Lesung aus der Apostelgeschichte.
Als Jesus in den Himmel aufgenommen worden war,
kehrten sie von dem Berg, der Ölberg genannt wird
und nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist,
nach Jerusalem zurück.
Als sie in die Stadt kamen,
gingen sie in das Obergemach hinauf,
wo sie nun ständig blieben:
Petrus und Johannes,
Jakobus und Andreas,
Philippus und Thomas,
Bartholomäus und Matthäus,
Jakobus, der Sohn des Alphäus,
und Simon, der Zelot,
sowie Judas, der Sohn des Jakobus.
Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet,
zusammen mit den Frauen
und Maria, der Mutter Jesu,
und seinen Brüdern.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Ich schaue Gottes Güte im Land der Lebenden - Kv
Oder: Halleluja.
Oder GL 46,1
Der HERR ist mein Licht und mein Heil: *
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist die Zuflucht meines Lebens: *
Vor wem sollte mir bangen? - Kv
Eines habe ich vom HERRN erfragt, dieses erbitte ich: *
im Haus des HERRN zu wohnen alle Tage meines Lebens;
die Freundlichkeit des HERRN zu schauen *
und nachzusinnen in seinem Tempel. - Kv
Höre, HERR, meine Stimme, wenn ich rufe; *
sei mir gnädig und gib mir Antwort!
Mein Herz denkt an dich: Suchet mein Angesicht! *
Dein Angesicht, HERR, will ich suchen. - Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Petrus.
Schwestern und Brüder!
Freut euch, dass ihr Anteil an den Leiden Christi habt;
denn so könnt ihr auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit
voll Freude jubeln.
Wenn ihr wegen des Namens Christi beschimpft werdet,
seid ihr seligzupreisen;
denn der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes,
ruht auf euch.
Wenn einer von euch leiden muss,
soll es nicht deswegen sein,
weil er ein Mörder oder ein Dieb ist,
weil er Böses tut
oder sich in fremde Angelegenheiten einmischt.
Wenn er aber leidet, weil er Christ ist,
dann soll er sich nicht schämen,
sondern Gott darin verherrlichen.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Menschen, die der Erste Petrusbrief vor Augen hat, haben Anteil an den Leiden Christi. Ihnen wird auch seine Herrlichkeit zugesprochen.
In Wenn-Sätzen entfaltet der Brief, was gemeint ist: Wer wegen des Namens Christi beschimpft wird, ist selig zu preisen. Wer leidet, weil er Christ ist, soll sich nicht schämen – wie jemand, der Böses tut oder sich in fremde Angelegenheiten einmischt. Petrus greift Erfahrungen und Befürchtungen auf.
Der Brief übernimmt die schwere Aufgabe, Menschen aufzurichten, die in ihrer Umwelt angefochten werden, Christen zu sein. Der Weg Christi zeichnet auch den Weg der Menschen vor, die sich nach ihm nennen und ihrer Berufung treu bleiben. „Der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes, ruht auf euch“ – eine Gewissheit, die in der Taufe mitgegeben ist.
Hintergrund unseres Lesungstextes ist die domitianische Christenverfolgung, der die Adressaten des Briefes ausgesetzt waren. Die Christen weigerten sich, den römischen Kaiserkult mitzumachen und den Kaiser als "dominus et deus", als "Herrn und Gott" anzuerkennen. Ihr Herr ("Kyrios") ist der Jesus Christus, ihm allein gebührt göttliche Ehre. Dabei wurde bereits die Bezeichnung "Christ" als ausreichender Grund für die Verfolgung angesehen. Aus den Briefen des Plinius des Jüngeren, der in den Provinzen Bithynien und Pontus als kaiserlicher Legat eingesetzt war, geht hervor, daß die Verfolgung sonst Unschuldige trifft.
Mit 4,12 beginnt ein Briefanhang mit Mahnungen.
V. 12-14 beschäftig sich mit der Frage des Leidens: Es ist nicht Strafe, sondern Feuerprobe. Es ist Teilhabe am Leiden Christi; die Gemeinschaft des Leidens sichert auch die Gemeinschaft in der Vollendung. (Vgl. Phil 3,10; Röm 8,17: "Mit-Leiden": Petrus scheint hier dem paulinischem Gedanken zu folgen.)
Der Abschnitt scheint in einer Zeit drohender oder schon beginnender Verfolgung verfaßt zu sein. Heil bringt aber nur die Verfolgung um Christi willen, nicht aufgrund irgendeiner Straftat. Der Name allein genügt für die Verfolgung!
V. 17f spricht vom Wissen um die eschatologische Stunde: schon beginnt das Gericht - und zwar beim eigenen Volk. Es ist Strafe für den Unglauben.
Wenn aber schon der Gerechte kaum besteht, wie dann der Gottlose? (vgl. Spr 11,31)
V. 19 ermahnt die Leidenden, daß sie an den Gott des Lebens, an den Schöpfer denken und so standhalten.
Christsein ist hier nichts Bequemes, sondern fordert zum Bekenntnis mit dem eigenen Leben heraus - das Leiden für den Namen Christi bringt aber die Verheißung der Vollendung, des Bestehens im Gericht.
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Ich lasse euch nicht als Waisen zurück.
Ich komme zu euch. Dann wird euer Herz sich freuen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
erhob Jesus seine Augen zum Himmel
und sagte:
Vater, die Stunde ist gekommen.
Verherrliche deinen Sohn,
damit der Sohn dich verherrlicht!
Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben,
damit er allen, die du ihm gegeben hast,
ewiges Leben schenkt.
Das aber ist das ewige Leben:
dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen
und den du gesandt hast, Jesus Christus.
Ich habe dich auf der Erde verherrlicht
und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.
Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir
mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte,
bevor die Welt war!
Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart,
die du mir aus der Welt gegeben hast.
Sie gehörten dir
und du hast sie mir gegeben
und sie haben dein Wort bewahrt.
Sie haben jetzt erkannt,
dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.
Denn die Worte, die du mir gabst,
habe ich ihnen gegeben
und sie haben sie angenommen.
Sie haben wahrhaftig erkannt,
dass ich von dir ausgegangen bin,
und sie sind zu dem Glauben gekommen,
dass du mich gesandt hast.
Für sie bitte ich;
nicht für die Welt bitte ich,
sondern für alle, die du mir gegeben hast;
denn sie gehören dir.
Alles, was mein ist,
ist dein,
und was dein ist,
ist mein;
in ihnen bin ich verherrlicht.
Ich bin nicht mehr in der Welt,
aber sie sind in der Welt
und ich komme zu dir.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das sog. hohepriesterliche Gebet Jesu kreist um ein Thema: die Verherrlichung. Johannes zitiert aus der Leidensgeschichte Jesu: die Stunde ist da. Aber anders als dort, wird das Geschick Jesu hoheitsvoll erzählt, gedeutet und verkündigt.
Der Sohn bittet, verherrlicht zu werden, damit er den Vater verherrlichen kann. Das ist zwar schon „auf der Erde“ geschehen, als er das Werk zu Ende führte, das ihm aufgetragen war – aber Jesus bittet, an der Herrlichkeit teilzuhaben, die er vor der Zeit schon hatte. Der Evangelist Johannes verkündet die Würde Jesu, die vor der Welt war. Im Prolog heißt es: Im Anfang, bevor alles wurde, war das Wort … Offenbart wird das am Kreuz.
In diesem Gebet werden Menschen als Zeugen sichtbar. Ihre Erkenntnis, ihr Glaube, kommt von Jesus. Ist Offenbarung. Jedenfalls keine eigene Leistung. Worum es geht? „Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast“. Jesus verweist in seinem Weg und seiner Verkündigung auf den Vater. Es ist kein Konkurrenzverhältnis, sondern eine Gemeinschaft, die älter ist als alles Gewordene.
