Alternativübersetzung: Evangelium vom Hochfest Allerheiligen,
Evangelium vom 4. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A:
Mt 5,1-12a
Als er aber die Scharen sah, stieg er den Berg hinan.
Und er setzte sich, und seine jünger traten zu ihm.
Und er öffnete seinen Mund, lehrte sie und sagte:
Selig die aus dem Geiste Armen,
denn ihrer ist das Königtum der Himmel.
Selig die Trauernden,
denn die werden ermutigt werden.
Selig die Sanften,
denn die werden das Land erben.
Selig die nach der Gerechtheit
Hungernden und Dürstenden,
denn die werden satt gemacht.
Selig die sich Erbarmenden,
denn die werden Erbarmen finden.
Selig die im Herzen Reinen,
denn die werden Gott sehen.
Selig die Friedenstifter,
denn die werden Söhne Gottes heißen.
1Selig die um der Gerechtheit willen Gejagten,
denn ihrer ist das Königtum der Himmel.
Selig seid ihr, wenn sie euch fluchen und jagen
und betrügerisch allart Böses euch nachsagen um meinetwillen.
Freut euch und jubelt: Denn groß ist euer Lohn in den Himmeln.
So jagte man ja die Propheten, die vor euch gewesen.
Nach Friedolin Stier, Kösel/Patmos, München/Düsseldorf 1989
Johannes, der Verfasser der Offenbarung, malt uns ein großartiges Panorama mit 144 000 Heiligen, obwohl er sich selbst in großer Bedrängnis befindet. Es ist ein Bild der Vollendung des Menschen, ein Bild des Glücks. Heilige sind die von Gott Geliebten.
Zu Allerheiligen/Allerseligen gedenken wir nicht nur der verstorbenen Angehörigen. Wir weiten unseren Blick auf alle Verstorbenen, auch auf die Opfer der Kriege und der Unrechtsregime. Erinnern weitet den Blick für die Gegenwart.
In vielen Orten Oberösterreichs wird zu Allerheiligen an den Kriegerdenkmälern in unterschiedlichster Weise der Gefallenen der beiden Weltkriege gedacht. In der Pfarre St. Georgen an der Gusen wurde vor einigen Jahren in einem Kunstprojekt das Kriegerdenkmal für mehrere Monate verhüllt. „Sichtbar machen durch verdecken“, so nannte die Künstlerin diese gewagte Intervention. Es gab große Aufregung in der Bevölkerung. An den Stammtischen wurde darüber intensiv diskutiert. Gleichzeitig wurde von der Künstlerin am Kirchenvorplatz ein Spiegelsteg errichtet, der auf die unterirdischen Waffenwerke während der NS-Zeit ganz nahe der Kirche und auf das Konzentrationslager Gusen hinweist.
„Sichtbar machen durch Verdecken.“ - So wurde der Blick auf die 40.000 Menschen gelenkt, die in dieser Pfarre zur Zeit des Nationalsozialismus grausam zu Tode kamen und viele Jahrzehnte fast gänzlich in Vergessenheit gerieten. Heute am Allerheiligen Fest gedenkt man dort sowohl der Gefallenen der Kriege am Kriegerdenkmal, als auch der Opfer der Konzentrationslager, der gegenwärtigen Kriege und des Terrors auf unserer Welt.
Warum gedenken wir zu Allerheiligen und Allerseelen nicht nur der uns lieb gewordenen Verwandten, der eigenen Freundinnen, Freunde und Bekannten? Warum gedenken wir als Christinnen und Christen auch der Opfer von Kriegen und Unrechtsregimen?
