Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
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Lesung aus dem Buch der Weisheit.
Gott hat den Tod nicht gemacht
und hat keine Freude am Untergang der Lebenden.
Zum Dasein hat er alles geschaffen
und heilbringend sind die Geschöpfe der Welt.
Kein Gift des Verderbens ist in ihnen,
das Reich der Unterwelt hat keine Macht auf der Erde;
denn die Gerechtigkeit ist unsterblich.
Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen
und ihn zum Bild seines eigenen Wesens gemacht.
Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt
und ihn erfahren alle, die ihm angehören.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch der Weisheit.
Gott hat den Tod nicht gemacht
und hat keine Freude am Untergang der Lebenden.
Zum Dasein hat er alles geschaffen
und heilbringend sind die Geschöpfe der Welt.
Kein Gift des Verderbens ist in ihnen,
das Reich der Unterwelt hat keine Macht auf der Erde;
denn die Gerechtigkeit ist unsterblich.
Die Gottlosen aber
rufen den Tod mit Taten und Worten herbei
und sehnen sich nach ihm wie nach einem Freund;
sie schließen einen Bund mit ihm,
weil sie es verdienen, ihm zu gehören.
Sie tauschen ihre verkehrten Gedanken aus
und sagen:
Kurz und traurig ist unser Leben;
für das Ende des Menschen gibt es keine Heilung
und man kennt keinen, der aus der Unterwelt befreit.
Durch Zufall sind wir geworden
und danach werden wir sein,
als wären wir nie gewesen.
Rauch ist der Atem in unserer Nase
und das Denken ein Funke beim Schlag unseres Herzens;
verlöscht er, dann zerfällt der Leib zu Asche
und der Geist verweht wie dünne Luft.
Unser Name wird mit der Zeit vergessen,
niemand erinnert sich unserer Werke.
Unser Leben geht vorüber wie die Spur einer Wolke
und löst sich auf wie ein Nebel,
der von den Strahlen der Sonne verscheucht
und von ihrer Wärme zu Boden gedrückt wird.
Unsere Zeit geht vorüber wie ein Schatten,
unser Ende wiederholt sich nicht;
es ist versiegelt und keiner kommt zurück.
Auf, lasst uns die Güter des Lebens genießen
und die Schöpfung auskosten,
wie es der Jugend zusteht!
Erlesener Wein und Salböl sollen uns reichlich fließen,
keine Blume des Frühlings darf uns entgehen.
Bekränzen wir uns mit Rosen, ehe sie verwelken.
Keine Wiese bleibe unberührt von unserem Treiben,
überall wollen wir Zeichen der Fröhlichkeit zurücklassen;
denn dies ist unser Anteil und dies das Erbe.
Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen
und ihn zum Bild seines eigenen Wesens gemacht.
Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt
und ihn erfahren alle, die ihm angehören.
Kv: Herr, du zogst mich herauf aus der Tiefe;
ich will dich rühmen in Ewigkeit. – Kv
Oder: GL 312,5
Ich will dich erheben, Herr, /
denn du zogst mich herauf *
und ließest nicht zu, dass meine Feinde sich über mich freuen.
Herr, du hast meine Seele heraufsteigen lassen aus der Totenwelt, *
hast mich am Leben erhalten, sodass ich nicht
in die Grube hinabstieg. – (Kv)
Singt und spielt dem Herrn, ihr seine Frommen, *
dankt im Gedenken seiner Heiligkeit!
Denn sein Zorn dauert nur einen Augenblick, *
doch seine Güte ein Leben lang. – (Kv)
Wenn man am Abend auch weint, *
am Morgen herrscht wieder Jubel.
Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt, *
Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. – Kv
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korínth.
Schwestern und Brüder!
Wie ihr an allem reich seid,
an Glauben, Rede und Erkenntnis,
an jedem Eifer
und an der Liebe, die wir in euch begründet haben,
so sollt ihr euch auch an diesem Liebeswerk
mit reichlichen Spenden beteiligen.
Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus:
Er, der reich war,
wurde euretwegen arm,
um euch durch seine Armut reich zu machen.
Es geht nicht darum,
dass ihr in Not geratet, indem ihr anderen helft;
es geht um einen Ausgleich.
Im Augenblick soll euer Überfluss ihrem Mangel abhelfen,
damit auch ihr Überfluss einmal eurem Mangel abhilft.
So soll ein Ausgleich entstehen,
wie es in der Schrift heißt:
Wer viel gesammelt hatte, hatte nicht zu viel,
und wer wenig, hatte nicht zu wenig.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
In 2. Kor. haben wir sozusagen eine frühchristliche Spendenakquise vor uns. Paulus sammelt für die verarmte und bedrängte Gemeinde in Jerusalem eine Kollekte ein.
Der Apostel nennt die Korinther reich: an Glauben, Rede und Erkenntnis ... und wechselt das in Geld um: so sollt ihr euch auch an diesem Liebeswerk mit reichlichen Spenden beteiligen.
Tragend für seine Argumentation ist jedoch, dass Christus, "unser Herr" um „euretwegen“ (gemeint sind die Korinther) arm wurde, um „euch“ reich zu machen. Daraus leitet Paulus den Anspruch ab, geistlichen Reichtum auch materiell zu "teilen". Er nennt das Ausgleich.
In Korinth war eine heidenchristliche Gemeinde entstanden. Die Verbindung zu Jerusalem, der judenchristlichen Muttergemeinde, ist nur locker und im Bewusstsein einer aufstrebenden, aber auch streitbaren Gemeinde nicht präsent.
Zum ersten Mal erfahren wir von einer Sammlung, die unbekannten Mitchristen Solidarität erweist. Besonders wichtig ist, dass Paulus hier ein Bild von Kirche entwirft, das nicht von der Trennung der juden- und heidenchristlichen Gemeinden gezeichnet ist, sondern von der bleibenden Zugehörigkeit und Verantwortung. Dass die weitere Geschichte von Trennungen bestimmt werden könnte, hat Paulus wohl geahnt -. und auch für den finanziellen Ausgleich eine christologische Begründung gegeben.
Der zweite Brief an die Korinther des Apostels Paulus ist von der wechselvollen Geschichte der Gemeinde in Korinth bestimmt. Seit der Abfassung des ersten Briefes war einige Zeit verstrichen und die Geschichte der korinthische Gemeinde nahm einen wechselvollen Verlauf.
Drei Hauptthemen bestimmen diesen Brief: Das Apostelamt des Paulus, die Kollekte für die Armen (heutige Perikope) und die Auseinandersetzung mit seinen Gegnern. Der zweite Korintherbrief gibt uns bedeutsame Informationen über das Verständnis des paulinischen Apostelamtes und enthält auch wichtige Aussagen über die Beziehungen zwischen Amt und Gemeinde.
Im Textabschnitt für den heutigen Sonntag geht es schlicht und einfach ums Geld. Paulus bezeichnet es aber als „Liebeswerk", das die Kluft zwischen Armen und Reichen ausgleichen soll. Das Geben von Geld, die Unterstützung von Armen, schafft geschwisterliche Gemeinschaft. Der Geber wird Gott, dem Spender alles Guten, ähnlich und der Empfangende, Christus, der selbst arm wurde. Schenkende Liebe ist das Wesen Gottes.
Im 2. Brief an die Korinther (55/56 n.Chr.) ruft Paulus zu freigiebigem Spenden auf. Die Korinther hatten sich ein Jahr zuvor bereit erklärt, sich an einer Sammlung für die bedürftigen Christen in Jerusalem zu beteiligen. Wegen eines Zerwürfnisses mit Paulus kam es nicht dazu. Nun ermuntert Paulus die Korinther, ihr Versprechen einzulösen. Zunächst erinnert er sie an ihre reichen Gnadengaben, die sie eifrig einsetzen. Genauso großzügig sollen sie auch mit ihren irdischen Gütern umgehen. Dann zieht Paulus an Hand der Stichworte "arm" und "reich" eine Verbindung zur Christologie. Was das rechte Maß der Hilfe betrifft, so sollen die Korinther nicht belastet werden, damit andere sich einen guten Tag machen können. Vielmehr soll es zu einem geschwisterlichen Ausgleich kommen. Zur Zeit haben die Korinther mehr irdische Güter als die Christen in Jerusalem. Paulus setzt aber voraus, dass auch die Korinther Hilfe von den anderen erfahren, wenn sie in Not geraten. Zur Veranschaulichung der "Gleichheit" nennt Paulus ein Beispiel aus dem AT. Bei der Mannaspeisung (Ex 16,18) gab Gott jedem das für den momentanen Bedarf Erforderliche.
Wie geht es uns, wenn heute ein Spenden- oder Kollektenaufruf an uns ergeht? Geben wir Almosen von unserem Überfluss, um unser schlechtes Gewissen zu beruhigen? Oder lassen wir uns von der Not anderer berühren und teilen aus dieser Betroffenheit heraus mit ihnen? Das Fernsehen bringt heute die Not der Welt in unsere Wohnzimmer. Bilder von Naturkatastrophen, die Leben und Existenzgrundlage vieler Menschen zerstören, lassen unsere eigenen Sorgen plötzlich sehr klein erscheinen. So ist der Aufruf des Paulus, vom eigenen Reichtum abzugeben, auch an uns gerichtet. Aber nicht nur materielle Hilfe ist von uns gefordert. Menschen in unserer nahen Umgebung brauchen auch unsere persönliche Unterstützung. Bei Krankheit, Einsamkeit und Krisen anderer ist oft der Einsatz anderer Gaben gefragt: Zuhören, Anteilnehmen, Mutmachen und konkrete Hilfen. Wenn wir unsere Zeit und Zuwendung mit diesen Menschen teilen, ist das auch im Sinne den Paulus. Aber zugleich erinnert er uns an das rechte Maß: geben ja, aber uns nicht verausgaben. Diese Mahnung gilt besonders für jene von uns, die gerne für andere da sind und sorgen, aber darüber oft ihre eigenen Bedürfnisse vergessen. Gerade ihnen macht Paulus Mut, in eigener Not von anderen dankbar Hilfe anzunehmen. Nur so kann es zu einem geschwisterlichen Ausgleich kommen. Dann kann ein Stückweit wahr werden, was im Alten Testament bei der Mannaspeisung so anschaulich beschrieben wird: Jeder hatte soviel, wie er zum Leben brauchte.
