Lesung aus dem Buch Ezechiel.
So spricht GOTT, der Herr:
Siehe, ich öffne eure Gräber
und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf.
Ich bringe euch zum Ackerboden Israels.
Und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin,
wenn ich eure Gräber öffne
und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole.
Ich gebe meinen Geist in euch,
dann werdet ihr lebendig
und ich versetze euch wieder auf euren Ackerboden.
Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.
Ich habe gesprochen
und ich führe es aus -
Spruch des HERRN.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Ezechiel.
Die Hand des HERRN legte sich auf mich
und er brachte mich im Geist des HERRN hinaus
und versetzte mich mitten in die Ebene.
Sie war voll von Gebeinen.
Er führte mich ringsum an ihnen vorüber
und siehe, es waren sehr viele über die Ebene hin;
und siehe, sie waren ganz ausgetrocknet.
Er fragte mich: Menschensohn,
können diese Gebeine wieder lebendig werden?
Ich antwortete: GOTT und Herr, du weißt es.
Da sagte er zu mir:
Sprich als Prophet über diese Gebeine
und sag zu ihnen:
Ihr ausgetrockneten Gebeine, hört das Wort des HERRN!
So spricht GOTT, der Herr, zu diesen Gebeinen:
Siehe, ich selbst bringe Geist in euch, dann werdet ihr lebendig.
Ich gebe euch Sehnen,
umgebe euch mit Fleisch
und überziehe euch mit Haut;
ich gebe Geist in euch, sodass ihr lebendig werdet.
Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.
Da sprach ich als Prophet, wie mir befohlen war;
und noch während ich prophetisch redete,
war da ein Geräusch:
Und siehe, ein Beben:
Die Gebeine rückten zusammen, Bein an Bein.
Und als ich hinsah, siehe, da waren Sehnen auf ihnen,
Fleisch umgab sie und Haut überzog sie von oben.
Aber es war kein Geist in ihnen.
Da sagte er zu mir:
Rede als Prophet zum Geist,
rede prophetisch, Menschensohn,
sag zum Geist: So spricht GOTT, der Herr:
Geist, komm herbei von den vier Winden!
Hauch diese Erschlagenen an, damit sie lebendig werden!
Da sprach ich als Prophet, wie er mir befohlen hatte,
und es kam der Geist in sie.
Sie wurden lebendig und sie stellten sich auf ihre Füße -
ein großes, gewaltiges Heer.
Er sagte zu mir: Menschensohn,
diese Gebeine sind das ganze Haus Israel.
Siehe, sie sagen:
Ausgetrocknet sind unsere Gebeine,
unsere Hoffnung ist untergegangen,
wir sind abgeschnitten.
Deshalb tritt als Prophet auf und sag zu ihnen:
So spricht GOTT, der Herr:
Siehe, ich öffne eure Gräber
und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf.
Ich bringe euch zum Ackerboden Israels.
Und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin,
wenn ich eure Gräber öffne
und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole.
Ich gebe meinen Geist in euch,
dann werdet ihr lebendig
und ich versetze euch wieder auf euren Ackerboden.
Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.
Ich habe gesprochen
und ich führe es aus -
Spruch des HERRN.
Kv: Beim Herrn ist die Huld,
bei ihm ist Erlösung in Fülle. - Kv
Aus den Tiefen rufe ich, HERR, zu dir: *
Mein Herr, höre doch meine Stimme!
Lass deine Ohren achten *
auf mein Flehen um Gnade. - Kv
Würdest du, HERR, die Sünden beachten, *
mein Herr, wer könnte bestehn?
Doch bei dir ist Vergebung, *
damit man in Ehrfurcht dir dient. - Kv
Ich hoffe auf den HERRN, es hofft meine Seele, *
ich warte auf sein Wort. *
Meine Seele wartet auf meinen Herrn /
mehr als Wächter auf den Morgen, *
ja, mehr als Wächter auf den Morgen. - Kv
Israel, warte auf den HERRN, /
denn beim HERRN ist die Huld, *
bei ihm ist Erlösung in Fülle.
Ja, er wird Israel erlösen *
aus all seinen Sünden. - Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Wer aber vom Fleisch bestimmt ist,
kann Gott nicht gefallen.
Ihr aber seid nicht vom Fleisch,
sondern vom Geist bestimmt,
da ja der Geist Gottes in euch wohnt.
Wer aber den Geist Christi nicht hat,
der gehört nicht zu ihm.
Wenn aber Christus in euch ist,
dann ist zwar der Leib tot aufgrund der Sünde,
der Geist aber ist Leben aufgrund der Gerechtigkeit.
Wenn aber der Geist dessen in euch wohnt,
der Jesus von den Toten auferweckt hat,
dann wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat,
auch eure sterblichen Leiber lebendig machen,
durch seinen Geist, der in euch wohnt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Römerbrief gilt als das Testament des Paulus, als umfassendste und ausgereifteste Darlegung seiner Theologie von der Rechtfertigung durch den Glauben. Die zweite Lesung ist dem 8. Kapitel dieses Briefes entnommen, wo Paulus seine Anthropologie, d. h. seine Sicht des Menschen entwirft. Der Mensch ausserhalb des Glaubens ist in einem Teufelskreis von Sünde und Tod gefangen; der Christ aber lebt als Kind Gottes durch den Geist in vollkommener Freiheit.
Der Apostel Paulus will im vorliegenden Abschnitt den Christen zusprechen, daß sie mit Geist beschenkt wurden, und damit zur Auferstehung berufen sind.
Wenn Paulus vom Fleisch spricht, so meint er damit die ganze menschliche Existenz, mit all den Anstrengungen im Guten wie im Bösen. Dieser Mensch aber kommt nicht über seine Grenzen hinaus, er kann Gott nicht wirklich gefallen. Er bedarf des Geistes, der im Glauben und in der Taufe im Menschen "Wohnung" genommen hat. "So klar diese Bestimmung des Christenlebens ist, so ernst ist ihre Kehrseite: sofern einer den Geist Christi nicht hat, gehört dieser Mensch nicht zu den Christen. Der Satz unterscheidet in juristischer Präzision zwischen Christsein und Nichtchristsein."
Aber auch wenn dieses "Christsein" noch nicht voll erreicht ist, so bleibt der Zuspruch in die Hoffnung auf die endzeitliche Auferweckung.
(Vgl. NTD, Bd. 6, Göttingen 1989)
Vom Fleisch bestimmte Menschen können kein gottwohlgefälliges Leben führen, resümiert Paulus. In Teilen vor unserer Perikope führt er aus, dass seit dem Sündenfall das Trachten des Fleisches im Widerspruch zu Gott steht. Von wem jedoch der Geist Besitz ergriffen hat, ist nicht mehr im Fleisch. Haarscharf unterscheidet Paulus zwischen Christen und Nichtchristen. Die Fähigkeit zu glauben und zum Bekenntnis hängt vom Geist ab. Und wer diesen nicht hat, kann nicht zu Christus gehören.
Es ist biblisch vom AT her verständlich, dass der Geist die Leben schaffende Kraft ist. Und der Gekreuzigte und Auferweckte ist für Paulus der Repräsentant dafür. So werden die Christen an Jesu Tod und Auferstehung beteiligt.
Christi Leib wird in den Tod gegeben. Der Leib der Christen wird genauso mit allen sündhaft wirkenden Leidenschafen in den Tod gegeben. Und Gott wirkt an den Glaubenden wie an Christus durch Auferweckung.
Die Christen haben Teil an der Erlösung, stehen in der Erfüllung der Weisungen Gottes und sind sich der Auferstehung gewiss.
Kv: Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! - Kv
(So spricht der Herr:)
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Jeder, der an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
war ein Mann krank,
Lazarus aus Betanien,
dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Marta.
Maria war jene, die den Herrn mit Öl gesalbt
und seine Füße mit ihren Haaren abgetrocknet hatte;
deren Bruder Lazarus war krank.
Daher sandten die Schwestern Jesus die Nachricht:
Herr, sieh: Der, den du liebst, er ist krank.
Als Jesus das hörte,
sagte er: Diese Krankheit führt nicht zum Tod,
sondern dient der Verherrlichung Gottes.
Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.
Jesus liebte aber Marta, ihre Schwester und Lazarus.
Als er hörte, dass Lazarus krank war,
blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt.
Danach sagte er zu den Jüngern:
Lasst uns wieder nach Judäa gehen.
Die Jünger sagten zu ihm:
Rabbi, eben noch suchten dich die Juden zu steinigen
und du gehst wieder dorthin?
Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden?
Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an,
weil er das Licht dieser Welt sieht;
wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an,
weil das Licht nicht in ihm ist.
So sprach er.
Dann sagte er zu ihnen:
Lazarus, unser Freund, schläft;
aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken.
Da sagten die Jünger zu ihm:
Herr, wenn er schläft, dann wird er gesund werden.
Jesus hatte aber von seinem Tod gesprochen,
während sie meinten,
er spreche von dem gewöhnlichen Schlaf.
Darauf sagte ihnen Jesus unverhüllt:
Lazarus ist gestorben.
Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war;
denn ich will, dass ihr glaubt.
Doch wir wollen zu ihm gehen.
Da sagte Thomas, genannt Didymus, - Zwilling -,
zu den anderen Jüngern:
Lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben!
Als Jesus ankam,
fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen.
Betanien war nahe bei Jerusalem,
etwa fünfzehn Stadien entfernt.
Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen,
um sie wegen ihres Bruders zu trösten.
Als Marta hörte, dass Jesus komme,
ging sie ihm entgegen,
Maria aber blieb im Haus sitzen.
Marta sagte zu Jesus:
Herr, wärst du hier gewesen,
dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
Aber auch jetzt weiß ich:
Alles, worum du Gott bittest,
wird Gott dir geben.
Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
Marta sagte zu ihm:
Ich weiß, dass er auferstehen wird
bei der Auferstehung am Jüngsten Tag.
Jesus sagte zu ihr:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt,
wird leben, auch wenn er stirbt,
und jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird auf ewig nicht sterben.
Glaubst du das?
Marta sagte zu ihm:
Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist,
der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
Nach diesen Worten ging sie weg,
rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte zu ihr:
Der Meister ist da und lässt dich rufen.
Als Maria das hörte,
stand sie sofort auf und ging zu ihm.
Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen;
er war noch dort, wo ihn Marta getroffen hatte.
Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten,
sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging.
Da folgten sie ihr,
weil sie meinten, sie gehe zum Grab,
um dort zu weinen.
Als Maria dorthin kam, wo Jesus war,
und ihn sah,
fiel sie ihm zu Füßen
und sagte zu ihm:
Herr, wärst du hier gewesen,
dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
Als Jesus sah, wie sie weinte
und wie auch die Juden weinten,
die mit ihr gekommen waren,
war er im Innersten erregt und erschüttert.
Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet?
Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh!
Da weinte Jesus.
Die Juden sagten:
Seht, wie lieb er ihn hatte!
Einige aber sagten:
Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat,
hätte er dann nicht auch verhindern können,
dass dieser hier starb?
Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt
und er ging zum Grab.
Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.
Jesus sagte: Nehmt den Stein weg!
Marta, die Schwester des Verstorbenen,
sagte zu ihm: Herr, er riecht aber schon,
denn es ist bereits der vierte Tag.
Jesus sagte zu ihr:
Habe ich dir nicht gesagt:
Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
Da nahmen sie den Stein weg.
Jesus aber erhob seine Augen
und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.
Ich wusste, dass du mich immer erhörst;
aber wegen der Menge, die um mich herumsteht,
habe ich es gesagt,
damit sie glauben,
dass du mich gesandt hast.
Nachdem er dies gesagt hatte,
rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!
Da kam der Verstorbene heraus;
seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt
und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt.
Jesus sagte zu ihnen:
Löst ihm die Binden
und lasst ihn weggehen!
Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren
und gesehen hatten, was Jesus getan hatte,
kamen zum Glauben an ihn.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Exeget Schnackenburg bewertet die Geschichte von der Auferweckung des Lazarus als das stärkste Zeichen Jesu. Die zentrale Christus-Aussage des Ereignisses ist: “Ich bin die Auferstehung und das Leben”.
Die Bekehrung der Menge ist als eine vorgezogene Umsetzung des Sendungsbefehls zu verstehen: Jesus selbst beginnt schon, das Volk Gottes neu zu sammlen und von den zwölf Stämmen zu lösen. Damit ist der Zorn der Hohenpriester, von dem anschließend berichtet wird, heraufbeschworen und das Ende Jesu angedeutet.
Das Evangelium des Johannes wurde um das Jahr 100 geschrieben. Lazarus, der gestorben und vom Tode auferweckt wurde, war also zu dieser Zeit längst tot. Diese lange Wundergeschichte wird nicht aus historischem Interesse berichtet, sondern hat eine eindeutige Verkündigungsabsicht.
Der Name Lazarus kommt von El azara, d.h. Gott hat Hilfe gebracht. Der Begriff Lazarett geht im übrigen auf den Namen Lazarus zurück.
Dem Evangelisten ist es wichtig, auf den Kern dieser ganzen Geschichte rund um Lazarus hinzuweisen, nämlich auf die Worte Jesu: "Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben (11,25 und 26). Nach der Blindenheilung (Kap. 9) folgt in der Auferweckung des Lazarus eine Steigerung. Die Vollmacht Jesu wird unterstrichen, aber auch ein Hinweis gegeben auf den folgenden Tod und die Auferstehung von Jesus selbst.
Jesu Gebet am Grab des Lazarus "soll den Zuhörern augenfällig zeigen, was er stets von sich gesagt hat: Er ist nichts von sich aus. Damit wird aber das Gebet nicht zum Schauspiel; denn die Volksmenge hört die Worte ja nicht. Sie sieht nur die Gebetshaltung und versteht sein Gebet als Bittgebet." Es ist das Bittgebet dessen, der in inniger Gemeinschaft und Einheit mit dem Vater steht. Jesus ist als Bittender immer zugleich schon der Beschenkte. "Das ist der wohl wichtigste Beitrag des vierten Evangeliums zum Wunder und Wunderverständnis im Urchristentum."
(Vgl. NTD, Bd. 4, Göttingen 1987)
Der Kranke wird mit Namen Lazarus - El-azar = Gott hat Hilfe gebracht - vorgestellt. Der Ort Betanien befindet sich etwa drei Kilometer von Jerusalem entfernt und ist nicht ident mit dem genannten Betanien im Kapitel 1 des Johannesevangeliums. Ebenfalls werden die beiden Schwestern ohne viel Umschweife eingeführt. Dies unterstreicht, dass diese Perikope auf geformte Überlieferung zurückgeht.
Warum die beiden Frauen Jesu die Krankheit ihres Bruders Jesus mitteilen, begründet sich in der Freundschaft Jesu zu ihm. Durch diese Krankheit wird Gott und sein Sohn verherrlicht. Dieses letzte Wunderzeichen verherrlicht endgültig, führt zum Kreuz und zur Rückkehr zum Vater.
Jesus bricht erst drei Tage nach Erhalt der Nachricht von der Krankheit seines Freundes nach Judäa auf. Die Erinnerung der Jünger an die Steinigungsabsicht der Juden nützt Jesus zur Erklärung, es bleibe ihm nur noch wenig Zeit auf Erden und die müsse er ausnutzen.
Die Jünger missverstehen die Worte Jesu vom Schlaf und Auferweckung. Jesus gibt ihnen zu verstehen, dass Lazarus tot ist, und wäre er früher dort gewesen, wäre es nur eine Krankenheilung gewesen. Durch das Wunder der Totenerweckung werden sie aber Glauben lernen. Und durch Thomas wird erstmals vom Leiden der Jünger um Jesu willen gesprochen.
Jesus findet Lazarus dann schon vier Tage im Grabe liegend vor. Dies verstärkt die Situation der Hoffnungslosigkeit. Viele Juden erfüllen die Pflicht des Trauerbesuches. Maria empfängt weiterhin die Trauergäste, während Martha Jesus entgegeneilt. Aus ihr spricht der Glaube an und das Vertrauen in Jesu Wunderkraft, die er von Gott hat.
Der Evangelist verbindet die Wundergeschichten mit Gebetserhörung. Dadurch löst er Jesus aus der orientalischen Wundermanntradition heraus ohne aber diese gänzlich zu verlassen. Die Antwort Jesu, dass Lazarus auferstehen werde, stellt Martha nicht zufrieden, da dies eben als am Ende der Welt geschehend zu verstehen ist. Und da schiebt der Evangelist diese urchristliche Bekenntnisformel ein, Ich weiß, dass er auferstehen wird…, die er aber dann überbietet mit dem Ich-bin-Wort. Somit steht hier in dieser Szene der göttliche Lebensspender an sich.
Der Glaubende, der den leiblichen Tod stirbt, wird leben, und der leibliche Tod verliert an Bedeutung. Hier bricht die urgemeindliche Tradition durch, die Totenerweckung an und für sich erwartet. Leben und Sterben werden in den Schatten des ewigen Lebens gestellt und in die Einheit mit Jesus und Gott gebracht. Und dennoch wird Lazarus in dieses Leben wieder zurückgeholt, obzwar dies durch das Ich-bin-Wort Jesu bereits überholt ist.
Die weiteren Sätze geben die Hintergrundfolie für die Wiederbelebung. Maria erhält keine Antwort von Jesus. Dass sich Jesus erregt, finden wir auch in anderen Stellen. Das Widersprechen Martas Jesu, da er befiehlt den Stein vom Grab zu nehmen, zeigt, dass sie noch immer nicht begriffen hat. Sie hat nicht begriffen, dass die Totenerweckung die Herrlichkeit Gottes bringen wird. Jesus handelt nicht aus sich selbst und nicht zu seiner eigenen Ehre. Seine Wundertaten sind ihm von Gott gegebene Gaben. Somit wird auch sein Beten nicht zu einer Schaustellung, sonder setzt ihn in Verbindung und Einheit mit dem Vater.
Diese Wundererzählung bringt der Evangelist Johannes nicht aus historischem Interesse sondern es geht ihm um Verkündigung. Denn wir lesen weiter nichts von einer Reaktion der Schwestern oder des Lazarus. Im Zentrum steht Jesus selbst als derjenige, der dort ist, wo alles hoffnungslos scheint.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
sandten die Schwestern des Lazarus Jesus die Nachricht:
Herr, sieh: Der, den du liebst, er ist krank.
Als Jesus das hörte,
sagte er: Diese Krankheit führt nicht zum Tod,
sondern dient der Verherrlichung Gottes.
Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.
Jesus liebte aber Marta, ihre Schwester und Lazarus.
Als er hörte, dass Lazarus krank war,
blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt.
Danach sagte er zu den Jüngern:
Lasst uns wieder nach Judäa gehen.
Als Jesus ankam,
fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen.
Als Marta hörte, dass Jesus komme,
ging sie ihm entgegen,
Maria aber blieb im Haus sitzen.
Marta sagte zu Jesus:
Herr, wärst du hier gewesen,
dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
Aber auch jetzt weiß ich:
Alles, worum du Gott bittest,
wird Gott dir geben.
Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
Marta sagte zu ihm:
Ich weiß, dass er auferstehen wird
bei der Auferstehung am Jüngsten Tag.
Jesus sagte zu ihr:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt,
wird leben, auch wenn er stirbt,
und jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird auf ewig nicht sterben.
Glaubst du das?
Marta sagte zu ihm:
Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist,
der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
Jesus war im Innersten erregt und erschüttert.
Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet?
Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh!
Da weinte Jesus.
Die Juden sagten:
Seht, wie lieb er ihn hatte!
Einige aber sagten:
Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat,
hätte er dann nicht auch verhindern können,
dass dieser hier starb?
Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt
und er ging zum Grab.
Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.
Jesus sagte: Nehmt den Stein weg!
Marta, die Schwester des Verstorbenen,
sagte zu ihm: Herr, er riecht aber schon,
denn es ist bereits der vierte Tag.
Jesus sagte zu ihr:
Habe ich dir nicht gesagt:
Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
Da nahmen sie den Stein weg.
Jesus aber erhob seine Augen
und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.
Ich wusste, dass du mich immer erhörst;
aber wegen der Menge, die um mich herumsteht,
habe ich es gesagt,
damit sie glauben,
dass du mich gesandt hast.
Nachdem er dies gesagt hatte,
rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!
Da kam der Verstorbene heraus;
seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt
und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt.
Jesus sagte zu ihnen:
Löst ihm die Binden
und lasst ihn weggehen!
Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren
und gesehen hatten, was Jesus getan hatte,
kamen zum Glauben an ihn.
Die Coronakrise macht uns bewusst, wie machtlos wir den biologischen Bedingungen des Lebens ausgeliefert sind. Dazu gehört auch das Sterben. Die Lazaruserzählung führt uns einen Glauben vor Augen, der stärker ist als das Gesetz des Sterbenmüssens.
Derzeit läuft unser ganzes öffentliches Leben in einem Ausnahmezustand. Gebannt verfolgen wir täglich die Nachrichten und Statistiken und halten Ausschau nach ersten Anzeichen der Besserung. Wir warten darauf, dass die Einschränkungen wieder gelockert und aufgehoben werden können. Niemand kann sagen, wie lange wir noch warten müssen. Je dringender wir auf etwas warten, desto langsamer vergeht die Zeit. Wenn jemand auf den Notarzt wartet oder auf die Feuerwehr, können Minuten zur Ewigkeit werden.
In einer ähnlichen Situation müssen sich wohl die beiden Schwestern des Lazarus befunden haben, als sie zu Jesus geschickt haben, dass ihr Bruder ernsthaft erkrankt sei. Wer hätte mehr als sie erhoffen können, dass Jesus unverzüglich kommt und seinen Freund rettet. Umso unverständlicher ist die Reaktion Jesu: "Diese Krankheit führt nicht zum Tod, sondern dient der Verherrlichung Gottes." Hat er den Ernst der Lage verkannt? Wenn nein: Wie tief und stark muss die Freundschaft zu den drei Geschwistern gewesen sein, dass er seinem Freund zumutet gleichsam als Demonstrationsobjekt "der Verherrlichung Gottes" zu dienen!
Dieser Passus der Lazarus-Erzählung wird mir wohl auf Dauer unverständlich bleiben. Ihm steht ein anderer Erzählabschnitt gegenüber: Als Jesus sah, wie Maria weinte und die anwesenden Trauernden mit ihr, war er im Innersten erregt und erschüttert. Vor dem Grab seines Freundes weinte auch er. Hier erleben wir einen ganz anderen Jesus; einen Jesus, der mit den Menschen weint, mit ihnen leidet und ihren Schmerz teilt.
In der Erzählung von der Auferweckung des Lazarus steht der menschlichen Wirklichkeit des Sterbens die göttliche Wirklichkeit, die Leben erwecken und Tote lebendig machen kann, gegenüber. Da kann man nicht viel erklären. So etwas lässt sich nur glauben. Jesus fragt Martha: "Glaubst du das?". Das ist auch für uns die entscheidende Frage: Glaubst du das? Der Evangelist hat den Inhalt dieser Glaubensherausforderung eine Art Glaubensbekenntnis vorangestellt. Jesus sagte zu Marta: "Ich bin die Auferstehung und das leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. – Glaubst du das?"
In der Coronakrise kam und kommt immer noch vieles zu spät. Zunächst aus Ahnungslosigkeit, dann aus der Einsicht, dass wir auf diese Möglichkeit nicht vorbereitet waren. Wir mussten und müssen hilflos Menschen sterben sehen, Helfern zusehen, die alles geben um Zeit zu gewinnen, und dennoch nicht allen helfen können, die Hilfe bräuchten. Gefühlskalt ist, wer sich von dieser geballten menschlichen Not nicht anrühren lässt und nicht wenigsten innerlich mit den Getroffenen weint.
Diese Pandemie ist jedoch nur ein Spezialfall, der uns die Härte des Todes und unschuldig Sterbenmüssens vor Augen führt. So geht es darüber hinaus vielen, die unvorbereitet mitten im Leben von der Wucht des Todes getroffen werden, z.B. durch einen Unfall oder durch eine unerwartete Diagnose. In dieser geballten Wucht verlieren wir häufig den Glauben an einen liebenden und lebenspendenden Gott aus den Augen.
In der Lazaruserzählung geben die beiden Schwestern ihren Glauben an einen lebenerweckenden Gott nicht auf, auch wenn sie jede vordergründige Hoffnung, ihren Bruder lebend wiederzubekommen, aufgeben mussten. Wie tief musste ihr Glaube an die Macht Gottes und ihre Freundschaft mit Jesus gewesen sein!
Bei aller Ohnmacht in der gegenwärtigen Coronakrise wird mir bewusst, wie kostbar in dieser beängstigenden Zeit Solidarität und Freundschaft ist. Trotz Abstandhaltens rücken Menschen einander näher, sorgen für einander, finden Wege und Zeichen, einander Mut zuzusprechen und zu zeigen, dass sie nicht allein sind.
Glaube ist Freundschaft. Freundschaft mit Gott, Freundschaft mit den Menschen. Ein solcher Glaube lässt uns über die Schrecken des Todes hinaus Hoffnung wachsen.
Auf dem Weg nach Jerusalem, wo Jesus durch seinen Gehorsam am Kreuz endgültig den Tod überwinden wird, erweckt er in Bethanien seinen Freund Lazarus vom Tod. In der Gegenwart Christi kann der Tod das Leben nicht mehr verhindern.
Der Evangelist Johannes wählt einige wenige Wunder aus dem Wirken Jeus aus und präsentiert sie uns als Zeichen seiner göttlichen Größe und Vollmacht. Höhepunkt ist die Auferweckung des Lazarus, durch die Johannes uns zeigt: Jesus ist Herr, über Leben und Tod.
Die Auferweckung des Lazarus ist die Ouvertüre zum großen Ereignis der Auferstehung. Jesus setzt ein Zeichen, dass Auferstehung schon begonnen hat.
Jesus zeigt Erbarmen mit den Schwestern des toten Lazarus. Helfen ist konkrete Umkehr.
Herr, unser Gott,
dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt
dem Tod überliefert.
Lass uns in seiner Liebe bleiben
und mit deiner Gnade aus ihr leben.
Darum bitten wir im Heiligen Geist durch Christus unseren Herrn.
MB 5. Fastensonntag
Herr, unser Gott.
Junge und alte Menschen,
einfache und kluge,
erfolgreiche und solche, die sich schwertun,
hast du hier zusammengeführt als deine Gemeinde.
Gib einem jeden
etwas von deinem guten, heiligen Geist,
damit wir dich und uns selbst
und einander besser verstehen
und vorankommen auf dem Weg,
auf den du uns miteinander gestellt hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen.
MB Auswahl 15
Jesus Christus, du bist gekommen, um den Menschen Licht, Heil und Trost zu schenken. Führe uns zusammen, auch wenn wir voneinander Abstand halten müssen.
Zu dir dürfen wir mit unseren Anliegen kommen und beten:
Für alle, die unter der Corona-Pandemie leiden, für die an Covid19 Erkrankten, die im Krankenhaus sind und für alle in Quarantäne.
Erhöre uns, Christus
Wir beten für die Berufstätigen, die unsicher sind, wie es weitergeht und für alle, deren Existenz in Gefahr gerät.
Wir beten für die vielen Menschen, die unermüdlich im Einsatz sind in Arztpraxen und Spitälern und sich um das Wohl der Kranken kümmern.
Wir beten für die Familien in dieser herausfordernden Situation, und für alle in Politik und Wirtschaft, die für das Land und für Europa wichtige Entscheidung treffen müssen.
Wir beten für alle, die die Grundversorgung gewährleisten und für die Menschen in den Labors, die unter Hochdruck Tests auswerten und nach Medikamenten forschen.
Wir beten für alle Gläubigen in dieser schwierigen Zeit und für die Seelsorger und Seelsorgerinnen, die neue Formen entwickeln, wie Menschen ihren Glauben miteinander teilen.
Wir beten für die Gläubigen, denen die Gottesdienstgemeinschaft fehlt und für alle, die einander beistehen und ermutigen.
Wir beten für die Mensch auf der Flucht, für alle, die unter unwürdigen Bedingungen leben müssen und besonders für die Kinder auf Lesbos, die durch die Corona-Krise festsitzen.
Wir beten für die Hilfsorganisationen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die selbst unter katastrophalen Bedingungen im Einsatz sind.
Wir beten für unsere Pfarrgemeinden und für alle, die Sorgen und Ängste in sich tragen.
Wir beten für alle, deren Leben gefährdet ist und für die Verstorbenen.
Jesus Christus, du schenkst uns dein Heil und deinen Beistand gerade auch in diesen schweren Zeiten. Dafür danken wir dir und preisen dich mit Gott, dem Vater und dem Heiligen Geist heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. Amen.
Niemand ist Leid und Schmerz gegenüber immun.Erhöre unsere gesprochenen
Lass uns dessen in unserem Beten bewusst sein,
damit der Mensch in diesen Befindlichkeiten in unseren Glaubensgemeinden vorkommt.
Überkommen uns Glaubensnot und Glaubenszweifel,
lass uns dies nicht zur Seite drängen,
sondern reiche uns darin deine leitenden Hände.
Stärke die hauptamtlich in der Kirche Tätigen,
damit sie sich nicht hinter Gesetzteskomma verschanzen,
sondern wagen den Menschen mit dem Blick Jesu zu begegnen.
Täglich werden wir mit Schreckensmeldungen
und Wahnsinnstaten medial überhäuft.
Wir müssen uns davor schützen, uns distanzieren;
und dennoch lass uns nicht innerlich kalt werden
gegenüber Elend und Not,
sondern alles in unserem Beten da sein
und vor dich, unseren Gott, bringen.
Wir befinden uns in der Fastenzeit,
wir werden die Kartage feiern und Ostern.
Dieses Feiern, die Liturgie an sich, umfasse uns
und durchdringe uns in unserem Menschsein,
in den Dimensionen zwischen Leid und Freude,
zwischen Kommen und Gehen in unserer Existenz,
damit wir durch dich unseren Gott berührt, erschüttert und erhöht werden.
Erhöre uns, allmächtiger Gott.
Du hast uns durch dein Wort
zum Zeugnis eines christlichen Lebens berufen.
Reinige uns durch dieses Opfer
und stärke uns zum Kampf gegen das Böse.
Darum bitten wir im Heiligen Geist
durch Christus unseren Herrn.
MB 5. Fastensonntag
Kehrvers.
Alles, was Odem hat, lobe den Herrn. (GL 615,5)
Guter Gott, wir kommen zu dir, um dir zu danken.
Du hast uns das Leben geschenkt
und alles, was unser Leben reich macht:
Freundschaft, Beziehung und Menschen, die uns nahe sind.
Kehrvers
In Jesus von Nazareth hast du uns neues,
unvergängliches ewiges Leben geschenkt.
Er ließ uns deine Herrlichkeit sehen,
denn durch ihn hast du den Tod überwunden.
Kehrvers
Er hat uns seinen Geist eingehaucht und lebendig gemacht.
Dein Geist wohnt nun in uns
und bestimmt unser Leben.
Kehrvers
Er hat uns die Hoffnung gegeben,
dass jeder, der an ihn glaubt, leben wird, auch wenn er stirbt,
und auf ewig nicht sterben wird.
Kehrvers
Für dieses neue Leben danken wir dir und preisen wir dich.
Wir stimmen ein in das Lob der Engel und Heiligen
und singen:
Danklied, z. B.: Nun saget Dank und lobt den Herren (GL 385, bes. 2. Str.)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Da er Mensch ist wie wir,
weinte er über den Tod seines Freundes,
da er Gott ist von Ewigkeit,
rief er Lazarus aus dem Grabe.
Er hat Erbarmen mit uns Menschen
und führt uns zum neuen Leben
durch die österlichen Sakramente.
Durch ihn preisen wir das Werk deiner Liebe
und vereinen uns mit den Chören der Engel
zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Fastensonntag 5
Christus spricht:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt,
und jeder, der an mich glaubt,
wird auf ewig nicht sterben.
(Joh 11,25-26)
Du Gott
bist da
Mitten im Tod
dein Licht sehen
Mitten in der Nacht
deine befreiende Hand ergreifen
Mitten in der Gefangenschaft
deine Gerechtigkeit durchsetzen
Mitten im Unrecht
deine Güte kosten
Mitten im Bösen
deine Vergebung erfahren
Mitten in der Schuld
deinen Frieden weitergeben
Mitten im Hass
deine Liebe bezeugen
Mitten in der Welt
dir nachfolgen
Das ist es
wozu du uns rufst:
Mitten im Leben
du Gott mit uns
Allmächtiger Gott,
du hast uns das Sakrament der Einheit geschenkt.
Lass uns immer lebendige Glieder Christi bleiben,
dessen Mahl wir empfangen haben.
Darum bitten wir im Heiligen Geist
durch Christus unseren Herrn.
MB 5. Fastensonntag
Der barmherzige Gott, der seinen Sohn für uns dahingegeben
Und uns in ihm ein Beispiel der Liebe geschenkt hat,
segne euch und mache euch bereit,
Gott und den Menschen zu dienen. – Amen.
Und Christus, der Herr,
der uns durch sein Sterben dem ewigen Tode entrissen hat,
stärke euren Glauben und führe eich zur unvergänglichen Herrlichkeit. - Amen.
Und allen, die ihm folgen auf dem Weg der Entäußerung,
gebe er Anteil an seiner Auferstehung und an seiner Herrlichkeit. – Amen.
Das gewähre euch der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
MB Vom Leiden des Herrn
Ein Vierjähriger brachte seinen Vater in der Kirche inmitten einer Trauung mit einer ernsten Frage in Verlegenheit. Sacha fragte laut: "Warum ist der Mann (am Kreuz) tot?" Der Vater, ein bekannter Schauspieler, gab die Geschichte in einer Boulevardzeitschrift wieder. Er erklärte, das Schlimmste für ihn sei nicht gewesen, dass sein Junge laut gefragt habe, sondern dass er nicht gewusst habe, was er antworten solle. Er ging jedoch auf das Risiko ein und ließ das Gespräch seinen Lauf nehmen. Zunächst schien sich die Situation zu verschlimmern.
"Weißt du, Sacha, der Mann ist tot, weil die Menschen ihn nicht verstanden haben."
"Das ist doch kein Grund, Papa!"
"Ich weiß, Liebling, aber dort wo Menschen zugange sind, kann man auch Gemeinheiten finden."
"Was?"
"Die Menschen sind nicht immer nett zueinander. Aber keine Sorge, er lebt wieder."
Sobald er dies gesagt hatte, wünschte sich der Vater, wie er zugibt, er hätte es nicht gesagt. Sein Sohn antwortete:
"Man kann sterben und wieder leben?"
"Nein. Liebling, nur er."
"Warum er und nicht ich?"
"Sacha, warum glaubst du, dass der Mann starb und dann nicht mehr tot war?"
Sacha dachte eine Weile nach.
"Weil er noch nicht fertig war mit dem, was er zu sagen hatte.!
Elaine Champagne, Spiritualität aus dem Munde der Kinder und Säuglinge, in Concilium, Internationale Zeitschrift für Theologie, Dezember 2007, 43 Jahrgang / Heft 5, S 572, Stichting Concilium, Erasmusplein 1, 6525 HT Nijmegen, Niederlande Martin Laroque, Jésus, Sacha et Moi, in Entfants Québec 18 (2006/6) 96

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Die erste Lesung stammt aus dem Buch des Propheten Ezechiel und ist Teil einer der theologisch bedeutendsten Visionen des Alten Testaments. Die prophetische Schau, zu der Ezechiel von Gott geführt wird, beschreibt die Wiederbelebung ausgetrockneter Gebeine. Diese leblosen Knochen stehen da als Bild für das gleichsam leblose Volk Israel. Durch seinen Geist verleiht der Herr diesen Knochen nun neues Leben. - Ein Text voller Hoffnung, ein grossartiges Bekenntnis zum Leben schaffenden Gott.
Das Buch Ezechiel wurde wohl in den Jahren 594 - 560 v. Chr. im babylonischen Exil geschrieben. Der vorliegende Abschnitt deutet die vorausgegangene Vision von der Wiederbelebung der Toten ("So spricht Gott, der Herr zu deinen Gebeinen ... Ich überziehe euch mit Haut und hauche euch Atem ein, damit ihr lebendig werdet!" Ez 37,5a und 6b).
Das Volk Israel befindet sich im Exil. Als von der Heimat abgeschnittenes Volk ist es ohne Hoffnung, es ist so gut wie gestorben und begraben. Der Gott Israel aber will, daß es lebt. Er holt sein Volk aus dem Grab der Verbannung und Hoffnungslosigkeit heraus und führt es in die Heimat zurück.
Später wurde in diesem Text auch ein Hinweis auf die Auferstehung der Toten gesehen.
Wir haben es mit einem visionären Vorgang zu tun, der auf das Haus Israel gedeutet wird. Zuvor spricht der Prophet prophetisch über Gebeine, die er in einer Ebene liegen sieht, damit sie sich zusammenfügen, mit Fleisch und Haut überzogen und folglich wieder lebendig werden. Sogar aus den Gräbern kommen sie hervor. Es entspricht spätjüdischer und neutestamentlicher Auferstehungsvorstellung. Den christlichen Auferstehungsglauben nimmt Ezechiel jedoch nicht vorweg. Es bleibt beim Bild der Wiederherstellung des Volkes.
Im AT ist den Toten nur ein schattenhaftes Dasein in der Unterwelt beschieden. Erst ab dem 2. Jhdt. v. Chr. findet sich die Auferstehungserwartung im Judentum.
Die Stelle zeigt, die Wiederbelebung der Toten durch Jahwe ist immer möglich. Nur die reale Erwartung ist etwas anderes.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz
Auslegung aus jüdischer und christlicher Perspektive