Jesus tritt für die Menschen ein, bittet für die, die zum Vater gehören. Am Schluss geht es fast unter: in ihnen bin ich verherrlicht. Johannes, der mit einem Adler verglichen wird, der in großer Höhe seine Runden dreht, aber die kleinsten Bewegungen wahrnimmt, sieht sich und den Vater in denen verherrlicht, die „die Worte, die du mir gegeben hast“, angenommen haben.
In der Verherrlichung kommen der Vater, der Sohn und die Glaubenden in eine nicht auflösbare Gemeinschaft. Es ist ein sich gegenseitig „großmachen“, an der Ehre des anderen wachsen, mit sich selbst nicht genug haben. So kommt von dem Wort „Verherrlichung“ ein Glanz, der auch einfaches menschliches Leben schön macht – und Gott auch.
Johannes sammelt in den Abschiedsreden (Kap.14-17) Jesu Worte und Gedanken und gibt ihnen sein sprachliches und theologisches Gepräge. Er sammelt dieses ganze Material und verlegt es an einen Ort, der für uns heute der Geburtsort der Kirche ist. Die Rede ist in sich nicht geschlossen. Sie bietet mehrere Gedankenkreise.
Der heutige Evangelientext, wird seit dem 16. Jahrhundert das "hohepriesterliche Gebet" genannt. Heute wird es oft auch Abschiedsgebet des Herrn genannt. Jesus hat den Auftrag, der ihm mit seinem Leben gegeben wurde, erfüllt. Er hat die Botschaft Gottes verkündigt und gezeigt, wer Gott ist.
Hier haben wir gleichsam das Hochgebet seines Opfers vor uns. Der Evangelist hat dieses Gebet nicht wörtlich aufgeschrieben, sondern so, wie es der erhöhte Herr fürbittend spricht. Jesus bittet für sich, für die gegenwärtigen Jünger und für die zukünftigen Gläubigen. In der entscheidenden Stunde seines Lebens betet Jesus um seine Verherrlichung. Dadurch wird auch der Vater verherrlicht und seine Gottherrrlichkeit geoffenbart. Jesus benützt seine Machtherrlichkeit dazu, den Menschen das ewige Leben zu geben. Dieses besteht in der Gemeinschaft mit Gott, dem Vater und Jesus Christus. Das Gebet wiederholt dann den Anfang - die besondere Betonung der Verherrlichung klingt hier an.
Anschließend bittet Jesus für seine Jünger und begründet diese Bitte. Sie sind seine Jünger - sie gehören aber auch dem Vater. Vater und Sohn haben alles gemeinsam. Auf den heutigen Evangelientext folgen zwei Bitten: die Bitte um Bewahrung im Glauben an die Offenbarung und die Bitte um Heiligung - damit alle die Früchte der Selbstheiligung Jesu sehen und die Einheit der Jünger (Kirche).
Mit Kap. 17 schließt Joh den "Abschiedsreden" (Joh 14-16) ein feierliches Gebet Jesu (das "hohepriesterliche Gebet") an den Vater an - es ist das längste Gebet Jesu in den Evangelien.
V. 1-5: Bitte Jesu um seine Verherrlichung. Ziel der Verherrlichung ist es, den "Seinen" ewiges Leben zu schenken.
Die Bitte um Verherrlichung (V. 1) schließt an 13,31 an und entfaltet die Bedeutung des Hinübergangs Jesu für die Jüngergemeinde.
V. 6-11a: Bringt die Begründung für die Verherrlichung unter Bezugnahme auf die Jünger; es ist gewissermaßen eine "Lebensbilanz" Jesu.
("Der Abschnitt enthält in gedrängter Form die joh. Theologie der Offenbarung und der Heilsgemeinde, die Gottes heiliger Bereich inmitten der Welt sind." - Schnackenburg)
V. 11b-19: Jesus bittet für die Jünger um Bewahrung (11-16) und Heiligeung in der Wahrheit (17-19).
Ohne die Fürbitte fehlt das Ziel von von V. 1-11a!
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
erhob Jesus seine Augen zum Himmel
und sagte:
Vater, die Stunde ist gekommen.
Verherrliche deinen Sohn,
damit der Sohn dich verherrlicht!
Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben,
damit er allen, die du ihm gegeben hast,
ewiges Leben schenkt.
Das aber ist das ewige Leben:
dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen
und den du gesandt hast, Jesus Christus.
Ich habe dich auf der Erde verherrlicht
und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.
Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir
mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte,
bevor die Welt war!
Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart,
die du mir aus der Welt gegeben hast.
Sie gehörten dir
und du hast sie mir gegeben
und sie haben dein Wort bewahrt.
Sie haben jetzt erkannt,
dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.
Denn die Worte, die du mir gabst,
habe ich ihnen gegeben
und sie haben sie angenommen.
Sie haben wahrhaftig erkannt,
dass ich von dir ausgegangen bin,
und sie sind zu dem Glauben gekommen,
dass du mich gesandt hast.
Für sie bitte ich;
nicht für die Welt bitte ich,
sondern für alle, die du mir gegeben hast;
denn sie gehören dir.
Alles, was mein ist,
ist dein,
und was dein ist,
ist mein;
in ihnen bin ich verherrlicht.
Ich bin nicht mehr in der Welt,
aber sie sind in der Welt
und ich komme zu dir.
Heiliger Vater,
bewahre sie in deinem Namen,
den du mir gegeben hast,
damit sie eins sind wie wir!
Solange ich bei ihnen war,
bewahrte ich sie in deinem Namen,
den du mir gegeben hast.
Und ich habe sie behütet
und keiner von ihnen ging verloren,
außer dem Sohn des Verderbens,
damit sich die Schrift erfüllte.
Aber jetzt komme ich zu dir
und rede dies noch in der Welt,
damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.
Ich habe ihnen dein Wort gegeben
und die Welt hat sie gehasst,
weil sie nicht von der Welt sind,
wie auch ich nicht von der Welt bin.
Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst,
sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst.
Sie sind nicht von der Welt,
wie auch ich nicht von der Welt bin.
Heilige sie in der Wahrheit;
dein Wort ist Wahrheit.
Wie du mich in die Welt gesandt hast,
so habe auch ich sie in die Welt gesandt.
Und ich heilige mich für sie,
damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.
Nach der Himmelfahrt Jesu ziehen sich die Jünger zurück, um innezuhalten und zu beten. Im Gebet wirkt der Heilige Geist in uns. Er tröstet uns und lässt uns erkennen, was zu tun ist.
Nach der Himmelfahrt Christi hätten die Jünger auch folgender Maßen reagieren können: Nun stehen wir allein da. Unser Meister ist nicht mehr sichtbar. Es ist alles ganz anders, als wir es gewohnt sind. Unsere Gegner fühlen sich als Sieger. Es kann uns jederzeit so ergehen, wie sie es mit unserem Meister gemacht haben. Wir wissen nicht, wie es weitergehen soll. Am besten, wir rühren das ganze Drama nicht noch einmal auf. Warum sollen wir unsere Gegner weiterhin gegen uns aufstacheln? Wir lassen die Sache Jesu zur Ruhe kommen. Wir wollen lediglich das Andenken an unseren Meister in Ehren halten und uns zu seiner Erinnerung ab und zu treffen. Ansonsten soll alles so bleiben wie es vor Jahren war.
Liebe Schwestern und Brüder, es ist eine tückische Versuchung, in kritischer Zeit mit großer Unsicherheit so pessimistisch zu reagieren.
Auch heute befinden wir uns in einer kritischen Phase mit vielen Ausnahmeregelungen, Engpässen, wo trotz staatlicher Unterstützung Firmen- und Geschäftspleiten zunehmen. Ebenso ist unter den Gläubigen Verunsicherung zu spüren und von einer Aufwärtsentwicklung lässt sich wenig erkennen.
Unter solch trüben Aussichten gingen nach Aussagen der Apostelgeschichte die Jünger hinauf in das Obergemach. Das ist jener Raum, wo Jesus mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl gehalten hat. Dieser geheiligte Saal half ihnen, sich an das große Geschehen zu erinnern, mit dem Jesus ihnen seine Gegenwart zugesichert hat. Vermutlich wurde ihnen erst nach und nach bewusst, dass ihr Herr aufs Ganze ging. Es war ja wenige Stunden vor seinem Kreuzestod. Nicht mehr und nicht weniger als alles, als sein ganzes Leben gab er in ihre Hände. Dieser göttliche Lebensstrom soll weiterfließen für die ratlosen Jünger, für die Vielen, die sie erreichen werden, und für alle Zeiten.
Damit hat der Herr über Leben und Tod alle Quellen des Heiles geöffnet. Und selig, wer diese Chance erkennt und sie für seine Zukunft nützt. Solcher Glaube wächst am besten durch das Beten. In der Lesung heißt es dazu: Sie verharrten einmütig im Gebet und blieben ständig dort. Sie wussten um die Verheißung Jesu: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird. Das Gebet, das lange und inständige Gebet, das sie einmütig und in Gemeinschaft pflegten, eröffnete mehr Zukunft als ihre menschlichen Versuche.
Diese übermenschliche Lebenskunst des Heiligen Geistes ist nicht nur an Pfingsten wirksam, sondern lässt sich weit darüber hinaus und unbegrenzt feststellen.
Paulus erinnert die Galater, dass sie durch den Glauben an das Evangelium den „Geist empfangen“ haben, nicht aufgrund von Gesetzeswerken. In der Sicht der Apostelgeschichte wird das Wirken des Geistes darin erfahrbar, dass das Evangelium freimütig und furchtlos verkündet wird; dass wunderbare Heilungen geschehen (Apg 4,30f; Apg 5,12-16) und dass Christen eine feste, innere Gewissheit erlangen, sie sind auf dem rechten Weg.
Liebe Mitglaubende, unser gemeinsames Beten baut auf die Erfahrungen unserer Vorfahren auf. Seit dem 17. Jahrhundert gibt es die Tradition, ab Christi Himmelfahrt die Pfingstnovene zu beten. Novenen hat man zur Vorbereitung auf große Ereignisse und besonders in Pest- und Kriegszeiten gebetet. Beide Anlässe sind für uns zurzeit gegeben.
(Vorschläge für eine Pfingstnovene finden Sie im Internet, z.B. auch im Predigtforum, www.predigtforum.com. Die Solidaritätsaktion RENOVABIS bietet ein eigenes Heftchen an (www.renovabis.de), wo der Blick auf die Ostukraine gerichtet wird.)
Das beharrliche Beten im Abendmahlssaal hat viel gemeinsam mit Klausurtagen, wenn sich Arbeitsgruppen zurückziehen, Rückschau halten, sich auf ihre gegenwärtige Lage besinnen und ihre Sinne für ihre neuen Aufgaben und Chancen schärfen.
In den vergangenen Wochen gab es Ausgangsbeschränkungen. Nicht Wenige konnten ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen. Eine ausgiebige Klausurzeit zu Hause bot sich an. Glücklich diejenigen, die wie die Urchristen sich betend für die Gnadengaben des Heiligen Geistes zugänglich machen konnten. Diese Ausnahmezeit wird wohl noch eine Weile andauern. Vielleicht will uns Gott mit Hilfe des Betens besser erkennen lassen, wo wir die Umwelt zu sehr belasten, wo wir beim Kaufen und Verbrauchen Unnötiges entdecken. Beten und Verweilen vor Gott kann uns die Augen öffnen für das, was uns nachhaltig zufriedener macht und mehr der Gesundheit dient.
Nur einen einzigen Punkt möchte ich aus dem heutigen Evangelium herausgreifen: Christus spricht von Verherrlichung, obwohl sein Kreuzestod immer näher rückt. Der Weg zur Verherrlichung in der Auferstehung führt über das Kreuz. Der Apostel Johannes drückt darin seine Glaubenserfahrung aus, dass ein Mächtiger, der auch Leid auf sich nehmen kann, für ihn nicht kleiner, sondern größer und hilfreicher wird. Eine ähnliche Überzeugung hatte auch der hl. Martin, für den die Botschaft Christi glaubwürdiger wird, weil er dafür mit seinem Leben eingestanden ist. Damit hat sein Herr und Meister den Beweis der höchsten Liebe geliefert. Dies machte es ihm leichter, Christus mehr zu vertrauen als anderen Vorbildern.
Den gleichen Dienst erweist der Gekreuzigte und Auferstandene auch uns in diesem eucharistischen Mahl, das wir jetzt feiern. Möge uns Gottes Heiliger Geist immer tiefer in seine Wahrheit einführen.
Wenn biblische Texte von der Macht Gottes, von seiner Herrschaft und seiner Herrlichkeit sprechen, meinen sie anderes, als wir heute mit diesen Begriffen verbinden. Es geht nicht darum, dass wir uns im Glanz seiner Macht und Herrlichkeit sonnen, sondern dass uns vom Glanz seiner göttlichen Größer durchdringen lassen, dass seine Göttlichkeit auf uns abfärbt.
Wären Sie gerne mächtig? Oder sind Sie es? In welchem Sinn? Über wen oder was bestimmen Sie? Was bewirken Sie dadurch, was belastet Sie? Oder fühlen Sie sich ohnmächtig und ausgeliefert, ohne Gestaltungsspielraum, einfach als ein Rädchen im Getriebe der Gesellschaft?
Das Thema der Macht ist nicht einfach zu greifen, zu vielfältig und auseinanderstrebend sind die Assoziationsketten. Aber es kommt im heutigen Evangelium vor.
„Du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben“ - auf diesen Satz der Lesung springen wir vermutlich am schnellsten an. Wer hat da Macht über mich? Was heißt es, wenn Jesus Macht über alle Menschen hat - wie ist das zu verstehen? Wo bleibt die Entscheidung des/der einzelnen, vor allem in Glaubensdingen? Und offensichtlich ist es ja so, dass diese Macht nicht so groß oder absolut zwingend sein kann, denn alle kennen wir Menschen, die mit Jesus oder mit Glauben nichts am Hut haben.
Und was noch kritisch bei vielen von uns anklingt: Macht als Herrschaft. Da regiert einer über andere, ohne demokratisch legitimiert zu sein. Mit „Macht von Gott her“, wie sich Monarchien oder andere Führer legitimierten, haben allzu viele Völker auch schon schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn also die Rede ist von Gott - in Kombination mit weitergegebener Macht, die sich in Strukturen der Politik oder religiösen Knechtschaft ausdrückt, sind wir heute zu Recht vorsichtig bis allergisch.
Diese Macht, von der der Evangelist Johannes spricht, ist eigentlich eine Ermächtigung, ein Möglich-machen. Diese Macht Gottes, vermittelt durch Jesus, macht ewiges Leben möglich, an einer anderen Stelle der Bibel heißt es: als Kinder Gottes zu leben. Sie eröffnet uns einen neuen Raum, einen ganz anderen Spielraum, das Leben zu gestalten: Aus dieser Beziehung zu ihm und in ihm zu leben, schafft Freiheit: Ich tue, was mir möglich ist, ich erlaube mir, das Schöne des Lebens auch zu genießen, ich weiß mich verbunden mit den nahen und fernen Menschen der Welt, ich weiß, wo ich herkomme und wo ich hingehöre, ich habe eine Ahnung von dem, was mich wirklich trägt, und ich lasse mich von dieser Liebe bewegen.
