Lesung aus dem Buch Jesája.
Hört auf mich, ihr Inseln,
merkt auf, ihr Völker in der Ferne!
Der Herr hat mich schon im Mutterleib berufen;
als ich noch im Schoß meiner Mutter war,
hat er meinen Namen genannt.
Er machte meinen Mund wie ein scharfes Schwert,
er verbarg mich im Schatten seiner Hand.
Er machte mich zu einem spitzen Pfeil
und steckte mich in seinen Köcher.
Er sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel,
an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will.
Ich aber sagte: Vergeblich habe ich mich bemüht,
habe meine Kraft für Nichtiges und Windhauch vertan.
Aber mein Recht liegt beim Herrn
und mein Lohn bei meinem Gott.
Jetzt aber hat der Herr gesprochen,
der mich schon im Mutterleib
zu seinem Knecht geformt hat,
damit ich Jakob zu ihm heimführe
und Israel bei ihm versammelt werde.
So wurde ich in den Augen des Herrn geehrt
und mein Gott war meine Stärke.
Und er sagte:
Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist,
nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten
und die Verschonten Israels heimzuführen.
Ich mache dich zum Licht der Nationen;
damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv - Ich danke dir, Herr:
Ich bin so staunenswert und wunderbar gestaltet. – Kv
(Oder GL 312,5)
Herr, du hast mich erforscht und kennst mich. /
Ob ich sitze oder stehe, du kennst es. *
Du durchschaust meine Gedanken von fern.
Ob ich gehe oder ruhe, du hast es gemessen. *
Du bist vertraut mit all meinen Wegen. – (Kv)
Du selbst hast mein Innerstes geschaffen, *
hast mich gewoben im Schoß meiner Mutter.
Ich danke dir, dass ich so staunenswert und wunderbar gestaltet bin. *
Ich weiß es genau: Wunderbar sind deine Werke. – (Kv)
Dir waren meine Glieder nicht verborgen, /
als ich gemacht wurde im Verborgenen, *
gewirkt in den Tiefen der Erde.
Als ich noch gestaltlos war, sahen mich bereits deine Augen. /
In deinem Buch sind sie alle verzeichnet: *
die Tage, die schon geformt waren, als noch keiner von ihnen da war. – Kv
Lesung aus der Apostelgeschichte.
In der Synagoge von Antióchia in Pisídien stand Paulus auf,
gab mit der Hand ein Zeichen
und sagte:
Ihr Israeliten und ihr Gottesfürchtigen, hört!
Gott erhob David zum König,
von dem er bezeugte:
Ich habe David, den Sohn des Ísai,
als einen Mann nach meinem Herzen gefunden,
der alles, was ich will, vollbringen wird.
Aus seinem Geschlecht
hat Gott dem Volk Israel, der Verheißung gemäß,
Jesus als Retter geschickt.
Vor dessen Auftreten hat Johannes
dem ganzen Volk Israel eine Taufe der Umkehr verkündet.
Als Johannes aber seinen Lauf vollendet hatte,
sagte er: Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet;
aber siehe, nach mir kommt einer,
dem die Sandalen von den Füßen zu lösen
ich nicht wert bin.
Brüder,
ihr Söhne aus Abrahams Geschlecht und ihr Gottesfürchtigen!
Uns wurde das Wort dieses Heils gesandt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Text der Lesung ist der Apostelgeschichte entnommen. Er steht im größeren Zusammenhang der ersten Missionsreise des Paulus (Apg 12,25-14,28). Barnabas, Paulus und Johannes Markus kommen nach Perge in Pamphylien. Dort trennt sich Johannes Markus von ihnen und kehrt nach Jerusalem zurück. Die beiden anderen zogen von Perge weiter nach Antiochia in Pisidien. Dort besuchten sie den Synagogengottesdienst und wurden als Gäste, wie es üblich war, gebeten, Stellung zu nehmen zu den Worten der Schrift.
Paulus spricht die Juden und die Heiden an. Seine Rede besteht aus drei Teilen. Paulus beginnt mit einem Überblick auf die gemeinsame Vergangenheit. Er setzt bei der Rettung aus Ägypten, der Wüstenwanderung und der Landnahme an, zeigt dann David als den Träger der Heilsverheißungen und kommt dann schließlich auf den Vorläufer Jesu zu sprechen.
Der Mittelteil, der in der Lesung nicht enthalten ist, spricht über Tod und Auferstehung Jesu. Der dritte Teil der Rede ist dann die eigentliche Bekehrungspredigt – sie bringt in Bezug auf die erste Lesung des Geburtsfestes des heiligen Johannes des Täufers (vgl. Jes 49,6) die entscheidende Formulierung und Begründung der paulinischen Heidenmission. Die Heilsbotschaft gehört zuerst den Trägern der Verheißung, den Juden angeboten, lehnen sie das Heil ab, wird es des Heiden weitergegeben.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
In der Synagoge von Antióchia in Pisídien stand Paulus auf,
gab mit der Hand ein Zeichen
und sagte:
Ihr Israeliten und ihr Gottesfürchtigen, hört!
Der Gott dieses Volkes Israel hat unsere Väter erwählt
und das Volk in der Fremde erhöht, im Land Ägypten;
er hat sie mit hoch erhobenem Arm von dort herausgeführt
und etwa vierzig Jahre durch die Wüste getragen.
Sieben Völker hat er im Land Kanaan vernichtet
und ihr Land ihnen zum Besitz gegeben,
für etwa vierhundertfünfzig Jahre.
Danach hat er ihnen Richter gegeben
bis zum Propheten Samuel.
Dann verlangten sie einen König
und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kisch,
einen Mann aus dem Stamm Benjamin, für vierzig Jahre.
Nachdem er ihn verworfen hatte,
erhob er David zu ihrem König,
von dem er bezeugte:
Ich habe David, den Sohn des Ísai,
als einen Mann nach meinem Herzen gefunden,
der alles, was ich will, vollbringen wird.
Aus seinem Geschlecht
hat Gott dem Volk Israel, der Verheißung gemäß,
Jesus als Retter geschickt.
Vor dessen Auftreten hat Johannes
dem ganzen Volk Israel eine Taufe der Umkehr verkündet.
Als Johannes aber seinen Lauf vollendet hatte,
sagte er: Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet;
aber siehe, nach mir kommt einer,
dem die Sandalen von den Füßen zu lösen ich nicht wert bin.
Brüder,
ihr Söhne aus Abrahams Geschlecht und ihr Gottesfürchtigen!
Uns wurde das Wort dieses Heils gesandt.
Halleluja. Halleluja.
Du wirst Prophet des Höchsten heißen;
denn du wirst dem Herrn vorausgehen
und ihm den Weg bereiten.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
Für Elisabet erfüllte sich die Zeit, dass sie gebären sollte,
und sie brachte einen Sohn zur Welt.
Ihre Nachbarn und Verwandten hörten,
welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte,
und freuten sich mit ihr.
Und es geschah:
Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes
und sie wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharías geben.
Seine Mutter aber widersprach
und sagte: Nein, sondern er soll Johannes heißen.
Sie antworteten ihr:
Es gibt doch niemanden in deiner Verwandtschaft, der so heißt.
Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen,
welchen Namen das Kind haben solle.
Er verlangte ein Schreibtäfelchen
und schrieb darauf: Johannes ist sein Name.
Und alle staunten.
Im gleichen Augenblick
konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen
und er redete und pries Gott.
Und alle ihre Nachbarn gerieten in Furcht
und man sprach von all diesen Dingen
im ganzen Bergland von Judäa.
Alle, die davon hörten, nahmen es sich zu Herzen
und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden?
Denn die Hand des Herrn war mit ihm.
Das Kind wuchs heran
und wurde stark im Geist.
Und es lebte in der Wüste
bis zu dem Tag,
an dem es seinen Auftrag für Israel erhielt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Evangelienperikope berichtet von der Geburt des Täufers. Die heilsgeschichtliche Sendung des Johannes klingt schon in seiner Namensgebung an. Johannes heißt: Gott ist gnädig. Es war so üblich, dass der Sohn den Namen des Vaters bekam, deshalb wird vom Staunen der Nachbarn berichtet, als Elisabeth sagte: Sein Name sei Johannes.
Nachdem der stumme Zacharias seine Sprache wieder erlangt hatte, stimmt er einen wunderbaren Lobgesang an ("Benedictus"), der heute noch täglich im Stundengebet der katholischen Kirche gebetet wird. Leider ist dieser Lobgesang (Lk 1,67-79) aus dem Evangeliumstext ausgenommen. Es handelt sich dabei um einen prophetischen Hymnus.
Der Schlussvers der Evangelienperikope spricht vom Aufenthalt des Johannes in der Wüste. Darin kann man einen Anklang sehen an die Nähe des Täufers zu Qumran (beim Toten Meer). Dort lebte eine asketische jüdische Sekte, die rituelle Waschungen vertrat und auf das Kommen des Messias wartete. Johannes dürfte diese Gemeinschaft zwar gekannt haben, ihr aber nicht angehört haben.
Das Geburtsfest des Johannes des Täufers ist mehr als eine Verbeugung vor einem großen Propheten. Es erinnert uns daran, dass das Christentum seine Wurzeln im Judentum hat. Es fordert uns auf, die jüdische Tradition besser kennen und verstehen zu lernen. Darüber hinaus können wir von Johannes und Jesus lernen, wie wichtig es ist, das gegenwärtige Denken von alten Überlieferungen befruchten zu lassen.
Die Kirche feiert das Geburtsfest des Johannes des Täufers, da dieser für sie eine große Bedeutung hat. Er hat die Menschen zu Christus hingeführt.
Das Evangelium erzählt von der Geburt und von der Namensgebung des Täufers Johannes. Sein Name "Gott ist gnädig" ist Programm. Er hart seine Zuhörer zu Gott zurückgeführt. Die Fragen, die er ihnen stellte, sind auch für uns heute noch von Bedeutung.
Gott,
du hast den heiligen Johannes den Täufer berufen,
das Volk des Alten Bundes
Christus, seinem Erlöser, entgegenzuführen.
Schenke deiner Kirche die Freude im Heiligen Geist
und führe alle, die an dich glauben,
auf dem Weg des Heiles und des Friedens.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
MB 24. Juni
Herr, unser Gott,
in Freude legen wir unsere Gaben auf deinen Altar
am Geburtsfest des heiligen Vorläufers Johannes.
Er hat angekündigt, dass der Erlöser kommt,
und als er gekommen war, auf ihn gezeigt,
auf Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 24. Juni
Kehrvers:
V: Danket Gott, denn er ist gut; groß ist alles, was er tut.
A: Seine Huld währt alle Zeit, waltet bis in Ewigkeit.
(GL 402)
Gepriesen bist du Herr, unser Gott,
Denn du hast dein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen;
du hast uns einen starken Retter erweckt im Hause deines Knechtes David.
Kehrvers
Gepriesen bist du Herr, unser Gott,
So hast du verheißen von alters her durch den Mund deiner heiligen Propheten.
Du hast uns errettet vor unseren Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen.
Kehrvers
Gepriesen bist du Herr, unser Gott,
du hast das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet
und an deinen heiligen Bund gedacht,
an den Eid, den du unserm Vater Abraham geschworen hast.
Kehrvers
Du hast uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, dir furchtlos dienen
in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor deinem Angesicht all unsre Tage.
Kehrvers
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes
wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,
um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes,
und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.
Danklied, z.B.: Mein ganzes Herz erhebet dich... GL 143
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und am Fest des heiligen Johannes
das Werk deiner Gnade zu rühmen.
Du hast ihn geehrt vor allen,
die je eine Frau geboren hat,
schon im Mutterschoß erfuhr er das kommende Heil,
seine Geburt erfüllte viele mit Freude.
Als einziger der Propheten
schaute er den Erlöser
und zeigte hin auf das Lamm,
das die Sünde der Welt hinwegnimmt.
Im Jordan taufe er Christus,
der seiner Kirche die Taufe geschenkt hat,
so wurde das Wasser
zum heiligen Quell des ewigen Bundes.
Bis an sein Ende gab Johannes Zeugnis
für das Licht und besiegelte mit dem Blut seine Treue.
Darum preisen wir dich mit allen Engeln
und Heiligen und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB 24. Juni
Johannes hat das Gebet des Herrn nicht mehr kennengelernt,
aber er hat in seinem Tun dem Reich Gottes viel gegeben.
Daran dürfen wir bei der Bitte "dein Reich komme" denken und rufen:
Vater unser...
Herr Jesus, als Johannes ein Zeichen des Friedens gebrauchte,
hast du ihm in den Worten einer alten Verheißung die Antwort gegeben, die ihm half.
Im Vertrauen darauf, dass du auch für uns eine helfende Antwort hast, bitten wir dich:
Schaue nicht auf unsere Sünden,
sondern auf den Glauben deiner Kirche...
Herr, unser Gott,
am Geburtstag Johannes' des Täufers
hast du deine Kirche zum Festmahl des Lammes geladen
und sie mit Freude erfüllt.
Gib, dass wir Christus,
den Johannes vorausverkündigt hat,
als den erkennen, der uns das ewige Leben erworben hat,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 24. Juni

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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Die Lesung ist dem Buch Jesaja entnommen. Jesaja lebte im 8. Jahrhundert vor Christus in Jerusalem. Im 6. Kapitel berichtet er über seine Berufung, die im Todesjahr des Königs Usija erfolgte (um 740 v. Chr.). Er wirkte über 40 Jahre lang. Jesaja hatte Gott als den "Heiligen Israels" gesehen (vgl. Jes 6).
Wir finden von Kap. 42 bis 52 vier verschiedene Gottesknechtslieder. Sie könnten ursprünglich einmal selbständig gewesen sein und dann in das jesajanische Gesamtwerk eingefügt worden sein. Wichtig ist für uns die Überlegung, wer mit dem "Knecht des Herrn", dem "æbæd jahwe", gemeint ist. Ist damit eine einzelne Person gemeint, oder steht er als Kollektiv für ganz Israel? Wir dürfen beides vermuten - auf alle Fälle versteht die Redaktion von Trito-Jesaja diese Figur schon als individuell (vgl. Jes 61,1-3). Das Neue Testament identifiziert den Gottesknecht dann schon mit Jesus, dem endgültigen Heilsmittler.
In diesem zweiten Gottesknechtslied spricht der Knecht selbst zu uns. Der Berufene ist vom Mutterleib an ausersehen, Israel zu Gott zurückzuführen. Das war dem Knecht bisher noch nicht gelungen. Es ergeht ihm wie vielen Propheten vor ihm - er sieht seine Sendung gescheitert. Aber genau in dieser Situation weitet Gott seine Zusage ins Unglaubliche hinein aus: Er erneuert seinen Auftrag, die Sendung wird sogar noch erweitert. Der Knecht Gottes soll nun nicht nur zu Israel gehen, sondern sein Auftrag gilt für alle Völker, bis an das Ende der Erde.
In seinem Auftreten mit dem machtvollen Wort kann Johannes der Täufer diese Beschreibung ausfüllen, auch wenn die messianische Auslegung der Gottesknechtslieder eher auf Jesus angewendet wird.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz
Auslegung aus jüdischer und christlicher Perspektive