In Österreich begehen wir das Gedenkjahr 2018. Die Österreichischen Bischöfe haben dazu eine beeindruckende Erklärung abgegeben und darauf hingewiesen, dass das Erinnern und Gedenken insbesondere der Opfer unserer Geschichte zutiefst christlich sei und jede humane Kultur auszeichne. In der Erklärung der österreichischen Bischöfe heißt es wörtlich: Wir „gedenken vor allem der Opfer, die in Folge der nationalsozialistischen Machtübernahme gedemütigt, vertrieben, verfolgt, eingekerkert, verschleppt und ermordet wurden. Wir schauen aber auch auf die Orientierungslosen, die Mitläufer und die Täter ... Auch heute schmerzt noch, dass damals, im März 1938, und in den sieben düsteren Jahren danach, die ChristInnen - auch und gerade die Bischöfe - nicht stärker der Macht des Hasses, der Unmenschlichkeit und der Diktatur entgegengetreten sind. ... Traurig und beschämt haben wir erkannt, dass mit der Zerstörung der Synagogen und der Shoah unschuldige und wehrlose Menschen getötet und der Name des Ewigen geschändet wurde.“
80 Jahre danach - klare Worte der österreichischen Bischöfe, versehen mit der reinigenden Kraft des Bekenntnisses der eigenen Mitschuld. Die österreichischen Bischöfe sprechen aber auch von Menschen, „die sich in der damaligen Zeit als 'Gerechte' erwiesen und die sich nicht vom Sog dieser unmenschlichen und verbrecherischen Ideologie mitreißen ließen“.
Unter Vielen seien in diesem Zusammenhang stellvertretend nur zwei Personen unserer Diözese genannt, die Ihnen wohl bekannt sind: der Wehrdienstverweigerer und Selige Franz Jägerstätter und der Priester und Pädagoge Dr. Johann Gruber, der von den KZ-Mithäftlingen in Gusen als „Engel in der Hölle“ verehrt wurde. Diese beiden Oberösterreicher lebten ihren Glauben, sie widersetzten sich der Macht des Hasses und der Unmenschlichkeit und sie wurden hingerichtet. „Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.“ So hörten wir es im heutigen Evangelium.
Wie geht es uns als Christinnen und Christen heute angesichts der Kriege, des Elends in den Flüchtlingslagern dieser Welt, mit dem wir via Fernsehen konfrontiert werden? Berühren uns diese Bilder noch? Sind unsere Herzen eingefroren - in einem Land, in dem „Gutmensch“ zu einem Schimpfwort geworden ist? Wie geht es uns als Christinnen und Christen angesichts der Tatsache, dass etwa 800 Millionen Menschen gegenwärtig an chronischer Unterernährung leiden? Wir leben in einer Welt, in der innerhalb einer Woche mehr Geld für die Armeen ausgegeben wird, als es kosten würde, die Hungernden unserer Erde auf der ganzen Welt für ein ganzes Jahr zu sättigen. Ist uns diese Realität bewusst? „Wo bin ich, wenn vor meinen Augen großes Unrecht geschieht, wenn Ausgrenzung, Entsolidarisierung und Hass ihren Lauf nehmen?“ So fragen die Bischöfe in ihrer vorher erwähnten Erklärung.
