Lesung aus der Apostelgeschichte.
In jenen Tagen
kam Philippus in die Hauptstadt Samariens hinab
und verkündete dort Christus.
Und die Menge achtete einmütig auf die Worte des Philippus;
sie hörten zu und sahen die Zeichen, die er tat.
Denn aus vielen Besessenen
fuhren unter lautem Geschrei die unreinen Geister aus;
auch viele Lahme und Verkrüppelte wurden geheilt.
So herrschte große Freude in jener Stadt.
Als die Apostel in Jerusalem hörten,
dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte,
schickten sie Petrus und Johannes dorthin.
Diese zogen hinab
und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen.
Denn er war noch auf keinen von ihnen herabgekommen;
sie waren nur getauft auf den Namen Jesu, des Herrn.
Dann legten sie ihnen die Hände auf
und sie empfingen den Heiligen Geist.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus der Apostelgeschichte.
In jenen Tagen
kam Philippus in die Hauptstadt Samariens hinab
und verkündete dort Christus.
Und die Menge achtete einmütig auf die Worte des Philippus;
sie hörten zu und sahen die Zeichen, die er tat.
Denn aus vielen Besessenen
fuhren unter lautem Geschrei die unreinen Geister aus;
auch viele Lahme und Verkrüppelte wurden geheilt.
So herrschte große Freude in jener Stadt.
Ein Mann namens Simon
hatte schon länger in der Stadt Zauberei getrieben
und das Volk von Samarien in Staunen versetzt;
er gab sich als etwas Großes aus.
Alle achteten auf ihn, Klein und Groß,
und sie sagten: Dieser ist die Kraft Gottes,
die man die Große nennt.
Sie achteten aber deshalb auf ihn,
weil er sie lange Zeit durch Zaubereien in Staunen versetzt hatte.
Als sie jedoch dem Philippus Glauben schenkten,
der das Evangelium vom Reich Gottes
und vom Namen Jesu Christi verkündete,
ließen sie sich taufen, Männer und Frauen.
Auch Simon wurde gläubig,
ließ sich taufen und schloss sich dem Philippus an;
und als er die großen Zeichen und Machttaten sah,
geriet er außer sich vor Staunen.
Als die Apostel in Jerusalem hörten,
dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte,
schickten sie Petrus und Johannes dorthin.
Diese zogen hinab
und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen.
Denn er war noch auf keinen von ihnen herabgekommen;
sie waren nur getauft auf den Namen Jesu, des Herrn.
Dann legten sie ihnen die Hände auf
und sie empfingen den Heiligen Geist.
Kv: Jauchzt Gott zu, alle Länder der Erde! - Kv
Oder: Halleluja.
Oder: GL 643,3
Jauchzt Gott zu, alle Länder der Erde! /
Spielt zur Ehre seines Namens! *
Verherrlicht ihn mit Lobpreis!
Sagt zu Gott: Wie Ehrfurcht gebietend sind deine Taten; *
vor deiner gewaltigen Macht müssen die Feinde sich beugen. - Kv
Alle Welt bete dich an und singe dein Lob, *
sie lobsinge deinem Namen!
Kommt und seht die Taten Gottes! *
Ehrfurcht gebietend ist sein Tun an den Menschen: - Kv
Er verwandelte das Meer in trockenes Land, /
sie schreiten zu Fuß durch den Strom; *
dort wollen wir uns über ihn freuen.
In seiner Kraft ist er Herrscher auf ewig; /
seine Augen prüfen die Völker. *
Die Aufsässigen können sich gegen ihn nicht erheben. - Kv
Alle, die ihr Gott fürchtet, kommt und hört; *
ich will euch erzählen, was er mir Gutes getan hat.
Gepriesen sei Gott; /
denn er hat mein Bittgebet nicht unterbunden *
und mir seine Huld nicht entzogen. - Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Petrus.
Schwestern und Brüder!
Heiligt in eurem Herzen Christus, den Herrn!
Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen,
der von euch Rechenschaft fordert
über die Hoffnung, die euch erfüllt;
antwortet aber bescheiden und ehrfürchtig,
denn ihr habt ein reines Gewissen,
damit jene,
die euren rechtschaffenen Lebenswandel in Christus
in schlechten Ruf bringen,
wegen ihrer Verleumdungen beschämt werden.
Denn es ist besser, für gute Taten zu leiden,
wenn es Gottes Wille ist,
als für böse.
