Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Íjob.
Der Herr antwortete dem Íjob aus dem Wettersturm
und sprach:
Wer verschloss das Meer mit Toren,
als schäumend es dem Mutterschoß entquoll,
als Wolken ich zum Kleid ihm machte,
ihm zur Windel dunklen Dunst,
als ich ihm ausbrach meine Grenze,
ihm Tor und Riegel setzte
und sprach: Bis hierher darfst du und nicht weiter,
hier muss sich legen deiner Wogen Stolz?
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Íjob.
Der Herr antwortete dem Íjob aus dem Wettersturm
und sprach:
Wer ist es, der den Ratschluss verdunkelt
mit Gerede ohne Einsicht?
Auf, gürte deine Lenden wie ein Mann:
Ich will dich fragen, du belehre mich!
Wo warst du, als ich die Erde gegründet?
Sag es denn, wenn du Bescheid weißt!
Wer setzte ihre Maße?
Du weißt es ja.
Wer hat die Messschnur über sie gespannt?
Wohin sind ihre Pfeiler eingesenkt?
Oder wer hat ihren Eckstein gelegt,
als alle Morgensterne jauchzten,
als jubelten alle Gottessöhne?
Wer verschloss das Meer mit Toren,
als schäumend es dem Mutterschoß entquoll,
als Wolken ich zum Kleid ihm machte,
ihm zur Windel dunklen Dunst,
als ich ihm ausbrach meine Grenze,
ihm Tor und Riegel setzte
und sprach: Bis hierher darfst du und nicht weiter,
hier muss sich legen deiner Wogen Stolz?
Kv: Danken sollen alle dem Herrn;
denn seine Huld währt ewig. – Kv
(Oder: Halleluja. Oder: GL 40,1)
Sie, die mit Schiffen das Meer befuhren, *
Handel trieben auf den großen Wassern,
die dort schauten die Werke des Herrn, *
seine Wundertaten in der Tiefe. – (Kv)
Sie stiegen empor zum Himmel, /
in die Urtiefen sanken sie hinab, *
sodass ihre Seele vor Not verzagte,
sie wankten und schwankten wie Betrunkene, *
verschlungen war all ihre Weisheit. – (Kv)
Sie schrien zum Herrn in ihrer Bedrängnis *
und er führte sie heraus aus ihren Nöten,
er machte aus dem Sturm ein Säuseln *
und es schwiegen die Wogen des Meeres. – (Kv)
Sie freuten sich, dass die Wogen sich legten, *
und er führte sie zum ersehnten Hafen.
Sie sollen dem Herrn danken für seine Huld, *
für seine Wundertaten an den Menschen. – Kv
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korínth.
Schwestern und Brüder!
Die Liebe Christi drängt uns,
da wir erkannt haben: Einer ist für alle gestorben,
also sind alle gestorben.
Er ist aber für alle gestorben,
damit die Lebenden nicht mehr für sich leben,
sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde.
Also kennen wir von jetzt an
niemanden mehr dem Fleische nach;
auch wenn wir früher
Christus dem Fleische nach gekannt haben,
jetzt kennen wir ihn nicht mehr so.
Wenn also jemand in Christus ist,
dann ist er eine neue Schöpfung:
Das Alte ist vergangen,
siehe, Neues ist geworden.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Um einer etwaigen Überinterpretation der zweiten Lesung aus dem Zweiten Korintherbrief zu entgehen, ist es wichtig, den Zusammenhang dieser Sätze mit dem vorangehenden Text zu beachten. Auf jeden Fall muss man sich davor hüten, die zweite Lesung aus dem Evangelium dieses Sonntags heraus zu interpretieren. Sie ist ja nicht zum Evangelium hinzu ausgesucht worden, sondern folgt einem fortlaufenden Lesezyklus.
Im Zweiten Korintherbrief verteidigt sich Paulus gegenüber Leuten, die Unruhe in die Gemeinde gebracht haben und seine Autorität in Korinth untergraben. Paulus legt ihnen in seinem Schreiben dar, wie er seinen Aposteldienst sieht und worauf er seinen Autoritätsanspruch begründet: Das eigentliche Motiv seines Aposteldienstes ist die Liebe Christi, die ihn überwältigt hat. Die Erkenntnis, dass Christus für ihn gestorben ist, hat sein Leben umgekehrt. Wie Christus nicht für sich selbst gelebt hat, so kann nun auch er nicht mehr für sich selbst leben. Sein Aposteldienst ist sein Leben für andere. Dies sollten alle begreifen, für die Christus gestorben ist. Alle Christen können von nun an nicht mehr für sich selbst leben. Sie sind durch Christus eine neue Schöpfung geworden.
Im Gegensatz zu den Argumenten seiner Widersacher in Korinth, die ihn wegen seiner menschlichen Unzulänglichkeiten angreifen, sollen Christen ihre Situation nicht mehr nur nach menschlichen Gesichtspunkten einschätzen. Die Wertschätzung eines Menschen leitet sich von nun an nicht in erster Linie von seinen Begabungen und Stärken ab, sondern ist von der Sichtweise des Glaubens vorzunehmen.
Der 2. Korintherbrief spiegelt das gespannte Verhältnis des Apostels Paulus mit der Gemeinde in Korinth wieder. Paulus sandte Titus als Vermittler nach Korinth und erwartete gespannt eine Nachricht. Schließlich reiste er seinem Schüler entgegen und erhielt gute Botschaft, die eine Versöhnung mit der Gemeinde einleitete.
Der 2. Korintherbrief gibt uns einige bedeutsame Aufschlüsse über das Selbstverständnis des Apostels. Er enthält auch einige wichtige Aussagen über die Beziehung zwischen Amt und Gemeinde.
Der vorliegende Textabschnitt zeigt auf, daß sich durch Tod und Auferstehung Jesu alles geändert hat: So wie Christus nicht mehr nach menschlichen Maßstäben eingeschätzt werden darf, so sollen auch unsere Mitmenschen nicht mehr mit menschlichen Augen betrachtet werden. Im Klartext: Nicht mehr das äußere Erscheinungsbild - nicht mehr der erste Eindruck zählt, sondern ein anderer: Der Maßstab Gottes. Er sieht nicht auf das Äußere, sondern auf das, was den Menschen ausmacht: Sein Inneres. Ein Mensch, der sich zu Christus bekennt, ist ein neuer Mensch, gedrängt von der Liebe Christi: eine neue Schöpfung.
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korínth.
Schwestern und Brüder!
So versuchen wir, erfüllt von der Furcht des Herrn,
Menschen zu gewinnen;
vor Gott stehen wir offen da.
Ich hoffe,
dass wir auch vor eurem Gewissen offen dastehen.
Damit wollen wir uns euch nicht wieder empfehlen,
sondern wir geben euch Gelegenheit,
rühmend auf uns hinzuweisen,
damit ihr denen entgegentreten könnt,
die sich äußerlich, nicht im Herzen rühmen.
Wenn wir nämlich von Sinnen waren,
so geschah es für Gott;
wenn wir besonnen sind,
geschieht es für euch.
Denn die Liebe Christi drängt uns,
da wir erkannt haben: Einer ist für alle gestorben,
also sind alle gestorben.
Er ist aber für alle gestorben,
damit die Lebenden nicht mehr für sich leben,
sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde.
Also kennen wir von jetzt an
niemanden mehr dem Fleische nach;
auch wenn wir früher
Christus dem Fleische nach gekannt haben,
jetzt kennen wir ihn nicht mehr so.
Wenn also jemand in Christus ist,
dann ist er eine neue Schöpfung:
Das Alte ist vergangen,
siehe, Neues ist geworden.
Halleluja. Halleluja.
Ein großer Prophet wurde unter uns erweckt:
Gott hat sein Volk heimgesucht.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
An jenem Tag,
als es Abend geworden war,
sagte Jesus zu ihnen:
Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren.
Sie schickten die Leute fort
und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg;
und andere Boote begleiteten ihn.
Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm
und die Wellen schlugen in das Boot,
sodass es sich mit Wasser zu füllen begann.
Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief.
Sie weckten ihn
und riefen:
Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?
Da stand er auf,
drohte dem Wind
und sagte zu dem See: Schweig,
sei still!
Und der Wind legte sich
und es trat völlige Stille ein.
Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst?
Habt ihr noch keinen Glauben?
Da ergriff sie große Furcht
und sie sagten zueinander: Wer ist denn dieser,
dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen?
Die Evangelienperikope ist dem Markusevangelium entnommen. Sie ist die erste von drei Erzählungen, die das Handeln Jesu in Vollmacht veranschaulichen, nachdem im vorausgehenden Abschnitt, in den Gleichnissen, das Lehren in Vollmacht demonstriert worden ist.
Gemeinsam ist den drei Erzählungen die Art, wie der Herr Vollmacht ausübt: Jesus tritt den Naturgewalten wie einem Dämon gegenüber und befiehlt: Schweig! Sei still!
Der dämonische Charakter der Naturgewalten wird noch durch den Anklang an Psalm 65,8 unterstrichen, wo es von Jahwe heißt: "Der du stillst das Tosen der Meere, das Tosen ihrer Wogen und das Tosen der Völker". In der ganzen Erzählung wird der Name dieses Mächtigen nicht genannt. Dies steigert noch seine geheimnisvolle Macht.
Dem Bild der tobenden Naturgewalten stehen die Bilder des schlafenden Meisters und der hilflosen Jünger gegenüber. Der Herr, der mitten in diesem Chaos ruhig schläft, vermittelt das vertrauensvolle Ruhen der Glaubenden in der Geborgenheit Gottes. Die Jünger - einige von ihnen sind Fischer und wüssten mit dem aufgewühlten See umzugehen - repräsentieren Menschen, die den dämonischen Chaosmächten ausgesetzt sind.
Vorwurfsvoll rufen die Jünger den Meister um Hilfe an. Dieser hilft und beruhigt die Naturgewalten durch sein Machtwort, fragt sie aber nach ihrem Glauben. In Furcht erschaudern sie vor dem, der die Macht hat, den dämonischen Mächten zu befehlen. Sie fragen: Was ist das für ein Mensch...? Dieses staunende, furchtvolle Fragen wird zu einem ersten Schritt zum Glauben.
Schon früh hat man in dieser Erzählung ein Bild für die Situation der jungen Kirche gesehen, die einer dämonischen, ihre Existenz bedrohenden Gegnerschaft ausgesetzt war. Der Herr ist bei ihr. Wenn sie wie er sich der Geborgenheit Gottes überlassen könnte, könnte sie ruhig bleiben wie er. Auch sie muss sich wie die Jünger die Frage stellen lassen: Habt ihr noch keinen Glauben?
Das nach altkirchlicher Überlieferung in Rom vom hl. Markus für Heiden und Heidenchristen um 70 nach Christus verfaßte älteste Evangelium, steht in zeitlichem Zusammenhang mit der Zerstörung Jerusalems und des dortigen Tempels. Der Evangelist sammelte Überlieferungen, Wundererzählungen, Gleichnisse und Geschichten Jesu, sowie Zeugnisse seiner Passion.
Im Erzählen des Wirkens und Schicksals Jesu will Markus eine deutliche Botschaft vermitteln: Gott hat durch diesen Jesus aus Nazareth seinen Willen offenbart: die Menschen zu retten. Jesus ist der von den Propheten im Alten Bund verheißene Messias, der Sohn Gottes. Die programmatische Botschaft Jesu findet sich zu Beginn des Evangeliums im ersten Kapitel, Vers 15: "Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!"
Das Evangelium des 12. Sonntags im Jahreskreis schließt an die Gleichnisreden Jesu (Mk 4,35 - 6,69 an und berichtet vom Wunder der Besänftigung des Sturmes auf dem See. Unabhängig von der Frage nach der historischen Tatsächlichkeit offenbart sich in dieser Erzählung die Macht Gottes. Gott spricht durch seine Taten zum Menschen. Das Wunder hat aber keinen Sinn, wenn der Mensch dieses "Sprechen" Gottes nicht hört, nicht sieht und versteht. Auch wenn es scheint, daß Gott angesichts der Schrecken und Grausamkeiten des Alltags schläft, tut er es nicht. er greift in das Schicksal der Welt ein, so daß letztlich nur die Frage bleibt: "Was ist das für ein Mensch" - und weil Jesus Gott ist: "Was ist das für ein Gott."
Die Erfahrung der Jünger Jesu, dass sie ihrem Meister auch in Seenot vertrauen können, ist ein Muster für den Umgang mit lebensbedrohenden Erfahrungen in unseren Lebensläufen. Glauben bedeutet nicht, dass uns nichts passieren kann. Glauben ist das Vertrauen, dass Gott unser Leben auch noch im tiefsten Punkt wenden kann.
Wie ein Torpedo eine Schiffswand erschüttert so wirkte die ärztliche Diagnose auf Bauchspeicheldrüsenkrebs. Den Patienten zog das Wissen um seine jetzige Situation wie Blei nach unten. Er erlebte sich wie ein untergehendes Schiff. Doch restliche Lebensgeister gaben nicht auf. Er begann eine Chemotherapie, die überdurchschnittlich gut verlief. Untergangsgefühle schwanden und Auftriebskräfte nahmen zu. Als die Infusionsserie beendet war, kam es zu einer Nachuntersuchung. Mit einfühlsamen Worten musste ihm seine Ärztin jedoch mitteilen: Die Therapie ist zwar ohne Probleme verlaufen, aber die gefährlichen Krebszellen sind nicht weniger geworden. Diese Worte wirkten wie ein Todesurteil. Circa zwei Wochen lang war der Kranke zu nichts mehr fähig. Wer weiß, was in ihm vor sich gegangen ist? Ein Facharzt versicherte ihm: Der weitere Verlauf der Krankheit lässt sich schmerzfrei gestalten.
Mit Respekt konnte ich feststellen, dass dieser Mann sein baldiges Lebensende annehmen konnte. Eine innere Ruhe kehrte ein. Offensichtlich kamen ihm Zusagen zu Hilfe, in denen er Größeres ahnte als seine eigenen Kräfte. In früheren bedrohlichen Situationen hat er aus Bitt- und Klagepsalmen Kraft geschöpft. Nicht zuletzt bestärkte ihn die Wahrheit aus dem heutigen Evangelium, dass unser Herr und Meister auch im schwankenden Boot und bei hereinstürzenden Wellen nahe bleibt.
Wer von uns könnte nicht zahlreiche Ereignisse dazulegen, die nervös und ratlos machten, die einem buchstäblich den Boden unter den Füßen wegzogen, wo Maßnahmen und auch Gebete nicht die gewünschte Besserung brachten?
Wie die Jünger im Boot bedrängt uns in solchen Situationen die Frage nach dem Warum. Die Jünger sind doch gute, gläubige Leute! Hat nicht Jesus selbst sie aufgefordert, ans andere Ufer zu fahren? Er befindet sich selbst im Boot und trotzdem geraten sie in große Gefahr.
In dieser Erzählung spiegeln sich auch die Erfahrungen der jungen Christengemeinden wider. Als winzige Glaubensgemeinschaft in einer heidnischen Umwelt kommen sie sich vor wie in einem kleinen Boot auf stürmischer See. Glaube und Gebet sind also keine Garantie, dass man von Stürmen des Lebens verschont bleibt.
Christus selber, die Jünger, und auch viele Heilige bestätigen, dass es in ihrem Leben stürmisch zuging. Denn ihr höchstes Ziel war nicht, dass alles in abgesicherten Bahnen verläuft, dass man eine ruhige Kugel schiebt, oder dass man vor Veränderungen und neue Herausforderungen verschont bleibt.
Was zum anderen Ufer, was zum Himmel führt, können wir von Christus ablesen. Jesus ist nicht beim Genuss seiner göttlichen Seligkeit stehen geblieben. Er hat sich auf den Weg gemacht zu uns Menschen und zu unseren Problemen und Schmerzstellen. Er wollte vordringen zu den Gescheiterten, Aufgegebenen und zu allen, die die Härte des Lebens voll getroffen hat. Er eckte an, als er Sabbatgebot, Reinheitsvorschriften und Lebensstil der Schriftgelehrten und Pharisäer korrigierte. Jesus drängte ans andere Ufer, wo die Menschen teilnahmslos um ihre eigene kleine Welt kreisten, anstatt ihre Fähigkeit füreinander in Umlauf zu bringen. Christus hätte alles bei Alten belassen können. Er hätte sich heftige Auseinandersetzungen, Ablehnung und schließlich das Kreuz ersparen können.
Es geht eben um mehr, als bloß den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen und ohne Schrammen durchs Leben zu kommen. Auf dieser Überfahrt wird den Jüngern einiges zugemutet. Unverständlich und geradezu unerträglich ist, dass die Jünger alle Hände voll zu tun haben, um nicht unterzugehen, ihr Meister aber schläft. Hier prallen die unterschiedlichen Ansichten am heftigsten aufeinander. Hier soll den Jüngern, hier soll auch uns etwas Neues aufgehen.
Sinngemäß deute ich diese Seelenruhe Jesu etwa so: Ihr habt euch auf mein Wort hin auf den Glaubensweg gemacht und seid mit mir ins Boot gestiegen, aber jetzt im Sturm und wo euch alles aus den Händen gleitet, meint ihr mit mehr Hektik und Tempo die Probleme in den Griff zu bekommen. Ihr vergesst, dass ich mitten in den Turbulenzen bei euch bin. Ihr billigt euren Ängsten mehr Macht zu als mir. „Warum seid ihr so kleingläubig?
Das heutige Evangelium ermutigt uns, nicht aufzugeben, auch wenn wir den Eindruck haben, Gott schläft und hört unser Beten nicht. Die Liebe Gottes und echte menschliche Liebe begegnen der irdischen Macht und Gewalt nicht mit den gleichen Mitteln. Sie können Gewalt erleiden und unterliegen. Eltern können eine gute Entwicklung ihrer Kinder nicht erzwingen. Sie werden sie aber weiterhin bejahen und helfend nahe bleiben, wie auch Christus im schwankenden Boot geblieben ist.
Der Krebspatient konnte seine letzten Wochen leichter annehmen im Blick auf das Kreuz im Krankenzimmer. Hier hat sich Christus in den höheren Willen Gottes gefügt und in absoluter Selbstlosigkeit sein Schicksal aus den Händen gegeben, um dann zu erfahren, dass in diesem Nullpunkt der Wendepunkt zu einem grenzenlosen Leben enthalten ist.
In den letzten Wochen haben wir die Hochfeste Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten gefeiert. Diese größten Glaubenswirklichkeiten werden uns umso mehr bestärken, je mehr wir von uns loslassen und uns in die Hände unseres allmächtigen und fürsorglichen Gottes fallen lassen.
Jesus hat den Jünger*innen in der Not eines Seesturms Mut und Hoffnung gegeben. Eine große Zahl von Menschen durchwandern in ihrer hoffnungslosen Lage Wüsten, überqueren das Meer, um einen Platz zu finden, wo sie leben können. Ihre Not fordert uns, die wir festen Boden unter den Füßen haben, heraus und macht uns unsicher. Für Gott sind wir alle seine Kinder. Vertrauen in den Beistand Jesu kann auch uns Mut und Hoffnung geben.
Mitte Mai wurden zwei Pressefotos in diversen Medien veröffentlicht. Ein Foto zeigt einen Mann im Meer, der ein Baby hochhält und mit einem Rettungsring ans Ufer schwimmt. Das zweite Foto zeigt eine Rot-Kreuz-Mitarbeiterin am Strand, die einen verzweifelten afrikanischen Geflüchteten in den Arm nimmt. Beide Menschen haben enormen Mut und Kraft gezeigt. Ihnen gebührt große Anerkennung. Der Mann, der das Baby rettete, wurde für seinen Einsatz geehrt. Die Frau hatte mit einem Shitstorm und rassistischen Angriffen zu kämpfen.
