Lesung aus dem Buch Daniel.
Daniel sagte:
Ich schaute in meiner Vision während der Nacht und siehe:
Da kam mit den Wolken des Himmels
einer wie ein Menschensohn.
Er gelangte bis zu dem Hochbetagten
und wurde vor ihn geführt.
Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben.
Alle Völker, Nationen und Sprachen dienten ihm.
Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft.
Sein Reich geht niemals unter.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus der Offenbarung des Johannes.
Jesus Christus ist der treue Zeuge,
der Erstgeborene der Toten,
der Herrscher über die Könige der Erde.
Ihm, der uns liebt
und uns von unseren Sünden erlöst hat
durch sein Blut,
der uns zu einem Königreich gemacht hat
und zu Priestern vor Gott, seinem Vater:
Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht
in alle Ewigkeit. Amen.
Siehe, er kommt mit den Wolken
und jedes Auge wird ihn sehen,
auch alle, die ihn durchbohrt haben;
und alle Völker der Erde
werden seinetwegen jammern und klagen.
Ja, Amen.
Ich bin das Alpha und das Ómega,
spricht Gott, der Herr,
der ist
und der war
und der kommt,
der Herrscher über die ganze Schöpfung.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Im Buch der Offenbarung des Johannes wird der Ablauf der letzten Dinge von der Auferstehung und Erhöhung Christi bis zu seiner Wiederkunft und dem Aufrichten einer neuen Herrschaft beschrieben. Dahinter steht die Erwartung vom nahen Ende der Welt und des Anbruchs einer neuen Welt.
Erst seit dem Ende des 4. Jh. n. Chr. ist die Offenbarung des Johannes in der ganzen christlichen Kirche als heilige Schrift anerkannt. Vom Mittelalter bis zur Neuzeit ist die Offenbarung des Johannes auf die Kirchen- bzw. weltpolitische Deutung angewandt worden. Man nahm an, dass der Verlauf der Weltgeschichte in diesem Buch geweissagt wurde.
Im vorliegenden Abschnitt - am Beginn des Buches - wird der Name Jesu Christi zuerst mit drei Prädikaten geschmückt; sie sind aus den Psalmen entlehnt (Ps 89; PS 38; Ps 28) und entsprechen dem alten christlichen Bekenntnis: gestorben - auferstanden - erhöht.
Er war Zeuge, der für die Wahrheit Zeugnis ablegte. Seine Auferstehung bedeutet den Anbruch der Auferweckung aller Toten (vgl. 1 Kor 15,20), darum heißt er auch "Erstgeborener der Toten". Als der Erhöhte schließlich ist er zum Herrn über die Mächtigen und über die Reiche der Welt eingesetzt worden.
Im Vers 8 fügt Gottes Wort selbst seine Bestätigung hinzu:
Das A und O (Alpha und Omega; erster und letzter Buchstabe des griech. Alphabets) als Hinweis vom Anfang bis zum Ende, soll die Allmacht des Schöpfers und Vollenders umschreiben. Er, der ist, war und kommt, ist der Allherrscher.
Die zweite Lesung gehört zur gleichen Gattung wie die erste. Die Offenbarung des Johannes wurde in Patmos am Ende der Regierungszeit des Kaiser Domitian (81-96 n.Chr.) verfasst. Gott erweist sich als Gott in und über der Geschichte ("der da ist und der da war"), der seinen Sohn eingesetzt hat als König über die Erde. Damit wird der universale Charakter des Königtums Jesu ausgedrückt.
Jesus Christus wiederum hat uns eingesetzt, an seiner Herrschaft teilzunehmen und ein priesterliches Volk zu sein (V. 6). Das endzeitliche Geschehen hat mit Kreuz und Auferstehung Christi bereits begonnen und wirkt in unsere Gegenwart hinein. Diese christliche Hoffnung klingt als Grundton mit.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
fragte Pilatus Jesus:
Bist du der König der Juden?
Jesus antwortete:
Sagst du das von dir aus
oder haben es dir andere über mich gesagt?
Pilatus entgegnete:
Bin ich denn ein Jude?
Dein Volk und die Hohepriester
haben dich an mich ausgeliefert.
Was hast du getan?
Jesus antwortete:
Mein Königtum ist nicht von dieser Welt.
Wenn mein Königtum von dieser Welt wäre,
würden meine Leute kämpfen,
damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde.
Nun aber ist mein Königtum nicht von hier.
Da sagte Pilatus zu ihm:
Also bist du doch ein König?
