem die zweite Lesung entnommen ist, will seine Adressaten nach der Art der alttestamentlichen Weisheitsliteratur ermahnen. Im vorliegenden Abschnitt wendet er sich gegen eine falsche Rücksichtnahme auf Reiche.
Die damalige Zeit war stark von sozialen Gegensätzen geprägt: Herkunft, Besitz und Bildung waren maßgeblich für das öffentliche Ansehen. Die Christen gehörten vor allem der unteren Volksschicht an. Deshalb soll es gerade bei ihnen kein besonderes Ansehen auf Grund der Abstammung oder des Besitzes geben.
Der Glaube trifft immer auch auf gesellschaftliche Umstände und es passt oft nicht zusammen, was der Glaube fordert und was Menschen daraus machen. Der Autor des Jakobus-Briefes wendet sich an die Judenchristen in der Diaspora. Damit sind zwei Schwierigkeiten der Gruppe benannt: Die Adressatenschaft befindet sich zum einen im Übergang vom alten Judentum zum neuen Christentum und war zum anderen nicht mehr am religiösen Urgund, in Jerusalem, ansässig. Um trotzdem glaubwürdig bleiben und überleben zu können, brauchte es gute Lebensführung und eiserne Disziplin.
Jesus berührt einen Taubstummen am Ohr und dessen Zunge. Berührung heilt und macht lebendig.
Gehörlose und Hörbehinderte haben es schwer, mit anderen zu kommunizieren. Allzuoft halten sie sich aus Gesprächen heraus. Sprachlosigkeit ist aber nicht immer angeboren. Oft sind wir nicht fähig, zur rechten Zeit und am rechten Ort zu sagen, was gesagt werden muss. Jesus kann und will auch unsere Ohren, unsere Augen und unseren Mund öffnen.
Vor einigen Jahren wurde ich gebeten, einen todkranken Mann die letzten Monate seines Lebens zu begleiten. Ich besuchte ihn immer wieder und wir führten interessante Gespräche. Dieser Mann war mit einer gehörlosen Frau verheiratet. Mit ihrem Mann konnte sie sich ganz gut verständigen. Sie hatte gelernt, ihm von den Lippen abzulesen, und sich auch stimmlich zu artikulieren, obwohl sie selbst nicht hörte, was sie sagte. Gegenüber Personen, mit denen sie nicht so vertraut war, hatte sie jedoch Hemmungen. Mir gegenüber war sie anfangs sehr zurückhaltend, da sie erst lernen musste, auch von meinen Lippen zu lesen. Bei diesen Besuchen wurde mir bewusst, wie schwer es für gehörlose Menschen sein muss, trotz aller erlernten Überbrückungen und technischen Hilfen, die es heute gibt, mit anderen Menschen zu kommunizieren. Schwierig ist vor allem, kompliziertere Zusammenhänge mitzuteilen.
Im Evangelium haben wir gehört, wie Jesus einen Mann, der taub war und von daher auch nicht reden konnte, von seiner Taubheit und Stummheit heilte. Interessant finde ich, dass diese Episode aus dem Wirken Jesu in den Taufritus Eingang gefunden hat. Auch da berührt der taufende Priester oder Diakon die Ohren und den Mund des Täuflings und sagt wie Jesus damals: Effata! – Öffne dich! Ausgedeutet wird dieser Ritus als Aufforderung, dass Getaufte ihre Ohren für das, was Gott ihnen zu sagen hat, öffnen sollen und dass sie in der Kirche Gottes ihre Stimme erheben sollen. (Täuflinge tun das oft lautstark und die Eltern versuchen dann, sie zu beruhigen...) Ich werde nicht müde zu betonen, dass dies nicht nur für das Beten und Singen gilt. Getaufte sollen in der Kirche und in der Gesellschaft mitreden, sie sollen zur Sprache bringen, was gesagt werden muss, was Gott ihnen auf die Zunge legt. Sie sollen sich weder in der Kirche noch außerhalb mundtod machen lassen.
Das ist nicht immer einfach. Viele Menschen sind nicht gewohnt, öffentlich zu reden und vor allen zu sagen, was sie sagen möchten. In gewissen Bereichen fehlen uns oft auch die Worte. Wir haben entweder nicht gelernt, über heikle Themen zu sprechen, oder wir fühlen uns nicht ausreichend kompetent. Wir überlassen das Reden dann gerne denen, von denen wir meinen, dass sie es besser können; studierten Theologen z.B. Es geht aber oft nicht um Fachwissen. Das Zweite Vatikanische Konzil betont, dass alle Gläubigen mit einer feinen Sensibilität für Glaubensfragen ausgestattet sind. Es nennt dies "sensus fidelium", Glaubenssinn der Gläubigen.
Der Apostel Paulus hat in Korinth den Frauen im Gottesdienst das Wort verboten. Das mag damals in der konkreten Situation vielleicht notwendig gewesen sein, daraus kann man jedoch nicht ableiten, dass Frauen in der Kirche nichts zu sagen hätten. Wer zu Wort kommen darf, ist meist auch eine Machtfrage. Jesus hat den sprachlosen Taubstummen ermächtigt zu reden und sich in die Gesellschaft einzubringen.
Es gibt aber aus Lebensbereiche, für die wir sprachlos geworden sind, die wir tabuisiert haben, über die wir nur hinter vorgehaltener Hand reden. So konnte man in unserer Gesellschaft lange Zeit nicht über die Verbrechen der Nazizeit sprechen, weil Angehörige, Nachbarn gesellschaftlich Anerkannte als Opfer oder als Täter involviert waren. So wurde auch die Frage der Mittäterschaft und der politischen Mitverantwortung vermieden.
Die Missbrauchsgeschichten, welche die Kirche zurzeit wieder einholen, konnten sich nur anhäufen, weil man einerseits nie gelernt hatte, über Sexualität und Abhängigkeit zu reden und andererseits die kirchlich Verantwortlichen sich blind und taub stellten. Kaum jemand wagte, die Doppelbödigkeit dieser Moral zur Diskussion zu bringen.
Ähnlich bestürzt waren wir, als die "Metoo-Debatte" ans Tageslicht brachte, wie oft und wie viele Frauen sexuelle Übergriffe über sich ergehen lassen mussten und nicht fähig waren, sich dagegen zu wehren.
Falsche Scham und Tabus machen sprachlos. Wir müssen lernen, auch über heikle Fragen klar und offen zu reden und jene zu hören, die den Mut haben, Untragbares öffentlich zu machen.
Aus den biblischen Erzählungen, in denen Jesus Menschen die Ohren, den Mund oder die Augen öffnet, lese ich die Aufforderung heraus, unsere Wahrnehmung zu schulen. Wir sehen, hören und bereden Vieles, wir sehen und hören aber oft nicht wirklich. Wir reden oft gar nicht so wenig, sagen aber nicht viel. Aber auch Mut zu sagen, was gesagt werden muss, muss hinzukommen.
Vom Messias hat man erhofft, dass er den Blinden die Augen öffnet, den Tauben die Ohren, den Stummen die Zunge löst und Lahme zum Gehen bringt. Wir haben davon in der Lesung aus dem Buch Jesaja gehört. Diese Hoffnung hat sich noch immer nicht endgültig erfüllt. Bitten wir den Herrn, dass er diese Wunder auch an uns wirke.
Sich verständlich machen und verstanden werden sind notwendige Voraussetzungen der Kommunikation sondern auch Grundlage einer heilsamen Beziehung.
Die Heilung eines Taubstummen hat im Taufritual Spuren hinterlassen. Dies zeigt, wie fundamental wichtig es ist, dass Menschen ihre sinnliche Wahrnehmung gebrauchen und sich ausdrücken können. Es fordert uns auf, dass wir unsere Stimme in der Kirche und in der Gesellschaft erheben.
Jesus öffnet einem Taubstummen die Ohren und den Mund. Offenheit ist Voraussetzung des Dialogs. Jesus legt den Grund, dass wir uns öffnen und auf einander zugehen können.
Lieder:
GL 81: Lobet den Herren alle, die ihn ehren
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn (4. Str.)
GL 147: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend
GL 149: Liebster Jesu, wir sind hier
GL 221: Kündet allen in der Not: Fasset Mut und habt Vertrauen
GL 268: Erbarme dich, erbarm dich mein (5 . Str.)
GL 342: Komm, Heilger Geist, der Leben schafft (3 . Str.)
GL 348: Nun bitten wir den Heiligen Geist (3 . Str.)
GL 351: Komm, Schöpfer Geist (3 . Str.)
GL 383: Ich lobe meinen Gott (2 . Str.)
GL 385: Nun saget Dank und lobt den Herren,
GL 395: Den Herren will ich loben
GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt
GL 448: Herr, gib uns Mut zum Hören
GL 464: Gott liebt diese Welt
GL 467: Erfreue dich, Himmel, erfreue dich Erde
GL 485: O Jesu Christ, wahres Licht (3. Str.)
GL 489: Lasst uns loben, freudig loben
GL 551: Nun singt ein neues Lied dem Herren
Psalmen und Kehrverse:
GL 53: Hört auf die Stimme des Herrn, verschließt ihm nicht ds Herz - Mit Psalm 95 - VI.
GL 518: Beim Herrn ist Barmherzigkeit, bei ihm ist Erlösung in Fülle - Mit Psalm 130 - II.
GL 629,3-4: Ich gehe meinen Weg vor Gott im Lande der Lebenden - Mit Psalm 116 - VI.
GL 616,5-6: Alles, was Odem hat, lobe den Herrn. - Mit Psalm 150 - VII.
Wenn wir gemeinsam Liturgie feiern, spielen heilige Zeichen und Handlungen eine wichtige Rolle. Mindestens ebenso wichtig ist in der Liturgie jedoch auch die Sprache. Wir brauchen die Sprache, um uns klar und eindeutig verständlich machen zu können. Das Sprechen setzt aber das Hören voraus.
Bitten wir den Herrn, dass er unsere Ohren öffne, dass wir sein Wort aufnehmen und dass wir verstehen können, was wir einander zu sagen haben, und bitten wir den Herrn, dass er unsere Zungen löse, damit wir das Lob Gottes in gebührender Weise darbringen und dass wir uns gegenseitig verständlich machen können.
Herr,
es ist so laut in unserer Welt.
Wir hören deine Stimme kaum.
Öffne uns die Ohren!
Herr, erbarme dich.
Christus,
es ist so unruhig in uns.
Angesichts vieler Probleme verstummen wir.
Löse unsere Zungen!
Christus, erbarme dich.
Herr,
du berührst Menschen zärtlich und liebevoll.
Ein neues Leben beginnt.
Mache unsere Herzen weit!
Herr, erbarme dich.
Gott, unser Vater,
du hast uns durch deinen Sohn erlöst
und als deine geliebten Kinder angenommen.
Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben,
und schenke ihnen die wahre Freiheit
und das ewige Erbe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 5. Sonntag der Osterzeit
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
Wir freuen uns, Gott des Lebens,
dass wir heute deine Gäste sind.
Du hast uns eingeladen.
Bei dir finden Menschen, die sprachlos geworden sind,
Worte, die gut tun.
Bei dir auch finden Menschen, die nichts mehr hören wollen,
offene Ohren
für den Klang des Lebens,
für die Stimme des Herzens,
für die Melodie der Liebe.
Oft haben wir einander Fesseln angelegt,
Münder verschlossen,
Ohren überlaufen lassen.
Lass uns heute das Leben feiern,
dein Geschenk für uns
in Christus, unserem Herrn.
Menschen brachten einen Taubstummen zu Jesus.
Jesus rührte ihn an. Hephata! Tu dich auf!
Darum bitten wir:
Für die Menschen, die taubstumm sind,
die nichts hören, nichts sagen können,
die nicht verstanden werden.
Schenke uns Hochachtung für die Gebärdensprache
und die Geduld, uns verständlich zu machen.
Wir bitten dich: Herr, erbarme dich!
Für die Menschen, die mit einer Behinderung zur Welt kamen,
die nach einer Krankheit aus der Bahn geworfen werden,
die in ihrem Leben behindert werden.
Hilf uns, dass sie normal unter uns leben können
und nicht auf Barrieren stoßen, die wir achtlos errichten.
Wir bitten dich: Herr, erbarme dich!
Für die Menschen, die abgestumpft und taub
ihr alltägliches Leben über sich ergehen lassen,
die nicht mehr zuhören können,
die in einer lauten Welt hilflos untergehen.
Schenke uns Orte und Räume, in denen es still werden kann,
und Worte, die zu Herzen gehen.
Wir bitten dich: Herr, erbarme dich!
Für die Menschen, die in kirchliche Leitungsämter berufen wurden,
die als Meister des Wortes gelten,
die auf alles eine Antwort haben sollen.
Hilf uns, das Gespräch mit ihnen zu suchen
und kritische Wegbegleiter zu sein.
Wir bitten dich: Herr, erbarme dich!
Für die Menschen, die in Politik, Recht und Verwaltung nur Worte einsetzen können,
die sich öffentlichen Auseinandersetzungen stellen müssen,
die mit Formulierungen kunstvoll und achtsam umgehen.
Schenke uns, dass wir mit Worten kein Unheil anrichten
und uns über gute Wege verständigen.
Wir bitten dich: Herr, erbarme dich!
Du, Herr, sagst: Öffne dich, tu dich auf!
Lass uns füreinander ein Ohr haben und ein Wort.
Was wir verschlossen haben, machst du wieder auf,
was uns gefangennimmt, hält uns nicht mehr fest.
In Christus, unserem Herrn. Amen.
Herr, unser Gott,
du schenkst uns den Frieden
und gibst uns die Kraft, dir aufrichtig zu dienen.
Laß uns dich mit unseren Gaben ehren
und durch die Teilnahme
an dem einen Brot und dem einen Kelch
eines Sinnes werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
4. Januar, 7.Januar
Kerhvers:
Gelobt seist du, mein Herr (GL 559)
Heiliger und barmherziger Gott,
in dieser Feier wollen wir unseren Mund auftun
und Dir unseren Dank und unseren Lobpreis darbringen:
Wir danken Dir für unser Leben und für die Gesundheit.
Kehrvers
Wir danken dir, dass du uns so wunderbar ausgestattet hast,
für unseren Leib mit all seinen Sinnen und für die Lebensfreude.
Kehrvers
Wir danken dir für alle Menschen,
die uns in die Geheimnisse
und in die Kunst des Lebens eingeführt haben.
Kehrvers
Wir danken dir für alle Menschen,
die uns in Krankheit und Not beistehen
Kehrvers
Wir danken dir, dass du Wunden,
die das Schicksal manchmal schlägt,
wieder heilen lässt.
Kehrvers
Wir danken dir für das Heil, das du uns geschenkt hast,
und für das ewige Leben, das du uns verheißen hast.
Kehrvers
Mit den Engeln und Heiligen
stimmen wir ein in das Lob der ganzen Schöpfung
und singen:
Danklied, z. B. GL 81: Lobet den Herren alle, die ihn ehren, 1. 3. und 4. Strophe.
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn wir erkennen deine Herrlichkeit in dem,
was du an uns getan hast:
Du bist uns mit der Macht deiner Gottheit
zu Hilfe gekommen und
hast uns durch deinen menschgewordenen Sohn
Rettung und Heil gebracht
aus unserer menschlichen Sterblichkeit.
So kam uns aus unserer Vergänglichkeit
das unvergängliche Leben
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und singen mit den
Chören der Engel das Lob
deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 3
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken
durch deinen geliebten Sohn Jesus Christus.
Er ist dein Wort,
durch ihn hast du alles erschaffen.
Ihn hast du gesandt als unseren Erlöser und Heiland.
Er ist Mensch geworden durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria.
Um deinen Ratschluß zu erfüllen
und dir ein heiliges Volk zu erwerben,
hat er sterbend die Arme ausgebreitet
am Holze des Kreuzes.
Er hat die Macht des Todes gebrochen
und die Auferstehung kundgetan.
Darum preisen wir dich
mit allen Engeln und Heiligen
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 6
MB 2. Hochgebet
Staunend bekennen wir mit dem Volk Gottes:
Du, Herr, hast alles gut gemacht!
(vgl. Mk 7,37)
Oder:
Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht!
Seht, hier ist euer Gott!
(Jes 35,4)
Oder:
Gott selbst wird kommen und euch erretten:
Dann werden die Augen der Blinden geöffnet,
Auch die Ohren der Tauben sind wieder offen.
Dann springt der Lahme wie der Hirsch
und die Zunge des Stummen jauchzt auf.
(vgl. 35,5-6)
Herr, unser Gott,
in deinem Wort und Sakrament
gibst du uns Nahrung und Leben.
Laß uns durch diese großen Gaben
in der Liebe wachsen
und zur ewigen Gemeinschaft
mit deinem Sohn gelangen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
Du, Herr, hast gesagt:
Nicht vom Brot allein lebt der Mensch,
sondern auch von jedem Wort,
das von dir kommt.
Du hast uns beides geschenkt:
das Wort und das Brot.
Mach unser Leben zu einer Sprache,
die von den Menschen gehört und verstanden wird.
Lass uns durch dein Brot gestärkt, zu heilenden
Begegnungen beitragen. Das bitten wir dich,
Christus, unseren Herrn. Amen.
Wenn das Leben Wurzel schlägt und die Hoffnung Blüten treibt,
wenn die Liebe Früchte trägt und auf Erden Frieden wächst.
Refrain:
„Dann hat der Himmel die Erde berührt
und unsere Erde den Himmel gespürt.
Herr lass uns spüren dein zartes Berühren
und gib uns die Kraft, die Berührungen schafft.“
Wenn ein Wort das Schweigen bricht und im Leid ein Lied erklingt,
wenn das Brot den Hunger stillt und dem Fels ein Quell entspringt,
Refrain
Wenn uns Gott als Mensch erscheint und ein Kind zum König wird,
wenn die Treue uns vereint und ein Mensch den andern liebt,
Refrain
Wenn der Tag die Nacht vertreibt und das Eis die Sonne spürt,
wenn ein Licht den Weg uns zeigt und die Angst die Macht verliert,
Refrain:
Lied: Text von Reinhard Bäcker; Musik von Detlev Jöcker.
Brich mit den Hungrigen dein Brot
1. Brich mit den Hungrigen dein Brot,
sprich mit den Sprachlosen ein Wort,
sing mit den Traurigen ein Lied,
teil mit den Einsamen dein Haus.
2. Such mit den Fertigen ein Ziel,
brich mit den Hungrigen dein Brot,
sprich mit den Sprachlosen ein Wort,
sing mit den Traurigen ein Lied.
3. Teil mit den Einsamen dein Haus,
such mit den Fertigen ein Ziel,
brich mit den Hungrigen dein Brot,
sprich mit den Sprachlosen ein Wort.
4. Sing mit den Traurigen ein Lied,
teil mit den Einsamen dein Haus,
such mit den Fertigen ein Ziel,
brich mit den Hungrigen dein Brot.
5. Sprich mit den Sprachlosen ein Wort,
sing mit den Traurigen ein Lied,
teil mit den Einsamen dein Haus,
such mit den Fertigen ein Ziel.
Text: Friedrich Karl Barth 1977, Musik: Peter Janssens 1977, EG Nr. 420.
Herr, unser Gott.
Wir bekennen Dir unsere Schuld.
Wir haben weggehört und uns taub gestellt,
wo Du uns durch Menschen gerufen hast.
Wir waren stumm,
wo wir für Dich das Wort hätten ergreifen müssen.
Wir haben unsere Hände in den Schoß gelegt,
wo wir in Deinem Auftrag hätten zupacken müssen.
Im Namen Jesu Christi, Deines Sohnes, bitten wir Dich:
Vergib uns!
Öffne unsere Ohren, damit wir richtig hören.
Öffne unsere Münder, damit wir wahrhaftig reden.
Setz uns in Bewegung, hin zu Dir.
Wir bitten Dich für alle körperlich und seelisch Sprachlosen,
für die, die nicht mehr zuhören können,
für die, die in ihrer Krankheit gefangen sind,
begegne ihnen und rühr sie an.
Heile sie!
Herr, wir bitten Dich auch für uns,
berühre uns mit Deinem Atem.
Amen.
Peter Böhlemann, in:
http://www.predigten.uni-goettingen.de/archiv-5/030907-6.html
http://www.predigten.uni-goettingen.de/archiv-5/030907-6.html
Herr,
du hast den Stummen
die Sprache wiedergegeben,
um uns zu sagen:
Erhebt eure Stimme!
Ich will, dass ihr sprecht.
Redet!
Seid nicht stumm,
wenn irgendwo Menschen Unrecht getan wird.
Deckt es auf! Macht es publik.
Redet!
Seid nicht stumm,
wenn Gott gelästert wird.
Am Stammtisch oder in den Medien, gedankenlos oder bewusst,
Redet!
Seid nicht stumm,
wenn Katastrophen hereinbrechen: Feuer, Wasser, Lawinen.
Bei Frost, bei Hitzewellen und wenn die Erde bebt, redet mit Gott.
Bittet!
Seid nicht stumm,
wenn ihr schweres Leid ertragen müsst, unheilbare Krankheit,
Verlust, den Tod eines geliebten Menschen. . .
Betet!
Seid nicht stumm,
wenn ihr glückliche Stunden erlebt,
wenn alles sich zum Guten wendet.
Jubelt!
Seid nicht stumm,
wenn ihr euren Glauben bekennen könnt,
heimlich oder offen vor aller Welt.
Jubelt!
Seid nicht stumm,
wenn euch etwas gelungen ist,
eine Hoffnung sich erfüllt hat.
Dankt!
Seid nicht stumm,
wenn Gott euch begegnet ist,
in einem Ereignis, in einem Menschen, in der Stille.
Dankt!
Du hast uns Stummen, Herr, die Sprache gegeben,
wie du dem Stummen in Galiläa die Sprache wiedergegeben hast.
Damit wir beten und jubeln, danken und bitten und ja sagen können
zu deinem Wort, sodass es alle hören.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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Die erste Lesung ist dem Buch des Propheten Jesaja entnommen. Die Kapitel 1 bis 34, die unserem Text vorangehen, werden dem 8. Jahrhundert vor Christus zugeordnet, die Kapitel 40 bis 55 der späten Exilszeit (6. Jhdt. v. Chr.). Das Kapitel 35 will eine Art Brücke zwischen beiden Abschnitten schaffen; es hat Bezüge zu beiden Buchteilen. In gewissem Sinn ist es überzeitlich.
Der vorliegende Text (vgl. auch die Gesamtkomposition 35, 1-10) will Zuversicht wecken und Mut zusprechen. Mut zu machen ist zugleich eine Aufgabe. Der Grund der Hoffnung ist das Kommen Gottes, der sein Volk erretten wird. Diese Hoffnung wird in mehreren Kreisen von Bildern zum Ausdruck gebracht:
- Augen und Ohren werden geöffnet, Lahme und Stumme geheilt (Verse 5-6a)
- In der Wüste wecken Quellen, Bäche und Teiche neues Leben (Verse 6b-7)
- Das Ödland wird wegsam (Vers 8)
- Die Erlösten werden nicht mehr von wilden Tieren bedrängt (Vers 9)
- Die Rückkehr der Befreiten (Vers 10)
Der Text dieser Lesung ist ein kurzer Abschnitt aus der sogenannten "Jesaja-Apokalypse" (das 34. Kapitel des Jesajabuches handelt vom Weltgericht und im 35. Kapitel wird das endzeitliche Heil beschrieben). Obwohl der Prophet zum Volk Gottes während dessen Verbannung in Babylonien spricht, dürfte der Text höchstwahrscheinlich aus der Zeit nach dem Exil stammen.
Das Volk Gottes ist verzagt, da die Hilfe seines Gottes ausbleibt. In diese Situation hinein wird das Gericht über die Feinde Israels und die Rettung Israels - das Kommen seines Gottes - angekündigt. Die Getreuen müssen aber tapfer und mutig sein (vgl. dazu auch: 1Kön 2,2; Dtn 11,8; Ps 46,8; Jes 12,2). Wenn Gott selbst zu seinem Volk kommt, dann bleibt das nicht ohne Folgen: er wird die Folgen der Schuld wegnehmen (Taubheit, Blindheit etc. galten in der damaligen Zeit als "Folgen" sündhaften Verhaltens, wobei die Behinderung auch aufgrund eines Vergehens vorheriger Generationen entstanden sein konnte).
Das Bild der Verwandlung der Wüste in eine fruchtbare Landschaft ist ein in der Bibel öfter vorkommendes Motiv. Es soll die Wandlung des Menschen und das Kommen des Heils auch in der Natur ausdrücken und versinnbildlichen. Dieses fruchtbare Land dient dann wiederum dem Menschen als Grundlage für ein Leben ohne jeglichen Mangel (vgl. dazu auch: Esr 3,8; Dtn 8,7-10; Ps 107,33; Jes 50,2; Jer 2,11).
Wohlvertraute Worte aus der Adventszeit! Die Lesungen in der Liturgie bereiten uns dann vor auf die Ankunft des Herrn in der Krippe. Wenn Jesaja aber von Rettung durch den Herrn spricht ist, da nicht zuerst von der Ankunft eines Kindes die Rede, sondern von Gottes machtvollem Tun in einer desaströsen Lage des Volkes Israel: Fremde Völker setzten zunächst das Nordreich Israel und später das Südreich mit Jerusalem unter Druck und überfallen beide Teile. Diese historische Darstellung lässt uns wissen: Gottes Rettung ist kein lineares Geschehen. Nach der Errettung aus Ägypten ging es eben nicht immer nur erfolgreich und gut nach vorn. Dem Volk ist Vieles widerfahren, was nichts mit versprochenem Heil zu tun hat. Den Glauben an diesen Gott, der immer wieder rettet, aufrechtzuerhalten, war Aufgabe der Propheten. Das Versprechen, dass Gott da ist (»Jahwe«), stand aber zu allen Zeiten unverbrüchlich im Raum.