Lesung aus der Apostelgeschichte.
Paulus kam nach Ephesus hinab.
Er stieß dort auf einige Jünger
und fragte sie:
Habt ihr den Heiligen Geist empfangen,
als ihr gläubig wurdet?
Sie antworteten ihm:
Wir haben noch nicht einmal gehört,
dass es einen Heiligen Geist gibt.
Da fragte er:
Auf welche Taufe seid ihr denn getauft worden?
Sie antworteten: Auf die Taufe des Johannes.
Paulus sagte:
Johannes hat mit der Taufe der Umkehr getauft
und das Volk gelehrt,
sie sollten an den glauben, der nach ihm komme:
an Jesus.
Als sie das hörten,
ließen sie sich auf den Namen Jesu, des Herrn, taufen.
Paulus legte ihnen die Hände auf
und der Heilige Geist kam auf sie herab.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Joel.
So spricht Gott, der Herr:
Es wird Folgendes geschehen:
Ich werde meinen Geist ausgießen über alles Fleisch.
Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein,
eure Alten werden Träume haben
und eure jungen Männer haben Visionen.
Auch über Knechte und Mägde
werde ich meinen Geist ausgießen in jenen Tagen.
Ich werde wunderbare Zeichen wirken
am Himmel und auf der Erde:
Blut und Feuer und Rauchsäulen.
Die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln
und der Mond in Blut,
ehe der Tag des HERRN kommt,
der große und schreckliche Tag.
Und es wird geschehen:
Jeder, der den Namen des HERRN anruft, wird gerettet.
Denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem gibt es Rettung,
wie der HERR gesagt hat,
und wen der HERR ruft,
der wird entrinnen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen,
sind Kinder Gottes.
Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen,
sodass ihr immer noch Furcht haben müsstet,
sondern ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen,
in dem wir rufen: Abba, Vater!
Der Geist selber bezeugt unserem Geist,
dass wir Kinder Gottes sind.
Sind wir aber Kinder, dann auch Erben;
Erben Gottes
und Miterben Christi,
wenn wir mit ihm leiden,
um mit ihm auch verherrlicht zu werden.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das achte Kapitel des Römerbriefes variiert das Thema "Gewissheit". Gewiss ist, dass der Geist Christen zu Kindern Gottes und zu Miterben Christi macht. In der Taufe empfangen - man schaue zurück auf Röm 6 - gibt der Geist die Freiheit, Gott als Vater anzusprechen.
Gegenübergestellt ist der Geist, der klein und unterwürfig macht, der niederhält oder einen Menschen "unten" sein lässt. Paulus spricht von einem Geist, der Sklaven macht. Die Erfahrung, dass es einen Geist gibt, der genau das macht und will, wird auch von Menschen heute gemacht - trotz veränderter sozialer Strukturen und Schichtungen. Wesentliches Kriterium des Geistes, der Sklaven macht, ist: Angst.
Paulus erinnert die Gemeinde in Rom daran, dass die Christen den Geist empfangen haben, der sie zu Kindern macht. Wesentliches Geschenk des Geistes, der Kinder macht, ist: Freimut. Paulus spricht vom Geschenk der Freiheit, die ihre Vollendung darin findet, dass "wir" mit Christus verherrlicht werden.
Aus der Erfahrung der Gemeinde in Rom: Es gibt Sklaven, die frei sind. Es gibt Freie, die Sklaven sind. Pfingsten, mit Paulus gesehen, hilft die Geister zu unterscheiden - und den Geist, der Sklaven macht, zu bannen. Pfingsten ist vor allem eine große Tauferinnerung.
Paulus setzt hier zwar "Fleisch" und "Geist" gegenüber, nicht aber im Sinne einer Leibfeindlichkeit, sondern wohl im semitischen Sinne: Fleisch meint dann den ganzen Menschen (mit Leib und Seele...) in seiner Hinfälligkeit.
Der Geist Gottes gibt diesem Menschen nun Leben, Freiheit, Sohnschaft statt Knechtschaft. Der Geist gibt uns auch eine neue Lebensweise: nicht mehr nur auf "Irdisches" bedacht, sondern im Blick auf die Gemeinschaft mit Gott, mit Christus. In diesem Geist ist es nun auch möglich, Leid zu ertragen (Vers 17).
Die Lesung aus dem Römerbrief ist gewählt im Hinblick auf Gott, den Heiligen Geist.
Paulus schreibt zum ersten Mal an die Gemeinde in Rom, die er nicht selbst begründet hat, sie aber sehr wohl unterstützen will. In seiner Darstellung geht es Paulus um die Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes, die zu einem neuen Leben führt.
Das neue Leben ist ein Leben im Geist, der frei macht (Vers 15) und der uns bezeugt, daß wir in die Vater-Kind-Beziehung mit Gott hineingenommen sind - damit aber auch in den Tod und die Auferstehung Christi. Das hat Konsequenzen: auch wir werden leiden müssen. Die Aussicht auf die Herrlichkeit, die auch uns zuteil werden wird, läßt aufblicken und hoffen (vgl. 8,18-30).
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
Gott hat die Welt so sehr geliebt,
dass er seinen einzigen Sohn hingab,
damit jeder, der an ihn glaubt,
nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt,
damit er die Welt richtet,
sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
Wer an ihn glaubt,
wird nicht gerichtet;
wer nicht glaubt, ist schon gerichtet,
weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat.
Denn darin besteht das Gericht:
Das Licht kam in die Welt,
doch die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht;
denn ihre Taten waren böse.
Jeder, der Böses tut,
hasst das Licht
und kommt nicht zum Licht,
damit seine Taten nicht aufgedeckt werden.
Wer aber die Wahrheit tut,
kommt zum Licht,
damit offenbar wird,
dass seine Taten in Gott vollbracht sind.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das Evangelium greift auf das Gerichtsmotiv, das auch bei Joel 3,1-5 anzutreffen ist, zurück, bricht es aber. Den zeitlichen Rahmen, den Gerichtsworte haben, finden wir bei Johannes nicht mehr. Im Glauben oder Unglauben entscheidet sich, wer gerettet ist oder nicht. Von einer "Verinnerlichung" darf gleichwohl nicht gesprochen werden, weil Glaube oder Unglaube nicht als innere Vorgänge verstanden werden können, sondern das ganze Leben ausdrücken. Für den Evangelisten ist es ein "sich selbst richten", wenn ein Mensch nicht glaubt. Die Grenzen - oder Entscheidungen - sind klar: Wer nicht zum Licht kommt, liebt die Finsternis.
Die schroffe Gegenüberstellung - Glaube/Unglaube, Licht/Finsternis - fällt zwar auf, steht aber von Anfang an unter einer Zusage: Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.
Gefragt wurde: was ist mit "Welt" gemeint? Unsere bewohnte und bewohnbare Welt? Der ganze Kosmos? Die „böse“ Welt, die auch bei uns nicht besser geworden ist? Letztlich bleibt die „Welt“ bei Johannes offen, trotz der Tendenz, die Welt als die von Gott abgefallene wahrzunehmen. Der Evangelist bezeugt schon am Anfang, dass das "Wort" "Fleisch" wurde, nicht Geist, auch nicht das "Gute". Auf dem Hintergrund alttestamentlicher Bilder ist das "Fleisch" vergänglich.
Während Johannes im Fortgang seines Evangeliums den Tod Jesu als Verherrlichung verkündet, stellt er am Anfang die Wurzel in der Menschlichkeit dar. Was Gott bewegt, seinen Sohn für diese Welt hinzugeben, ist Liebe. Diese Aussage ist so ungeheuerlich wie unglaublich. Mit Joel im Ohr, wird Gottes Gericht in der Liebe sichtbar, die er schenkt, die ihm aber nicht erwidert wird.
Warum dieses Evangelium zu Pfingsten? Weil es um den Glauben geht, den Menschen sich nicht selbst geben können. Mitzuhören ist Joh. 3,1-15, das Gespräch Jesu mit Nikodemus. "Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden. Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist." - Sehr praktisch ist die Konsequenz: die "Wahrheit tun".
Der Heilige Geist wirkt im alltäglichen Leben der Christen, auch in den einfachen, theologisch nicht Versierten, er lässt die Gläubigen im Glauben wachsen und findet neue Wege in Krisenzeiten.
Der Heilige Geist führt uns in die ganze Wahrheit ein, legt Zeugnis für Christus ab und befähigt uns, dass auch wir Zeugnis ablegen.
Dies ist ein großer Tag! Ein Fest! Ein neuer Anwalt ist bestellt. Amtlich. Die Zulassung ist veröffentlicht. Heute sind wir Ehrengäste. Ein Festessen gibt es nachher auch noch. Das Besondere: Der Anwalt ist für uns bestellt! Ein Advokat. Einer, der für uns spricht. Ein Fürsprecher. Das ist eine schöne und in vielen Ländern auch übliche Bezeichnung für einen Anwalt. Es gibt so viele Gegensprecher. Ein Fürsprecher tut gut.
Ist das jetzt für Sie eine Überraschung? Womöglich ein Überfall? Sie wissen gar nichts davon? Wohl wahr, es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir nicht wissen, die aber – sozusagen mit himmlischer Weite – in unser Leben kommen. Der gute Geist Gottes gehört dazu. Zu Pfingsten feiern wir das. Ausgeschüttet hat Gott seinen Geist. Wie der Prophet sagt: über alles Fleisch. Über alle Menschen. Nichts hält Gott zurück. Nicht einmal sich selbst. Jetzt neugierig? Der Geist Gottes ist der Beistand, verheißen, mit der Kraft versehen, für uns zu sprechen. Für uns einzutreten. Für mich einzutreten. Manchmal bin ich ein schwieriger Fall!
Paulus schreibt in seinem Brief an die Gemeinde in Rom: „Der Geist hilft unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wie beten sollen, wie sich’s gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen erforscht, der weiß, worauf der Sinn des Geistes gerichtet ist; denn er vertritt die Heiligen, wie es Gott gefällt“ (Röm 8.26.f)
Dass jetzt ein Abenteuer beginnt, können Sie ahnen. Und die Heiligen, von denen Paulus spricht – das sind wir!
Wenn wir dem Evangelium nachsinnen, finden wir eine Spur. Der Geist Gottes – unser Fürsprecher – wird als Geist der Wahrheit tituliert. Ein sehr großes Wort! Wo wir nicht einmal genau wissen, was Wahrheit ist. Das ist die erste Etappe eines Abenteuers: ein großes Wort neu entdecken. Über die Vielfalt der Begriffe, ihrer Geschichte, wollen wir heute nicht reden. Obwohl das schöne Themen für einen Empfang sind. Erzählen wir lieber, wie es uns mit Wahrheit ergeht.
Viele Menschen spüren deutlich, dass wir mit konkurrierenden Wahrheitsansprüchen täglich herausgefordert werden. Religiös besonders. Die einen sagen das – die anderen dies. Wir werden mit Gegensätzen konfrontiert. Mit Lügen auch. Kaschiert als Wahrheit. Da blickt kein Mensch mehr durch. Immer, wenn Menschen etwas rechtfertigen wollen, nehmen sie die Wahrheit in Geiselhaft, traktieren sie, bis sie tot ist, und setzen ihr dann ein Denkmal. Wenigstens ein Schnäpschen ist dann noch drin – bei der Einweihung. Wir spüren die Angst, die Unsicherheit. Viele Menschen sagen, dass das früher anders gewesen wäre. Aber da früher sowieso alles besser gewesen sein soll, lassen wir uns lieber nicht verführen.
Jeder Mensch muss in seinem Leben herausfinden, was ihn trägt und birgt. Vorgefertigte Antworten taugen nicht viel. Wenn aber der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, sein Plädoyer hält, legt er Zeugnis von Jesus ab. Von seiner grenzenlosen Liebe. Von der Vergebung, die alles neu macht. Von der Auferstehung, die dem Tode trotzt. Wahrheit ist eine Beziehung, eine Liebesbeziehung, eine Begegnung, die alles verändert. Zwischen uns und Gott. Über Sätze lässt sich trefflich streiten, über Begriffe auch, aber Liebe öffnet unser Leben, macht uns frei, lässt uns mit den Engeln neue Lieder singen. Spannenderweise sagt Jesus im Evangelium sogar, dass der Geist der Wahrheit uns in die ganze Wahrheit führen wird. Die ganze Wahrheit! Die ganze Wahrheit ist aber kein geschlossenes System, von dem die Gelehrten träumen (und geträumt haben), sondern die Heimat Gottes. Die ganze Wahrheit ist auch keine geschlossene Akte, in der alles steht (sogar das, was Menschen denken, aber nie gesagt haben), sondern die Liebe Gottes. Die ganze Wahrheit – das ist die Wahrheit, die uns „ganz“, die uns „heil“ macht. Wahrheiten, die gegeneinander gehalten werden, die um Köpfe gehauen werden, die Menschen von Menschen trennen – sie mögen sich auf Gott berufen, aber von ihm kommen sie nicht.
Jesus sagt: "Der Geist der Wahrheit wird mich verherrlichen; Denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden."
Verkünden heißt: Wir bekommen etwas von ihm. Wir werden freigesprochen, frei gemacht, zur Freiheit berufen. Es ist die Freiheit der Liebe.
Zu Pfingsten, Geburtstag der Kirche, werden auch in vielen ökumenischen Gottesdiensten die großen Taten Gottes verkündigt und gerühmt. Es ist nicht schön, nur unter sich zu sein. Sich mit sich zufrieden zu geben. Nichts Größeres mehr zu erwarten. In diesem Jahr haben wir ein besonderes Jubiläum: 500 Jahre Reformation. Für viele ist es – wieder – nur ein Lutherjahr. Doch der Horizont ist viel weiter, die Farben viel prächtiger, die Geschichten viel größer. Über Gräben, Verwerfungen und Rechthabereien müssen wir reden (eben auch über konkurrierende Wahrheitsansprüche), aber der Geist der Wahrheit bringt uns dazu, das zu machen, was Jesus versprochen – und zugesagt – hat: "Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei mir seid."
Auf der Zunge zergeht: Weil wir von Anfang an bei ihm, Jesus, sind, legen wir für ihn Zeugnis ab. Von Anfang an! Wir sind seine Zeugen. Jetzt ist der Geist der Wahrheit in seinem Element. Er wirkt wie Feuer, er wirkt wie Sturm. Die alte Geschichte erzählt davon. Von dem Wunder, dass sich alle verstehen. Mehr noch: ihn, Jesus, verstehen. Ganz einfach gesagt: Liebe, seine Liebe.
Ein Dienst der Liebe ist es, wenn Christen, unabhängig von Konfession und Tradition, für Wahrheit und Gerechtigkeit eintreten, Worthülsen aufstechen und den Stummen und Verstummten eine Stimme, ein Gesicht geben. Der Geist der Wahrheit kann manchmal nicht mehr machen – als Zeugnis ablegen. Aber ein Wort kann die ganze Welt aufbrechen. Und ein neuer Geist die Welt verwandeln.
Dies ist ein großer Tag! Ein Fest! Neue Anwalt sind bestellt. Amtlich. Die Zulassung ist veröffentlicht. Heute sind wir mehr als Gäste. Ein Festessen gibt es nachher auch noch. Am Tisch des Herrn. Das Besondere: Wir werden als Anwälte bestellt! Advokaten. Menschen, die für andere sprechen. Fürsprecher. Es gibt so viele Gegensprecher. Ich möchte ein Fürsprecher sein!
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus, unserem Herrn.
Die Hinführung zur Erstkommunion prägt oft das spätere religiöse Leben. Vielen Menschen fällt es aber schwer, auch im Glauben erwachsen zu werden. Die Freiheit der Kinder Gottes beinhaltet aber auch, dass wir Verantwortung für unser Leben übernehmen. Der Heilige erinnert uns immer neu daran: Wir sind Gottes geliebte Kinder.
Für den Pfingstmontag 2014 hat sich leider niemand bereit erklärt, einen Betrag zu verfassen.
Mit etwas Phantasie und Kreativität lässt sich jedoch aus den Anregungen zum Pfingstsonntag und aus den Beiträg3en zu früheren Jahren gut schöpfen.
Pfingsmontag:
www.redemptoristen.com/index.php?id=33&anlass=66
Pfingstsonntag:
www.redemptoristen.com/index.php?id=33&anlass=71
Lieder:
GL 165: Send uns deines Geistes Kraft
GL 341: Veni, creator Spiritus
GL 342: Komm, Heilger Geist, der Leben schafft
GL 343: Veni Sancte Spiritus
GL 344: Komm herab, o Heilger Geist
GL 345: Veni Sancte Spiritus
GL 346: Atme in uns, heiliger Geist
GL 347: Der Geist des Herrn erfüllt das All
GL 348: Nun bitten wir den Heiligen Geist
GL 349: Komm, o Tröster, Heilger Geist
GL 350: Geist der Zuversicht, Quelle des Trostes (Kanon)
GL 351: Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein
GL 355: Wir glauben Gott im höchsten Thron (2. und 5. Str.)
GL 389,3: Dass du mich einstimmen lässt (3. Str.)
GL 453: Bewahre und Gott, behüte uns Gott (4. Str.)
GL 456: Herr, du bist mein Leben, Herr, du bist mein Weg (4. Str.)
GL 487: Nun singe Lob, du Christenheit
GL 477: Gott ruft sein Volk zusammen (3. Str.)
Kehrverse und Psalmen:
GL 645,3-4: Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu - Mit Ps 104 - VII.
GL 645,5-6: Alle wurden erfüllt mit Heiligem Geist und kündeten Gottes große Taten - Mit Psalm 147 - V.
GL 646,1: Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis, Halleluja, Halleluja
GL 654,1: Ihr seid der Tempel Gottes, in euch wohnt Gottes Geist
Heute lassen wir das Pfingstfest noch ein wenig nachklingen. Die Bilder der Apostelgeschichte vom ersten Pfingstfest sind ja tief in unserem Herzen verwurzelt: Der heftige Sturm, der dahinfährt die Feuerzungen, die sich auf den Apostel niederließen, aber auch das Sprachenwunder, das es möglich machte, dass damals jeder die Apostel in seiner Muttersprache reden hörte.
Christus selbst hat seinen Jüngern das Kommen des Heiligen Geistes immer wieder angekündigt. Wir brauchen diesen Geist, damit er uns immer wieder an das erinnert, was er uns gesagt hat. Mit dieser Offenheit lade ich Sie ein, die biblischen Texte dieser Eucharistiefeier zu hören.
Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus,
im Neuen Bund berufst du aus allen Völkern dein Volk
und führst es zusammen im Heiligen Geist.
Gib, dass deine Kirche ihrer Sendung treu bleibt,
dass sie ein Sauerteig ist für die Menschheit,
die du in Christus erneuern
und zu deiner Familie umgestalten willst.
Darum bitten wir durch ihn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Pfingstmontag
Gott,
du hast den Aposteln,
die mit der Mutter Jesu im Gebet versammelt waren,
den Heiligen Geist gesandt.
Höre auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria.
Mache auch uns bereit,
die Gaben deines Geistes zu empfangen
und deine Herrlichkeit in Wort und Tat zu verkünden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus. – Amen.
MB Marienmessen in der Osterzeit
Die Gabe des Heiligen Geistes kann in der Kirche und in jedem einzelnen ihrer Glieder nicht ohne Folgen bleiben. Jeder von uns ist dazu berufen, als Kind Gottes sein Leben in Freiheit und im Geist Gottes zu entfalten.
Um seine Hilfe dazu lasst uns bitten:
Mit dem Beistand deines Geistes hilf allen, die deine Kirche leiten
und durch ihr Armt für sie Verantwortung übernommen haben.
Mit dem Beistand deines Geistes hilf allen Schülerinnen und Schülern in den kommenden Prüfungstagen
und in der Wahl ihres weiteren Berufs- oder Bildungsweges.
Mit dem Beistand deines Geistes hilf allen Bedrückten und Hoffnungslosen,
auf dich in der Bewältigung ihrer Probleme vertrauen zu können.
Mit den Beistand eines Geistes hilf uns,
dein Angebot an Liebe für uns persönlich wahrzunehmen und danach unser Leben zu gestalten.
Mit dem Beistand eines Geistes sei bei allen, die in diesen Tagen sterben,
und bei denen, die um sie trauern.
Denn durch die Gabe des Heiligen Geistes schenkst du uns ein Mehr an Leben, Freiheit, Glück und Freude. '
Dafür gebührt dir unser Dank und Lobpreis jetzt und allezeit. - Amen.
Wir alle haben in der Taufe den Geist empfangen,
der uns zu Kindern Gottes macht.
In diesem Geist lasst uns gemeinsam zum Vater rufen:
Inmitten deiner Kirche, die in vielen Fragen und Problemen unserer Zeit auf die Führung des Heiligen Geistes hofft, rufen wir:
Gott, unser Vater...
Inmitten einer Gesellschaft, deren ethische Reife oft den Fortschritten in Wissenschaft und Technik nachhinkt, rufen wir:
Gott, unser Vater...
Inmitten einer Welt, in der Betriebsamkeit, Lärm, Streben nach Macht und Besitz die Stimme des Heiligen Geistes in uns unhörbar macht, rufen wir:
Gott, unser Vater...
Inmitten aller Enttäuschungen und Überforderungen, denen wir täglich ausgesetzt sind, sehnen wir uns nach Geborgenheit und angenommen Sein als deine Kinder und rufen:
Gott, unser Vater...
Inmitten vieler Menschen, die oft das eigentliche Ziel des Lebens aus den Augen verloren haben, beten wir für unsere Verstorbenen, dass sie durch Jesus Christus gerettet zu dir unserem Vater heimkommen.
Gott, unser Vater...
Denn du, Vater, hast deinen Sohn in die Welt gesandt,
damit sie durch ihn gerettet wird.
Dir danken wir durch Jesus Christus, unseren Erlöser und Heiland,
im Heiligen Geist. - Amen.
Gott, unser Vater,
nimm unsere Gaben an,
in denen das Opfer deines Sohnes gegenwärtig wird.
Aus seiner Seitenwunde ist die Kirche hervorgegangen
als Werk des Heiligen Geistes.
Lass sie ihren Ursprung nie vergessen,
sondern daraus in dieser Feier Heil und Leben schöpfen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Pfingsmontag
Wir danken dir, Herr, für die Gabe deines Geistes.
Er schenkt uns die Fülle deiner Liebe.
Er schenkt uns Worte.
Er schenkt uns Brot und Wein ganz neu.
Dir bringen wir unseren Hunger nach Leben,
unsere Sehnsucht, geliebt und angenommen zu sein,
unsere Hoffnung, dich zu sehen.
Dein Geist verwandelt die Welt,
unser Leben,
Brot und Wein.
In Christus, Bruder und Herr. – Amen.
Kehrvers:
Meine Seele, preise den Herrn. (GL 650,3)
Gepriesen seist du, Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus.
Du hast uns mit allem Segen deines Geistes gesegnet
durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.
Ihn hast du von den Toten auferweckt
und im Himmel auf den Platz zu deiner Rechten erhoben.
Alles hast du ihm zu Füßen gelegt
und ihn als Haupt über die Kirche gesetzt.
Kehrvers
In ihm hast du uns erwählt vor der Erschaffung der Welt,
damit wir heilig und untadelig leben vor Gott.
Aus Liebe hast du uns im Voraus dazu bestimmt,
deine Söhne und Töchter zu werden durch Jesus Christus
und nach deinem gnädigen Willen zu dir zu gelangen,
zum Lob deiner herrlichen Gnade.
Kehrvers
Du hat uns deine Liebe geschenkt in deinem Sohn;
durch sein Blut haben wir die Erlösung,
die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum deiner Gnade.
Durch ihn sind wir als Erben vorherbestimmt und eingesetzt.
Sein Geist ist der erste Anteil des Erbes, das wir erhalten sollen,
der Erlösung, durch die wir dein Eigentum werden zum Lob deiner Herrlichkeit.
Kehrvers
Du, Vater der Herrlichkeit,
gibst uns den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit wir dich erkennen.
Er erleuchtet die Augen unseres Herzens, damit wir verstehen,
zu welcher Hoffnung wir durch Christus berufen sind,
welchen Reichtum die Herrlichkeit deines Erbes den Heiligen schenkt
und wie überragend groß deine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist
durch das Wirken deiner Kraft und Stärke.
Danklied, z. B. Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben (GL 484)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
In ihm hast du uns zur Erkenntnis der Wahrheit geführt und
uns zu Gliedern seines Leibes gemacht
durch den einen Glauben und die eine Taufe.
Durch ihn hast du deinen Heiligen Geist
ausgegossen über alle Völker,
damit er Großes wirke mit seinen Gaben.
Er wohnt in den Herzen der Glaubenden,
er durchdringt und leitet die ganze Kirche
und schafft ihre Einheit in Christus.
Darum preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB: Von der Einheit der Christen
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken,
weil du Großes getan hast
an der seligen Jungfrau Maria.
In ihrem unbefleckten Herzen
und ihrem jungfräulichen Schoß
hat sie dein Wort empfangen
und, da sie den Schöpfer gebar,
der Kirche ihren Ursprung gegeben.
Unter dem Kreuz empfing sie das Vermächtnis seiner Liebe
und nahm alle Menschen an als ihre Kinder,
die durch Christi Tod zum ewigen Leben geboren sind.
Mit den Aposteln erwartete sie den verheißenen Tröster
und vereinte mit den Bitten der Jünger ihr Gebet
als Vorbild deiner betenden Kirche.
In der Herrlichkeit des Himmels
bleibt sie der pilgernden Kirche eine liebende Mutter
und beschützt unsern Weg zur ewigen Heimat,
bis der herrliche Tag Christi hereinbricht.
Durch ihn rühmen dich Himmel und Erde,
Engel und Menschen
und singen wie aus einem Munde
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Votivmesse von Maria, Mutter der Kirche
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn er hat das Werk der Erlösung vollbracht,
er ist aufgefahren über alle Himmel
und thront zu deiner Rechten.
Er hat den Heiligen Geist,
wie er den Jüngern versprochen,
ausgegossen über alle,
die du zu deinen Kindern erwählt hast.
Darum preisen wir jetzt und in Ewigkeit dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Heiliger Geist 1
Wenn der Geist der Wahrheit kommt,
wird er euch in die volle Wahrheit einführen. Halleluja.
(Joh 16,13)
Oder:
Wer die Wahrheit tut, kommt zum Licht;
damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.
(Joh 3,21)
Oder:
Ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Töchtern und Söhnen macht,
den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater!
(vgl. Röm 8,15)
Du Gottesgeist
kannst uns befreien
von der Angst vor allem Fremden
Du Gottesgeist
kannst uns befreien
von ängstlicher Sorge um das eigene Wohl
Du Gottesgeist
kannst uns befreien
von allen lebensfeindlichen Interessen
Du Gottesgeist
kannst uns befreien
von aller Lieblosigkeit und Engherzigkeit
Du Gottesgeist
kannst uns befreien
und fähig machen
zu lebendiger Hoffnung
zu tiefem Glauben
und zu grenzenloser Liebe
Gütiger Gott,
bewahre dem Volk der Erlösten deine Liebe und Treue.
Das Leiden deines Sohnes hat uns gerettet;
sein Geist, der von dir ausgeht, führe uns den rechten Weg.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Pfingstmontag
MB Freitag in der Osterwoche
Herr,
wir haben das Unterpfand deiner Erlösung empfangen,
die Speise des Lebens, und rufen zu dir:
Mache die Kirche durch dieses Sakrament
und die Hilfe der jungfräulichen Mutter Maria
zur Lehrerin des Evangeliums für alle Völker
und zur Ausspenderin des Geistes für den ganzen Erdkreis.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. – Amen.
MB Pfingstmontag
Alle Länder der Erde, die Regierungen aller Völker, die Bewohner der Städte,
die Menschen aller Landschaften haben sich geeinigt.
Sie loben Gott, ihren Herrn.
Sie führen keine Kriege mehr.
Sie misshandeln keine Menschen.
Sie kämpfen nicht mehr gegeneinander.
Sie zerstören nicht mehr die Erde,
sie legen die Schöpfung zurück in Gottes Hand.
Sie haben erkannt: Gott allein ist der Herr.
Die dienen Gott mit großer Freude.
Helfen und Heilen ist ihnen in Fleisch und Blut übergegangen.
Ihre Freude wirkt wie eine ansteckende Gesundheit.
Noch viele Menschen werden diese Freude weitergeben
und von ihr erzählen.
Alle Länder der Erde, die Regierungen aller Völker,
die Bewohner der Städte, die Menschen aller Landschaften
verwirklichen die Güte Gottes.
Nach Psalm 100,
Das Liederbuch. Lieder zwischen Himmel und Erde, Münster 6. Aufl. 2011.
Glücklich die Kirche, die nie aufhört zu fragen,
die nie aufhört zu suchen.
Glücklich die Kirche, die sich selbst in Frage stellt,
die über sich selber lächeln kann.
Glücklich die Kirche, die Freiheit verbreitet aus ihrem Glauben,
die Freude ausstrahlt aus ihrem Leben.
Glücklich die Kirche, die den Menschen neue Zuversicht schenkt,
die den Frieden und die Gerechtigkeit in die Tat umsetzt.
Glücklich die Kirche,
die ein Ort der Menschlichkeit ist in einer unmenschlichen Welt,
sie könnte selber Modell sein für eine gute Zukunft.
Glücklich die Menschen dieser Kirche,
sie brauchen keine Angst mehr zu haben,
von Gott und den Menschen verlassen zu sein.
Nach Psalm 1,
Das Liederbuch. Lieder zwischen Himmel und Erde, Münster 6. Aufl. 2011.
Atem des Lebens, wehe uns an,
du, der uns Menschen begeistern kann,
nimmt in uns Wohnung, bring leben und Licht.
Erneuere uns, erneuere uns,
und der Erde Angesicht, und der Erde Angesicht.
Hoffnung der Armen, steh in uns auf,
nimm nicht Zerstörung, nicht Unrecht in Kauf.
Lehr uns das Teilen, die Chance heißt Verzicht
Erneuere uns, erneuere uns,
und der Erde Angesicht, und der Erde Angesicht
Quelle der Schöpfung, Wasser, das tränkt,
allen Geschöpfen kristallklar geschenkt.
Dich trüb zu trinken, ist Tod, ist Gericht.
Erneuere uns, erneuere uns,
und der Erde Angesicht, und der Erde Angesicht.
Stimme der Stummen, Wort, das uns weckt,
Weise, die niemals nach Aufgeben schmeckt,
Lied, in dem heute das Morgen anbricht.
Erneuere uns, erneuere uns,
und der Erde Angesicht, und der Erde Angesicht.
Eugen Eckert, in: Das Liederbuch. Lieder zwischen Himmel und Erde, Münster 6. Aufl. 2011.
Feuer, das brennt,
Wasser, das kühlt,
Wind, der belebt,
unbekannter,
unbenannter,
sanfter,
ausdauernder Rufer,
immerwährender Mahner,
beharrlicher Begleiter,
verständnisvoller Zuhörer:
Bleibe bei uns,
rufe uns zu,
entzünde uns,
sei uns nah,
unsichtbar,
unhörbar,
unspürbar -
aber immer da.
Aus: Ilse Pauls, Edition Club D’Art-International, 2005.
Erleuchte unsere Augen, Heiliger Geist,
dass wir nicht blind werden
für die Wunder deiner Schöpfung, deiner Güte und Liebe.
Erleuchte unsere Augen, Heiliger Geist,
dass wir nicht blind werden für die Dunkelheiten und Leiden in unserer Welt.
Öffne unsere Ohren, Heiliger Geist,
dass wir nicht taub werden für dein Wort und deine Wahrheit.
Öffne unsere Ohren, Heiliger Geist,
für die Bitten und Stimmen von Menschen und ihre Schreie der Not.
Durchdringe unseren Geist, Heiliger Geist, damit wir
Tag für Tag deinen Willen erkennen und in
deinem Licht das Licht sehen.
Durchdringe unseren Geist, Heiliger Geist, damit wir
die Geister zu unterscheiden lernen.
Erhelle unser Herz, Heiliger Geist,
damit wir lieben was wahrhaft und gerecht ist und
in allem, was wir lieben, dich lieben.
Hülle uns ein in dein Licht und deine Wahrheit,
dass wir uns senden lassen in diese Welt, dir lobsingen
und die Kraft deiner Auferstehung feiern. Amen.
Herr unser Gott,
Vater im Himmel,
lass uns deinen Geist entdecken
mitten unter uns:
den Geist, in dem wir uns öffnen für dich,
in dem wir uns füreinander öffnen,
in dem wir wieder aufatmen können
und Hoffnung schöpfen.
Hilf uns, dass wir uns mehr und mehr
Diesem Geist überlassen,
sodass der Ungeist des Missverstehens
und des Unverständnisses
uns nicht länger beherrscht,
der Geist der Angst
und des Misstrauens voreinander,
der unseren Mund stumm macht.
(Eleonore Beck)
Heiliger Geist, du belebst alles.
Du teilst dich in je verschiedener Weise der ganzen Schöpfung mit.
Du schenkst uns die Gnade,
erleuchtest uns zur Erkenntnis Gottes,
du vollendest die Gerechten,
machst die Toten lebendig
und Fremdlinge zu Kindern Gottes.
Durch dich werden die Schwachen stark, die Armen reich,
die Unmündigen und Ungebildeten weiser als die Gelehrten.
Du bist im Himmel und erfüllst die Erde,
du bist überall zugegen,
und nirgends kennst du Schranken.
Du wohnst in jedem Menschen und bist ganz Gott.
Wir bitten dich:
Nimm in unseren Herzen Wohnung,
und verlass uns zu keiner Zeit!
(nach Basilius, gestorben 379)
Die Gaben des Heiligen Geistes
mögen Feuer zur Erde bringen,
sodass die Gegenwart Gottes
in neuem Licht gesehen werden kann,
an neuen Orten, auf neuen Wegen.
Mögen unsere eigenen Herzen entflammt werden,
sodass kein Hindernis, wie groß es auch sein mag,
sich der Botschaft Gottes darin in den Weg stellen kann.
Mögen wir von ganzem Herzen dem Wort Gottes trauen,
um es mutig auszusprechen,
um ihm gläubig zu folgen,
um es in anderen zur Flamme zu entfachen.
Möge Jesus,
der Frauen mit seinem Heiligen Geist erfüllte,
die Welt und die Kirche mit neuem Respekt beschenken
für die Kraft und die Gegenwart des Geistes.
(Sr. Joan Chittister, OSB)
Ich glaube an den Heiligen Geist.
Ich glaube, dass Gottes Geist meine Vorurteile abbauen kann.
Ich glaube, dass er meine Gewohnheiten ändern kann.
Ich glaube, dass sie meine Geleichgültigkeit überwinden kann.
Ich glaube, dass er mir Phantasie zur Liebe geben kann.
Ich glaube, dass sie mir Warnung vor dem Bösen geben kann.
Ich glaube, dass er mir Mut für das Gute geben kann.
Ich glaube, dass sie meine Traurigkeit besiegen kann.
Ich glaube, dass Gottes Geist mir Liebe zu Gottes Wort geben kann.
Ich glaube, dass er mir Minderwertigkeitsgefühle nehmen kann.
Ich glaube, dass sie mir Kraft im Leiden geben kann.
Ich glaube, dass er mir Gefährten und Gefährtinnen geben kann.
Ich glaube, dass sie mir mein Wesen durchdringen kann.
Ich glaube, dass er mir inneren und äußeren Frieden geben kann.
Ich glaube an den Heiligen Geist.
Karl Rahner: Erfahrungen des Geistes, Herder Verlag, Freiburg-Basel-Wien, 3. Aufl. 1981.

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Joel, einer der zwölf kleinen Propheten, verbindet die Geistverheißung mit einem Gerichtswort. Beiden gemeinsam ist, dass Jahwe überrascht und vertraute (aber auch falsche) Sicherheiten über den Haufen wirft.
Die Prophezeiungen, dass Söhne und Töchter Propheten werden, Alte Träume haben und junge Männer Visionen, aber auch Knechte und Mägde mit Geist überschüttet, variieren nur, was geschieht, wenn Jahwe seinen Geist ausgießt über alles Fleisch – sprich: den vergänglichen Menschen. Es sind jetzt auch nicht mehr einzelne, die ein besonderes Berufungserlebnis haben (vgl. Jeremia, Jesaja, Ezechiel, Amos …), sondern sogar (!) Knechte und Mägde, nicht nur Männer, sondern auch Frauen, nicht nur Alte (denen eine besondere Würde zukam), sondern auch jungen Menschen. Eben auch die eigenen Söhne und Töchter. Während die einen in der Wahrnehmung der Leute zu „jung“ sind, haben die Alten längst ausgeträumt. Jahwe lässt nichts davon gelten und offenbart seinen Willen allen. Die archaischen, natürlichen Unterscheidungen sind entmythologisiert, die Geistvergabe „demokratisiert“.
Die Wucht dieser Verheißung ist nur zu vergleichen mit dem angesagten Gericht. Während dem vergänglichen „Fleisch“ Geist verheißen wird, geht die unvergänglich gedachte Sonne in Finsternis unter. Dass der Mond blutet, hat auch noch kein Mensch gesehen oder gehört. Wenn die Schöpfung, in der Jahwes Verlässlichkeit immer als sicher galt, nicht mehr wärmt, ist der Mensch ganz auf Gott gewiesen. „Danach“ gibt es die alte Welt nicht mehr. Pfingsten, mit Joel gelesen, ist kein erbauliches Fest.