„Ich wusste nicht, ob es noch lebte oder schon tot war. Das Einzige, was mir durch den Kopf ging, war: ,Schwimm! Schwimm! Schwimm!' Mit aller Kraft, um so schnell wie möglich an die Küste zu gelangen“, erzählt der Mann namens Valle im spanischen Staatsfernsehen RTVE. Mutter und Baby konnten gerettet werden. Unermüdlich waren die Helfer und Helferinnen der spanischen Enklave Ceuta im Einsatz.
„Ich habe ihn doch bloß umarmt“, wiederholt die Rotkreuzfrau immer wieder in einem Exklusivinterview mit dem Sender RTVE, noch bevor sie der Meute im Internet zum Opfer fiel. Es sei doch „die normalste Sache der Welt, jemanden zu umarmen, der um Hilfe bittet“, fügte sie unter Tränen hinzu. Das wollten aber bei weitem nicht alle so sehen.
So zitierte die Tageszeitung Der Standard die Frau und den Mann.
„Hinter den Zahlen und Fakten zum Fluchtthema stehen viele Millionen einzelne Menschen und ihre Geschichten; Geschichten von Gewalt und Verlust, aber auch von Mut und Hoffnung“, schreibt das UNHCR zum Weltflüchtlingstag. Diese Menschen nehmen für uns kaum vorstellbare Anstrengungen und Leid auf sich. Sie müssen wirklich eine enorme Portion Mut haben, um sich aufzumachen. Gibt Verzweiflung und Existenzangst diesen Überlebensmut? Wahrscheinlich.
So kontrovers auch wir Christinnen und Christen hier in Österreich das Thema Flucht und Asyl diskutieren, so wenig können wir als Christinnen und Christen über das Evangelium und das Handeln Jesu hinwegsteigen, oder es gar streichen:
Das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter zeigt deutlich - es ist uns auf getragen, den Leidenden zu helfen.
Das Matthäusevangelium sagt deutlich: Ich war obdachlos und ihr habt mich aufgenommen.
Jesus geht zielgenau auf Ausländer*innen, auf Ausgegrenzte, auf Leidende zu und heilt sie. Immer betont er: Du bist ein Kind Gottes.
Es ist also Nachfolge Jesu, so wie er zu handeln. Wir müssen nicht alle Heilige sein - aber die Haltung, das kleine Wort zu sagen oder die jetzt anstehende Handlung zu machen - daran werden wir als Christinnen und Christen erkannt.
Die Linzer Pastoraltheologin Clara Csiszar beschreibt missionarisches und diakonisches Handeln so: „Den Menschen den nächsten Schritt im Leben zu ermöglichen.“ Das kann sein, die Angst zu nehmen, zu trösten, zu retten, zu bekleiden, zu essen geben, sich für Gerechtigkeit und Schöpfungsverantwortung einsetzen. Oder: zuhören. Die Geschichten der Flüchtlinge anschauen. Hinsehen, sich berühren lassen, mitleiden, ja sogar mitweinen.
Papst Franziskus ist nach Lampedusa, nach Lesbos und in den Irak gefahren. Er wollte den Menschen sagen: Ich sehe euch, ich weiß, dass es euch gibt, ich achte euch.
Im April 2016 sagte Papst Franziskus zu den Flüchtlingen auf der Insel Lesbos:
„Liebe Brüder und Schwestern, ich wollte heute bei euch sein und euch sagen, dass ihr nicht allein seid. In den letzten Wochen und Monaten habt ihr schweres Leid erfahren auf eurer Suche nach einem besseren Leben. Viele von euch sahen sich gezwungen zu fliehen, vor kriegerischen Konflikten und vor Verfolgung, vor allem wegen eurer Kinder, wegen eurer Kleinen. Ihr habt große Opfer für eure Familien gebracht. Ihr kennt den Schmerz, all das zurücklassen zu müssen, was euch lieb und teuer war. Und, was wahrscheinlich am schwierigsten ist: ohne zu wissen, was die Zukunft bringen würde. Gott hat die Menschheit als eine einzige Familie geschaffen.
Wenn einer unserer Brüder und Schwestern leidet, sind wir alle betroffen. Wir sind gekommen um die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf diese schwere humanitäre Krise zu lenken und um eine Lösung zu beschwören. Hoffen wir, dass die Welt in einer Weise reagiert, die unserer gemeinsamen Menschlichkeit würdig ist.
Der Integrationsprozess ist ein schwieriger Vorgang. Offensichtlich sind wir hier mit Herausforderungen konfrontiert, die sich aus den Unterschieden ergeben. Und Unterschiede machen uns immer Angst, weil sie uns wachsen lassen. Gleichförmigkeit lässt uns nicht wachsen, deshalb macht sie uns auch keine Angst. Unterschiede sind kreativ, verursachen Spannung, und die Auflösung dieser Spannung bringt die Menschlichkeit voran.“
In den Lesungen am heutigen Sonntag begegnen wir Hiob, der unendliches Leid erlebt hat und schließlich das richtige Verhältnis zwischen Gott und Mensch erkannt hat.
Paulus schreibt an die Gemeinde von Korinth: „Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er oder sie eine neue Schöpfung.“
Vielleicht schließt das an die Worte von Papst Franziskus an, dass Unterschiedlichkeit auch kreativ und schöpferisch ist, dass diese Art und Weise, wie Jesus auf die Menschen zugeht, eine neue Menschlichkeit entstehen lässt.
Im Evangelium wird geschildert, wie Jesus den Sturm bändigt und den Begleiter*innen die Angst nimmt. Ich frage mich: Kann dieses Evangelium mit der Situation der Menschen auf der Flucht, die Meere überqueren müssen, wo viele bei der Überquerung sterben, wo Helfer*innen retten - kann dieses Evangelium mit dieser Wirklichkeit in Verbindung gebracht werden? Also nimmt Jesus auch den Menschen auf der Flucht im Meer die Angst? Oder ist dies eine billige und unzulässige Vertröstung?
Das UNHCR spricht von Mut und Hoffnung der geflüchteten Menschen. Ist es vielleicht so ein Hoffnungsschimmer und Mutanker der Menschen auf der Flucht, der aus ihrem persönlichen Glauben genährt wird? Ist es diese gläubige Hoffnung auf eine bessere Zukunft, die ihren Aufbruch in der Not und ihre Kraft auf der Flucht ermöglicht? Ist es das Vertrauen auf die begleitende Hand Gottes, auf die Bändigung des Sturmes durch Jesus, die diese Menschen weitergehen lässt?
Ja, aus dieser Hoffnungsperspektive ist diese Verbindung mit dem Evangelium zulässig. Beten wir als Christinnen und Christen hier in der Kirche in Österreich, dass sich in den Köpfen und Herzen vieler Menschen etwas bewegt. Dass neue Wege der Bekämpfung der Fluchtursachen beschritten werden und neue Wege aufgehen, Geflüchteten ein würdiges Leben zu ermöglichen. Beten wir darum und setzen wir unsere ganz persönlichen möglichen kleinen Schritte dazu.
Dann lesen wir die Bändigung des Sturms durch Jesus auch für uns hier in Österreich neu: Möge sich die Angst in uns lösen und die tröstende Ruhe einkehren, die uns Kraft und Mut für Schritte der Liebe und Menschenwürde gibt.
Beten wir mit Frere Roger:
Heiliger Geist, gib,
dass wir Frieden stiften,
wo Gegensätze aufeinanderprallen,
und dass wir durch unser Leben
einen Widerschein des Erbarmens Gottes erkennen lassen.
Ja, lass uns lieben
und es mit unserem Leben sagen.
© Mag.a Gabriele Eder-Cakl, Direktorin Pastoralamt Diözese Linz.
Jeder Mensch muss lernen, mit Angst und Furcht realistisch umzugehen. Wer sich in seinem Leben wie Jesus von Gott gehalten und getragen weiß, kann aus dieser Gewissheit heraus seinen Ängsten begegnen und sie bewältigen. Dieses Vertrauen muss jedoch erst wachsen und eingeübt werden.
Wie glaubwürdig ist die Rede Jesu vom Reich Gottes? Er stellt seine Glaubwürdigkeit unter Beweis durch ungewöhnliche Taten. An ihnen sollen die Menschen seine göttliche Vollmacht erkennen. Diese möchten sie zu einem Vertrauen in die Person Jesu führen, das Grundlage des Glaubens ist.
Lieder:
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 272: Zeige uns, Herr, deine Allmacht und Güte
GL 283: Aus der Tiefe rufe ich zu dir
GL 392: Lobe den Herren (2. und 3. Str.)
GL 409: Singt dem Herrn ein neues Lied
GL 414: Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
GL 416: Was Gott tut, das ist wohlgetan
GL 417: Stimme, die Stein zerbricht
GL 421: Mein Hirt ist Gott, der Herr
GL 423: Wer unterm Schutz des Höchsten steht
GL 424: Wer nur den lieben Gott läßt walten
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden
GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte
GL 435: Herr, ich bin dein Eigentum
GL 436: Ach bleib mit deiner Gnade
GL 439: Erhör, o Gott mein Flehen, hab auf mein Beten acht
GL 464: Gott liebt diese Welt, und wir sind sein Eigen
Kehrverse und Psalmen:
GL 38: Der Herr ist mein Licht und mein Heil - Mit Psalm 27 - IV.
GL 48: Biete deine Macht auf, Herr, unser Gott, und komm, uns zu retten! - Mit Psalm 80 - I.
GL 67: Der Herr behütet dich vor allem Bösen
GL 307,5: Meine Hilfe und mein Retter bist du. Säume doch nicht, du mein Gott - Mit Psalm 2 (GL 32,2) - I.
GL 558: Danket dem Herrn, denn er ist gütig
Christus, der seine Jünger auf stürmischer See nicht verlassen hat, er sei mit euch.
Es kann meinen Glauben mächtig ins Wanken bringen, wenn es mir schlechter geht als einem, der nicht glaubt. Im heutigen Evangelium geraten die Jünger auf stürmischer See in Todesgefahr, obwohl Jesus mit ihnen im gleichen Boot sitzt. Der Evangelist Markus möchte uns aus dem Verhalten Jesu einen Weg aufzeigen, wie solche dunkle Wegstrecken besser bewältigt werden können.
Jesus bleibt nahe auch in stürmischen Zeiten. Das will er mit jeder Eucharistiefeier unterstreichen. Auch wir sind jetzt eingeladen, auf die Nähe zu ihm zu vertrauen und sich stärken zu lassen.
Seit 2001 wird der Weltflüchtlingstag jedes Jahr am 20. Juni begangen. Millionen von Menschen sind gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Einmal im Jahr, am 20. Juni, würdigt das UNO Flüchtlingshilfswerk UNHCR ganz besonders die Stärke, den Mut und die Widerstandsfähigkeit, die Flüchtlinge, Binnenvertriebene und Staatenlose täglich aufbringen müssen.
https://www.unhcr.org/dach/at/aktiv-werden/weltfluechtlingstag
Zum Weltflüchtlingstag veröffentlicht UNHCR auch jährlich die globalen Flüchtlingszahlen. Hinter den Zahlen und Fakten stehen viele Millionen einzelne Menschen und ihre Geschichten; Geschichten von Gewalt und Verlust, aber auch von Mut und Hoffnung. Ihre Stimmen sollen am Weltflüchtlingstag ganz besonders im Mittelpunkt stehen.
Sehr viele Flüchtlinge sind von Ernährungsunsicherheit und Hunger betroffen. Die meisten Geflüchteten leben in ihren Nachbarländern. Rund 40 % der Vertriebenen weltweit sind Kinder unter 18 Jahren. Der Weltflüchtlingstag bietet die Gelegenheit, sich für bessere Lebensbedingungen für die Betroffenen und ein bestmögliches Zusammenleben von Vertriebenen und der einheimischen Bevölkerung einzusetzen.
Die Initiative des Pastoralrates der Diözese Linz und der Kath. Aktion Oberösterreich zur Aufnahme von Geflüchteten hat im April dieses Jahres an die Pfarren und Einrichtungen einen Brief geschickt. Darin setzt sich die Initiative für die Aufnahme einer überschaubaren Zahl von anerkannten Geflüchteten aus den griechischen Lagern sowie aus den Lagern an den EU-Außengrenzen ein. So soll der Not von geflüchteten Menschen in Griechenland oder in Bosnien aber auch im Norden Syriens begegnet werden. Im April dieses Jahres befanden sich 14.000 geflüchtete Menschen in den Lagern auf den griechischen Inseln. Mehr als die Hälfte (61%) sind mit Familien dort, ungefähr ein Drittel (29%) sind Kinder und Minderjährige.
© Mag.a Gabriele Eder-Cakl, Direktorin Pastoralamt Diözese Linz
Krisenzeiten lassen immer auch den Angstpegel ansteigen. Das gilt in gleicher Weise für private wie für öffentliche Krisen, etwa in der Wirtschaft im Staat und auch in der Kirche. Da kommt es nicht selten zu hektischen Aktivitäten, gereizten Reaktionen, übereilten Maßnahmen.
Ruhe und Gelassenheit finden wir nicht zuletzt in der Gewissheit, dass da einer ist, der uns nicht im Stich lässt, dass wir auf keinen Fall tiefer fallen können als in die Hände Gottes. Nahrung findet dieser Glaube in jeder Begegnung mit Gott. Diese suchen wir nun in diesem Gottesdienst.
Zu Christus, der alle Ängste überwunden hat, rufen wir im Kyrie.
Herr Jesus Christus,
wir hätten gern, dass wir deine Antwort auf unsere Bitten deutlicher spüren.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
Ärger und Enttäuschung erleben wir oft viel mächtiger als deine Gegenwart. - Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
manchmal werden wir lau im Beten.
Herr, erbarme dich.
Jesus Christus,
du sprichst jeden Menschen als Kind Gottes an.
Herr erbarme dich unser.
Jesus Christus,
du musstest als Kind selbst nach Ägypten fliehen,
du kennst Angst und Leid von Geflüchteten.
Christus erbarme dich unser.
Jesus Christus,
du gibst Heimatlosen ein zu Hause
und Verstummten eine Stimme.
Herr erbarme dich unser.
© Mag.a Gabriele Eder-Cakl, Direktorin Pastoralamt Diözese Linz
Heiliger Gott,
gib, dass wir deinen Namen allezeit
fürchten und lieben.
Denn du entziehst keinem deine väterliche Hand,
der fest in deiner Liebe verwurzelt ist.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 12. Sonntag im Jahreskreis
Gott des Himmels und der Erde,
du bist uns in deinem Sohn ganz nahe gekommen.
Er hat uns gezeigt und zugesagt,
dass er uns allezeit nahe bleiben wird.
Wir bitten dich:
Nimm alle Angst von uns
und stärke unser Vertrauen in deine rettende Kraft.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
unseren Fürsprecher und Herrn,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in alle Ewigkeit. – Amen.
Gott des Lebens,
Menschen sind auf der Flucht,
wurden vertrieben oder haben aus Angst ihre Heimat verlassen.
Wir denken an diese Menschen
und legen sie dir ans Herz.
Sei ihnen nahe mit deinem Schutz,
mit deiner Kraft und deiner bergenden Liebe.
Gib ihnen Menschen an die Seite,
die sie begleiten und ihnen ein Leben in Würde und Freiheit ermöglichen.
Darum bitten wir dich, Gott,
der in der Einheit mit dem Sohn und dem Heiligen Geist lebt
und Leben möglich macht,
heute und alle Tage unseres Lebens. – Amen
© Mag.a Gabriele Eder-Cakl, Direktorin Pastoralamt Diözese Linz
Vater im Himmel,
durch Jesus Christus haben wir erfahren dürfen,
dass du uns durch und durch kennst
und uns trotzdem liebend annimmst.
Ja, dass du uns immer wieder einen Neubeginn schenkst.
Wir bitten dich am Beginn dieser Woche,
sei du an unsere Seite,
damit wir dem Vorbild deines Sohnes
immer besser folgen können.
Das erbitten wir durch ihn, Jesus,
unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Gott des Lebens,
höre unsere Bitten:
Für die Kinder, Frauen und Männer, die aus ihrer Heimat flüchten müssen.
Begleite sie in ihrer Mühsal und Verzweiflung.
Für Menschen, die heute Gewalt und großes Leid erleben.
Zeige ihnen einen Hoffnungsschimmer.
Für Kinder und Jugendliche, die ihre Eltern nicht bei sich haben.
Nimm ihnen für ein paar Augenblicke ihre Angst.
Für Menschen, die Geflüchtete begleiten.
Stärke ihren Mut.
Für Menschen, die in der Politik tätig sind
und Regierungsverantwortung haben;
für Menschen, die wichtige Entscheidungen in der Welt zu treffen haben.
Zeige ihnen den Weg der Menschenwürde und Schöpfungsverantwortung.
Für die Menschen, die auf der Flucht verstorben sind,
für Menschen, die an Krankheit und im Alter verstorben sind.
Gib Ihnen den ewigen Frieden.
Gott, in deinem Sohn Jesus Christus hast du uns die Liebe vergegenwärtigt.
Verwandle unsere Not in Freude.
Das erbitten wir durch Christus unseren Menschenbruder. – Amen.
© Mag.a Gabriele Eder-Cakl, Direktorin Pastoralamt Diözese Linz
Guter Gott!
Wohin du uns im Leben führst, bleibt uns verborgen. Aber wir wollen darauf vertrauen, dass du uns in deiner Weisheit den rechten Weg führst.
In diesem Vertrauen bitten wir dich:
Nimm uns die Angst, wenn die Sorgen um die aktuelle Zukunft deiner Kirche übermächtig werden.
Nimm uns die Angst, wenn in den komplexen Konflikten weltweit keine gangbaren Lösungen sichtbar werden.
Nimm uns die Angst, wenn wir auf die Frage nach dem Warum von persönlichem Leiden und Schicksalsschlägen keine befriedigende Antwort finden.
Nimm uns die Angst vor Enttäuschung, die uns hemmt, wenn wir versuchen in unserer Beziehung zu dir und unseren Mitmenschen Vertrauen aufzubauen.
Nimm uns die Angst vor dem Sterben und sei du unsere Zuversicht in Todesnot.
Guter Gott!
Wir können dich in deiner Größe nicht fassen. Aber wir glauben daran, dass du uns und unsere Probleme ernst nimmst und unser Leben begleitest.
Dafür danken wir dir und loben dich jetzt und allezeit. - Amen.
Barmherziger Gott,
nimm das Opfer des Lobes
und der Versöhnung an.
Löse uns durch diese Feier aus aller Verstrickung,
damit wir in freier Hingabe ganz dir angehören.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 12. Sonntag im Jahreskreis
Kehrvers:
Gepriesen sei der Herr, der Schöpfer der Welt,
seine Herrlichkeit erfüllt die ganze Erde.
Oder:
Wie groß sind deine Werke, Herr.
Alle hast du in Weisheit gemacht.
Wir kommen zu dir, guter Gott, um dir zu danken
und dir mit der ganzen Schöpfung unseren Lobpreis darzubringen.
In Weisheit hast du alles geschaffen
und allem Geschaffenen deine Ordnung gegeben.
Kehrvers
Du hast uns nicht hilflos den blinden Kräften der Natur überlassen.
Mit Verstand hast und du uns ausgestattet,
damit wir die Gesetze erkennen, denen wir unterworfen sind.
Du bist den Menschen nahe, die in ihrer Not zu dir rufen,
und stellst dich auf die Seite der Schwachen und Ohnmächtigen.
Kehrvers
In Jesus von Nazareth hast du deine Menschenfreundlichkeit
hören, sehen und spüren lassen.
Die Kranken und Kleinen hat er erfahren lassen,
dass du dich ihrer annimmst.
Seine Jünger hat er gelehrt, dass sie dir vertrauen können.
Selbst noch am Kreuz hat er sein Leben in deine Hände gelegt.
Kehrvers
Du hast ihn nicht dem Dunkel des Todes überlassen,
sondern auferweckt und in den Himmel erhoben.
Auf ihn vertrauen wir, dass er auch uns nicht zugrunde gehen lässt
und dass er wiederkommen wird, um die Welt endgültig zu retten.
Darum singen wir dir mit der ganzen Schöpfung unser Lob:
Danklied, z. B. Dein Lob, Herr, ruft der Himmel aus (GL 381)
In Wahrheit ist es würdig, dir zu danken,
heiliger Vater.
Es ist recht, dich zu preisen.
Denn du allein bist der lebendige und wahre Gott.
Du bist vor den Zeiten und lebst in Ewigkeit.
Du wohnst in unzugänglichem Lichte.
Alles hast du erschaffen,
denn du bist die Liebe
und der Ursprung des Lebens.
Du erfüllst deine Geschöpfe mit Segen
und erfreust sie alle mit dem Glanz deines Lichtes.
Vor dir stehen die Scharen der Engel
und schauen dein Angesicht.
Sie dienen dir Tag und Nacht,
nie endet ihr Lobgesang.
Mit ihnen preisen auch wir deinen Namen,
durch unseren Mund rühmen dich alle Gesschöpfe
und künden voll Freude das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Hochgebet 4
Wenn das Schwache in mir
wieder einmal zu stark wird
wenn das Suchen nach Wahrheit
wieder einmal nicht zum Ziel führt
wenn die Ohnmacht
über alle guten Vorsätze siegt
wenn die Hoffnungslosigkeit
wieder einmal durchbricht
wenn Tränen alles Lachen ersticken
wenn Hunger nach Geborgenheit
nicht erfüllt wird
wenn die Liebe
wieder einmal zu kurz kommt
wenn Angst und Verzweiflung
das Leben lähmen
dann möchte ich dich im Boot haben
dann wünsche ich mir
dass du den Stürmen Einhalt gebietest
dann will ich dir trauen können
mein Gott
Gütiger Gott,
du hast uns durch den Leib und das Blut Christi gestärkt.
Gib, dass wir niemals verlieren,
was wir in jeder Feier der Eucharistie empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 12. Sonntag im Jahreskreis
Vater im Himmel,
bleibe du mit uns unterwegs,
was immer das Leben von uns abverlangt
und lass uns auf das Leben deines Sohnes schauend,
immer mehr zu dem Menschen werden,
den du dir in uns erdacht hast.
Das erbitten wir durch Jesus, den Menschenfreund,
der uns zugesagt hat, alle Tage bei uns zu sein. – Amen.
Nach seinem Besuch im Flüchtlingslager Moria 2016 hat Papst Franziskus am Samstag während seiner apostolischen Reise nach Lesbos für Flüchtlinge gebetet:
„Barmherziger Gott, wir bitten dich für alle Männer, Frauen und Kinder, die nach dem Verlassen ihrer Heimat auf der Suche nach einem besseren Leben gestorben sind. Auch wenn viele ihrer Gräber keinen Namen tragen, ist doch jeder von ihnen dir bekannt, von dir geliebt und erwählt. Mögen wir sie nie vergessen, sondern ihr Opfer ehren, mit Taten mehr als mit Worten.
Wir vertrauen dir alle an, die diese Reise gemacht und Angst, Unsicherheit und Demütigung ertragen haben, um zu einem Ort der Sicherheit und der Hoffnung zu gelangen. Wie du deinen Sohn nicht verlassen hast, als er von Maria und Josef an einen sicheren Ort gebracht wurde, so sei nun diesen deinen Söhnen und Töchtern nahe durch unsere liebevolle Zuneigung und unseren Schutz. Indem wir für sie sorgen, lass uns zugleich eine Welt anstreben, in der niemand gezwungen ist, seine Heimat zu verlassen, und wo alle in Freiheit, Würde und Frieden leben können.
Barmherziger Gott und Vater aller, wecke uns auf aus dem Schlaf der Gleichgültigkeit, öffne unsere Augen für ihre Leiden und befreie uns von der Gefühllosigkeit, die der weltliche Wohlstand und die Selbstbezogenheit in uns erzeugen. Verhilf uns - Nationen, Gemeinschaften und Einzelnen - zu der Erkenntnis, dass sie, die an unseren Küsten landen, unsere Brüder und Schwestern sind.
Lass uns den Segen mit ihnen teilen, den wir aus deiner Hand empfangen haben, und begreifen, dass wir als eine einzige Menschheitsfamilie alle miteinander Wanderer sind, in der Hoffnung unterwegs zu Dir, unserer wahren Heimat, wo alle Tränen abgewischt werden und wir alle Frieden und Sicherheit in deiner Umarmung finden.“
© Mag.a Gabriele Eder-Cakl, Direktorin Pastoralamt Diözese Linz
Mitten im Wirbelsturm
dieser Zeit
möchten wir
aufbrechen
zu neuen Ufern
einige -
wenige -
sind noch --
die Betonung liegt auf
noch --
mit uns
im Boot
halten auf ihre Weise
Ausschau
und möchten neue Ufer
erreichen
viele Wellen
schlagen hoch
droht unser Schiff
unterzugehen?
haben wir noch
Hoffnung
rettendes Ufer zu erreichen?
schreit es auch in uns:
„Meister, kümmert es dich nicht,
dass wir zugrunde gehen?“
rufen wir IHN
wirklich noch an
weil wir auf IHN unsere
Hoffnung setzten
eine Hoffnung
die auch für unser
HEUTE
noch daran festhält
dass sein:
„Schweig, sei still.“
Wirkung zeigen kann
Mitten in
unsere unruhigen Herzen
unsere Zweifel
unsere Sehnsucht
mitten in unser
ganzes SEIN
seine Frage gilt auch uns:
„Warum habt ihr solche Angst?
Habt ihr noch keinen Glauben?“
Die Antwort müssen wir finden
jede und jeder
für sich
als Gemeinden
als Kirche(n)
Sein Anruf an uns lautet vielleicht:
„Werdet still –
horcht in euch hinein –
schöpft das Wasser aus dem Boot
vertraut auf das rettende Ufer.“
Und er spricht uns
– vielleicht hören wir es
nur ganz leise –
zu:
„Ich bin bei euch –
seid nicht bang –
ich bin bei euch
heute –
ja -
euer ganzes Leben lang.“
Beatrix Senft, unveröffentlicht
Während ein spanischer Rettungsschwimmer als Held gefeiert wird, weil er ein Baby aus dem Meer rettete, erhält eine Sanitäterin Morddrohungen, weil sie einen Schwarzen tröstete.
Ganzer Artikel:
https://www.derstandard.at/story/2000126811202
DerStandard.at - 20. Mai 2021
Die bange Frage:
Wer hält zu mir, wenn ich den Halt verliere?
Versagen und verzweifeln:
Chaos, Ende, aus.
Wenn in mir Panik ausbricht, was dann?
Und all die Bedrohungen: Schrecksekunden im Straßenverkehr,
Angstzustände im Umgang mit anderen.
Die Angst des Tormanns beim Elfmeter:
Nervenkitzel, mehr nicht.
Aber die Angst des Menschen vor sich selbst,
vor dem Fall ins Nichts, vor dem Trauma des Schuldigwerdens,
vor der Regungslosigkeit ...
Und die Angst ausgeliefert zu sein,
bedroht, verfolgt, getötet zu werden.
Was können Menschen mir antun?
Mein Gott!
Dieser Angstschrei wird zum Rettungsanker,
zum Loblied der Zuversicht.
Werner Schaube
Das war also Ihr erster Flug. Hatten Sie Angst?"
„Ehrlich gesagt, ich wagte nicht, mich mit meinem ganzen Gewicht hinzusetzen."
Anthony de Mello, Warum der Schäfer jedes Wetter liebt. Weisheitsgeschichten. Verlag Herder Freiburg im Breisgau-Basel-Wien, 1988.
Feige und Ängstliche würden das göttliche Liebesspiel nie ertragen. »Die Angst ist ein größeres Übel als das Übel selbst...« Sollte man selbst einmal ausrutschen und hinfallen, dürfte man keine Angst aufkommen lassen. Ein Akt noch innigerer Liebe, und alles ist wieder gut. »Wandelt schlicht auf dem Wege des Herrn und zermartert Euch nicht den Kopf. Bringt Euren Fehlern einen heiligen und friedlichen Abscheu entgegen, nicht aber jenen Hass voll Ekel und Unruhe, der sie nur nährt...«
»Wandelt zwischen Wind und Wogen dahin, aber mit Jesus. Wenn Euch die Furcht überfällt, ruft nur mit dem hl. Petrus aus: 0 Herr, hilf mir! «
Ferdinand Ritzel, Pater Pio - Sein Leben, Lieben und Leiden. Credo Verlag.
So etwas wie eine Niederlage gibt es nicht. Es gibt immer wieder eine neue Chance. An die Niederlage zu glauben, heißt zu glauben, dass es etwas oder einen Zeitpunkt gäbe, die ihren Ursprung nicht im Göttlichen, in Gottes Plan für seine Schöpfung, hätten. Gott macht keine Fehler. Wenn Dinge schlimmer zu werden scheinen, ist das nur eine Etappe innerhalb des Prozesses, besser zu werden. Wir stürzen nur, um uns wieder umso höher aufzurichten.
Kabbala, Den Himmel auf die Erde bringen.

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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Als alttestamentliche Lesung - diese wird normalerweise auf den Evangelienabschnitt des jeweiligen Sonntags hin ausgewählt - werden einige Verse aus dem Buch Ijob vorgetragen. Diese haben einen doppelten Bezug zum Evangelium dieses Sonntags.
Das Buch Ijob besteht - eingefasst in eine Rahmenerzählung - aus einer langen Abfolge von Reden und Gegenreden wie bei einer Gerichtssitzung. In ihnen geht es um ein Verstehen der Leiderfahrungen des Menschen, insbesondere um das Leiden des Gerechten, um das Leiden, das sich nicht als Folge eigener Schuld erklären lässt. Dieses Leid behält trotz aller Erklärungs- und Rechtfertigungsversuche etwas Unverstehbares, Unfassbares. Der Mensch ist dem Leid ausgeliefert wie den Naturgewalten. Ijob vertraut trotz aller Unbegreiflichkeit Gott und bekennt: "Ich habe erkannt, dass du alles vermagst." (42,2). Dieses Bekenntnis entspricht in einer anderen literarischen Form dem Glauben, der in der Erzählung vom Seesturm (Evangelium) gefordert wird.
Die zweite Klammer zwischen erster Lesung und Evangelium ist mit dem Motiv des Meeres gegeben. Die Verse der Lesung sind der ersten Verteidigungsrede Gottes gegenüber Ijob entnommen. Diese Rede reiht vom Menschen unbeantwortbare Fragen aneinander und demonstriert in eindrucksvollenBildern die Überlegenheit des Schöpfers. Gott ist Herr über die ganze Schöpfung und über die Kräfte der Natur. Der Mensch kann dabei nicht mitreden.
(Meines Erachtens empfiehlt es sich, einen längeren Abschnitt aus dieser Rede vorzutragen, als die Leseordnung es vorsieht, damit das ehrfürchtige Staunen vor dem Schöpfer sich entfalten kann. Ich schlage die Verse 38,1-11 vor.)
Das Buch Ijob ist eines der Hauptwerke der Weltliteratur, benannt nach der zentralen Gestalt der Erzählung, da der Verfasser unbekannt ist. Er griff bei diesem Werk auf eine alte Volksüberlieferung von einem vorbildlichen, frommen und gerechten Mann zurück, der von Gott hart geprüft wird. Im alten Israel war der Glaube weit verbreitet, daß es dem guten Menschen in seinem Leben gut, dem Sünder dagegen schlecht ergeht. Leid ist folglich eine Strafe für begangene Sünden. Ijobs Freunde vertreten diese Ansicht. Der Protagonist selbst wehrt sich allerdings mit Entschiedenheit dagegen. Er weiß sich keiner Schuld bewußt, das Leid trifft ihn schuldlos. Schließlich klagt Ijob Gott selbst an, der ihm dann auch antwortet und darauf hinweist, daß es einem Menschen unmöglich sei, die Pläne Gottes zu verstehen. Ijob ergibt sich schließlich demütig in den Willen Gottes.
Das Buch Ijob zeigt uns einen Menschen in unsagbarem Leid, der aber Gott größer sein läßt. Das Leid der Menschen bleibt ein ungelöstes Rätsel, das sich einem vernunftmäßigem Erfassen entzieht.
Im vorliegenden Textabschnitt, der zur sogenannten "Ersten Rede Gottes" gehört, antwortet Gott dem Ijob mit einem Hinweis auf seine Weisheit, die sich in seiner Schöpfung zeigt. Wer sich in Gott geborgen weiß, der sieht seine ungelösten Probleme in einem neuen Licht und kann sich mit seinem Leid versöhnen, so wie das aufbrausende Meer sich beruhigt, wenn Gott sein mächtiges Wort spricht.