Zunehmend ist in unserer Gesellschaft spürbar, dass Menschen aufgrund ihrer Nationalität, Herkunft oder Hautfarbe ausgegrenzt werden. Denken Sie an die Ausländerfeindlichkeit, an die Unbarmherzigkeit, die manchen AsylwerberInnen zuteil wird. Denken Sie etwa an die jungen AsylwerberInnen, die in Österreich nun keine Chance mehr auf einen Lehrplatz haben und kaum Möglichkeiten haben, sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen. Bischof Manfred Scheuer und der Caritasdirektor der Diözese Linz, Franz Kehrer betonen in ihrer Stellungnahme zu Asyl und Integration „Viele Menschen haben bei uns in den vergangenen Jahren Asyl gesucht und suchen es auch gegenwärtig. Wir sollten nie vergessen, dass sie hier ein Menschenrecht in Anspruch nehmen, und dass jede und jeder von uns ebenso in eine Lage geraten kann, in der sie/er aus der eigenen Heimat flüchten muss.“
Liebe Pfarrgemeinde, widerstehen wir als Christinnen und Christen - kraftvoll und entschieden - einer zunehmenden Stimmung in der Bevölkerung, in der Menschen in ihrer Gottesebenbildlichkeit, in ihrer Würde nicht wahrgenommen werden! Andre Heller sagte anlässlich des Gedenkjahres beim Staatsakt in der Hofburg in seiner vielbeachteten Rede: „Vergessen wir nicht, dass am Anfang der nationalsozialistischen Herrschaft nicht Ausschwitz, sondern die Ausgrenzung von Menschen, die als störend, als schädlich betrachtet wurden, stand. Und weil es dafür viel Zustimmung gab, hatten die Nazis freie Bahn und die humanitäre Katastrophe wurde immer größer.“
Kommen wir zurück auf unsere Frage: Warum gedenken wir Christinnen und Christen zu Allerheiligen und Allerseelen der Opfer von Krieg und Terror, warum gedenken wir der Menschen, die sich der Macht des Hasses und der Unmenschlichkeit widersetzten und dies mit ihrem Leben bezahlen mussten?
Für den bekannten Konzils-Theologen Johann Baptist Metz gehört die Erinnerung und das Gedächtnis an die Leiden und an die Opfer unserer Geschichte zu den Grundpfeilern des christlichen Glaubens. In seinem Buch „Memoria Passionis“, Gedächtnis des Leidens, schreibt Metz, dass man Gott nicht mit dem Rücken zur menschlichen Leidensgeschichte verehren könne. „Die Botschaft Jesu lässt es nicht zu, dass wir über seine Leidensgeschichte die Leidensgeschichte der Welt vergessen; sie lässt es nicht zu, dass wir über seinem Kreuz die vielen Kreuze in der Welt übersehen.“
Das Kreuz Jesu Christi öffnet den Blick für die Geschundenen, für die vielen Kreuze in der Welt, für vergangenes und gegenwärtiges Leid. Zu Allerheiligen erinnern wir uns an die Verheißung, dass es mit dem Tod nicht einfach aus ist, dass der Tod nicht alle und alles gleichschaltet, dass uns über den Tod hinaus die universale Gerechtigkeit Gottes verheißen wird: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein..." So heißt es imBuch der Offenbarung (Off. 21,4).
Erinnern weitet den Blick für die Gegenwart. Der Vorstand des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich bringt das Erinnern mit der Gegenwart in Berührung. In seiner Erklärung zum Gedenkjahr 2018 heißt es: „Wir als Kirchen wollen uns dafür einsetzen, dass Österreich - 80 Jahre nach der Katastrophe von 1938 - zu einem Haus mit offenen Fenstern und zu einer Heimatstätte für Verfolgte wird. Wir wollen in einem Land leben, in dem der soziale Friede gewahrt wird und in dem Menschen Geborgenheit und die Möglichkeit zu einem erfüllten Leben finden."
Auch heute haben wir Christinnen und Christen eine große Verantwortung, dort wo wir stehen, für Menschlichkeit und Menschenwürde zu sorgen. Die Seligpreisungen, die wir heute im Evangelium gehört haben, weisen uns die Richtung, sie sind so etwas wie das Leitbild der großen Vision Gottes mit uns Menschen:
„Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt werden.
Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein."
© Dr. Christoph Freudenthaler, Pädagogische Hochschule der Diözese Linz.
Erklärung österreichische Bischofskonferenz (2018). „1918-1938-2018. Erinnern und Gedenken". Verfügbar unter:
https://www.katholisch.at/aktuelles/2018/03/12/bischoefe-1918-1938-2018.-erinnern-und-gedenken - [27.8.2018]
Scheuer Manfred, Kehrer Franz (2018). Stellungnahme zu Asyl und Integration. Verfügbar unter:
https://www.dioezese-linz.at/news/2018/03/13/stellungnahme-zu-asyl-und-integration - [27.8.2018]
Heller Andre (2018). Rede anlässlich des Gedenkaktes zum 80. Jahrestag des 12. März. Verfügbar unter:
https://www.youtube.com/watch?v=rL7k2XzJxcA&feature=youtu.be - [27.8.2018]
Erklärung des Vorstandes des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich zum Gedenkjahr 2018 (2018). Verfügbar unter:
http://www.oekumene.at/site/erklaerungen/article/1844.html - [27.8.2018]
Metz, Johann Baptist (2006). Memoria Passionis. Freiburg im Breisgau: Herder.
Die Seligpreisungen nach dem Evangelisten Matthäus formulieren Kriterien der Heiligkeit. Heilige sind Menschen, die danach gelebt haben, bzw. die auch heute danach ihr Leben ausrichten.
Zu Allerheiligen und zu Allerseelen denken wir an unsere Verstorbenen, wir erinnern uns an die Heiligen unserer Kirche, wir erinnern uns aber auch an Menschen, die ein heiligmäßiges Leben führten, die sich von Gott berühren ließen und in deren Leben die Seligpreisungen, die wir im heutigen Evangelium gehört haben, in ganz besonderer Weise spürbar werden.
Eine Vielzahl von Heiligen lebt mitten unter uns. Nur Gott weiß, wer das ist. Gottes Liebe umfasst ihr Leben und ist der Grund ihres Glaubens.
Eine unzählige Schar von Menschen, die Christus nachgefolgt sind, haben dieser Nachfolge jeweils eine eigene Gestalt gegeben. Heilige sind fleischgewordene Auslegung des fleischgewordenen Wortes Gottes. Ihr Beispiel kann auch uns inspirieren.
Anlässlich der Heiligsprechung Mutter Theresas sind Berichte aufgetaucht, die ihr Fehler und Mängel vorwerfen. Angesichts dieser Kritik ist zu fragen: welche Vorstellungen haben wir von Heiligen. Heilige sind Menschen, die Liebe konkret werden lassen, keine „spirituellen Wunderwuzzis“.
Jeder Mensch sehnt sich nach Glück. Doch was macht uns glücklich? Im Märchen vom "Hans im Glück" wird uns eine eigenartige Geschichte erzählt, in der ein Mensch glücklich wird, obwohl er alles, was er besaß, verloren hat. Die Seligpreisungen verweisen auf einen Weg ins Glück, ja sogar Seligkeit, das unserer gewohnten Wertordnung konträr entgegensteht. Es ist die Wertordnung des Reiches Gottes. Heilige sind Menschen, die in dieser neuen Welt angekommen sind.
In den Seligpreisungen legt uns Jesus neue Grundwerte vor. Seine Liebe gilt den Armen und allen, die auf Barmherzigkeit angewiesen sind.
Lieder:
GL 164: Der in seinem Wort uns hält
GL 210: Das Weizenkorn muss sterben
GL 380: Großer Gott, wir loben dich (4., 7. und 8. Str.)
GL 395: Den Herren will ich loben
GL 430: Von guten Mächten treu und still geborgen
GL 437: Meine engen Grenzen
GL 424: Wer nur den lieben Gott lässt walten
GL 455: Alles meinem Gott zu Ehren
GL 458+459: Selig seid ihr, wenn ihr einfach lebt
GL 460: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde
GL 479: Eine große Stadt ersteht
GL 482: Die Kirche steht gegründet (3. Str.)
GL 491: Ich bin getauft und Gott geweiht
GL 542: Ihr Freunde Gottes allzugleich
GL 543: Wohl denen, die da wandeln
GL 548: Für alle Heiligen in Herrlichkeit
GL Ö897: Von guten Mächten treu und still geborgen
GL Ö907: Meine Zeit steht in deinen Händen
GL Ö909: Da wohnt ein Sehnen tief in uns
Psalmen und Kehrverse:
GL 54,1: Singt dem Herr alle Länder der Erde, singt dem Herrn und preist seinen Namen - Mit Psalm 96 - VIII.
GL 55: Jubelt ihr Lande dem Herrn; alle Enden der Erde schauen Gottes Heil. - Mit Psalm 98 - VIII.
GL 544: Halleluja - Mit Seligpreisungen - V.
GL 622,4: Sieh, der Herr kommt in Herrlichkeit und mit ihm seiner Heilgen Schar... - V.
GL 651,7-8: Selig, die bei dir wohnen, Herr, die dich loben alle Zeit - Mit Seligpreisungen - V.
GL 652,1: Du hast uns erlöst mit deinem Blut... (Responsorium)
GL 653,3-4: Selig, die bei dir wohnen, Herr, die dich loben alle Zeit - Mit Ps 84 - V.
Heute feiern wir das Fest aller Heiligen, der allseits bekannten wie der namenlosen und unbekannten. Es erinnert uns daran, dass alle Getauften zur Heiligkeit berufen sind.
Heilige sind Menschen, die jene Vollendung erreicht haben, die Gott ihnen von Beginn an zugedacht hat. Das ist wohl eine unzählbare Schar. Wir hoffen, dass viele von den Menschen, die wir gekannt und geschätzt haben, dazugehören.
Mit ihnen allen stimmen wir ein in das Lob Gottes und in den Dank, den wir ihm schulden.
Am Beginn der Feier treten wir vor Gott hin und bitten wir um sein Erbarmen.
Herr, Jesus Christus,
du hast die Kleinen und Machtlosen, die auf dich vertrauen, selig gepriesen.
Herr, erbarme dich.
Du hast ihnen das Himmelreich zugesagt.
Christus, erbarme dich.
Du hast uns verheißen, dass wir Gott schauen
und ihm ähnlich sein werden.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger, ewiger Gott,
du schenkst uns die Freude,
am heutigen Fest
die Verdienste aller deiner Heiligen zu feiern.
Erfülle auf die Bitten so vieler Fürsprecher unsere Hoffnung
und schenke uns dein Erbarmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Allerheiligen
Heiliger, starker Gott,
die Welt in der wir leben, ist in vielerlei Hinsicht unerlöst und unheilig.
Wir bringen dir unsere Bitten und Gebete vor:
Wir beten für alle, die unter Hass und Krieg leiden und für alle, die Hass und Krieg schüren.
Zeige ihnen Wege zu einer friedlichen Lösung ihrer Konflikte.
Wir beten für alle, die nur ihren eigenen Vorteil im Sinn haben und damit Frieden und Gerechtigkeit verhindern.
Öffne ihren Blick für die Not ihrer Mitmenschen.
Wir beten für alle, die um ihres Glaubens und ihrer Überzeugung willen verfolgt, angefeindet oder gar vertrieben werden.
Schenke ihnen einen Ort der Ruhe, an dem sie sich entfalten können.
Wir beten für alle, die ihre Heimat verlassen, um in einem anderen Land bessere Lebensbedingungen zu finden.
Gib ihnen langen Atem und lass sie wohlwollenden Menschen begegnen.
Wir beten für alle, die für sich selbst keine Hoffnung sehen und ihr eigenes Leben und das ihrer Mitmenschen zerstören.
Wecke in ihnen das Vertrauen, dass du alles zum Guten führen kannst.
Wir beten für unsere verstorbenen Angehörigen, Freunde und Bekannten.
Lass sie bei dir Vollendung und die Erfüllung ihres Lebens finden.
Vater im Himmel,
wir ehren heute alle, die sich deiner Frohen Botschaft geöffnet haben
und von dir haben heiligen lassen.
Dein Reich komme auch zu uns und zu allen Menschen. - Amen.
Herr, unser Gott,
nimm die Gaben entgegen,
die wir am heutigen Fest darbringen.
Wir glauben, dass deine Heiligen bei dir leben
und dass Leid und Tod sie nicht mehr berühren.
Erhöre ihr Gebet
und lass uns erfahren,
dass sie uns nahe bleiben und für uns eintreten.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Allerheiligen
(für Wortgottesfeiern):
Kehrvers:
Dich, Gott, loben wir / dich, Herr, preisen wir.
Oder:
Gott, du bist herrlich und heilig,
wir wollen dir lobsingen. Halleluja. (GL 488,2)
Dir, dem ewigen Vater, huldigt das Erdenrund.
Dir rufen die Engel alle,
die Himmel und Mächte insgesamt,
die Kerubim dir und die Seraphim,
mit nie endender Stimme zu:
Heilig; heilig, heilig der Herr der Scharen!
Voll sind Himmel und Erde von deiner hohen Herrlichkeit.
Kehrvers
Dich preist der glorreiche Chor der Apostel;
dich der Propheten lobwürdige Zahl;
dich der Märtyrer leuchtendes Heer;
dich preist über das Erdenrund die heilige Kirche;
dich, den Vater unermessbarer Majestät;
deinen wahren und einzigen Sohn;
und den Heiligen Fürsprecher Geist.
Kehrvers
Du hast der Jungfrau Schoß nicht verschmäht,
bist Mensch geworden, den Menschen zu befreien.
Du hast bezwungen des Todes Stachel
und denen, die glauben, die Reiche der Himmel aufgetan.
Du sitzest zur Rechten Gottes in deines Vaters Herrlichkeit.
Kehrvers
Als Richter, so glauben wir, kehrst du einst wieder.
Dich bitten wir denn, komm deinen Dienern zu Hilfe,
die du erlöst hast mit kostbarem Blut.
In deiner ewigen Herrlichkeit zähle uns deinen Heiligen zu.
Danklied, Nun lobet Gott im hohen Thron (GL 393)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu rühmen.
Denn heute schauen wir deine heilige Stadt,
unsere Heimat, das himmlische Jerusalem.
Dort loben dich auf ewig
die verherrlichten Glieder der Kirche,
unsere Brüder und Schwestern,
die schon zur Vollendung gelangt sind.
Dorthin pilgern auch wir im Glauben,
ermutigt durch ihre Fürsprache und ihr Beispiel
und gehen freudig
dem Ziel der Verheißung entgegen.
Darum preisen wir dich
in der Gemeinschaft deiner Heiligen
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig. . .
MB Allerheiligen
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Die Schar der Heiligen verkündet deine Größe,
denn in der Krönung ihrer Verdienste
krönst du das Werk deiner Gnade.
Du schenkst uns in ihrem Leben ein Vorbild,
auf ihre Fürsprache gewährst du uns Hilfe
und gibst uns in ihrer Gemeinschaft
das verheißene Erbe.
Ihr Zeugnis verleiht uns die Kraft,
im Kampf gegen das Böse zu siegen
und mit ihnen die Krone der Herrlichkeit zu empfangen
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Darum preisen wir dich mit allen Engeln
und Heiligen und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig. . .
MB Heilige 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und das Werk deiner Gnade zu preisen.
Denn in den Heiligen schenkst du der Kirche
leuchtende Zeichen deiner Liebe.
Durch das Zeugnis ihres Glaubens
verleihst du uns immer neu die Kraft,
nach der Fülle des Heiles zu streben.
Durch ihre Fürsprache und ihr heiliges Leben
gibst du uns Hoffnung und Zuversicht.
Darum rühmen dich Himmel und Erde,
Engel und Menschen
und singen wie aus einem Munde
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig. .
MB Heilige 2
Gott du allein bist heilig,
dich ehren wir, wenn wir der Heiligen gedenken.
Stärke durch dein Sakrament in uns das Leben der Gnade
und führe uns auf dem Weg der Pilgerschaft
zum ewigen Gastmahl,
wo du selbst die Vollendung der Heiligen bist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Allerheiligen
Komm, Heiliger Geist, heilige uns!
Erfülle unsere Herzen mit brennender Sehnsucht
nach der Wahrheit, dem Weg und dem vollen Leben.
Entzünde in uns Dein Feuer,
dass wir selber davon zum Lichte werden,
das leuchtet und wärmt und tröstet.
Lass unsere schwerfälligen Zungen
Worte finden, die von Deiner Liebe und Schönheit sprechen.
Schaffe uns neu,
dass wir Menschen der Liebe werden,
Deine Heiligen, sichtbare Worte Gottes.
Dann werden wir das Antlitz der Erde
erneuern, und alles wird neu geschaffen.
Komm, Heiliger Geist, heilige uns, stärke uns, bleibe bei uns.
Amen.
(Gebet aus der Ostkirche)
Geboren als Anjezë (Agnes) Gonxha Bojaxhiu; * 26. August 1910 in Üsküb, Osmanisches Reich (heute Skopje, Mazedonien); † 5. September 1997 in Kalkutta, Indien) war eine indische Ordensschwester und Missionarin albanischer Herkunft. Weltweit bekannt wurde sie durch ihre Arbeit mit Armen, Obdachlosen, Kranken und Sterbenden, für die sie 1979 den Friedensnobelpreis erhielt. In der katholischen Kirche wird Mutter Teresa als Heilige verehrt. Unter anderem wegen der sozialen und hygienischen Zustände in den Sterbehäusern sowie ihrer vermuteten eigentlichen Motivation der Missionierung und nicht der Hilfe sind ihre Arbeit und ihre Person umstritten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Mutter_Teresa
Wikipedia
[HTML] Den Brauch, für jene Verstorbenen zu beten, für die sonst niemand betet, finde ich berührend und sinnvoll. Es ist das Gebet für jene »vergessenen Seelen«, deren Leben auf Erden im Gedächtnis keines einzigen Lebenden noch eine Spur hinterlassen hat. Darauf geht wohl auch der persönliche Brauch einer älteren Dame zurück, besonders die vergessenen Heiligen zu verehren. Ein wenig Mitleid mit diesen namenlosen Heiligen im Himmel mag dabei eine Rolle spielen. Vielleicht kommt ein gewisser Gerechtigkeitssinn dazu. Heilige haben oft einen schweren, oft von anderen nicht beachteten Weg hinter sich. Die Heiligsprechung wäre wenigstens eine posthume Anerkennung. Aber die unbekannten Heiligen müssen auch auf diese Wiedergutmachung verzichten. So könnten die Überlegungen dieser Dame sein. Vielleicht ist auch eine gewisse Schlauheit dabei. Vielleicht die Annahme, daß solche Heilige, die von anderen Menschen nicht als Fürsprecher angerufen werden, deswegen auch weniger zu tun haben und sich eines Falles besser annehmen können. So wie man in einem Supermarkt schaut, bei welcher Kasse sich die wenigsten Leute angestellt haben. Diese liebenswürdige Schrulle einer freundlichen Dame meint vielleicht doch auch Bedenkenswertes. Denn es gibt sie natürlich wirklich, diese namenlosen Heiligen. Sie haben mit uns gelebt, sie leben unter uns, alte, aber auch junge. Wir haben sie nicht erkannt. Manchmal ist man mit einem solchen Menschen ins Gespräch gekommen. Als einen Heiligen aber hat man ihn nicht erkannt. Nur nachher hat man sich darüber gewundert, wie auf einmal der Alltag leuchtete und woher wohl der Frieden gekommen sein mag, den man in seinem Herzen spürte.
Aus: Joop Roeland, Die Stimme eines dünnen Schweigens, Die Quelle Verlag, Feldkirch 1992.

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