Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem ersten Buch Samuel.
In jenen Tagen
schlief Samuel im Tempel des HERRN,
wo die Lade Gottes stand.
Da rief der HERR den Samuel
und Samuel antwortete: Hier bin ich.
Dann lief er zu Eli
und sagte: Hier bin ich,
du hast mich gerufen.
Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen.
Geh wieder schlafen!
Da ging er und legte sich wieder schlafen.
Der HERR rief noch einmal: Samuel!
Samuel stand auf und ging zu Eli
und sagte: Hier bin ich,
du hast mich gerufen.
Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn.
Geh wieder schlafen!
Samuel kannte den HERRN noch nicht
und das Wort des HERRN
war ihm noch nicht offenbart worden.
Da rief der HERR den Samuel wieder,
zum dritten Mal.
Er stand auf
und ging zu Eli
und sagte: Hier bin ich,
du hast mich gerufen.
Da merkte Eli, dass der HERR den Knaben gerufen hatte.
Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen!
Wenn er dich ruft, dann antworte:
Rede, HERR; denn dein Diener hört.
Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder.
Da kam der HERR,
trat heran und rief wie die vorigen Male:
Samuel, Samuel!
Und Samuel antwortete:
Rede, denn dein Diener hört.
Samuel wuchs heran
und der HERR war mit ihm
und ließ keines von all seinen Worten zu Boden fallen.
Lesung aus dem ersten Buch Samuel:
In jenen Tagen
schlief Samuel im Tempel des HERRN,
wo die Lade Gottes stand.
Da rief der HERR den Samuel
und Samuel antwortete: Hier bin ich.
Dann lief er zu Eli
und sagte: Hier bin ich,
du hast mich gerufen.
Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen.
Geh wieder schlafen!
Da ging er und legte sich wieder schlafen.
Der HERR rief noch einmal: Samuel!
Samuel stand auf und ging zu Eli
und sagte: Hier bin ich,
du hast mich gerufen.
Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn.
Geh wieder schlafen!
Samuel kannte den HERRN noch nicht
und das Wort des HERRN
war ihm noch nicht offenbart worden.
Da rief der HERR den Samuel wieder,
zum dritten Mal.
Er stand auf
und ging zu Eli
und sagte: Hier bin ich,
du hast mich gerufen.
Da merkte Eli, dass der HERR den Knaben gerufen hatte.
Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen!
Wenn er dich ruft, dann antworte:
Rede, HERR; denn dein Diener hört.
Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder.
Da kam der HERR,
trat heran und rief wie die vorigen Male:
Samuel, Samuel!
Und Samuel antwortete:
Rede, denn dein Diener hört.
Der HERR sagte zu Samuel:
Fürwahr, ich werde in Israel etwas tun,
sodass jedem, der davon hört, beide Ohren gellen.
An jenem Tag werde ich an Eli vom Anfang bis zum Ende
alles verwirklichen, was ich seinem Haus angedroht habe.
Ich habe ihm angekündigt,
dass ich über sein Haus für immer das Urteil gesprochen habe
wegen seiner Schuld;
denn er wusste, wie seine Söhne Gott lästern,
und gebot ihnen nicht Einhalt.
Darum habe ich dem Haus Eli geschworen:
Für die Schuld des Hauses Eli
kann durch Opfer und durch Gaben
in Ewigkeit keine Sühne erwirkt werden.
Samuel blieb bis zum Morgen liegen,
dann öffnete er die Türen zum Haus des HERRN.
Er fürchtete sich aber, Eli von der Vision zu berichten.
Da rief Eli Samuel und sagte:
Samuel, mein Sohn!
Er antwortete: Hier bin ich.
Eli fragte: Was war es, das er zu dir gesagt hat?
Verheimliche mir nichts!
Gott möge dir dies und das antun,
wenn du mir auch nur eines von all den Worten verheimlichst,
die er zu dir gesprochen hat.
Da teilte ihm Samuel alle Worte mit
und verheimlichte ihm nichts.
Darauf sagte Eli:
Es ist der HERR.
Er tue, was ihm gefällt.
Samuel wuchs heran
und der HERR war mit ihm
und ließ keines von all seinen Worten zu Boden fallen.
Kv: Mein Gott, ich komme;
deinen Willen zu tun, ist mein Gefallen. - Kv
GL 31,1
Ich hoffte, ja ich hoffte auf den HERRN. *
Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien.
Er gab mir ein neues Lied in den Mund, *
einen Lobgesang auf unseren Gott. - Kv
An Schlacht- und Speiseopfern hattest du kein Gefallen, /
doch Ohren hast du mir gegraben, **
Brand- und Sündopfer hast du nicht gefordert.
Da habe ich gesagt: Siehe, ich komme. *
In der Buchrolle steht es über mich geschrieben. - Kv
Deinen Willen zu tun, mein Gott, war mein Gefallen *
und deine Weisung ist in meinem Innern.
Gerechtigkeit habe ich in großer Versammlung verkündet, *
meine Lippen verschließe ich nicht; HERR, du weißt es. - Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Der Leib ist aber nicht für die Unzucht da,
sondern für den Herrn
und der Herr für den Leib.
Gott hat den Herrn auferweckt;
er wird durch seine Macht auch uns auferwecken.
Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind?
Wer sich dagegen an den Herrn bindet,
ist e i n Geist mit ihm.
Meidet die Unzucht!
Jede Sünde, die der Mensch tut,
bleibt außerhalb des Leibes.
Wer aber Unzucht treibt,
versündigt sich gegen den eigenen Leib.
Oder wisst ihr nicht,
dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist,
der in euch wohnt und den ihr von Gott habt?
Ihr gehört nicht euch selbst;
denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden.
Verherrlicht also Gott in eurem Leib!
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Der Leib ist aber nicht für die Unzucht da,
sondern für den Herrn
und der Herr für den Leib.
Gott hat den Herrn auferweckt;
er wird durch seine Macht auch uns auferwecken.
Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind?
Darf ich nun die Glieder Christi nehmen
und zu Gliedern einer Dirne machen?
Auf keinen Fall!
Oder wisst ihr nicht:
Wer sich an eine Dirne bindet,
ist ein Leib mit ihr?
Denn es heißt: Die zwei werden ein Fleisch sein.
Wer sich dagegen an den Herrn bindet,
ist e i n Geist mit ihm.
Meidet die Unzucht!
Jede Sünde, die der Mensch tut,
bleibt außerhalb des Leibes.
Wer aber Unzucht treibt,
versündigt sich gegen den eigenen Leib.
Oder wisst ihr nicht,
dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist,
der in euch wohnt und den ihr von Gott habt?
Ihr gehört nicht euch selbst;
denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden.
Verherrlicht also Gott in eurem Leib!
Halleluja. Halleluja.
Wir haben den Messias gefunden, den Gesalbten des Herrn.
Die Gnade und die Wahrheit sind durch ihn gekommen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
stand Johannes wieder am Jordan, wo er taufte,
und zwei seiner Jünger standen bei ihm.
Als Jesus vorüberging,
richtete Johannes seinen Blick auf ihn
und sagte: Seht, das Lamm Gottes!
Die beiden Jünger hörten, was er sagte,
und folgten Jesus.
Jesus aber wandte sich um,
und als er sah, dass sie ihm folgten,
sagte er zu ihnen: Was sucht ihr?
Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister - ,
wo wohnst du?
Er sagte zu ihnen: Kommt und seht!
Da kamen sie mit und sahen, wo er wohnte,
und blieben jenen Tag bei ihm;
es war um die zehnte Stunde.
Andreas, der Bruder des Simon Petrus,
war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten
und Jesus gefolgt waren.
Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon
und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden -
das heißt übersetzt: Christus.- der Gesalbte.
Er führte ihn zu Jesus.
Jesus blickte ihn an
und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes,
du sollst Kephas heißen,
das bedeutet: Petrus, Fels.
Das Johannesevangelium erzählt, wie sich die ersten Jünger Jesu anschlossen. Interessant ist, wie diese ersten Begegnungen vor sich gingen. Begegnungen von Angesicht zu Angesicht sind der Schlüssel der Gemeinschaftsbildung der Kirche.
Ich erinnere mich an meine ersten Bewerbungen in früheren Zeiten. Damals kam es drauf an, dass das Bewerbungsdossier zum einen layouttechnisch herausstechend daherkam, und auch dass die Unterlagen mehr als vollständig waren und die Referenzen zahlreich. Leute im Personalwesen mussten sich Zeit nehmen, all das zu studieren, um dann die richtigen Entscheidungen zu treffen. All das ist vorbei. Wer heute seine Bewerbung irgendwo einreicht, gibt oft nicht mehr als ein Anschreiben und einen Lebenslauf ab. Das Anschreiben soll einen ersten Eindruck vermitteln, der Lebenslauf will zeigen, ob die Person sich so entwickelt hat, dass sie auf die ausgeschriebene Stelle passen könnte. - Mit denjenigen, die dann zu passen scheinen, geht es zum entscheidenden nächsten Schritt: zum persönlichen Gespräch. Aus Momenten, in denen ich selbst solche Einstellungsgespräche geleitet habe, weiß ich: Ich sammle meine Eindrücke vor allem in der Begegnung und dann vom ersten Handschlag an. Und nicht selten ist es vorgekommen, dass sich die guten Eindrücke, die die Bewerbungsunterlagen geliefert haben, in der persönlichen Begegnung in Luft aufgelöst haben. - Auch im Zeitalter von Videocalls, Online-Meetings und elektronischen Personaldossiers lässt sich nicht leugnen: Nichts geht über die Begegnung von Angesicht zu Angesicht.
Das weiß auch der Gottessohn. Wir hörten soeben im Evangelium: Am Jordan sammelt Jesus die ersten Gefährten für seine Mission. Und das auf eine einfache Weise. Er sieht sie an und hört sie. Mehr braucht es nicht. Aber das ist viel. Am Anfang von Jesu Wanderung steht also ein Kontakt, der für den Betroffenen zutiefst einschneidend und lebensverändernd ist. - Das Fundament, die Basis unserer Kirche also ist: Beziehung. Jesus macht gleich von Anfang an deutlich: Kirche lebt und Glaube wächst nur, wo man einander auf Augenhöhe trifft und zuhört.
Aber das ist noch nicht alles. Die zwei Jünger, die in Jesu Bann geraten, gehen noch einen Schritt weiter. "Wo wohnst du?", fragen sie ihn. Und Jesu Antwort: "Kommt und seht!" Er lädt sie ein in das Haus wo er gerade wohnt, und das heißt nach orientalischem Gastrecht: Er lässt sie ein in den Schutzraum seiner Privatsphäre. Er zeigt sich ihnen, wie er ist, und macht damit einmal mehr deutlich: Evangelium leben und verkünden braucht mindestens Beziehungen, am besten aber Gemeinschaften. Jesu Präsenz und sein Gemeinschaftsleben ziehen sich schließlich wie ein roter Faden durch das Wirken des Gottessohnes. Auch nach seinem Tod und seiner Auferstehung erscheint er den Jüngerinnen und Jüngern und baut so mit ihnen an der Gemeinschaft der Kirche.
In der berührenden Geschichte von den Anfängen des Propheten Samuel scheint Ähnliches auf. Da ist der Schüler Samuel und sein Lehrer. Als Gott ihn ruft, weiß Samuel nicht so recht, was da geschieht. Erst als Eli herausspürt, was da eigentlich los ist, kann er seinem Schüler die Situation deuten. Es braucht das Verständnis und das Einfühlungsvermögen des Lehrers, um die sich anbahnende Gottesbeziehung richtig erkennen zu können. - Und es wird deutlich: Gott bahnt sich anscheinend im Leben der Menschen Wege, die sich nicht immer sofort ausmachen lassen. Wir müssen die Augen und Herzen offenhalten und uns immer wieder fragen: Ist Gott da am Werk? Und uns dabei auch eingestehen: Er ist öfter im Spiel, als wir das glauben oder zulassen wollen. Das auch in so mancher Situation des Lebens, von der wir oder die ganze Kirche gar meinen, da habe Gott nichts mit zu tun. Mit derselben Sensibilität, die Eli an den Tag gelegt hat, sind wir gerufen, Gottes Gegenwart im Leben dieser Welt immer wieder neu zu erkennen.
Nochmal zurück zu der Begegnung Jesu mit den ersten Jüngern. Die Perikope endet nämlich in einem besonderen Moment. Da ist zu hören wie Andreas, einer der ersten, denen Jesus begegnet, ihn mit seinem Bruder Simon bekannt macht. Dieser Bruder kommt zuletzt in die Szene, endet aber mit der wichtigsten Rolle im zukünftigen Apostelkreis. Jesus nennt ihn Petrus, den Fels, und er wird die Rolle des Apostelersten übernehmen.
Die Begegnung der ersten Apostel mit Jesus ist nicht ein oberflächliches Zusammentreffen - es ist im religiösen Sinne sinnstiftend. Gerade die Berufung des Petrus sagt uns: Wann immer Gott wen in seine Kirche ruft, hält er für einen solchen Menschen einen - seinen - Platz bereit. Damals wie heute. Wer immer heute zum Christsein berufen ist, für den hält Gott einen Platz bereit, für den wir als Getaufte unsere Verantwortung tragen, den uns aber auch niemand absprechen kann. Keiner kann einem oder einer anderen Getauften sagen: Du gehörst nicht hier hin.
Damit kann unsere Glaubensgemeinschaft durchaus mal zu einer Herausforderung werden, aber das ist so - und das war auch immer so: Die Evangelien beschreiben ja auch einige Reibereien unter den Aposteln.
"Kommt und seht!" - so wie Jesus die Jünger in seine Nähe gerufen hat, ergeht die Einladung in die Nähe des Gottessohnes an uns auch heute. Wir hörten: Sie sind in sein Haus gegangen. Und die Familienfeiern der vergangenen Weihnachtstage haben mancherorsts mal wieder gezeigt, wie schwer das manchmal auszuhalten ist. So manche traute Familienrunde ist in immerwährenden Konflikten untergegangen. Wenn wir uns miteinander in der Nähe Jesu bewegen, dann geht's da genauso zu und her: Es scheppert und kracht durchaus mal gehörig. Und die Konfliktthemen in der Kirche sind ja zahlreich genug, als dass wohl niemand keines benennen könnte. Über allem Rauch und Knall, über allen Konflikten und Verletzungen, die man sich in der Kirche antut, steht aber diese Einladung Jesu: "Kommt und seht!" Antworten wir wie die Jünger: "Da kamen sie mit und sahen, wo er wohnte."
Wie kommt Berufung zustande? Wie kommt der Anruf Gottes zu uns? Samule lernt auf Gott zu hören, der Heilige Geist wirkt in uns, in der Begegnung wächst Vertrauen.
Die Texte heute führen uns in den (geschichtlichen) Alltag hinein. Weihnachten klingt noch ein wenig nach. Samuel steht an der Wende zweier Zeitalter, nämlich zwischen Richterzeit und beginnender Königszeit, deren erster König Saul war, also ca. 1050 v. Chr. Die Zeit der Richter dauerte etwa von 1350 - 1050 v. Chr. Dann folgte die Epoche der Könige, die mit Samuels Geburt eingeleitet wird. Die Zeitspanne erinnert besonders an all jene Frauen, die sehr lange kinderlos geblieben sind und die kaum noch mit einem Kind rechneten. Als Beispiele mögen angeführt sein Abraham und Sara, Elisabeth und Zacharias.
Hanna wird die Mutter von Samuel. Er wird fast noch als Baby dem Priester Eli übergeben. Bei ihm stand die Bundeslade als Zeichen für den mitwandernden Gott des Volkes Israel. Samuel verrichtete dort mit großer Freude seine Dienste, er muss aber erst einmal ruhig werden, dreimal erhebt er sich aus dem Schlaf. Samuel braucht Zeit, um zur Erkenntnis zu kommen, was mit ihm geschehen soll: „Rede HERR, dein Diener hört!“ (1 Sam 3,10), war Samuels Antwort.
Gott wirkt auch im Inneren des Menschen durch den Heiligen Geist. Darauf werden wir in der zweiten Lesung hingewiesen. „Wusstet ihr nicht, dass euer Leib Tempel des Heiligen Geistes ist?“ (1 Kor 6,19). Diese Frage stelle ich auch Ihnen, Schwestern und Brüder. Der Heilige Geist wirkt in uns, wenn wir das zulassen. Göttlicher Geist und menschlicher Geist sollen zusammenwirken. Das ist ein Beziehungsgeschehen. Der Mensch soll sich mit Hilfe des Heiligen Geistes entfalten, damit seine Berufung gelinge und er auch seine Begabungen gut nützt.
Das Evangelium spricht Berufung und Nachfolge an. Nochmals ist von Johannes dem Täufer die Rede. Johannes hat dem Herrn die Wege bereitet. Was krumm (krank) ist, soll gerade werden. (Verschlungenes führt auf Irrwege). „Lamm Gottes“ ist ein christologischer Titel. (siehe Jes 53,7). Der leidende, nicht sterbende Gottesknecht wird mit dem „Lamm Gottes“ verglichen, das zur Schlachtbank geführt wird und seinen Mund nicht auftut. Bei Johannes dem Täufer würde der Ausdruck auf den Messias hindeuten, dieses Lamm trägt die Sünden seines Volkes. Der Ausdruck könnte aber auch ein Hinweis auf ein Privatgespräch des Täufers mit einigen seiner befreundeten Jünger sein, dass dieser Jesus „Messiasformat“ besitzt.
Der Evangelist hat im „Lamm“ ein Symbolwort gefunden, in dem das Wesen Jesu zusammengefasst ist. Lamm gegen Sündenbock, der alles Üble auf sich nehmen muss. Vor der Kommunion erhebt der Priester den Kelch mit der zerbrochenen Hostie und spricht: „Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“, gemeint ist die Ursünde: Seinwollen wie Gott. Die Begegnung der Jünger mit Jesus läuft somit über Johannes den Täufer. Wie sieht eine Begegnung mit Menschen aus, die sich über einen Dritten kennenlernen? Der Zeuge Johannes muss glaubwürdig sein.
Glaubwürdigkeit braucht auch die Institution der Kirche. Damit haben wir heute aber ein großes Problem. Die Begegnung mit Jesus erfolgt ein Abtasten mit Blicken. Das tun wir auch heute so. Es geschieht wahrscheinlich unbewusst. Wer ist diese Person, mit der ich bekannt gemacht werde? Und schon wird entschieden: sympathisch / unsympathisch. Dann kommt die Frage: Wo wohnst du? Meist begegnete man sich auf neutralem Boden trifft. Da geschieht dann schon viel rascher eine Öffnung. Heute würden wir über Smartphone, E-Mails, Visitenkarten einen Termin vereinbaren. Damals ist das direkter geschehen: „Kommt und seht!“ (Joh 1,39). Wenn fremde Leute die Wohnung betreten ist das ein Risiko. Nicht, dass gleich etwas gestohlen wird. Der Zustand der Wohnung lässt Schlüsse auf den Besitzer ziehen.
Die Nachfolge Jesu bedeutet nicht nur zeitweise beliebige Bindung an einen Meister, um die alten Heiligen Schriften besser zu verstehen, sondern ist totale personale Bindung. Es geht um das genauere Kennenlernen Jesu. Wenn uns das gelingt, dann bekommt er Macht über unsere Herzen; Macht, die nicht auf Angst aufbaut, sondern auf Freiheit und Liebe.
Der Arbeitsdruck in unserer Gesellschaft lässt das aber selten zu. Leistung und Disziplinierung und auch Misstrauen untereinander machen solche Begegnungen schwer.
Die Jünger bleiben an jenem Tag bei ihm, dem „Lamm Gottes“. „Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens“ (Mahatma Ghandi, + 1948). Eine Begegnung kann für das weitere Leben viel verändern.
In den Lesungen dieses Sonntags stehen sich zwei Berufungserzählungen gegenüber. Sie stellen uns vor die Frage, ob wir ein Ohr für die Stimme Gottes haben und bereit sind, ihn in seiner Wirkmacht kennenzulernen.
Heute haben wir zwei Berufungsgeschichten gehört. Die Lesung aus dem AT erzählt die Berufung eines Propheten. Das Evangelium nach Johannes berichtet von der Berufung der ersten Apostel. Was haben die beiden Geschichten gemeinsam und was ist ein klarer Unterschied?
In beiden Erzählungen brauchen die Berufenen eine Initialhandlung ihres geistlichen Begleiters. Dem Priester Eli wird nach dem dritten Anruf Gottes endlich klar, dass Gott mit Samuel, Elis Schüler, in Kontakt kommen möchte. Er gibt ihm den Rat, Gott seine totale Aufmerksamkeit zu signalisieren. „Rede, Herr, dein Diener hört“. Und sofort konnte auch Samuel Gottes Wort vernehmen.
Bei den Aposteln machte Johannes seine Jünger, mit denen er sich gerade am Jordan aufhielt, neugierig, weil er den vorbeigehenden Jesus als Opferlamm Gottes bezeichnete. Das war für zwei von ihnen der Impuls, diesem Fremden nachzugehen.
Ab diesem Impuls entwickeln sich beide Geschichten unterschiedlich.
Samuel lernte an diesem Tag zwei wichtige Lektionen eines Prophetenlebens. Erstens: Wenn Gott dich ruft, musst du dich ganz auf ihn einlassen. Er braucht deine ungeteilte Aufmerksamkeit, damit seine Botschaft zielgenau ankommt. Denn sie ist nicht nur für den Propheten als einzelne Person bestimmt, sondern immer auch eine wichtige Nachricht an das ganze auserwählte Volk.
Und zweitens: Diese Botschaft ist vollständig und wahrheitsgetreu wiederzugeben, auch wenn es weh tut. Es fällt Samuel nicht leicht, seinem geliebten Lehrer all die schrecklichen Androhungen, die sein Volk und seine Familie betreffen, mitzuteilen, die Gott ihm kundtut. Aber Eli ermutigt ihn zur Wahrheit. Er kennt die Verfehlungen seiner Söhne. Als Leviten gehören sie dem Priesterstand an. Es gibt klare Regeln, die man als Tempelpriester einzuhalten hat. Als ihr Vater hätte Eli die Pflicht gehabt, ihnen Einhalt zu gebieten, als sie sich auf krumme Wege begeben haben. Denn ein Priester im Tempel ist niemals nur Amtsinhaber. Er ist Mann Gottes und jede Amtsanmaßung ist auch ein Verbrechen gegen Gott. Wie sollen Priester dem Volk Vorbild in punkto Gottesfurcht sein, wenn sie nur an ihre eigene Macht glauben und vergessen, wer ihnen diese Macht geschenkt hat und wem sie dafür verantwortlich sind?
Das strenge Urteil Gottes erscheint Eli gerecht, auch wenn es in unseren Ohren hart klingen mag. Sein Kommentar „Es ist der Herr, er tue, was ihm gefällt.“
Was im Buch Samuel erzählt wird, ereignete sich vor mehr als 3000 Jahren und ist doch so aktuell wie heute. Immer wieder glauben einzelne Menschen oder Menschengruppen es sei rechtens, andere Menschen zu beherrschen und zu unterwerfen; ihnen vorzuschreiben, wie sie leben sollen. Sie halten ihre persönliche Weltsicht für die einzig richtige und können andere Sichtweisen nicht akzeptieren.
Überall auf der Welt finden sich solche Menschen an der Spitze von Regierungen und anderen politischen, sozialen, aber auch religiösen Organisationen. Und sie finden ihre Anhänger ganz leicht in einer Gesellschaft, die Gottlosigkeit zu einem neuen Lebensstil erklärt hat.
Samuel hat gelernt, als Prophet solche Fehlentwicklungen anzusprechen. Dieser Anspruch bringt ihn oft in Lebensgefahr. Vielen, die sich heute erlauben im Dunstkreis solcher neuen Machtinhaber Missstände anzusprechen geht es genauso. Sie sitzen in Einzelzellen und Hochsicherheitsgefängnissen fest. Aber manchmal bekommen sie auch einen Nobelpreis, wie Frau Narges Mohammadi heuer im Herbst, den leider ihre Kinder für sie in Empfang nehmen mussten.
Während die Berufung des Propheten im Hören von Gottes Wort und seiner Verbreitung seinen Ursprung hat, gestaltet sich die Berufung der ersten Apostel komplexer. Hier geht es um ein Beziehungsgeschehen.
Andreas und sein Freund gehen Jesus nach. Auf seine Frage „Was sucht ihr?“ wollen sie wissen, wo er wohnt. Und siehe da, er lädt die beiden Fremden ein, mit ihm zukommen. Und sie bleiben da, den ganzen Tag.
Was ist das? Besondere Gastfreundschaft oder die Freude die beiden jungen Männer in eine Lebenswelt eintauchen zu lassen, in der sie jene erlösende Befreiung erleben können, die sich aus einem Leben unter Gottes Führung von selbst ergibt.
Letzteres muss der Fall gewesen sein, denn als sie auf dem Nachhauseweg Andreas Bruder Simon begegnen, erzählen sie ihm: Wir haben den Messias gefunden, Christus, den Gesalbten.
Jesu, das »Opferlamm« wird nach wenigen gemeinsamen Stunden als »Messias«, als »Retter« und »Erlöser« erkannt.
Es ist wichtig zu sehen, dass Jesus schon am Beginn seiner Verkündigungszeit als Retter und Erlöser wahrgenommen wird. Dennoch muss er seinen Weg durch Leiden Tod und Auferstehung gehen. Die Klarheit seiner Botschaft klingt für viele gefährlich. Sie spüren, diese Botschaft hat die Kraft, ihr Leben total zu verändern.
Angst vor Veränderung ist eine der Urängste menschlicher Existenz. Deshalb muss das Lamm geopfert werden. Nicht um uns Schuldgefühle einzuimpfen, sondern um der Trauer Ausdruck zu verleihen, die sich breitmacht, wenn wir Menschen begreifen, wen wir ans Kreuz genagelt haben. Und wie wenige von uns bereit waren und auch heute noch sind, ihm auf dem vorgezeigten Weg zu folgen. Gottes Menschwerdung in Jesus Christus ist sein allergrößter Liebesbeweis an uns alle. Sie kann durch den Tod am Kreuz nicht ausgelöscht werden, sondern erfährt durch Jesu Auferstehung zusätzliche Kraft.
Die Tötung dieser menschgewordenen Liebe Gottes konnte und kann bis heute nicht verhindern, dass sie in jedem Menschen als göttliche Potenz auf ewig lebendig bleibt. Ein Funke, der jederzeit zu einem wärmenden Licht für diese Welt anwachsen kann.
Jesu Weg von damals ist auch heute noch der gleiche. Es liegt an uns ihm zu folgen. Jeden Tag und jede Stunde können wir seine »Einladung in seine Wohnung« neugierig und offen annehmen.
Die Wohnverhältnisse eines Menschen geben meist tiefere Einblicke in seine Lebenseinstellungen. Die ersten Jünger Jesu werden von ihm eingeladen mit den Worten "kommt und seht!". Wie wir als Christen "wohnen", bzw. leben, ist meist auch ein wirksames Glaubenszeugnis.
Die Kultur der Wohnstatt ist ein delikates Thema im Leben von Menschen. Wer wohnt wie? Was bedeutet für mich, wie ich wohne? Und damit auch sofort verbunden: Was lasse ich andere wissen von dem, wie ich wohne? Wie sehr öffne ich meine Wohnung für andere? In der Schweiz lädt man gerne einander ein, aber selten spontan. In Deutschland ist es üblich, schnell mal beim Nachbar zu läuten. Bei meinen Besuchen auf den Philippinen habe ich festgestellt, dass man dort sehr flexibel ist: Oft wird übernachtet, wo man gerade ist. - Sag mir, woher du kommst, und ich sag dir, wie du wohnst, mag man kommentieren.
Man mag diese Gedanken im Hinterkopf behalten, wenn wir das heutige Evangelium vernehmen. Da steht Johannes mit seinen Jüngern am Jordan, sieht Jesus vorbeikommen und begrüßt ihn. Die Jünger des Johannes werden neugierig und wollen über Jesus mehr wissen. Interessant ist es nun, wie sie das anfangen. Wo wohnst du, ist ihre Frage. Das ist es, was sie an Jesus neugierig macht. Und Jesus lädt sie ein: Kommt und seht. Jesus öffnet seine Türen und das heißt auch: Er teilt mit ihnen nicht nur sein Brot, er teilt mit ihnen auch einen Teil seines Lebens. Es geht dabei aber um wesentlich mehr als nur um Offenherzigkeit und Gastfreundschaft. Jesus ist unterwegs als Wanderprediger und - als Gottessohn. Sein Anliegen ist Heilsverkündigung. Und das macht er nicht zuerst mit Worten, mit Predigten - Jesus macht das mit klaren Gesten. Er lädt ein, öffnet sich den anderen.
Diese Begegnung mit den ersten Jüngern hatte nach der Darstellung des Evangelisten Johannes einen Domino-Effekt. Weil Jesus in sein Haus eingeladen hatte, folgten den ersten Gästen noch andere - der wichtigste unter ihnen: Petrus, der spätere Erste der Apostel. Der Aufbau der Heilsgemeinschaft Jesu und damit auch der Kirche gründet auf Offenheit und Gastfreundschaft: Kommt und seht.
Das ist geblieben bis in unsere Zeit. Natürlich muss die Kirche auch eine Botschaft haben, die glaubwürdig gelebt und verkündet wird. Aber niemanden wird eine Botschaft locken, wenn jene, die sie verkünden, nicht Interesse wecken, einladend sind. Und dabei muss klar rüberkommen, dass die Einladung von Herzen kommt und nicht bauernfängerisch oder oberflächlich ist. Und so sind wir als Kirche, als Pfarrei, als Familie einer Pfarrei immer wieder neu angefragt, was denn für uns das Beispiel Jesu meint, wenn er sagt: Kommt und seht.
Eine Kirche, die wirklich einladend ist, die ist echt, »authentisch«, wie man heute gerne sagt. Sie trägt im Herzen, was sie will - nicht nur auf der Zunge. Und der Gläubige, in dessen Herz die Heilsbotschaft lebt, will ihr eine Wohnstatt geben, will für sie parat sein.
Dass das eine Herausforderung für christliches Leben ist, war auch dem Apostel Paul bewusst. Wir haben das in der zweiten Lesung gehört. Wir sollen unsere ganze Präsenz auf Erden pflegen als Wohnstatt des Heiligen Geistes, so Paulus. Nur dann sind wir auch erfolgreich in der Lage, die Frohbotschaft Christi - im wahrsten Sinn des Wortes - zu verinnerlichen. Da geht manchmal halt auch was schief. Paulus weist dazu auf sexuelles Fehlverhalten der Korinther hin. In einer lebendigen Hafenstadt wie Korinth hatte er dazu vielleicht auch allen Grund. Man kann sich vorstellen, was Paulus dort so alles gesehen hat. Wer des Paulus Mahnung gegen die Unzucht ein wenig positiver und aufbauender formulieren möchte, mag sich jenen Satz vor Ohren führen, der der Hl. Teresa von Avila zugeschrieben wird: Tu deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen. Unsere irdische Existenz soll Gasthaus des Geistes Gottes sein, damit die Frohbotschaft in uns fortleben kann und aus uns strahlt. Das kann durchaus herausfordernd sein.
Jener Mensch hingegen nämlich, bei dem das Evangelium keinen Eingang, keine Wohnstatt, keinen Platz im Herzen findet, der führt das Wort Gottes als leeres Geschwätz auf der Zunge. Es hat mit seinem Leben nichts tun, und das Leben eines solchen Menschen kann sogar als genau das Gegenteil daherkommen von dem, was die Botschaft Jesu will. Selbst in der Glaubensgemeinschaft der Kirche finden wir dazu immer wieder Beispiele.
Es gibt noch eine andere Lebenshaltung, die den weitherzigen und einladenden Charakter einer Glaubensgemeinschaft verhindern kann: Wenn wir es uns in unserem Glaubensleben allzu gemütlich einrichten. Wenn wir uns unsere Vorstellungen vom Glauben machen und es dabei dann auch mal belassen. Wenn der Glaube in unseren Herzen ruht, sich dort aber eher aus-ruht. Wenn wir träge und unflexibel werden, uns an Mustern und Schemata orientieren, die Leben eher verhindern als fördern.
Die erste Lesung hält uns das vor Augen mit der Kindheitsgeschichte des Samuel. Samuel braucht den Anschub Gottes gleich drei Mal und vor allem die Nachhilfe seines Lehrers Eli, um zu verstehen, dass und wie Gott in seinem Leben aufscheinen will. Man mag dem Jungen seine Ahnungslosigkeit verzeihen: Auch sein Lehrer brauchte ja einen Moment, bis er die Vorgänge verstand. Doch passiert so ein Verhalten nicht nur in Herzen, die mit dem Glauben unerfahren sind. Manchmal winkt Gott überdeutlich in unser aller Leben mit dem Zaunpfahl und wir hören und schauen lieber weg, obwohl wir eigentlich wissen und spüren, dass er da ist. Und dass er uns ruft.
So lädt Jesus die Menschen ein, Partnerinnen und Partner Gottes zu sein. So sollen wir als Kirche in heutiger Zeit einladen, mit Gott, der in uns wohnt, in Kontakt zu kommen. Unser ständiges Bemühen muss es, dabei echt und ehrlich zu sein. Wenn das Reden und Handeln der Kirche - soll heißen: von uns, den Gläubigen -, dem widerspricht, was die Frohbotschaft meint, wird das Christentum unglaubwürdig. Aber auch unser persönliches Leben soll in Einklang mit der Botschaft stehen: Wer den Glauben benutzt, um in seinen Beziehungen Hass und Zwietracht zu säen, erzählt wohl kaum von der Liebe und Barmherzigkeit unseres Gottes. Und schließlich ruft die Verkündigung des heutigen Tages uns auch auf, wach zu sein und Phantasie zu haben: ein Gespür dafür zu haben, wann und wie Gott in unserem Leben wirkt, und nach denen Ausschau zu halten, die von uns eingeladen werden wollen: Kommt und seht.
Die Kirchen in Österreich feiern am 17. Jänner den "Tag des Judentums". Das Christentum ist von seinem Selbstverständnis her wesentlich mit dem Judentum verbunden. Damit dies den Christen immer deutlicher bewusst wird, hat der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) im Jahr 2000 den 17. Jänner als besonderen Gedenktag im Kirchenjahr eingeführt.
Am heutigen Tag des Judentums, soll von den Schriftlesungen besonders jene hervorgehoben werden, die auch in einem jüdischen Wochengottesdienst gelesen werden.
Die heutige Lesung aus dem 1. Buch Samuel und der Psalm 40 sind jüdische Schriften, die auch im christlichen Kontext gelesen werden. Sie erinnern, dass die Christen ihre Wurzeln im Judentum, in ihren Schriften haben. Wir sind eingeladen mit diesen Schriften in Dialog zu treten, und – so wie im Gottesdienst – unsere Beziehung zu Gott auch liturgisch im Lobpreis Gottes zu feiern.
Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber, geboren 1878 in Wien, gestorben 1965 in Jerusalem, hat diese Dialogfähigkeit des Menschen in seinem Buch „Ich und Du“ entfaltet. Basis, Grundlage zu dieser Darlegung von Martin Buber ist die jüdisch-mystische Theologie wie im Chassidischen Judentum und die christlich-mystische Theologie wie von Meister Eckhart. Aus dieser, das Judentum und das Christentum, umfassende Mystik heraus, erarbeitet er die Möglichkeit des Menschen in Dialog zu treten.
"Der Mensch wird am Du zum Ich", denn das Angesprochenwerden geht dem Ansprechen voraus. Der angesprochene Mensch, der „Ich“ sagen kann, unterscheidet sich vom „Du“ und geht nicht im „Du“ auf. Wichtig ist Martin Buber bei seiner Herangehensweise, dass das „Ich“ im „Du“ den „Ewigen“ zu sehen fähig wird, mit dem „Ewigen, Göttlichen“ in Kontakt, in Beziehung, ins Gespräch kommen kann.
So schreibt er: „Ihr ewiges Du haben die Menschen mit vielen Namen angesprochen. … Aber alle Gottesnamen bleiben geheiligt“ (aus „Ich und Du“). In dieser Darstellung vom jüdischen Philosophen Martin Buber ist der Dialog mit Gott, das Gespräch zu verstehen. Er, Martin Buber, übersetzt den Gottesnamen JHWH mit DU!
Ein Psalm ist ein aus der jüdischen Geschichte poetischer, bildreicher und von der Situation des Ich's geprägter Text, der vom Sprecher „dem Ewigen“ vor die Füße gelegt wird. In den Psalmen ist immer etwas Dramatisches, welches das ICH zur Sprache bringt. Ob nun Situationen der des Jubels, der Zuversicht, des Zorns, der Trauer, der Angst und Not zur Sprache kommen, sie haben als Fundament immer den Lobpreis Gottes: ER ist der Handelnde, die Zuversicht, seine Heilstaten werden in Erinnerung gerufen, möge sich seine Gerechtigkeit durchsetzen. Durch dieses Offenlegen der Aggressionen erspart sich das ICH selbst gewalttätig zu werden, denn Gerechtigkeit erwartet er vom „Ewigen“, den er für seine Taten lobpreist.
So lautet der hebräische Titel des Buches der Psalmen „Sefer Tehellim“ – Buch der Lobpreisungen! Die Psalmen wurden ursprünglich mit Saitenspiel begleitet.
Im Wort Psalm – vom altgriechischen Wort Psalmós abgeleitet – kommt dies zum Ausdruck. Als „gezupftes Lied“ könnte das Wort Psalmós erklärt werden.
Die „Leseweise“ im jüdischen Verständnis von den Psalmen ist das Rezitieren. Das Rezitieren der Psalmen ist hilfreich, vor allem in Zeiten der Not. Die Emotionen auf“sagen“, vor“tragen“ im Angesicht Gottes, lassen nicht vergessen, in welcher Not das ICH war. Dieses Erinnern geschieht immer im Blick auf Gottes Größe und dass Gott die Zuversicht, die Gerechtigkeit, die das ICH erhofft, ist – IHM gilt somit der Lobpreis.
Ps 40,1 Des Chormeisters, von Dawid, ein Harfenlied. (Martin Buber)
In der hebräischen Bibel werden 73 Psalmen König David „zugeschrieben“. Er kann als „Vorbild“ betrachtet werden, das Leben des Königs David wird so in literarischer Form in den Psalmen dargestellt. Die Samuel-Bücher sind die Grundlage der David-Biographie, sind als Quelle der poetischen Darstellung von König David in den Psalmen zu sehen.
Der ganze Psalm 40, 1-18 ist so strukturiert, dass er „nur“ im Ganzen zu verstehen und als ganz zu lesen ist. Dann kann er seine poetische Dynamik, seine Dramatik, seine Spannung entfalten.
Die Verse 12 – 18 geben in bildlicher Sprache die aktuelle Situation vom ICH, vom Psalmisten wieder, und seine Hoffnung:
18b „Was mir aufhilft, was mich entrinnen macht, bist du: mein Gott, säume nimmer!“
Es ist die Erinnerung, an die Heilstaten Gottes, an IHN, den Handelnden, Verse 2-11, die dem „Klagenden“ Trost und Zuversicht und Hoffnung auf IHN, der wieder und wieder handeln wird an seinem Volk, gibt.
5 „O Glück des Mannes, der einsetzte IHN als seine Sicherheit und sich nicht kehrte an Ungestüme, in Täuschung Verstrickte!“
6 „Viel hast du getan, DU, mein Gott, deiner Wunderwerke, deiner Planungen an uns - nichts ist dir anzureihn! -, will ich melden, will ich reden, Übermenge sind sie dem Erzählen.“
Diesem „Ewigen, der groß und gerecht ist“ schildert der Psalmist seine Situation, seine innere Verfasstheit:
13 „ Denn mich umzingeln Bösgeschicke bis zur Unzahl, meine Fehler holen mich ein, dass ich aufzusehn nicht vermag: Übermenge sind sie, mehr als Haare meines Haupts, - und mein Herz verlässt mich.“
14 „Lasse, DU, dir‘s gefallen mich zu erretten, DU, zu meiner Hilfe eile!
In dieser Zuwendung zu „ Adonai“* liegt der Lobpreis schon im Voraus zugrunde:
4 „Und er gab mir in den Mund neuen Gesang, Preisung unserem Gott. Viele schauen und erschauern und werden sicher an IHM. …“
8 „Nun spreche ich: Da komme ich mit der Rolle eines Buchs, auf mir ist‘s geschrieben: …“
Man spürt richtig, wie dem Psalmist die Zunge gelöst wird, wie er Worte findet, die das vor Gott bringen, was ihn bewegt aus der Erinnerung an die Taten Gottes.
„Adonai“ – In der jüdischen Tradition wird der Gottesname nicht ausgesprochen, sondern ersetzt, häufig durch: Adonai.
Übersetzung von Martin Buber: Zum heutigen Tag des Judentums wurde die Übersetzung von Martin Buber genommen – er wurde 1925 von einem christlichen Verleger gefragt, ob er eine Bibelübersetzung machen würde. Mit seinem Freund Franz Rosenzweig hat er mit der Bibelübersetzung aus dem Hebräischen begonnen. Es war ein Lebensprojekt von Martin Buber, welches erst 1961 vollendet war. Martin Buber erinnerte 1961 in seiner Ansprache an ein Gespräch mit Franz Rosenzweig:
„Unter Bibel versteht heut der Christ nur das Neue Testament, etwa mit den Psalmen, von denen er dann noch meist meint, sie gehörten zum Neuen Testament. Also werden wir sie missionieren.“ Und Buber schließt mit den Worten: „Ich bin sonst ein Gegner alles Missionierens... Aber diese Mission da lasse ich mir gefallen, der es nicht um Judentum und Christentum geht, sondern um die gemeinsame Urwahrheit, von deren Wiederbelebung beider Zukunft abhängt. Die Schrift ist am Missionieren. Und es gibt schon Zeichen dafür, dass ihr ein Gelingen beschieden ist.“
1 Des Chormeisters, von Dawid, ein Harfenlied.
2 - Erhofft, erhofft habe ich I h n,
und er hat sich zu mir geneigt,
hat mein Stöhnen erhört.
3 Hoch zog er mich
aus dem brodelnden Loch,
aus dem Moorschlamm,
stellte auf Gestein meine Füße,
festigt meine Schritte.
4 Und er gab mir in den Mund
neuen Gesang,
Preisung unserem Gott.
Viele schauen
und erschauern
und werden sicher an I h m.
5 - O Glück des Mannes,
der einsetzte I h n
als seine Sicherheit
und sich nicht kehrte
an Ungestüme,
in Täuschung Verstrickte!
6 - Viel hast du getan,
Du, mein Gott,
deiner Wunderwerke,
deiner Planungen
an uns
- nichts ist dir anzureihn! -,
will ich melden,
will ich reden,
Übermenge sind sie dem Erzählen.
7 Nach Schlachtmahl, Hinleitspende
gelüstets dich nicht:
Ohren hast du mir gebohrt.
Darhöhung, Entsündungsgabe
heischest du nicht.
8 Nun spreche ich:
Da komme ich
mit der Rolle eines Buchs,
auf mir ists geschrieben:
9 Zu tun dein Gefallen,
mein Gott, habe ich Lust,
deine Weisung ist meinem Innern inmitten.
10 Ich bringe Wahrhaftiges aus
in großer Versammlung,
da, meine Lippen verhalte ich nicht,
selber weißt du es, Du,
11 deine Bewährung hülle ich nicht
mitten mir im Herzen,
dein Betreuen,
dein Befreiertum
spreche ich aus,
nicht verhehle ich
deine Huld,
deine Treue
großer Versammlung.
12 Du, enthalte du mir dein Erbarmen nicht vor!
deine Huld,
deine Treue
mögen stets mich behüten!
13 Denn mich umzingeln
Bösgeschicke bis zur Unzahl,
meine Fehle holen mich ein,
daß ich aufzusehn nicht vermag:
Übermenge sind sie,
mehr als Haare meines Haupts, -
und mein Herz verläßt mich.
14 Lasse, Du, dirs gefallen
mich zu erretten,
Du, zu meiner Hilfe eile!
15 Zuschanden müssen werden und sich schämen zumal,
die mir nach der Seele trachten, sie hinzuraffen,
zurückprallen, zu Schimpfe werden,
die an meinem Bösgeschick sich erlustigen,
16 erstarren zufolge ihrer Schande,
die zu mir sprechen: Ha! ha!
17 Entzücken sollen sich, sich freuen an dir alle,
die nach dir trachten,
stets sollen sprechen:
»Groß ist Er!«,
die dein Befreiertum lieben.
18 Ich hier,
gebeugt und bedürftig, -
mein Herr plane für mich!
Was mir aufhilft,
was mich entrinnen macht
bist du:
mein Gott, säume nimmer!
(aus dem Hebräischen von Martin Buber- Franz Rosenzweig 1929)
Die Lesung aus dem 1. Buch Samuel berichtet von der Berufung des jungen Samuel. Das Evangelium des heutigen Sonntags erzählt, wie die ersten Jünger zu Jesus gestoßen sind und so ihre Berufung gefunden haben. Daher einige Gedanken zum Thema „Berufung“:
Johannes schildert in seinem Evangelium die Berufung der ersten Jünger bis ins Detail, Schritt für Schritt. Diese Schrittabfolge kann auch heute noch zu Jesus führen.
Kommt und seht! Die Einladung Jesu, in sein Haus zu kommen, ist deutlich. Aber es ist wie bei jeder Feier, zu der wir gehen wollen: Wie reagieren wir? Worauf wollen wir uns freuen? Was befürchten wir?
Kommt und seht! - Diese Einladung Jesu an die Jünger gilt auch für uns heute. Lassen wir uns ein auf den, der uns einlädt. Öffnen wir uns für sein Wort, verweilen wir bei ihm und lassen wir uns erfüllen von dem, der uns Heil schenkt. Und: Lassen wir ihn ein in unsere Herzen und schenken seinem Geist eine Wohnstatt.
Herr Jesus Christus,
du siehst uns an und hörst uns zu.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du rufst uns in deine Nähe.
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
zu dir dürfen wir kommen, wie wir sind.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du bist das menschgewordene Wort Gottes.
Herr, erbarme dich.
Du wandtest dich den Menschen zu, denen du begegnetest.
Christus, erbarme dich.
Du rufst bis heute dir nachzufolgen.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du Sohn Gottes.
Herr erbarme dich.
Du Retter der Menschheit.
Christus erbarme dich.
Du rufst uns in deine Nachfolge.
Herr erbarme dich.
Mit unseren Hoffnungen und Enttäuschungen kommen wir zu dir.
Bei dir haben sie einen Platz.
Herr erbarme dich.
Mit unserem Glauben und unseren Zweifeln kommen wir zu dir.
Bei dir finden sie ihr Zuhause.
Christus erbarme dich.
Mit unseren Träumen, Visionen und unserer Aussichtslosigkeit kommen wir zu dir.
Bei dir dürfen sie sein.
Herr erbarme dich.
Herr, Jesus Christus, du lädst uns ein, dir zu folgen.
Herr, erbarme dich.
Du bist der, auf den viele Generationen gewartet haben.
Christus, erbarme dich unser.
Du führst alle, die sich dir anvertrauen, zum Vater.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott,
du gebietest über Himmel und Erde,
du hast Macht über die Herzen der Menschen.
Darum kommen wir voll Vertrauen zu dir;
stärke alle, die sich um die Gerechtigkeit mühen,
und schenke unserer Zeit deinen Frieden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 2. Sonntag im Jahreskreis
Gott, unser Vater.
Wir sind als deine Gemeinde versammelt
und rufen dich an:
Öffne unser Ohr,
damit wir hören und verstehen,
was du uns heute sagen willst.
Gib uns ein gläubiges Herz,
damit unser Beten dir gefällt
und unser Leben vor dir bestehen kann.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 1
Guter Gott
dein Sohn ruft uns zu: Kommt her und seht.
So wollen wir bei dir sein, auf dein Wort hören
und in der Gemeinschaft der Gläubigen deine Nähe erfahren.
Wir dürfen bei dir einkehren und sein, wie wir sind -
mit unseren Nöten, Sorgen und Fehlern.
Dafür danken wir dir
durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
Vater im Himmel,
in den Unruhen unseres Lebens umfangen uns so viele Stimmen.
Laute und leise, betörende und verwirrende.
Dabei auch deine Stimme wahrzunehmen fällt uns oft schwer.
Schenke uns ein Gespür zu hören,
wie und wodurch du zu uns sprichst
und lass uns deinem Wort vertrauen und ihm folgen.
Guter Gott
dein Sohn hat uns ins Haus seines Vaters geladen:
“Kommt und seht!”
So haben wir uns dankbar und freudig versammelt.
Mache nun unsere Herzen und unseren Verstand bereit,
dass dein Geist darin wohnen kann
und das Wort der Frohbotschaft auf fruchtbaren Boden fällt.
So bitten wir durch Christus.
Guter Gott,
du lädst uns ein in deine Nähe - so wie wir sind: mit Fehlern, Schwächen, Ängsten und Nöten.
All das legen wir dir in die Hände und bitten dich:
Wir beten für alle, deren Leben schon wenige Tage nach Beginn des neuen Jahres in wirtschaftliches, persönliches oder soziales Chaos abgleitet.
Ruf ihnen zu: Kommt her und seht!
Wir beten für alle, die meinen, mit Krieg und Unterdrückung eine neue Ordnung herstellen zu können, und sich ihres Scheiterns nicht bewusst werden.
Ruf ihnen zu: Kommt her und seht!
Wir beten für alle, die glauben, wenn Kirche und Welt sich verändern, ging ihnen im Durcheinander kommender Zeiten der Boden unter den Füssen verloren.
Ruf ihnen zu: Kommt her und seht!
Wir beten für alle, die sich in unserer Zeit für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung einsetzen und jetzt mit Resignation und Mutlosigkeit kämpfen.
Ruf ihnen zu: Kommt her und seht!
Wir beten für alle, deren Leben vergangen ist, die Irdisches hinter sich gelassen und nun Einzug gehalten haben in dein ewiges Reich.
Ruf ihnen zu: Ihr seid angekommen, lasst euch nieder.
Lass uns erfahren, wie du bist: ein Gott, der sich unserer Nöte annimmt, der mitgeht und aushält. Dafür danken wir dir durch Christus, unseren Bruder und Herrn.
Guter Gott,
du hast uns in Deine Nachfolge gerufen.
Wir bitten dich:
Für alle, die Angst haben vor der Zukunft, die sich mit Blick auf das Weltgeschehen allein gelassen fühlen und hilflos:
dass sie Menschen finden, die ihnen zeigen, dass sie nicht allein gelassen sind.
Für alle, die versuchen, Dein Wort auf neuen Wegen immer wieder neu zu verkünden:
dass sie Wege finden, die zu den Herzen der Menschen führen.
Für die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft:
Lass sie erkennen, dass sie das Wohl aller Menschen in den Blick nehmen müssen, wenn wir in Frieden miteinander leben wollen.
Für die Verantwortlichen in den Religionen:
Lass sie erkennen, dass sie den Weg des Friedens nur gemeinsam und miteinander gehen können.
Für uns, die wir versuchen, deine Nachfolge zu leben:
dass wir immer mehr erkennen, wie wir unseren Nächsten dienen können, und uns selbst nicht so wichtig nehmen.
Für unsere Verstorbenen:
dass sie bei Dir neue Heimat finden.
Guter Gott,
du möchtest, dass wir deine Liebe verbreiten in dieser Welt, und hast deinen Sohn Mensch werden lassen, damit wir ihm folgen können.
Dafür danken wir dir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. - Amen.
Gott geht auf uns Menschen zu und lädt uns ein, zu ihm zu kommen.
Ihm vertrauen wir unsere Bitten an:
Für alle, die in den verschiedenen Diensten in der Kirche und in ihrem Alltag ihrer Taufberufung getreu leben.
Für alle Menschen jüdischen Glaubens, mit denen wir als Christen durch gemeinsame Glaubensinhalte verbunden sind.
Für alle jungen Menschen, die erst entdecken müssen, worin ihre Talente und ihre Berufung liegen, und für alle, die sie in der Freiheit ihrer Entscheidung selbstlos begleiten.
Für alle, die immer wieder neu in den Worten der Schrift und ihren alltäglichen Begegnungen in Achtsamkeit und Offenheit nach dir suchen.
Für unsere Verstorbenen, für die wir erhoffen, dass sie auf ihrem Platz bei dir angekommen sind.
Gott,
wir danken dir für deine Nähe auf allen unseren Wegen. Wir rühmen und preisen deine Weisheit und Größe jetzt und allezeit. - Amen.
Zu Gott, der uns mit unseren Bitten, Wünschen und Anliegen aufnimmt und ernstnimmt,
rufen wir:
Als Menschen und als Christen brauchen wir Orte und Zeiten der Begegnung mit anderen.
Hilf unseren Gemeinden und der ganzen Kirche solche Orte zu schaffen, in denen Menschen ihren Glauben leben und mit ihren Fragen und Wünschen sein können.
Als Kirche leben wir aus der Kraft des Heiligen Geistes, der mit und durch uns einen lebendigen Glauben bewirkt.
Lass uns diesem Geist in den täglichen Anforderungen vertrauen.
Auch im Hause Gottes sind wir nicht vor Anfeindungen und Ausgrenzungen gefeit.
Hilf den Kirchen, in einer guten Weise einander und andere Überzeugungen zu respektieren und an einer gerechten Welt mitzubauen.
Viele Schwestern und Brüdern haben diese weltliche Wohnstatt verlassen.
Wir bitten für unsere Verstorbenen, dass sie bei dir die Erfüllung ihrer Träume und Visionen finden.
Denn du Gott, bist die Hoffnung und Zuversicht für unser Leben. Dir danken wir, dass du uns immer neue Wege zeigst. Heute und alle Tage und in Ewigkeit.
Herr,
gib, daß wir das Geheimnis des Altares ehrfürchtig feiern;
denn sooft wir die Gedächtnisfeier dieses Opfers begehen,
vollzieht sich an uns das Werk der Erlösung.
Durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Sonntag im Jahreskreis
Gabengebet
Vater im Himmel,
in deinem Sohn ist der Welt
das Licht aufgeleuchtet,
das unserem irdischen Leben den Weg weist.
Laß uns in der Feier seines Opfers
das göttliche Leben empfangen,
damit wir selbst Licht werden für die Welt.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB Auswahl 7
Gütiger Gott,
du selber hast uns die Gaben geschenkt,
die wir auf den Altar legen.
Nimm sie an als Zeichen unserer Hingabe
und gib uns die Kraft
zu einem Leben nach deinem Willen,
damit wir einst den ewigen Lohn empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 8. Sonntag im Jahreskreis
Barmherziger Gott
nun sind wir um den Tisch versammelt,
an den uns dein Sohn geladen hat.
Wenn wir nun Brot und Wein miteinander teilen
und sie als Zeichen der Gegenwart deines Sohnes bekennen,
dann lass uns daraus Kraft und Mut schöpfen
für die Wege, die wir gehen wollen.
So bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Barmherziger und gütiger Gott
der Tisch ist gedeckt und wir dürfen
Gastmahl halten mit dir als Vorgeschmack
der Tischgemeinschaft in der Ewigkeit.
Stärke uns in diesem Mahl und mach uns bereit,
zusammen mit unseren Schwestern und Brüdern
eine Kirche zu sein, die offen ist für alle,
die nach dir suchen.
So bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Kehrvers:
Der Herr ist mein Licht und mein Heil. (GL 38,1)
Guter Gott, wir danken dir,
denn du nimmst dich deines Volkes an,
du bist in seiner Mitte gegenwärtig
und stehst ihm bei, wenn es in Not ist.
Kehrvers
Zu allen Zeiten bestellst du Hirten, die deinem Volk vorangehen,
Propheten, die ihm dein Wort verkünden,
und Priester, die deinen Namen heiligen.
Kehrvers
Jesus von Nazareth hast du gesandt,
um dir das Herz deines Volkes aufs Neue zuzuwenden.
Er war der Gute Hirte, der das Leben für die Seinen hingab.
Er hat Männer und Frauen in seine Nachfolge gerufen,
damit sie wie er die Frohe Botschaft vom Reich Gottes verkünden.
Kehrvers
Auch heute berufst du Menschen,
die deine Größe den Menschen bekannt machen,
deinen Dienst an den Kleinen und Schwachen weiterführen
und dein Volk leiten.
Dafür danken wir dir und singen wir dir mit allen Heiligen zum Lob:
Danklied, z. B. "Lasst uns loben, freudig loben" (GL 489)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn deine Vorsehung waltet über jeder Zeit;
in deiner Weisheit und Allmacht
führst du das Steuer der Kirche
und stärkst sie durch die Kraft des Heiligen Geistes.
In ihm kann sie allezeit auf deine Hilfe vertrauen,
in Not und Bedrängnis zu dir rufen
und in Tagen der Freude dir danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Heiliger Geist 2
Mit Johannes dem Täufer bekennen wir:
Ich habe es gesehen und lege Zeugnis ab:
Dieser ist der Erwählte Gottes.
(Joh 1,34)
oder:
Kommt und seht!
Da kamen sie mit und sahen, wo er wohnte.
(Joh 1,39)
Gib uns Ohren, die deine Stimme hören,
die auch das Unbequeme
und die Not der Menschen nicht überhören,
die aber verschlossen sind
für das Böse und alles lieblose Geschwätz.
Ohren, die deinen Ruf vernehmen.
Gib uns Augen, die sehen, was nötig ist,
die hindurchschauen durch das Vordergründige,
die das Kleine und Unscheinbare nicht übersehen.
Augen, unter deren Blick sich andere wohlfühlen.
Gib uns einen Mund, der deine Wege bezeugt,
der heilende Worte spricht und Anvertrautes bewahrt,
dem alles Verletzende und Zerstörende fremd ist.
Einen Mund, der einlädt zu dir.
Gib uns ein Herz, in dem dein Geist wohnt,
das Wärme schenkt und reich ist an Vergebung,
das Freude und Leid der Mitmenschen teilt.
Ein Herz, das Güte und Liebe ausstrahlt,
und das uns antreibt, dir zu folgen.
augenblicke
begegnungen
die verändern
mich
meine art die dinge zu sehen
augenblicke
begegnungen
die lehren zu lieben
mich
den anderen
die welt
augenblicke
begegnungen
die helfen neu anzufassen
einem der nicht mehr wollte
in einer welt in der niemand mehr etwas erwartet
augenblicke
begegnungen
die unendlich kostbar sind
für mich
für jeden von uns
für alles was ist
(Bernhard Rathmer)
Ich glaube an die Sonne,
auch wenn sie nicht scheint.
Ich glaube an die Liebe,
auch wenn ich sie nicht spüre.
Ich glaube an Gott,
auch wenn ich ihn nicht sehe.
(anonymer Text aus dem Warschauer Getto)
Barmherziger Gott,
du hast uns alle mit dem einen Brot des Himmels gestärkt.
Erfülle uns mit dem Geist deiner Liebe,
damit wir ein Herz und eine Seele werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Sonntag im Jahreskreis
Gütiger Gott,
du hast uns mit deinem Wort
und dem Brot des Lebens genährt.
Gib, daß wir gläubig auf deinen Sohn hören,
damit wir deine Kinder heißen und es in Wahrheit sind.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Taufe des Herrn
Unser Gott und Vater, wir danken dir.
Du hast uns genährt mit der Speise,
die uns stärkt, nur deinem Willen zu folgen.
Ist unser Glaube auch schwach
und unsere Liebe gering,
nimm sie barmherzig an um deines Sohnes willen,
der uns zugelassen hat an seinen Tisch,
unser Herr Jesus Christus,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Schlussgebete zur Auswahl 7
Allmächtiger Gott
wir haben Mahl gehalten und dein Wort gehört.
Wenn wir nun gehen, um in unserem Leben zu tun,
wozu du uns rufst und was du uns zutraust,
begleite uns mit deinem Segen.
Das erbitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn.
Herr,
wie du Samuel gerufen hast,
so rufst du auch uns immer wieder.
Wie Samuel hören wir vielleicht,
doch verstehen dein Rufen nicht.
Schenke uns ein Gespür dafür,
ein leises und kleines Empfinden zumindest,
deine Anrufe zu hören und zu verstehen
und lass uns durch dein Wort unseren Alltag in der kommenden Woche bestehen. – Amen.
Allmächtiger Gott
wir haben dein Wort gehört
und du hast uns vom Brot des Lebens geschenkt.
Es sei uns Wegzehrung für unseren Weg durch diese Zeit.
Es ermutige uns zu Echtheit und Offenheit
und reiße uns heraus aus Trägheit und Mutlosigkeit.
Dafür danken wir dir heute, alle Tage unseres Lebens,
bis in Ewigkeit.
deine Stimme
Herr
lässt du hören
in dunklen Kammern der Nacht
und
im Unterwegssein des Tages
auf vielfältige Weise
rufst du
doch
werde ich dein Rufen
unterscheiden können
bei all den vielen Stimmen
und Eindrücken
die umherschwirren
und fordern -
ja überfordern
gib dein Rufen nicht auf
bis auch ich spreche:
„Rede, Herr,
deine Dienerin, dein Diener
hört.“
und
gib meinen Wegen
festen Grund
damit ich dir folgen kann
Beatrix Senft 2024.
"Berufungsgeschichten" – so könnte man die biblischen Texte dieses Sonntags überschreiben, oder auch: "alle müssen lernen". Wir hören von der Berufung des Propheten Samuel. Er erkennt zunächst nicht, wer ihn da ruft, er braucht die Hilfe des Eli. Und wir hören von der Berufung der ersten Jünger. Sie brauchen den Anstoß vom Täufer Johannes, um Jesus zu erkennen. Und Petrus braucht dann das Zeugnis seines Bruders.
Petrus, der Fels, auf den Jesus seine Kirche baut, auch er braucht einen Anstoß. Und es bleibt für ihn weiter schwierig. Oft versteht er Jesus nicht, oft schießt er übers Ziel hinaus, es gelingt ihm sogar, Jesus so zu verärgern, dass dieser zu ihm sagt „Weiche von mir, Satan“, bis er ihn schließlich sogar verleugnet. Und doch, dieser Petrus wird als der gesehen, der erster Papst war. Er hat – mühsam – lernen müssen, wie Jesu Weg aussieht und was Nachfolge bedeutet. Immer wieder hat auch er selbst gemerkt, dass er in die Irre läuft, und doch hat er gelernt, den richtigen Weg zu finden.
Auch wir dürfen lernen. Auch wir brauchen Anstöße; von Menschen, die Gott erkannt haben, von Menschen, die uns zeigen oder gezeigt haben, wie Nachfolge aussehen kann. Das können Texte aus der Bibel sein, dass kann ein Priester oder ein Seelsorger, eine Seelsorgerin sein, die uns den Weg zeigen. Vielleicht war es auch der Religionslehrer unserer Kindheit, der glaubwürdig seinen Weg ging, Heilige aus den Legenden, deren Leben uns Mut macht, oder auch der Nachbar, die Nachbarin, die so ganz ohne Theologie und Pathos einfach tun, was Jesus uns aufgetragen hat: Menschen zugewandt leben, helfen, wo es nötig ist, ohne den Blick auf die Frage, was es einbringen mag.
Es macht nichts, wenn wir die Rufe nicht sofort hören, es macht nichts, wenn wir Gott nicht auf Anhieb erkennen. Er ist hartnäckig. Wenn wir uns drauf einlassen, wird er uns immer wieder in seine Nachfolge rufen. Und wenn wir irren, wenn wir uns selbst zu wichtig nehmen, wenn wir nicht verstehen, wenn wir übers Ziel hinaus schießen oder gar leugnen, Christen zu sein, immer finden wir in der Person des Petrus jemanden, dem es genauso gegangen ist. Und der doch von Jesus erwählt wurde als erster unter Gleichen. Wir brauchen nicht aufgeben, es gibt kein endgültiges Versagen. Immer wieder dürfen und müssen wir neu unseren Weg mit Jesus suchen, immer wieder werden wir ihn neu finden.
Und dazu gehört dann auch, dass wir Wegbereiter werden, indem wir so leben, dass Menschen erkennen, dass es sich lohnt, Jesus nachzuspüren, dass wir Spuren hinterlassen, die anderen Wegzeichen sein können.
Spuren
am Meer
Spuren im Sand
klar erkennbar
morgen verschwunden
Immer schon
schlagen die Wellen an den Strand
unbeeindruckt vom Fortgang der Zeit
unbeeindruckt von menschlichem Handeln
Warum fühlen wir uns so wichtig
Warum glauben wir, wir könnten die Welt beherrschen
Wir hinterlassen Spuren im Sand
klar erkennbar
morgen sind sie verschwunden
Hinterlassen wir Spuren in den Herzen
Spuren der Liebe
die bleiben
Und blicken wir aufs Meer
Immer schon schlagen die Wellen an den Strand
unbeeindruckt vom Fortgang der Zeit
Nehmen wir uns nicht so wichtig
Schauen wir auf die anderen
Spuren in den Herzen
Spuren der Liebe
die bleiben
Edith Furtmann 2024.
Ökumenischer Rat der Kirchen Österreichs
http://www.oekumene.at/oerkoenews/1940/tag-des-judentums-2020
Katholische Kirche Österreichs:
https://www.katholisch.at/tagdesjudentums
Diözese Linz:
https://www.dioezese-linz.at/institution/8117/article/136771.html
Internet
Was bringt junge Leute auf die Suche nach einer "geistlichen Berufung"?
Die Motive sind so vielfältig wie die Lebensgeschichten. Aber bei Menschen, die mit einer "gesunden Berufung" kommen, ist festzustellen, dass sie eine starke Sehnsucht nach mehr als dem Gewohnten haben; nach mehr als den normalen Befriedigungen und Erfüllungen unserer Gesellschaft. Bei vielen erlebe ich, dass sie in Tagen der Einkehr, im Gebet oder in der Begegnung mit Menschen etwas erahnt haben von der Anziehungskraft Jesu Christi und seiner Botschaft. Und sie suchen eine Lebensgestalt, die sinnvoll, erfüllend und von bleibendem Wert ist. Es geht um eine Berufung, nicht nur um einen Beruf.
Was ist der Anstoß, sich "berufen" zu fühlen?
Das ist recht unterschiedlich, wie eben auch Liebesbeziehungen verschieden anfangen. Die einen spüren bei einem Einkehrtag, bei einer Begegnung, bei einem Gespräch plötzlich: Da bin ich gemeint, da bin ich angerufen. Und dieses Erlebnis lässt ihnen keine Ruhe. Bei anderen wächst dieser Gedanke über Jahre: Ich hab Freude, Menschen zu helfen, ich hab Freude am Gebet, ich spüre, ich sollte mich zur Verfügung stellen. Manche kommen aber auch aus anderen Motiven: Weil sie ein geschütztes Nest vor dem rauen Wind der Welt suchen, weil sie Angst vor zu viel Freiheit haben, weil sie "jemand Besonderer" sein wollen. Ich denke, dass geistliche Begleiter, aber auch Ordensgemeinschaften und Seminarregenten sehr genau hinschauen sollten, was die wirklichen Motive sind. Meiner Erfahrung nach werden - auch aus der wachsenden Personalnot heraus - an manchen Orten Leute aufgenommen, wo ich größte Bedenken habe. Damit erweist man niemandem einen Dienst.
Wo sehen Sie die größten Hürden, dass junge Leute zu einer "geistlichen Berufung" Ja sagen können?
Hier gibt es neben sehr persönlich bedingten Beweggründen auch so etwas wie allgemeine Hürden, die vielen den Weg versperren oder erschweren. Ein Grund liegt sicherlich darin, dass in der heutigen Gesellschaft die Scheu vor lebenslangen Bindungen und vor einem Sich-Verschenken zunimmt. Das hängt auch damit zusammen, dass immer weniger Menschen selber oder in ihrer Umgebung die Bereitschaft erfahren, Hingabe auch durch Krisen und "Schicksalsschläge" hindurch zu tragen. Ich halte das für ein großes Problem unserer Zeit.
Eine weitere Hürde sehe ich darin, dass sich viele mit manchen Strukturen von Orden und von Kirche schwer tun. Für andere ist auch die Frage, ob sie die "ehelose Keuschheit" positiv leben können, eine echte Schwierigkeit. Gerade hinter einer "geistlichen Berufüng" steht ja auch die Sehnsucht, als Mensch ganzheitlich zu leben. Und da ist für viele ein Leben ohne Partnerschaft und intimer menschlicher Nähe eine große Herausforderung. Unter diesem Aspekt ist es von ganz besonderer Bedeutung, ob junge Leute in der Kirche tragfähige Gemeinschaften erleben.
Aus: Josef Maureder SJ, Wir kommen wohin wir schauen. Berufung leben heute. Tyrolia Verlag, Innsbruck Wien 2004.
Donnergrollen
immer näher
immer lauter
Blitze zerreißen den dunklen Himmel
für Sekundenbruchteile
taghelles Licht
dann pechschwarze Nacht
faszinierendes Schauspiel
gewaltig und Angst machend
der Himmel droht
auseinanderzubersten
herabzufallen
Verzogenes Gewitter
in der Ferne Donnergrollen
der Himmel ist am Himmel
geblieben
einladend
verheißungsvoll
versöhnend
friedvoll
Aus: Margot Bickel, Jede Nacht birgt einen Stern, Augsburg 1998, Seite 44.
Der erste Zeitpunkt ist dann, wenn Gott unser Herr den Willen so bewegt und an sich zieht, dass eine Ihm ergebene Seele, ohne zu zweifeln oder auch nur zweifeln zu können, dem folgt, was ihr gezeigt worden ist, wie es der heilige Paulus und der heilige Matthäus taten, als sie Christus unserem Herrn folgten.
Der zweite Zeitpunkt ist dann, wenn man viel Klarheit und Einsicht hat auf Grund der Erfahrung in Tröstungen und Trostlosigkeiten sowie auf Grund der Erfahrungen in der Unterscheidung der verschiedenen Geister.
Die dritte Zeit ist ruhig; es erwägt einer zuerst, wozu hin der Mensch geboren ist, nämlich um Gott unseren Herrn zu loben und seine Seele zu retten, und von solchem Wunsche beseelt, wählt er als Mittel ein Leben oder einen Stand innerhalb der von der Kirche gesetzten Grenzen, um im Dienst seines Herrn und im Wirken für das Heil seiner Seele gefördert zu werden.
Ich nannte die Zeit ruhig, wenn nämlich die Seele nicht von verschiedenen Geistern bewegt wird und sich ihrer natürlichen Kräfte frei und ruhig bedient.
Aus: Exerzitienbuch des heiligen Ignatius, Nr. 175-177, zitiert nach: Rahner Karl, Horizonte der Religiosität. Kleine Aufsätze, hrsg. von Georg Sporschill, Wien 1984.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Samuels Berufung geschieht unter der Mitwirkung Elis, der so seinen Nachfolger vorbereitet. Dabei bleibt Gott der Rufende, der solange ruft, bis Samuel reif ist für die richtige Antwort.
Durch die Schuld der Söhne Elis waren Visionen selten geworden. Entsprechend geschieht der Neuanfang in der Berufung des Samuel in einer Audition. Samuel hört die Stimme Gottes.
Bereits die wunderbare Geburt Samuels (Bedeutung des Namens: "Gott ist sein Name"), deutet auf eine besondere Aufgabe für Israel hin. Nachdem er durch die Anweisungen des Priesters Eli das Wort Gottes kennengelernt hat, werden ihm prophetische Züge zugesprochen. So verkündet er etwa den Israeliten das Recht und erwirkt dank seiner Fürbitte einen Sieg über die Philister.
Ihm wird nach den Samuelbüchern sowohl die Salbung Sauls als auch Davids zu Königen zugeschrieben - nach der ältesten Textschicht des AT wird jedoch Saul durch das Volk gesalbt.
Zentrum der Lesung ist die Berufung Samuels zum Propheten. Eingewoben ist dieser Text in die Kindheitsgeschichte Samuels (Kapitel 1 bis 4). Die Abfassung des Textes dürfte in oder kurz nach der so genannten Exilszeit erfolgt sein. - Der Tempelkult ist zusammengebrochen und die religiöse Orientierung wird maßgeblich durch die Besinnung auf die Botschaft der Propheten bestimmt.
Hervorzuheben ist an der Berufungsgeschichte, dass Samuel seine Berufung nicht durch einen Traum vermittelt wird, sondern diese gleichsam real erfährt, indem er Gottes Wort vernimmt. Samuel vernimmt diese Botschaft und lässt sich auf sie ein. Er hört also gewissermaßen Gottes Berufung, befolgt seine Botschaft und stellt sich somit ganz in den Dienst Gottes.