Die gehörte Bibelübersetzung verwendet das Wort „verherrlichen" - ich empfinde das als ein Wort der religiösen Sondersprache, es kommt sonst in meinem Sprachgebrauch nicht vor und hat einen starken Anklang an „Herrschaft", auch an das männliche Wort „Herr". Dieses mehrfach gehörte Wort „verherrlichen" ist eine Übersetzung für das griechische Wort »doxa« und bedeutet »Glanz, die Majestät Gottes«, die auch sichtbar werden kann - in Jesus Christus, oder in anderen Menschen. Die Übersetzung der »Bibel in gerechter Sprache« verwendet diese Bedeutung: „Lass den göttlichen Glanz deines Erwählten erstrahlen, damit dein Erwählter dich erstrahlen lässt", oder „Mein göttlicher Glanz erstrahlt in ihnen".
Dieses wunderbare Glänzen kennen wir auch aus dem Alltag: Der Glanz in Kinderaugen - wenn Kinder Geburtstag feiern, netten Besuch bekommen, wenn ihnen etwas gelingt. Der Glanz in Gesichtern von verliebten Menschen, die durch und durch strahlen, wenn sie beisammen sind oder voneinander sprechen. Der Glanz in musizierenden Menschen, die ganz aufgehen in ihren Tönen, in der Interpretation der Musik. Der Glanz in Menschen, die sich schon lange nicht gesehen haben, und die das Wiedersehen und Umarmen genießen. Sie haben da auch eigene Erfahrungen.
Da können wir uns schon was vorstellen: Menschen, die von innen leuchten - aus Begeisterung, voll von Liebe und Güte, wo das Licht aufgeht, wenn man sie trifft. Es ist ein Glanz, der fasziniert, der echt ist und nicht geborgt, der aus einer inneren Autorität her leuchtet und nicht von einem Amt oder Titel her. Auch eine Aura oder Atmosphäre, die wir in Heiligenbildern dargestellt finden, mit der Gloriole, dem Heiligenschein. Dieser Glanz ist im Innersten nicht zerstörbar, wie es eine Machtposition wäre, sondern kommt vom Geist Gottes her. Der Glanz Gottes färbt ab, Gott färbt ab, lässt Menschen nicht unberührt, verändert.
Diesen Glanz für uns zu entdecken, ist eine bleibende Herausforderung und Aufgabe in unserem Leben als Christ, als Christin: Was begeistert mich an der Botschaft Jesu? Wo finde ich Gott in meinem Leben und wo kann ich das Gefundene weitertragen? Wann merken andere, dass ich erfüllt bin von Liebe und Hoffnung für die Welt? Auf diesen Menschen - auf uns - liegt der Anspruch, die Welt zum Besseren zu gestalten und zum Leuchten zu bringen.
© Mag.a Angelika Gumpenberger-Eckerstorfer, Pastoralassistentin St. Franziskus/Wels
Was bedeutet "ewiges Leben"? Nach dem Johannesevangelium besteht es im Erkennen der wahren Bedeutung Christi und in der liebenden Einigkeit mit ihm und dem Vater. Es ist eine Entscheidung für das Leben und das Nein zum Bösen, in das wir oft unbewusst auf Schritt und Tritt verwickelt sind.
„Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.“ Jetzt mal ehrlich, haben sie sich so das ewige Leben vorgestellt? Gott und Jesus erkennen und das war’s? Vielleicht sollten wir einmal etwas genauer hinschauen, was Jesus uns mit diesen Worten sagen und zeigen will.
„Jesus Christus erkennen, den du gesandt hast“: beginnen wir mit dem kleinen Verb erkennen, heißt es doch in unserem Verständnis, etwas klar sehen, zuordnen können, einen Zusammenhang begreifen. Die Bibel gibt dem Erkennen eine noch größere Bedeutung, im Sinne von Lieben. Adam und Eva erkannten sich, so heißt es im Alten Testament und Paulus kann im Korintherbrief schreiben: „Wir sehen jetzt wie durch einen Spiegel, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich ganz erkennen, wie auch ich ganz erkannt worden bin.“ Es geht Jesus also um ein liebendes, umfassendes Erkennen seiner Menschlichkeit und ebenso seiner Göttlichkeit und darin um ein liebendes Erkennen des einzig wahren Gottes, seines Vaters.
Der Evangelist Johannes versucht schon mit den ersten Worten seines Evangeliums, diesem Anliegen Jesu zu antworten. „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.“ Wir können Gott nur als dem Einen begegnen, der in sich liebende Gemeinschaft ist, deren überströmende Liebe sich in der Schöpfung manifestiert. Denn so sagt es das Johannesevangelium: „Durch das Wort ist alles geworden – in ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen“. Von Anbeginn war die Christuswirklichkeit, das Wort Gottes der Rahmen der Schöpfung, alles Geschaffene der Leib Christi, denn in Ihm war das Leben.
Die Menschwerdung Jesu am Wendepunkt der Zeiten, ist die große Einladung Gottes an die Menschheit, sich bewusst für das Leben aus und in dieser Christuswirklichkeit zu entscheiden. Darum die Taufe: der alte, sündige und vergängliche Mensch wird mit Jesus ins Grab gelegt, um mit Christus aufzuerstehen in das neue Leben in Gottes ewiger Gegenwart. Eine solche Entscheidung für ein Leben in der Christuswirklichkeit bleibt nicht ohne Auswirkungen auf unseren Alltag.
Im ersten Petrusbrief haben wir vorhin in der Lesung gehört, welche Konsequenzen eine solche Entscheidung für das Leben aus und in der Christuswirklichkeit mit sich bringt: Petrus zählt einige Dinge auf, von denen wir Abstand nehmen sollten, „deswegen soll keiner von euch leiden müssen“: wegen Mord, Diebstahl, Böses tun, oder sich in fremde Angelegenheiten einmischen.
Auf den ersten Blick Dinge, von denen wir uns schon längst distanziert haben. Doch wenn wir genauer hinschauen, profitieren wir von Strukturen, die diese Dinge in Kauf nehmen und sogar aktiv unterstützen. Jean Ziegler, ein Sonderberichterstatter der UNO, mahnt schon seit einigen Jahren: wenn täglich weltweit 30 000 Kinder an Hunger sterben, die wir ernähren könnten, aber die Augen davor verschließen, dann ist das Mord. Peter Kossens, Priester der Diözese Münster, der am 1. Mai hier in Hamm zur Maikundgebung des DGB sprechen sollte, prangert seit Jahren die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie an und warnte schon zu Beginn der Corona Krise vor der Gefährdung der schlecht bezahlten und teilweise erbärmlich untergebrachten osteuropäischen Arbeiter in den Klauen von Werkverträgen und Subunternehmen. Ist der Vorenthaltene Lohn und die geraubte Menschenwürde kein Diebstahl? Und ist der Plan unserer Verteidigungsministerin bewaffnete Drohnen anzuschaffen, kein einmischen in fremde Angelegenheiten und die Planung von ferngesteuertem Morden?
Im Taufritus heißt es: Widersagst du dem Bösen und all seinen Werken und all seinen Verlockungen? Erst wenn wir bereit sind, dem Bösen den Rücken zuzukehren, uns ihm und all seinen Werken und Verlockungen zu verweigern, können wir uns der Liebe Gottes öffnen, sind wir bereit, das neue Leben in der Christuswirklichkeit anzunehmen.
Jetzt können wir auch verstehen, warum Petrus den so entschiedenen Christen Mut zuspricht: „Wenn ihr wegen des Namens Christi beschimpft werdet, seid ihr seligzupreisen; denn der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes ruht auf euch." Ein Leben in der Nachfolge Jesu, das neue Leben aus und in der Christuswirklichkeit ist selten ohne Kreuzerfahrungen, Konflikte und Auseinandersetzungen zu haben. Aber deshalb sollen wir uns nicht schämen, denn wenn wir am Gott des Lebens festhalten und an Jesus Christus, den er gesandt hat, können wir auch „beim Offenbarwerden seiner Herrlichkeit voll Freude jubeln.“
Die Rede Jesu vom ewigen Leben lässt uns zu schnell an ein Leben nach dem Tod denken. Wenn wir jedoch seine Wegweisungen zum ewigen Leben anschauen, erkennen wir, dass es von eminenter Bedeutung für das Diesseits ist. Er will ein nachhaltig gutes Leben auch schon hier und jetzt.
Das Reformationsjubiläumsjahr erinnert an den Beginn der Reformation vor 500 Jahren. Es ist Herausforderung um die Einheit der Kirche zu beten und konkrete Schritte auf Einheit hin zu setzen.
Die Jünger haben sich nach der Auferstehung immer wieder getroffen und ihr Meister trat bei verschlossenen Türen in ihre Mitte. So wuchs ihr österlicher Glaube. Auch uns hilft im Glauben, wenn wir uns versammeln, auch wenn gegenwärtig Abstandsregeln einzuhalten sind.
Im gemeinsamen Beten bereiteten sich die Freunde und Freundinnen Jesu auf das Kommen des Heiligen Geistes vor. Unser Gottesdienst möge uns helfen, dass wir mehr von den göttlichen Gnadengaben mitbekommen.
Im Kyrie wenden wir uns an den erhöhten Herrn.
Zu Jesus Christus in der Herrlichkeit des Himmels und zugleich in unserer Mitte rufen wir:
Herr Jesus Christus,
du hast Himmel und Erde verbunden.
Herr, erbarme dich.
Du lässt uns nicht allein auf dieser Welt.
Christus, erbarme dich.
In Verbindung mit dir können wir mehr Gutes vollbringen.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott,
wir bekennen, dass unser Erlöser
bei dir in deiner Herrlichkeit ist.
Erhöre unser Rufen
und lass uns erfahren,
dass er alle Tage bis zum Ende der Welt
bei uns bleibt, wie er uns verheißen hat.
Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 7. Sonntag der Osterzeit
MB Montag der 1. Woche
Die Jünger haben sich zum gemeinsamen Beten versammelt.
Sie handelten im Auftrag Jesu, der ihnen den Geist von oben verheißen hat.
Auch wir bringen uns und die Anliegen unserer Tage bittend vor Gott.
Herr, unser Gott, lass uns in dieser Krisenzeit unseren Blick auf dich richten, um besser zu erkennen, was für die Zukunft wichtig ist.
Gott, unser Vater, wir bitten dich, erhöre uns.
Führe uns durch das Beten näher zu uns und unseren inneren Kräften und somit näher zu den Mitmenschen und zu dir.
Entzünde das Feuer Deiner Liebe in uns, wenn wir zu sehr an Dingen und Aufgaben dieser Welt haften bleiben.
Lass uns in Stunden der Stille deutlicher erkennen, wo wir unsere Umwelt belasten und wie wir unsere mitmenschlichen Beziehungen beleben können.
Schenke die österliche Erfahrung, dass die Liebe des Auferstandenen weiterhin begleitet.
Lass alle Mitfeiernden aus der heiligen Messe immer mehr die Gaben des Heiligen Geistes und neue Kräfte erfahren.
Guter Gott, deine Hilfe kann in uns mehr bewirken, wo wir dich über uns verfügen lassen.
Lass unser Beten immer vertrauensvoller werden. - Amen.
Gott, unser Ringen mit den Problemen des Alltags nimmt uns oft gefangen. Du möchtest unseren Blick weiten, auf das was du vorhast mit uns, auf die Welt und alle Menschen.
So bitten wir dich:
Um Ruhe und Sicherheit in unserem Inneren
Um tragfähige Beziehungen und ein gutes Sorgen füreinander
Um verantwortungsvolle PolitikerInnen mit einem großen Herzen
Um ein genaues Wahrnehmen der Not und um Solidarität
Um nachhaltiges Handeln für die Bewahrung der Schöpfung
Um ein Wiedersehen mit unseren Verstorbenen bei dir
Gott, dein Glanz strahlt auf in deinem Sohn Jesus Christus und in vielen Menschen auf der Erde. Fülle uns mit diesem Glanz, schenke uns deine heilige Geistkraft. Darum bitten wir dich mit Jesus, unserem Bruder. - Amen.
© Mag.a Angelika Gumpenberger-Eckerstorfer, Pastoralassistentin St. Franziskus/Wels
Wenn sich Christus im ganz persönlichen Gebet an den Vater wendet, erfahren seine Jünger und wir, wie unendlich wertvoll und geliebt ihm ein jeder von uns ist.
Mit ihm und durch ihn lasst auch uns zu Gott, seinem und unseren Vater, beten:
Wir bitten sich um den Heiligen Geist, der die Kirche auch in dieser Zeit vieler seelsorglicher und gesundheitlicher Bedürfnisse leitet.
Wir bitten dich um den Heiligen Geist, der die politischen Entscheidungsträger begleitet, wenn sie unter dem Druck sehr unterschiedlicher wissenschaftlicher Meinungen, Kritik von Opposition und Medien und den Nöten mancher Bevölkerungsgruppen ihre Verantwortung wahrnehmen.
Wir bitten dich um den Heiligen Geist, der alle stärkt, wenn sie wie einst die Jünger nach Jesu Tod heute dramatische Tage erleben und im Strudel ihrer Sorgen unterzugehen drohen.
Wir bitten dich um den Heiligen Geist, der uns ermutigt in allen unseren persönlichen Anliegen auf deine Güte zu vertrauen.
Wir bitten dich um den Heiligen Geist, der alle jene in Liebe erwartet, die diese Pandemie nicht überlebt haben oder überleben werden.
Vater! Wir brauchen deinen Geist, der uns lehrt, dein Gebot der Liebe zu erfüllen. Er bewegt uns zum Danken, Bitten und Verzeihen. Nur in ihm können wir unseren Glauben an dich durch unser Denken, Reden und Tun bezeugen. - Amen.
Herr und Gott,
nimm die Gebete und Opfergaben deiner Gläubigen an.
Lass uns diese heilige Feier mit ganzer Hingabe begehen,
damit wir einst das Leben in der Herrlichkeit des Himmels erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 7. Sonntag der Osterzeit
Kehrvers:
Alles, was Odem hat, lobet den Herrn. (GL 616,1)
Gott und Vater, wir kommen zu dir, um dir zu danken,
denn du hast die Welt und all ihre Wunder hervorgerufen,
weil du sie liebst.
Kehrvers
Um uns Menschen deine Liebe zu offenbaren,
hast du Jesus von Nazareth gesandt,
damit er deine Größe bezeuge.
Kehrvers
Seine Jünger haben erkannt,
dass er von dir ausgegangen ist,
und sie sind zum Glauben gekommen,
dass du ihn gesandt hast.
Kehrvers
Als er alles vollbracht hatte,
hat er sie ausgesandt, damit sie sein Werk fortsetzen
und dich verherrlichen, wie Jesus dich verherrlicht hat.
Kehrvers
Alle Menschen sollen dich, den einzigen wahren Gott, erkennen
und Jesus Christus, den du gesandt hast,
damit sie so das ewige Leben haben.
Kehrvers
So bekennen uns auch wir zu Jesus Christus
und rühmen deinen Namen.
Wir preisen deine Größe und singen mit der ganzen Schöpfung:
Danklied, z. B.: Singt dem Herrn ein neues Lied, niemand soll's euch wehren (Gl 409)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn nach seiner Auferstehung
ist er den Jüngern leibhaft erschienen;
vor ihren Augen wurde er zum Himmel erhoben,
damit er uns Anteil gebe an seinem göttlichen Leben.
Am Fest:
Darum jubelt heute der ganze Erdkreis
in österlicher Freude,
darum preisen dich
die himmlischen Mächte und
die Chöre der Engel und
singen das Lob deiner Herrlichkeit:
An den Tagen bis Pfingsten:
Darum preisen wir dich
in österlicher Freude und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Christi Himmelfahrt 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater,
zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus,
den König der Herrlichkeit.
Denn er ist (heute) als Sieger über Sünde und Tod
aufgefahren in den Himmel.
Die Engel schauen den Mittler
zwischen Gott und den Menschen,
den Richter der Welt, den Herrn der ganzen Schöpfung.
Er kehrt zu dir heim,
nicht um uns Menschen zu verlassen,
er gibt den Gliedern seines Leibes
die Hoffnung, ihm dorthin zu folgen,
wohin er als erster vorausging.
Am Fest:
Darum jubelt heute der ganze Erdkreis
in österlicher Freude.
Darum preisen dich die himmlischen Mächte
und die Chöre der Engel
und singen das Lob deiner Herrlichkeit:
An den Tagen bis Pfingsten:
Darum preisen wir dich in österlicher Freude
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit.
Heilig...
MB Christi Himmelfahrt 1
Wir haben Sehnsucht nach Gottes Geist:
Er ist der Atem,
der uns leben lässt.
Er ist der Sturm,
der die Botschaft zu allen Menschen bringt.
Er ist das Licht,
das die Welt erleuchtet.
Er ist das Feuer,
das kein Wasser löschen kann.
Wir hoffen auf den Heiligen Geist:
Er ist die Freiheit für alle Unfreien.
Er ist der Friede,
der sich nicht vor anderer Meinung versteckt.
Er ist die Wahrheit,
die unsere Welt dringend braucht.
Er ist der Trost für alle Verlassenen
und die Liebe,
die alle Menschen zusammenführt.
Wir bitten dich, komm göttlicher Geist:
Sei Atem und Sturm
Licht und Feuer
Freiheit und Friede
Wahrheit und Trost.
Komm
und erfülle uns mit deiner Liebe.
Erhöre uns, Gott, unser Heil,
und schenke uns die feste Zuversicht,
dass durch die Feier der heiligen Geheimnisse
die ganze Kirche jene Vollendung erlangen wird,
die Christus, ihr Haupt,
in deiner Herrlichkeit schon besitzt,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 7. Sonntag der Osterzeit
Der Vorschlag für das Hausgebet des Pfarrverbandsteams Eggenburg liegt als PDF zum Download vor.
Zusammengestellt vom Pfarrverbandsteam Eggenburg - Burgschleinitz - Roggendorf - Kattau
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Komm Heiliger Geist,
erfülle die Herzen deiner Gläubigen
und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe.
Gott,
du hast die Herzen deiner Gläubigen durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes gelehrt.
Gib, dass wir in diesem Geist erkennen, was recht ist,
und allezeit seinen Trost und seine Hilfe erfahren.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Komm, Heilger Geist, der Leben schafft
1) Komm, Heilger Geist, der Leben schafft,
erfülle uns mit deiner Kraft.
Dein Schöpferwort rief uns zum Sein:
Nun hauch uns Gottes Odem ein.
2) Komm, Tröster, der die Herzen lenkt,
du Beistand, den der Vater schenkt;
aus dir strömt Leben, Licht und Glut,
du gibst uns Schwachen Kraft und Mut.
3) Dich sendet Gottes Allmacht aus
in Feuer und in Sturmes Braus;
du öffnest uns den stummen Mund
und machst der Welt die Wahrheit kund.
4) Entflamme Sinne und Gemüt,
dass Liebe unser Herz durchglüht
und unser schwaches Fleisch und Blut
in deiner Kraft das Gute tut.
5) Die Macht des Bösen banne weit,
schenk deinen Frieden allezeit.
Erhalte uns auf rechter Bahn,
dass Unheil uns nicht schaden kann.
6) Lass gläubig uns den Vater sehn,
sein Ebenbild, den Sohn, verstehn
und dir vertraun, der uns durchdringt
und uns das Leben Gottes bringt.
7) den Vater auf dem ewgen Thron
und seinen auferstandnen Sohn,
dich, Odem Gottes, Heilger Geist,
auf ewig Erd und Himmel preist.
(nach „Veni, creator Spiritus“, Hrabanus Maurus +856 zugeschrieben, Übersetzung: Friedrich Dörr 1972, Melodie: Kempten um 1000/Wittenberg 1524/Mainz 1947)
Mein Sohn,
wenn du meine Worte annimmst
und meine Gebote beherzigst,
der Weisheit Gehör schenkst,
dein Herz der Einsicht zuneigst,
wenn du nach Erkenntnis rufst,
mit lauter Stimme um Einsicht bittest,
wenn du sie suchst wie Silber,
nach ihr forschst wie nach Schätzen,
dann wirst du die Furcht des HERRN begreifen
und Gotteserkenntnis finden.
Denn der HERR gibt Weisheit,
aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht.
Für die Redlichen hält er Hilfe bereit,
den Rechtschaffenen ist er ein Schild.
Er hütet die Pfade des Rechts
und bewacht den Weg seiner Frommen.
Dann wirst du Recht und Gerechtigkeit begreifen,
Redlichkeit und jede gute Bahn;
denn Weisheit zieht ein in dein Herz,
Erkenntnis beglückt deine Seele.
Besonnenheit wacht über dir
und Einsicht behütet dich.
Diese Lesung zeigt, wie eng die Gaben des Geistes miteinander verbunden sind. Die Einsicht wird immer wieder als die Gabe genannt, die mit dem Verstand die Weisungen Gottes richtig begreift und mit dem Herzen erfasst. Die Einsicht hilft uns dabei, die Blockade aufzuheben, mit der sich unser Wille immer wieder gegen Gott auflehnt. Durch sie können wir Gottes Wort verinnerlichen und unseren Willen mit seinem vereinen.
Laudate omnes gentes, laudate Dominum!
Laudate omnes gentes, laudate Dominum!
(Text: Psalm 117,1; Melodie und Satz: Jaques Berthier, Gesang aus Taizé, Übersetzung: Lobsingt, ihr Völker alle, lobsingt und preist den Herrn!)
Komm mit deiner Gabe der Weisheit.
Schenke mir ein hörendes Herz.
Hilf mir deine Stimme von den anderen zu unterscheiden.
Komm mit deiner Gabe der Einsicht.
Hilf mir alles, was ich von dir höre,
in meinem Herzen zu bewahren wie Maria.
Komm mit deiner Gabe des Rates.
Schenke mir die Demut, darauf zu hören.
Komm mit einer Stärke.
Hilf mir alles, was ich von dir höre,
auch wirklich in die Tat umzusetzen.
Komm mit deiner Erkenntnis.
Enthülle alles, was verschleiert ist,
sodass ich Gottes Wirklichkeit und Gegenwart in allem entdecke.
Komm mit deiner Gabe der Gottesfurcht.
Dir allein will ich gehören.
Du schenkst mir die Freiheit,
befreist mich von Menschenfurcht.
Komm mit deiner Gabe der Frömmigkeit.
Sei du die Nummer eins in meinem Leben.
Komm Heiliger Geist mit deinen Gaben
und lass sie Frucht bringen in meinem Leben. - Amen.
(Elfriede Demml)
2. Öffne meine Augen, Heiliger Geist,
damit ich die Schönheit der Schöpfung sehe.
(Text: Richard Thalmann, Melodie: Wolfgang Fürlinger 1988)
Geist der Zuversicht, Quelle des Trostes,
komm und stärke uns,
Geist der Heiligkeit, Quelle der Freiheit,
Tröster Geist, Schöpfer Geist.
(Text: unbekannt, Melodie: Jacques Berthier, Gesang aus Taizé)
Der gütige Gott hat die Jünger durch den Heiligen Geist erleuchtet;
er segne uns und schenke uns den Reichtum seiner Gaben. - Amen.
Jenes Feuer, das in vielen Zungen auf die Jünger herabkam,
reinige unsere Herzen und entzünde in uns die göttliche Liebe. - Amen.
Der Heilige Geist, der die vielen Sprachen im Bekenntnis des einen Glaubens geeint hat,
festige uns in der Wahrheit und führe uns vom Glauben zum Schauen. - Amen.
Das gewähre uns der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. - Amen.
Zusammengestellt von Elisabeth Fritzl, Pastoralassistentin und Referentin für Liturgie der Katholischen Stadtkirche Graz.
Die Kirche macht eine Zeit des Chaos und der Krise durch. Das ist nicht unbedingt schlimm. Eine Krise fordert zum Wachstum heraus. Das Chaos ist die Voraussetzung der Schöpfung, vorausgesetzt - und das ist eine gewaltige Voraussetzung - der Geist Gottes schwebt über ihm.
Was die Kirche heute am dringendsten braucht, sind nicht neues Recht, neue Theologie, neue Strukturen, neue Liturgien - sie alle sind ohne den Heiligen Geist ein leb- und seelenloser Leib. Wir benötigen verzweifelt jemand, der uns unser Herz aus Stein nimmt und ein Herz aus Fleisch gibt; wir benötigen wieder eine Infusion aus Begeisterung, Eingebung, Mut und geistlicher Kraft. Wir müssen ohne Entmutigung oder Zynismus zu unserer Aufgabe stehen, mit neuem Glauben an die Zukunft und an die Menschen, für die wir wirken. Mit anderen Worten: Wir brauchen eine neue Herabkunft des Heiligen Geistes. Um es noch konkreter zu sagen: Wir brauchen Menschen, die vom Heiligen Geist erfüllt sind.
Anthony de Mello
Eine Schale will ich sein empfänglich für Gedanken des Friedens,
eine Schale für Dich, Heiliger Geist.
Meine leeren Hände will ich hinhalten offen
für die Fülle des Lebens, leere Hände für Dich, Heiliger Geist.
Mein Herz will ich öffnen bereit für die Kraft der Liebe,
ein Herz für Dich, Hl. Geist.
Gute Erde will ich sein gelockert für den Samen der Gerechtigkeit,
gute Erde für Dich, Heiliger Geist.
Ein Flussbett will ich sein empfänglich für das Wasser der Güte,
ein Flussbett für Dich, Heiliger Geist.
Anton Rotzetter
In dieser klugen Zeit, Herr, lass uns nicht verdummen:
Vor leerem Menschenwort lass dein Wort nicht verstummen.
In dieser satten Zeit lass uns nicht Hungers sterben:
Speis' uns mit deinem Brot, dass wir nicht gar verderben.
In dieser kalten Zeit lass unsre Herzen brennen:
Lass in der Liebe stehn, die deinen Namen nennen.
In dieser müden Zeit gib Kraft zu neuem Werke:
Wo unser Herz verzagt, sei du, Herr, unsre Stärke.
Zum reinhören:
https://m.soundcloud.com/user-607197191/gebet-wider-den-geist-der-zeit-version-i-zum-reinhoren
Lindolfo Weingärtner
Dieses Licht brennt als Zeichen für das Feuer des Hl. Geistes.
Dieses Licht möge aus unseren Herzen alle Angst verscheuchen.
Es mache aus uns wieder Begeisterte für die Sache Jesu.
Dieses Licht brennt als Zeichen für die verzehrende Kraft des Hl. Geistes.
Es schmelze den Eispanzer um die Herzen der Menschen,
die durch Leid und durch schlechte Erfahrung verbittert sind.
Dieses Licht brennt als Zeichen der Hoffnung auf Gottes Geist.
Nur er kann die Welt wirklich verändern.
Dieses Licht brennt als Zeichen der Liebe Gottes.
Diese Liebe kann alle Menschen beschenken.
Herkunft unbekannt
Vater, du gibst den Geist
und verweigerst ihn niemals den Menschen, die dich um ihn bitten.
Mehr als wir selbst ersehnst du, dass wir ihn empfangen.
In der Gabe des Geistes birgst du alle Geheimnisse deiner Liebe,
alle Hochherzigkeit deiner Wohltaten.
Diese Gabe ist das Geschenk deines väterlichen Herzens.
Die Gabe des Geistes lässt dein göttliches Leben in uns einfließen.
Du willst unser Herz weit machen
nach der weltumfassenden Weite deines eigenen Herzens.
Die Gabe des Geistes hat die Kraft, uns von Grund auf umzuwandeln,
uns von unseren Schwächen zu heilen,
dem Bild deines Sohnes Jesus Christus ähnlich zu werden.
Die Gabe des Geistes umschließt das ganze Glück,
der Geist entfacht die Glut zu lieben,
in ihm gewährst du uns das Geschenk der Freude.
Nach: J. Galot, Zum Heiligen Geist. Gebete, 3. Aufl., Leutesdorf am Rhein: Johannes-Verlag 1973.
76. Von „Schöpfung“ zu sprechen ist für die jüdisch-christliche Überlieferung mehr als von Natur zu sprechen, denn es hat mit einem Plan der Liebe Gottes zu tun, wo jedes Geschöpf einen Wert und eine Bedeutung besitzt. Die Natur wird gewöhnlich als ein System verstanden, das man analysiert, versteht und handhabt, doch die Schöpfung kann nur als ein Geschenk begriffen werden, das aus der offenen Hand des Vaters aller Dinge hervorgeht, als eine Wirklichkeit, die durch die Liebe erleuchtet wird, die uns zu einer allumfassenden Gemeinschaft zusammenruft.
77. „Durch das Wort des Herrn wurden die Himmel geschaffen“ (Ps 33,6). So wird uns gezeigt, dass die Welt aus einer Entscheidung hervorging, nicht aus dem Chaos oder der Zufallswirkung, und das verleiht ihr noch mehr Würde. Es gibt eine freie Entscheidung, die in dem schöpferischen Wort ausgedrückt ist. Das Universum entstand nicht als Ergebnis einer willkürlichen Allmacht, einer Demonstration von Kraft oder eines Wunsches nach Selbstbestätigung. Die Schöpfung ist in der Ordnung der Liebe angesiedelt. Die Liebe Gottes ist der fundamentale Beweggrund der gesamten Schöpfung: „Du liebst alles, was ist, und verabscheust nichts von allem, was du gemacht hast; denn hättest du etwas gehasst, so hättest du es nicht geschaffen“ (Weish 11,24). Jedes Geschöpf ist also Gegenstand der Zärtlichkeit des Vaters, der ihm einen Platz in der Welt zuweist. Sogar das vergängliche Leben des unbedeutendsten Wesens ist Objekt seiner Liebe, und in diesen wenigen Sekunden seiner Existenz umgibt er es mit seinem Wohlwollen. Der heilige Basilius der Große sagte, dass der Schöpfer auch „die unerschöpfliche Güte“ ist, und Dante Alighieri sprach von der „Liebe, welche die Sonne und die Sterne bewegt“. Daher steigt man von den geschaffenen Werken Gottes auf „zu seiner liebevollen Barmherzigkeit“.
78. Zugleich entmythologisierte das jüdisch-christliche Denken die Natur. Ohne aufzuhören, sie wegen ihrer Pracht und ihrer Unermesslichkeit zu bewundern, schrieb es ihr keinen göttlichen Charakter mehr zu. Auf diese Weise wird unsere Verpflichtung ihr gegenüber noch mehr betont. Eine Rückkehr zur Natur darf nicht auf Kosten der Freiheit und der Verantwortung des Menschen geschehen, der ein Teil der Welt ist mit der Pflicht, seine eigenen Fähigkeiten auszubauen, um die Welt zu schützen und ihre Potenzialitäten zu entfalten. Wenn wir den Wert und die Zerbrechlichkeit der Natur erkennen und zugleich die Fähigkeiten, die der Schöpfer uns verliehen hat, gestattet uns das, heute mit dem modernen Mythos vom unbegrenzten materiellen Fortschritt Schluss zu machen. Eine zerbrechliche Welt mit einem Menschen, dem Gott sie zur Obhut anvertraut, appelliert an unsere Vernunft, um zu erkennen, wie wir unsere Macht orientieren, ausüben und beschränken müssten.
Aus der Enzyklika Laudato Si' von Papst Franziskus über die Sorge für das gemeinsame Haus. Rom 2015.
Auch im Zweiten Korintherbrief schreibt er (Paulus) von seiner Sehnsucht, beim Herrn zu sein: „Weil wir aber zuversichtlich sind, ziehen wir es vor, aus dem Leib auszuwandern und daheim beim Herrn zu sein.“ (2 Kor 5,8). Beim Herrn sein heißt für Paulus: daheim zu sein, Heimat zu haben in Christus, für immer bei ihm geborgen zu sein. Im Griechischen stehen hier zwei Worte für Auswandern und Daheimsein, die den gleichen Stamm haben: „ekdemesai“ und „endemesai“. Das heißt: aus dem Land, aus dem, was mir bisher Heimat ist, auszuziehen, und einzuziehen in das neue Land, in das der Verheißung, das uns Christus bei Gott bereitet hat, um dort daheim zu sein. Das ist die tiefste Sehnsucht des Paulus: für immer mit Christus zu sein, bei ihm daheim zu sein, in ihm Heimat haben, ihn anzuschauen und mit ihm eins zu werden.
Beim Herrn sein bedeutet, dass das ewige Leben vor allem in einer intimen Beziehung zu Jesus Christus besteht. Die Erfahrungen, die wir hier auf Erden mit Christus gemacht haben – im Gebet, in der Meditation, in den Sakramenten -, werden im Himmel erfüllt. In den Sakramenten berührt uns Jesus. In der Eucharistie wird er eins mit uns. Aber trotz der Sakramente erfahren wir immer auch Entfremdung und Fernsein von Christus. Wir können die Nähe nicht durchhalten. Im ewigen Leben, so wie Paulus sich es vorstellt, sind wir für immer beim Herrn und mit ihm. Wir dürfen uns an der Gemeinschaft mit ihm erfreuen.
Die Theologie hat diese Worte des Paulus aufgegriffen, wenn sie Christus selbst als den Himmel bezeichnet. Wenn wir in Christus und mit ihm sind, dann sind wir im Himmel, dann ist unsere Sehnsucht nach Angenommen werden, nach Geliebt werden, nach Eins werden, nach Verwandelt werden für immer erfüllt.
Aus: Anselm Grün, Was kommt nach dem Tod? Die Kunst zu leben und zu sterben Münsterschwarzach 2009.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Die Lesung aus der Apostelgeschichte wirft einen Blick auf die Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten. Wir sehen die Apostel, namentlich genannt, in „das“ Obergemach gehen – es ist ihr Ort, an dem sie nun ständig bleiben. Ein Ort als gemeinsame Mitte. Der erste Kirchraum. Was die Apostel, Maria, Frauen und Brüder, dort zusammenhält, wird von Lukas auch erzählt: das einmütige Gebet. Besonders auffällig ist, dass der Jüngerkreis hier erweitert ist.
Die Jünger, die mit Jesus gezogen sind, werden hier zu Trägern der ersten Gemeinde. Mit Nachdruck stellt Lukas in der Apostelgeschichte heraus, was seitdem prägend ist: die Beständigkeit und das Gebet. Der Weg Jesu geht weiter. Die Pfingstgeschichte setzt hier ein.
Der Abschnitt steht am Anfang der Apostelgeschichte. Er bildet den Übergang von der Erzählung der Himmelfahrt Jesu zum Pfingstereignis. Am Beginn seines zweiten Buches arbeitet der Autor einige wichtige theologische Akzente heraus, gleichsam als Ouvertüre:
Im Gegensatz etwa zu Matthäus ereignet sich die Himmelfahrt Jesu auf dem Ölberg in Jerusalem. Jerusalem ist die Stadt Gottes, von der das Evangelium seinen Ausgang nimmt. Der Autor der Apostelgeschichte will den Weg des Evangeliums bis nach Rom, der Hauptstadt der damals bekannten Welt beschreiben. Jerusalem ist aber auch der Ort der Ablehnung Gottes durch den Menschen. Hier erfüllte sich das Prophetenschicksal Jesu.
An den Anfang der Apostelgeschichte stellt er auch eine Liste der verbliebenen Apostel. Gleich im folgenden Abschnitt wird statt Judas Matthias nachgewählt, um die Zwölfzahl wiederherzustellen. Zum Kreis der Hauptakteure gehören aber auch die Frauen, allen voran Maria, die Mutter Jesu, die bereits im ersten Buch des Lukas eine hervorragende Stellung einnahm.
Die ganze Szene ist in eine Atmosphäre der betenden Erwartung eingehüllt, die viele Künstler angeregt hat. Als Ort wird ein Obergemach angegeben, ein Platz der Zurückgezogenheit und Meditation ermöglicht.
Die Perikope ist aufgrund der Zeitangabe für den Sonntag nach Christi Himmelfahrt gewählt (V. 12: "Als Jesus in den Himmel aufgenommen war.") und führt die Lesung des Hochfestes (1,1-11) weiter. Die Nennung der Namen der nach Jerusalem Zurückgekehrten (V. 13) zeigt, daß die Apostel im Vordergrund stehen - sie garantieren die Kontinuität zwischen Jesus und der Kirche.
Jerusalem ist auch theologisch wichtig: Hier hat Jesus seine Mission mit Tod und Auferstehung erfüllt; hier beginnt der Weg der Kirche.
Diese Verse geben eine indirekte Ortsangabe für die Himmelfahrt: den "Ölgarten". Die Versammlung im "Obergemach" läßt an andere Versammlungen an diesem Ort denken (zum Studium, zum Gebet; nach dem Tod Jesu ...)
V. 14 beschreibt einen "Idealzustand": einmütig verharren die 11 Apostel im Gebet - dazu aber auch noch andere Jünger und auch Frauen. Das Pfingstereignis von 2,1ff scheint direkt an diese Verse anzuschließen (nach dem Einschub über die Wahl des Matthias). Der Heilige Geist ist somit Antwort Gottes auf das einmütige Gebet der versammelten Jünger.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz