Lesung aus dem Buch Exodus.
In jenen Tagen
dürstete das Volk nach Wasser
und murrte gegen Mose.
Sie sagten:
Wozu hast du uns überhaupt aus Ägypten heraufgeführt,
um mich und meine Söhne und mein Vieh
vor Durst sterben zu lassen?
Mose schrie zum HERRN:
Was soll ich mit diesem Volk anfangen?
Es fehlt nur wenig und sie steinigen mich.
Der HERR antwortete Mose:
Geh am Volk vorbei
und nimm einige von den Ältesten Israels mit;
nimm auch den Stab in die Hand,
mit dem du auf den Nil geschlagen hast,
und geh!
Siehe,
dort drüben auf dem Felsen am Horeb werde ich vor dir stehen.
Dann schlag an den Felsen!
Es wird Wasser herauskommen
und das Volk kann trinken.
Das tat Mose vor den Augen der Ältesten Israels.
Den Ort nannte er Massa und Meriba, Probe und Streit,
weil die Israeliten gehadert
und den HERRN auf die Probe gestellt hatten,
indem sie sagten: Ist der HERR in unserer Mitte oder nicht?
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Hört auf die Stimme des Herrn,
verhärtet nicht euer Herz! – Kv
Kommt, lasst uns jubeln dem HERRN, *
jauchzen dem Fels unsres Heils!
Lasst uns mit Dank seinem Angesicht nahen, *
ihm jauchzen mit Liedern! - Kv
Kommt, wir wollen uns niederwerfen, uns vor ihm verneigen, *
lasst uns niederknien vor dem HERRN, unserem Schöpfer!
Denn er ist unser Gott, /
wir sind das Volk seiner Weide, *
die Herde, von seiner Hand geführt. - Kv
Würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören! /
Verhärtet euer Herz nicht wie in Meríba, *
wie in der Wüste am Tag von Massa!
Dort haben eure Väter mich versucht, *
sie stellten mich auf die Probe und hatten doch mein Tun gesehen. - Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Gerecht gemacht also aus Glauben,
haben wir Frieden mit Gott
durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Durch ihn haben wir auch im Glauben
den Zugang zu der Gnade erhalten,
in der wir stehen,
und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes.
Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen;
denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen
durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.
Denn Christus ist,
als wir noch schwach waren,
für die zu dieser Zeit noch Gottlosen gestorben.
Dabei wird nur schwerlich jemand für einen Gerechten sterben;
vielleicht wird er jedoch
für einen guten Menschen sein Leben wagen.
Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin,
dass Christus für uns gestorben ist,
als wir noch Sünder waren.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die zweite Lesung des 3. Fastensonntags ist dem Brief des Apostels Paulus an die Römer entnommen. In diesem Abschnitt versucht Paulus darzulegen, was durch Jesus Christus anders geworden ist für die, die an ihn glauben. Der Schlüssel dazu ist in Vers 5 enthalten: Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.
Dadurch haben wir Anteil am Frieden. Friede meint hier einen umfassenden Zustand: Heil, erfülltes Leben, Ganzheit für jeden einzelnen und das ganze Volk Gottes. Paulus nennt diesen Zustand auch "in der Gnade stehen", in der Sphäre der Liebe Gottes leben.
In den Versen 6 bis 8 legt Paulus dar, daß uns diese Liebe Gottes unverdient als Geschenk (Gnade) zuteil geworden ist, noch vor unserer Hinkehr zu Gott, "als wir noch Sünder waren".
Weiters schließt er, daß wir erst recht in der Zukunft daran teilhaben werden, "wir durch ihn erst recht vor dem Gericht Gottes gerettet werden".
Wurde in der alttestamentlichen Lesung aus Ex. 17 der Fels zum Wasserquell und der Horeb zum Lebensversprechen auf dem Weg in das gelobte Land, wird der Gemeinde in Rom der "Zugang zu der Gnade" beschrieben: wir sind gerecht gemacht aus Glauben und haben Frieden mit Gott (Anfang), der seine Liebe zu uns darin erwiesen hat, dass Christus für uns gestorben ist (Schluß). Paulus formuliert bekenntnishaft, was die Gemeinde in Rom – eine heidenchristliche Gemeinde – erfahren hat.
In Röm. 6 wird Paulus dann die Taufe auslegen, die schon hier den "Zugang zu der Gnade" begründet.
Dass Paulus ein Meister der Verkettungen ist, lässt sich nicht übersehen: Weil wir (inklusiver Sprachgebrauch) in der Gnade stehen, rühmen wir uns unserer Hoffnung, die uns nicht zugrunde gehen lässt. Mit einem pointierten "denn" benennt Paulus den Grund: die Liebe Gottes ist in unsere Herzen ausgegossen (man beachte das Wasser-Motiv) durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.
Der Abschnitt lässt sich mit der Frage aufschließen, was "wir" haben, sprich: zugesprochen, geschenkt, anvertraut bekamen: den "Zugang zu der Gnade", den Heiligen Geist. Ein besonderes Augenmerk ruht darauf, dass Christus dafür gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Paulus wägt öffentlich ab, dass es keine rationale Begründung gibt und kein Verdienst. Was Liebe ist, offenbart sich im Tod Christi.
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Gerecht gemacht also aus Glauben,
haben wir Frieden mit Gott
durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Durch ihn haben wir auch im Glauben
den Zugang zu der Gnade erhalten,
in der wir stehen,
und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes.
Mehr noch,
wir rühmen uns ebenso der Bedrängnisse;
denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld,
Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung.
Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen;
denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen
durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.
Denn Christus ist,
als wir noch schwach waren,
für die zu dieser Zeit noch Gottlosen gestorben.
Dabei wird nur schwerlich jemand für einen Gerechten sterben;
vielleicht wird er jedoch
für einen guten Menschen sein Leben wagen.
Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin,
dass Christus für uns gestorben ist,
als wir noch Sünder waren.
Nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht gemacht sind,
werden wir durch ihn erst recht vor dem Zorn gerettet werden.
Da wir mit Gott versöhnt wurden
durch den Tod seines Sohnes,
als wir noch Gottes Feinde waren,
werden wir erst recht, nachdem wir versöhnt sind,
gerettet werden durch sein Leben.
Mehr noch,
ebenso rühmen wir uns Gottes durch Jesus Christus,
unseren Herrn,
durch den wir jetzt schon die Versöhnung empfangen haben.
Kv: Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! - Kv
Herr, du bist der Retter der Welt.
Gib mir lebendiges Wasser, damit mich nie mehr dürstet.
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
kam er zu einer Stadt in Samarien, die Sychar hieß
und nahe bei dem Grundstück lag,
das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte.
Dort befand sich der Jakobsbrunnen.
Jesus war müde von der Reise
und setzte sich daher an den Brunnen;
es war um die sechste Stunde.
Da kam eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen.
Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken!
Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen,
um etwas zum Essen zu kaufen.
Die Samariterin sagte zu ihm:
Wie kannst du als Jude
mich, eine Samariterin, um etwas zu trinken bitten?
Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern.
Jesus antwortete ihr:
Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht
und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!,
dann hättest du ihn gebeten
und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.
Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß
und der Brunnen ist tief;
woher hast du also das lebendige Wasser?
Bist du etwa größer als unser Vater Jakob,
der uns den Brunnen gegeben
und selbst daraus getrunken hat,
wie seine Söhne und seine Herden?
Jesus antwortete ihr:
Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen;
wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde,
wird niemals mehr Durst haben;
vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe,
in ihm zu einer Quelle werden,
deren Wasser ins ewige Leben fließt.
Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser,
damit ich keinen Durst mehr habe
und nicht mehr hierherkommen muss, um Wasser zu schöpfen!
Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen Mann
und komm wieder her!
Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann.
Jesus sagte zu ihr:
Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann.
Denn fünf Männer hast du gehabt
und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann.
Damit hast du die Wahrheit gesagt.
Die Frau sagte zu ihm:
Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist.
Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet;
ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte,
wo man anbeten muss.
Jesus sprach zu ihr:
Glaube mir, Frau, die Stunde kommt,
zu der ihr weder auf diesem Berg
noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.
Ihr betet an, was ihr nicht kennt,
wir beten an, was wir kennen;
denn das Heil kommt von den Juden.
Aber die Stunde kommt und sie ist schon da,
zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden
im Geist und in der Wahrheit;
denn so will der Vater angebetet werden.
Gott ist Geist
und alle, die ihn anbeten,
müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.
Die Frau sagte zu ihm:
Ich weiß, dass der Messias kommt,
der Christus heißt.
Wenn er kommt,
wird er uns alles verkünden.
Da sagte Jesus zu ihr:
Ich bin es, der mit dir spricht.
Inzwischen waren seine Jünger zurückgekommen.
Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach,
doch keiner sagte: Was suchst du?
oder: Was redest du mit ihr?
Die Frau ließ ihren Wasserkrug stehen,
kehrte zurück in die Stadt
und sagte zu den Leuten:
Kommt her, seht, da ist ein Mensch,
der mir alles gesagt hat, was ich getan habe:
Ist er vielleicht der Christus?
Da gingen sie aus der Stadt heraus und kamen zu ihm.
Währenddessen baten ihn seine Jünger: Rabbi, iss!
Er aber sagte zu ihnen:
Ich habe eine Speise zu essen,
die ihr nicht kennt.
Da sagten die Jünger zueinander:
Hat ihm jemand etwas zu essen gebracht?
Jesus sprach zu ihnen:
Meine Speise ist es,
den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat,
und sein Werk zu vollenden.
Sagt ihr nicht: Noch vier Monate dauert es bis zur Ernte?
Sieh, ich sage euch: Erhebt eure Augen
und seht, dass die Felder schon weiß sind zur Ernte!
Schon empfängt der Schnitter seinen Lohn
und sammelt Frucht für das ewige Leben,
sodass sich der Sämann und der Schnitter gemeinsam freuen.
Denn hier hat das Sprichwort recht:
Einer sät und ein anderer erntet.
Ich habe euch gesandt
zu ernten, wofür ihr euch nicht abgemüht habt;
andere haben sich abgemüht
und euch ist ihre Mühe zugutegekommen.
Aus jener Stadt kamen viele Samariter zum Glauben an Jesus
auf das Wort der Frau hin,
die bezeugt hatte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.
Als die Samariter zu ihm kamen,
baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben;
und er blieb dort zwei Tage.
Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn
aufgrund seiner eigenen Worte.
Und zu der Frau sagten sie:
Nicht mehr aufgrund deiner Rede glauben wir,
denn wir haben selbst gehört
und wissen:
Er ist wirklich der Retter der Welt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das Evangelium ist dem 4. Kapitel des Johannes entnommen. Jesus zieht auf dem Weg von Galiläa nach Jerusalem durch Samarien. Dieses Gebiet war einst Kernland des israelischen Nordreiches. Im 8. Jh. v. Chr. wurde es assyrische Provinz. Da sich in dieser Zeit die Bevölkerung mit der neuen Oberschicht mischte, wurde es von den Juden als kultisch unrein betrachtet. Es entwickelte sich ein eigenständiger samaritischer Kult, der sich trotz mehrfacher Versuche nie gänzlich auslöschen lies. In den Büchern des Neuen Testamentes treten an mehreren Stellen die religiösen Spannungen zwischen Juden und Samaritern zutage. Diese bilden auch den Hintergrund der Erzählung von der Begegnung Jesu mit der Frau am Jakobsbrunnen.
Die Frau gilt in einem mehrfachen Sinn als vom Heil abgeschnitten: Als Frau, durch ihren Lebenswandel, als Samariterin. Trotzdem nimmt Jesus Kontakt zu ihr auf; nicht nur aus einer persönlichen Notlage heraus. Es kommt zu einer Begegnung, in der die Frau (und später auch die Leute aus ihrem Dorf) zum Glauben an den Messias findet, während Jesus von den eigenen Volksangehörigen als solcher abgelehnt (im folgenden Kapitel 5) wird.
In der Erzählung haben Wasser und die Speisen, welche die Jünger besorgten, eine besondere symbolische Bedeutung. Man kann die Geschichte nicht lesen, ohne an die Wasser- und Speisungswunder des Alten Testamentes zu denken.
Betrachtet man die österliche Bußzeit als Vorbereitungszeit auf den Empfang des Taufsakramentes, so steht ab dem dritten Fastensonntag der konkrete Weg zu diesem Sakrament immer mehr im Mittelpunkt. In Sonntagsgottesdiensten und zusätzlichen Bußgottesdiensten soll die gemeinsame Vorbereitung geschehen. Dabei geht es nicht mehr um Glaubenswissen oder Glaubensbelehrung, sondern um die tiefere Erkenntnis Christi, um die Erkenntnis des eigenen Herzens oder die Befreiung vom "Negativen". Also um die intensive Vorbereitung auf die Osternacht und die Feier der Auferstehung.
Das Gespräch Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen zeigt, wie der Evangelist Johannes mit dem hintergründigen Sinn von Worten und Begriffen "spielt". Zunächst spricht Jesus von Wasser im wörtlichen Sinn. Mit seinem Angebot, "lebendiges Wasser" zu geben, kommt ein doppeldeutiger Begriff ins Spiel. Er kann, wörtlich verstanden, das fließende Wasser bezeichnen, im Unterschied zum Wasser aus der Zisterne. So fasst ihn die Frau zunächst auch auf. Zwar stellt sie erstmals die Frage nach der Würde Jesu ("Bist du etwa größer als unser Vater Jakob?"); doch ihr bleibt der tiefere Sinn des "lebendigen Wassers" selbst dann noch verborgen, als Jesus es auf das ewige Leben bezieht. Denn die Verheißung, das von Jesus gegebene Wasser werde nie mehr dürsten lassen, versteht sie als Erleichterung der täglichen Mühsal: Sie müsste nicht mehr zum Brunnen gehen, um Wasser zu schöpfen.
Jesus meint dagegen, dass das menschliche Streben nach Sinn und Erfüllung gestillt wird; er spricht von der Gabe einer neuen Existenz, die auch den Tod überdauert - vielleicht mit besonderer Beziehung zum Geist. Dass die Frau dies letztlich versteht, zeigt eine fast unscheinbare Bemerkung: Sie läßt ihr Schöpfgefäß stehen, ehe ihr Zeugnis die Einwohner der Stadt zu Jesus führt.
Das Evangelium erzählt eine Begegnung am Brunnen. Sein Ort ist weder zufällig noch unwichtig: Sychar in Samarien. Für Juden ist Samarien unrein, obwohl der Brunnen mit dem Namen Jakob, einem der Väter Israels, eng verbunden ist. Jesus spricht als Jude und Mann - gegen die gute Sitte - eine Samariterin an und erbittet von ihr Wasser. Dass die Frau keinen Namen hat, macht sie "typisch" - ihre Lebensgeschichte allerdings, die Jesus kennt, gibt ihr die Würde, einmalig zu sein.
Der Brunnen wird bei Johannes zu einem Ort der Offenbarung. Das Gespräch, das ohne Jünger geführt wird und Jesus mit der samaritanischen Frau allein zeigt, kreist um das Wasser: Jesus, der von der Frau das Wasser aus dem Brunnen erbittet, offenbart sich ihr als das "lebendige" Wasser, das ewiges Leben schenkt.
Zu dieser Offenbarung - Jesus spricht am Ende sogar davon, der Messias zu sein - gehört, dass die Heiligen Orte, der Berg Garizim für die Samariter, der Berg Zion für die Juden, nicht mehr die Orte der Gegenwart Gottes sind, auch nicht mehr Menschen und Gebete trennen: "Die Stunde kommt - und sie ist schon da (!) -, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden." Dass die Stunde schon da ist, kann nur Jesus sagen. Er selbst ist da. Der, der um Wasser bat, ist die Wahrheit: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Johannes hat die Geschichte kunstvoll aufgebaut. Er legt der samaritanischen Frau in den Mund, was zu einem Bekenntnis wird. Oder: was ihr aufgeht:
Erst ist Jesus ein Jude (V. 9), dann ein Prophet (V. 19b), am Ende formuliert sie die die Hoffnung, dass der Messias kommt (V. 25). Darauf hin offenbart sich ihr Jesus.
Die fast schon intime Begegnung am Brunnen mit vielen zärtlichen Zwischentönen wird von Johannes geöffnet: Viele Samariter kommen zum Glauben und bitten Jesus, bei ihnen zu bleiben. Zwei Tage bleibt er bei ihnen (am dritten ist seine Auferstehung).
Die Geschichte am Jakobsbrunnen endet mit der Begegnung der anderen Samariter mit der Frau. Sie legen vor ihr (!) das Bekenntnis ab: "Nicht mehr aufgrund deiner Aussage glauben wir, sondern weil wir ihn selbst gehört haben und nun wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt." Dieses Messiasbekenntnis ist gleich in zweifacher Hinsicht bemerkenswert: Es kommt aus dem Mund der Samariter (nicht der Juden), ist aber von einer Frau mit Vergangenheit bezeugt und vor ihr sogar bekannt. Johannes nimmt in dieser Begegnungsgeschichte das Osterzeugnis der Maria von Magdala vorweg (Joh. 20,11-18).
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
kam er zu einer Stadt in Samarien, die Sychar hieß
und nahe bei dem Grundstück lag,
das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte.
Dort befand sich der Jakobsbrunnen.
Jesus war müde von der Reise
nd setzte sich daher an den Brunnen;
es war um die sechste Stunde.
Da kam eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen.
Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken!
Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen,
um etwas zum Essen zu kaufen.
Die Samariterin sagte zu ihm:
Wie kannst du als Jude
mich, eine Samariterin, um etwas zu trinken bitten?
Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern.
Jesus antwortete ihr:
Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht
und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!,
dann hättest du ihn gebeten
und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.
Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß
und der Brunnen ist tief;
woher hast du also das lebendige Wasser?
Bist du etwa größer als unser Vater Jakob,
der uns den Brunnen gegeben
und selbst daraus getrunken hat,
wie seine Söhne und seine Herden?
Jesus antwortete ihr:
Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen;
wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde,
wird niemals mehr Durst haben;
vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe,
in ihm zu einer Quelle werden,
deren Wasser ins ewige Leben fließt.
Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser,
damit ich keinen Durst mehr habe
und nicht mehr hierherkommen muss, um Wasser zu schöpfen!
Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist.
Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet;
ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte,
wo man anbeten muss.
Jesus sprach zu ihr:
Glaube mir, Frau, die Stunde kommt,
zu der ihr weder auf diesem Berg
noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.
Ihr betet an, was ihr nicht kennt,
wir beten an, was wir kennen;
denn das Heil kommt von den Juden.
Aber die Stunde kommt und sie ist schon da,
zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden
im Geist und in der Wahrheit;
denn so will der Vater angebetet werden.
Gott ist Geist
und alle, die ihn anbeten,
müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.
Die Frau sagte zu ihm:
Ich weiß, dass der Messias kommt,
der Christus heißt.
Wenn er kommt,
wird er uns alles verkünden.
Da sagte Jesus zu ihr:
Ich bin es, der mit dir spricht.
Aus jener Stadt kamen viele Samariter zum Glauben an Jesus.
Als die Samariter zu ihm kamen,
baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben;
und er blieb dort zwei Tage.
Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn
aufgrund seiner eigenen Worte.
Und zu der Frau sagten sie:
Nicht mehr aufgrund deiner Rede glauben wir,
denn wir haben selbst gehört
und wissen:
Er ist wirklich der Retter der Welt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Jakobsbrunnen ist ein geschichtsträchtiger und bedeutungsträchtiger Ort. Für eine Frau wird er zum Ort der besonderen Gottesbegegnung. Die Geschichte lädt ein, über meine besonderen Orte der Begegnung und der Gottesbegegnung nachzudenken.
Geprägte Orte sind Orte mit einem eigenen Zauber. Diese Orte haben viele Menschen. Sie feiern den Jahrestag ihrer Liebe an dem Ort, wo alles begann. Sie fahren mit Enkeln an die Orte der eigenen Kindheit. Manche machen seit Jahren im selben Ort Urlaub, weil er ihnen so viel bedeutet.
Geprägter Ort Jakobsbrunnen
Und der Jakobsbrunnen? Er ist in vielfacher Weise ein geprägter Ort. Zunächst steht er für die Geschichte eines Volkes. Am brennenden Dornbusch stellt Gott sich dem Mose vor als der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Jeder der drei machte besondere Gotteserfahrungen. Die Geschichte Jakobs ist die Geschichte eines Ringens mit der eigenen Lebensgeschichte und mit Gott. In Jakobs Geschichte holt ihn seine Vergangenheit ihn holt ein.
Der Jakobsbrunnen ist somit der Ort einer Begegnung, die viele Rahmen sprengt. Juden und Samariter hatten nichts miteinander zu tun. Es war auch gegen die Regel, dass ein Mann in der Öffentlichkeit eine fremde Frau anspricht. Beides aber geschieht. Der Jude Jesus bittet die samaritische Frau um einen Schluck Wasser aus diesem Brunnen.
Schließlich gilt das Evangelium der Begegnung am Jakobsbrunnen auch als Lehrstück eines Seelsorgegesprächs. Aus der Frage nach einem Schluck Wasser wird ein Gespräch über Glauben, Leben und die eigene Geschichte. [Beim Vorlesen mit verteilten Rollen wird dies noch deutlicher. - Text zum Herunterladen als PDF - Text zum Herunterladen als RTF]
Die Weise, in der Johannes sein Evangelium erzählt, macht den Jakobsbrunnen noch einmal zu einem besonderen Ort. Das Johannesevangelium kennt zwei Fragen Jesu nach einem Getränk. Die eine ist am Jakobsbrunnen und schenkt der Frau ein befreiteres Leben. Die andere Stelle ist am Kreuz. Dort wird ihm gegen seinen Durst Essigwasser gereicht. Dann starb er und beschenkte alle Glaubenden mit Erlösung.
Kann diese Kirche, in der wir gerade zusammen beten und singen, ein geprägter Ort für Sie werden? Kann hier die Gelegenheit sein, die eigene Not von heute zu beschreiben und zu verändern? Die Samariterin hatte das am Brunnen nicht vor. Sie wollte nur schnell Wasser holen und am besten keinem Menschen begegnen. Kein Gespräch, keine fremden Probleme, kein Getratsche wollte sie haben. Ihr ging es nur um das Wasser für Zuhause. Dafür nahm sie einen Gang in der Hitze des Tages in Kauf. - Was nehme ich, was nehmen Sie in Kauf für das, was Ihnen wichtig ist? Zählt da die Frage der Entfernung? Oder tritt das zurück hinter der Hoffnung, mit der ich die Kirche aufsuche?
Für uns hier ist [hier können Sie den aktuellen Ort eingefügt] ein geprägter Ort, den viele Menschen immer wieder aufsuchen. (Ich sehe einige nicken.) Wir sind mit unserer Erfahrung mit diesem Ort nicht allein. Es sollte vielleicht einmal möglich werden, in einem kleinen Kreis zu erzählen, was dieser Ort mit mir gemacht hat. Freilich setzt das Vertrauen voraus. Die Menschen, die meine Geschichte hören, sollen es nicht weitertragen. Die Geschichten der anderen können ermutigen, die eine oder andere gute Erfahrung auch zu probieren. Wir werden nichts verlieren, aber können viel gewinnen.
Bei der Samariterin ist es anders. Sie steht im Ort zu ihrer Geschichte, die die meisten Menschen eh alle kennen. Sie sagt vielmehr: „Jesus hat mir geholfen, mich mit dieser Situation zu versöhnen. Ich wünsche euch das auch. Kommt mit ihm in Kontakt. Hört euch seine Hinweise und Einladungen an. Und erlebt, dass er nicht verurteilt!“
Sind die Inhalte des Gesprächs zwischen der Samariterin und Jesus nicht auch weiter aktuell?
Sie erwartete von Jesus bestimmte Umgangsformen. Haben wir sie nicht auch?
Sie konnte mit dem anderen Auftreten Jesu mitgehen. Es rührte etwas in ihr an. Und wir?
Die Frau suchte nach der Sicherheit bisheriger Antworten. Wie sehr suchen wir Sicherheit?
Das Wasser, das den Durst bleibend stillt, wünschen wir uns wohl alle. Wie träume ich davon?
Die vielen Beziehungen der Frau sprechen von ihrer Sehnsucht, aber auch von ihren Brüchen und Verletzungen. Welche davon sind meine?
Finde ich den Menschen und den Ort, um selbst über meine Dinge zu sprechen?
Dieses Evangelium ist kein Text für zwischendurch. Die Fastenzeit will ermutigen, sich in Ruhe mit einem Gedanken zu beschäftigen. In diesem Evangelium geht Jesus mit der Frau einige Schritte hin zu ihrer Freiheit, die er an Ostern vollenden wird. Es kann auch die Vollendung unserer Schritte sein.
Wasser ist lebensnotwendig und daher eine große Gabe Gottes. Die biblischen Texte führen zum Osterfest hin, an dem das Wasser der Taufe für Symbol für neues Leben gefeiert wird. Die Begegnung Jesu mit der Frau am Jakobsbrunnen zeigt, wie die Begegnung mit Gott zur Wahrheit und zu vollem Leben führt.
Wenn Sie sich die Evangelien und die anderen Schriftstellen der letzten beiden Sonntage ansehen und reflektieren, merken Sie eine große inhaltliche Steigerung. Wir gehen gleichsam den Kalvarienberg hinauf bis zum Höhepunkt von Tod und Auferstehung Jesu.
Der 1. Fastensonntag beginnt auch für Jesus düster: Versuchungen, denen er standhält.
Vorigen Sonntag erhellt sich das Bild hin zum Licht der Verklärung.
Die Texte vom 3. Fastensonntag zeigen Aufbruch, Umkehr, Neubeginn.
In der ersten Lesung hören wir vom Aufbruch Israels weg aus Ägypten. Da merkt man, wie schwer so ein Aufbruch, verbunden mit einem Neubeginn sein kann. Die Menschen haben das Gefühl, dass ihnen alles genommen wird, sogar das Nötigste zum Leben: Wasser und Nahrung. Deshalb beginnen sie zu murren und zweifeln an der Leitungskompetenz des Mose. Es soll alles beim Alten bleiben. In Ägypten sind wir wohl geschunden, niedergeknechtet worden, aber unsere Existenz war gesichert. Befinden sich nicht auch heute Menschen in sehr prekären Situationen? Der Beruf ist weg, alles, was wir zum Leben brauchen in Frage gestellt. Aufbruch, Änderung. Wohin soll diese Ungewissheit führen? „Die Politik hat versagt“, so hört man oft die Verzweiflung der betroffenen Personen, das stimmt aber nur zum Teil. Der Ruf nach dem starken Mann ist unüberhörbar. Politiker fürchten um ihre Abwahl, haben Angst vor haushohen Wahlniederlagen. Das alles kann zu gefährlichen politischen Situationen führen. Und Mose? Ich denke, ihm geht es nicht viel besser, wenn er zum Herrn schreit: „Was soll ich mit diesem Volk anfangen? Es fehlt nur wenig, und sie steinigen mich“ (Ex.17,4). Diese Steinigung erfolgt auch heute über Fake News, Hasspostings und Shitstorms.
Der Herr hilft. Vom Felsen des Berges Horeb kommt Wasser und das Volk kann trinken. Körper und Geist werden frisch. Auch Nahrung wird es geben: Manna. Die Menschen erkennen diese eigenartige Speise nicht: „Manna“ bedeutet nämlich: Was ist das (für eine Nahrung?)
Aufbruch, Neubeginn, Änderungen für ein ganzes Volk. Was für ein ganzes Volk notwendig ist, geschieht auch an einer einzelnen Person, an einer Frau, deren Lebensgeschichte in wenigen Worten dargestellt wird. „Da kam e i n e s a m a r i t i s c h e Frau, um Wasser zu schöpfen.“ (Joh.4,5) zum Jakobsbrunnen. Der Überlieferung nach habe Jakob diesen Brunnen gegraben, die Quelle mit erfrischendem Wasser gefasst- Quelle als erfrischender Anfang. D i e Samariterin kam mit Jesus ins Gespräch. Ihr Name wird nicht genannt. Die Samariter haben seit der Zerstörung des Nordreiches durch die Assyrer 722 vor Chr. und ihrer Deportation eine eigenständige Entwicklung genommen. Die Assyrer brachten Umsiedler ins Land, die sich mit den verbliebenen israelischen Bewohnern vermischten und durch die sich auch die Kulte verfremdeten, was unter orthodoxen Juden ein ausgesprochenes No Go war und daraus Trennung bis hin zu Feindschaften entstanden.
Auch die bunte Lebensgeschichte der Frau mit ihren fünf Männern wird offenbar. Das weist auf übergroße Sehnsucht hin. Du kannst noch fünf dazu haben, du wirst so nie glücklich sein. Mit dem Hinweis auf diese Wahrheit tritt bei ihr Umkehr durch Erkenntnis ein, die weiterführt bis zur Offenbarung Jesu: „Ich bin es, der mit dir spricht.“ (Joh.4,26). Bei dieser Begegnung zwischen Jesus und der samaritischen Frau geschieht Erstaunliches: Jesus durchbricht im Gespräch die engen Grenzen aus der kleinen Welt hinaus in die große Welt. Alle Menschen sind in dieses Heil eingeschlossen, in die Liebe einbezogen. Das wird ein Fanatiker nicht verstehen. Der richtet Zäune auf. Jesus reißt sie nieder. Zäune, Maschengitter aufrichten, Verbotsgesetze, Erlässe geschehen auch heute vielerorts auch dort, wo sie nicht notwendig sind.
Wie reißt Jesus diese Zäune des Hasses, des Fanatismus nieder? Es geschieht durch Gespräch, das aber auch von Missverständnissen begleitet ist. Es verläuft zunächst auf einer sehr realen Alltagsebene. Jesus bittet die Frau um Wasser, um Durst zu löschen, aber dieser Begriff ist noch auf einer höheren Ebene zu verstehen: „Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben.“ (Joh.4,14). Dieses Wasser wird zu einer Quelle für das ewige Leben. Gemeint ist die Sehnsucht, der Durst nach Geborgenheit, nach Leben und Liebe. Gott hat den Menschen auf Glück hin geschaffen, auf innere Zufriedenheit. Diese Gesprächsführung mit der Frau war ermunternd, erfrischend, aufbauend und trotzdem bei der Wahrheit bleibend, auch wenn diese wahrscheinlich nicht angenehm war. Es gibt auch viele öde, oberflächliche Gespräche, bedeutungslose small talks. Sie wirken wie abgestandenes Wasser. Wie ist es um unsere Gesprächsführung bestellt?
Wasser ist auch Naturquell für die Schöpfung. Jesus wird aber für sein aufmunterndes Gespräch und für seine Taten durch die Kreuzigung bestraft. Das bleibt aber wirkungslos, denn er selber spendet neues Leben. Sprudelndes, erfrischendes Wasser, Jakobsbrunnen sollen wir alle für unsere Mitmenschen sein. Ein Wunsch für die Fastenzeit und darüber hinaus.
Das Gespräch Jesu mit der Samariterin setzt an bei der alltäglichen Erfahrung des Durstes. Er führt die Gesprächspartnerin hin zu einer neuen Sichtweise ihres Lebens.
Das Gespräch Jesu mit einer Samariterin am Jakobsbrunnen kreist zunächst um Wasser aus dem Brunnen, das den Durst stillt. Jesus führt seine Gesprächspartnerin hin zum Wasser, das den Durst nach erfülltem Leben stillen kann. Dieser Durst wird gestillt, wo wir der barmherzigen Liebe Gottes begegnen.
Hinter der Erzählung vom wunderbaren Wasser aus dem Felsen (1. Lesung) steht eine beinharte Erfahrung des Durstes. Das Volk erlebt sich in die Enge getrieben, treibt Mose in die Enge, dieser schreit zu Gott. Gott hält das Schreien der Menschen aus. Es darf gestritten werden. Wenn es um die Not von Menschen geht, müssen wir Klartext aushalten.
Jesus hat sich für mich viel Zeit genommen. Wer möchte das nicht gerne sagen können? Die Samariterin am Jakobsbrunnen konnte es. Diese Begegnung war ein Weg durch ihre Liebe, ihre Bedürfnisse, ihre Niederlagen und ihre nicht endende Hoffnung. Gerade die Hoffnung hat Jesus gestärkt.
Jesus, die Grundlage der Hoffnung, bitten wir:
(Texte zum vorlesen des Evangliums mit verteilten Rollen: Download als PDF - Download als RTF)
Herr Jesus,
der du einen Menschen ansprichst, um ihn zu beschenken.
Kyrie, eleison.
Her Jesus,
der du auf das schaust, was diesen Menschen ausmacht.
Christe, eleison.
Herr Jesus,
der du die Menschen wachsen lässt, die deine Nähe suchen.
Kyrie, eleison.
Gott, unser Vater,
du bist der Quell des Erbarmens und der Güte,
wir stehen als Sünder vor dir,
und unser Gewissen klagt uns an
Sieh auf unsere Not und lass uns Vergebung finden
durch Fasten, Gebet und Werke der Liebe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 3. Fastensonntag
Gott des Lebens,
dein Sohn hat deinen Willen erfüllt
und ist Menschen mit deiner Liebe begegnet.
Lass uns heute mit unserem Alltag sein Wort hören,
damit sich seine befreienden Worte
in unserem Herzen entfalten.
Darum bitten wir durch ihn,
deinen Sohn, den du uns gesandt hast. – Amen.
Die Menschen in Sychar spürten, dass Jesus ihnen Hilfe geben kann. Und sie nahmen diese an.
Herr, wir bitten dich für Menschen, die Hilfe gebrauchen:
V./A.: Herr, sei Begleiter des Lebens
Wir bitten dich für alle Menschen,
die sich enttäuscht zurückgezogen haben.
Wir bitten dich für alle Menschen,
die ihre Schuld ahnen und sich schämen.
Wir bitten dich für alle Menschen,
die einen Impuls für ein Weiter gebrauchen.
Wir bitten dich für alle Menschen,
deren Sehnsucht nach Leben verschüttet ist.
Wir bitten dich für alle Menschen,
die ihrem Elend hilflos gegenüberstehen.
Wir bitten dich für alle Menschen,
die heute sterben und für die, die deine Wahrheit schauen.
Denn wo immer du Hilfe bist, zeigt sich deine Größe und Liebe.
Auf die hoffen wir heute, in dieser Woche und in Ewigkeit. - Amen.
Zu Jesus, der um unsere tiefe Sehnsucht nach einem erfüllten Leben weiß, kommen wir mit unseren Bitten:
Um Freude aus unserem Glauben an dich, damit wir wirksam und überzeugend deine Botschaft verkünden und bezeugen können.
Um eine hoffnungsvolle Haltung in den vielen aktuellen Krisensituationen, in denen wir zwischen Panikmache, Realitätsverlust und Resignation schwanken.
Um eine gute Begleitung für alle, die sich in diesen Wochen auf den Empfang der Taufe vorbereiten.
Um Menschen, die offen und vorurteilsfrei anderen zuhören und ihnen so eine Möglichkeit bieten, sich selbst besser kennenzulernen.
Um deine Nähe für unsere Verstorbenen, in der ihr Durst nach ewigen Leben gestillt ist.
Worauf wir letztlich bauen und wie wir mit unserer tiefen Sehnsucht nach einem erfüllten Leben umgehen, entscheidet sich in unserer Beziehung zu dir Christus, unserem Herrn und Erlöser.
Dir glauben und vertrauen wir, auf dich hoffen wir und für deine Liebe danken wir dir, heute und bis in Ewigkeit. - Amen.
Barmherziger Gott,
befreie uns durch dieses Opfer von unseren Sünden
und schenke uns die Kraft, auch den Brüdern zu vergeben,
wenn sie an uns schuldig geworden sind.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Fastensonntag
Gott des Lebens,
aus dem erbetenen Wasser am Jakobsbrunnen
wurde neues Leben für die Samariterin.
Lass aus diesen Gaben von Brot und Wein
deinen Segen für uns Leben spürbar werden,
wenn wir Leib und Blut deines Sohnes empfangen.
Darum bitten wir durch ihn, unseren Herrn. – Amen.
(für den priesterlosen Wortgottesdienst)
Kehrvers:
Der Herr ist mein Hirt; er führt mich an Wasser des Lebens. (GL 37,1)
Wir kommen zu dir, o Gott, um dir zu danken.
Denn du sorgst für dein Volk und nährst es.
In der Wüste hast du ihm Wasser aus dem Felsen gegeben,
damit es nicht verdurste.
Kehrvers
In Jesus von Nazareth hast du den Bund mit deinem Volk erneuert
und ihm lebendiges Wasser gegeben, das ewiges Leben schenkt.
Wer davon trinkt, wird keinen Durst mehr haben.
Kehrvers
Im Wasser der Taufe wäscht er uns rein von unserer Schuld
und lässt er uns teilhaben an der Gemeinschaft der Kinder Gottes.
Aus Glauben hat er uns gerecht gemacht
und mit dem Frieden deines Reiches beschenkt.
Kehrvers
Darum loben und preisen wir dich,
wir beten dich an im Geist und in der Wahrheit.
Mit der ganzen Schöpfung
und mit allen Engeln und Heiligen singen wir zu deinem Lob:
Danklied, z. B.: Lasst uns loben, freudig loben (GL 489)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Er hatte der Samariterin
schon die Gnade des Glaubens geschenkt,
als er sie bat,
ihm einen Trunk Wasser zu reichen.
Nach ihrem Glauben dürstete ihn mehr
als nach dem Wasser,
denn er wollte im gläubigen Herzen
das Feuer der göttlichen Liebe entzünden.
Darum preisen dich deine Erlösten
und vereinen sich mit den Chören der Engel
zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Fastensonntag 3
Jesus spricht davon, dass die wahren Beter in Geist und Wahrheit anbeten werden. Sein eigenes Gebet war von Geist und Leben erfüllt. Und er lehrte die Jünger zu beten:
Vater unser...
Herr Jesus, durch die Art, wie du behutsam mit der Lebensgeschichte der Samariterin umgegangen bist, konnte sie Frieden mit sich und dir schließen.
Wir hoffen auf diese Haltung auch gegenüber uns und bitten dich:
Schaue nicht auf unsere Sünden…
Gott begegnen
in der Hitze des Tages
in der Wüste des Lebens
beim Brunnen am Weg
Gott begegnen
unverhofft
in einem Menschen
der mich braucht
Gott begegnen
an Wegen und Plätzen
die bekannt sind
und
im Fremden
und Ausgegrenzten
Gott begegnen
sich einlassen auf ihn
Quellen erkennen
Durst löschen
und
Leben haben
Leben
von Gott geschenkt
Herr und Gott,
du hast uns mit dem Brot des Himmels gesättigt
und uns in dieser Speise
ein Unterpfand dessen gegeben,
was unseren Augen noch verborgen ist.
Lass in unserem Leben sichtbar werden,
was wir im Sakrament empfangen haben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Fastensonntag
Dienstag der 1. Woche
Herr,
nach der Begegnung mit dir
wurde die Samariterin zur Botin deiner Liebe.
Auch wir sind dir in Wort und Kommunion begegnet.
Lass auch uns zu deinen Zeugen
und zu Boten deiner Liebe werden.
Darum bitten wir in deinem Namen. - Amen.
Gott,
wir danken dir für den Brunnen in unserer Mitte:
für die Begegnung mit dir,
für die Begegnung untereinander,
für das Evangelium.
Du bist für uns das lebendige Wasser,
in deiner Liebe blühen wir auf,
vertrocknete Hoffnungen bekommen neue Kraft
und der versickerte Glauben treibt aus.
Nimm unser Vertrauen in deiner Hand,
schütze die Hoffnung vor dem Tod
und lass uns in der Liebe wachsen.
Bis du vollendest, was wir nicht vollenden können.
Durch Christus, unseren Herrn.
Gott, der Vater, den wir in Geist und Wahrheit anbeten,
schenke euch seinen Segen und seine Liebe. – Amen.
Gott, der Sohn, dessen liebevolle Zuwendung wir erhoffen und brauchen,
schenke euch seinen Segen und seine Liebe. – Amen.
Gott, der Heilige Geist, in dem die Begegnung am Jakobsbrunnen stattfand,
schenke euch seinen Segen und seine Liebe. – Amen.
Und der Segen des allmächtigen Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
erfülle euch und führe euch zur Begegnung des Lebens an Ostern. – Amen.
„Guten Tag“, sagte der kleine Prinz.
„Guten Tag“, sagte der Händler.
Es war ein Händler, der durststillende Pillen verkaufte. Man schluckt eine Pille pro Woche und hat kein Bedürfnis mehr zu trinken.
„Warum verkaufst du das?“, sagte der kleine Prinz.
„Das bringt eine große Zeitersparnis“, sagte der Händler. „Experten haben dies berechnet. Man kann dreiundfünfzig Minuten pro Woche einsparen.“
„Und was macht man mit diesen dreiundfünfzig Minuten?“
„Man macht damit, was man will …“
„Ich würde“, sagte der kleine Prinz, „wenn ich mir dreiundfünfzig Minuten erspart hätte, gemütlich zu einem Brunnen gehen…“
Aus: Antoine de Saint Exupery; Der kleine Prinz; Aionas Verlag. Weimar 2018.
Ich frage Jaqueline: „Warum bist du auf dem Weg?“
Plötzlich bleibt sie stehen – ihre Gesichtszüge verändern sich und sie beginnt zu weinen. Tränen laufen über ihre Wangen. Obwohl – oder besser weil wir uns nicht kennen, beginnt sie sehr persönliche Erlebnisse aus ihrem Leben zu erzählen. Sie berichtet über ihren Schmerz und ihre Schuld. Eine Geschichte, so dramatisch und voller Verzweiflung, dass mir fast der Atem stockt. Sie hat es bis heute nicht geschafft, zu verzeihen und endlich Frieden zu schließen. Ihr Stein im roten Rucksack heißt: „Schuld“. Obwohl er klein ist, wiegt er sehr schwer.
Wir gehen weiter, mal langsamer, mal schneller und reden. Ich fühle, wie sehr es sie erleichtert zu reden. Ich höre zu, stelle jetzt keine Fragen mehr. Irgendwann weint sie wieder, fast krampfartig, in Schüben. Ich gehe einen Schritt auf sie zu, nehme ihre Hand und umarme sie. Sie beruhigt sich wieder. Wir gehen schweigend weiter.
Aus: Manfred Krain; Den Staub von der Seele wandern. Begegnungen und Erkenntnisse auf dem Jakobsweg. Ventura Verlag, Werne 2017.
Im Leben der Heiligen finden wir es oft bestätigt, dass Christus ein kleines Flämmchen in ihnen zum lodernden Feuer gemacht hat. Aber dieses Feuer will auch die Flamme in den Anderen entzünden. Flamme sein – Wasser zum Trinken geben – das ist die Voraussetzung für das Leben in Fülle, das Christus uns schenken will.
Aus: Unitas, Jahrgang 123 (1983).
Nur Wasser kann eine Wüste verwandeln. Wasser ist Leben. Liebe ist lebendiges Wasser.
Aus: www.aphorismen.de
Es gehört zum Grundwissen in der Psychosomatik: Manche Schmerzen haben ihren Ursprung nicht da, wo es weh tut. Der Weg der Heilung ist dann, an den eigentlichen Punkt zu kommen. Das Wissen um das belastende Lebensthema des Leidenden ist oft der Schlüssel zur Hilfe. Aber die richtige Frage zu stellen bedeutet meistens, einen langen Weg zu gehen.
Johannes berichtet in seinem Evangelium von einer Begegnung zwischen Jesus und einer Frau. In insgesamt 7 Schritten von Frage und Antwort kommt es von der Frage Jesu nach einem Schluck Wasser zu seinem Satz: „Du sprichst mit dem Messias!“ (vgl Joh 4,26)
Gerade im Johannesevangelium ist es wichtig, auf die Symbole zu achten. Daher schaue ich auf die 7 Schritte Jesu mit der Frau. 7 ist die heilige Zahl. Sie zeigt an, dass Gott gehandelt hat. So ist es nicht nur eine Botschaft über Jesu Art der Gesprächsführung. Es ist eine Botschaft darüber, dass Jesus die Menschen auf den Grund ihrer prägenden Erlebnisse führt. Wer diese Erlebnisse verstanden hat, kann auch die Wege entdecken, die das Leben erfüllen.
Aus: Sonntagsgruß 12, 89. Jahrgang 2014.
Gott,
ich möchte nicht stehen bleiben
bei dem Schmerz
der Trauer
dem Misstrauen
der Wut
und meiner abgrundtiefen Verzweiflung
Ich möchte begreifen und
verstehen lernen
was nicht zu fassen
und doch geschehen ist
Gott, gibt es einen Weg für mich
für uns gemeinsam
in die gleiche Richtung
oder
gehe ich allein
schwer belastet
In Dunkelheit und Ungewissheit
weiß ich nicht wohin
Es liegt nicht in meiner Macht
Gott, schenke mir Kraft,
Kommendes durchzustehen
und anzunehmen,
was Du für mich bereitet hast.
Aus: Antoine de Saint Exupery; Der kleine Prinz; Aionas Verlag. Weimar 2018.
„Geheimnisvoll ist das Wasser. Schlicht, klar, selbstlos, bereit, rein zu waschen, was beschmutzt ist, zu erquicken, was dürstet... Ein Gleichnis des Urgrunds, aus dem das Leben strömt und der Tod ruft." Weihwasserbecken am Eingang kennzeichnen Kirchen als katholische. Aber welches dieser Becken vermittelt etwas vom „Urgrund und Geheimnis" des Elements Wasser, wie es Romano Guardini beschrieb? Die meisten sind so klein, daß der Wasserspiegel kaum zu sehen ist. Viele sind leer. Nur Kalkschichten erinnern daran, daß sie früher regelmäßig gefüllt und geleert wurden. Wenige Besucher benetzen ihre Fingerspitzen darin. Ob sie daran denken, daß alle Christen „wiedergeboren sind aus dem Wasser und dem Heiligen Geist"?
Westliche Besucher von Moscheen in Istanbul oder Ägypten sehen mit Erstaunen, mit welchem Ernst und Eifer Muslime Wasser benützen, um sich vor dem Gebet zu reinigen. Christlicher Umgang mit Wasser deutet dies nur noch an bis zur Grenze des Nichtmehrwahrnehmbaren (und leider oft auch Unappetitlichen).
Zwei Gründe gibt es für die Minimalisierung des Wassers in der Kirche: eine allgemeine Liturgieunfähigkeit - unsere Schwierigkeit, Religion körperhaft zu vollziehen und nicht bloß innerlich zu denken - sowie die Tatsache, daß die Kirche zweierlei Wasser an unterschiedlichen Orten bewahrt und anbietet: Taufwasser und Weihwasser. Wie aber kann man die elementare Bedeutung von Wasser vermitteln, wenn es gleich wieder nach Weihegraden und Behältnissen unterschieden werden muß?
Wenn das Weihwasser an die Taufe, an die „Wiedergeburt aus Wasser und Geist" (Joh 3,5) erinnern soll, darf es nicht diskret, praktisch, bequem in einem Töpfchen am Türpfosten angeboten werden. Der Weihbrunn sollte vielmehr als Stein des Anstoßes mitten im Weg stehen. In der Herz Jesu-Kirche in München-Neuhausen haben die Architekten Allmann, Sattler, Wappner einen solchen Brunnenstein in den Mittelgang gestellt. Er ist als Taufstein konzipiert und wird als solcher benutzt. Aber die Besucher der Kirche verwenden ihn auch als Weihwasser-Gefäß - und das mit Recht. Von Ostern bis Pfingsten ist er mit dem in der Osternacht geweihten Taufwasser gefüllt, mit dem auch alle Mitfeiernden in der Osterliturgie besprengt wurden. Auch in anderen Kirchen, etwa in St. Ursula in Kalscheuren, gibt es Taufsteine im Mittelgang, die als Weihbrunn benützt werden. Dieser Brauch sollte zur Regel werden, wenn uns daran liegt, das Wasser als Zeichen unseres Glaubens zu erhalten und zu vermitteln. Bei historischen Taufsteinen, die im Eingangsbereich stehen, ist die Doppelnutzung als Tauf- und Weihwasserbrunnen möglich. Es genügt meistens, den Deckel so weit anzuheben, daß die Besucher mit der Hand darunter greifen können. Vermutlich wird es in vielen Gemeinden nötig sein, die Erinnerung an Tauf- und Weihwasser aufzufrischen. Dafür bietet sich der alte, mit wenigen Worten zu erläuternde Ritus des Asperges am Beginn der Gemeindemesse an, in dem die
Gemeinde mit Weihwasser besprengt wird. Durch ein solches Erinnern und eine einladende würdige Gestaltung des Tauf- und Weihwasserbrunnens kann das Verständnis für die Weihe des Wassers und seinen Gebrauch wieder aufgebaut werden, damit nicht alle häuslichen Weihwasserbehälter auf den Flohmarkt kommen und die auf den Friedhöfen zu Pflanztöpfen umfunktioniert werden.
Guardini schrieb: „In der Weihe hat die Kirche das Wasser rein gemacht ... zum Zeichen, daß Gott uns schütze vor allem Unreinen, Finsteren." Wenn wir uns bekreuzigen mit heiligem Wasser, begegnen sich die erlöste Seele und die erlöste Natur im Zeichen des Kreuzes.
Aus: Peter B. Steiner, Glaubensästhetik. Wie sieht unser Glaube aus? 99 Beispiele und einige Regeln. Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2008.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Das Wunder, das Mose vor den Augen der Ältesten im Auftrag Jahwes wirkt, hilft der Wassernot ab und gilt als Beweis der Glaubwürdigkeit Jahwes: Gott sorgt für das Volk, das er sich erwählt hat und läßt es nicht im Stich. Die Geschichte ist im Zusammenhang der Speisenwunder (Wachteln und Manna) zu sehen. Gott hilft aus der Hungers- und Wassernot, er stillt den Lebenshunger und Lebensdurst der Menschen.
In der Erzählung geht es in erster Linie um diesen Aspekt des Glaubens: die Beziehung Gottes zu seinem Volk. Es ist müßig, das Wunder naturwissenschaftlich erklären zu versuchen.
Die Erzählung spielt in der Wüste. Israel hat Ägypten verlassen. Aber der Weg in das "gelobte" Land ist ein Weg von "Probe und Streit". Konkreter Anlass: Durst. Wenn die Zunge am Gaumen klebt, verklärt sich Ägypten – immerhin das "Sklavenhaus" – zum Paradies. Aber nichts weniger steht auf dem Spiel als die von Jahwe gewährte und lange ersehnte Befreiung.
Innerhalb dieses Rahmens stehen sich Mose als Mittler und Jahwe als Herr des Lebens gegenüber. Der Stab, der schon einmal die Wasser teilte – beim Zug durch das Rote Meer – , macht jetzt den Felsen zu einer Quelle. Gemeinsam ist den Bildern, dass Jahwe sich sorgt und anschreien (!) lässt. Schließlich steht im Hintergrund, dass Jahwe das Schreien seines Volkes in Ägypten gehört hat.
Eine feine Nuance ist allerdings, dass nicht irgendein Felsen aufgeht, sondern der Horeb. Er ist der Berg Jahwes. Auf ihm empfängt Mose auch die Gebote (Ex. 20), auf ihm bittet er für das Volk, auf ihm darf er Jahwe "hinterher" sehen. Das Wasser, das den Durst stillt, offenbart Jahwes Nähe und steht für das ganze und ungeteilte Leben, das aus seinem Treueversprechen kommt. Der Weg durch die Wüste verbietet allerdings Spiritualisierungen. Wasser muss wirklich fließen, wenn Mensch und Vieh verdursten.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz
Auslegung aus jüdischer und christlicher Perspektive