Claudia Simonis-Hippel, in: Gottes Volk B 6/2006, Bernhard Krautter/Franz-Josef Ortkemper (Hg.), Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2006, S. 13-24.
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korínth.
Schwestern und Brüder!
Wie ihr an allem reich seid,
an Glauben, Rede und Erkenntnis,
an jedem Eifer
und an der Liebe, die wir in euch begründet haben,
so sollt ihr euch auch an diesem Liebeswerk
mit reichlichen Spenden beteiligen.
Ich meine das nicht als strenge Weisung,
aber ich gebe euch Gelegenheit,
angesichts des Eifers anderer
auch eure Liebe als echt zu erweisen.
Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus:
Er, der reich war,
wurde euretwegen arm,
um euch durch seine Armut reich zu machen.
Ich gebe euch nur einen Rat, der euch helfen soll;
ihr habt ja schon voriges Jahr angefangen,
etwas zu unternehmen, und zwar aus eigenem Wollen.
Jetzt sollt ihr das Begonnene zu Ende führen,
damit das Ergebnis dem guten Willen entspricht
- je nach eurem Besitz.
Wenn nämlich der gute Wille da ist,
dann ist jeder willkommen mit dem, was er hat,
und man fragt nicht nach dem, was er nicht hat.
Es geht nicht darum,
dass ihr in Not geratet, indem ihr anderen helft;
es geht um einen Ausgleich.
Im Augenblick soll euer Überfluss ihrem Mangel abhelfen,
damit auch ihr Überfluss einmal eurem Mangel abhilft.
So soll ein Ausgleich entstehen,
wie es in der Schrift heißt:
Wer viel gesammelt hatte, hatte nicht zu viel,
und wer wenig, hatte nicht zu wenig.
Halleluja. Halleluja.
Unser Retter Jesus Christus hat den Tod vernichtet
und uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht durch das Evangelium,
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
fuhr Jesus im Boot
an das andere Ufer des Sees von Galiläa hinüber
und eine große Menschenmenge versammelte sich um ihn.
Während er noch am See war,
kam einer der Synagogenvorsteher namens Jaírus zu ihm.
Als er Jesus sah,
fiel er ihm zu Füßen
und flehte ihn um Hilfe an;
er sagte: Meine Tochter liegt im Sterben.
Komm und leg ihr die Hände auf,
damit sie geheilt wird und am Leben bleibt!
Da ging Jesus mit ihm.
Viele Menschen folgten ihm und drängten sich um ihn.
Darunter war eine Frau,
die schon zwölf Jahre an Blutfluss litt.
Sie war von vielen Ärzten behandelt worden
und hatte dabei sehr zu leiden;
ihr ganzes Vermögen hatte sie ausgegeben,
aber es hatte ihr nichts genutzt,
sondern ihr Zustand war immer schlimmer geworden.
Sie hatte von Jesus gehört.
Nun drängte sie sich in der Menge von hinten heran –
und berührte sein Gewand.
Denn sie sagte sich:
Wenn ich auch nur sein Gewand berühre,
werde ich geheilt.
Und sofort versiegte die Quelle des Blutes
und sie spürte in ihrem Leib,
dass sie von ihrem Leiden geheilt war.
Im selben Augenblick fühlte Jesus,
dass eine Kraft von ihm ausströmte,
und er wandte sich in dem Gedränge um
und fragte: Wer hat mein Gewand berührt?
Seine Jünger sagten zu ihm:
Du siehst doch, wie sich die Leute um dich drängen,
und da fragst du: Wer hat mich berührt?
Er blickte umher, um zu sehen, wer es getan hatte.
Da kam die Frau,
zitternd vor Furcht,
weil sie wusste, was mit ihr geschehen war;
sie fiel vor ihm nieder
und sagte ihm die ganze Wahrheit.
Er aber sagte zu ihr: Meine Tochter,
dein Glaube hat dich gerettet.
Geh in Frieden!
Du sollst von deinem Leiden geheilt sein.
Während Jesus noch redete,
kamen Leute,
die zum Haus des Synagogenvorstehers gehörten,
und sagten zu Jairus: Deine Tochter ist gestorben.
Warum bemühst du den Meister noch länger?
Jesus, der diese Worte gehört hatte,
sagte zu dem Synagogenvorsteher: Fürchte dich nicht!
Glaube nur!
Und er ließ keinen mitkommen
außer Petrus, Jakobus und Johannes,
den Bruder des Jakobus.
Sie gingen zum Haus des Synagogenvorstehers.
Als Jesus den Tumult sah
und wie sie heftig weinten und klagten,
trat er ein
und sagte zu ihnen: Warum schreit und weint ihr?
Das Kind ist nicht gestorben,
es schläft nur.
Da lachten sie ihn aus.
Er aber warf alle hinaus
und nahm den Vater des Kindes und die Mutter
und die, die mit ihm waren,
und ging in den Raum, in dem das Kind lag.
Er fasste das Kind an der Hand
und sagte zu ihm: Talíta kum!,
das heißt übersetzt:
Mädchen, ich sage dir, steh auf!
Sofort stand das Mädchen auf
und ging umher.
Es war zwölf Jahre alt.
Die Leute waren ganz fassungslos vor Entsetzen.
Doch er schärfte ihnen ein,
niemand dürfe etwas davon erfahren;
dann sagte er,
man solle dem Mädchen etwas zu essen geben.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Zwei Erzählungen sind in einer kunstvoll gestalteten Komposition verbunden: die Heilung der "blutflüssigen" Frau (ständige Menstruation) und der Totenauferweckung der Tochter des Synagogenvorstehers Jairus. Zahlreich sind auch die Entsprechungen und Querverweise: beide sind weiblich, die eine zwölf Jahre krank, die andere 12 Jahre alt, ärztliche Hilfe ohne Erfolg oder ohnehin zu spät – und beide werden als "Tochter" bezeichnet: die jüngere im wörtlich-genealogischen Sinn, die ältere im soteriologisch-übertragenen Sinn. Die Heilung bzw. Auferweckung erfolgt zwar durch Berührung, passiv und aktiv, aber von entscheidender Bedeutung ist der Glaube (VV 34.36, vgl. 16,16). Beide werden durch Jesus "gerettet", aber beide sind keineswegs nur Empfänger!
Der Wunderzyklus 4,35-5,43 ist eine Antwort auf die in 4,41 gestellte Frage: "Wer ist dieser?"
In den ältesten christlichen Textzeugnissen spielen Wunder keine Rolle. Erst Markus entfaltet sein Evangelium mit den Zeichen, die die "Fülle der Zeit" und das gekommene Reich Gottes (1,15) offenbaren.
Die Volksmenge allerdings kommt über die Kulisse nicht hinaus. Beide Erzählungen sind intim gestaltet. Das in Vers 43 formulierte, für Markus typische Schweigegebot, kontrastiert das Entsetzen der "Leute". Sosehr Wunder für Gottes Reich stehen, so wenig eignen sie sich für Massenerscheinungen. Markus stellt Innenräume vor, in denen Zeichen Gottes Gegenwart erfahrbar machen. Es ist der Glaube, der wahrnimmt, bittet und bezeugt.
Der Name Jairus ist programmatisch. Je nach hebr. Lesart "Gott wird erstrahlen" / "Gott wird erwecken" wird das Ziel der Geschichte, die Epiphanie Gottes, im Zeichen der Auferstehung angedeutet.
Traditionsgeschichtlich ist auf die Elija-Elischa-Überlieferung zu verweisen (1 Kön 17,17-24; 2 Kön. 4,8-37), die bei Markus christologisch überboten wird: Jesus ist mehr als ein Prophet. Er vertritt in beiden Geschichten Gott selbst.
Wer mehr wissen möchte, findet eine gute Hilfe unter:
http://www.perikopen.de/Lesejahr_B/13_iJ_B_Mk5_21-43_Schumacher
Nach alter kirchlicher Überlieferung gilt der hl. Markus als Verfasser des ältesten der drei Evangelien. Als Verfassungsort gilt Rom, das Entstehungsdatum ist gegen 70 n. Chr. Markus sammelte Geschichten über Jesus, vor allem Wundererzählungen und ordnete diese Stoffe zeitlich und sachlich, um sie zu einem Ganzen zu vereinen.
Gott hat durch Jesus seinen Willen offenbart: Die Menschen zu retten. Jesus ist der verheißene Messias und durch sein Wirken ist die Zeit der Gnade gekommen. Jesus überwindet das Unheil, die Herrschaft des Bösen, vergibt Sünden und predigt das Reich Gottes. Die bedrängten ersten Christen will der Verfasser durch seine Botschaft ermuntern, diesem Jesus - dem Messias - auch in Verfolgung und Leid treu zu bleiben.
Im heutigen Evangelium sind zwei Wundererzählungen miteinander verknüpft: die Heilung der blutflüssigen Frau und die Auferweckung des toten Mädchens. Markus berichtet, dass Jesus Macht über Krankheit und sogar über den Tod hat. Diese Eigenschaft Jesu macht ihn faszinierend und erschreckend für die Menschen seiner Zeit. Ob die Menschen, die dabei waren, durch diese Geschehnisse zum Glauben gefunden haben wird uns nicht mitgeteilt. Doch den Vater des gestorbenen Mädchens hat Jesus zum Glauben an das Unmögliche ermutigt.