Jesus antwortete:
Du sagst es,
ich bin ein König.
Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen,
dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege.
Jeder, der aus der Wahrheit ist,
hört auf meine Stimme.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Hintergrund des heutigen Abschnittes aus dem Johannesevangelium ist das erste Verhör des Pilatus mit Jesus. Im Unterschied zum Markusevangelium verhandelt darin Pilatus alleine mit Jesus, die anklagenden Juden sind nicht dabei.
Im Verhör geht es um die Frage nach dem Status Jesu – eine sehr politische Frage. Jesus beantwortet die Fragen mit: "Ja, ich bin ein König". Aber sein Königreich ist nicht von dieser Welt. Er ist damit kein politischer Machthaber und nicht vergleichbar mit den Mächtigen dieser Welt. Sein Kommen in diese Welt hat den einen Sinn, für die Wahrheit zu zeugen. Alle, die in dieser Wahrheit sind, gehören zu den wahren Bürgern seines Königreiches.
Als Überschrift zu diesem Evangelium könnten wir schreiben: das Drama des Verhörs Jesu durch Pontius Pilatus. Es ist ein weiterer Mosaikstein, das Christusgeheimnis zu lüften, ein Faden, der sich durch das gesamte Johannesevangelium zieht und ein Anliegen des Verfassers war. Im Evangelium kommt das Spiel um Macht zum Ausdruck - und zugleich die Angst, diese Macht zu verlieren. Nicht in der Person des Pontius Pilatus, der das Königtum Jesu anerkennt, sondern vielmehr beim jüdischen Hohenpriester und seinem Gefolge. Pontius Pilatus ist nur eine kleine, unbedeutende Spielfigur bei jenem Schachspiel, das darauf abzielt, Jesus schachmatt zu setzen. Die Angst, Macht zu verlieren, bleibt jedoch unbegründet. Doch das sehen die jüdischen Gelehrten nicht. Jesus trennt die politische von der himmlischen Macht (ausgedrückt im Jesuswort in Vers 36). Sein Königtum ist nicht von dieser Welt und von daher für die irdischen Machthaber ungefährlich. Doch ein Mensch ohne Einsicht in die großen Zusammenhänge erkennt das nicht.
Das Reich Gottes ist dort, wo Menschen seinen Werten und Gesetzen Raum geben. Jesus hat für das Reich Gottes gekämpft, jedoch nicht mit Waffengewalt. Er wollte den Einfluss Gottes auf die Menschen ausweiten. Dafür musste er sein Leben lassen. Dennoch ist durch ihn die Welt anders geworden.
Die Rede vom Königtum Christi kann unter verschiedenen Blickwinkeln unterschiedlich verstanden werden. Jesus lädt uns ein, auf seine Stimme zu hören und uns tiefer in Gott zu verwurzeln. Wir werden eine Welt entdecken, in der Christus der König ist.
Das große königliche Vorbild ist für Juden zur Zeit Jesu der König David. Jesus jedoch will König nach Gottes Herzen sein. Er bestätigt: ja, ich bin ein König. Er sei gekommen, um von der Wahrheit Zeugnis abzulegen. Wir sind eingeladen, an seinem Königtum teilzunehmen.
Die Rede vom Königtum hat im religiösen Kontext eine lange Entwicklung hinter sich. Vor diesem Hintergrund müssen wir behutsam mit Metaphern umgehen, die an unheilvolle Verquickungen von Religion und Politik erinnern. Jesu sagt von sich, er sei gekommen, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen. Dieses Zeugnis ist auch von uns gefordert.
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast deinem geliebten Sohn
alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden
und ihn zum Haupt der neuen Schöpfung gemacht.
Befreie alle Geschöpfe von der Macht des Bösen
damit sie allein dir dienen
und dich in Ewigkeit rühmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
MB Christkönigsonntag
Herr unser Gott,
wir bringen das Opfer deines Sohnes dar,
das die Menschheit mit dir versöhnt.
Er, der für uns gestorben ist,
schenke allen Völkern Einheit und Frieden,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Christkönigsonntag
Kehrvers:
Die Völker sollen dir danken, o Gott,
danken sollen die die Völker alle.
Oder: Dir sei Preis und Dank und Ehre! (GL 670,8)
Gott und Vater unseres Herrn und Königs Jesus Christus,
wir kommen zu dir, um dir unseren Dank darzubringen.
Du hast dich als der Herr der Welt erwiesen.
Als die Zeit erfüllt war,
hast du uns deinen Sohn als Messias und Erlöser gesandt.
Kehrvers
Er ist in die Welt gekommen, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen
und alle, die aus der Wahrheit sind, an sich zu ziehen.
Er hast uns von unseren Sünden erlöst durch sein Blut
und uns zu Königen gemacht und zu Priestern vor dir, seinem Vater.
Kehrvers
Er hat unsere Menschenwürde wieder hergestellt
und uns als Erben seines himmlischen Reiches eingesetzt.
Ihm hast du Herrschaft, Würde und Königtum gegeben.
Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen.
Seine Herrschaft ist ewig, sein Reich geht niemals unter.
Danklied, z. B. GL 408: Lobet und preiset, ihr Völker, den Herrn…
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken.
Du hast deinen eingeborenen Sohn,
unseren Herrn Jesus Christus,
mit dem Öl der Freude gesalbt
zum ewigen Priester und zum König
der ganzen Schöpfung.
Als makelloses Lamm und
friedenstiftendes Opfer hat er sich
dargebracht auf dem Altar des Kreuzes,
um das Werk der Erlösung zu vollziehen.
Wenn einst die ganze Schöpfung
seiner Herrschaft unterworfen ist,
wird er dir, seinem Vater, das ewige,
alles umfassende Reich übergeben:
das Reich der Wahrheit und des Lebens,
das Reich der Heiligkeit und der Gnade,
das Reich der Gerechtigkeit,
der Liebe und des Friedens.
Durch ihn rühmen dich Himmel und Erde,
Engel und Menschen und
singen das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Christkönig
Unter dem Gesetz der Liebe zu leben,
beeinflusst den ganzen Menschen. Auch sein Beten.
Im „Vater unser“ hat Christus uns ein gelehrt,
wie sich ein Jünger Christi Gott anvertraut.
In seinem Geist beten wir nun gemeinsam:
Menschen hassen und Flugzeuge fliegen in Türme,
unschuldige Menschen sterben
Menschen hassen und Sprengstoffgürtel und Handgranaten explodieren
unschuldige Menschen sterben
Menschen vergelten und Soldaten marschieren, Waffen sprechen,
unschuldige Menschen sterben
Ein Unschuldiger stirbt
gibt sein Leben für seine Freunde
und allen wird Leben geschenkt
Darum bitten wir:
Herr Jesus Christus, schau nicht...
Allmächtiger Gott,
du hast uns berufen,
Christus, dem König der ganzen Schöpfung, zu dienen.
Stärke uns durch diese Speise,
die uns Unsterblichkeit verheißt,
damit wir Anteil erhalten
an seiner Herrschaft und am ewigen Leben.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB Christkönigsonntag
König ist der Herr,
alle Macht hat er, thront auf Kerubim,
alles bebet vor ihm.
Seines Mantels Saum
füllt den Weltenraum.
Preiset seinen Namen.
Er ist heilig. Amen
König ist der Herr.
Alles Recht hat er,
gab dem Erdenrund
seine Ordnung kund.
Alle, Herr, wie Knecht,
finden gleiches Recht.
Preiset seinen Namen.
Er ist heilig. Amen
König ist der Herr.
Groß und gut ist er,
der die Knechtschaft brach,
aus der Wolke sprach,
der uns Schutz verleiht,
Tag um Tag verzeiht.
Preiset seinen Namen.
Er ist heilig. Amen.
Text: Maria Luise Thurmair, nach Psalm 99. Gotteslob 1975 Nr. 275..
Nur der verdient Macht, der sie täglich rechtfertigt.
Verwischung der Motive: Bei einem bedeutenden Entschluß spielt unser ganzes Wesen mit, seine Niedertracht wie seine Güte. Welcher Teil hat den andern betrogen, wenn wir fühlen, ganz hinter einer Tat zu stehn? - Selbst wenn sich später Mephisto lächelnd als Sieger dieser Wahl offenbart, kann er besiegt werden durch die Art und Weise, wie wir die Folgen auf uns nehmen.
»Man erwartete, ihn als Führer hervortreten zu sehen.« Ihn-? Dessen Mut und Selbständigkeit darin bestehen, daß er sich führen läßt - ein Ahab, den sein fliehendes Ziel über Ozeane treibt.
(In dem Roman »Mobby Dick« von Herman Melville jagt Kapitän Ahab den weißen Wal.)
Aus: Dag Hammarskjöld, Zeichen am Weg. Übertragen und eingeleitet von Anton Graf Knyphausen. Verlag Droemer Knaur, München Zürich 1967 (1963).
„Reich“ ist Machtbereich,
das Reich des Vaters
ist der Bereich, in dem Gott herrscht,
in dem Gott sich „durchsetzt“;
der „gottdurchsetzte“ Bereich.
Im Reich ist der König maß-gebend,
er bestimmt, was „recht“ ist,
er schafft das Recht und veranlasst
seine Untertanen, das „Rechte“ zu tun.
Ähnlich wie „Himmel“ meint „Reich Gottes“
alle Bereiche, Zustände
und Augenblicke,
in denen Gott, der Vater, alles in allem ist,
in denen Gott überall „dazwischen“ ist.
Dieses „Dazwischensein“ Gottes
ist die vollkommene Beziehung.
Die Macht Gottes wird spürbar
in der einenden, verbindenden Kraft
seines Erbarmens,
die Macht Gottes ist die Macht der Liebe.
Wo dieses Dazwischensein Gottes fehlt,
fällt alles auseinander:
Vereinzelung, Vereinsamung,
Isolation sind die Folge.
Oder auch die „Verhaftungen“
und Vereinnahmungen,
die durch die egoistischen Strebungen
des Menschen,
durch sein Haben-Müssen, entstehen.
Es gibt in unserem Leben Augenblicke,
in denen wir „Reich Gottes“ erleben.
In ihnen erfahren wir, was das heißt:
Gott ist dazwischen,
Gott macht alles „recht“,
Gott setzt sich durch,
Gott ergreift mich,
ich stehe in seiner Macht.
Diese Augenblicke sind nichts anderes
als die hochzeitlichen,
himmlischen Augenblicke des
Glücks,
die wir schon betrachtet haben.
Durch die gläubige Deutung dieser Augenblicke
erschließt sich hautnah,
was Reich Gottes praktisch für mich ist.
Aus: Elmar Gruber, Im Himmel auf Erden. Betrachtungen zum Vaterunser. Topos Taschenbücher, Don Bosco Verlag, München 2000.
Der Archetyp des Königs, den wir in David erkennen können, meint, daß ein Mann selbst lebt, anstatt von außen gelebt zu werden, daß er in sich steht, mit sich im Einklang ist. Und König ist derjenige, der in sich Ordnung schafft, der nicht nur das äußere Reich, sondern auch den inneren Bereich seiner Seele in einer guten Weise strukturiert. Richard Rohr meint, die wichtigste Aufgabe des Königs sei, dem Bereich, in dem er herrscht, Ordnung und Frieden zu schenken: »Allein durch seine Gegenwart fühlen sich die Menschen sicher und geborgen. Jemand, der in einen Raum kommt und der Gruppe das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit geben kann, ist ein König.«
König ist in den Märchen ein Bild für den Menschen, der alle seine Seelenkräfte integriert. Es sind immer drei Königssöhne, die ausziehen, um dem kranken Vater zu helfen. Und gerade der jüngste bringt dem Vater das Heilmittel, das ihn wieder gesund werden läßt. Die drei Söhne stehen für die drei Bereiche im Menschen, für Geist, Seele und Leib, für Verstand, Emotion und Trieb, für Kopf, Herz und Bauch. Die beiden ältesten Söhne scheitern oft auf ihrem Weg, weil sie nicht behutsam mit den helfenden Tieren umgehen, die ihnen begegnen. Sie landen im Wirtshaus. Sie gehen auf im Genießen ihrer hohen Stellung, ohne den Weg der Selbstwerdung zu gehen. So zeigen die Märchen, wie gefährdet der Mann auf seinem Weg der Selbstwerdung ist. Um König zu werden, muß ich alles, was in mir ist, annehmen und mich damit aussöhnen, gerade auch mit der tierhaften Seite, mit dem Unansehnlichen und Wilden in mir. Der König gibt schließlich seine Macht an seinen Sohn. Und er segnet ihn. Das gehört auch zum Wesen des Königs, daß er andere segnet. Viele junge Männer sehnen sich danach, von einem älteren Mann, von einem König, gesegnet zu werden.
