Lesung
aus dem Buch Sachárja.
So spricht der Herr:
Über das Haus David und über die Einwohner Jerusalems
werde ich einen Geist des Mitleids
und des flehentlichen Bittens ausgießen.
Und sie werden auf mich blicken, auf ihn,
den sie durchbohrt haben.
Sie werden um ihn klagen,
wie bei der Klage um den Einzigen;
sie werden bitter um ihn weinen,
wie man um den Erstgeborenen weint.
An jenem Tag wird die Klage in Jerusalem
so groß sein wie die Klage um Hádad-Rímmon
in der Ebene von Megíddo.
An jenem Tag wird für das Haus David
und für die Einwohner Jerusalems
eine Quelle entspringen gegen Sünde und Unreinheit.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinden in Galátien.
Ihr alle seid durch den Glauben
Söhne Gottes in Christus Jesus.
Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid,
habt Christus angezogen.
Es gibt nicht mehr Juden und Griechen,
nicht Sklaven und Freie,
nicht männlich und weiblich;
denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.
Wenn ihr aber Christus gehört,
dann seid ihr Abrahams Nachkommen,
Erben gemäß der Verheißung.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit
betete Jesus für sich allein und die Jünger waren bei ihm.
Da fragte er sie:
Für wen halten mich die Leute?
Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer,
andere für Elíja;
wieder andere sagen:
Einer der alten Propheten ist auferstanden.
Da sagte er zu ihnen: Ihr aber,
für wen haltet ihr mich?
Petrus antwortete: Für den Christus Gottes.
Doch er befahl ihnen und wies sie an,
es niemandem zu sagen.
Und er sagte:
Der Menschensohn muss vieles erleiden
und von den Ältesten,
den Hohepriestern und den Schriftgelehrten
verworfen werden;
er muss getötet
und am dritten Tage auferweckt werden.
Zu allen sagte er:
Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst,
nehme täglich sein Kreuz auf sich
und folge mir nach.
Denn wer sein Leben retten will,
wird es verlieren;
wer aber sein Leben um meinetwillen verliert,
der wird es retten.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Frage Jesu "Für wen halten mich die Leute?" ist weniger ein Stimmungstest als vielmehr eine Evaluierung: Was ist von meiner Predigt bis jetzt angekommen? Die Wirkung war erwartungsgemäß unterschiedlich. Den Jüngern gegenüber verhält sich Jesus wie ein Lehrer. Er gibt sich noch nicht mit dem "Lernfortschritt" zu frieden. Sie müssen erst noch den ganz anderen Weg und die ganz andere Vorstellung des Messias kennenlernen.
„Für wen halten mich die Leute?“ (Lk 9,18b) Diese Frage Jesu klingt für mich zunächst wie aus einer Meinungsumfrage genommen: Wie ist es mit der Gunst des Volkes für die Partei, für den Politiker, für eine bestimmte Zeitung bestellt? Nach der Meinung der Leute zu fragen, ist heute gang und gäbe: In der Wirtschaft, in den Medien, in der Politik ist man sehr stark abhängig von der Meinung der Leute, von Zuschauerquoten und Stimmungsbarometern.
Wenn Jesus fragte: „Für wen halten mich die Leute?“, dann ging es ihm meiner Meinung nach nicht darum, ob möglichst viele Menschen eine gute Meinung von ihm hatten oder zu ihm hielten; er wollte wohl eher aus dem Mund der Jünger hören, was von seiner Botschaft bei den Leuten angekommen ist. Und die Jünger berichten nun Jesus von dem, was sie gehört haben: Die Menschen halten Jesus für Johannes den Täufer oder für einen Propheten.
Damit liegen sie ja nicht ganz falsch: Denn die Botschaft Jesu ist eine Mahnung zur Umkehr und eine Verheißung von Befreiung. Jesus hat Worte, die die Unterdrückten aufrichten und Blindheiten und Zwänge von den Menschen nehmen. Kein Wunder, dass viele nachzudenken beginnen und in der Schrift nachlesen, wann denn ähnliches geschehen ist.
Und da lesen sie vom Propheten Elija, der Wunder gewirkt hat und der schließlich nicht gestorben ist, sondern in den Himmel entrückt wurde (2Kön 2). Sie vergleichen die Worte und Taten Jesu mit denen der Propheten, die sich ebenfalls gegen erniedrigende Machtstrukturen gewandt haben. Und der Schluss legt sich daher für viele nahe: Dieser Jesus ist ein wiedergekommener Prophet. Er wirkt dieselben Wunder wie diese.
Die Meinung der Leute, ihre Antworten, sind Jesus aber zu wenig. Er fragt seine engsten Begleiter; er fragt jene Personen, die seine Botschaft weitertragen werden, um ihr ganz persönliche Meinung: „Für wen haltet ihr mich?“ Halten sie ihn auch nur für einen in der Reihe der Propheten? Haben wenigstens sie verstanden, wer er wirklich ist?
Petrus bekennt sich stellvertretend für alle dazu, dass Jesus die Erfüllung der prophetischen Verheißungen ist: Wir halten dich „für den Messias Gottes!“ (Lk 9,20) Damit hat er den Kern der Botschaft Jesu getroffen.
Man würde sich nun eine Bestätigung dieser Aussage des Petrus erwarten, ein Lob aus dem Mund des Meisters – doch Jesus korrigiert das Bild, das die Jünger sich von ihm machen: Wenn Petrus ihn für den Messias hält, dann meint er nämlich: Jesus wird das politische Reich Davids neu errichten (2Sam 7,12-16), er wird aktiv eingreifen in die Tagespolitik. Genau das, was sich heute so viele wünschen: Den starken Führer, den Mann, der durchgreift mit starker Hand …
Das Verständnis Jesu vom Messias, vom „Menschensohn“ unterscheidet sich aber wesentlich von dem der Menschen und der Jünger. Er spricht nicht von Herrschaft oder von Macht, sondern davon, dass er leiden wird und getötet werden muss; dass er aber am dritten Tag auferweckt werden wird.
Jesus spricht nun nicht mehr vom Messias, der herrschende politische Strukturen ändern wird; er möchte die Menschen selbst ändern, von innen her. Dabei ist er nicht einer, der Weisungen und gute Ratschläge erteilt; nicht ein Herrscher, der andere für sich in den Kampf schickt. Das Leid der Menschen lässt Jesus nicht unberührt. Er steigt selbst bis in die tiefsten Abgründe des menschlichen Lebens hinab: Er nimmt das Leid, das Kreuz und sogar den Tod auf sich – und gerade deshalb ist der Mensch auch in seinen tiefsten Abgründen nicht alleingelassen – denn er trifft dort Christus, der den Menschen aus dem Leid und dem Tod in die Auferstehung mitnimmt. Jesus geht es nicht um ein kurzfristiges, ein nur oberflächliches Heil, sondern um eine grundlegende Heilung des Menschen von der Wurzel her.
Jesus kannte aber auch die andere Möglichkeit: Die Menschen durch seine Macht an sich zu ziehen. Lukas erzählt von den Versuchungen Jesu: In der Wüste widersteht er der Verlockung, seine Kräfte auszunützen, um die Menschen auf billige Weise zu faszinieren (Lk 4,1-12); und auch am Kreuz hält er den Spott der Menschen aus: „Nun soll er sich selbst helfen, wenn er der erwählte Messias Gottes ist“ (Lk 23,35). Jesus will nicht, dass die Menschen an seine Wunder glauben, sondern an seine Botschaft. Deshalb gebietet er den Jüngern immer wieder, den Menschen nicht zu sagen, wer er wirklich ist, solange sie seine Taten nicht auf dem Hintergrund des Kreuzes und der Auferstehung richtig sehen können.
Jesus hat den Menschen nicht einfach alles Leid abgenommen; vielmehr wandelt er das Leid, den Tod, in neues Leben. Nachfolge Jesu heißt daher: Nicht den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, sondern den Weg in die Tiefe anzutreten. Nicht der Maßstab „Was denken die Leute von mir?“ führt zu Christus, sondern ein Leben, das die eigenen Schwachheiten und auch jene der anderen ernst nimmt als einen Teil des Lebens. „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ (Lk 9,23) Jesus nimmt den Menschen ihre eigenen Kreuze nicht ab, aber er trägt sein Kreuz mit ihnen und lässt keinen allein, weder im Leid, noch im Tod.
Jesus ist in seinem Weg der Ohnmacht sehr konsequent: Keiner seiner ersten Nachfolger, der Jünger, stammt aus der Führungsschicht. Sie sind aus dem einfachen Volk genommen, Menschen mit Grenzen und Schwächen – ihnen vertraut er seinen Weg an. Von der Nachfolge Jesu ist daher auch niemand ausgeschlossen, denn er verlangt keine besondere Vorleistung, weder der Geburt, der Herkunft, des Standes, noch einer besonderen religiösen Einstellung. Was er will, das kann letztlich ein jeder und eine jede tun: Das eigene Leben anzunehmen, nach einem Fall wieder neu anzufangen, das eigene Kreuz zu tragen. Reich Gottes gibt es nicht ohne den Geschmack der Ohnmächtigkeit, ohne ein Bekenntnis zu den Armen, den Leidenden.
Die Nachfolge Jesu ist kein bequemer Weg, von dem Jesus alle Steine weggeräumt hat, aber es ist ein Weg, der einem jeden Menschen zu jeder Zeit offensteht. Und es ist kein Weg, der an den ersten Platz führt, sondern sich mit dem letzten Platz solidarisiert.
Für wen halte ich selbst diesen Jesus? Wer ist er für mich? Das ist letztlich die zentrale Frage für mich als Christ: Da ist es nicht mehr wichtig, was andere von ihm denken; auch nicht, was die Jünger gesagt haben – sondern was ich von ihm in meinem Leben entdecke. Die Botschaft Jesu will vor allem gelebt werden.
Die Frage, die Jesus den Jüngern stellt: "Für wen haltet ihr mich?" ist auch uns gestellt. Die Jünger mussten erst eine andere und neue Messiaserwartung zu entwickeln.
Die Israeliten, denen das Kommen eines Messias verheißen war, hatten sich ihre Gedanken über ihn gemacht. Dass er ein von Gott Erwählter und ausdrücklich zum Wohl und Heil des Volkes von ihm Gesendeter sein würde, das war klarer Glaubensinhalt. Was der Messias aber im Einzelnen und konkret tun würde, darüber gab es keine genauen Angaben.
Wir können gut nachempfinden, wie die Einzelnen – je nach ihrer Lebenssituation – vielfältige Erwartungen an den Messias aufbauten. Die Tatsache, dass Jahwe dem Volk schon oft Beistand gewährt hatte – beim Auszug aus Ägypten, beim Durchqueren der Wüste, bei der Sesshaftwerdung im Land Kanaan, bei der Befreiung aus Babylonischer Gefangenschaft – ließ bei vielen die Idee aufkommen: Der Messias werde Israel zu einem starken Großreich ausbauen. Niemand würde Israel künftig knechten oder unterjochen können.
Als Jesus auftrat und durch seine Wunder Heilung und Segen unter die Menschen brachte, flammte die Diskussion hinsichtlich des Messias neu auf. Aber Jesus sammelte keine Soldaten, organisierte kein Heer zur Befreiung Israels von der römischen Besatzung. Er unterließ alles, was den Aufbau Israels zu einer Großmacht hätte vermuten lassen. Die Frage, ob er der verheißene Messias sei, wurde daher allgemein eher verneint. Infolge seines auffällig wohlwollenden Verhaltens den Menschen gegenüber und seiner Wunder, die er vollbrachte, hielt man ihn in der Bevölkerung jedoch für einen begnadeten Gottes-Mann, wie es sie in der Vergangenheit mehrfach gegeben hatte: einen Täufer, Elija und all die Propheten der Vorzeit.
Von Petrus wird im Evangelium berichtet, dass er auf die Frage Jesu „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ die sachlich richtige Antwort gibt. Du bist der „Christus Gottes“ – also der Messias. Sachlich war die Antwort richtig. Aber wie fest und tief war Petrus davon überzeugt? War es nicht mehr Hoffnung und sehnlicher Wunsch in ihm, dass es so sein möge, die Petrus dieses Bekenntnis aussprechen ließ? Sein späteres Verhalten lässt berechtigter Weise die Frage nach seiner Überzeugungstiefe stellen.
Jesus spürt, dass wenigstens die Jünger nicht abgeneigt sind, in ihm den Messias zu sehen, auch wenn er, Jesus, die Erwartungen im Volk hinsichtlich des Messias nicht erfüllt. Um die Hoffnung seiner Jünger und ihre ersten Ansätze des Glaubens an ihn als Messias zu stärken, weiht Jesus sie in das ein, was noch auf ihn zukommt: Verwerfung durch die Führer des Volkes, Leiden, aber auch die Auferstehung vom Tode nach drei Tagen. Und es ist ja genau die Auferstehung, die den Jüngern zu endgültiger Überzeugung verhilft, fest an Christus als Messias zu glauben.
Wir dürfen davon ausgehen, dass die Apostel und Jünger nach Jesu Auferstehung diesen im Rückblick noch einmal ganz neu betrachteten. Er hatte Wunder gewirkt, Menschen zur Umkehr bewegt, Gott als den alle Menschen Liebenden verkündet. Nur das hatten nach den Berichten des Alten Testamentes Gottes-Männer bereits vor ihm getan. Das, was Jesus auszeichnete, war seine uneingeschränkte Liebe und enge Verbundenheit mit dem Vater im Himmel. Auf Gott, den Vater im Himmel, war Jesus ganz und gar ausgerichtet. Die Liebe zum Vater und die Verbundenheit mit ihm bestimmten sein Denken, Reden und Handeln. Die Apostel und Jünger begriffen: Dies nachzuahmen, dazu wollte Jesus als Messias sie und alle Menschen bewegen. Nicht Macht und Glanz strebte er an. Beides lehnte er strickt ab. So wie Jesus sich durch Leid, Anfechtung, Verurteilung nicht von seiner Verbundenheit mit dem Vater und dem Weg der Liebe abbringen ließ, so sollten auch die Menschen es handhaben.
Einem Glaubenden werden nicht, nur weil er an die Existenz Gottes glaubt, alle Kreuze abgenommen. Aber eine feste Verbundenheit mit Gott gibt Kraft, den Weg der Liebe in guten wie in schwierigen Tagen und Situationen beizubehalten. Christen, die sich in ihrer Verbundenheit mit Gott immer wieder der Liebe, Hilfsbereitschaft, Versöhnung hingegeben haben, auf Rache und dem Zufügen von Schaden verzichteten, bezeugen dies bis auf den heutigen Tag. Wie für Jesus so ist auch für die Menschen aller Zeiten Gott die Kraftquelle, um Gutes zu vollbringen und Heil zu bewirken. Dies aufzuzeigen und vorzuleben, darin sah Jesus seine Aufgabe als Messias.
Die Jünger ließen sich bewegen, von ihren ursprünglichen Bildern und Erwartungen an den Messias Abstand zu nehmen – sicher sehr beglückt darüber, Jesus ganz nah erlebt haben zu dürfen. Gleichzeitig erkannten sie: Das Wirken Jesu soll durch sie fortgesetzt werden. Jesus legte den Grundstein, schuf mit seinem Leben ein Vorbild zur Nachahmung. Vom Wesen und Leben Jesu begeistert gingen die Apostel und Jünger und viele Christen nach ihnen entschlossen ans Werk, den Lebensstil Jesu möglichst getreu für sich zu übernehmen.
Auch wir sind eingeladen, unsere Verbundenheit mit Gott zu festigen und eins mit ihm immer neu Werke der Liebe in Angriff zu nehmen, wie Jesus es tat. Das könnte unser öffentliches Bekenntnis zu Christus als den von Gott gesandten Messias sein. Wo wir hellhörig sind, spüren wir, dass er auch uns die Frage stellt: Wer bin ich für dich? Welchen Stellenwert räumst du mir in deinem Leben ein?
Das Evangelium kreist um zwei Beziehungen: Um die Beziehung zu Gott und um die Beziehung der Jünger zu Jesus. Beziehungsgeschichten sind nicht einfach. Sie fordern heraus, Stellung zu nehmen.
Das heutige Evangelium ist eine doppelte Beziehungsgeschichte. Die erste wird in Form eines Gebetes geschildert, die zweite als Dialog unter Männern und die zweite.
Wir wissen, dass hier die Bibel etwas aufgreift, schildert, was unter Menschen nicht immer so gelingt, wie eben gehört: in Beziehung treten mit anderen, mit Gott. Es ist eine Herausforderung und es gehört Mut, Gelassenheit, Empathie, lange Zeit und noch viel mehr dazu. Mit anderen sich austauschen, kommunizieren, Gemeinschaft, Freundschaft pflegen, ist wesentlich für ein erfülltes Leben. Dass Beziehungen scheitern können, wo Austausch, Dialog nicht mehr möglich ist, soll nicht unerwähnt bleiben. Manchmal muss da hart gerungen werden, um nicht das Vertrauen an ein geglücktes Leben zu verlieren. Welche Gedanken auch immer sie derzeit im Zusammenhang mit Beziehungen beschäftigen, ich möchte sie jetzt einladen, mit dem heuteigen Evangelium in Kontakt zu treten, sich auszutauschen, den Dialog zu wagen. Dies tue ich im Sinne der Verfasser der Evangelien, die mit solchen Dialogen auch uns herausfordern wollen, in einen Dialog mit Jesus und untereinander einzutreten.
So möchte ich sie nun fragen: „In welcher der beiden Beziehungsgeschichte finden sie sich wieder?“ Sagen sie nicht gleich abwehrend: „ich will da gar nicht dabei sein und Rede und Antwort geben oder mich mit Gott in einem Gebet austauschen? Solche – sagen wir intensive, ganz persönliche - Beziehungsgeschichten sind nichts für mich.“ Denn ich möchte zu dem gehörten Dialog Jesu mit Gott und dem Dialog Jesu mit seinen Freunden auch sie als Hörer, als Hörerin mit einbinden, mit einbeziehen! Beziehungsgeschichten haben das so an sich, dass man/frau mit einbezogen wird. Da sie schon da sind und der Beziehungsgeschichte Jesu mit Gott und mit seinen Jüngern zugehört haben, kann ich sie gleich fragen, was sie zur Antwort von Petrus sagen, die lautete: „Für den Christus Gottes“. (früher wurde Petrus „Für den Messias“ in den Mund gelegt).
Für den Christus Gottes! - Auch wenn es oft den Anschein hat, als wenn Christus der Zweitnamen von Jeus wäre, so entspricht das nicht der Realität, der Wirklichkeit. Da geht es um mehr, um eine Glaubensaussage: der Christus, der Gesalbte Gottes.
Dass dahinter eine enorme Erwartungshaltung steckt, dass dieser Christus Gottes eine Herausforderung war damals und es heute noch ist, muss uns klar sein! Beziehungen sind eben herausfordernd und es stecken gewisse Erwartungshaltungen in ihnen. Wie schon gesagt: da sie da sind und das Evangelium gehört haben, möchte ich sie mit folgender Frage wieder mit einbeziehen in den Dialog:
Welche Bilder, welche Erlebnisse, welche Erinnerungen verbinden sie mit „Für den Christus Gottes?“
(Kurze Stille!)
Wie auch immer ihre Antwort ausfällt, sie ist wichtig. Sie ist eine der vielen Antwortversuche, von denen keine das ganze Spektrum „von Jesus dem Christus Gottes“ abdeckt. So wie Jesus im Dialog mit seinen Freunden keine „Bestätigung“ gab, sondern nur die Anweisung, ihre Antwort für sich zu behalten, so sollte es auch uns fern liegen, unsre Antworten anderen zu unterjubeln, ihnen drüber zu stülpen. Jesus, der Christus, bleibt uns ein Leben lang der Frage würdig „Wer bist du für uns, heute, morgen?“ Unsere Antworten, so verschieden sie sind, mögen uns öffnen, herausfordern, unseren Glauben als ChristInnen immer wieder zu hinterfragen. Diese Beziehungsarbeit ermöglicht auch, dass wir im Dialog mit der Bibel und ihren Botschaften bleiben.
In der Lesung aus dem Galaterbrief beschreibt Paulus die Würde der Getauften. Sie haben Christus als Gewand angelegt. An jedem einzelnen liegt es, diese Taufwürde zu entfalten und in die Gemeinschaft der Christen einzubringen.
Dass der Messias einen Weg des Leidens zu gehen hat, ist damals wie heute menschlich unbegreiflich. Er teilt jedoch mit uns Menschen auch die Tiefpunkte des Lebens.
In der Lesung aus dem Galaterbrief fordert Paulus die Getauften auf, Christus als Gewand anzuziehen. Sichtbar gelebter Glaube soll das Gewand eines jeden Christen sein. Wie die Art sich zu kleiden den persönlichen Lebensstil erkennen lässt, soll der Christ an seinem Lebensstil als Christ erkennbar sein.
"Für wen halten die Leuten den Menschensohn", fragt Jesus seine Jünger. Wer ist Jesus für Dich, für mich? Eine Frage, die uns auch heute noch herausfordert.
Lieder:
GL 149: Liebster Jesus, wir sind hier
GL 211: Wir rühmen dich, König der Herrlichkeit
GL 213: O heilge Seelsenspeise (2. Str.)
GL 215: Gott sei gelobet und gebenedeiet (2. Str.)
GL 275: Selig, wem Christus auf dem Weg begegnet (1. und 2. Str.)
GL 297: Wir danken dir, Herr Jesus Christ
GL 347: Der Geist des Herrn erfüllt das All (3. Str.)
GL 357: Wie schön leuchtet der Morgenstern
GL 359: O selger Urgrund allen Seins (1. und 2. Str.)
GL 366: Jesus Christus, guter Hirte
GL 440: Hilf, Herr meines Lebens
GL 448: Herr, gib uns Mut zum Hören
GL 455: Alles meinem Gott zu Ehren
GL 456: Herr, du bist mein Leben, Herr, du bist mein Weg
GL 460: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde
GL 464: Gott liebt diese Welt
GL 560,1: Christus Sieger, Christus König (Christusrufe)
Kehrverse und Psalmen:
GL 42: Nach Gott, dem Lebendigen dürstet meine Seele - Mit Psalm 42 und 43 - VI.
GL 56: Freut euch, wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade - Mit Psalm 100 - V.
GL 420: Meine Seele dürstet nach dir, mein Gott - Mit Psalm 67 (GL 46,2) - II.
GL 616: Gott, du mein Gott, dich suche ich, meine Seele dürstet nach dir. - Mit Psalm 63 - IV.
GL 629: Du führst mich hinaus ins Weite, du machst meine Finsternis hell - Mit Psalm 30 - I.
GL 629,5-6: Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit - Mit Phil 2,6-11 - VI.
GL 651,5-6: Freut euch, wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade - Mit Psalm 34 - V.
Im heutigen Evangelium erhalten wir einen kurzen Einblick in den Glaubensweg der Jünger. Es gelingt ihnen, sich in Bezug auf den Messias vom allgemeinen Wunschdenken und den Erwartungen im Volk zu befreien. Nach und nach erkennen sie, dass Jesus wahrhaft der verheißene Messias ist, auch wenn er den Vorstellungen und Erwartungen der Allgemeinheit nicht entspricht.
Wenden wir uns dem Messias zu.
Zum Weltflüchtlingstag:
Ein „Welttag der Migrant/innen und Flüchtlinge“ wurde erstmals 1914 von Papst Benedikt XV. unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs ausgerufen und seither jährlich gefeiert. Seit dem Jahr 2001 wird am 20. Juni der Weltflüchtlingstag gefeiert.
Laut einer Statistik des UNHCR, des Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen, waren im Jahr 2011 insgesamt 42,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten davon kommen aus den Ländern Afghanistan, Irak, Somalia und der Demokratischen Republik Kongo. Ein Großteil der Flüchtlinge flüchtet entweder innerhalb des eigenen Landes (Binnenvertriebene) oder in ein Nachbarland.
Angesichts dieser großen Zahl an Menschen, die weltweit von Flucht betroffen sind, ganz zu schweigen von all denjenigen, die aus anderen Gründen „Fremde“ sind, möchten wir am heutigen Sonntag diesen „Welttag der Migrant/innen und Flüchtlinge“ feiern.
„Auch Gott ist ein Fremder“: Der Titel, unter den der Weltflüchtlingstag in diesem Jahr gestellt wurde, soll uns über verschiedene Aspekte des Fremdseins, das uns in vielen Bereichen unseres Lebens begegnet, nachdenken und unser eigenes Verhalten gegenüber Flüchtlingen und Fremden reflektieren lassen.
Die Aufforderung im Alten Testament: „Der Fremde gelte unter euch wie ein Einheimischer“, könnte dabei ein Leitfaden für unser Verhalten gegenüber Fremden werden.
Im heutigen Evangelium hören wir bei Lukas, dass Jesus von seinen Jüngern als der Messias erkannt wurde:
Jesus Christus, du hast uns erlöst
und gezeigt, wie wir Christen miteinander umgehen sollen.
Wir begegnen dir in den Schwachen in unserer Gesellschaft,
besonders im Fremden und der Asylwerberin.
Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere leben illegal in Österreich.
Um die Abschiebung zu sichern, werden sie in Schubhaft genommen: ohne ausreichende Information, ohne entsprechende Begleitung, ohne Möglichkeit, sich selbst Recht zu verschaffen.
Herr, erbarme dich.
Asylwerber/innen in Österreich sind vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen.
Für viele Familien ist es sehr schwierig, ohne ausreichendes Einkommen und den fehlenden gesellschaftlichen Beteiligungs- und Integrationsmöglichkeiten ihren Alltag zu bewältigen.
Herr, erbarme dich.
Die österreichischen Regierungsparteien halten am derzeitigen Fremdengesetz fest.
Es ist lückenhaft und ermöglicht wenig Spielraum, um ungerechte, menschenunwürdige Wohn- und Lebenssituationen von Asylwerber/innen oder illegal lebenden Personen in Österreich zu verbessern.
Herr, erbarme dich.
Dankbar vertrauen wir auf das Erbarmen Gottes. '
Durch das Evangelium schenkst du, Gott, uns die Kraft, Missstände zu verändern um einen neuen Anfang zu setzen.
Um diese Kraft bitten wir durch deinen Sohn Jesus Christus, Amen.
Herr Jesus Christus,
ganz eins mit dem Vater kamst du zu unserem Heil auf die Erde.
Herr, erbarme dich.
Dem Willen Gottes, des Vaters, wusstest du dich in deinem Denken und Handeln verpflichtet.
Christus, erbarme dich.
Du lädst uns ein, mit Sorgfalt und Hingabe dein Leben nachzuahmen.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du bist die Hoffnung der Verzweifelten;
du bist der Menschensohn, dem nichts Menschliches fremd ist.
Herr, erbarme dich.
Du gehst den Weg der Ohnmacht, nicht der Macht;
den Weg des Dienens, nicht des Herrschens.
Christus, erbarme dich.
Du veränderst die Welt von innen her;
dein Weg ist die Liebe zu Gott und zu den Nächsten..
Herr, erbarme dich.
Der Herr, der für uns sein Kreuz getragen hat,
nimmt uns nicht die Last von den Schultern,
aber er stärkt uns, dass wir unser Leben mit seinen Freuden und Leiden bestehen können.
Ihm sei Dank und Lobpreis in Ewigkeit. – Amen.
Heiliger Gott,
gib, dass wir deinen Namen allezeit
fürchten und lieben.
Denn du entziehst keinem deine väterliche Hand,
der fest in deiner Liebe verwurzelt ist.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 12. Sonntag im Jahreskreis
Allmächtiger Gott,
du hast uns deinen Sohn Jesus Christus gesandt,
den Messias Israels,
den Erlöser der ganzen Welt.
Gib uns den Mut,
uns zu ihm zu bekennen,
und die Konsequenz,
unser Leben nach seiner Botschaft zu gestalten.
Darum bitten wir dich durch ihn,
Jesus Christus, unseren Herrn.
Herr Jesus Christus,
von dir, dem Bruder und Herrn, erbitten wir Kraft und Segen in unseren Anliegen.
Die Zukunft unserer Kirche liegt in unseren Kindern und Jugendlichen:
Wir beten für die jungen Menschen, die in den letzten Monaten durch Erstkommunion und Firmung gestärkt wurden.
Jesus schickte seine Jünger in die Welt und in die Gesellschaft hinaus.
Schenke uns Mut, uns auch öffentlich zu unserem Glauben zu bekennen.
Auch heute noch ist es nicht überall möglich, seinen Glauben frei zu bekennen.
Lass alle, die um ihres Glaubens willen verfolgt werden oder leiden müssen, deinen Beistand erfahren.
Du hast Frauen und Männer in deine Nachfolge gerufen.
Erbarme dich aller, die sich im Dienst am Nächsten verausgaben.
Du hast dein Kreuz auf dich genommen und den Tod besiegt.
Stehe den Sterbenden bei und nimm die Verstorbenen auf in die Gemeinschaft mit dir.
Gott, dein Sohn ist der Menschensohn, dem nichts Menschliches fremd ist.
Höre und erhöre unser Beten, durch Christus, unseren Herrn. – Amen.
Herr Jesus Christus,
du willst, dass auch wir uns zu einer konsequenten Nachahmung deines Denkens und Handelns ansprechen lassen.
Hilf uns, Gottes Willen sehr ernst zu nehmen und uns von ihm leiten zu lassen.
Christus, höre uns!
Verleihe uns Kraft, wenn die Nachahmung deines Lebens uns Mühe, Mut und Ausdauer abverlangt.
Öffne unsere Augen und Herzen für die Nöte der Menschen, damit wir ihnen rechtzeitig und in guter Weise zu Hilfe eilen.
Segne die Verkünder der Botschaft Jesu in unseren Gemeinden und Missionsgebieten und schenke ihnen Erfolg.
Bewahre alle vor Unglück, die sich zur Rettung und Bergung anderer einsetzen.
Stehe den Sterbenden bei und nimm die Verstorbenen auf in die Gemeinschaft mit dir.
Herr Jesus Christus,
wir wollen uns an der Weiterführung dessen beteiligen, das du begonnen hast.
Wir danken dir für deinen Beistand und das Vertrauen, das du in uns setzt.
Sei gepriesen, du unser Heilbringer und Messias. – Amen.
Wir kommen zum Gottesdienst zusammen, um unseren Glauben zu nähren und zu festigen.
Miteinander und füreinander lasst uns beten:
Unser gemeinsamer Glaube an Jesus Christus, seinem Lebensweg und seine Auferstehung verbindet uns in der Gemeinschaft der Kirche.
Stärke uns in unserem gemeinsamen Glauben.
Veruntreuung öffentlicher Gelder, ungerechte Begünstigungen einzelner Gruppen und politisch motivierte Tauschgeschäfte vergiften unser soziales Miteinander.
Stärke alle, die sich in kleinen wie in großen Bereichen gegen Korruption und Misswirtschaft einsetzen.
Der Schulabschluss und die Zeugnisverteilung stehen unmittelbar bevor.
Stärke Lehrer und Eltern in ihrem Bemühen, Kinder und Jugendliche auf ihrem individuellen Reifungsprozess zu begleiten.
Unsere konkrete Lebenssituation ist für uns nicht immer leicht zu ertragen.
Stärke uns im Vertrauen, dass alles leichter wird, wenn wir dich daran teilnehmen lassen.
Im Tod begegnest du uns mit der ganzen Macht deiner Wirklichkeit.
Stärke in uns den Glauben an deine Barmherzigkeit.
Guter Gott!
Wir danken dir für das Geschenk unseres Glaubens
und preisen und ehren dich in gemeinsamer Freude jetzt und allezeit. - Amen.
Gütiger Gott,
dein Sohn ist jetzt mitten unter uns.
Zusammen mit ihm bitten wir dich:
Wir beten für alle Menschen, die aus ihren Heimatländer flüchten müssen
und dabei um ihre Angehörigen fürchten müssen.
Sei Du ihnen Trost und Unterstützung!
Wir beten für die Asylsuchenden in unserem Land,
die oftmals unter den Vorurteilen der Bevölkerung
und unter ungerechten Asylverfahren leiden:
Lass ihnen Gerechtigkeit und Wohlwollen zuteil werden!
Wir beten für die Verantwortlichen in der EU für Flüchtlinge und Migrant/innen:
Öffne ihre Herzen für die Nöte dieser Menschen
und hilf ihnen im Bemühen, eine gute Gesetzgebung zu veranlassen!
Wir beten für uns selbst, die wir die Worte der Bibel die Fremden betreffend gehört haben:
Lass uns erkennen, wo wir konkrete Hilfe leisten können!
Wir beten für alle Flüchtlinge, die während der Flucht ums Leben kommen:
Lass sie bei dir ihre ewige Heimat finden!
Gott wir trauen dir,
wir glauben, dass du uns hörst
und nach deinem Willen erhörst. Amen.
Barmherziger Gott,
nimm das Opfer des Lobes
und der Versöhnung an.
Löse uns durch diese Feier aus aller Verstrickung,
damit wir in freier Hingabe ganz dir angehören.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 12. Sonntag im Jahreskreis
Kehrvers:
Jubelt ihr Lande dem Herrn;
alle Enden der Erde schauen Gottes Heil.
(GL 55,1)
Guter Gott, barmherziger Vater,
wir treten vor dich, um dir für deine nie endende Liebe zu danken.
Deine Propheten haben in deinem Volk immer wieder
den Geist des Mitleids geweckt und es zur Umkehr geführt.
Immer wieder hast du Unreinheit und Sünde von ihm abgewaschen.
Kehrvers
Jesus von Nazareth hast du als Messias gesandt,
um alle zu retten, die auf ihn hören.
Obwohl er von den Hohenpriestern und Ältesten verworfen wurde,
hast du ihn zu deiner Rechten erhöht.
Zu ihm schauen auf,
die auf sein Beispiel hin ihr Kreuz auf sich nehmen und ihm nachfolgen.
Kehrvers
Durch ihn sind alle, die seine Taufe auf sich nahmen,
deine Töchter und Söhne geworden.
In ihm sind sie eins
und es zählen nicht mehr Abstammung, Hautfarbe, Geschlecht oder Stand.
Wir danken dir für das neue Leben, das wir durch ihn gewonnen haben
und wir stimmen ein in den Lobpreis der ganzen Schöpfung.
Danklied, z. B. Nun danket alle Gott... (GL 405)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und dein Erbarmen zu rühmen.
Die Sünde hatte die Menschen von dir getrennt,
du aber hast sie zu dir zurückgeführt
durch das Blut deines Sohnes
und die Kraft deines Geistes.
Wie du eins bist mit dem Sohn
und dem Heiligen Geist,
so ist deine Kirche geeint
nach dem Bild des dreieinigen Gottes.
Sie ist dein heiliges Volk,
der Leib Christi und
der Tempel des Heiligen Geistes
zum Lob deiner Weisheit und Liebe.
Darum preisen wir dich in deiner Kirche
und vereinen uns
mit den Engeln und
Heiligen zum Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 8
Wir danken dir, heiliger, starker Gott.
Du lenkst die Geschicke der Welt
und sorgst für jeden Menschen.
Du versammelst uns zu einer Gemeinschaft,
damit wir alle dein Wort hören
und deinem Sohn im Glauben folgen.
Er ist der Weg - auf diesem Weg gelangen wir zu dir;
er ist die Wahrheit - sie allein macht uns frei;
er ist das Leben und erfüllt uns mit Freude.
Darum danken wir dir, Vater, für deine Liebe,
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Wir stimmen ein in den Gesang der Engel
und bekennen zum Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 2
In der Taufe und Firmung hat Gott uns zu seinen Söhnen und Töchtern gemacht und zu Erben seines Reiches eingesetzt.
Voller Vertrauen beten wir:
Es gibt nicht mehr Juden und Griechen,
nicht Sklaven und Freie,
nicht Männer oder Frauen:
Ihr alle seid eins in Christus.
(vgl. Gal 3,28)
Oder:
Ihr seid alle durch den Glauben
Söhne und Töchter Gottes in Christus Jesus.
(Vgl. Gal 3,26)
Oder:
Da sagte er zu ihnen:
Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
Petrus antwortete: Für den Messias Gottes.
(Lk 9,20)
Oder:
Wer sein Leben retten will, wird es verlieren,
wer aber sein Leben um meinetwillen verliert,
der wird es retten.
(Lk 9,24)
Jesus
du fragst uns
wer bin ich für euch?
Wir suchen
und manchmal finden wir
ein Stück einer Antwort
Du bist Mensch wie wir
und doch viel mehr
Du bist Gott
und doch ganz nahe
Du bist Freund und Bruder
und doch manchmal ganz fremd
Du bist hier bei uns
und doch sehen wir dich nicht
Wir möchten wie Petrus erkennen:
Du bist der Messias
du bist unser Erlöser
unser Heil und unsere Rettung
Hilf uns bei unserer Suche
und lass dich finden
hier bei uns
Eine Asylantin.
Hier ist sie nicht geboren.
Unsere Sprache versteht sie nicht.
Gearbeitet hat sie ohne Papiere.
Gewohnt hat sie wechselnd
bei einer Freundin
in einem Container.
Sie würde gern anfangen
zu arbeiten
hier bei uns.
Ihr Name ist Hoffnung,
hier kennt sie niemand.
D. Sölle, in: Träume mich, Gott. Geistliche Texte mit politischen Fragen, Wuppertal 1995.
Gütiger Gott,
du hast uns durch den Leib und das Blut Christi gestärkt.
Gib, dass wir niemals verlieren,
was wir in jeder Feier der Eucharistie empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 12. Sonntag im Jahreskreis
Du bist ganz anders, Gott,
als wir dich denken,
das hast du uns gezeigt in Jesus Christus.
Er, der dein Sohn ist
und Licht von deinem Lichte,
er ist demütig seinen Weg gegangen -
so hast du uns gerettet.
Wir danken dir,
dass du gekommen bist in diesem Menschen
und dass du uns so nahe bist
heute und alle Tage. - Amen.
(nach Huub Oosterhuis)
Ich weiß, woran ich glaube,
ich weiß, was fest besteht,
wenn alles hier im Staube
wie Sand und Staub verweht;
ich weiß, was ewig bleibet,
wo alles wankt und fällt,
wo Wahn die Weisen treibet
und Trug die Klugen prellt.
Ich weiß, was ewig dauert,
ich weiß, was nimmer läßt;
mit Diamanten mauert
mir's Gott im Herzen fest.
Die Steine sind die Worte,
die Worte hell und rein,
wodurch die schwächsten Orte
gar feste können sein.
Auch kenn ich wohl den Meister,
der mir die Feste baut,
er heißt der Herr der Geister,
auf den der Himmel schaut,
vor dem die Seraphinen
anbetend niederknien,
um den die Engel dienen:
ich weiß und kenne ihn.
Das ist das Licht der Höhe,
das ist der Jesus Christ,
der Fels, auf dem ich stehe,
der diamanten ist,
der nimmermehr kann wanken,
der Heiland und der Hort,
die Leuchte der Gedanken,
die leuchten hier und dort.
Ernst Moritz Arndt 1819, in: EG 357.

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Der Abschnitt unserer Sonntagslesung beschreibt vorausblickend die Ereignisse am Ende der Zeiten, nach dem großen Völkersturm auf Jerusalem (Sach 12,2-8). Jahwe selbst wird den Angriff auf seine heilige Stadt Jerusalem abwehren, über das Geschlecht Davids und die Einwohner Jerusalems seinen Geist ausgießen und für sie eine Quelle der Reinigung fließen lassen. Die Ausgießung des Geistes bewirkt eine tiefgreifende Umkehr und befähigt zu Mitleid - heute könnte man dabei eher an Humanität und Solidarität mit den Leidenden denken - und zu Gebet, d. h. Gottverbundenheit.
Die Befähigung zum Mitleid wird konkretisiert im Blick auf denjenigen, "den sie durchbohrt haben". Wer mit dem Durchbohrten gemeint ist, läßt sich nicht exakt bestimmen. Es könnte ein zeitgenössischer Märtyrer des Judentums, eine historische Persönlichkeit oder der ebenso wenig bestimmbare Gottesknecht der Gottesknechtslieder des Jesaja (vgl. Jes 53) gemeint sein. In der weiteren Theologiegeschichte wurde der Durchbohrte meist auf Jesus Christus hin gedeutet. Die zweite Gabe Jahwes, die Reinigungsquelle, läßt an eine Reihe von biblischen Wassermotiven denken: Sie erinnert an den Paradiesesstrom (Gen 2,10), an die Tempelquelle (Ez 47) oder an die Reinigung der Herzen (Ez 36).