Die Langversion der Evangeliumsperikope umfasst zwei ineinander komponierte Wundergeschichten: Mk 5,21-24. 35-43 beschreibt die Auferweckung der Tochter des Jaïrus und in diese Geschichte verwoben findet sich der Bericht von der Heilung der blutflüssigen Frau (Mk 5,25-34). Beide Geschichten bieten eine Fülle an Auslegungsmaterial, das hier nicht diskutiert werden kann.
Die Erzählungen verdeutlichen die Aussageabsicht des Evangelisten: Der Gottessohn ist Herr über die Grenzen der menschlichen Existenz, sogar noch über den Tod. Voraussetzung, dass der Mensch dies erfahren kann, ist der Glaube - er allein hilft, Mauern zu überspringen. Um dies noch eindrücklich hervorzuheben, wird der Glaube der Protagonisten in beiden Geschichten kontrastiert mit dem Unverständnis der Anderen: Bei der Heilung der Frau sind es sogar Jesu Jünger, die nicht verstehen, was vor sich gegangen ist (Vers 31); vor der Erweckung des Mädchens versuchen die Menschen, Jaïrus von Jesus abzuhalten (Vers 35).
Heutige Leser oder Hörerinnen tun sich mit solch plastischen Wundergeschichten oft schwer. Denn als Tatsachenberichte sind sie nach unserem heutigen Realitätsverständnis unglaublich: Eine Heilung durch die Berührung der Kleidung Jesu erscheint uns als magische Handlung. Und die Wiederbelebung eines Leichnams und die Rückkehr ins irdische Leben widerspricht völlig unserer Erfahrung. Aber solange wir in der Tatsachenfrage stecken bleiben, kann uns die tiefere Bedeutung des Textes nicht erreichen.
Dabei kann diese Erzählung uns heute auf verschiedenen Ebenen ansprechen. Literarisch betrachtet handelt es sich hier um zwei ursprünglich selbständige Wundergeschichten. Sie wurden nachträglich "verschachtelt", so dass die Auferweckung den Rahmen und den Höhepunkt des Ganzen bildet. Beide Erzählungen enthalten typische Motive von Heilungswundererzählungen und zielen auf den Glauben der Zuhörer. Das Evangelium führt uns auf zweierlei Weise einen Glauben vor Augen, der Berührungstabus bricht und der Gott alles zutraut, auch den Sieg über den Tod.
Auch von Thema und Struktur des inneren Prozesses her gehören die beiden Erzählungen zusammen. Die blutflüssige Frau wird beschrieben als jemand, dessen Lebenskraft sinnlos und fruchtlos verströmt. Wie viele andere Frauen - auch heute - sieht diese Frau ihre Lebensaufgabe darin, sich für andere zu verausgaben. Über diesem einseitigen Geben vernachlässigt sie, sich selbst das zu nehmen, was sie braucht und ihr zusteht. Erst als sie ganz am Ende ihrer Lebenskraft ist und Jesus begegnet, hat sie den Mut, für sich selbst zu sorgen: An diesem Wendepunkt ihres Lebens besitzt sie sogar die Kühnheit, ein Tabu zu brechen und als "Unreine" Jesus zu berühren. Das macht uns heute Mut, uns selbst zu nehmen, was wir für ein erfülltes Leben brauchen.
Das zwölfjährige Mädchen verliert schon alles Leben, bevor ihr Leben als Erwachsene überhaupt richtig beginnt. Die Schilderung ihres Vaters lässt ahnen, dass er sein "Töchterlein" klein und abhängig halten will. Übertriebene Fürsorge ist aber nicht hilfreich, sondern wirkt erdrückend. Häufig verlangen solche Eltern als Gegenleistung, dass das Kind, für das sie ja alles geben, sein eigenes Leben aufgibt. Ganz anders geht Jesus mit dem Mädchen um: Allen Totenklagen zum Trotz traut er ihr ein eigenes Leben zu, nimmt sie an der Hand, so dass sie aufstehen und auf eigenen Füßen stehen kann. Dieses Verhalten Jesu zeigt uns, wie auch wir auf lebendig machende Weise miteinander umgehen können.
Für Frauen hat der ganze Bibeltext noch einmal eine besondere Relevanz: Es geht hier auch um die Frage, wie Frau-Werden und Frau-Sein gelingen kann.
Claudia Simonis-Hippel, in: Gottes Volk B 6/2006, Bernhard Krautter/Franz-Josef Ortkemper (Hg.), Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2006, S. 13-24.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
fuhr Jesus im Boot
an das andere Ufer des Sees von Galiläa hinüber
und eine große Menschenmenge versammelte sich um ihn.
Während er noch am See war,
kam einer der Synagogenvorsteher namens Jaírus zu ihm.
Als er Jesus sah,
fiel er ihm zu Füßen
und flehte ihn um Hilfe an;
er sagte: Meine Tochter liegt im Sterben.
Komm und leg ihr die Hände auf,
damit sie geheilt wird und am Leben bleibt!
Da ging Jesus mit ihm.
Viele Menschen folgten ihm und drängten sich um ihn.
Unterwegs kamen Leute,
die zum Haus des Synagogenvorstehers gehörten,
und sagten zu Jairus: Deine Tochter ist gestorben.
Warum bemühst du den Meister noch länger?
Jesus, der diese Worte gehört hatte,
sagte zu dem Synagogenvorsteher: Fürchte dich nicht!
Glaube nur!
Und er ließ keinen mitkommen
außer Petrus, Jakobus und Johannes,
den Bruder des Jakobus.
Sie gingen zum Haus des Synagogenvorstehers.
Als Jesus den Tumult sah
und wie sie heftig weinten und klagten,
trat er ein
und sagte zu ihnen: Warum schreit und weint ihr?
Das Kind ist nicht gestorben,
es schläft nur.
Da lachten sie ihn aus.
Er aber warf alle hinaus
und nahm den Vater des Kindes und die Mutter
und die, die mit ihm waren,
und ging in den Raum, in dem das Kind lag.
Er fasste das Kind an der Hand
und sagte zu ihm: Talíta kum!,
das heißt übersetzt:
Mädchen, ich sage dir, steh auf!
Sofort stand das Mädchen auf
und ging umher.
Es war zwölf Jahre alt.
Die Leute waren ganz fassungslos vor Entsetzen.
Doch er schärfte ihnen ein,
niemand dürfe etwas davon erfahren;
dann sagte er,
man solle dem Mädchen etwas zu essen geben.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Nähe und Berührung kann Unerwartetes auslösen, ja sogar heilen, wie uns der Evangelist Markus berichtet. Diese Nähe brauchen auch heute Menschen, auf diese Nähe warten auch heute Menschen.
„Wunder geschehn“ heißt es in einem Lied der deutschen Sängerin Nena, vielleicht kennen Sie es. Können wir das heute tatsächlich glauben? Gibt es sie immer noch, diese Wunder, oder sind das alte Geschichten aus einer vergangenen Zeit, die nichts mehr mit unserem Leben zu tun haben?
Gleich zwei Wundergeschichten verknüpft der Evangelist Markus im heutigen Evangelium. Während Jesus unterwegs zum Haus des Synagogenvorstehers Jairus ist, um dessen kranke Tochter zu heilen, erfahren wir von einer Frau, die schon 12 Jahre lang an Blutungen leidet. Sie hat wohl von Jesus gehört und setzt ihr ganzes Vertrauen darauf, ihn oder wenigstens seine Kleidung zu berühren, um geheilt zu werden. Und so geschieht es auch: Jesus lässt sich von dieser Frau berühren und sofort spürt sie eine Veränderung. Jesus spürt ebenso, dass etwas Besonderes geschehen ist. Als sich die Frau zu erkennen gibt, entlässt er sie mit den Worten: "Dein Glaube hat dich gerettet."
Die Tochter des Jairus wird ebenfalls aufgrund des tiefen Glaubens ihres Vaters gerettet, Jesus erweckt sie vom Tod zu einem neuen Leben als junge Frau. Diejenigen, die das mitbekommen, freuen sich nicht, sondern sind fassungslos vor Entsetzen. Wer weiß, wie ich reagiert hätte, wäre ich dabei gewesen…
Markus verbindet die beiden Geschichten durch einige Stichworte: berühren, glauben, heilen bzw. retten und durch die Zahl 12, die anzeigt, dass Jesus für das ganze Volk Israel gekommen ist.
Wesentlich ist für mich in den beiden Geschichten, dass Jesus sich berühren lässt. Er lässt sich auch heute berühren von Frauen, die sich ihr Leben lang verausgaben und aufopfern, denen die Energie fehlt, auch mal sich selbst etwas Gutes zu tun. Er lässt sich berühren von Frauen, mit denen die Kirche sich schwertut, weil diese Frauen ihre Stimme erheben, von ihren Berufungsgeschichten erzählen und nicht ernst genommen werden. Er lässt sich berühren von Jugendlichen, die an der Schwelle zum Erwachsenwerden manchmal wie tot sind, weil sich niemand richtig um sie kümmert, weil sie während der Pandemie keine Sozialkontakte hatten, weil sie in einem Flüchtlingslager leben, wo es keine Perspektive gibt. Es ist gut, dass Jesus sich berühren lässt.
Gleichzeitig muss auch ich mich berühren lassen und aufmerksam sein für die oft versteckte Not und das Leid anderer. Als Christin darf ich nicht wegschauen, sondern es ist meine Aufgabe, mich meinen Mitmenschen zuzuwenden. Zuwendung, Zuspruch und manchmal eine Berührung tun gut, wenn Menschen verzweifelt sind und das Gefühl haben, dass sie jetzt nur mehr ein Wunder retten kann. Wenn ich durch meinen Glauben mit Jesus verbunden bleibe, kann ich seine heilsame Nähe spürbar und für Menschen von heute erlebbar machen. Sakrament nennt die Kirche die Zeichen der spürbaren Nähe Gottes, doch er wirkt auch durch und Menschen, jetzt und hier.
So können wir mit Nena singen: Wunder geschehn, ich hab’s gesehn.
In Wundergeschichten wird Unmögliches möglich. Sie zeigen und führen uns in eine andere Welt. Wunder geschehen, wo Menschen dem Leben trauen und einander liebend begegnen.
Zwei Wunder erzählen von Menschen, die vom Leid hart getroffen sind. Sie glauben daran, dass sie, wenn sie Jesus berühren, Gott eine Kraft schenkt, die Leben rettet und heil werden lässt. Markus verwebt die zwei Erzählungen, die bezeugen „Wer glaubt, braucht keine Furcht zu haben“ kunstvoll ineinander.
In der Lesung aus dem 2. Korintherbrief fordert Paulus seine Adressaten auf, zur Unterstützung der verarmten Gemeinde in Jerusalem Geld zu sammeln. Er begründet dies mit der Feststellung, dass sie an allem reich seien und Solidarität üben sollten.
Jesus erhörte die Bitte des Jairus und erweckte dessen Tochter zu neuem Leben. Erhört Gott jedoch jedes Gebet? Oft erhört er unsere Gebete anders, als wir es wünschen. Manchmal geschehen sogar "Wunder", manchmal bekommen wir ein Nein zur Antwort. Wir können jedoch sicher sein, Christus ist uns immer nahe, gleich wie die Antwort auf unser Bitten ausfällt.
Angesichts der unbegreiflichen Amokfahrt eines jungen Mannes und des Schreckens, den er angerichtet hat, stellt sich die Frage, was die verheißungsvollen Zusagen der Lesung aus dem Buch der Weisheit noch bedeuten können. Ist Gott ein Gott des Lebens? Wir sind als Gottes Ebenbild geschaffen. Dem gilt es nachzugehen und daraus Kraft und Zuversicht zu schöpfen.
Dieser Tage fährt durch unsere Gegend ein Omnibus mit der großen Aufschrift: "Es gibt (mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit) keinen Gott." Die Aktion geht von London aus, wo ein ganzes Großaufgebot solcher Omnibusse durch die Straßen fuhr.
Dahinter steht der amerikanische Wissenschaftler Dawkins, der geradezu als Missionar der Gottlosigkeit auftritt. Dass er eine große Anhängerschaft hat, basiert auf einer immerwährenden Grundfrage des Menschen: Woher kommen Leid und Tod in der Welt? Und welchen Anteil haben die Religionen daran.
Woher kommen Leid und Tod in der Welt? Es fällt dem heutigen Menschen zusehends schwerer, an Gott zu glauben, weil er sich angesichts der Massenhaftigkeit von Mord, Gewalttat, der Zahl an Kriegstoten, dem Elend, der Krankheit, des Hungers einer ganzen Milliarde von Menschen fragt: "Wenn es wirklich einen Gott gibt, der allmächtig ist und der die Menschen wie ein Vater liebt, warum lässt er die Menschheit so leiden?" Der Schriftsteller Georg Büchner hat diese Frage in das Wort zusammengefasst: "Leid und Tod, das ist der Fels des Atheismus". Leid und Tod, so will er sagen, sind ein unerschütterlicher Beweis, dass es Gott nicht gibt.
Aber der Zweifel an Gottes Gegenwart und Dasein ist nicht neu. Das Buch der Weisheit, aus dem die heutige Lesung entnommen ist, 150 vor Christus verfasst, kreist vor allem um dieses Thema: Warum ist die Welt von Leid und Tod beherrscht? Auch vor zweitausend Jahren fragte man also schon und war im Zweifel über die Existenz eines guten Weitschöpfers.
Wir müssen uns klar darüber sein, dass dieses Grundproblem der Menschheit nicht in einer kurzen Predigt beantwortetet werden kann, auch in einer langen nicht. Aber einiges kann man dazu überlegen.
Sehen wir uns also die Lesung an. »Gott hat den Tod nicht gemacht, und hat keine Freude am Untergang der Lebenden. Zum Dasein hat er alles geschaffen, und heilbringend sind die Geschöpfe der Welt. «
Woher dann das Todesschicksal? »Durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt, und ihn erfahren alle, die ihm angehören.« Der Neid des Teufels ist schuld? Wir brauchen nur ein einziges Faktum in unserer Gegenwart anzuschauen: Eine Milliarde Menschen hungert und ist vom Hungerstod bedroht, obwohl es genügend Nahrung in der Welt gibt, um jeden satt zu machen. Und warum werden sie nicht satt? Weil die Güter dieser Welt absolut ungerecht verteilt sind, weil es Menschen gibt, die in teuflischer Gier alles an sich zu reißen suchen. Gerade in der gegenwärtigen Wirtschafskrise erfährt man, wer alles an diesem Zusammenbruch schuld war und welche unglaubliche Verantwortungslosigkeit in den mittleren und höheren politischen und wirtschaftlichen Etagen geherrscht hat. Aber denken wir nicht nur an die großen Raffer, auch bei den kleinen Leuten wird gerafft. Egoismus, Sünde bringt viel Leid und Tod in die Welt.
Aber dies allein kann nicht die ganze Ursache von Leid und Tod sein. Der heutige Mensch wird auf die Evolutionstheorie verwiesen, die heute auch von der Kirche anerkannt wird. (Johannes Paul II., 22. 10. 1996). Sie zeigt uns mit erdrückenden Beweisen, dass Leben ohne Tod nicht denkbar, dass der Tod untrennbar mit dem Leben verbunden ist. In mehr als drei Milliarden Jahren haben sich aus primitiven Lebensvorstufen die Pflanzen und Tiere entwickelt, bis schließlich der Mensch entstehen konnte. Dies war nur dadurch möglich, dass Generation um Generation dahinstarb, um neuen Lebewesen Platz zu machen. Entwicklung heißt Veränderung, heißt Werden und Vergehen. Gott hat eine Werdewelt erschaffen, und diese ist ohne Tod nicht denkbar, der Tod ist eine Naturkonstante.
Aber damit kommen wir erst recht zum Fragen. Die Natur ist doch die Schöpfung Gottes, also hat Gott den Tod in der Natur nicht nur geduldet sondern herbeigeführt. Aber nach heutiger wissenschaftlicher Weltsicht hätte es ohne Entwicklung, ohne das Werden und Vergehen, nicht diese Welt von so unglaublicher Vielfalt des Lebens geben können. Denn nur weil Gott Freude am Leben hat, ist auf diesem Planeten Erde, der einmal so wüst und leer war wie der Mond, das Leben in Überfülle entstanden. »Gott hat alles zum Dasein geschaffen, und heilbringend sind die Geschöpfe der Welt. «
Wenn der Tod nun eine grundlegende Naturkonstante ist, dann kann nicht stimmen, was wir eben aus dem Buch der Weisheit vernommen haben: »Durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt, und ihn erfahren alle, die ihm angehören»? Ja sterben denn nur die bösen Menschen? Es sterben doch alle! Dem Verfasser des Buches der Weisheit musste man dies nicht erst erzählen, aber er versteht unter Tod etwas Umfassenderes, nicht nur Tod und Leben im Diesseits, sondern auch im Jenseits. Er will sagen: Sterben muss jeder, aber der irdische Tod hat jeweils einen anderen Sinn für den guten wie für den bösen Menschen. Tod ist für den guten Menschen Übergang und Vollendung, denn der ewige Gott hat "den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen und ihn zum Bild seines eigenen Wesens gemacht." Wer aber in dieser Welt in Gewissenlosigkeit und Rücksichtslosigkeit, Gier und Eigensucht lebt, da hat das göttliche Bild in sich verzerrt und entstellt, dem ist der Tod Ende, Gericht und Schrecken.
Und so dürfen wir, wenn auch oft mit Zweifeln beladen, hoffen, dass Gott für den Menschen ewiges Leben will. In einer alten Übersetzung der Ostersequenz heißt es: "Tod und Leben da kämpften seltsamen Zweikampf. Der Fürst des Lebens, dem Tode erliegend, herrscht als König und lebt." Christus der Auferstandene ist der Fürst des Lebens. Und so dürfen wir hoffen, dass er uns einst aufnimmt in sein Reich.
Lieder:
GL 103: Dieser Tag ist Christus eigen
GL 142: Zu dir, o Gott, erheben wir
GL 143: Mein ganzes Herz erhebet dich
GL 267: O Mensch bewein dein Sünde groß
GL 336: Jesus lebt, mit ihm auch ich
GL 360: Macht weit die Pforten in der Welt!
GL 362: Jesus Christ, you are my life
GL 365: Meine Hoffnung und meine Freude
GL 377: O Jesu, all mein Leben bist du
GL 385: Nun saget Dank und lobt den Herren
GL 389: Dass Du mich einstimmen lässt in deinen Jubel o Herr
GL 392: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren
GL 393: Nun lobet Gott im hohen Thron
GL 395: Den Herren will ich loben, es jauchzt in Gott mein Geist
GL 396: Lobt froh den Herrn
GL 405: Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen
GL 409: Singt dem Herrn ein neues Lied
GL 414: Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
GL 416: Was Gott tut, das ist wohlgetan
GL 422: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
GL 423: Wer unterm Schutz des Höchsten steht
GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen
GL 439: Erhör, o Gott, mein Flehen
GL 464: Gott liebe diese Welt
GL 465: Das Jahr steht auf der Höhe
GL 552: Herr, mach uns stark im Mut, der dich bekennt
GL Ö875: Preiset den Herrn, denn er ist gut
Psalmen und Kehrverse:
GL 37: Der Herr ist mein Hirt; er führt mich an Wasser des Lebens. - Mit Psalm 23 - VI.
GL 38: Der Herr ist mein Licht und mein Heil - Mit Psalm 27 - IV.
GL 629,1-2: Du führst mich hinaus ins Weite, du machst meine Finsternis hell. - Mit Psalm 30 - I.
Leid, Schmerz, Tod sind Erfahrungen menschlichen Lebens, die uns manchmal verzweifeln lassen. Die heutigen Texte rufen uns dazu auf, unsere Augen nicht davor zu verschließen und füreinander das zu tun, was uns in der jeweiligen Situation gerade möglich ist.
Herr Jesus Christus,
du willst Leben in Fülle für alle Menschen.
Kyrie eleison.
Herr Jesus Christus,
du bietest uns das Geschenk des Glaubens an.
Christe eleison.
Herr Jesus Christus,
dein Heiliger Geist treibt uns an zum Guten.
Kyrie eleison.
Herr, Jesus Christus,
du hast, wie der Vater, keine Freude an unserem Untergang,
darum hast du dich den Menschen geschwisterlich liebend, zusprechend und heilend zugewandt.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
deinen Auftrag vom Vater hast du bist in die letzte Konsequenz ernst genommen,
damit wir eine Hoffnung über den Tod hinaus haben.
Christus, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
dir war jeder willkommen mit dem, was er hat,
und du fragtest nicht nach dem, was er nicht hat und nicht vermag.
Der gute Wille allein zählte und reichte dir aus.
Herr, erbarme dich.
Du sprichst auch uns zu:
„Talita kum, steh auf.“
Schenke uns Kraft und Zuversicht,
dieser Aufforderung nachzukommen –
für ein Heute, ein Morgen, ja, für immer.
Herr,
wir kennen viele Leidensgeschichten.
Oft verstummen wir hilflos.
Herr, erbarme dich.
Christus,
du hast kranke und verlorene Menschen geheilt.
Dem Tod hast du die Macht genommen.
Christus, erbarme dich.
Herr,
schenke uns eine Haut, die sich berühren lässt.
Und Worte, die achtsam und liebevoll sind.
Herr, erbarme dich.
Talita kum, steh auf, sagst du.
Im Bann des Bösen können wir nicht leben.
Du schenkst uns Kraft und Hoffnung.
Dich loben wir:
Ehre sei Gott in der Höhe!
Gott, unser Vater,
du hast uns in der Taufe zu Kindern des Lichtes gemacht.
Laß nicht zu,
daß die Finsternis des Irrtums über uns Macht gewinnt,
sondern hilf uns, im Licht deiner Wahrheit zu bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 13. Sonntag im Jahreskreis
Du, Gott, hast viele Wunder an einander gereiht.
Wunder, die von Berührungen erzählen,
von heilvollen Begegnungen,
von überraschenden Entdeckungen.
Schenke uns den Mut,
uns nicht von alten Erfahrungen
und müden Träumen leiten zu lassen,
schenke uns die Kraft,
mit deinem Wort eine neue Welt zu gestalten!
Dann verwandeln sich leidvolle Geschichten
in Geschichten der Hoffnung und der Liebe
in Christus, unserem Freund und Herrn.
Gott kennt unsere Sorgen und Nöte.
Voll Vertrauen kommen wir mit unseren Anliegen zu ihm und bitten:
Für alle, die sich für die Verkündigung des Frohen Botschaft einsetzen.
Für alle, die sich um ein gutes Miteinander von Menschen verschiedener Religionen und Kulturen einsetzen.
Für alle, die auf der Flucht sind und keine Hoffnung haben.
Für alle, die unheilbar krank sind.
Für alle, die in diesen Tagen unterwegs sind.
Guter Gott,
dir vertrauen wir und danken dir, dass du uns erhörst.
Wir loben und preisen dich, jetzt und in Ewigkeit. - Amen.
Wer glaubt, greift nicht ins Leere.
Er weiß, dass Gottes Hand ihn auffängt.
In diesem Vertrauen lasst uns den Vater bitten:
Hilf allen, denen in deiner Kirche ein Amt anvertraut ist, deine Botschaft anderen verständlich und mit Begeisterung weitergeben zu können.
Erfülle die Verantwortungsträger in Politik und Gesellschaft mit innovativen Ideen, wie sie zum Ausgleich unter den verschiedenen Gesellschaftsschichten beitragen können.
Lass alle Lehrkräfte, Jugendliche und Kinder nach diesem durch die Umstände problematischen Schuljahr in den kommenden Ferien anregende und interessante Begegnungen erfahren.
Hilf uns, die Begabungen und Talente der anderen zu erkennen und sie als Bereicherung und Ergänzung unserer eigenen Fähigkeiten schätzen zu lernen.
Tröste alle, die sich in den Monaten der Pandemie von ihren Angehörigen nicht so verabschieden konnten, wie sie es sich gewünscht hätten, und ihre Trauer noch nicht verarbeiten können.
Guter Gott,
du öffnest uns mit deinen Zusagen ein Leben in Hoffnung und Zuversicht.
Dafür danken wir dir jetzt und allezeit. - Amen.
Herr, unser Gott,
in den Geheimnissen, die wir feiern,
wirkst du unser Heil.
Gib, daß wir den Dienst an diesem Altar würdig vollziehen,
von dem wir deine Gaben empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 13. Sonntag im Jahreskreis
Kehrvers
Ich will dir danken, weil du meinen Namen kennst, Gott meines Lebens. (GL 433,1)
Guter und menschenfreundlicher Gott.
Wir danken dir für das Geschenk des Lebens
und für die Schöpfung,
in der dein Heiliger Geist auch heute wirkt.
Wie wunderbar hast du alles gestaltet
und uns Menschen zu einem Teil deiner Schöpfung gemacht.
Kehrvers
Wir danken dir für deine Nähe zu uns Menschen,
die in deinem Sohn Jesus Christus greifbar und spürbar wird.
Er hat sich vom Leid der Menschen berühren lassen
und tut es auch heute noch.
Ihm ist nichts Menschliches fremd,
er wendet sich auch heute den Armen und Leidgeplagten zu.
Kehrvers
Wir danken dir für deinen Heiligen Geist,
der in uns betet, wenn wir verstummen,
wenn wir vor Kummer erstarren.
Dein Geist schenkt uns Kraft und Durchhaltevermögen
und stärkt uns in schweren Zeiten.
Kehrvers
Wir danken dir und preisen dich, guter Gott.
Voll Freude singen wir dein Lob.
(Loblied)
Kehrvers:
Preiset den Herrn zu aller Zeit, denn er ist gut. (GL Ö875)
Oder:
Singt dem Herrn, alle Lander der Erde,
singt dem Herrn und preist seinen Namen. (GL 54,1)
Guter Gott und Vater, wir treten vor dich,
um dir unseren Dank und unseren Lobpreis darzubringen.
Denn zum Dasein hast du alles geschaffen
und du hast keine Freude am Untergang der Lebenden..
Den Menschen hast du zur Unvergänglichkeit berufen
und zum Abbild deines eigenen Wesens gemacht.
Kehrvers
Jesus von Nazareth hat deine Liebe zum Leben
in Wort und Tat verkündet.
Er hat Menschen in ihrer Lebensnot wahr- und ernstgenommen
und jene in die Mitte gerückt,
die von der Gesellschaft an den Rand gedrängt wurden.
Kehrvers
Er hat uns gelehrt, die Not unserer Nächsten wahrzunehmen
und zu helfen, wo Menschen in Bedrängnis geraten sind.
Er gibt uns die Kraft,
allen Raum und Aufmerksamkeit zu schenken,
die auf unsere Hilfe angewiesen sind.
Kehrvers
Wir danken dir, dass er gekommen ist,
damit wir das Leben haben und es in Fülle haben
Mit allem, was atmet, singen wir zu deinem Lob und Dank:
Danklied, z. B. Nun danke alle Gott (GL 405)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dein Gnade zu rühmen.
So sehr hast du die Welt geliebt,
daß du deinen Sohn als Erlöser gesandt hast.
Er ist uns Menschen gleich geworden
in allem, außer der Sünde,
damit du in uns lieben kannst,
was du in deinem eigenen Sohne geliebt hast.
Durch den Ungehorsam der Sünde
haben wir deinen Bund gebrochen,
durch den Gehorsam deines Sohnes
hast du ihn erneuert.
Darum preisen wir das Werk deiner Liebe
und vereinen uns mit den Chören der Engel
zum Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ....
MB Sonntage 7
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
Ich sage dir: Steh auf
Steh auf
auch wenn alle meinen: Tot ist tot
Steh auf
wenn dich etwas umgeworfen hat
Steh auf
wenn du meinst, es geht nicht mehr
Steh auf
wenn du unendlich müde und ausgelaugt bist
Steh auf
wenn du niedergeschlagen bist
Steh auf
wenn du meinst, das Leben hat keinen Sinn
Steh auf
und lass dich von Jesus ansprechen
lass dich von ihm berühren
lass dich heilen
Er sagt auch zu dir: Steh auf
geh in Frieden
und glaube
Gütiger Gott,
die heilige Opfergabe,
die wir dargebracht und empfangen haben,
schenke uns neues Leben.