Denn auch Christus ist der Sünden wegen
ein einziges Mal gestorben,
ein Gerechter für Ungerechte,
damit er euch zu Gott hinführe,
nachdem er dem Fleisch nach zwar getötet,
aber dem Geist nach lebendig gemacht wurde.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der erste Petrusbrief gehört zu den sogenannten Katholischen Briefen, d.h. dieser Brief ist als Rundschreiben an einen weiteren Leserkreis geschrieben. Damit sind letztlich alle gemeint, die diesen Brief einmal lesen werden. Zu den Adressaten gehören besonders die in der Diaspora lebenden Christen. Sie leben in den römischen Provinzen und haben sich in der heidnischen Umgebung gegen allerlei Anwürfe, Verdächtigungen und Diskriminierungen zu behaupten. Als Entstehungszeit wird das Jahr 90 angenommen. Der Autor ist unbekannt. Er hat sich mit dem Namen Petrus in die Tradition des großen Apostels gestellt, vertritt aber im wesentlichen paulinische Theologie. Vielleicht geschah das in der Absicht, die paulinische Theologie mit der kirchlich bedeutenden Stellung des Petrus zu verknüpfen, um eine Einheit herzustellen.
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Wer mich liebt, hält mein Wort.
Mein Vater wird ihn lieben,
und wir werden bei ihm Wohnung nehmen.
Halleluja.
Aus dem hl. Evangelium nach Johannes:
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Wenn ihr mich liebt,
werdet ihr meine Gebote halten.
Und ich werde den Vater bitten
und er wird euch einen anderen Beistand geben,
der für immer bei euch bleiben soll,
den Geist der Wahrheit,
den die Welt nicht empfangen kann,
weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt.
Ihr aber kennt ihn,
weil er bei euch bleibt und in euch sein wird.
Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen,
ich komme zu euch.
Nur noch kurze Zeit
und die Welt sieht mich nicht mehr;
ihr aber seht mich,
weil ich lebe und auch ihr leben werdet.
An jenem Tag werdet ihr erkennen:
Ich bin in meinem Vater,
ihr seid in mir
und ich bin in euch.
Wer meine Gebote hat und sie hält,
der ist es, der mich liebt;
wer mich aber liebt,
wird von meinem Vater geliebt werden
und auch ich werde ihn lieben
und mich ihm offenbaren.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Joh 14,15-21 ist den Abschiedsreden Jesu entnommen. Es handelt sich um die johanneische Darstellung des Vermächtnisses Jesu. Interessant sind dabei folgende Aspekte:
Der Heilige Geist hat nicht nur die Funktion zu trösten (Paraklet), sondern er wird auch als der Geist der Wahrheit bezeichnet. Dabei beinhaltet der Begriff "Wahrheit" auch die Bedeutung, Inhalt der Offenbarung zu sein. Damit wird auch eine Verbindung zum Sohn hergestellt, der sich in Joh 14:6 als die Wahrheit bezeichnet.
In der starken Differenzierung zwischen denen, die den Geist besitzen und denen, die sie nicht verstehen, sehen wir eine Auswirkung des johanneischen Dualismus.
Vater, Sohn und Heiliger Geist werden im Johannesevangelium in unterschiedlichen Beziehungen zueinander geschildert. Identität und gleichzeitige Differenz prägen auch das Verhältnis zwischen Sohn und Geist in unserer Perikope: Der Vater sendet den Geist auf Bitten des Sohnes (Differenz). Der Sohn wird die Seinen nicht als Waisen zurücklassen, sondern er wird wiederkommen und die Seinen werden ihn im Heiligen Geist sehen (Identität).
Die Verbindung der Liebe mit dem Halten der Gebote ist ein Gedanke, der in der Bundestheologie des AT schon vorgeprägt ist. Mit der Verleihung des Geistes ist auch Bundeshoffnung verbunden (Ez 36:26-28), eine Vorstellung, die im jungen Christentum aufgegriffen wird (1 Thess 4:8). Die ersten christlichen Gemeinden kennen auch die enge Verbindung zwischen Gottes Liebe und dem Geist (Röm 5,5; 15,30).
Der Zusammenhang zwischen Christusliebe und dem Halten von Geboten scheint auf den ersten Blick weit hergeholt. Auch das Wirken des Heiligen Geistes in unserem Alltag ist schwer greifbar. Dennoch haben sie viel miteinander zu tun. Das Akzeptieren und Halten von gesellschaftlichen Regeln kann eine Form der Nächstenliebe sein. Der Beistand und Tröster, den uns Jesus verheißen hat, wirkt mitten in unserem Alltag, mitten im zivilen Leben.
Weil wir einander lieben, halten wir Abstand und tragen wir Mund- und Nasenschutz. Vergangenen Sonntag war Muttertag. Weil wir auch unsere Mütter und Omas lieben, die nicht mit uns im selben Haushalt leben, waren wir angehalten, zu ihnen Abstand zu halten. Irgendwie paradox! Liebe verbinden wir normalerweise mit Nähe, Umarmung… Nun müssen wir aus Liebe das Gegenteil tun: Abstand halten.
Wir könnten nun diskutieren, ob das alles nötig ist. Wir könnten auch andere Umgangsregeln ersinnen und von der Regierung fordern, wie das manche tun. Regeln helfen aber nur, wenn sie für alle einsichtig und vollziehbar sind. Am Anfang der Coronakrise haben sich der eine oder andere darüber lustig gemacht. Erst als das Virus auch vor prominenten Politkern und hohen Beamten nicht Halt gemacht hat, und sich Personen infiziert haben, die meinten, die Vorsichtsmaßnahmen seien überzogen, sind die meisten kleinlaut geworden.
Wir mussten einen mehrere Wochen langen Lernprozess durchlaufen, um mit dieser für manche Mitbürger lebensbedrohlichen Situation angemessen umgehen zu können. Vor allem mussten wir und müssen wir immer noch lernen, die Vorschriften dem Sinn nach anzuwenden und sie von Woche zu Woche neuen Erkenntnissen gemäß anzupassen. Es reicht nicht aus, dass wir dem Buchstaben des Gesetzes genüge tun.
"Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten" und "Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben…", hörten wir im Evangelium. Der Umgang mit den Geboten Jesu ist ähnlich anspruchsvoll wie der Umgang mit den Corona-Schutzmaßnahmen.
An sich sind die Gebote Jesu und die Gebote Gottes aus dem Ersten Bund ganz einfach. Sie lassen sich mit dem Gebot der Gottes- und Nächstenliebe zusammenfassen oder an den zehn Fingern aufzählen. In der konkreten Anwendung ergeben sich aber endlose Diskussionen. Dabei stößt man auf viele Situationen, die sich nicht mit einem einfachen Gebots- und Verbots-Schema erledigen lassen. Auch hier müssen wir lernen, die Gebote Gottes und die Gebote Jesu dem Geiste nach anzuwenden. Wir kommen nicht umhin, die vielen Situationen und Sichtweisen zu diskutieren und unsere Umgangsformen entsprechend anzupassen.
Jesus hat den Jüngern einen Beistand verheißen, der sie im konkreten Leben begleiten wird. Das Liebesgebot Jesu und die Gebote Gottes müssen in jeder Herausforderung des konkreten Lebens neu ausformuliert werden. Die österreichischen Bischöfe sehen die Annahme der uns infolge der Pandemie auferlegten Einschränkungen als ein Gebot der Nächstenliebe. Die Nächstenliebe fordere das jetzt von uns, so die Bischöfe in einem Hirtenbrief.
Ähnliches gilt aber auch für alles andere, das auf uns zukommt. In jeder Epoche mussten sich die Menschen auf neue Entwicklungen einstellen und neue Regeln formulieren. Diese Gesetze und Vorschriften ins persönliche Legen zu integrieren, ist auch ein Gebot der Nächstenliebe. Nur so kann ein gedeihliches Miteinander gelingen. In ähnlicher Weise werden wir aber auch für die Klimakrise und für die gewaltigen politischen und weltwirtschaftlichen Umwälzungen, die auf uns zukommen, passende Lösungen finden müssen. Uns an diesem Suchprozess zu beteiligen, sind wir auch als Christen gefordert.
Die Zusage Jesu, dass uns der Heilige Geist beistehen wird, ist mehr als eine nebulöse spirituelle Verheißung. Sie hat für uns ganz konkrete Bedeutung. Wir dürfen darauf vertrauen, dass er uns auch in diesen scheinbar banalen und nichtreligiösen Lebensbereichen begleitet. Wir dürfen darauf vertrauen, dass uns der Heilige Geist in allen gegenwärtigen und künftigen kleinen und großen Herausforderungen beistehen und zu guten Lösungen führen wird.
Das Finden von guten Regeln und Wegen im Umgang mit alten und neuen Herausforderungen ist eine Seite, die wir mit dem Wirken des Heiligen Geistes in Verbindung bringen können. Noch eine andere Seite, die auch als Wirken des Heiligen Geistes betrachtet werden kann, ist im Zuge der Coronakrise sichtbar und spürbar geworden: Die hohe Bereitschaft zu Solidarität, gegenseitige Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme hat viele überrascht. Auch darin spüren wir Heiligen Geist und etwas von der Liebe des Vaters, die uns Jesus im Evangelium zugesagt hat. Bei aller Trennung zwischen Kirche und Staat hat unser ziviles Leben eine spirituelle Dimension, die für unser Christsein bedeutsam ist.
Gesetze und Gebote regeln das Zusammenleben der Menschen. Die Gebote der Hl. Schrift und die Gebote, die Jesus seinen Jüngern gegeben hat führen zum "Leben in Fülle", wenn sie aus den Geist Jeus heraus befolgt werden. Jesus hat uns dazu den Hl. Geist als Beistand gesandt.
Jesus lässt seine Jünger nicht als Waisen zurück. Er lädt sie ein, mit ihm verbunden zu bleiben. Wer mit Jeus verbunden ist, sieht die Welt mit anderen Augen.
Jesus hat uns seinen Heiligen Geist verheißen. Manches Mal haben wir den Eindruck, dass wir in einer geistlosen Welt leben. Wenn wir wie Jesu in selbstloser Weise lieben, verändert sich die Welt und wir werden von der Liebe des Vaters getragen.
Religiöses Leben in öffentlichen Räumen konnte in den letzten Wochen infolge der Corona-Pandemie nur in reduzierten Formen stattfinden. Es war nicht leicht, die einschneidenden Regelungen zu ertragen. Die Österreichische Bischofskonferenz hat in einem Hirtenbrief die Notwendigkeit als einen Akt konkreter Nächstenliebe begründet: „»Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst« – dieses Gebot unseres Herrn Jesus Christus gehört zum Kern des Evangeliums. Daher liegen uns das von Gott geschenkte Leben, die Gesundheit und das seelische Heil aller Menschen am Herzen. In diesem Bewusstsein leistet die Katholische Kirche mit allen bisherigen und künftigen Einschränkungen des kirchlichen Lebens aufgrund der Corona-Pandemie einen großen und notwendigen Beitrag für die ganze Gesellschaft."
Wie eng das Halten von Geboten und die Liebe zu Jesus Christus zusammenhängen, führt uns heute das Johannesevangelium vor Augen. Dabei geht es nicht so sehr um das Einhalten von Vorschriften als vielmehr um das Erfüllen des Gebotenen mit Geist und Sinn.
Bitten wir Gott um Vergebung und Erbarmen für alle Oberflächlichkeiten und Schlampigkeiten mit dem Gebot der Gottes- und Nächstenliebe.
Herr, Jesus Christus,
aus Liebe zu deinem Vater und zu uns Menschen
warst du gehorsam bis zum Tod.
Herr, erbarme dich.
Du hast uns Gebote gegeben,
die uns zum wahren Leben führen.
Christus, erbarme dich.
Du hast uns den Geist der Wahrheit als Beistand verheißen,
der uns im Leben begleitet.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott,
laß uns die österliche Zeit
in herzlicher Freude begehen
und die Auferstehung unseres Herrn preisen,
damit das Ostergeheimnis,
das wir in diesen fünfzig Tagen feiern,
unser ganzes Leben prägt und verwandelt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 6. Sonntag der Osterzeit
Guter Gott und Vater,
Jesus hat uns einen Beistand verheißen, der immer bei uns bleibt.
Im Vertrauen auf ihn bitten wir dich:
Für alle, die sich in der gegenwärtigen Situation von den Verordnungen zur Eindämmung der Pandemie eingeengt fühlen.
Gib ihnen Verständnis und Einsicht in das Notwendige.
Für die Mitglieder der Krisenstäbe, die Verordnungen erlassen
und Sorge für das Gesundheitswesen tragen.
Lass sie das Wohl aller Menschen im Blick behalten.
Für alle, die durch die notwendigen Einschränkungen wirtschaftlichen Schaden erleiden.
Eröffne ihnen Wege, wie sie diesen erträglich halten können,
und lass sie ausreichend Hilfe finden.
Für alle, die durch die Pandemie leiblich oder seelisch zu leiden haben.
Stärke sie und lass sie Heilung erfahren.
Für alle Kinder und Jugendlichen, deren Fest der Erstkommunion oder der Firmung auf unbestimmte Zeit verschoben worden ist.
Stärke sie durch deinen Heiligen Geist, der ihnen in der Taufe zugesagt worden ist.
Für unsere verstorbenen Angehörigen und Freunde
und für die vielen Opfer der Pandemie.
Nimm sie auf in deine himmlischen Wohnungen.
Vater im Himmel,
Jesus hat uns deine Liebe zugesagt.
Bei dir finden wir Leben und Geborgenheit.
Dir danken wir in Christus und im Heiligen Geist. – Amen.
Gelebter Glaube schließt neben der persönlichen Beziehung zu Gott immer auch ein Miteinander und Müreinander ein. Vieles davon ist in diesen, durch die Pandemie bedingten Lebensumständen, schwieriger geworden.
Im Vertrauen auf den Beistand des Heiligen Geistes, der uns vom Vater versprochen ist, lasst uns bitten:
Für alle, die mithelfen, dass sich trotz der Beschränkungen unseres kirchlichen Lebens Formen gemeinschaftlicher Gottesdienste in virtueller oder realer Form verwirklichen lassen.
Für alle, die für die Gesundheit ihrer Bürger in Politik und Wissenschaft verantwortlich sind, dass sie ihre Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen treffen können.
Für unsere Bauern und alle jene, die durch ihre Arbeit beitragen, dass unsere Lebensmittelversorgung weiterhin aufrecht bleibt.
Für alle Christen, die auch in den realen Schwierigkeiten unseres derzeitigen Alltags zur Hoffnung berufen sind und diese auch mit anderen teilen.
Für die vielen Toten, die während der letzten Wochen oft unter entsetzlichen Umständen aus dem Leben geschieden sind.
Vater!
Im Glauben an dich erfahren wir Liebe, Hoffnung und Ermutigung für all das Schwere in unserem Leben.
Dir gilt unser Dank, unser Lob und alle Ehre. - Amen.
Guter Gott und Vater,
Jesus hat uns einen Beistand verheißen, der immer bei uns bleibt.
Im Vertrauen auf ihn bitten wir dich:
Für alle, die sich mit deinen Geboten schwertun.
Erschließe ihnen den Sinn und die Weisheit deines Willens.
Für alle, die Gesetze erstellen
und für Ordnung in unserem Gemeinwesen sorgen.
Lass sie das Wohl aller Menschen im Blick behalten.
Für alle Jugendlichen, die in diesen Wochen das Sakrament der Firmung empfangen.
Stärke sie durch deinen Heiligen Geist.
Für die vielen unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge,
die auf sich allein gestellt Wege ins Leben suchen müssen.
Lass sie Halt und Hilfe finden.
Für die Bischöfe und Priester, die dein Volk leiten und begleiten.
Schenke ihnen Weisheit und Liebe zu den Menschen.
Für unsere Verstorbenen.
Nimm sie auf in deine himmlischen Wohnungen.
Vater im Himmel,
du hast uns deine Liebe zugesagt.
In deiner Gegenwart finden wir Leben und Heimat.
Dir danken wir in Christus und im Heiligen Geist. – Amen.
Herr und Gott,
laß unser Gebet zu dir aufsteigen
und nimm unsere Gaben an.
Reinige uns durch deine Gnade,
damit wir fähig werden,
das Sakrament deiner großen Liebe zu empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Sonntag der Osterzeit
Kehrvers:
Jubilate Deo. Jubilate Deo. Halleluja (GL 398)
Vater im Himmel, wir haben uns hier versammelt,
um dir unseren Dank und unseren Lobpreis darzubringen.
Wir haben Grund, dir zu danken,
denn du hast uns durch Jesus deine einzigartige Liebe geoffenbart.
Kehrvers
Er hat unter uns gelebt,
er hat uns den Sinn der Heiligen Schriften erschlossen,
er hat die Wunden der Schöpfung geheilt
und uns durch die Botschaft vom Kommen deines Reiches Mut gemacht.
Kehrvers
Er hat uns verheißen, mit seinem Beistand unter uns gegenwärtig zu sein;
durch den Geist der Wahrheit, der uns in die ganze Wahrheit einführt,
und durch den Geist der Liebe, durch die er in uns ist, und durch die wir in ihm sind.
Kehrvers
Er hat uns seinen Frieden hinterlassen,
einen Frieden wie ihn die Welt nicht geben kann.
Sein Geist lässt uns nicht verzagen, sondern gibt uns Hoffnung,
auch wenn ihn die Welt nicht erkennt.
Kehrvers
Darum loben und preisen wir dich.
Wir danken dir gemeinsam mit der ganzen Schöpfung.
Danklied, z. B. Hoch sei gepriesen unser Gott (GL 384)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater,
in diesen Tagen freudig zu danken,
da unser Osterlamm geopfert ist,
Jesus Christus.
Das Alte ist vergangen,
die gefallene Welt erlöst,
das Leben in Christus erneuert.
Darum preisen wir dich in österlicher Freude und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 4
Gott ist nicht tot
das Licht nicht erloschen
die Tür nicht versperrt
die Wahrheit nicht verstummt
die Hoffnung nicht unbegründet
das Leben nicht sinnlos
Jesus nicht nur Vergangenheit
Jesus ist der Kommende
das Leben bekommt neu seinen Sinn
die Hoffnung blüht auf
die Wahrheit bricht durch
Türen öffnen sich
strahlendes Licht erfüllt die Welt
ja, wir dürfen glauben
und jubelnd bekennen
Gott -
unser Gott
LEBT
Allmächtiger Gott,
du hast uns durch die Auferstehung Christi
neu geschaffen für das ewige Leben.
Erfülle uns mit der Kraft dieser heilbringenden Speise,
damit das österliche Geheimnis in uns reiche Frucht bringt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Sonntag der Osterzeit
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
In der Welt, in der wir leben, ist es nicht leicht, die Wahrheit von der Lüge zu unterscheiden; die tieferen Intentionen unseres Lebens zu erkennen. Vieles ist uns verborgen. Wir stoßen mit unserer Erkenntnis an Grenzen.
Auf dem Hintergrund dieser Erfahrungen hat uns Jesus den "Geist der Wahrheit” verheißen, der uns in die ganze Wahrheit einführen soll. Es ist der gleiche Geist, der in Jesus wirkt, und der uns erfahren lässt, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat. Es ist der Geist, von dem der Apostel Paulus sagt, dass er alles ergründet, auch die Tiefen der Gottheit. (Vgl. 1 Kor 2,10) Dieser Heilige Geist ergründet auch die Tiefen des Menschen. Wenn wir in der Wahrheit leben möchten, dann sollen wir uns von diesem Geiste leiten lassen.
Aus: P. Alois Kraxner, Wie Kristalle in taubem Gestein. Christsein im Alltag. Wagner Verlag, Linz 2008.
Kehrvers:
Die Weisung des Herr ist vollkommen,
sie erquickt den Menschen.
Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes *
und das Firmament kündet das Werk seiner Hände.
Ein Tag sagt es dem andern, *
eine Nacht tut es der andern kund,
ohne Rede und ohne Worte, *
ungehört bleibt ihre Stimme.
Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, *
ihre Kunde bis zu den Enden der Erde.
Dort hat er der Sonne ein Zelt gebaut. *
Sie tritt aus ihrem Gemach hervor wie ein Bräutigam;
sie frohlockt wie ein Held, *
ihre Bahn zu laufen.
Am einen Ende des Himmels geht sie auf /
und läuft bis ans andere Ende; *
nichts kann sich vor ihrer Glut verbergen.
Die Weisung des HERRN ist vollkommen, *
sie erquickt den Menschen.
Das Zeugnis des HERRN ist verlässlich, *
den Unwissenden macht es weise.
Die Befehle des HERRN sind gerade, *
sie erfüllen das Herz mit Freude.
Das Gebot des HERRN ist rein, *
es erleuchtet die Augen.
Die Furcht des HERRN ist lauter, *
sie besteht für immer.
Die Urteile des HERRN sind wahrhaftig, *
gerecht sind sie alle.
Sie sind kostbarer als Gold, *
als Feingold in Menge.
Sie sind süßer als Honig, *
als Honig aus Waben.
Auch dein Knecht lässt sich von ihnen warnen; *
reichen Lohn hat, wer sie beachtet.
Versehentliche Fehler, wer nimmt sie wahr? *
Sprich mich frei von verborgenen Sünden!
Verschone deinen Knecht auch vor vermessenen Menschen; *
sie sollen nicht über mich herrschen!
Dann bin ich vollkommen *
und frei von schwerer Sünde.
Die Worte meines Munds mögen dir gefallen; /
was ich im Herzen erwäge, stehe dir vor Augen, *
HERR, mein Fels und mein Erlöser.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.
Kehrvers…
Komm, Heiliger Geist,
kehr bei uns ein,
die wir erfüllt sind von einer Unruhe,
die du in uns geweckt hast.
Komm, und lasse in uns und für uns
aufleuchten das Geheimnis
des Gekreuzigten und Auf erstandenen.
Komm, und erfülle unser Leben,
so daß unser Mund
sich schließlich auftut,
weil das Herz überfließt.
Amen. Halleluja!
Unergründliches Geheimnis,
der du dich enthüllst
und zugleich verhüllst,
der du uns ansteckst mit deiner Liebe,
entzünde in uns die Sehnsucht nach dir,
laß uns treu sein
in der Suche nach dir
und sehnsüchtig hoffen
auf deine Entdeckung.