Für den griechischen Philosophen Platon ist der König nicht nur derjenige, der ein Land beherrscht, sondern auch einer, der die Höhen und Tiefen des Menschseins kennt. In diesem griechischen Sinn hat Lukas Jesus als König beschrieben, der gerade am Kreuz der wahre König ist. Da durchmißt er alle Höhen und Tiefen dieser Welt. Anders versteht das Johannesevangelium das Königtum Jesu. Jesu Königtum ist nicht von dieser Welt. Es ist eine innere Wirklichkeit, zu der die äußere Welt keinen Zutritt hat und die niemand ihm zu rauben vermag. In Jesus ist eine königliche Würde, über die kein Mensch Macht hat. Und was Jesus von sich sagt, das dürfen wir auch von uns selbst sagen: »Mein Königtum ist nicht von dieser Welt.« Ich habe Männer öfter mit diesem Satz eine zeitlang gehen lassen. Ich habe ihnen geraten, sich einen Stein auf den Kopf zu legen, der sie zwingen soll, aufrecht zu gehen. Und dann sollen sie diesen Satz in alle Situationen ihres Lebens hineinsprechen, gerade in Situationen von Schwäche, von Kleingemachtwerden, von Enttäuschung und Verletzung. Dann erahnen sie, daß da etwas in ihnen ist, was nicht zerstört werden kann. Das Königliche in ihnen stammt von Gott. Es ist nicht von dieser Welt. Und daher hat die Welt auch keinen Zugriff darauf. Das macht frei. Mit diesem Satz komme ich in Berührung mit dem inneren Raum in mir, in dem Gott herrscht. Dort hat die Herrschaft der Menschen keinen Zutritt. Dort haben auch die selbstentwertenden Stimmen des Uber-Ichs keine Macht über mich.
Alle Christen sind in der Taufe zum König gesalbt worden. Der Archetyp des Königs gehört also wesentlich zum christlichen Mann. König sein heißt, daß ich mich nicht kleiner mache, als ich bin, sondern daß ich um meine göttliche Würde weiß, daß ich mich auf den Weg zur inneren Freiheit mache, und daß ich Verantwortung für das Land übernehme, das Gott mir anvertraut hat. Das ist für uns meistens kein äußeres Land, sondern eine Familie, eine Firma, eine Gruppe. Das ist aber auch das Land der eigenen Seele mit seinen Höhen und Tiefen, mit seinen Bergen und Tälern. König ist nur der, der aufhört, andere für seine Situation verantwortlich zu machen, und sein Leben selbst in die Hand nimmt.
Aus: Anselm Grün, Kämpfen und lieben. Wie Männer zu sich selbst finden. Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach 2003.
1. Jesus Christus herrscht als König,
alles wird ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß.
Aller Zunge soll bekennen,
Jesus sei der Herr zu nennen,
dem man Ehre geben muß.
2. Fürstentümer und Gewalten,
Mächte, die die Thronwacht halten,
geben ihm die Herrlichkeit;
alle Herrschaft dort im Himmel,
hier im irdischen Getümmel
ist zu seinem Dienst bereit.
3. Gott ist Herr, der Herr ist Einer,
und demselben gleichet keiner,
nur der Sohn, der ist ihm gleich;
dessen Stuhl ist unumstößlich,
dessen Leben unauflöslich,
dessen Reich ein ewig Reich.
4. Gleicher Macht und gleicher Ehren
sitzt Er unter lichten Chören
über allen Cherubim;
in der Welt und Himmel Enden
hat Er alles in den Händen,
denn der Vater gab es ihm.
5. Nur in Ihm - o Wundergaben-
können wir Erlösung haben,
die Erlösung durch sein Blut.
Hört's: Das Leben ist erschienen,
und ein ewiges Versühnen
kommt in Jesu uns zugut.
6. Jesus Christus ist der Eine,
der gegründet die Gemeinde,
die Ihn ehrt als teures Haupt.
Er hat sie mit Blut erkaufet,
mit dem Geiste sie getaufet,
und sie lebet, weil sie glaubt.
7. Gebt, ihr Sünder, Ihm die Herzen,
klagt, ihr Kranken, Ihm die Schmerzen,
sagt, ihr Armen, Ihm die Not!
Wunden müssen Wunden heilen,
Heilsöl weiß Er auszuteilen,
Reichtum schenkt Er nach dem Tod.
8. Eil, es ist nicht Zeit zum Schämen!
Willst du Gnade? Du sollst nehmen.
Willst du leben? Das soll sein.
Willst du erben? Du wirst sehen.
Soll der Wunsch aufs Höchste gehen:
Willst du Jesum? Er ist dein.
9. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder
hier auf kurze Zeit darnieder,
und das Leiden geht zuvor.
Nur Geduld! Es folgen Freuden;
nichts kann sie von Jesu scheiden,
und ihr Haupt zieht sie empor.
10. Ihnen steht ein Himmel offen,
welcher über alles Hoffen,
über alles Wünschen ist.
Die gereinigte Gemeinde
weiß, daß eine Zeit erscheine,
wo sie ihren König küßt.
11. Jauchz' Ihm, Menge heilger Knechte,
rühmt, vollendete Gerechte,
und du Schar, die Palmen trägt,
und du Blutvolk in der Krone,
und du Chor vor seinem Throne,
der die Gottesharfen schlägt!
12. Ich auch auf der tiefsten Stufen,
ich will glauben, reden, rufen,
ob ich schon noch Pilgrim bin:
Jesus Christus herrscht als König,
alles sei Ihm untertänig,
ehret, liebet, lobet Ihn!
Philipp Friedrich Hiller (1699 - 1769), EG Nr. 123
(Melodie wie im Gotteslob 392/EG 316 und 317: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren)
Lob sei dir, Christus, du ewiger König der Zeiten,
du willst dein pilgerndes Volk auf dem Wege geleiten.
In dieser Welt
hast du errichtet dein Zelt,
um uns dein Mahl zu bereiten.
2. Herr, um dein Leben in unsere Herzen zu senken,
willst du im Opfermahl selber als Speise dich schenken.
'Eßt meinen Leib,
daß ich in euch immer bleib.
Tut dies zu meinem Gedenken.'
3. Frieden hast du zwischen Gott und den Menschen verkündet,
ewig den Neuen Bund sterbend am Kreuz begründet.
Herr, durch dein Blut
machst du gerecht uns und gut,
Blut, das mit dir uns verbindet.
4. Ewiger Hirt, der zum heiligen Volke uns einte,
aus allen Völkern versammelst du deine Gemeinde.
Aus nah und fern
huldigen dir, unserem Herrn,
treu deine Jünger und Freunde.
Aus: Friedrich Dörr, In Hymnen und Liedern Gott loben, Regensburg 1983.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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Das 7. Kapitel des Buches Daniel bildet das "Herzstück" des gesamten Danielbuches. In diesem Kapitel wird auch ein "letztes" Wort über die brutalen Weltreiche gesagt, die uns in den vorausgegangenen Geschichten über Daniel und seine Freunde vor Augen geführt wurden.
Im vorliegenden Abschnitt begegnet uns der Ausdruck "Menschensohn". Die kurze Szene (Verse 13b) widerspiegelt eine Inthronisationsfeier.
Dass das Königtum menschenähnlichen Charakter hat, bedeutet, aus der symbolischen Sprache zurückübersetzt, dass es göttlichen Wesens ist.
Dieses Königtum kommt von "oben" und nicht von unten, der Welt der "unheimlichen Tiere", die bei Daniel die mächtigen Reiche dieser Welt verkörpern.
Jesus selbst hat den Titel "Menschensohn" für sich beansprucht, vor allem dann, wenn er von seinem Leiden und seinem Kommen in Herrlichkeit sprach.
Die erste Lesung aus dem Buch Daniel ist ein Teil einer Vision Daniels, in der die Ereignisse der Zeit - das Buch entstand in der ersten Hälfte des 2. Jhdt. v. Chr. - und der Zukunft in Bildern gefasst werden. Das Buch Daniel ist ein apokalyptisches Buch. Damit gehört es zu einer Schriftgattung, die versucht, den Plan Gottes aus der Geschichte heraus kundzutun, jenen Plan, der auf die Vollendung der Welt und des Menschen in Heil/Gericht abzielt.
Den grauenhaften Tieren, grässlich anzusehen, ganz und gar unheilig, Symbole für damalige Königreiche, wird der eine Heilige, der Messias - hier im Begriff des Menschensohnes ausgedrückt - gegenübergestellt. Während alle anderen Königreiche untergehen, hat seines Bestand. Während alle anderen Königreiche also zeitlich und räumlich begrenzt sind, reicht das endzeitliche Gottesreich, von dem Daniel in seiner Vision spricht, über alles hinaus.
Darum geht es im aramäischen Hauptteil des Danielbuches: die Aufrichtung der Königsherrschaft Gottes angesichts der einander ablösenden Weltherrschaften von menschlichen Machthabern zu manifestieren. Ein Grund zur Hoffnung für all jene, die unter willkürlicher Machtausübung und Fremdbestimmung durch die Machthaber ihrer Zeit leiden.