Laß uns Frucht bringen in Beharrlichkeit
und dir auf immer verbunden bleiben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 13. Sonntag im Jahreskreis
Jesus Christus,
du willst auch in unserem Leben heilsam wirken,
schaust uns an mit Leib und Seele.
Du siehst unsere Bedürftigkeit, Fehler und Verstrickungen,
aber auch unseren guten Willen.
Wir bitten dich,
schenke uns ein Gespür dafür,
wo du heilbringend an uns wirken willst
und mache uns zu Menschen,
die auch ihre Mitmenschen sehen –
so wie sie sind –
und befähige uns,
ihnen nach deinem Vorbild zu begegnen.
Amen.
Hände – Dir entgegen.
Hände – um zu geben.
Hände – zum Empfangen.
Hände – gehalten auch im Bangen.
Hände – Dir zu reichen.
Hände – um zu streicheln.
Hände – Gott entgegen.
Erfüll DU, HERR,
sie mit Leben.
Beatrix Senft, unveröffentlicht
Das könnte den Herren der Welt ja so passen,
wenn erst nach dem Tode Gerechtigkeit käme,
erst dann die Herrschaft der Herren,
erst dann die Knechtschaft der Knechte
vergessen wäre für immer.
Das könnte den Herren der Welt ja so passen,
wenn hier auf der Erde stets alles so bliebe,
wenn hier die Herrschaft der Herren,
wenn hier die Knechtschaft der Knechte
so weiterginge wie immer.
Doch ist der Befreier vom Tod auferstanden,
ist schon auferstanden, und ruft uns jetzt alle
zur Auferstehung auf Erden,
zum Aufstand gegen die Herren,
die mit dem Tod uns regieren.
Kurt Marti,
https://wurfbude.wordpress.com/2014/04/21/kurt-marti-anderes-osterlied/
Ich hoffe auf Dich Gott
Du neigst Dich mir zu
und hörst mein Schreien
Auch in Zeiten der Oberflächlichkeit
und der Resignation
traue ich Dir wundervolles zu
Du
durchbrichst unsere Gleichgültigkeit
Du
durchkreuzt unsere Kleinherzigkeit
Du
heilst unsere Lahmheit
holst uns heraus aus Sattheit und Langeweile
stiftest uns zum sinnvollen Handeln an
damit wunderbares geschieht und
Menschen sich neu begegnen können
Türen und Herzen sich zur Gastfreundschaft öffnen
Dank
sei Dir immer gesungen
(Nach Psalm 40,2)
Aus: Pierre Stutz, Du hast mir Raum geschaffen. Inspiriert von den Psalmen. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2003.
Wenn die Leute dir sagen:
"Kümmere dich nicht
soviel
um dich selbst"
dann sieh dir
die Leute an
die dir das sagen:
An ihnen kannst du erkennen
wie das ist
wenn einer
sich nicht genug
um sich selbst
gekümmert hat
Aus: Erich Fried, Beunruhigungen, Gedichte. Wagenbach-Verlag, Berlin 1985.
Lesung aus dem Buch Jesaja.
In jener Zeit
sprach der HERR zu Ahas und sagte:
Erbitte dir ein Zeichen vom HERRN, deinem Gott,
tief zur Unterwelt oder hoch nach oben hin!
Ahas antwortete:
Ich werde um nichts bitten
und den HERRN nicht versuchen.
Da sagte er: Hört doch, Haus Davids!
Genügt es euch nicht, Menschen zu ermüden,
dass ihr auch noch meinen Gott ermüdet?
Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben:
Siehe, die Jungfrau hat empfangen,
sie gebiert einen Sohn
und wird ihm den Namen Immanuel geben.
Er wird Butter und Honig essen
bis zu der Zeit, in der er versteht,
das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen.
Denn noch bevor das Kind versteht,
das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen,
wird das Land verlassen sein,
vor dessen beiden Königen dich das Grauen packt.
Der HERR wird Tage kommen lassen über dich,
über dein Volk und über das Haus deines Vaters,
wie sie nicht gekommen sind seit dem Tag,
an dem Efraim sich von Juda abwandte -
nämlich den König von Assur!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Wie an den drei vorigen Sonntagen stammt die alttestamentliche Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja. Es ist einer der bekanntesten Texte des gesamten Buches und enthält die berühmte Weissagung von der Geburt des Immanuel, was übersetzt heißt "Gott ist mit uns". Das prophetische Wort Jesajas ergeht im Laufe eines Gesprächs an den jüdischen König Ahas während eines Krieges im Jahre 732 v. Chr.
Der König Ahas muß eine politische Niederlage hinnehmen und verschanzt sich in Jerusalem. Zugleich sieht er sich nach einem Bundesgenossen um, der ihm aus der Bedrohung helfen könnte. Er plant, den König von Assur um Hilfe anzugehen. Dies hätte nicht nur politische sondern auch religiöse Folgen gehabt: Die Staatsgötter der Schutzmacht müßten anerkannt werden, die Bilder im Tempel aufgestellt werden. In dieser Situation richtet Jesaia seine Botschaft an Ahas. Er fordert ihn auf, Assur nicht um Hilfe zu bitten, sondern allein der Hilfe Gottes zu vertrauen. Die vom König geforderte Entscheidung besteht in der Wahl zwischen der vertrauensvollen Treue zu Gott oder dem Abfall zu Götzen.
Verse 10-11: Im Auftrag Gottes will Jesaia Ahas zu einer klaren Glaubensentscheidung bewegen. Der Prophet fordert den König auf, sich ein Zeichen von Gott zu erbitten, das ihm Jahwes Gegenwart und Wirkmacht verbürgt. Das angebotene Zeichen soll dem Glauben des Ahas dienen.
Vers 12: Ahas lehnt es ab, ein Zeichen zu fordern, weil er angeblich den Herrn nicht versuchen will. Die Antwort, Gott nicht versuchen zu wollen, ist eine Ausrede und eine Verweigerung des Glaubens. Ahas zieht es vor, sich auf seine "Real-Politik" und nicht auf die Verheißung Gottes zu verlassen.
Vers 13: Gott läßt sich nicht "ausmanövrieren", schon gar nicht von frommen Sprüchen. Gottes Geduld mit dem König ist erschöpft, seine Langmut zu Ende.
Vers 14: Was der Prophet ausspricht, kann ein Heilswort gleichzeitig wie eine Gerichtsdrohung für Ahas sein. Er verheißt einen im Gegensatz zu Ahas stehenden Idealkönig; mit ihm soll nach vorausgegangener Katastrophe eine Ära paradiesischen Glücks anheben. Gott bleibt der David gegebenen Verheißung treu, wird jedoch die gegenwärtig regierenden Linie unterbrechen und einen Neubeginn setzen.
Haupthandelnder dabei ist der persönlich eingreifende Gott. Er wird sich bei seinem Eingreifen einer mit David verbundenen "Jung-Frau" bedienen, die an Gottes Gegenwart und Handeln glaubt und diesem ihrem Glauben Ausdruck verleiht, daß sie ihren Sohn Emmanuel, d.h. "Gott ist mit uns" nennt.
Kv - Herr, steh mir bei in meiner Not. - Kv
Bei dir, o HERR, habe ich mich geborgen,
lass mich nicht zuschanden werden in Ewigkeit!
Reiß mich heraus und rette mich in deiner Gerechtigkeit!
Neige dein Ohr mir zu und hilf mir! - Kv
Sei mir ein schützender Fels,
zu dem ich allzeit kommen darf!
Du hast geboten, mich zu retten,
denn du bist mein Fels und meine Festung. - Kv
Mein Gott, rette mich aus der Hand des Frevlers, /
Denn du bist meine Hoffnung, Herr und GOTT,
meine Zuversicht von Jugend auf.
Gott, bleib doch nicht fern von mir!
Mein Gott, eile mir zu Hilfe - Kv
Lesung aus der Offenbarung des Johannes.
Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel:
eine Frau, mit der Sonne bekleidet;
der Mond war unter ihren Füßen
und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.
Sie war schwanger
und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen.
Ein anderes Zeichen erschien am Himmel
und siehe, ein Drache, groß und feuerrot,
mit sieben Köpfen und zehn Hörnern
und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen.
Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel
und warf sie auf die Erde herab.
Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte;
er wollte ihr Kind verschlingen,
sobald es geboren war.
Und sie gebar ein Kind,
einen Sohn,
der alle Völker mit eisernem Zepter weiden wird.
Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt.
Die Frau aber floh in die Wüste,
wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte;
Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen:
Jetzt ist er da, der rettende Sieg,
die Macht und die Königsherrschaft unseres Gottes
und die Vollmacht seines Gesalbten;
denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder,
der sie bei Tag und bei Nacht vor unserem Gott verklagte.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Kapitel 12 - 14 gehören zu den Kernstücken der Offenbarung des Johannes. Der erste Teil dieses Kernstückes wird heute vorgelesen.
Der Text ist durchdrungen von mythischen Bildern. Hintergrund sind die konkreten Erfahrungen der christlichen Gemeinden (Verfolgung durch den römischen Staat; Vergöttlichung des römischen Kaisers usw. ...). Trotz aller schweren Bedrängnis soll und kann die Gemeinde zuversichtlich bleiben; der Sieg gehört Gott und dem Christus.
Das Bild der Himmelskönigin (mit Sonne bekleidet, auf einer Mondsichel stehend, am Haupt eine Krone von 12 Sternen) stammt aus der astralreligiösen Welt (vgl. auch die göttliche Mutter Ägyptens, Isis).
Im Judentum wurde den Gestirnen - im Gegensatz zu den anderen Völkern rundherum - keine göttliche Würde zuerkannt. Sonne, Mond und Sterne sind also für Johannes nur der Schmuck der Frau. Die Zwölfzahl deutet wohl darauf hin, daß sie das Gottesvolk der zwölf Stämme repräsentieren. Völker und Stämme wurden im alten Orient vielfach in Frauengestalt versinnbildlicht.
Die Frau am Himmel ist schwanger - sie soll den Messias gebären. Da dieser kein anderer als Jesus von Nazareth ist, könnte es nahe liegen, in der Himmelskönigin Maria, die Mutter Jesu, zu erkennen und sie als die mit der Sonne bekleidete Frau zu verehren. In diesem Sinne hat besonders die mittelalterliche Kirche das Bild verstanden und Maria als Himmelskönigin dargestellt. Die Exegeten sehen in der Frau aber eher das wahre Israel, das Gottesvolk des Alten und Neuen Bundes, aus dem Christus gekommen ist.
Die alten oder die chaotischen Mächte der Welt verkörpern auch das Bild des Drachens. Sie streiten als Widersacher gegen Gott. Das Bild vom Kampf des Drachens gegen die gebärende Frau findet sich in verschiedensten Kulturen, so auch in den griechischen Mythen. Für den Seher ist die Frau das wahre Israel und das Kind der Messias. Mit dem Kommen Jesu Christi hat der letzte Kampf begonnen. In dieser letzten Zeit wird aber auch der besondere Schutz Gottes zugesagt.
Die Offenbarung des Johannes, ein Trostbuch in der Verfolgungszeit, zeichnet am Beginn der heutigen Perikope das Bild von der siebenten Posaune. Sie verkündet die Herrschaft Gottes, die so sicher kommt, dass jetzt schon der Sieg in Jubel- und Dankliedern gefeiert werden kann. Die Danklieder sind aus Schriftzitaten aus dem Alten Testament zusammengesetzt.
Nun wird das Ende angekündigt. Jesus herrscht als König über die ganze Welt. Die Lade, die früher verborgen war, ist nun für alle sichtbar (19). Nun steht der Zugang zu Gott offen.
Im Kapitel 12-14, dem Kernstück des Buches, werden treibende Kräfte in der Geschichte gezeigt. Die hier vorgelegte Deutung der Geschichte geht nicht von den innerweltlichen Ursachen aus, wie es allgemein geschieht. Die Kirche muß sich in ihrer Geschichte mit Satan und seinem Treiben in der Welt auseinandersetzen. Der Ausgang dieses Kampfes ist der Sieg über Satan. Die Kirche wird befreit, wenngleich ihre Situation in der letzten Zeit aussichtslos erscheint. Am Ende wird das Lamm und sein Gefolge siegreich sein.
Die beiden Gegner (12,1-6) werden gezeigt: eine Frau von überirdischer Hoheit, das Gottesvolk - ein Drache, die gottfeindliche Macht mit unermesslicher Kraft, Satan. Die Geburt des männlichen Kindes, des messianischen Weltherrschers, konnte aber nicht verhindert werden. Der Messias wird zu Gott entrückt (Himmelfahrt). Die Frau, die Kirche, wird von Gott trotz aller Not der Drangsalszeit (1260 Tage - dreieinhalb Jahre - Zeit des Antichrist) bewahrt. Mit der Menschwerdung Jesu hat der Entscheidungskampf zwischen Gott und Satan um die Herrschaft über die Welt begonnen.
Der siegreiche Ausgang in diesem Kampf wurde schon in einem himmlischen Kampf vorgebildet. Der Erzengel Michael, der das Gottesvolk beschützt, und seine Engel besiegten Satan. Ein Hymnus besingt die Wende.
Halleluja. Halleluja.
Beim Kreuz Jesu stand seine Mutter!
Und Jesus sprach: Siehe, deine Mutter!
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter
und die Schwester seiner Mutter,
Maria, die Frau des Klopas,
und Maria von Magdala.
Als Jesus die Mutter sah
und bei ihr den Jünger, den er liebte,
sagte er zur Mutter:
Frau, siehe, dein Sohn!
Dann sagte er zu dem Jünger:
Siehe, deine Mutter!
Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Ikone der "Mutter von der immerwährenden Hilfe" drückt in vielen Nuancen aus, was Maria für gläubige Christen bedeutet. Sie ist Mutter des Erlösers, zeigt uns den Erlöser, der Kreuz und Leiden angenommen und überwunden ha. Sie blickt auf den jeweiligen Betrachter und zeigt, wie uns vom Erlöser geholfen wird.
Die Ikone der Mutter von der immerwährenden Hilfe entstand vermutlich im ausgehenden 14. Jahrhundert auf der Insel Kreta und kam später nach Rom. Dort wurde sie von Papst Alexander VI. in der Kirche des heiligen Apostels Matthäus aufgestellt und durch drei Jahrhunderte von den Gläubigen verehrt. Nachdem die Kirche des heiligen Matthäus 1798 zerstört worden war, geriet das Gnadenbild weithin in Vergessenheit. Durch eine Fügung wurde es wiederentdeckt und im Jahr 1866 von Papst Pius IX. den Redemptoristen anvertraut. Von dieser Zeit an lebte die Verehrung der „Mutter von der Immerwährenden Hilfe“ neu auf. Vor allem über die missionarische Tätigkeit der Redemptoristen erhielt dieser Titel Marias weite Verbreitung überall auf der Welt. Das renovierte Originalbild befindet sich in der Kirche Sant’ Alfonso an der Via Merulana in Rom. Kopien des Bildes finden sich heute überall in der Welt.
Die Ikone zeigt Maria und Jesus, Mutter und Kind. Das Kind sitzt auf dem Arm der Mutter wie ein Erwachsener: Es ist Jesus, der Erlöser.
Maria ist die Frau aus Israel und zugleich der Inbegriff Israels. In Maria kommt Israel, die Tochter Sion, zu sich selbst. Aus ihr geht der Messias hervor. In ihr erfüllt sich die Sendung Israels. Israel trägt in sich die Sendung, das Heil allen Völkern zu bringen: der Welt. Maria ist die Mutter Jesu. Und Jesus ist der Gesandte des Herrn, der Gesalbte des Herrn, der Messias, das Heil der Welt, das Licht für die Völker. Maria bringt das Heil, das Licht in die Welt.
Wenn man genauer hinschaut, sieht man, wie Jesus zum Engel schaut (als Gabriel gekennzeichnet), der das Kreuz zeigt. Auf der anderen Seite ein anderer Engel (als Michael gekennzeichnet), der Schwamm und Speer zeigt. Maria zeigt den Erlöser, der sein Leben am Kreuz vollenden wird. Die Ikone erinnert an den Weg des Erlösers in das Leiden, in die Hingabe für die Menschen bis in den Tod.
Der Gesamthintergrund der Ikone ist golden. Gold deutet auf das Geheimnis, auf Gott, auf die Herkunft dieses Kindes aus Gott. Die Schrift deutet: μητερ θεου, Mutter Gottes. Maria bringt den Erlöser von Gott her zu den Menschen.
Das heißt Maria bringt uns die Hilfe Gottes: Jesus ist der Messias, der Retter. Da uns Maria in Jesus die Hilfe bringt, ist sie die Mutter der immerwährenden Hilfe.
Der Blick Marias geht auf die Betrachter. Maria sah in Kana die Not des Ehepaares: „Sie haben keinen Wein mehr“. Zu Jesus und zum Vater erhöht sieht Maria mit Jesus auf die Menschen mit all ihren Nöten. Sie bleibt für immer die Not sehende, aufmerksame Mutter, die sensible Frau, die ein Auge hat für Leute und das, was sie brauchen.
Maria hat dabei das Kind auf dem Arm, das auf das Kreuz schaut. Maria hat den Weg Jesu kennengelernt, der ihn nach Jerusalem führte und ans Kreuz, aber gerade so zu den Menschen. Er hat alle Krankheiten und Leiden der Menschen auf sich genommen, interpretiert der Evangelist Matthäus das heilende Wirken Jesu. Maria zeigt uns die wirkliche Hilfe, wenn sie uns Jesus zeigt!
Maria ist als die Mutter Jesu die Tochter Sion, Zusammenfassung von Israel, Mutter Jesu, der von Gott kommt, Mutter des Erlösers. Sie ist aber auch die Christin, die an Jesus als den Messias, den Christus Glaubende. Sie ist Modell für christliches Leben, Modell für das, was Kirche-sein bedeutet.
Ja, Maria ist uns als Modell gegeben, wie wir für die Menschen da sein können und sollen. Die Kirche und wir als einzelne Christen und Christinnen haben die Berufung, zur Hilfe für die Mitmenschen zu werden.
Jeder mit seiner Begabung, mit seinem Charisma! Maria hat das Charisma der Mutter nicht nur Jesus gegenüber gelebt, sondern auch den anderen Menschen gegenüber, mit denen sie gelebt hat. Vom Kreuz aus sagt Jesus ausdrücklich im Blick auf den Jünger, den er liebt: „Siehe, deine Mutter!“ Er sagt es auch zu uns, zu jeder und zu jedem von uns! Der Jünger nahm sie zu sich, heißt es. Wir dürfen Maria zu uns nehmen und in der Gemeinschaft mit ihr einander zur Hilfe werden.
Wir verehren die Ikone der Mutter von der immerwährenden Hilfe – und sind eingeladen, nicht nur auf sie zu schauen, sondern uns auch von ihr anstecken zu lassen: mit unseren Begabungen und Möglichkeiten auf die Menschen um uns zu schauen!
Am 27. Juni feiern die Redemptoristen das Fest Mariens als der "Mutter von der Immerwährenden Hilfe". Wir schauen auf eine aus Kreta stammende Ikone, die diesen Titel trägt. Diese zeigt Maria, die ihrem Sohn in dem Moment, in dem er die für ihn bestimmten Leidenswerkzeuge erblickt, die Hand hält. Sie bietet auch uns ihre Hand in bedrängenden Lebenssituationen an. Wir sind aufgefordert, einander Halt zu bieten, wenn Menschen mit Leiden konfrontiert sind.
Lieder:
GL 521: Maria, dich lieben ist allzeit mein Sinn
GL 523: O Maria, sei gegrüßt, die du voller Gnade bist
GL 524: Meerstern, ich dich grüße
GL 525: Freu dich, du Himmelskönigin
GL 526: Alle Tage sing und sage Lob der Himmelskönigin
GL 527: Ave Maria zart, du edler Rosengart
GL 530: Maria, Mutter unsres Herrn
GL 532: Christi Mutter stand mit Schmerzen
GL 534: Maria, breit den Mantel aus
GL 535: Segne du, Maria, segne mich, dein Kind
GL 536: Gegrüßet seist du, Königin
GL Ö948: Wunderschön prächtige, hohe und mächtige ((1. und 3. Str.)
GL Ö950: Nun sind wir alle frohgemut
GL Ö954: Maria, wir dich grüßen, o Maria, hilf
GL Ö959: Wir ziehen zur Mutter der Gnaden
GL Ö963: Glorwürd'ge Königin, himmlische Frau
648
Psalmen und Kehrverse:
GL 625,6: Du bist der Ruhm Jerusalems, du die Freude Israels, du die Ehre unseres Volkes - Mit Psalm 84 (GL 653,4) - V.
GL 649,2-3: Behüte mich, Gott, behüte mich, denn ich vertraue auf dich; mein ganzes Glück bist du allein. Mit Psalm 16 - II.
GL 649,7-8: Gebenedeit bist du unter den Frauen; gebenedeit ist die Frucht deines Leibes. - Mit Eph 1,3-10 - VII.
GL Ö958: Du bist der Ruhm Jerusalems, du die Freude Israels, du die Ehre unseres Volkes - Mit Psalm 112 (GL 61,2) - VI.
Herr Jesus Christus,
du hast deine Mutter Maria auch uns zur Mutter gegeben,
bei der wir stets Hilfe finden.
Lass uns beharrlich um ihre mütterliche Fürbitte anhalten
und so die Fülle deiner Erlösung empfangen.
Darum bitten wir dich,
der du in der Einheit des Heiligen Geistes
mit Gott dem Vater lebst und herrschest
in alle Ewigkeit.
MB Votivmesse von Maria, Mutter der Kirche
Gott, allmächtiger Vater,
du hast uns als deine Kinder angenommen und sorgst dich um uns.
Wir rufen zu dir im Vertrauen auf die Fürsprache von Maria, der Mutter Jesu, der Mutter von der immerwährenden Hilfe:
Gewähre auf die Fürsprache Mariens den Kranken Heilung, den Trauernden Trost, den Sündern Vergebung und allen Menschen Frieden und Heil.
Gott unser Vater, wir bitten dich, erhöre uns!
Das Bild der Mutter von der Immerwährenden Hilfe verbindet uns mit der Kirche des Ostens.
Führe auf die Fürsprache Mariens die Kirchen des Ostens und des Westens zu einer tieferen Einheit zusammen!
Durch Maria hast du Jesus, deinen Sohn, der Welt geschenkt.
Hilf uns und hilf deiner ganzen Kirche, Jesus, deinen Sohn, in die Welt von heute zu tragen!
Du gibst Maria Anteil an deiner sorgenden Liebe für die Menschen.
Mache auch uns zu Menschen, die den anderen Hilfe sind auf ihrem Weg zu dir!
Allmächtiger, liebender Gott,
nimm uns und alle Menschen, denen wir täglich begegnen, hinein in deine Fürsorge, in das Geheimnis deiner Liebe. - Amen.
Barmherziger Gott,
auf die Fürbitte der seligen Jungfrau und Mutter Maria
gewähre uns durch dieses Opfer Frieden und Heil
für Zeit und Ewigkeit.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Eigenfeiern der Redemptoristen
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken
und dich am Fest (Gedenktag)
der seligen Jungfrau Maria zu preisen.
(In Votivmessen:
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken,
weil du Großes getan hast
an der seligen Jungfrau Maria.)
Vom Heiligen Geist überschattet,
hat sie deinen eingeborenen Sohn empfangen
und im Glanz unversehrter Jungfräulichkeit
der Welt das ewige Licht geboren,
unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn loben die Engel deine Herrlichkeit,
beten dich an die Mächte, erbeben die Gewalten.
Die Himmel und die himmlischen Kräfte
und die seligen Serafim feiern dich jubelnd im Chore.
Mit ihrem Lobgesang
laß auch unsere Stimmen sich vereinen
und voll Ehrfurcht rufen:
Heilig ...
MB Maria 1

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Die weisheitliche Lesung, allerdings gestückelt, wurde passend zum Evangelium ausgewählt. Gott wird als Schöpfer vorgestellt, der das Leben will und den Menschen „zum Bild seines eigenen Wesens gemacht“ hat – also unsterblich. Darin begründet ist, dass Gott den Tod nicht gemacht hat.
Zur weisheitlichen Erfahrung jedoch gehört auch, den Tod wahrzunehmen. Er wird auf den Teufel zurückgeführt. Sein Beweggrund: Neid. Jedoch: nur die, die dem Teufel angehören, erfahren den Tod. Diese weisheitliche Sicht auf den Tod trennt allerdings Sterben und Tod.
Der schroffe Dualismus von Gott und Teufel, Leben und Tod ist schon in der biblischen Überlieferung hinterfragt worden. Über die Verbindung von Neid und Tod wird sich Kluges sagen lassen. Unbehaglich ist, den Teufel in einer so starken Position zu sehen, die ihn zu einem Antipoden Gottes macht. Der Focus wird daher auch in der Lesung auf dem Schöpferwillen Gottes ruhen müssen. Von besonderer Bedeutung ist die weisheitliche Auslegung von Gen 1,27.
Nur in der lateinischen Übersetzung trägt dieses Buch den Titel „Weisheit" – in der griechischen Bibel heißt es „Weisheit Salomos". Das Buch wird in die Zeit der jüdischen Diaspora in Ägypten datiert. Hinweise im 2. Kapitel sprechen für eine Entstehungszeit zwischen 80 und 30 v. Chr. Der Verfasser, ein gläubiger Jude, scheint hellenistisch gebildet zu sein. Er versteht es, sich in Griechisch klar und genau auszudrücken. Interessant ist, dass er keine Namen nennt, um die Allgemeingültigkeit der Weisheit hervorzuheben. Im Buch der Weisheit steht nicht Gott und sein Handeln, sondern der Mensch und sein Verhalten im Mittelpunkt.
Die Perikope des heutigen Sonntags spricht tröstlich vom Willen Gottes: Gott hat keine Freude am Untergang der Lebenden. Der Gläubige wird aufgerufen, auch in Leiden und Tod an Gottes Treue und Gerechtigkeit zu glauben. Gott hat den Menschen zum Glück und zur Unsterblichkeit berufen, durch sein Leben soll er heilbringend sein. Es liegt beim Menschen, ob er sich für den Weg des Todes oder den des Lebens entscheidet.
Das Buch der Weisheit ist das jüngste Buch des AT. Es entstand 80-30 v.Chr. in Alexandria, dem Zentrum hellenistischer Kultur und Wissenschaft. Der Autor verbindet jüdische Tradition mit griechischer Weisheit. Er wirbt bei den Juden in der Diaspora für die Weisheit, die Gott seinem Volk geschenkt hat. Wer sich auf sie einlässt, kann sein Leben gut bewältigen. Die personifizierte Weisheit ist Bild des menschenfreundlichen und barmherzigen Gottes. Das Buch war eine Trostschrift für die Juden, die in der Fremde in ihrem Glauben verunsichert waren. So kann es auch für den heutigen Menschen, der nach Orientierung sucht in einer orientierungslosen Zeit, Wegweiser zum wahren Leben sein.
Die Lesung spricht tröstlich vom Willen Gottes: Gott hat den Tod nicht geschaffen; er hatte nur das Heil aller Geschöpfe im Sinn. Gewalt und Tod werden auf den "Neid des Teufels" zurückgeführt, ein Motiv, das auf griechische Vorstellungen zurückgeht. Es wird betont, dass Gott den Menschen zum Glück und zur Unsterblichkeit berufen hat. Gott selbst stellt den Menschen vor die Entscheidung, den Weg des Todes oder den des Lebens zu wählen (vgl. Dtn 30,15-20). Tod meint hier den "geistigen Tod", nämlich Unglück und Verderben, das der Mensch selbst bewirken kann. Leben meint das Dasein aus Gott, der das Heil aller Menschen will.
Gott hat auch uns zu einem erfüllten Leben bestimmt. Das meint nicht ein Leben in anhaltendem Glücksgefühl, sondern ein Leben aus der intensiven Beziehung zu mir selbst, zu Gott und zu meinen Mitmenschen heraus. Das beinhaltet Höhen und auch Tiefen des Lebens. Ob solches Lebendigsein gelingt, hängt auch von meinem Denken und Verhalten ab. Mich für den "Weg des Lebens" zu entscheiden, heißt Weitblick zu haben für mein Heil und das der anderen, Freiräume zu schaffen für die Entfaltung des Einzelnen und offen zu sein für Neues. "Entscheide dich für die Lebendigkeit!" - so könnte der Aufruf der Lesung an uns heute lauten.
Claudia Simonis-Hippel, in: Gottes Volk B 6/2006, Bernhard Krautter/Franz-Josef Ortkemper (Hg.), Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2006, S. 13-24.