Wir sind schon wunderbar getröstet,
weil wir dich bereits besitzen,
wir sind voll heiliger Unruhe,
weil wir dich noch nicht besitzen.
Dir allein gehören wir,
Gott unseres Lebens,
Herr unserer Seele!
Amen. Halleluja!
Aus: Martin Schleske. Geigenbauer, Der Klang. Vom unerhörten Sinn des Lebens. Kösel Verlag, München 2015.
Aus dem hl. Evangelium nach Johannes:
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Wenn ihr mich liebt,
werdet ihr meine Gebote halten.
Und ich werde den Vater bitten
und er wird euch einen anderen Beistand geben,
der für immer bei euch bleiben soll,
den Geist der Wahrheit,
den die Welt nicht empfangen kann,
weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt.
Ihr aber kennt ihn,
weil er bei euch bleibt und in euch sein wird.
Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen,
ich komme zu euch.
Nur noch kurze Zeit
und die Welt sieht mich nicht mehr;
ihr aber seht mich,
weil ich lebe und auch ihr leben werdet.
An jenem Tag werdet ihr erkennen:
Ich bin in meinem Vater,
ihr seid in mir
und ich bin in euch.
Wer meine Gebote hat und sie hält,
der ist es, der mich liebt;
wer mich aber liebt,
wird von meinem Vater geliebt werden
und auch ich werde ihn lieben
und mich ihm offenbaren.
Weil wir einander lieben, halten wir Abstand und tragen wir Mund- und Nasenschutz. Vergangenen Sonntag war Muttertag. Weil wir auch unsere Mütter und Omas lieben, die nicht mit uns im selben Haushalt leben, waren wir angehalten, zu ihnen Abstand zu halten. Irgendwie paradox! Liebe verbinden wir normalerweise mit Nähe, Umarmung… Nun müssen wir aus Liebe das Gegenteil tun: Abstand halten.
Wir mussten einen mehrere Wochen langen Lernprozess durchlaufen, um mit dieser für manche Mitbürger lebensbedrohlichen Situation angemessen umgehen zu können. Vor allem mussten wir und müssen wir immer noch lernen, die Vorschriften dem Sinn nach anzuwenden und sie von Woche zu Woche neuen Erkenntnissen gemäß anzupassen. Es reicht nicht aus, dass wir dem Buchstaben des Gesetzes genüge tun.
Der Umgang mit den Geboten Jesu ist ähnlich anspruchsvoll wie der Umgang mit den Corona-Schutzmaßnahmen. An sich sind die Gebote Jesu und die Gebote Gottes aus dem Ersten Bund ganz einfach. Sie lassen sich mit dem Gebot der Gottes- und Nächstenliebe zusammenfassen oder an den zehn Fingern aufzählen. In der konkreten Anwendung ergeben sich aber endlose Diskussionen. Dabei stößt man auf viele Situationen, die sich nicht mit einem einfachen Gebots- und Verbots-Schema erledigen lassen. Auch hier müssen wir lernen, die Gebote Gottes und die Gebote Jesu dem Geiste nach anzuwenden. Wir kommen nicht umhin, die vielen Situationen und Sichtweisen zu diskutieren und unsere Umgangsformen entsprechend anzupassen.
Jesus hat den Jüngern einen Beistand verheißen, der sie im konkreten Leben begleiten wird. Das Liebesgebot Jesu und die Gebote Gottes müssen in jeder Herausforderung des konkreten Lebens neu ausformuliert werden. Die Zusage Jesu, dass uns der Heilige Geist beistehen wird, ist mehr als eine nebulöse spirituelle Verheißung. Sie hat für uns ganz konkrete Bedeutung. Wir dürfen darauf vertrauen, dass er uns auch in scheinbar banalen und nichtreligiösen Lebensbereichen begleitet. Wir dürfen darauf vertrauen, dass uns der Heilige Geist in allen gegenwärtigen und künftigen kleinen und großen Herausforderungen beistehen und zu guten Lösungen führen wird.
Guter Gott und Vater,
Jesus hat uns einen Beistand verheißen, der immer bei uns bleibt.
Im Vertrauen auf ihn bitten wir dich:
Vater im Himmel,
Jesus hat uns deine Liebe zugesagt.
Bei dir finden wir Leben und Geborgenheit.
Vater im Himmel, wir haben uns hier versammelt,
um dir unseren Dank und unseren Lobpreis darzubringen.
Wir haben Grund, dir zu danken,
denn du hast uns durch Jesus deine einzigartige Liebe geoffenbart.
Er hat unter uns gelebt,
er hat uns den Sinn der Heiligen Schriften erschlossen,
er hat die Wunden der Schöpfung geheilt
und uns durch die Botschaft vom Kommen deines Reiches Mut gemacht.
Er hat uns verheißen, mit seinem Beistand unter uns gegenwärtig zu sein;
durch den Geist der Wahrheit, der uns in die ganze Wahrheit einführt,
und durch den Geist der Liebe, durch die er in uns ist, und durch die wir in ihm sind.
Er hat uns seinen Frieden hinterlassen,
einen Frieden wie ihn die Welt nicht geben kann.
Sein Geist lässt uns nicht verzagen, sondern gibt uns Hoffnung,
auch wenn ihn die Welt nicht erkennt.
Gott, unser Vater,
segne euch mit allem Segen des Himmels,
damit ihr rein und heilig lebt vor seinem Angesicht.
Er lehre euch durch das Wort der Wahrheit;
er bilde euer Herz nach dem Evangelium Christi
und gebe euch Anteil an seiner Herrlichkeit.
Er schenke euch jene brüderliche Liebe,
an der die Welt die Jünger Christi erkennen soll.
Das gewähre euch der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Aus dem Messbuch
Zusammengestellt von Pater Hans Hütter CSsR
Liebe Gläubige!
„Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ – dieses Gebot unseres Herrn Jesus Christus gehört zum Kern des Evangeliums. Daher liegen uns das von Gott geschenkte Leben, die Gesundheit und das seelische Heil aller Menschen am Herzen. In diesem Bewusstsein leistet die Katholische Kirche mit allen bisherigen und künftigen Einschränkungen des kirchlichen Lebens aufgrund der Corona-Pandemie einen großen und notwendigen Beitrag für die ganze Gesellschaft. Wir danken allen Gläubigen, dass sie den bisher gewählten Weg des Gebetes und der konkreten Sorge für die Nächsten mitgegangen sind. Wir sind uns bewusst, dass dies mit großen und schmerzlichen Entbehrungen verbunden war. Papst Franziskus ist uns ein Vorbild im Kampf gegen die Pandemie und er sagt: „Gebet und stiller Dienst - das sind unsere siegreichen Waffen.“
Ganzer Hirtenbrief >>>
Ein Mensch begegnet einem zweiten.
Sie wechseln Förm- und Herzlichkeiten,
Sie zeigen Wiedersehensglück
Und gehn zusammen gar ein Stück.
Und während sie die Stadt durchwandern,
Sucht einer heimlich von dem andern
Mit ungeheurer Hinterlist
Herauszubringen, wer er ist.
Daß sie sich kennen, das steht fest,
Doch äußerst dunkel bleibt der Rest.
Das Wo und Wann, das Wie und Wer,
Das wissen alle zwei nicht mehr.
Doch sind sie, als sie nun sich trennen,
Zu feig, die Wahrheit zu bekennen.
Sie freun sich, daß sie sich getroffen;
Jedoch im Herzen beide hoffen,
Indes sie ihren Abschied segnen,
Einander nie mehr zu begegnen.
Aus: Eugen Roth, Ein Mensch. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1995.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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In Apg 8,5-8. 14-17 hören wir von der Verbreitung der christlichen Lehre in Samarien. Juden und Samaritaner hatten einander gegenüber Vorbehalte wegen ihrer unterschiedlichen religiösen Traditionen. Der christliche Glaube scheint diese Vorbehalte überwinden zu können.
Interessant an diesem Text ist auch, dass Taufe und Geistmitteilung als zwei unterschiedliche Geschehnisse bezeichnet werden. Im NT gibt es im Verständnis der Taufe viele Varianten. Taufe und Geistmitteilung fallen teilweise zusammen, teilweise auseinander. Im lukanischen Geschichtswerk fällt auf, dass Taufe in erster Linie sündenvergebende Kraft besitzt und eine Vorbereitung auf den Geistempfang darstellt (Apg 2,38; 19,5) Ausnahmsweise kommt der Heilige Geist aber auch ganz spontan auf die Zuhörer einer Predigt hinab (Apg 10,44-48). Wenn nun Taufe und Geistmitteilung getrennt werden, so heißt das nicht, dass die Taufe kein geistliches Geschehen ist, sondern es sollen verschiedene Schritte auf dem Weg der Initiation deutlich gemacht werden. Dieses Verständnis der Textstelle führte auch dazu, dass sie schon in früher Zeit als eine Begründung für die Firmung angesehen wurde. Wie Lukas war auch der frühen Kirche die ekklesiologische Komponente der Geistmitteilung wichtig: Die Verleihung des Geistes sollte dem Aufbau der ganzen Gemeinde dienen.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz