Lesung aus dem Buch Genesis.
Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde.
Die Erde war wüst und wirr
und Finsternis lag über der Urflut
und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.
Gott sprach:
Es werde Licht.
Und es wurde Licht.
Gott sah, dass das Licht gut war.
Und Gott schied das Licht von der Finsternis.
Und Gott nannte das Licht Tag
und die Finsternis nannte er Nacht.
Es wurde Abend und es wurde Morgen:
erster Tag.
Dann sprach Gott:
Es werde ein Gewölbe mitten im Wasser
und scheide Wasser von Wasser.
Gott machte das Gewölbe
und schied das Wasser unterhalb des Gewölbes
vom Wasser oberhalb des Gewölbes.
Und so geschah es.
Und Gott nannte das Gewölbe Himmel.
Es wurde Abend und es wurde Morgen:
zweiter Tag.
Dann sprach Gott:
Es sammle sich das Wasser unterhalb des Himmels an einem Ort
und das Trockene werde sichtbar.
Und so geschah es.
Und Gott nannte das Trockene Land
und die Ansammlung des Wassers nannte er Meer.
Gott sah, dass es gut war.
Dann sprach Gott:
Die Erde lasse junges Grün sprießen,
Gewächs, das Samen bildet,
Fruchtbäume,
die nach ihrer Art Früchte tragen mit Samen darin auf der Erde.
Und so geschah es.
Die Erde brachte junges Grün hervor,
Gewächs, das Samen nach seiner Art bildet,
und Bäume,
die Früchte tragen mit Samen darin nach ihrer Art.
Gott sah, dass es gut war.
Es wurde Abend und es wurde Morgen:
dritter Tag.
Dann sprach Gott:
Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein,
um Tag und Nacht zu scheiden.
Sie sollen als Zeichen
für Festzeiten, für Tage und Jahre dienen.
Sie sollen Lichter am Himmelsgewölbe sein,
um über die Erde hin zu leuchten.
Und so geschah es.
Gott machte die beiden großen Lichter,
das große zur Herrschaft über den Tag,
das kleine zur Herrschaft über die Nacht,
und die Sterne.
Gott setzte sie an das Himmelsgewölbe,
damit sie über die Erde leuchten,
über Tag und Nacht herrschen
und das Licht von der Finsternis scheiden.
Gott sah, dass es gut war.
Es wurde Abend und es wurde Morgen:
vierter Tag.
Dann sprach Gott:
Das Wasser wimmle von Schwärmen lebendiger Wesen
und Vögel sollen über der Erde am Himmelsgewölbe fliegen.
Und Gott erschuf die großen Wassertiere und alle Lebewesen,
die sich fortbewegen nach ihrer Art,
von denen das Wasser wimmelt,
und alle gefiederten Vögel nach ihrer Art.
Gott sah, dass es gut war.
Gott segnete sie
und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch!
Füllt das Wasser im Meer
und die Vögel sollen sich auf Erden vermehren.
Es wurde Abend und es wurde Morgen:
fünfter Tag.
Dann sprach Gott:
Die Erde bringe Lebewesen aller Art hervor,
von Vieh,
von Kriechtieren
und von Wildtieren der Erde nach ihrer Art.
Und so geschah es.
Gott machte die Wildtiere der Erde nach ihrer Art,
das Vieh nach seiner Art
und alle Kriechtiere auf dem Erdboden nach ihrer Art.
Gott sah, dass es gut war.
Dann sprach Gott:
Lasst uns Menschen machen
als unser Bild, uns ähnlich!
Sie sollen walten über die Fische des Meeres,
über die Vögel des Himmels,
über das Vieh,
über die ganze Erde
und über alle Kriechtiere, die auf der Erde kriechen.
Gott erschuf den Menschen als sein Bild,
als Bild Gottes erschuf er ihn.
Männlich und weiblich erschuf er sie.
Gott segnete sie
und Gott sprach zu ihnen:
Seid fruchtbar und mehrt euch,
füllt die Erde
und unterwerft sie
und waltet über die Fische des Meeres,
über die Vögel des Himmels
und über alle Tiere, die auf der Erde kriechen!
Dann sprach Gott:
Siehe, ich gebe euch alles Gewächs,
das Samen bildet auf der ganzen Erde,
und alle Bäume, die Früchte tragen mit Samen darin.
Euch sollen sie zur Nahrung dienen.
Allen Tieren der Erde,
allen Vögeln des Himmels
und allem, was auf der Erde kriecht,
das Lebensatem in sich hat,
gebe ich alles grüne Gewächs zur Nahrung.
Und so geschah es.
Gott sah alles an, was er gemacht hatte:
Und siehe, es war sehr gut.
Es wurde Abend und es wurde Morgen:
der sechste Tag.
So wurden Himmel und Erde und ihr ganzes Heer vollendet.
Am siebten Tag
vollendete Gott das Werk, das er gemacht hatte,
und er ruhte am siebten Tag,
nachdem er sein ganzes Werk gemacht hatte.
Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn;
denn an ihm ruhte Gott,
nachdem er das ganze Werk erschaffen hatte.
Das ist die Geschichte der Entstehung
von Himmel und Erde, als sie erschaffen wurden.
Zur Zeit, als Gott, der HERR,
Erde und Himmel machte,
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Genesis.
Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde.
Dann sprach Gott:
Lasst uns Menschen machen
als unser Bild, uns ähnlich!
Sie sollen walten über die Fische des Meeres,
über die Vögel des Himmels,
über das Vieh,
über die ganze Erde
und über alle Kriechtiere, die auf der Erde kriechen.
Gott erschuf den Menschen als sein Bild,
als Bild Gottes erschuf er ihn.
Männlich und weiblich erschuf er sie.
Gott segnete sie
und Gott sprach zu ihnen:
Seid fruchtbar und mehrt euch,
füllt die Erde
und unterwerft sie
und waltet über die Fische des Meeres,
über die Vögel des Himmels
und über alle Tiere, die auf der Erde kriechen!
Dann sprach Gott:
Siehe, ich gebe euch alles Gewächs,
das Samen bildet auf der ganzen Erde,
und alle Bäume, die Früchte tragen mit Samen darin.
Euch sollen sie zur Nahrung dienen.
Allen Tieren der Erde,
allen Vögeln des Himmels
und allem, was auf der Erde kriecht,
das Lebensatem in sich hat,
gebe ich alles grüne Gewächs zur Nahrung.
Und so geschah es.
Gott sah alles an, was er gemacht hatte:
Und siehe, es war sehr gut.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Genesis
Der Pharao hatte einen Traum:
Siehe, er stand am Nil.
Siehe, aus dem Nil stiegen sieben Kühe
von schönem Aussehen und fett im Fleisch
und weideten im Riedgras.
Nach ihnen stiegen sieben andere Kühe aus dem Nil;
sie waren von hässlichem Aussehen
und mager im Fleisch.
Sie stellten sich neben die Kühe am Ufer des Nils.
Und die hässlichen, mageren Kühe
fraßen die sieben schön aussehenden
und fetten Kühe auf.
Dann erwachte der Pharao.
Er schlief aber wieder ein
und träumte ein zweites Mal:
Siehe, an einem einzigen Halm
wuchsen sieben Ähren,
prall und schön.
Doch siehe:
Nach ihnen wuchsen sieben kümmerliche,
vom Ostwind ausgedörrte Ähren.
Die kümmerlichen Ähren
verschlangen die sieben prallen, vollen Ähren.
Der Pharao wachte auf:
Siehe, es war ein Traum.
Am Morgen fühlte er sich beunruhigt;
er schickte hin
und ließ alle Wahrsager und Weisen Ägyptens rufen.
Der Pharao erzählte ihnen seine Träume,
doch keiner war da, der sie ihm deuten konnte.
Da schickte der Pharao hin und ließ Josef rufen.
Man holte ihn schnell aus der Grube,
schor ihm die Haare,
er wechselte seine Obergewänder
und kam zum Pharao.
Der Pharao sagte zu Josef:
Ich hatte einen Traum,
doch keiner kann ihn deuten.
Von dir habe ich aber gehört,
du brauchst einen Traum nur zu hören,
dann kannst du ihn deuten.
Josef antwortete dem Pharao:
Nicht ich, sondern Gott
wird zum Wohl des Pharao
eine Antwort geben.
Darauf sagte Josef zum Pharao:
Der Traum des Pharao ist ein und derselbe.
Gott hat dem Pharao kundgetan,
was er vorhat:
Die sieben schönen Kühe sind sieben Jahre
und die sieben schönen Ähren sind sieben Jahre.
Es ist ein und derselbe Traum.
Die sieben mageren und hässlichen Kühe,
die nachher heraufkamen,
sind sieben Jahre
und die sieben leeren,
vom Ostwind ausgedörrten Ähren
sind sieben Jahre Hungersnot.
Siehe, sieben Jahre kommen,
da wird großer Überfluss
im ganzen Land Ägypten sein.
Nach ihnen aber
werden sieben Jahre Hungersnot heraufziehen:
Da wird der ganze Überfluss im Land Ägypten
vergessen sein
und Hunger wird das Land auszehren.
Dann wird man nichts mehr
vom Überfluss im Land merken wegen des Hungers,
der danach kommt;
denn er wird sehr drückend sein.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Deuteronomium:
Höre, Israel!
Der HERR, unser Gott, der HERR ist einzig.
Darum sollst du den HERRN, deinen Gott,
lieben mit ganzem Herzen,
mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.
Und diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte,
sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen.
Du sollst sie deinen Kindern wiederholen.
Du sollst sie sprechen, wenn du zu Hause sitzt
und wenn du auf der Straße gehst,
wenn du dich schlafen legst
und wenn du aufstehst.
Du sollst sie als Zeichen um das Handgelenk binden.
Sie sollen zum Schmuck auf deiner Stirn werden.
Du sollst sie auf die Türpfosten deines Hauses
und in deine Stadttore schreiben.
Und wenn der HERR, dein Gott,
dich in das Land geführt hat, von dem du weißt:
er hat deinen Vätern
Abraham, Isaak und Jakob geschworen,
es dir zu geben
- große und schöne Städte, die du nicht gebaut hast,
mit allen Gütern gefüllte Häuser,
die du nicht gefüllt hast,
ausgehauene Zisternen,
die du nicht ausgehauen hast,
Weinberge und Ölbäume,
die du nicht gepflanzt hast - ,
wenn du dann isst und satt wirst:
nimm dich in Acht,
dass du nicht den HERRN vergisst,
der dich aus Ägypten, dem Sklavenhaus, geführt hat!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Dieser Abschnitt schließt an den Dekalog (Dtn 5) an und leitet zu den Unterweisungen des Volkes über (Dtn 7-11).
Dtn 6,4-5 (bzw. 4-9) wurde später einer der wichtigsten liturgischen Texte des Judentums: Zusammen mit Dtn 11,13-21 und Num 15,37-41 ist es das "Schemac"-Gebet.
Wenn sich Israel an die Gesetze hält, wird ihm Wohlstand verheißen. Mit dem "Höre, Israel" (vgl. auch Dtn 5,1; 9,1; 20,3; 27,9) wird eine Grundsatzaussage, gleichsam ein Glaubensbekenntnis eingeleitet.
Das Bekenntnis zum einen Gott hängt zusammen mit dem Liebesgebot; es geht nicht mehr nur um ein juristisches Verhältnis anhand der Gesetze, sondern um ein Liebesverhältnis zu Gott, um "Vater-Kind".
"Diese Worte" (also eigentlich das gesamte Gesetzeswerk) müssen gelernt und weitergegeben werden.
Das Besondere dieser Stelle ist die eindringliche Aufforderung zur Gottesliebe (vgl. Hosea). Dieses ist das erste und wichtigste aller Gebote.
Lesung aus dem Buch Deuteronomium:
Wenn der HERR, dein Gott,
dich in ein prächtiges Land führt,
ein Land mit Bächen, Quellen und Grundwasser,
das im Tal und am Berg hervorquillt,
ein Land mit Weizen und Gerste,
mit Weinstock, Feigenbaum und Granatbaum,
ein Land mit Ölbaum und Honig,
ein Land, in dem du nicht armselig dein Brot essen musst,
in dem es dir an nichts fehlt,
ein Land, dessen Steine aus Eisen sind,
aus dessen Bergen du Erz gewinnst;
wenn du dort isst und satt wirst
und den HERRN, deinen Gott,
für das prächtige Land, das er dir gegeben hat, preist,
dann nimm dich in Acht und vergiss den HERRN,
deinen Gott, nicht,
missachte nicht seine Gebote,
Rechtsentscheide und Satzungen,
auf die ich dich heute verpflichte!
Und wenn du gegessen hast und satt geworden bist
und prächtige Häuser gebaut hast und sie bewohnst,
wenn deine Rinder, Schafe und Ziegen sich vermehren
und Silber und Gold sich bei dir häuft
und dein gesamter Besitz sich vermehrt,
dann nimm dich in Acht,
dass dein Herz nicht hochmütig wird
und du den HERRN, deinen Gott, nicht vergisst,
der dich aus Ägypten, dem Sklavenhaus, geführt hat;
der dich durch die große und Furcht erregende Wüste
geführt hat,
durch Feuernattern und Skorpione,
durch ausgedörrtes Land, wo es kein Wasser gab;
der für dich Wasser aus dem Felsen der Steilwand
hervorsprudeln ließ;
der dich in der Wüste mit dem Manna speiste,
das deine Väter noch nicht kannten,
um, nachdem er dich gefügig gemacht
und dich geprüft hat, dir zuletzt Gutes zu tun.
Dann nimm dich in Acht
und denk nicht bei dir:
Ich habe mir diesen Reichtum aus eigener Kraft
und mit eigener Hand erworben.
Gedenke vielmehr des HERRN, deines Gottes:
Er ist es, der dir die Kraft gibt, Reichtum zu erwerben,
weil er seinen Bund,
den er deinen Vätern geschworen hatte,
so verwirklichen will, wie er es heute tut.
Nach dem Erhalt der Bundesgebote (5,1-22) und seiner Ausfaltung in Kap. 6 ("Höre Israel, der Herr, unser Gott, ist einzig.") wird Israel der Lohn für die Treue zu Gottes Gebot verheißen: der Besitz des verheißenen Landes.
Der Weg durch die Wüste wird hier pädagogisch gedeutet als ein Einüben in die Gottesfurcht und in den Gottesdienst.
8,3: "Er wollte dich erkennen lassen, daß der Mensch nicht nur von Brot lebt, sondern daß der Mensch von allem lebt, was der Mund des Herrn spricht."
In 8,7ff wird zuerst das Land mit all seinem Reichtum geschildert - und gleichzeitig die Warnung ausgesprochen: Gerade anhand des Überflusses darf auf Gott nicht vergessen werden (V. 11). Ebenso wird vor dem Hochmut gewarnt (V. 14), der zur Gottvergessenheit führen kann.
Die Versuchung besteht darin zu sagen: all der Reichtum wurde aus eigener Kraft erworben (V. 17). Demgegenüber betont Dtn 8,18: alles verdankt sich Gott.
V. 19f wird die Drohung angefügt für den Fall des Vergessens: Gott wird das Volk vertilgen.
Der Text aus dem Buch Deuteronomium stellt sich in eine Reihe anderer Texte des Ersten und Zweiten Testaments, die den richtigen Umgang mit den Gütern der Welt vermitteln wollen. Dem Verfasser steht sicher eine Zeit des Wohlstandes im Volk Israel vor Augen: vermutlich die Zeit König Joschijas (641-609 v. Chr.), in der durch die Schwäche beider vorderasiatischen Hegemonialmächte (Assur und Ägypten – Babylon ist noch nicht zu seiner späteren Stärke gelangt) Juda sich nahezu auf das alte davidische Territorium wieder ausdehnen konnte.
Angesichts des Wohlstandes mahnt der Verfasser, dass die Menschen nicht den Geber dieser Gaben, Jahwe, vergessen sollen. Er warnt vor Gottvergessenheit und Hochmut angesichts des Reichtums. Durch die Erinnerung an die entbehrungsreichen Anfangszeiten des Volkes Israel, wird dem Volk die Größe Gottes, dem sie alles zu verdanken haben, vor Augen geführt.
Aus dem Buch des Propheten Joël.
Fürchte dich nicht, Ackerboden!
Freu dich und juble;
denn der HERR hat Großes getan!
Fürchtet euch nicht, ihr Tiere auf dem Feld!
Denn das Gras in der Steppe wird wieder grün,
der Baum trägt seine Frucht,
Feigenbaum und Weinstock bringen ihren Ertrag.
Jubelt, ihr Kinder Zions,
und freut euch über den HERRN, euren Gott!
Denn er gibt euch Nahrung, wie es recht ist.
Er schickt euch den Regen,
Herbstregen und Frühjahrsregen
wie in früherer Zeit.
Die Tennen sind voll von Getreide,
die Keltern fließen über von Wein und Öl.
Ich ersetze euch die Ernten,
die von der Wanderheuschrecke und der Larve,
vom Nager und vom Grashüpfer gefressen wurden,
von meinem großen Heer,
das ich gegen euch sandte.
Ihr werdet essen und satt werden
und den Namen des HERRN, eures Gottes, preisen,
der für euch solche Wunder getan hat.
Mein Volk braucht sich nie mehr zu schämen.
Dann werdet ihr erkennen,
dass ich mitten in Israel bin
und dass ich der HERR, euer Gott, bin,
ich und sonst niemand.
Mein Volk braucht sich nie mehr zu schämen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Lesungstext ist dem ersten Teil des Prophetenbuches Joel entnommen. Die Zeit, in der er entstanden ist, lässt sich nicht mit Sicherheit datieren.
Im ersten Kapitel wird eine Heuschreckenplage und eine darauf folgende Dürre beschrieben und beklagt, die das ganze Land in eine Hungersnot stürzte. Der Prophet sieht sie als Vorzeichen des Tages des Herrn und ruft zu Buße und Umkehr auf.
Der Abschnitt der Lesung enthält bereits die Antwort des Herrn auf Buße und Umkehr und verheißt neue Fruchtbarkeit. Der reiche Ertrag wird ebenso wie die vorangehende Katasprophe als Zeichen Gottes verstanden. Das Volk soll erkennen, dass er in seiner Mitte ist und für es sorgt.
Lesung aus der Apostelgeschichte:
Sie hielten an der Lehre der Apostel fest
und an der Gemeinschaft,
am Brechen des Brotes und an den Gebeten.
Alle wurden von Furcht ergriffen;
und durch die Apostel
geschahen viele Wunder und Zeichen.
Und alle, die glaubten,
waren an demselben Ort
und hatten alles gemeinsam.
Sie verkauften Hab und Gut
und teilten davon allen zu,
jedem so viel, wie er nötig hatte.
Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel,
brachen in ihren Häusern das Brot
und hielten miteinander Mahl
in Freude und Lauterkeit des Herzens.
Sie lobten Gott
und fanden Gunst beim ganzen Volk.
Und der Herr
fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu,
die gerettet werden sollten.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
In der Schriftstelle aus der Apostelgeschichte werden idealtypische Elemente christlich-gemeindlichen Lebens in wenigen Strichen herausgearbeitet:
das Festhalten an der Lehre der Zeugen des Auferstandenen, also der Apostel, die Einmütigkeit untereinander und die soziale Verantwortung sowie die Gemeinschaft in Eucharistie und Gebet.
Nicht zu übersehen ist, dass der Tempel der Mittelpunkt dieser christlichen Urgemeinde von Jerusalem war. Tag für Tag war man dort. Das entsprach dem Wurzelboden der Urgemeinde wie auch der Jesusbewegung überhaupt.
Die knappen Angaben über die ersten Christen von Jerusalem erweisen einen großen Beziehungsreichtum: Das Leben des einzelnen vollzieht sich in der Beziehung zu Gott (Gebet) und zu den Mitmenschen (Einmütigkeit, soziale Verantwortung). Auch die Christengemeinde als ganze weiß sich in doppelter Beziehung: Sie lebt aus der Gemeinschaft mit dem erhöhten Herrn (Eucharistie) und übt einen guten Einfluß auf sie umgebende andersgläubige Menschengruppen aus. Gottesdienst und Weltverantwortung sind kennzeichnend für die Christengemeinde.
Bei der vorliegenden Textstelle aus der Apostelgeschichte handelt es sich um einen Sammelbericht, wie sie in der Apostelgeschichte noch einige vorkommen. Es geht dabei nicht um eine historische Schilderung, sondern will Lukas vielmehr idealtypisch Elemente christlichen Lebens an der Urgemeinde herausarbeiten.
Richtig verstandenes Beibehalten alter Traditionen, Einmütigkeit (nicht 100% Übereinstimmung in allen Belangen) und soziale Verantwortung, Gemeinschaft der Eucharistie und Gebet sind damals wie heute Grundpfeiler christlichen Gemeindelebens. Wenn Lukas hier das Wort "verharren" verwendet, so bedeutet das auch: Ausharren in Geduld, ständige Bereitschaft zum Neubeginn, auch das Durchhalten so mancher ernüchternder Situationen, die oft gar nichts mehr mit dem Enthusiasmus der ersten Zeit zu tun hat.
Die wenigen Angaben über das Gemeindeleben spiegeln einen großen Beziehungsreichtum: Das Leben des einzelnen Christen vollzieht sich in der Beziehung zu Gott (Gebet) und zu den Mitmenschen (Einmütigkeit, soziale Verantwortung).
Auch die Christengemeinde als ganze weiß sich in doppelter Beziehung: Sie lebt aus der Gemeinschaft mit dem erhöhten Herrn (Eucharistie) und übt einen guten Einfluß auf sie umgebende andersgläubige Menschengruppen aus (beachte auch den Gedanken der Kontrastgesellschaft im Werk der beiden Lohfinks). Gottesdienst und Weltverantwortung sind kennzeichnend für die Christengemeinde.
In der ersten Lesung werden Szenen und Situationen geschildert, die einen idealtypischen Charakter besitzen und wichtige Elemente des Lebens in der Gemeinde darstellen:
- Festhalten an der Lehre der Apostel
- Einmütigkeit untereinander
- soziale Verantwortung
- Gemeinschaft in Eucharistie und Gebet
Dreh- und Angelpunkt des Handelns der Gemeinde war der Tempel, "in dem sie Tag für Tag einmütig verharrten".
In diesem kurzen Text zeigen sich auch die Grundpfeiler christlichen Lebens: Martyria (Verkündigung und das Bekenntnis der Frohbotschaft - Zeugnis geben), Liturgia (Gedächtnis von Leben, Sterben und Auferstehung Jesu Christi), Diakonia (Dienst am Notleidenden, am Nächsten - soziale Verantwortung) und Koinonia (Gemeinschaft).
Kv - Die Völker sollen dir danken, o Gott,
danken sollen dir die Völker alle. – Kv
(oder GL 55,1)
Gott sei uns gnädig und segne uns.
Er lasse sein Angesicht über uns leuchten,
damit man auf Erden deinen Weg erkenne,
deine Rettung unter allen Völkern.- Kv
Die Nationen sollen sich freuen und jubeln, /
denn du richtest die Völker nach Recht
und leitest die Nationen auf Erden.
Die Völker sollen dir danken, Gott,
danken sollen dir die Völker alle.- Kv
Die Erde gab ihren Ertrag.
Gott, unser Gott, er segne uns!
Es segne uns Gott!
Fürchten sollen ihn alle Enden der Erde.- Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an Timotheus.
Die Frömmigkeit bringt in der Tat reichen Gewinn,
wenn man genügsam ist.
Denn wir haben nichts in die Welt mitgebracht
und wir können auch nichts aus ihr mitnehmen.
Wenn wir Nahrung und Kleidung haben,
soll uns das genügen.
Die aber reich sein wollen,
geraten in Versuchung und Verstrickung
und in viele sinnlose und schädliche Begierden,
welche die Menschen ins Verderben
und in den Untergang stürzen.
Denn die Wurzel aller Übel ist die Habsucht.
Nicht wenige, die ihr verfielen,
sind vom Glauben abgeirrt
und haben sich viele Qualen bereitet.
Du aber, ein Mann Gottes,
flieh vor alldem!
Strebe vielmehr nach Gerechtigkeit,
Frömmigkeit, Glauben, Liebe,
Standhaftigkeit und Sanftmut!
Ermahne die, die in dieser Welt reich sind,
nicht überheblich zu werden
und ihre Hoffnung
nicht auf den unsicheren Reichtum zu setzen,
sondern auf Gott,
der uns alles reichlich gibt, was wir brauchen!
Sie sollen wohltätig sein,
reich werden an guten Werken,
freigebig sein
und, was sie haben, mit anderen teilen.
So sammeln sie sich einen Schatz
als sichere Grundlage für die Zukunft,
um das wahre Leben zu erlangen.
Timotheus, bewahre, was dir anvertraut ist!
Halte dich fern von dem gottlosen Geschwätz
und den Widersprüchen
der fälschlich sogenannten Erkenntnis!
Einige, die sich darauf eingelassen haben,
sind vom Weg des Glaubens abgekommen.
Die Gnade sei mit euch!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der erste und der zweite Brief an Timotheus und der Brief an Titus werden seit dem 18. Jahrhundert "Pastoralbriefe" genannt. Sie geben Anweisungen für die "Pastores", die "Hirten" und Leiter christlicher Gemeinden. Die paulinische Herkunft wird unter Exegeten nicht mehr für sicher gehalten. Die Pastoralbriefe könnte ein späterer, Paulus-begeisterter "Paulusschüler", verfaßt haben, der für eine veränderte Situation in der Kirche das Evangelium des Paulus verkünden wollte und der vielleicht um 100 in Kleinasien lebte.
Timotheus wurde von Paulus in Ikonien bekehrt und war von der zweiten Missionsreise an sein ständiger Begleiter (vgl. Apg 16,1-3). Wegen seiner Hilfe in der schwierigen Missionsarbeit wird er vom Apostel sehr geschätzt. Die Überlieferung kennt ihn als ersten Bischof von Ephesus (vgl. 1 Tim1,3; 2 Tim 1,6).
Zur Lesungsperikope: Angesichts der schweren Einbrüche des Irrglaubens in die Gemeinde, soll sich Timotheus im Glaubenskampf bewähren als Diener Christi an der Gemeinde. Paulus ist erschüttert, ihn trifft das Schicksal derer, die sich selbst und andere in den Untergang mit hineinziehen.
Der Apostel spricht Timotheus als "Mann Gottes" an, weil er, wie die alttestamentlichen Propheten, in einem besonders engen und nahen Verhältnis zu Gott steht, dem er durch Berufung (Taufe) und Amt (Weihe) sein ganzes Leben geweiht hat. Wie in einem Wettlauf soll er einem anderen Ziel nachjagen, jenen Tugenden, die sein Verhältnis zu Gott und den Menschen regeln. Denn Gott selbst hat Timotheus berufen und dieser hat mit seinem Bekenntnis geantwortet. Welches Bekenntnis hier gemeint ist – jener bei der Taufe oder jenes bei der Weihe - geht nicht eindeutig aus dem Text hervor.
Timotheus soll sich nach Paulus in einem heiligen Lebenswandel das "Gebot", den christlichen Glauben, bewahren, und zwar bis zur Ankunft Christi im Weltgericht. Die Wiederkunft Christi wird als "Epiphanie" - Erscheinung - bezeichnet. Das Wann der Erscheinung kennt der Mensch nicht. Gott allein kennt den Zeitpunkt. Der Christ muß sie erwarten und stets bereit sein.
Die Mahnung des Apostels klingt aus in einem Lobpreis Gottes. Vor Gott kann keine irdische Macht bestehen. Gott allein besitzt Unsterblichkeit und wohnt in unzugänglichem Lichte. Damit ist er jeder menschlichen Erkenntnis unerreichbar, wenn nicht Gottes Gnade den Menschen selbst zu Licht emporhebt. Am Ende steht ein Lobwort, in dem die ewige und unbeschränkte Macht Gottes hervorgehoben wird.
Halleluja, Halleluja.
Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
Als Jesus die vielen Menschen sah,
stieg er auf den Berg.
Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm.
Und er öffnete seinen Mund,
er lehrte sie und sprach:
Ich sage euch:
Sorgt euch nicht um euer Leben,
was ihr essen oder trinken sollt,
noch um euren Leib,
was ihr anziehen sollt!
Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung
und der Leib mehr als die Kleidung?
Seht euch die Vögel des Himmels an:
Sie säen nicht,
sie ernten nicht
und sammeln keine Vorräte in Scheunen;
euer himmlischer Vater ernährt sie.
Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
Wer von euch kann mit all seiner Sorge
sein Leben
auch nur um eine kleine Spanne verlängern?
Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung?
Lernt von den Lilien des Feldes,
wie sie wachsen:
Sie arbeiten nicht und spinnen nicht.
Doch ich sage euch:
Selbst Salomo war in all seiner Pracht
nicht gekleidet wie eine von ihnen.
Wenn aber Gott schon das Gras so kleidet,
das heute auf dem Feld steht
und morgen in den Ofen geworfen wird,
wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
Macht euch also keine Sorgen
und fragt nicht: Was sollen wir essen?
Was sollen wir trinken?
Was sollen wir anziehen?
Denn nach alldem streben die Heiden.
Euer himmlischer Vater weiß,
dass ihr das alles braucht.
Sucht aber zuerst sein Reich
und seine Gerechtigkeit;
dann wird euch alles andere dazugegeben.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus:
In jener Zeit sprach Jesus:
Ich sage euch:
Sorgt euch nicht um euer Leben,
was ihr essen oder trinken sollt,
noch um euren Leib,
was ihr anziehen sollt!
Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung
und der Leib mehr als die Kleidung?
Seht euch die Vögel des Himmels an:
Sie säen nicht,
sie ernten nicht
und sammeln keine Vorräte in Scheunen;
euer himmlischer Vater ernährt sie.
Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
Wer von euch kann mit all seiner Sorge
sein Leben
auch nur um eine kleine Spanne verlängern?
Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung?
Lernt von den Lilien des Feldes,
wie sie wachsen:
Sie arbeiten nicht und spinnen nicht.
Doch ich sage euch:
Selbst Salomo war in all seiner Pracht
nicht gekleidet wie eine von ihnen.
Wenn aber Gott schon das Gras so kleidet,
das heute auf dem Feld steht
und morgen in den Ofen geworfen wird,
wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
Macht euch also keine Sorgen
und fragt nicht: Was sollen wir essen?
Was sollen wir trinken?
Was sollen wir anziehen?
Denn nach alldem streben die Heiden.
Euer himmlischer Vater weiß,
dass ihr das alles braucht.
Sucht aber zuerst sein Reich
und seine Gerechtigkeit;
dann wird euch alles andere dazugegeben.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit sagte Jesus:
Mit dem Reich Gottes ist es so,
wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät;
dann schläft er und steht wieder auf,
es wird Nacht und wird Tag,
der Samen keimt und wächst
und der Mann weiß nicht, wie.
Die Erde bringt von selbst ihre Frucht,
zuerst den Halm, dann die Ähre,
dann das volle Korn in der Ähre.
Sobald aber die Frucht reif ist,
legt er die Sichel an;
denn die Zeit der Ernte ist da.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das Gleichnis von der selbstwachsenden Saat findet sich im vierten Kapitel des Markusevangeliums zusammen mit anderen Gleichnissen vom Werden und von der Vollendung des Reiches Gottes.
Aufmerksam wird hier ein bekannter Vorgang aus der Realität landwirtschaftlichen Lebens und Arbeitens geschildert, der gleichwohl zum Staunen und zur Dankbarkeit anregen kann. Denn: Kein Tun des Sämanns kann erklären, warum am Ende das Feld zur Ernte reif dasteht. Während die Saat aufgeht und von selbst wächst, wartet der Sämann. Wenn das Getreide reif ist, ist die Zeit zur Ernte gekommen. Es ist Gott, der das Aufgehen und Wachsen der Saat bis zur reifen Frucht fördert und garantiert.
Wie mit der Saat so verhält es sich auch mit dem Reich Gottes. Aus den kleinen Anfängen im unscheinbaren Wort der Verkündigung oder im Leben in der Jesusnachfolge erwächst das Gottesreich durch geheimnisvolle Kraft, bis es in voller Frucht steht und die Zeit der Ernte gekommen ist.
Das Gleichnis führt von der Beschreibung einer natürlichen Wirklichkeit zur Einsicht in eine übernatürliche Wirklichkeit. Es kann aber umgekehrt auch die übernatürliche Wirklichkeit das Geheimnisvolle und Wunderbare in den Vorgängen der Natur erschließen helfen.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas:
In jener Zeit
bat einer aus der Volksmenge Jesus:
Meister, sag meinem Bruder,
er soll das Erbe mit mir teilen!
Er erwiderte ihm: Mensch,
wer hat mich zum Richter oder Erbteiler bei euch eingesetzt?
Dann sagte er zu den Leuten: Gebt Acht,
hütet euch vor jeder Art von Habgier!
Denn das Leben eines Menschen besteht nicht darin,
dass einer im Überfluss seines Besitzes lebt.
Und er erzählte ihnen folgendes Gleichnis:
Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte.
Da überlegte er bei sich selbst: Was soll ich tun?
Ich habe keinen Platz, wo ich meine Ernte unterbringen könnte.
Schließlich sagte er:
So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen
und größere bauen;
dort werde ich mein ganzes Getreide
und meine Vorräte unterbringen.
Dann werde ich zu meiner Seele sagen:
Seele, nun hast du einen großen Vorrat,
der für viele Jahre reicht.
Ruh dich aus, iss und trink
und freue dich!
Da sprach Gott zu ihm: Du Narr!
Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern.
Wem wird dann das gehören, was du angehäuft hast?
So geht es einem,
der nur für sich selbst Schätze sammelt,
aber bei Gott nicht reich ist.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Jesus stellt klar, dass er den Sinn des Lebens nicht in materiellen Gütern sieht. Er warnt vor Habgier. Seine Antwort ist die Beispielerzählung vom reichen Kornbauern, der "nur für sich Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist" (V. 21). Das Selbstgespräch, die Gedanken des Bauern, in denen sechsmal das Wort "ich" vorkommt zeigt, dass er nur auf sich selber schaut und sehr egoistisch denkt. Er kreist um seine Vorräte, seine Lebenssattheit und Absicherung.
Doch seine selbstsicheren Zukunftsplanungen werden durch den plötzlichen Tod zunichte gemacht. Der Tod, der uns alle aufeinmal "gleich" macht. Der Gedanke, das Ziel der Lebensabsicherung hat sich als Torheit erwiesen.
Die Frage stellt sich massiv: "Was oder wer gibt wirklichen Sinn über den Tod hinaus?" Sammelt euch Schätze, die vor Gott reich machen! Was damit gemeint ist, mit diesem "reich-sein" vor Gott läßt das Evangelium offen. Vielleicht ist unser Leben, d. h. Geben und Nehmen, das Haben und Loslassen, jetzt schon eine Erfahrung, dass ich Sinn und Zufriedenheit hier und jetzt schon finden kann.
Dem Trachten nach Reichtum und der ängstlichen Sorge um Selbstsicherung (Lk 12,13-21) wird in diesem Text das vom Vertrauen auf Gott getragene Trachten nach seinem Reich gegenübergestellt.
Der kunstvoll gegliederte Abschnitt (rahmende Erzählung, parallel formulierte gleichnisartige und weisheitliche Unterweisung) leitet die Leser an, die Grundlosigkeit ihrer ängstlichen Sorge zu erkennen und frei zu bleiben für die Erwählung. Die Textsorte (eine Art Lehrgedicht) verbietet es, darin eine schwärmerische, naive Ablehnung jeglichen Sorgens ausgesprochen zu finden. Lk hat die Vorlage (aus der Redequelle Q) besonders durch ihre Einordnung nach dem Gleichnis und den erweiterten Abschluss als Trostwort und Mahnung an kleinmütige, verängstigte Jünger in der Urkirche gestaltet. Der schon im Blick auf die Christen erfolgten Zusammenstellung ursprünglich getrennt überlieferter Worte liegen Jesu eigene Warnung vor ängstlichem Sorgen sowie deren gleichnisartige Motivierung zugrunde.
Für die urkirchlichen Leser, besonders für die Wandermissionare, wie auch für heutige Christen ist dieser Text ein Beleg für Jesu meditierendes Gewahrwerden von Zusammenhängen in der Natur. Es ist zugleich eine Aufforderung, alle Sorgen und Ängste jeweils im größeren Zusammenhang des geschenkten Lebens, der ganzen Welt und der Umsorgung durch den Vater zu betrachten, um so für die einem jeden abverlangte Sorge um das Reich Gottes freizubleiben. Die Empfehlung des Schätzesammelns für Gott setzt die Hoffnung auf individuelle Entgeltung durch geschenkhaften Lohn voraus.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas:
In jener Zeit
sagte Jesus zu den Leuten: Gebt Acht,
hütet euch vor jeder Art von Habgier!
Denn das Leben eines Menschen besteht nicht darin,
dass einer im Überfluss seines Besitzes lebt.
Und er erzählte ihnen folgendes Gleichnis:
Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte.
Da überlegte er bei sich selbst: Was soll ich tun?
Ich habe keinen Platz, wo ich meine Ernte unterbringen könnte.
Schließlich sagte er:
So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen
und größere bauen;
dort werde ich mein ganzes Getreide
und meine Vorräte unterbringen.
Dann werde ich zu meiner Seele sagen:
Seele, nun hast du einen großen Vorrat,
der für viele Jahre reicht.
Ruh dich aus, iss und trink
und freue dich!
Da sprach Gott zu ihm: Du Narr!
Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern.
Wem wird dann das gehören, was du angehäuft hast?
So geht es einem,
der nur für sich selbst Schätze sammelt,
aber bei Gott nicht reich ist.
Und er sagte zu seinen Jüngern:
Deswegen sage ich euch:
Sorgt euch nicht um euer Leben,
was ihr essen sollt,
noch um euren Leib,
was ihr anziehen sollt!
Denn das Leben ist mehr als die Nahrung
und der Leib mehr als die Kleidung.
Seht auf die Raben:
Sie säen nicht und ernten nicht,
sie haben keine Vorratskammer
und keine Scheune;
und Gott ernährt sie.
Wie viel mehr seid ihr wert als die Vögel!
Wer von euch
kann mit all seiner Sorge sein Leben
auch nur um eine kleine Spanne verlängern?
Wenn ihr nicht einmal etwas so Geringes könnt,
warum macht ihr euch dann Sorgen um das Übrige?
Seht euch die Lilien an, wie sie wachsen:
Sie arbeiten nicht und spinnen nicht.
Doch ich sage euch:
Selbst Salomo war in all seiner Pracht
nicht gekleidet wie eine von ihnen.
Wenn aber Gott schon das Gras so kleidet,
das heute auf dem Feld steht
und morgen in den Ofen geworfen wird,
wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
Und darum auch ihr:
Sucht nicht,
was ihr essen und was ihr trinken sollt,
und ängstigt euch nicht!
Denn nach all dem streben die Heiden in der Welt.
Euer Vater weiß, dass ihr das braucht.
Vielmehr sucht sein Reich;
dann wird euch das andere dazugegeben.
Fürchte dich nicht, du kleine Herde!
Denn euer Vater hat beschlossen,
euch das Reich zu geben.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Evangelienperikope ist ein Lehrgedicht in 3 Strophen über die Sorglosigkeit. Es stammt aus der sog. Redenquelle. Lukas hat es nach dem Gleichnis vom Mann, der sein Leben vergeblich durch Reichtum absichern will, eingeordnet.
Die 1. Strophe streicht die Nutzlosigkeit der Sorge um das Leben, den Leib und die Nahrung hervor. Nach Ansicht der damaligen Medizin kann niemand weder seine Lebensdauer noch seine Körpergröße verlängern. Das Leben liegt in Gottes Hand. Dies wird durch den Vergleich mit den Raben unterstrichen. Den Juden galten diese als unrein. Sie wurden obendrein als die verlassensten Tiere eingestuft, da sie von ihren eigenen Eltern vernachlässigt würden („Rabeneltern“). Und dennoch sorgt Gott für sie…
Die 2. Strophe zieht zum Vergleich die Lilien heran, mit deren Pracht sich nicht einmal der israelit-ische „Sonnenkönig“ Salomon messen kann. Wenn Gott sie so großartig kleidet, wie viel mehr euch, ihr Kleingläubigen…
In der 3. Strophe fordert Jesus seine Jünger auf, für das Reich Gottes Sorge zu tragen. Das ist ihr erster Auftrag. Alles andere werden sie aus der Hand des Vaters empfangen.
Dem Trachten nach Reichtum und der ängstlichen Sorge um Selbstsicherung (Lk 12,13-21) wird in diesem Text das vom Vertrauen auf Gott getragene Trachten nach seinem Reich gegenübergestellt.
Der kunstvoll gegliederte Abschnitt (rahmende Erzählung, parallel formulierte gleichnisartige und weisheitliche Unterweisung) leitet die Leser an, die Grundlosigkeit ihrer ängstlichen Sorge zu erkennen und frei zu bleiben für die Erwählung. Die Textsorte (eine Art Lehrgedicht) verbietet es, darin eine schwärmerische, naive Ablehnung jeglichen Sorgens ausgesprochen zu finden. Lk hat die Vorlage (aus der Redequelle Q) besonders durch ihre Einordnung nach dem Gleichnis und den erweiterten Abschluss als Trostwort und Mahnung an kleinmütige, verängstigte Jünger in der Urkirche gestaltet. Der schon im Blick auf die Christen erfolgten Zusammenstellung ursprünglich getrennt überlieferter Worte liegen Jesu eigene Warnung vor ängstlichem Sorgen sowie deren gleichnisartige Motivierung zugrunde.
Für die urkirchlichen Leser, besonders für die Wandermissionare, wie auch für heutige Christen ist dieser Text ein Beleg für Jesu meditierendes Gewahrwerden von Zusammenhängen in der Natur. Es ist zugleich eine Aufforderung, alle Sorgen und Ängste jeweils im größeren Zusammenhang des geschenkten Lebens, der ganzen Welt und der Umsorgung durch den Vater zu betrachten, um so für die einem jeden abverlangte Sorge um das Reich Gottes freizubleiben. Die Empfehlung des Schätzesammelns für Gott setzt die Hoffnung auf individuelle Entgeltung durch geschenkhaften Lohn voraus.
Jesus stellt klar, dass er den Sinn des Lebens nicht in materiellen Gütern sieht. Er warnt vor Habgier. Seine Antwort ist die Beispielerzählung vom reichen Kornbauern, der "nur für sich Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist" (V. 21).
Das Selbstgespräch, die Gedanken des Bauern, in denen sechsmal das Wort "ich" vorkommt, zeigt, dass er nur auf sich selber schaut und sehr egoistisch denkt. Er kreist um seine Vorräte, seine Lebenssattheit und Absicherung.
Doch seine selbstsicheren Zukunftsplanungen werden durch den plötzlichen Tod zunichte gemacht. Der Tod, der uns alle auf einmal "gleich" macht. Der Gedanke, das Ziel der Lebensabsicherung hat sich als Torheit erwiesen.
Die Frage stellt sich massiv: "Was oder wer gibt wirklichen Sinn über den Tod hinaus?"
Sammelt euch Schätze, die vor Gott reich machen! Was damit gemeint ist, mit diesem "reich-sein" vor Gott läßt das Evangelium offen.
Vielleicht ist unser Leben, d. h. Geben und Nehmen, das Haben und Loslassen, jetzt schon eine Erfahrung, dass ich Sinn und Zufriedenheit hier und jetzt schon finden kann.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas:
In jener Zeit
sagte zu seinen Jüngern:
Deswegen sage ich euch:
Sorgt euch nicht um euer Leben,
was ihr essen sollt,
noch um euren Leib,
was ihr anziehen sollt!
Denn das Leben ist mehr als die Nahrung
und der Leib mehr als die Kleidung.
Seht auf die Raben:
Sie säen nicht und ernten nicht,
sie haben keine Vorratskammer
und keine Scheune;
und Gott ernährt sie.
Wie viel mehr seid ihr wert als die Vögel!
Wer von euch
kann mit all seiner Sorge sein Leben
auch nur um eine kleine Spanne verlängern?
Wenn ihr nicht einmal etwas so Geringes könnt,
warum macht ihr euch dann Sorgen um das Übrige?
Seht euch die Lilien an, wie sie wachsen:
Sie arbeiten nicht und spinnen nicht.
Doch ich sage euch:
Selbst Salomo war in all seiner Pracht
nicht gekleidet wie eine von ihnen.
Wenn aber Gott schon das Gras so kleidet,
das heute auf dem Feld steht
und morgen in den Ofen geworfen wird,
wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
Und darum auch ihr:
Sucht nicht,
was ihr essen und was ihr trinken sollt,
und ängstigt euch nicht!
Denn nach all dem streben die Heiden in der Welt.
Euer Vater weiß, dass ihr das braucht.
Vielmehr sucht sein Reich;
dann wird euch das andere dazugegeben.
Fürchte dich nicht, du kleine Herde!
Denn euer Vater hat beschlossen,
euch das Reich zu geben.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Evangelienperikope ist ein Lehrgedicht in 3 Strophen über die Sorglosigkeit. Es stammt aus der sog. Redenquelle. Lukas hat es nach dem Gleichnis vom Mann, der sein Leben vergeblich durch Reichtum absichern will, eingeordnet.
Die 1. Strophe streicht die Nutzlosigkeit der Sorge um das Leben, den Leib und die Nahrung hervor. Nach Ansicht der damaligen Medizin kann niemand weder seine Lebensdauer noch seine Körpergröße verlängern. Das Leben liegt in Gottes Hand. Dies wird durch den Vergleich mit den Raben unterstrichen. Den Juden galten diese als unrein. Sie wurden obendrein als die verlassensten Tiere eingestuft, da sie von ihren eigenen Eltern vernachlässigt würden („Rabeneltern“). Und dennoch sorgt Gott für sie…
Die 2. Strophe zieht zum Vergleich die Lilien heran, mit deren Pracht sich nicht einmal der israelit-ische „Sonnenkönig“ Salomon messen kann. Wenn Gott sie so großartig kleidet, wie viel mehr euch, ihr Kleingläubigen…
In der 3. Strophe fordert Jesus seine Jünger auf, für das Reich Gottes Sorge zu tragen. Das ist ihr erster Auftrag. Alles andere werden sie aus der Hand des Vaters empfangen.
Dem Trachten nach Reichtum und der ängstlichen Sorge um Selbstsicherung (Lk 12,13-21) wird in diesem Text das vom Vertrauen auf Gott getragene Trachten nach seinem Reich gegenübergestellt.
Der kunstvoll gegliederte Abschnitt (rahmende Erzählung, parallel formulierte gleichnisartige und weisheitliche Unterweisung) leitet die Leser an, die Grundlosigkeit ihrer ängstlichen Sorge zu erkennen und frei zu bleiben für die Erwählung. Die Textsorte (eine Art Lehrgedicht) verbietet es, darin eine schwärmerische, naive Ablehnung jeglichen Sorgens ausgesprochen zu finden. Lk hat die Vorlage (aus der Redequelle Q) besonders durch ihre Einordnung nach dem Gleichnis und den erweiterten Abschluss als Trostwort und Mahnung an kleinmütige, verängstigte Jünger in der Urkirche gestaltet. Der schon im Blick auf die Christen erfolgten Zusammenstellung ursprünglich getrennt überlieferter Worte liegen Jesu eigene Warnung vor ängstlichem Sorgen sowie deren gleichnisartige Motivierung zugrunde.
Für die urkirchlichen Leser, besonders für die Wandermissionare, wie auch für heutige Christen ist dieser Text ein Beleg für Jesu meditierendes Gewahrwerden von Zusammenhängen in der Natur. Es ist zugleich eine Aufforderung, alle Sorgen und Ängste jeweils im größeren Zusammenhang des geschenkten Lebens, der ganzen Welt und der Umsorgung durch den Vater zu betrachten, um so für die einem jeden abverlangte Sorge um das Reich Gottes freizubleiben. Die Empfehlung des Schätzesammelns für Gott setzt die Hoffnung auf individuelle Entgeltung durch geschenkhaften Lohn voraus.
Die gegenwärtigen Krisen machen uns mehr als in anderen Jahren bewusst, wie sehr wir aufeinander angewiesen sind und einander zu danken haben. Sie können uns aber auch bewusstmachen, wem wir unser Leben und unsere Lebensgüter ver-danken. Mitauslöser der gegenwärtigen Krisen sind auch die weltweit herrschenden Ungerechtigkeiten. Zum Danken kommt das Denken an jene, die nicht am großen Segen Gottes teilhaben.
Die Coronakrise hat uns gezeigt, dass viele Personen in unserer Gesellschaft an wichtigen Posten tätig sind, die wir im Alltag oft gar nicht wahrnehmen und oft auch nicht ausreichend wertschätzen: Kassierinnen im Supermarkt, Pflegerinnen und Pfleger im Gesundheitsdienst, die Leute von der Müllabfuhr, um nur einige zu nennen. "Systemrelevant" zu sein ist eine Auszeichnung geworden.
Sichtbar geworden sind auch eine Vielzahl von Experten, von denen wir zuvor kaum gehört haben, die sonst in stillen Hinterzimmern Dinge wie z.B. Viren erforschen oder Modellrechnungen anstellen und Notfallspläne entwerfen. In der Krise hat sich der Öffentlichkeit gezeigt, wie wichtig ihre Tätigkeit ist.
Es ist uns bewusst geworden, wie sehr wir auf einander angewiesen und voneinander abhängig sind. Unser tägliches Leben baut auf eine Vielfalt an Kompetenzen auf, die es zu entwickeln und zu erhalten gilt. Meist werden sie nicht bewusst wahrgenommen.
Ähnliches gilt auch für unsere Lebensmittel. Im Supermarkt vergleichen wir die Angebote und Preise, wir nehmen aber nur selten die vielen Menschen wahr, die mit ihrem Können und Wissen dahinterstehen und dafür sorgen, dass wir in den Genuss all dessen kommen. Als Kunden fühlen wir uns als Könige, als die Anschaffer, weil wir das alles ohnehin bezahlen. Da uns die Vielfalt der Angebote ständig zur Verfügung steht, haben wir den Blick dafür verloren, dass dies gar nicht so selbstverständlich ist. Weil wir dafür bezahlen und arbeiten, ist uns entschwunden, dass genaugenommen alles, was wir zum Leben gebrauchen, genauso wie das Leben selbst geschenkt ist, Gabe Gottes.
Das Reden von einer Gabe Gottes tragen heute viele Menschen nicht mehr mit. Sie reden lieber von der Natur, die unser Leben trägt und erhält. Die Klimakrise hat uns bewusstgemacht, dass wir durch unkritischen Umgang mit den natürlichen Gegebenheiten wichtige Zusammenhänge in der Natur durcheinanderbringen und sogar das Klima der ganzen Welt in eine lebensbedrohende Richtung verändert haben.
Wir erleben uns als die großen Könner und Macher, die alles produzieren, was wir zum Leben brauchen. Wir haben viele Dinge entwickelt, die das Leben angenehmer machen und lebenswerter erscheinen lassen. Dabei haben wir übersehen, dass wir natürliche Kreisläufe unterbrechen, begrenzte Ressourcen ohne Rücksicht auf die Nachwelt ausbeuten und vergeuden.
Wem verdanken wir unser Leben, die Lebensgrundlagen, die Lebensmittel? Dadurch, dass so viele Menschen an der Herstellung der Lebensmittel beteiligt sind, werden wir verleitet zu glauben, wir hätten sie gemacht. Wir verlieren das Gespür dafür, dass all das uns zuvor geschenkt worden ist.
Die Wirtschaftskrise - ausgelöst und verschärft durch die Corona-Pandemie und die Klimaveränderungen - konfrontiert uns noch mit weiteren Fragen, die für unser Überleben wichtig sind, wie die der gerechten Verteilung der Lebensgüter und des wirtschaftlichen Fortschritts der Reichen auf Kosten der Armen.
In jedem Herbst feiern wir ein scheinbar veraltetes Fest: Erntedank. Wir danken Gott für die Früchte der Erde. Hinzu kommt der Dank für die menschliche Arbeit. In agrarisch geprägten Gemeinden wird dieses Fest mit großem Prunk und in großer Festesfreude begangen. Es ist aber ein Fest nicht nur für Bauern und Gärtner. Alle, die die Früchte der Erde genießen, haben Grund zu danken: dem Schöpfer aber auch den vielen, die an der Bereitstellung der Nahrungsmittel mitwirken.
Es ist aber nicht nur ein Fest des Dankens. Es ist auch ein Fest, das uns zu denken gibt. Wir tun gut daran innezuhalten und uns bewusst zu machen, wie abhängig wir von dem sind, was wir der Mutter Erde abringen oder gläubig ausgedrückt, was wir dem Schöpfer verdanken. Mehr als in anderen Jahren machen uns die gegenwärtigen Krisen in diesem Jahr bewusst, wie viel wir einander verdanken durch das Mitwirken eines jeden an unserem Wohlstand. Wir tun gut daran, auch diesen Dank einmal bewusst allen auszusprechen, die sich aufbauend in das Leben der Gesellschaft einbringen; dieses Jahr ganz besonders denen, die infolge der Krisen besonderen Belastungen ausgesetzt sind.
Vergessen wir aber auch nicht, über den sprichwörtlichen Tellerrand hinauszuschauen auf die Teller derer, die nur sehr dürftig gefüllt oder gar leer sind. Es wäre ein scheinheiliger Dank, wenn wir die Fragen nach der gerechten Verteilung der Lebensgüter ausblendeten und wenn wir auf all jene vergäßen, die keinen Zugang zu dem haben, was Gott uns allen geschenkt hat.
Die ökotheologischen australischen Handreichungen von Pater Charles Rue für die Sonntage im September, die ins Lesejahr A fallen können, sind als Denkanstöße ins Deutsche übersetzt.
"SchöpfungsZeit 2020 - 23. Sonntag im Lesejahr A in der Liturgie der Römisch-katholischen Kirche" - als PDF herunterladen
Mehr Information zur SchöpfungsZeit und zum Verein oeku Kirche und Umwelt finden Sie unter folgendem Link:
https://www.oeku.ch/de/schoepfungszeit.php
Die ökotheologischen australischen Handreichungen von Pater Charles Rue für die Sonntage im September, die ins Lesejahr A fallen können, sind als Denkanstöße ins Deutsche übersetzt.
"SchöpfungsZeit 2020 - 24. Sonntag im Lesejahr A in der Liturgie der Römisch-katholischen Kirche" - als PDF herunterladen
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Die ökotheologischen australischen Handreichungen von Pater Charles Rue für die Sonntage im September, die ins Lesejahr A fallen können, sind als Denkanstöße ins Deutsche übersetzt.
"SchöpfungsZeit 2020 - 25. Sonntag im Lesejahr A in der Liturgie der Römisch-katholischen Kirche" - als PDF herunterladen
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https://www.oeku.ch/de/schoepfungszeit.php
Die ökotheologischen australischen Handreichungen von Pater Charles Rue für die Sonntage im September, die ins Lesejahr A fallen können, sind als Denkanstöße ins Deutsche übersetzt.
"SchöpfungsZeit 2020 - 26. Sonntag im Lesejahr A in der Liturgie der Römisch-katholischen Kirche" - als PDF herunterladen
Mehr Information zur SchöpfungsZeit und zum Verein oeku Kirche und Umwelt finden Sie unter folgendem Link:
https://www.oeku.ch/de/schoepfungszeit.php
Die ökotheologischen australischen Handreichungen von Pater Charles Rue für die Sonntage im September, die ins Lesejahr A fallen können, sind als Denkanstöße ins Deutsche übersetzt.
"SchöpfungsZeit 2020 - 27. Sonntag im Lesejahr A in der Liturgie der Römisch-katholischen Kirche" - als PDF herunterladen
Mehr Information zur SchöpfungsZeit und zum Verein oeku Kirche und Umwelt finden Sie unter folgendem Link:
https://www.oeku.ch/de/schoepfungszeit.php
Wir haben viele Gründe zu danken und dankbar zu sein. Eine Dankbare Haltung verändert unsere Einstellung zum Leben. Dankbarkeit ist ein Lebenselixier, lässt Traurigkeit überwinden, bringt Sonne und Wärme in unser Gemüt.
Wenn wir auf das Leben zurückschauen, merken wir, dass wir mehr Grund zu danken als zu bitten haben. Mein verstorbener Bruder hat in seinem Testament geschrieben: „Gott ist der Geber aller guten Gaben. Wir haben nichts, was wir nicht empfangen haben.“ Aus diesem Grund ist „Dankbarkeit die Mutter aller Tugenden“ (Cicero).
Einsicht macht dankbar. Wer denkt, der dankt. Nicht das Glück, sondern die Dankbarkeit ist die Quelle wahrer Lebensfreude. Dank ist ein Lebenselixier. Wissenschaftliche Untersuchungen haben nachgewiesen, dass unser Hormonsystem positiv auf die Haltung der Dankbarkeit reagiert. Eine Frau hat mir erzählt, dass für sie die Dankbarkeit ein Anker ist, der ihr hilft über schlechte Zeiten hinwegzukommen. Positives Denken und Dankbarkeit verändern unser Leben. Ich kann mich noch sehr gut an eine Stunde in der Volksschule erinnern. Der Lehrer fragte uns: „Wie viele Personen haben für uns gearbeitet, damit die Mama das Frühstück auf den Tisch stellen konnte?“ Da mussten der Bäcker, der Bauer, der Fleischer, der Händler und viele andere am Werk sein. Da kommt Dankbarkeit auf.
Damit Dankbarkeit wächst, müssen wir unseren Blick für die Realität öffnen: Kein Mensch kann alles und hat alles. „Jeder ist für den anderen geboren“, sagt ein afrikanisches Sprichwort. Es ist auch so, dass kein Mensch für sich stirbt (Röm 14,7). Der dänische Philosoph Kierkegaard sagt daher: „Es lohnt sich erst dann zu leben, wenn man eine Idee hat, für die es sich lohnt zu sterben“. Ich bin reich, wenn ich all die Dinge zähle, die ich für Geld nicht kaufen kann. Zum Beispiel Liebe und Wohlwollen, Hingabe und Eifer, Ausdauer und Fleiß, Gelassenheit und Geduld.
Das irdische und das ewige Leben kann der Mensch sich nicht selbst geben. Das Wichtigste gibt es nicht um Geld. Wenn wir jeden Tag in unser Tagebuch das Gute aufschreiben, das wir erlebt haben, haben wir immer Grund zum Danken. Dann wird die Geschichte unseres Lebens eine Sammlung schöner Erlebnisse, Eindrücke und Freundschaften sein.
Wenn es einmal im Leben kriselt, Undankbarkeit aufkommt, dann denken wir daran: die besten Ärzte der Welt sind Dr. Ruhe, Dr. Humor und Dr. Fröhlich oder Frau Dr. Musica. Aber der Arzt aller Ärzte ist Gott selbst. Er ist der Geber alles Guten. Er schenkt uns so viele Feste: Weihnachten, Ostern, Pfingsten und viele andere. Der Benediktinermönch David Steidl-Rast sagt. „Wäre das Wort „Danke“, das einzige Gebet, das du je sprichst, so würde es genügen“. Für mich ist Dankbarkeit ein Lebenselixier, lässt Traurigkeit überwinden, bringt Sonne und Wärme in unser Gemüt.
Immer mehr entdecken wir, wie wichtig eine gesunde Natur ist und wie gut sie uns tut. Gleichzeitig nutzen wir die Ressourcen der Erde über die Grenzen des Verantwortlichen hinaus aus. Der Blick auf den Schöpfer kann uns das rechte Verhältnis zur Schöpfung bringen.
Mit den Fingern essen gilt als unschicklich. Kinder zeigen uns, wie wichtig tasten und fühlen auch beim Essen ist. Tasten und Fühlen bringt uns in einen intensiveren Kontakt mit unseren Speisen und ihrer Herkunft. Sie können uns auch zu unserem Schöpfer hinführen.
Das Erntedankfest ist ein Anlass für den Überfluss, in dem wir leben zu danken. Der Dank beinhaltet aber auch Bitten an Gott und die Mitmenschen und die Herausforderung auch das wechselseitige Vertrauen in der Gesellschaft zu fördern. Grundlage dieses Vertrauens ist das Vertrauen in Gott.
Auch wenn unwetterbedingt Ernteausfälle zu beklagen sind und betroffene Bauern damit in beträchtliche Nöte geraten sind, leben wir insgesamt im Überfluss. Beim Einkaufen werden wir von den Ernteausfällen gar nichts bemerken. Wir haben einen Überfluss an Lebensmitteln, und es steht uns ein Warenangebot zur Verfügung wie noch nie zuvor. Fast könnten wir uns sorglos zurücklehnen wie der Gutsbesitzer im Lukasevangelium (Lk 12, 19) und sagen: "Ruh dich aus, iss und trink und freu dich des Lebens!" und vergessen, dafür Gott zu danken.
Wenn wir genauer hinschauen, haben wir auch einen Überfluss an Problemen, über die wir nicht hinwegschauen dürfen: Nicht alle Menschen haben teil am Überfluss. Viel zu viele leiden noch bittere Armut und Hunger. Sie sind nicht fähig, aus eigener Kraft ihrer Not zu entkommen. Wer wird ihnen helfen? Wie können gerechtere politische und ökonomische Verhältnisse geschaffen werden?
Seit Jahren beobachten wir klimatische Veränderungen, von denen wir nicht genau sagen können, wodurch sie verursacht werden. Es besteht der dringende Verdacht, dass unser unbedachtes Leben im Überfluss diese mitverursacht. Und es ist zu befürchten, dass wir erst am Anfang einer Entwicklung stehen, die wieder vor allem die Ärmsten am härtesten trifft. Millionen von Menschen sind auf der Flucht vor Kriegen wie auch vor Dürre- und Hungerkatastrophen.
Kopfzerbrechen bereiten uns auch der Einsatz chemischer Mittel bei der Produktion von Lebensmitteln und der Ausstoß von Schadstoffen seitens der Industrie, die unsere Umwelt belasten.
Erntedank ist ein Innehalten am Ende der Erntezeit. Wir danken Gott für die Fülle der Lebensmittel, die uns zur Verfügung stehen. Wir danken bei dieser Gelegenheit auch allen Menschen, die in der Erzeugung von Lebensmitteln mitarbeiten. Darüber hinaus danken wir allen, die sich dafür einsetzen, dass möglichst viele Menschen gut leben können.
Unser Dank ist zugleich auch eine Bitte: Eine Bitte an den Schöpfer, dass er auch in Zukunft wachsen lässt, was wir zum Leben brauchen.
Mit unserem Dank bitten wir auch alle, die an der Herstellung und Verteilung von Lebensmitteln mitwirken, dass sie sich ihrer Verantwortung für die Gesundheit und das Wohl aller Menschen bewusst sind.
Mit unserem Dank verbinden wir aber auch Bitten an jeden einzelnen Nutznießer des Überflusses an Gütern: Vergessen wir jene nicht, die vom Reichtum unserer Zivilisation ausgeschlossen sind, auch wenn wir für ihre Nöte keine schnellen Lösungen bereit haben.
Auch wir tragen Mitverantwortung für unsere Umwelt und für die Zukunft unseres Planeten, auch wenn uns unsere Mitverantwortung zeitweise überfordert und wir uns nicht gerne daran erinnern lassen. Erntedank ist auch die gegenseitige Bitte an uns alle, dass wir unsere Augen nicht vor den Problemen verschließen und uns+ am gesellschaftlichen Dialog, der diesbezüglich notwendig ist, teilnehmen.
Neben der Aufforderung zu Danken und den damit verbundenen Bitten beinhaltet das Erntedankfest noch eine dritte Aufforderung an uns alle: Es gilt das Vertrauen zu stärken, das Vertrauen in Gott wie auch das Vertrauen in unsere Mitmenschen. Dies scheint mir in einer Zeit, da nicht wenige Kräfte Interesse daran haben, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu destabilisieren, erneut wichtig. Wechselseitiges Vertrauen ist ein hohes Gut, das nicht von selbst entsteht sondern wie unsere Erntefrüchte dem Wachstum unterworfen ist. Es fällt nicht vom Himmel. Und es kann auch zugrunde gehen, "verfaulen" oder zerstört werden.
Die biblischen Texte (z.B. Dtn 6,4-12 oder Ez 36,1-12) werden nicht müde in Erinnerung zu rufen, wie Gott uns bisher getragen und ernährt hat. Sie möchten in den Lesern und Hörern das Vertrauen stärken, dass Gott auch in Zukunft für uns sorgen wird, auch wenn wir selbst unseren Teil dazu beitragen müssen.
Das Zusammenwirken der Menschen ist keine Selbstverständlichkeit. Es treten immer wieder Kräfte auf, die Zwietracht, Neid und Hass säen, die Menschen entzweien und daran hindern, an einem gemeinsamen Strang zu ziehen. Ich halte es für wichtig und notwendig, dass sich alle Menschen über die Grenzen von religiösen, ideologischen und nationalen Interessen hinweg vernetzen und jenen entschlossen entgegentreten, die einer friedlichen und gerechten Zukunft für alle Menschen entgegenarbeiten.
Vertrauen kann wachsen, wenn wir uns immer wieder all das Positive vor Augen halten, das durch Zusammenhalt und dauerhaften Frieden möglich geworden ist. Reiche Ernten auch in Zukunft sind am meisten bedroht durch persönliche und nationale Egoismen, die zu Krieg und Terror führen. Hier entgegenzuwirken ist auch unsere Herausforderung.
Unser Gehörsinn ist oft einseitig getrimmt auf Geräusche, die für unseren Alltag Bedeutung haben. Das Erntedankfest und dessen diesjähriges Motte lädt uns ein, unser Ohr für die Geräusche der Schöpfung zu schärfen.
Es ist uns ein Bedürfnis, Gott für alles zu danken, was er uns zum Leben gibt. Eine Form des Dankens ist das Teilen. Es macht uns reicher, schenkt Freude.
Das Motto des Erntedanksonntags wurde übernommen von der OeKU, der ökumenischen Arbeitsstelle Kirchen und Umwelt in der Schweiz. Bei dieser Stelle können unter www.oeku.ch auch weitere Materialien zum Thema und für die Schöpfungszeit vom 1.9. bis zum 4.10. bezogen werden. Die OeKU schreibt zum diesjährigen Motto: Die Alpen gehören mit etwa 30 000 Tier- und 13 000 Pflanzenarten zu den artenreichsten Gebieten Europas. Die Leitidee für die landwirtschaftliche, touristische, energetische und verkehrsmäßige Nutzung der Bergwelt muss die Nachhaltigkeit sein. Das bedeutet, dass der Lebensraum Berge den künftigen Generationen möglichst intakt erhalten werden soll. So bleiben die Berge auch in Zukunft Ort für die spirituelle Erfahrung. Dafür dürfen auch Pfarreien und Kirchgemeinden eintreten.
Vielleicht waren manche von Ihnen schon einmal in den italienischen oder französischen Alpen zum Wandern. Wenn ja, dann ist Ihnen sicher der große Unterschied zu den schweizerischen, österreichischen und deutschen Alpen aufgefallen: In Italien und Frankreich sind die meisten Almen verwaist, die Almhütten eingefallen, die Weiden verbuscht und bewaldet. Die typischen Almlandschaften, die jahrhundertelang fast flächendeckend verbreitet waren, gibt es dort nicht mehr.
Womöglich werden manche spontan sagen: Da holt sich die Natur zurück, was der Mensch ihr mit der Rodung der Bergwälder einst genommen hat. Da wächst wieder eine „natürliche", nicht vom Menschen gestaltete Vegetation heran. Doch ist der Verlust der Almen so leicht abzuhaken? Kann man den Traditionsbruch, den das Verlassen der Almen darstellt, so einfach beiseiteschieben?
Historisch betrachtet ist die heutige Almlandschaft der Alpen im Wesentlichen im Hochmittelalter entstanden. Zwar gab es zum Beispiel auf dem Dachstein-Hochplateau schon von 1700 bis 900 vor Chr. eine bronzezeitliche Almwirtschaft mit 28 Almen, um die Arbeiter des Salzbergbaus in Hallstatt mit ausreichender Nahrung zu versorgen. Ohne die Almwirtschaft wäre der Bergbau dort gar nicht möglich gewesen. Daher fand an allen Bergbaustandorten in den Alpen bereits in dieser frühen Phase Almwirtschaft statt. Doch eine systematische und flächendeckende Erschließung der höheren Lagen zur Sommerbewirtschaftung war erst nötig, als die alpine Bevölkerung ihren Höchststand erreichte - und das war im 12. und 13. Jahrhundert. Seitdem sehen die Alpen unterhalb der Baumgrenze so aus, wie wir sie kennen.
Welche Bedeutung haben die Almen aber in einer modernen Industriegesellschaft? Warum kann man sie nicht einfach aufgeben? Warum setzen die nationalen Regierungen und die Europäische Union Fördermittel für die Almbewirtschaftung ein?
Natürlich ist das wundervolle Landschaftsbild am auffälligsten, das durch die Almen erzeugt wird: Statt eintöniger Berghänge, die flächendeckend bewaldet sind, ist der Wechsel von Wald und Almweide eine Wohltat für die Augen. Hinzu kommen die bunten Blumen auf den Almwiesen, die uns erfreuen. Das ist der schönste, aber zugleich der nebensächlichste Aspekt der Almen.
Ökologisch betrachtet von höchster Bedeutung ist die Funktion der Almen für die Artenvielfalt: Die Alpen gehören mit etwa 30 000 Tier- und 13 000 Pflanzenarten zu den artenreichsten Gebieten Europas. Eine große Zahl von ihnen kann in dieser Höhe nur dann leben, wenn sie nicht vom Wald verdrängt wird. Die Artenvielfalt der Berge ist menschengemacht.
Ursprünglich war die wichtigste Funktion der Almen die Lebensmittelgewinnung: Weil die Felder und Wiesen im Tal als Lebensgrundlage für die Bevölkerung nicht ausreichten, musste man auch die höheren Lagen erschließen und landwirtschaftlich nutzen. Heute haben wir eine so mühsame Erarbeitung von Lebensmitteln nicht mehr nötig, weswegen die Almwirtschaft ohne Fördermittel nicht mehr lebensfähig ist.
Dennoch verdanken wir der Almwirtschaft sehr viel, unter anderem unsere vielfältige und hochentwickelte Käsekultur: Seit einiger Zeit vergibt die Europäische Union für bestimmte Lebensmittel die sogenannte „geschützte Ursprungsbezeichnung". Diese besagt, dass Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung eines Produkts in einem bestimmten geographischen Gebiet nach einem dort traditionell anerkannten und festgelegten Verfahren erfolgen. In Österreich sind sechs von acht Lebensmitteln mit geschützter Ursprungsbezeichnung Bergkäsesorten, in Deutschland fünf von zwölf. Mit den Almen ginge ein zentrales Stück unserer Ernährungskultur verloren.
Liebe Schwestern und Brüder, Israel kennt keine Almen, die nur im Sommer bewirtschaftet würden. Das Klima ist so warm, dass man selbst auf den höchsten Bergen ganzjährig Landwirtschaft treiben kann. Deshalb ist Israel ein Volk der Berge. In den fruchtbaren Ebenen am Meer und am Jordan wohnen die Philister und die Kanaanäer. Die haben modernste Waffen, so dass die Israeliten sie nicht besiegen können. Also ziehen sie sich in die Berge zurück, wo sie nur schwer angegriffen werden können und weitgehend in Ruhe gelassen werden (Jdt 7,10). Ihre Gegner trösten sich damit, dass Israel nur in den Bergen stark ist, denn sie sagen: „Ihr Gott ist ein Gott der Berge" (1 Kön 20,23. 28).
Für Israel sind die Berge Lebensraum und Nahrungsquelle zugleich:
- ein Lebensraum der Tiere, denn „die hohen Berge gehören dem Steinbock, dem Klippdachs bieten die Felsen Zuflucht." (Ps 104,18).
- ein lebensnotwendiges Wasserreservoir, denn „du tränkst die Berge aus deinen Kammern, aus deinen Wolken wird die Erde satt." (Ps 104,13).
- die Kornkammer des Landes, denn „im Land gebe es Korn in Fülle. Es rausche auf dem Gipfel der Berge." (Ps 72,16).
Besonders aber ist die Fruchtbarkeit der Berge ein Sinnbild für das Leben des Volkes Israel, wie uns die Lesung aus dem Buch Ezechiel eindrücklich verdeutlicht (Ez 36): „Ihr aber, ihr Berge Israels, sollt wieder grün werden und Früchte hervorbringen für mein Volk Israel; denn es wird bald zurückkommen. Seht, ich wende mich euch wieder zu und dann ackert und sät man wieder auf euch und ich lasse viele Menschen dort leben, das ganze Haus Israel... Ich lasse viele Menschen und Tiere auf euch leben und sie werden sich vermehren und fruchtbar sein."
Mit der Deportation der Jerusalemer Oberschicht ins babylonische Exil waren die Berge verödet und wurden kaum noch landwirtschaftlich genutzt. Vier Jahrzehnte später prophezeit Ezechiel, dass dieser Zustand bald ein Ende hat. Das Bergvolk Israel darf in seine Berge zurückkehren. Aber Ezechiel richtet seine Botschaft nicht an die Menschen, sondern an die Berge: Ihnen verkündet er Heil und erneutes Wohlergehen. An sie denkt Gott ganz unmittelbar, als er sein Volk befreit.
Vor diesem Hintergrund wird es verständlich, warum Matthäus so viel Wert darauf legt, dass Jesus seine Predigt über die Fülle der Nahrung für Pflanzen und Tiere auf einem Berg verkündet. Wo sonst könnten die Israeliten so augenscheinlich an die Großzügigkeit des Vaters im Himmel erinnert werden wie dort, wo alles voll ist von Lebensmitteln? Wo sonst könnten sie die Sorglosigkeit und das Gottvertrauen besser lernen als dort, wo Gott ihnen Nahrung wachsen lässt?
Liebe Schwestern und Brüder, am heutigen Erntedanksonntag danken wir für alle Lebensmittel, die der Schöpfer in diesem Jahr hat wachsen lassen. Dazu gehören auch die würzige Bergbauernbutter, die geschmacksintensive Almenmilch und die vielen Käsesorten, die im Alpenraum produziert werden. Es ist großartig, dass es diese Lebensmittel gibt und dass sie anders schmecken als die Produkte aus dem Tal.
Aber danken heißt auch denken. Ohne unsere Unterstützung kann die Almwirtschaft nicht überleben. Wenn wir die Almen wertschätzen, sollten die Bergbauern und -bäuerinnen sie umweltbewusst pflegen, die SteuerzahlerInnen sie mit öffentlichen Mitteln unterstützen und die KonsumentInnen in ihrer Freizeit auf den Almen und im Alltag zuhause das essen und trinken, was dort produziert wird - zu fairen Preisen. Außerdem müssen wir auf der Hut sein, dass nicht immer mehr und größere Skipisten die lebendige Vielfalt der Almen verdrängen. Und schließlich sollte die Kirche in alpinen Gemeinden den Almauf- und abtrieb auch im 21. Jahrhundert selbstbewusst feiern: Als Bitte um und Dank für den gesunden, unfallfreien Aufenthalt von Mensch und Tier in großer Höhe.
In Italien und Frankreich sind die meisten Almen verwaist, die Hütten eingefallen, die Wiesen verbuscht und bewaldet. Die biblischen Texte erinnern uns daran, dass da ein wertvoller Lebensraum verlorengeht. Noch ist das bei uns nur vereinzelt der Fall. An uns allen - auch weit weg vom Gebirge - liegt es, den Lebensraum Berge für die Zukunft zu erhalten.
© Univ.-Prof. Dr. Michael Rosenberger, KTU Linz
In den 1960er-Jahren wurden in den Ferienmonaten hunderte von Kindern aus Berlin zur Erholung in die Steiermark eingeladen. Mehrere Jahre hindurch kam Ricardo auf den Hof meiner Eltern. Bei seinem ersten Aufenthalt war er erst fünf Jahre alt. Das anfängliche Heimweh war bald verflogen, denn bald hatte er gleich mehrere "Geschwister" und auf dem Bauernhof gab es für das Großstadtkind viel zu entdecken.
Meine Eltern hielten damals keine Kühe mehr. Die Milch holten wir bei den Nachbarn. Dort konnte Ricardo auch zusehen, wie die Nachbarin ihre Kühe mit den Händen melkte. Ihm war das nicht geheuer, denn daheim kam die Milch aus dem Kühlschrank. Und wenn keine mehr da war, kaufte man sie im Laden. Anfangs weigerte er sich daher, Milch von der Kuh zu trinken...
Weit entfernt von landwirtschaftlichen Produktionsverhältnissen sind heute nicht nur Großstadtkinder. Die meisten Menschen erleben keinen direkten Kontakt mehr zur Erzeugung von Lebensmitteln. Viele haben auch kaum eine Vorstellung davon, wie viel Arbeit, Mühe, Fachwissen und Sachkenntnis dazu notwendig ist. Die Lebensmittelproduktion ist eine unüberschaubare Technologie geworden. Wer darin mitarbeiten will, braucht eine gediegene und umfassende Ausbildung. Wir aber bezahlen im Supermarkt den uns vorgegebenen Preis und erhalten dafür, was wir haben wollen.
Erst in der Krise beginnen wir darüber nachzudenken, wo alles herkommt und dass nicht alles so selbstverständlich ist, wie es im Alltag erlebt wird. In der Krise müssen wir erst lernen, wie wir mit mageren Jahren zurechtkommen, denn in den fetten leben die meisten Menschen gedankenlos dahin.
Auch in anderen Bereichen haben wir grundlegende Zusammenhänge aus dem Blick verloren. Geld holt man sich vom Bankomaten. Wie es dort hineinkommt, weiß man bestenfalls vom Fernsehen. Dass es nicht immer fließt, sondern dass der Lohn manchmal nur langsam tröpfelt, und vor allem dass er meist hart erarbeitet werden muss, begreifen Kinder und Jugendliche oft erst sehr spät, manches Mal sogar zu spät...
Die Geldwirtschaft ist zu einer undurchschaubaren Technologie geworden. Der Zusammenhang mit der Wertschöpfung ist vielen aus dem Bewusstsein geraten. In der Krise versuchen vife Politiker an den Stellschrauben dieser Maschine ein wenig herumzuschrauben. Dies wird nicht viel bringen, solange wir nicht zugleich ein Gespür für Geldwert, Leistung und Warenwerte zurückgewinnen.
Im Herbst - so ist es vielerorts Brauch - feiern wir Erntedank. Dieses Fest erinnert uns daran, dass nicht alles so selbstverständlich ist, wie wir es im Alltag wahrnehmen. Die Milch kommt eben nicht nur aus dem Kühlregal und das Brot nicht nur vom Bäcker. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir ausreichend zu essen haben, unverdorbenes Wasser, gesunde Lebensmittel. Es ist nicht selbstverständlich, dass der Wirtschaftskreislauf funktioniert, dass aus den Bankomaten Geld kommt, dass Menschen sich anstrengen, forschen und ihr Wissen unmanipuliert weitergeben.
Wir haben Grund, allen dankbar zu sein, die ihre Kräfte und Begabungen in diesen großen Kreislauf einbringen. Und wir ahnen, dass hinter all dem ein geheimnisvoller Geber steht, dem es vor allen anderen zu danken gilt.
Menschen, die näher an der Natur leben oder gar von ihr abhängig sind, werden sich leichter tun, in diesen Dank einzustimmen. Denn sie wissen, dass alles miteinander verknüpft und verflochten ist und dass es letztlich einem Wunder gleichkommt, dass die Natur so Vielfältiges so reichlich hervorbringt.
Erntedank ist darüber hinaus Anlass, an all jene zu denken, die aus irgendeinem Grund an diesen Kreisläufen nicht teilhaben können. Etwa weil sie in einem Land oder in einer Gesellschaftsschicht leben, die von unserer modernen Zivilisation abgeschnitten sind, und sie deswegen hungern oder gar verhungern müssen. Die Spielregeln, nach denen Lebensmittel produziert und verteilt werden, sind von Menschen gemacht und sind oft sehr ungerecht. Das darf uns nicht ruhig schlafen lassen.
Erntedank ist auch Anlass, an jene Menschen zu denken, die aus irgendeinem Grund an den Arbeitsprozessen nicht teilnehmen können. Die Gründe dafür sind vielschichtig und nicht einfach zu lösen. Ohne Solidarität werden die Schattenseiten der Erfolgsgeschichte der modernen Weltwirtschaft nicht zu beseitigen sein.
Der schönste Dank ist das dankbare Genießen all dessen, was der Schöpfer uns geschenkt hat, und das Miteinander-Teilen. Beides kommt im Brotbrechen zum Ausdruck. Es ist kein Zufall, dass dieses Brotbrechen ein zentraler Ritus unseres Glaubens geworden ist und dass unsere Dankbarkeit dem Schöpfer und den Mitmenschen gegenüber in der Eucharistiefeier den innigsten Ausdruck findet.
Viele gläubige Menschen - nicht nur Christen - bringen ihre Haltung der Dankbarkeit auch im Tischgebet zum Ausdruck. Dieses macht uns die größeren Zusammenhänge, die in der Hektik des Alltag leicht untergehen, immer neu bewusst. Wir tun gut daran, diesen Brauch nicht verkümmern zu lassen.
Lieder
GL 81: Lobet den Herren alle, die ihn ehren
GL 86: Aus meines Herzens Grunde
GL 184: Herr, wir bringen in Brot und Wein
GL 187: Wir weihn der Erde Gaben
GL 382/Ö866: Ein Danklied sei dem Herrn
GL 385: Nun saget Dank und lobt den Herren (1. und 2. Str.)
GL 386: Laudate omnes gentes
GL 390: Magnificat
GL 392: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren
GL 402: Danket Gott, denn er ist gut
GL 403: Nun danket all und bringet Ehr
GL 405: Nun danket alle Gott
GL 406: Danket, danket dem Herrn (Kanon)
GL 409: Singt dem Herrn ein neues Lied
GL 411: Erde singe, dass es klinge
GL 412: Die Herrlichkeit des Herrn bleibe ewiglich (Kanon)
GL 421: Mein Hirt ist Gott der Herr
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden
GL 433,2 Schweige und höre
GL 462: Tanzen, ja tanzen wollen wir
GL 463: Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht
GL 466: Herr, dich loben die Geschöpfe
GL 467: Erfreue dich, Himmel, erfreue dich, Erde
GL 468 Gott gab uns Atem
GL 469: Der Erde Schöpfer und ihr Herr
GL 484: Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben
Psalmen und Kehrverse
GL 19,2/559: Sonnengesang des Franz von Assisi
GL 37: Der Herr ist mein Hirt - Mit Psalm 23 - VI.
GL 45: Der Herr krönt das Jahr mit seinem Segen - Mit Psalm 65 - VI.
GL 51: Wie groß sind deine Werke, o Herr, wie tief deine Gedanken - Mit Psalm 92 - I.
GL 58: Lobe den Herrn meine Seele. - Mit Psalm 104 - VIII.
GL Ö877: Wie schön ist es, dem Herrn zu danken - Mit Psalm 65 (GL 45,2) - VI.
Gott, unser Vater,
du sorgst für deine Geschöpfe.
Du hast dem Menschen die Erde anvertraut.
Wir danken dir für die Ernte dieses Jahres.
Nähre damit unser irdisches Leben
und gib uns immer das tägliche Brot,
damit wir dich für deine Güte preisen.
und mit deinen Gaben den Notleidenden helfen können.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB: Zum Erntedank
Guter Gott,
dir verdanken wir unser Leben und alles, was wir zum Leben brauchen.
Wir tragen dir unsere Bitten für alle, die mit uns diese Erde bewohnen, vor:
Wir bitten dich für alle,
die durch die gegenwärtigen Krisen besonderen Belastungen ausgesetzt sind.
Gib ihnen Kraft für ihren Einsatz zum Wohl aller.
Wir bitten dich für alle,
die vor Krieg, Verfolgung und Hungersnot geflohen sind und noch keine neue Heimat gefunden haben.
Lass sie wirksame und dauerhafte Hilfe erfahren.
Wir bitten dich für alle,
die ihren Arbeitsplatz verloren haben oder um ihre Arbeitsmöglichkeit bangen müssen.
Lass sie sozialen Rückhalt und Solidarität erleben.
Wir bitten dich für alle,
denen ein gerechter Lohn für ihre Arbeit vorenthalten wird.
Stärke in ihren Arbeitgebern das Bewusstsein für Gerechtigkeit.
Wir bitten dich für alle,
die an der Erzeugung von Lebensmitteln beteiligt sind.
Mache ihnen ihre Verantwortung für gesunde Nahrungsmittel und für eine heile Umwelt bewusst.
Wir bitten dich für unsere Verstorbenen.
Vergilt ihnen, was sie in ihrem Leben zum Gemeinwohl beitgetragen haben.
Dir, guter Gott,
gebührt unser Dank für das Leben, die Lebensfreude und die Lebensmittel.
Dir vertrauen wir uns und alle Geschöpfe an. - Amen.
Herr, unser Gott,
segne die Früchte der Erde,
die wir in Dankbarkeit darbringen.
Heilige Brot und Wein für das Opfer
und lass uns durch den Empfang deines Sakramentes
Frucht bringen,
die bleibt für das unvergängliche Leben.
Darum bitten wird durch Christus, unseren Herrn.
MB Zum Erntedank
Jetzt, Gott, willst du uns begegnen.
Jetzt willst du unser Herz berühren.
Jetzt willst du uns verwandeln wie Brot und Wein.
Rühre uns an,
rüttle uns auf,
verwandle uns,
damit wir deinem Ruf zur ökologischen Umkehr folgen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. – Amen.
(für Wortgottesfeiern)
Kehrvers:
Lobet den Herrn, preist seine Huld und Treue.
(GL 401)
Gepriesen bist du, Herr, unser Gott.
Alles, was du geschaffen hast, ist gut.
Kehrvers
Die Welt kündet deine Weisheit und Größe.
Der Mensch kann dich erkennen und dir dienen.
Kehrvers
Du lässt uns in der Sorge um die Welt nicht allein.
In Jesus Christus ist uns deine Liebe erschienen.
Kehrvers
Auf ihn hin ist alles geschaffen;
er schenkt uns die Fülle des Lebens.
Kehrvers
Er heilt die Wunden der Schöpfung
und gibt uns unzerstörbare Hoffnung.
Kehrvers
Er ist der Anfang einer neuen Schöpfung;
durch ihn willst du die Welt vollenden.
Kehrvers
Gepriesen bist du, Herr unser Gott,
durch ihn, Jesus Christus, deinen Sohn.
Im Heiligen Geist versammelt, stimmen wir ein
in den Lobgesang der himmlischen Chöre:
Danklied, z.B.: Dein Lob, Herr, ruft der Himmel aus... (GL 381)
(Nach: Wort-Gottes-Feier; Werkbuch für die Sonn- und Festtage; Hrsg. Liturg. Institute Deutschlands und Österreichs, Trier 2004, S. 180f)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn du hast die Welt mit all ihren Kräften ins Dasein gerufen
und sie dem Wechsel der Zeit unterworfen.
Den Menschen aber hast du
auf dein Bild hin geschaffen und
ihm das Werk deiner Allmacht übergeben.
Du hast ihn bestimmt,
über die Erde zu herrschen,
dir, seinem Herrn und Schöpfer, zu dienen
und das Lob deiner großen Taten zu verkünden
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten und
mit all den Scharen des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 5
Wir danken dir, heiliger, starker Gott.
Denn wunderbar sind deine Werke.
Die ganze Welt hast du erschaffen:
Die Sonne gibt uns Licht und Wärme.
Sie lässt das Korn und die Früchte reifen.
Blumen und Tiere, Wälder und Wiesen - alles ist für uns da.
Du gibst uns Menschen Verstand und Phantasie.
Wir bauen Häuser und Straßen.
Wir können Vieles erfinden, was uns das Leben leichter macht.
Darüber freuen wir uns, dafür danken wir dir, Vater.
Zusammen mit allen, die an dich glauben,
zusammen mit den Heiligen und den Engeln preisen wir dich und rufen:
Heilig…
Herr, von den Früchten deiner Schöpfung werden alle satt.
Du schenkst dem Menschen Brot von der Erde
und Wein, der sein Herz erfreut.
(vgl. Ps. 104,13-15)
Oder:
Aller Augen warten auf dich
und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.
Du tust deine Hand auf
und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen.
(Ps 145,15f)
Guter Gott
Wir danken Dir heute
für alle guten Gaben
für den Weg, den wir gemeinsam gehen
für alle Erfahrungen, die uns Zusammenhalten
für jedes Wort, das trägt, Mut macht und tröstet
für offene Augen und Ohren
für alle Herzen, die sich öffnen
und die Hände, die uns halten.
Wir danken dir
für den Tisch, um den wir versammelt sind
für Brot und Wein
für die köstlichen Gaben der Schöpfung
für alles, was uns am Leben erhält.
Wir verbinden uns mit allen Menschen
auf der weiten Welt
mit jedem Tier auf der Erde
mit dem Fisch im Wasser und dem Vogel in der Luft
mit jeder Blume die blüht
und jedem Samen der keimt
mit jedem Stein und jedem Berg
mit allem was du geschaffen hast
und was von deiner Gegenwart kündet.
Wir wissen uns in deiner Hand
denn du bist wie ein Vater, der Leben schenkt
und wie eine Mutter, die alles trägt und umfängt
in dir wissen wir uns geborgen
heute danken wir dir dafür.
Alles, unser Gott, kommt von dir
nichts geschieht von selbst
du hältst deine Hand über uns.
Wir danken dir heute dafür.
Dass es Tag wird durch den Lauf der Sonne
verdanken wir dir
und dass es Nacht wird
und die Mühen des Tages ein Ende finden.
Wir wissen
nichts ist selbstverständlich
was bei Tag oder Nacht geschieht.
Millionen Jahre waren ehe es uns gab
Jahrmillionen werden vielleicht nach uns sein.
Irgendwo in der Mitte
ein paar Sommer lang
leben wir.
Für diese Spanne Zeit danken wir dir.
Alles ist Geschenk für uns
alle Liebe, die wir geben oder empfangen dürfen
alle Lebenskraft, die uns erfüllt.
Alles, was uns an Gutem zufällt
ist deine Gabe.
Wir danken dir dafür
aus ganzen Herzen.
Guter Gott
du hast uns verheißen:
In Freude werdet ihr schöpfen
aus den Quellen des Heils.
Mit leeren Gefäßen sind wir gekommen
du hast sie gefüllt
mit Wasser für Wiesen und Felder
mit Wasser für Menschen und Tiere
mit dem Wasser, das uns ewiges Leben schenkt.
Mit leeren Händen sind wir gekommen
du hast sie gefüllt
mit Früchten von Wiesen und Feldern
mit Blumen aus Gärten und Wäldern
mit dem Brot, das uns ewiges Leben schenkt.
Mit leeren Herzen sind wir gekommen
du hast sie gefüllt
mit deinem Wort, das unsere Gemeinschaft stärkt
mit deinem Wort, das uns zur Liebe befähigt
mit dem Wort, das uns ewiges Leben schenkt.
Herr,
in dieser heiligen Feier
haben wir dir für die Ernte des Jahres gedankt.
Schenke uns als Frucht dieses Opfers die ewigen Güter,
welche die Erde nicht geben kann.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Zum Erntedank
Mein Gott,
wie schön ist deine Welt,
wie großartig ist deine Schöpfung,
wie wunderbar sind alle deine Werke.
Mein Gott,
wie überraschend bunt sind all die vielen Seiten
im großen Bilderbuch deiner Schöpfung.
Mein Gott,
wie geheimnisvoll ist das Wechselspiel
der von dir immer neu geschenkten Zeit
von Morgen und Abend, von Tag und Nacht.
Mein Gott,
wie zahlreich sind deine Fingerabdrücke
in den unterschiedlichsten Kunstwerken,
die du in der Natur geschaffen hast.
Mein Gott,
wie gewaltig und sanft sind die Kräfte
in den Schauspielen der Elemente von
Feuer und Wasser, Luft und Erde.
Mein Gott,
wie vielfältig und geistreich hast du
Farben und Formen
verteilt in Bäumen und Blumen,
Pflanzen und Tieren.
Mein Gott,
wie einzigartig und schön
hast du Gesicht und Wesen eines
jeden Menschen auf dieser Erde ersonnen.
Mein Gott,
ich stimme ein in die Sonnengesänge
und Loblieder aller deiner
Kreaturen in deiner schönen Welt.
Paul Weismantel in: Reinhard Kürzinger / Bernhard Sill, Das große Buch der Gebete. Über 800 alte und neue Gebetstexte für jeden Anlass. HOHE Verlag, Erfstadt. 2007.
1. Wir pflügen und wir streuen
den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen
steht in des Himmels Hand:
der tut mit leisem Wehen
sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen,
Wuchs und Gedeihen drauf.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt
und hofft auf ihn!
2. Er sendet Tau und Regen
und Sonn- und Mondenschein,
er wickelt seinen Segen
gar zart und künstlich ein
und bringt ihn dann behende
in unser Feld und Brot:
es geht durch unsre Hände,
kommt aber her von Gott.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm,
dankt und hofft auf ihn!
3. Was nah ist und was ferne,
von Gott kommt alles her,
der Strohhalm und die Sterne,
der Sperling und das Meer.
Von ihm sind Büsch und Blätter
und Korn und Obst von ihm,
das schöne Frühlingswetter
und Schnee und Ungestüm.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm,
dankt und hofft auf ihn!
4. Er läßt die Sonn aufgehen,
er stellt des Mondes Lauf;
er läßt die Winde wehen
und tut den Himmel auf.
Er schenkt uns so viel Freude,
er macht uns frisch und rot;
er gibt den Kühen Weide
und unsern Kindern Brot.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm,
dankt und hofft auf ihn!
Matthias Claudius, 1782

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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Es handelt sich um den ersten der beiden Schöpfungsberichte aus dem Buch Genesis. Er entstammt in seiner Endgestalt vermutlich der Zeit nach dem Babylonischen Exil, also frühestens der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts vor Christus. Ein zentrales Anliegen war es damals wohl zu zeigen, daß der Gott des kleinen, machtlosen Israel der Schöpfer des Himmels, der Erde und der Menschen ist.
Von seiner Gattung her ist der erste Schöpfungsbericht der Genesis eine "Kosmogonie", also eine Erzählung von der Entstehung des Kosmos. Allerdings darf er nicht als eine naturwissenschaftliche Darstellung im heutigen Sinn verstanden werden. Es handelt sich nicht um einen Tatsachenbericht, sondern es geht um eine theologische Aussage über Gott und sein Verhältnis zur Welt und zum Menschen. Wichtige Aspekte dieser Aussage seien im folgenden genannt:
1. Der Schöpfungsbericht ist das Bekenntnis, daß die Welt und der Mensch sich Gott verdanken und deshalb in guten Händen geborgen sind.
2. Die Schöpfung ist Gleichnis und Ausdruck Gottes. So wie ein Kunstwerk auf seinen Meister verweist, verweist die Welt auf ihren Schöpfer. Gott gibt der Welt seine Gutheit mit und will sie in ihr zur Geltung gebracht sehen.
3. In besonderer Weise gilt dies vom Menschen. Er wird als das Ebenbild Gottes bezeichnet (Gen 1:27). Im ganzen antiken Denken hat das Ebenbild engste Beziehung mit dem Urbild. Es ist gewissermaßen der Stellvertreter des Urbildes.
4. Zum menschlichen Sein gehört von Anfang an die Dimension der Gemeinschaft. Gerade in der Gemeinschaftlichkeit und im Aufeinander-verwiesen-sein von Mann und Frau ist der Mensch Ebenbild Gottes.
5. Gott als Schöpfer anzuerkennen heißt, auch die Verantwortung des Menschen für die Schöpfung zu sehen. Der sogenannte Herrschaftsauftrag (Gen 1:28) versetzt den Menschen in die Stellung eines Sachwalters. Er soll die Schöpfung sich aneignen und kreativ weiterführen. Wer den Herrschaftsauftrag des Menschen über die Schöpfung im Sinne von bloßer Selbstherrlichkeit auffaßt, mißversteht ihn. Der Mensch und die übrige Schöpfung bilden eine Solidargemeinschaft, da sie beide von Gott hervorgebracht sind. Außerdem wird der Herrschaftsauftrag in einem Segenswort übertragen. Das heißt: Nur unter den Bedingungen des Segens ist dieser Auftrag erfüllbar.
Für das Volk Israel war die Vorstellung von Gott als Schöpfer gegenüber der Vorstellung von Gott als dem geschichtsmächtigen Befreier aus der Knechtschaft Ägyptens lange Zeit eher zweitrangig, wiewohl freilich nicht unwichtig. Erst die frühe Kirche hat den Schöpfungsglauben zu einer vorrangigen Lehre gemacht: siehe Glaubensbekenntnis. In der Osternacht, die in vielerlei Hinsicht aufs Ganze geht, haben beide Sichtweisen des einen Gottes ihren Platz. Gott als der gute Schöpfer und der in der Geschichte wirkende Gott.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz