Lesung aus dem Buch Jeremia.
Siehe, Tage kommen – Spruch des Herrn —,
da schließe ich mit dem Haus Israel und dem Haus Juda
einen neuen Bund.
Er ist nicht wie der Bund,
den ich mit ihren Vätern geschlossen habe an dem Tag,
als ich sie bei der Hand nahm,
um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen.
Diesen meinen Bund haben sie gebrochen,
obwohl ich ihr Gebieter war –
Spruch des Herrn.
Sondern so wird der Bund sein,
den ich nach diesen Tagen mit dem Haus Israel schließe –
Spruch des Herrn:
Ich habe meine Weisung in ihre Mitte gegeben
und werde sie auf ihr Herz schreiben.
Ich werde ihnen Gott sein
und sie werden mir Volk sein.
Keiner wird mehr den andern belehren,
man wird nicht zueinander sagen: Erkennt den Herrn!,
denn sie alle, vom Kleinsten bis zum Größten,
werden mich erkennen –
Spruch des Herrn.
Denn ich vergebe ihre Schuld,
an ihre Sünde denke ich nicht mehr.
Kv Ein reines Herz erschaffe mir, o Gott! – Kv
GL 301
Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, *
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab *
und mach mich rein von meiner Sünde! – (Kv)
Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz *
und einen festen Geist erneuere in meinem Innern!
Verwirf mich nicht vor deinem Angesicht, *
deinen heiligen Geist nimm nicht von mir! – (Kv)
Gib mir wieder die Freude deines Heiles, *
rüste mich aus mit dem Geist der Großmut!
Ich will die Frevler deine Wege lehren *
und die Sünder kehren um zu dir. – Kv
Den Israeliten galt die Wüste als ein Ort der Schlangen und Skorpione (vgl. Dtn 8:15; Jes 14:29 und 30:6). Es erstaunt daher nicht, dass in die Erzählungen des Wüstenzuges auch eine Schlangenplage Eingang gefunden hat.
Der Text Num 21:4-9 interpretiert diese "Schlangeninvasion" als Strafe für die Auflehnung der Israeliten Gott und Mose gegenüber. Doch aufgrund des Schuldbekenntnisses der Israeliten und der Fürsprache des Mose gewährt Gott die Rettung: Eine an einer langen - und damit weithin sichtbaren - Stange montierte kupferne Schlange wird angefertigt. Dank des Anblicks der Schlange, als Zeichen des Glaubens an die Heilkraft Gottes, blieben die Israeliten trotz aller Schlangenbisse am Leben.
In den Kupferminen von Timna (etwa 20km nördlich von Eilat) wurde bei Ausgrabungen eine 12 cm lange Kupferschlange mit goldenem Kopf gefunden. Wahrscheinlich diente sie als Kultgegenstand eines midianitischen Heiligtums in dieser Gegend. Jedenfalls beweist sie, dass um etwa 1200 v. Chr. in dieser Gegend solche Kupferschlangen nicht unbekannt gewesen sind. Im Vorderen Orient galten Schlangen zudem als Symbole des Lebens (vgl. die Äskulapnatter als noch heute bestehendes Symbol von Ärzten und Apothekern) und als Symbol von heilbringenden Gottheiten.
Der Text in Num 21 weist aber nicht der Schlange als solcher Heilkraft zu, vielmehr verweist hier die Schlange auf den eigentlichen Retter. Wahrscheinlich hat Israel so einen bereits bekannten Brauch aus der Umwelt in die eigene Glaubenswelt übernommen, ihn aber theologisch neu geformt, bzw. uminterpretiert. Diese These wird durch Weish 16:7 gestützt, wo es heißt: "Wer sich dorthin wandte, wurde nicht durch das gerettet, was er anschaute, sondern durch dich, den Retter aller."
Die christliche Tradition interpretierte den Text von Num 21 im Anschluß an Joh 3:14 als eine mögliche Urform der rettenden Kraft, die vom Kreuze Jesu ausgeht: Jeder durch die Sünde Verwundete soll voll Vertrauen an den erhöhten Erlöser glauben.
Lesung aus dem Hebräerbrief.
Christus hat in den Tagen seines irdischen Lebens
mit lautem Schreien und unter Tränen
Gebete und Bitten vor den gebracht,
der ihn aus dem Tod retten konnte,
und er ist erhört worden aufgrund seiner Gottesfurcht.
Obwohl er der Sohn war,
hat er durch das, was er gelitten hat, den Gehorsam gelernt;
zur Vollendung gelangt,
ist er für alle, die ihm gehorchen,
der Urheber des ewigen Heils geworden.
Die totale Durchkostung des Leidens wird hier dargestellt. Dem Verfasser des Hebräerbriefes geht es um diese Eindeutigkeit, nämlich, daß dieser Jesus ganz Mensch war und durch das Leid hindurchging. Das Gebet, gefüllt mit der Bitte - und erinnern wir uns parallel an die Ölbergstunde - um Befreiung, verdichtet dieses totale Menschsein. Die Errettung ereignet sich somit nicht durch ein Umgehen oder durch eine Vermeidung des Leidens, sondern im und durch den Tod.
Im Alten Testament finden wir die Wurzeln, daß Gott den errettet, der total in tiefste, extremste Not erniedrigt zu ihm schreit. Die Errettung ereignet sich in Erhöhung.
Diese Hintergründe aus dem Alten Testament waren vielen Christen - Judenchristen ohnehin - bekannt und vertraut. Dem Briefschreiber erst recht, schafft er doch diese Verbindung, indem er Jesus in diese Not-Schrei-Bet-Situation setzt. Von hierheraus befähigt er die Briefleser diesen Jesus als Verbündeten in Not und Elend zu erfahren. Durch das totale Menschsein - ohne das Gottsein wegzuretuschieren - wird dieser Jesus einer von ihnen.
Lob dir, Christus, König und Erlöser! – Kv
(So spricht der Herr:)
Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach;
und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein.
Lob dir, Christus, König und Erlöser!
Den Israeliten galt die Wüste als ein Ort der Schlangen und Skorpione (vgl. Dtn 8:15; Jes 14:29 und 30:6). Es erstaunt daher nicht, dass in die Erzählungen des Wüstenzuges auch eine Schlangenplage Eingang gefunden hat.
Der Text Num 21:4-9 interpretiert diese "Schlangeninvasion" als Strafe für die Auflehnung der Israeliten Gott und Mose gegenüber. Doch aufgrund des Schuldbekenntnisses der Israeliten und der Fürsprache des Mose gewährt Gott die Rettung: Eine an einer langen - und damit weithin sichtbaren - Stange montierte kupferne Schlange wird angefertigt. Dank des Anblicks der Schlange, als Zeichen des Glaubens an die Heilkraft Gottes, blieben die Israeliten trotz aller Schlangenbisse am Leben.
In den Kupferminen von Timna (etwa 20km nördlich von Eilat) wurde bei Ausgrabungen eine 12 cm lange Kupferschlange mit goldenem Kopf gefunden. Wahrscheinlich diente sie als Kultgegenstand eines midianitischen Heiligtums in dieser Gegend. Jedenfalls beweist sie, dass um etwa 1200 v. Chr. in dieser Gegend solche Kupferschlangen nicht unbekannt gewesen sind. Im Vorderen Orient galten Schlangen zudem als Symbole des Lebens (vgl. die Äskulapnatter als noch heute bestehendes Symbol von Ärzten und Apothekern) und als Symbol von heilbringenden Gottheiten.
Der Text in Num 21 weist aber nicht der Schlange als solcher Heilkraft zu, vielmehr verweist hier die Schlange auf den eigentlichen Retter. Wahrscheinlich hat Israel so einen bereits bekannten Brauch aus der Umwelt in die eigene Glaubenswelt übernommen, ihn aber theologisch neu geformt, bzw. uminterpretiert. Diese These wird durch Weish 16:7 gestützt, wo es heißt: "Wer sich dorthin wandte, wurde nicht durch das gerettet, was er anschaute, sondern durch dich, den Retter aller."
Die christliche Tradition interpretierte den Text von Num 21 im Anschluß an Joh 3:14 als eine mögliche Urform der rettenden Kraft, die vom Kreuze Jesu ausgeht: Jeder durch die Sünde Verwundete soll voll Vertrauen an den erhöhten Erlöser glauben.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
gab es auch einige Griechen unter den Pilgern,
die beim Pas-chafest in Jerusalem Gott anbeten wollten.
Diese traten an Philíppus heran,
der aus Betsáida in Galiläa stammte,
und baten ihn: Herr, wir möchten Jesus sehen.
Philíppus ging und sagte es Andreas;
Andreas und Philíppus gingen und sagten es Jesus.
Jesus aber antwortete ihnen:
Die Stunde ist gekommen,
dass der Menschensohn verherrlicht wird.
Amen, amen, ich sage euch:
Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt,
bleibt es allein;
wenn es aber stirbt,
bringt es reiche Frucht.
Wer sein Leben liebt,
verliert es;
wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet,
wird es bewahren bis ins ewige Leben.
Wenn einer mir dienen will,
folge er mir nach;
und wo ich bin,
dort wird auch mein Diener sein.
Wenn einer mir dient,
wird der Vater ihn ehren.
Jetzt ist meine Seele erschüttert.
Was soll ich sagen:
Vater, rette mich aus dieser Stunde?
Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen.
Vater, verherrliche deinen Namen!
Da kam eine Stimme vom Himmel:
Ich habe ihn schon verherrlicht
und werde ihn wieder verherrlichen.
Die Menge, die dabeistand und das hörte,
sagte: Es hat gedonnert.
Andere sagten: Ein Engel hat zu ihm geredet.
Jesus antwortete
und sagte: Nicht mir galt diese Stimme,
sondern euch.
Jetzt wird Gericht gehalten über diese Welt;
jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden.
Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin,
werde alle zu mir ziehen.
Das sagte er,
um anzudeuten, auf welche Weise er sterben werde.
Der johannäischen Gemeinde war es unverständlich, daß die Juden Jesus nicht verstanden haben. Zugleich ist anzumerken, um es ganzheitlich zu sehen, die Darstellungen im Johannesevangelium sind tendenziös. Jesus wird in einem ständigen Kontrast zum jüdischen Volk herausgeschält. Somit darf es nicht verwundern, wenn heutige Christen überrascht feststellen müssen, daß dieser Jesus ein Jude war. Die bald in Gang gekommene Unheilsgeschichte zwischen den beiden Religionen produziert immer noch gegenseitige Abwehr und Vorurteile.
Nach dem Auftreten der Griechen (eigentlich Proselyten, vormals Andersgläubige, die sich zum Judentum bekehrt haben), und nach Weitergabe deren Bitte durch die Jünger an den Herrn, erleidet der Darstellungsverlauf einen Bruch. Jesus geht gar nicht auf die Frage ein, bzw. er antwortet etwas ganz anderes. Und doch eröffnet dieser Bruch einen Zusammenhang. Erst das Sterben am Kreuz ermöglicht die Heidenmission. Diese Schnittstelle beinhaltet die Gefahr der Polemisierung gegen das jüdische Volk. Und doch entfaltet sich eine Seriosität durch den Weizenkornvergleich.
Das Sterben wie ein Weizenkorn... und dann die vielfache Frucht gilt ohne Zweifel allen Menschen, und doch drückt der Vergleich das Ereignis um Tod und Auferstehung Jesu in totaler Dichte aus, daß erst dadurch die Frohe Botschaft grenzüberschreitend wurde.
Das Nichtverstehen der Stimme vom Himmel, das Auffassen dieser als Donner, unterstreicht, die Heilsbedeutung Jesu wurde nicht begriffen. Die Fremdheit der Sprache des Johannesevangelium, die uns fremde apokalyptische Weltauffassung liefern nicht die alleinige Basis zur unserer heutigen Begründung, dies sei uns schwer verständlich. Dieser Jesus und die Heilszusammenhänge bleiben uns auch heute in totales Verstehen unauflösbar.
Die Erneuerung der Herzen, die wir in der Fastenzeit suchen, setzt Selbsterkenntnis voraus. Zu erkennen, wer und was man selbst ist, ist gar nicht so einfach, lehren uns bedeutende Philosophen. Wer bereit ist, wie Jesus den Weg des Weizenkorns zu gehen und so Frucht zu bringen, lernt auf diese Weise Jesus, sich selbst und Gott erkennen.
"Gnothi seauton", "Erkenne dich selbst!", lautete eine Inschrift am Eingang zum Apollonheiligtum in Delphi. Delphi war eines der größten Heiligtümer des antiken Griechenland. Menschen aus dem gesamten hellenistischen Kulturkreis pilgerten hin. In Delphi holten sich auch namhafte Politiker und Feldherren Einblick in die Zukunft, indem sie das hoch angesehene Orakel von Delphi befragten. "Erkenne dich selbst!" kann auch als die eigentliche Antwort der Gottheit auf die Fragen, mit denen die Pilger den Tempelbezirk betraten, verstanden werden.
Im Laufe der Jahrhunderte hat man diese Aufforderung je nach vorherrschender Philosophie unterschiedlich übersetzt und verstanden. Am Beginn der Fastenzeit haben sich viele Menschen ein Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen und sagen lassen: Menschen bedenk, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst; ein "Erkenne dich selbst!" im liturgischen Gewand.
Wer kennt sich schon selbst? Wir sind oft überrascht, wenn wir neue Aspekte der eigenen Persönlichkeit entdecken; positive oder auch negative. Wir sind erstaunt, wenn Menschen, die wir gut zu kennen meinen, Dinge tun, die wir ihnen nicht zugetraut hätten; meist im Negativen, aber auch im Positiven. Wie enttäuscht sind wir manchmal von Politikern oder auch von Menschen in unserer nächsten Umgebung, wenn wir entdecken, dass sie ganz anders sind, als wir sie eingeschätzt haben. Welche Menschen kennen wir wirklich gut?
Zur Zeit Jesu war auch Jerusalem ein großer und vielbesuchter Wallfahrtsort. Menschen aus der ganzen damals bekannten Welt, Juden und Nichtjuden, pilgerten dorthin, um den Gott der Juden kennenzulernen. Eine Gruppe griechisch-hellenistischer Pilger wollte bei dieser Gelegenheit Jesus kennenlernen und versuchte, über seine Jünger mit ihm in Kontakt treten zu können. Ein Glücksfall für eine Person, die öffentlich bekannt werden möchte, doch Jesus geht anscheinend auf ihr Ansinnen gar nicht ein. Wenn wir uns jedoch die Antwort Jesu genauer anschauen, ist es eine viel umfassendere Antwort auf ihren Wunsch, ihn kennenzulernen, als man in dieser Situation hätte erwarten können. Mit seiner Antwort hat damals allerdings wohl kaum jemand etwas anfangen können; nicht einmal seine Jünger, die ihn wohl am besten gekannt haben.
Wer Jesus war, was er wollte und wie er lebte, lässt sich bis zu einem gewissen Grad aus seinen Reden und Taten begreifen. Genügt das? Die Erwartungen an ihn, was er tun wird, wie er das Reich Gottes aufrichten wird, führten das Denken der Menschen in eine ganz andere Richtung, als er sich selbst verstanden hat. Er vergleicht sich mit einem Weizenkorn, das in die Erde fällt und stirbt, um Frucht zu bringen. Damit nimmt er das ihm bevorstehende Schicksal, mit dem niemand gerechnet hat, vorweg. Später hat dieses Bild vom Weizenkorn vielen Menschen, die Jesus nachfolgten, Antwort auf die bohrenden Fragen nach dem Sinn ihres eigenen Lebens gegeben; vor allem dann, wenn ihr Leben durch ein ungeplantes Ereignis eine schicksalhafte Wendung erfahren hat.
Jesus selbst ringt offenbar mit seiner Berufung, mit dem, was sein himmlischer Vater mit ihm vorhat. Er ahnt, dass das, was ihm bevorstand, ein schwerer Weg sein wird, letztlich aber der Verherrlichung Gottes dienen wird.
Der Wunsch, Jesus kennenzulernen, führt uns hinein in die Auseinandersetzung mit uns selbst, dem Geheimnis unseres Lebens und dem Geheimnis Gottes. Wer sich selbst kennenlernen will, wer den Sinn des eigenen Lebens ergründen will, ist eingeladen, in die Fußstapfen Jesu zu treten, das Kreuz des eigenen Lebens auf sich zu nehmen und so den Sinn zu entdecken, den der himmlische Vater in einen jeden von uns hineingelegt hat.
Was wir von Jesus lernen können, ist bedingungsloses Vertrauen in den Schöpfer, der uns das Leben zugemutet hat, und die Zuversicht, dass dieser Weg zu unserer eigenen Verherrlichung in der Herrlichkeit Gottes führt. Im Bild des Weizenkorns ist es das Vertrauen, dass unser Leben auf diese Weise reiche Frucht bringt.
In der Fastenzeit sind wir herausgefordert, unser Denken und Tun zu erneuern. Die Lesungen dieses Sonntags knüpfen an die Verkündigung der Propheten Israels an. Diese waren in ihrer Zeit Vermittler zu Gott und Reformer des sozialen Zusammenhalts. Jeremia kündigt einen neuen Bund an, den Gott mit den Menschen schließen will, einen Bund, der die Herzen der Menschen erneuern wird.
Die Propheten und Prophetinnen des Alten Testaments spielen im Judentum und Christentum eine wesentliche Rolle. Sie sind Vermittler zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und Mensch, Sprachrohr, um Gottes Volk auf den rechten Weg zurückzuführen. Die Prophetinnen vertreten zwei sehr zentrale Anliegen: den Glauben an den einen Gott und Rücksichtnahme auf soziale Schwächere.
Die Prophet:innen des Alten Testaments sind aber auch soziale Reformer. Sie treten auf für Gerechtigkeit und gegen Unterdrückung und Missstände innerhalb der Gesellschaft. Sie kritisieren die Reichen und Mächtigen für die Ausbeutung der Armen. Die Propheten und Prophetinnen sind das Gewissen der Nation und erinnern das Volk an seine moralische Verantwortung gegenüber den Schwachen und Bedürftigen. Ihre Botschaften haben konkrete Auswirkungen auf das soziale Gefüge der Gesellschaft. Es versteht sich von selbst, dass eben diese Botschaften der Prophet:innen nicht immer mit Begeisterung gehört werden. Vielmehr stoßen ihre Worte oft auf Kritik, nicht nur von außen, sondern auch aus den eigenen Reihen. Dennoch: Die Prophet:innen leisten Widerstand gegen das bestehende System und machen aufmerksam auf Unfreiheit.
In dieser Rolle sehen wir Mose in einer der prominentesten Erzählungen des Alten Testaments. Er fordert sein Volk auf, Ägypten zu verlassen, für eine verheißungsvolle Zukunft und eine gerechtere Gesellschaft. Aus Sklavinnen und Sklaven wird ein Volk, das den Entschluss fasst, in Gemeinschaft zusammenzuleben, die Zehn Gebote werden zum Leitfaden für ein soziales Miteinander. Der Auszug aus Ägypten ist also nicht nur eine physische Migration im wahrsten Sinne des Wortes, sondern auch eine geistige und soziale Veränderung, ein Prozess, der das Volk dazu ermutigt, sich von alten Strukturen zu lösen und neue Wege des Miteinanders zu finden auf der Grundlage von Gottes Geboten.
Ein weiteres Beispiel ist Jesaja, der die Bedeutung von Mitgefühl und Barmherzigkeit betont. Er ermahnte die Menschen, sich um die Waisen und Witwen zu kümmern und das Recht der Armen zu verteidigen. Jesajas Botschaft war geprägt von der Vision einer gerechten Gesellschaft, in der alle Menschen in Frieden und Wohlstand leben können; auch der Prophet Amos predigt gegen soziale Ungerechtigkeit und das unmoralische Verhalten der Oberschicht, die er zur sozialen Verantwortung ruft.
Viele prophetische Botschaften sind Botschaften der Hoffnung, die Verheißung, dass Gott mit uns ist, was mit Jesus Christus ein weiteres Mal bekräftigt wird. Verheißungen über einen Messias, der kommen wird, um eine neue Ära des Friedens und der Gerechtigkeit einzuleiten.
Die heutige Lesung ist Teil einer solchen Prophezeiung. Jeremia verkündet einen bevorstehenden neuen Bund, einen Bund, der durch eine Veränderung im Inneren der Menschen gekennzeichnet sein soll. Die Beziehung zu Gott soll eine unmittelbare sein, Gottes Gesetze nicht nur auf Steintafeln, sondern in ihre Herzen geschrieben sein. Der neue Bund ist ein Hoffnungsschimmer in instabilen, düsteren Zeiten und eine Verheißung von Gottes Treue; der neue Bund bietet die Chance zu einer anderen, tieferen Verbindung zu Gott und ermutigt die Menschen, sich von äußerlichen Riten und Formalitäten zu lösen und stattdessen ein authentisches Verhältnis zu Gott zu pflegen.
Besonders deutlich wird die Veränderung im Vergleich mit dem sogenannten „alten Bund“. Hier dominieren „von außen verordnete“ Gesetze. Im Gegensatz dazu ermöglicht der neue Bund, Gott auf einer sehr individuellen Weise zu begegnen, ihn in seiner bedingungslosen Liebe zu erkennen - und ihm nachzufolgen. Jeremiah betont Gottes Barmherzigkeit. Obwohl sein Volk den bestehenden Bund gebrochen hat, gibt Gott das Versprechen einer Beziehung, die nicht auf Leistung oder Gehorsam basiert, sondern auf Vergebung und Liebe; das Versprechen einer Beziehung, in der Menschen Gott erkennen und in geschwisterlicher Gemeinschaft nicht nur mit ihm, sondern auch miteinander leben. Der Weg ist bereit für Erlösung und die Heilung des menschlichen Herzens.
Auch für uns Christen und Christinnen hat diese Passage eine besondere Bedeutung: Im Neuen Testament wird sie immer wieder aufgegriffen. Das Leben und der Tod Jesu Christi gibt Gläubigen die Hoffnung auf eine neue, gerechte Gemeinschaft, in der sie aus innerer Überzeugung Gott nachfolgen, und eben nicht nur, weil von außen diktierte Vorschriften es so verlangen. Die tiefere, persönliche Beziehung zu Gott muss nicht mehr durch bloße Lehren vermittelt werden, sondern liegt bereits in jedem von uns.
Deutlich wird das auch im heutigen Evangelium, in dem Jesus das Bild des Weizenkorns verwendet, das erst vergehen muss, um Frucht zu bringen. Aus unserer tiefen Überzeugung werden auch wir zur Nachfolge Jesu aufgefordert, in der wir für ein gerechtes, sozial verträgliches Zusammenleben einstehen und Verantwortung übernehmen. Etwa durch die Übernahme eines Ehrenamtes, durch Unterstützung von bedürftigen Menschen im eigenen Umfeld, durch die Verteidigung von Menschenrechten ungeachtet von Geschlecht, Hautfarbe, Religion oder sozialem Status oder durch Maßnahmen, die unsere Schöpfung bewahren.
Nehmen wir ihn also an, diesen neuen Bund, und übernehmen aus Überzeugung Verantwortung in unserer Gesellschaft!
© Eva Bauernfeind-Schimek, Referentin Gesellschaft und Soziales, Diözese Linz.
Neu werden in Denken und Tun, ist Anliegen des Jeremiastextes. Die Erneuerung, die Jesus verkündet und gebracht hat, führte ihn durch den Tod zur Auferstehung. Auch unsere Erneuerung ist ein Prozess des Sterbens und Auferstehens.
Unsere Erlösungsbedürftigkeit wird uns in diesen sonntäglichen Texten sehr gründlich vor Augen geführt: Kreuz, Leid, Vergänglichkeit, Tod, aber auch neuer Bundesschluss mit der Zusage der Auferstehung, und dass Gott unser Lebensbegleiter ist. Das fordert Umkehr, umdenken, neuen Anfang. Dieser soll mit den beiden Königreichen Juda und Israel geschehen. Der „Spruch des Herrn sagt: Ich habe meine Weisungen in ihre Mitte gegeben und werde sie auf ihr Herz schreiben“ (Jer 31,34).
Die Menschen in beiden Königreichen haben ihre eigenen Götzen geschaffen, einen wiederholten Abfall von JHWH verursacht. Das löst Chaos, Krieg, Not im großen Gesellschaftsgefüge und auch in kleineren Lebensbereichen aus. Am Gebot Gottes - das Liebesgebot, das uns allen ins Herz geschrieben ist - hängen alle anderen Gesetze. Man merkt allerdings nicht viel davon. „Spruch Gottes des Herrn … Ich reinige euch von aller Unreinheit und von all euren Götzen….Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist gebe ich in euer Inneres.“ (Ez 36,26). Der göttliche Geist ist uns mitgegeben. Der Mensch muss sich von innen heraus entfalten, damit er sich schon hier zu einer Persönlichkeit entwickelt und dann auf die Vollendung zugeht. „Ich beseitige das Herz von Stein aus eurem Fleisch und gebe euch ein Herz von Fleisch.“(Ez 36,26). Das sind Worte von großer Aktualität.
In dieser schnelllebigen Zeit bleibt oft die Barmherzigkeit auf der Strecke. Schnell, schnell, wenig nachdenken. Der Begriff des „Gedankenfastens“ wäre hier angebracht. Was schwirrt uns alles durch den Kopf, sodass nicht einmal für kleine Hilfestellungen Zeit bleibt? So entstehen Herzenshärte, Schuld, Versagen, Kränkung. Konflikte beginnen in den kleinen Dingen, nicht nur im familiären oder partnerschaftlichen Zusammenleben. Diese Auseinandersetzungen können in große Belastungen, Schuld und Feindschaft übergehen, weil Barmherzigkeit, Liebe und Nachsicht keinen Platz mehr finden und so Leid ausgelöst wird.
Eine bemerkenswerte, schwer verständliche Stelle, was das Leid betrifft, findet sich im Hebräerbrief (5,8-9): „Obwohl er der Sohn war, hat er durch das, was er gelitten hat, den Gehorsam gelernt; zur Vollendung gelangt, ist er für alle, die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden.“ Leid ist ein Weg nach unten, der zur Vollendung führt. Dass Jesus ganz Mensch war und all die Niederlagen durchstehen musste, so wie wir sie in unserem Dasein auch spüren, zeigt die Stelle: „Er hat in den Tagen seines irdischen Lebens mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte und er ist erhört worden.“ (Hebr 5,7). Das führt zur Auferstehung.
Im Evangelium lesen wir: „Die Stunde ist gekommen, da der Menschensohn verherrlicht wird.“ (Joh 12,23). Die Zeit Jesu und seine Stunde unterscheidet sich wesentlich von unserer begrenzten Zeitberechnung und auch von der Zeit des Kosmos. Die Stunde Jesu ist Stunde der Passion und Auferstehung, die zur Verherrlichung führt. Das gilt auch für uns. Verherrlichung heißt, wir werden nach dem Tod gottähnlich. Wenn deine Zeit um ist, bleibt nur deine Ewigkeit. Wir, die Lebenden, gehören beiden Bereichen an, dem Jetzt und der Ewigkeit.
„Der Herrscher dieser Welt wird hinausgeworfen werden.“ (Joh 12,31). Gott steigt durch Jesus zu uns herab in die Dunkelheiten des Lebens. Der Herrscher, also der Mitregent, der Teufel, wird endgültig entmachtet. An die Stelle des Bösen tritt die Gottesherrschaft.
Wie können wir diese Gottesherrschaft schon jetzt sichtbar machen? Menschen bitten damals und heute, Jesus zu sehen und zu erkennen. (Joh 12,21). Es geht um Glaubensweitergabe in unmittelbarer Umgebung wie bei Philippus und Andreas. Auch für heute gilt: Es braucht immer wieder Menschen, die durch ihr Wort und ihre Tat uns Jesus näherbringen, damit wir ihn sehen und erkennen. Weitergabe des Glaubens an die nächste Generation durch unser Beispiel, durch unsere Heilsgewissheit, die wir auch begründen: „Gib Rechenschaft über deinen Glauben, jedem Rede und Antwort zu stehen, auch über die Hoffnung, die euch erfüllt“ (1 Petr 3,15).
Die Coronakrise zehrt in jeder Hinsicht an unseren Kräften. Wir fragen uns nicht nur, wie wir sie bewältigen, sondern auch, was sie aus uns macht und wie sie unser Leben auch in Zukunft verändert. Kann Leiden einen Sinn haben? Kann Leiden Sinn machen?
Heute können wir darüber nur mehr lachen. Die erste Reaktion auf den angekündigten Lockdown vor einem Jahr waren Panikeinkäufe von Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs. Spitzenreiter war das Klopapier. Wenn wir in eine bedrohliche Situation kommen, für die wir keine Bewältigungsstrategie parat haben, reagieren wir mit panischem Aktivismus. Die Ohnmacht nichts tun zu können, halten wir schlecht aus. Sobald wir etwas getan haben, auch wenn es irrational war, fühlen wir uns erleichtert.
Der irrationale Umgang mit der Bedrohung durch das Coronavirus setzte sich auch später noch fort. Alle möglichen und unmöglichen Erklärungstheorien und Vorschläge zur Bekämpfung machten die Runde. Populisten sind auf den Zug aufgesprungen und haben versucht, aus der Beunruhigung politisches Kapital zu schlagen. Geschäftemacher nützen die Ängste der Bevölkerung schamlos aus.
Zum Glück gibt es auch Leute, die in der ganzen Unsicherheit kühlen Kopf bewahren und durch einen rationalen Umgang mit der Notlage irrationale Reaktionen hintanhalten. Schrittweise haben wir gelernt, wie wir uns vor der Ansteckung durch Abstandhalten, Mund- und Nasenschutz sowie Händedesinfektion wenigstens teilweise schützen können. Spätestens jetzt begreifen wir, dass die langfristig hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten sinnvoll waren.
Wie lassen sich solche Reaktionen erklären? Eine junge britische Journalistin überraschte mit der These, dass wir dank des Wohlstandes verlernt hätten, mit Leid umzugehen. „Zum ersten Mal in der Geschichte“, meint Freya India, „kommt ein beträchtlicher Teil unseres Elends nicht von einem Übermaß, sondern von einem Mangel an Leid“. India hält Leiden für eine „Voraussetzung des Wachstums, es nötigt zur Selbstreflexion, zur Veränderung und zur Transzendenz: Es geht der Auferstehung voraus, es zieht uns hinab, bevor es uns als weisere, bewusstere Versionen unseres Selbst wiederbelebt. Es ist unvermeidlich, natürlich, sogar wünschenswert.“ Solschenizyn dankte seinem Gefängnis für die Lehre, „dass das Ziel des Lebens nicht Wohlstand ist, wie man uns weismachen möchte, sondern die Reife der menschlichen Seele“, zitiert Karl Peter Schwarz in der Tageszeitung "Die Presse".
Die Antwort der Journalistin überrascht ebenso wie die Antwort Jesu auf die Frage nach dem Sinn seines Leidensweges. Jesus sieht seinen Weg auf Leiden und Tod zulaufen. Er hat auch schon versucht, dies seinen Jüngern klarzumachen. Sie verstehen es nicht. Sie verdrängen die Möglichkeit des Leidens, wie auch wir es solange wir können aus unserem Leben verdrängen. Wenn jemand ein Leid trifft, neigen wir dazu es als Einzelschicksal zu betrachten. Nur selten sind wir bereit, über eine etwaige Sinnhaftigkeit des Leidens nachzudenken.
Jesus greift in der Erklärung seines Leidens auf ein Bild aus der Natur zurück und bietet es auch uns als Hilfe zum Verstehen des Leidens an. "Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht." (Joh 12,24). In dieser Sichtweise ist das Sterben des Weizenkorns nicht Tod sondern Verwandlung. Als Verwandlung bringt es neues Leben hervor.
Wenn uns Leiden auferlegt ist, bedeutet dies immer einen schmerzhaften Einschnitt in unser Leben. Meist verändert es Gewohnheiten und Abläufe. Wir unternehmen alles Mögliche – Rationales und Irrationales -, um Leid abzuwenden oder wenigstens erträglich zu machen. Es konfrontiert uns nicht nur mit der Frage nach dem Sinn des Leidens, sondern mit der Frage nach dem Sinn des Lebens grundsätzlich. Es verändert auch unsere Beziehungen. Schließlich stellt es uns vor die Frage, ob es noch einen Sinn gibt, wenn wir das jetzige Leben ganz loslassen müssen. Gibt es größere Zusammenhänge, die für uns bedeutsamer sind, als wir bis dahin angenommen haben?
Die beiden letzten Wochen der Fastenzeit werden in der Liturgie der Kirche als Passionszeit begangen. Wir schauen auf den Leidensweg Jesu und meditieren, was dieser für die ganze Menschheit bedeutet, und was wir daraus für unser eigenes Leben und für das Leid, das früher oder später keinem Menschen erspart bleibt, entnehmen können.
Das nun schon lange Leiden an der Pandemie entpuppt sich auch immer mehr als eine Passionszeit. Es betrifft nicht nur die eine oder andere Person, die das Virus zufällig erwischt. Wir leiden alle daran. Es konfrontiert uns mit unserer Ohnmacht und mit unseren oft verkürzten Lebensanschauungen. Es fordert uns heraus zu Rücksichtnahme, Solidarität, Geduld, verlangt von uns Verzicht auf Freiheiten, Beziehungen, Reisen u. v. a. m. Es ist verständlich und auch gut, dass wir uns dagegen auflehnen und dagegen tun, was wir tun können. Das Leiden an der Pandemie kann bei uns aber auch einen Lernprozess einleiten, der für unsere Leben in einer unplanbaren und unvorhersehbaren Weise Früchte trägt.
Die Zeit, in der Jeremia schreibt und für die er schreibt, ist unserer Zeit ähnlich; eine Zeit des Umbruchs. Während die Menschen in der Zeit davor auf die äußere Gegenwart Gottes im Tempel vertrauten, schließt Gott einen neuen Bund, dessen Bundesgesetz er in die Herzend der Menschen schreibt. Die Pandemie ließ und neue Wertigkeiten entdecken. Können wir sie nach außen tragen?
Ein herausforderndes Jahr liegt hinter uns. Vor einem Jahr waren wir mitten im ersten Lockdown. Wir wussten noch nicht, was auf uns zukommt. Erschrocken und bestürzt sahen wir die Bilder aus Norditalien. Inzwischen wissen wir mehr über das Virus. Wir haben mehrere Lockdowns durchgemacht. Im Januar haben die Impfungen gestartet. Das Licht am Ende des Tunnels ist erkennbar. Aber wie geht es weiter?
Ähnliches fragten sich die Menschen in der Zeit als der Prophet Jeremia gelebt und gewirkt hat. Es war eine sehr bewegte Zeit. Die Bevölkerung des Nordreiches Israel war in die assyrische Gefangenschaft geführt worden. Fremde Bevölkerungselemente wurden im Nordreich angesiedelt und vermischten sich mit den israelitischen. Dies wirkte sich auch auf das religiöse Leben und die Rituale aus.
Die politischen Eliten im Südreich Juda waren überzeugt, dass ihnen so etwas nicht passieren könnte. Denn in Jerusalem stand der Tempel mit dem Allerheiligsten, wo nach der Überzeugung der Juden JHWE wohnte. Jeremia beklagt, dass sich sein Volk auf falsche Sicherheiten stütze. König Jojakim rügt er wegen seiner unsozialen Politik. Das Volk forderte er zur Umkehr auf. Sie sollen sich Gott wieder mit ganzem Herzen zuwenden.
“So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Bessert euer Verhalten und euer Tun, dann will ich bei euch wohnen hier an diesem Ort. Vertraut nicht auf die trügerischen Worte: Der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn ist dies! Denn nur, wenn ihr euer Verhalten und Tun von Grund auf bessert, wenn ihr wirklich gerecht entscheidet im Rechtsstreit, wenn ihr die Fremden, die Waisen und Witwen nicht unterdrückt, unschuldiges Blut an diesem Ort nicht vergießt und anderen Göttern nicht nachlauft zu eurem eigenen Schaden, dann will ich bei euch wohnen hier an diesem Ort, in diesem Land...” (Jer 7,3-7a).
Dann wird auch das Südreich Juda von den Babyloniern bedroht und 597 v. Chr. das erste Mal erobert. Ein Teil der Oberschicht wird nach Babylonien deportiert. Die Babylonier setzen Zidkija als König ein. Obwohl Jeremia König Zidkija warnt, wendet dieser sich gegen die Babylonier. Es kommt zur zweiten Eroberung und in Folge zur Zerstörung Jerusalems, auch der Tempel wird zerstört! Der Rest der Oberschicht wird deportiert. Ein verwüstetes Land bleibt zurück. Die Überlebenden fragen sich: Wie soll es weitergehen? Hat sich Gott ganz von uns abgewendet?
Aus dieser Zeit stammen die Worte der heutigen Lesung. Mit der Zusage eines neuen Bundes will Jeremia den Überlebenden Mut machen. Anders als am Sinai wird der Bund im Herzen der Menschen geschlossen: „Ich habe meine Weisung in ihre Mitte gegeben und werde sie auf ihr Herz schreiben. Ich werde ihnen Gott sein und sie werden mir Volk sein.”
Gott begegnen wir in unserem Herzen. Es braucht das Innehalten, in sich hineinspüren, dann wird die tiefe Verbindung zu Gott spürbar und lebendig. Aus ihr haben Menschen über Jahrtausende Kraft geschöpft. Krisen wurden gemeinsam bewältigt. Ein solidarisches Miteinander ermöglicht einen neuen Weg.
Auch wir blicken auf ein herausforderndes Jahr der Dauerkrise zurück. Viele mussten sich von geliebten Menschen verabschieden. Sie sind noch erfüllt von Trauer. Andere haben ihre Arbeit, ihre Existenzgrundlage verloren. Sie wissen noch nicht, wie es weitergeht. Besonders jene, die vor der Krise schon in prekären Arbeitsverhältnissen waren, arbeitslos oder krank waren, schauen mit Bangen in die Zukunft. Welche Kraft können wir im Jahr 2021 aus dieser Verheißung Gottes an das Volk Israel schöpfen?
Braucht es nicht auch bei uns ein Umdenken? Laut wissenschaftlichen Erkenntnissen wurde die Pandemie durch unseren ausbeuterischen Umgang mit der Natur ausgelöst. Die Zerstörung des Lebensraumes vieler Tiere und Pflanzen führte zum Überspringen von Viren, die Menschen früher nicht befallen haben. Es braucht also einen neuen achtsamen Umgang mit der Schöpfung.
Weniger ist mehr!
Wir tragen Verantwortung für die nachfolgenden Generationen. Sie sollen auch noch gute Lebensbedingungen vorfinden, die Schönheit der Schöpfung genießen und in einer gesunden und sauberen Umgebung aufwachsen können.
Klimaschutz-Engagierte sprechen davon, dass jetzt die Chance wäre, unser ganzes Wirtschaftssystem auf Nachhaltigkeit bzw. Kreislaufwirtschaft umzustellen.
Kann man aus der Krise eine Chance machen?
Viele haben die Zeit des Lockdowns genützt, um einander Zeit zu schenken, um ausgedehnte Spaziergänge zu machen und die vielen kleinen Wunder am Wegrand zu entdecken.
Menschen, die staunen lernen, sich an der Schönheit der Natur erfreuen, empfinden auch Mitgefühl für bedrängte, leidende Wesen. Wer sich von der Schönheit der Schöpfung berühren lässt, entwickelt leichter Empathie und Mitgefühl für seine Mitmenschen und Mitlebewesen. Wir brauchen also Menschen, die in Resonanz gehen können mit anderen, mit der Natur und mit sich selber. Menschen, die nicht von Machtgier und Habgier beherrscht werden. Aus dieser Krise kommen wir nur, wenn wir alle in den Blick nehmen. Die ganze Welt ist vom Virus betroffen.
Schließen möchte ich mit einem Zitat des amerikanischen Philosophen und Kapitalismuskritikers Henry David Thoreau: „Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt. Wenn wir das, was in uns liegt, nach außen in die Welt tragen, geschehen Wunder.“
Wenn sich Gott in unsere Herzen eingeschrieben hat, schenkt er uns auch die Kraft, gemeinsam diese Krise zu bewältigen, empathisch, achtsam und solidarisch mit allen Menschen und mit der Schöpfung.
© Mag.a Franziska Mair, Pastoralassistentin der Caritas in OÖ.
Den Vorgängen in der Natur ist es abgeschaut, dass Altes absterben muss, damit Neues entstehen kann. Aus dem Sterben entsteht Leben. Jesus hat durch die Hingabe seines Lebens den Boden bereitet, dass Neues wachsen kann, neues Leben im Reich Gottes aufbrechen kann.
In der Spannung vor dem Osterfest warten viele Anhänger Jesu darauf, dass er sich als Messias in seiner ganzen Stärke zeigt. Sie verherrlichen ihn. Er aber sieht seine Verherrlichung in seinem Weg, der durch Leiden und Tod hindurch führt.
Sie kennen alle die Redewendung von den kleinen Sünden, die der liebe Gott sofort straft. Wenn das wirklich so wäre, dann müsste der Blinde so viel angestellt haben, dass ihm das Augenlicht genommen wird. Tatsächlich tritt die uralte Frage im Evangelium in den Vordergrund: "Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Oder haben seine Eltern gesündigt, dass er blind geboren wurde?" (Joh. 9,1-2). De Antwort Jesu folgt sofort: "Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden." (Joh.9,3).
Wir Menschen betreiben besonders in der Frage von Leid, Krankheit und Tod gerne Ursachenforschung. Einer oder einige waren oder sind die Katastrophenauslöser, die müssen ausfindig gemacht und zur Verantwortung gezogen werden. Ähnlich lautet die Fragestellung im Buch Ijob. Nach all dem Unglück, das diesem gläubigen Mann materiell, gesundheitlich und auch geistig/seelisch widerfährt, kommen die Freunde und trösten ihn nicht wirklich. Irgendetwas hat er am Kerbholz, er verheimlicht etwas, soviel Leid und Unglück auf einmal. Ijob bekommt für seine Glaubenstreue, für sein Durchhalten im Leid alles mehrfach zurück. Aber auch das ist keine befriedigende Antwort darauf, warum es Leid gibt.
Durch Jahrhunderte bis heute bleibt die Frage nach dem WARUM aktuell. Alle Versuche einer Antwort greifen zu kurz. Im 17. Jhdt. noch glaubt der berühmte Barockprediger Abraham a Sancta Clara zu wissen, warum die Türken Wien belagerten und die Stadt beinahe eingenommen hätten. Seine Antwort: Besonders die Frauen kleiden sich modisch, streichen sich die Lippen an, tragen Stöckelschuhe, die Männer vergnügen sich, rauchen, trinken, sind nicht viel besser - somit verdienten sie eine gerechte Strafe Gottes für das ausschweifende Leben. Ganze Bibliotheken mit Fachbüchern aus Literatur, Philosophie, Theologie, versuchen Antworten zu finden - vergeblich! Wie absurd dieser Tun- Ergehens- Zusammenhang ist, zeigt sich an einem Menschen, der schon blind zur Welt gekommen ist. Was soll der vor seiner Geburt angestellt haben?
Das Johannes- Evangelium will uns sagen: Jesus setzt Zeichen zum Heilwerden. Das wird von einer doppelten Symbolik begleitet: dem Speichel und dem Wasser. Der Blinde wird von Jesus mit Speichel berührt und soll sich im Teich Schiloach reinigen. Speichel und Wasser haben heilende Wirkung. Dem Wasser des Teichs Schiloach, den man heute als solchen kaum noch erkennen kann, wurde zur Zeit Jesu besondere heilende Wirkung zugesprochen. Das Johannes-Evangelium deutet den Namen vom Hebräischen her als "Gesandter".
Es geht hier um das Wasser der Gihonquelle, die geschützt unter einem Felsen auch durch das Kidrontal in einer Wasserleitung nach Jerusalem geführt und in einem künstlichen Teich, dem Schiloahteich gesammelt wurde. Diese Wasserzufuhr sprudelt recht unregelmäßig, nach uralter Überlieferung nur dann, wenn es die Götter zulassen, bzw. dann wenn es JAHWE (in der Person Jesu) will. Dieses Wasser "sendet" nach dem Evangelisten Johannes Heil. Jesus selber bezeichnet sich als Quelle, "wer Durst hat, komme zu mir und es trinke, wer an mich glaubt. Wie die Schrift sagt: Aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen. Damit meint er den Geist, den alle empfangen sollten." (Joh.7,38-39).
Was bedeutet das alles? Heilung spielt sich auf doppelter Ebene ab: körperlich und auch geistig/seelisch. Jesus setzt nicht nur Zeichen körperlicher Heilung, sondern Heilung ist an allen Schriftstellen mit Glauben, mit Vertrauen verbunden. Wenn Vertrauen fehlt, kann Heilung nicht oder bestenfalls nur teilweise gelingen. Körper, Seele und Geist bilden eine Einheit. Der Blinde ist sehend geworden. Gott offenbart sich ihm in der Person Jesu. Als Geheilter legt er ein Bekenntnis ab: "Ich glaube, Herr!" (Joh. 9,38). Aus der Dunkelheit der Nacht, seiner Finsternis, kommt er zu Christus, dem Herrn, dem Kyrios.
Auch wir sind oft blind mit den Augen des Herzens. Vor allem mit der geistigen Not, blind gegenüber manchem Verzweifelten, gegenüber jenen, die ausgebrannt sind, nicht mehr weiterkönnen. "Wird schon wieder werden, reiß dich zusammen!" Das tröstende Wort, die helfende Hand können wie ein kräftiger Schluck frischen Wassers wirken, das wieder aufleben lässt. Gott ist immer auf der Seite jener, die Hilfe brauchen. Das zeigt auch die erste Lesung aus dem ersten Buch Samuel: David gegen Goliath.
Vierter Sonntag der Fastenzeit: Sonntag Laetare, Freudensonntag. Das Osterfest naht. Liturgische Farbe rosa, Zeichen der Morgenröte, Zeichen der aufgehenden Sonne, Hinwendung von der Finsternis ins Licht der Auferstehung. Jesus bringt auch heute mit diesem Evangelium die "Frohe Botschaft" und "Gute Nachricht", verbunden mit der Bitte: Glaubt und vertraut darauf!
Mit dem 5. Fastensonntag beginnen wir den 2. Teil der Fastenzeit, die Passionszeit. In den letzten beiden Wochen steht das Leiden unseres Herrn Jesus Christus im Mittelpunkt der Liturgiefeiern. In vielen Kirchen sind die Kreuze verhüllt, denn sehr oft sind die Kreuze als Siegeszeichen ausgestaltet.
Mit dem dem Betrachten des Leidens Jesu richten wir unsere Aufmerksamkeit auch auf die Leiden der ganzen Menschheit. Dieses kann uns nicht unberührt lassen, wenn wir das Leiden Jesu ernstnehmen. Wir nehmen Anteil am Leiden der Menschen und tragen es mit, wie Simon von Cyrene, Veronika oder die Frauen am Kreuzweg Jesus beigestanden sind.
Am Beginn des Gottesdienstes treten wir vor den Herrn und erkennen in ihm unseren Herrn und Kyrios trotz seiner Ohnmacht und Schwachheit.
Herr Jesus Christus,
du hast für uns gelitten.
Erbarme dich unser!
Herr, Jesus Christus,
du bist für uns gestorben.
Erbarme dich unser!
Herr, Jesus Christus,
du schenkst uns deine Liebe.
Erbarme dich unser!
Neues Gotteslob Ö721,7
Guter Gott,
Immer wieder bietest du uns deinen Bund an.
Herr, erbarme dich.
Oft aber wollen wir deine Botschaft nicht hören.
Christus erbarme dich.
Du aber gehst immer wieder neu auf uns zu.
Herr, erbarme dich.
Herr, unser Gott,
dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt
dem Tod überliefert.
Lass uns in seiner Liebe bleiben
und mit deiner Gnade aus ihr leben.
Darum bitten wir im Heiligen Geist durch Christus unseren Herrn.
MB 5. Fastensonntag
Gott.
Dein Sohn Jesus Christus
ist das Weizenkorn, das für uns starb.
Wir leben aus seinem Tod.
Nimm von uns die Angst,
für andere verbraucht zu werden.
Hilf uns, einander Gutes zu tun,
damit wir nicht vergeblich leben,
sondern Frucht bringen in Jesus Christus,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Amen.
MB Auswahl 19
Gott, unser Vater.
Bedrückt vom Elend unserer Zeit,
kommen wir zu dir.
Sieh auf die Not und Hilflosigkeit so vieler Menschen.
Laß sie an ihrem Schicksal nicht zerbrechen.
Stärke unter uns
das Bewußtsein der Verantwortung füreinander,
damit wir anfangen,
brüderlich zu teilen und einander beizustehen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen.
MB Auswahl 16
Vater im Himmel,
wie ein Weizenkorn in die Erde fällt und stirbt,
so hat dein Sohn sein Leben hingegeben.
Wir bitten dich:
Gib uns Kraft zu einer Lebensweise,
die sich am Beispiel deines Sohnes ausrichtet,
der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
Vater im Himmel,
wir danken dir, dass du uns zu deinem Wort rufst
und uns in deinem Haus versammelst,
damit wir gemeinsam schauen, was uns die Stunde sagen will.
Du weißt um uns,
siehst uns liebend an
und rufst uns immer wieder in die Nachfolge deines Sohnes.
Mache uns jetzt achtsam für dein Wort,
stärke uns mit deinem Brot
und schenke uns, dass beides unsere Herzen und unser Leben erreicht.
Das erbitten wir durch Jesus Christus. – Amen.
Vater im Himmel,
du hast deinen Sohn Jesus Christus durch Leiden und Tod hindurch in deine Herrlichkeit geführt.
Wir bitten dich:
Für alle Menschen, die in diesen Tagen der Fastenzeit ihre Lebensgewohnheiten und Einstellungen überprüfen und sich neu auf Christus ausrichten wollen.
Lass sie erkennen, was ihrem Leben Sinn, Inhalt und Tiefe gibt, und führe sie zu neuer Lebenskraft.
Für alle Menschen, deren Leben durch die gegenwärtigen Kriege durchkreuzt ist und denen von den Kriegsfolgen ein schweres Kreuz auferlegt worden ist.
Gib ihnen die Kraft, ihr Kreuz zu tragen, und eröffne ihnen eine neue Zukunft.
Für alle Menschen, denen ein schweres Kreuz auferlegt ist:
für die Kranken, die Verfolgten, die Hungernden und die Heimatvertriebenen.
Lass sie nicht an ihrem Leid zerbrechen.
Für alle, die seelisch zu leiden haben: für die psychisch Kranken, für die Verspotteten, für die Gefangenen und für alle von der Gesellschaft Ausgeschlossenen.
Lass sie deine Nähe und dein Wohlwollen spüren.
Für alle, deren Leiden durch den Tod ein Ende gefunden hat.
Schenke ihnen neues Leben, das nicht mehr von Leiden und Schmerzen belastet ist.
Guter Gott,
erlöse uns von allem Leid und verwandle es in nie endende Freude. – Amen.
Gott meint es gut mit uns. Er will Halt für alle sein, die nach Halt suchen.
Ihn lasst uns bitten:
Um den Altar versammelt danken wir dir für die Gaben des neuen Bundes, den du in Christus mit deiner Kirche schließt.
Hilf uns, deine Botschaft in die Welt zu tragen.
Gier nach Macht, Unterdrückung, Gewalt und Ausbeutung bedrängen viele Menschen.
Beten wir für die vielen, die durch Krieg und Terrorakte ihre Lieben verloren haben.
Zeiten der Not und Bedrängnis auszuhalten, fällt sehr schwer.
Schenke uns die Kraft, durchzuhalten und auch darin einen Sinn zu erkennen.
Die in der digitalen Welt vergebenen „Likes“ ersetzen nicht das menschliche Gewissen.
Beten wir für alle, die sich bemühen, deinen Willen zu erkennen und danach zu handeln.
In der Natur erleben wir immer wieder, wie aus dem Tod neues Leben entsteht.
Schenke allen unseren Verstorbenen das Leben in Fülle in deiner Nähe.
Durch Jesu Auferweckung hast du seine Sendung vollendet. In seiner Nachfolge wollen wir dich durch unser Leben ehren und loben jetzt und allezeit. - Amen.
Guter Gott, Du weißt, was uns Menschen bewegt.
Dich dürfen wir bitten:
Not und Elend breiten sich aus in unserer Welt. In vielen Gegenden der Erde wissen Menschen nicht mehr, wie sie ihre Familien ernähren können.
Sende ihnen Hilfe und Hoffnung durch Menschen, die sich liebevoll um sie kümmern.
Obwohl alles darauf hindeutet, dass wir dabei sind, unseren eigenen Lebensraum zu zerstören, schauen wir doch weg, weil wir nicht bereit sind, unser Leben zu ändern.
Hilf uns zu erkennen, wo wir anders leben müssen.
Immer mehr Menschen leiden unter Einsamkeit und Verzweiflung. Sie wissen nicht mehr weiter und haben keine Kraft mehr.
Stelle ihnen Menschen an die Seite, die ihnen helfen, einen neuen Weg für ihr Leben zu finden und sich in eine bessere Zukunft aufzumachen.
Immer mehr Menschen müssen ihre Heimat verlassen, weil dort Kriege und Terror herrschen, weil wir durch unsere Bequemlichkeit ihre Lebensräume zerstören, weil der Klimawandel ihre Heimat unbewohnbar macht. Wenn sie nicht in den Wüsten verdursten oder in den Meeren versinken, bleiben sie oft hängen an den Außengrenzen der Länder, die für ihr Elend mitverantwortlich sind.
Wecke in uns die Erkenntnis, dass wir nur gemeinsam deinen Weg mit uns erkennen können.
Man hat den Eindruck, dass es in dieser Welt nur noch schwarz/weiß gibt, ein jeder gegen jeden, und dass Hass die Menschen antreibt, das Leben anderer zu zerstören – in dem vermeintlichen Glauben, dass sie sich dadurch besser fühlen würden. Lass alle Menschen erkennen, dass nur Liebe leben schenkt und wir nur dann, wenn wir Deine Liebe freigiebig verteilen, in einer friedlichen Welt leben können, denn diese Liebe kehrt zu uns zurück.
Das Weizenkorn muss sterben, um neue Frucht zu bringen. Nur wenn wir unser Leben verändern, ist ein Weiterleben möglich. Viele Menschen haben Angst oder sind überfordert: schenke uns die Bereitschaft, nach neuen Wegen zu suchen und die Geduld, anderen diese Wege aufzuzeigen und mit ihnen zusammen zu gehen.
Guter Gott, Dein Sohn hat uns gezeigt, dass nur das Weizenkorn, das stirbt, reiche Frucht hervorbringt. So lass uns mit Dir gemeinsam den Weg der Veränderung gehen und nach neuen Wegen suchen, ohne Angst, dabei etwas zu verlieren. Darum bitten wir Dich durch Jesus Christus unseren Bruder und Herrn. Amen.
Vater im Himmel,
du hast deinen Sohn Jesus Christus durch Leiden und Tod hindurch in deine Herrlichkeit geführt.
Wir bitten dich:
Für alle Menschen, denen ein schweres Kreuz auferlegt ist:
für die Kranken, die Verfolgten, die Hungernden und die Heimatvertriebenen.
Lass sie nicht an ihrem Leid zerbrechen.
Für alle, die unter den Folgen der gegenwärtigen Pandemie leiden: für die Erkrankten und deren Pflegerinnen und Pfleger, für die Kinder und Jugendlichen, für die Arbeitslosen und für alle, die um ihre wirtschaftliche Existenz bangen.
Lass sie Unterstützung und Solidarität von der ganzen Gesellschaft erfahren.
Für alle, die seelisch zu leiden haben: für die psychisch Kranken, für die Verspotteten, für die Gefangenen und für alle von der Gesellschaft Ausgeschlossenen.
Lass sie deine Nähe und dein Wohlwollen spüren.
Für alle, deren Leiden durch den Tod ein Ende gefunden hat.
Schenke ihnen neues Leben, das nicht mehr von Leiden und Schmerzen belastet ist.
Guter Gott,
erlöse uns von allem Leid und verwandle es in nie endende Freude. – Amen.
Vater im Himmel, dein Sohn wusste, dass seine Stunde gekommen war.
Er hat sie angenommen und ist den schweren Weg des Leidens gegangen, durch den Tod, aber auch bis zur Verherrlichung.
Wir bitten dich durch ihn:
Für alle jungen Menschen, die jetzt schon ein Jahr in vielem zurückstecken müsse, obwohl sie so gerne „ins Leben stürmen würden“.
Sei du mit ihnen auf allen Wegen.
Für alle Menschen, die durch die Corona-Pandemie um ihre Existenz bangen.
Sei du mit ihnen auf allen Wegen.
Für alle, die den seelischen Druck dieser Zeit kaum noch ertragen, ja vielleicht auch Schaden daran nehmen.
Sei du mit ihnen auf allen Wegen.
Für alle, die in ganz besonderer Weise versuchen, den Menschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, ganz gleich, wo sie gerade „hingestellt“ sind.
Sei du mit ihnen auf allen Wegen.
Für alle, die ihre Hoffnung aufrecht erhalten, dass es durch ein gutes und verantwortliches Miteinander gelingen kann, diese schwere Zeit zu durchstehen.
Sei du mit ihnen auf allen Wegen.
Für alle, die an den Folgen dieser Erkrankung schwer leiden, ja vielleicht sogar ihr Leben verlieren.
Sei du mit ihnen auf allen Wegen.
Für die vielen Toten weltweit, die ihr Leben durch diese Krankheit lassen mussten und für alle Toten.
Sei du mit ihnen auf allen Wegen.
Ja, Vater im Himmel,
zeige dich uns als der Gott, der mit uns ist, in guten und ihn schweren Zeit. – Amen.
Auf Gottes Gemeinschaft haben alle Menschen den gleichen Anspruch. In dieser Verbundenheit mit allen unseren Schwestern und Brüdern lasst uns miteinander und für einander beten:
Die Katholische Frauenbewegung ist heuer mit ihrer Fastenaktion angetreten, um das Leben der Menschen in Guatemala wenigstens ein wenig zu verbessern.
Beten wir für alle, die ihren Glauben in Wort und Tat miteinander teilen.
In Guatemala leben fast 2/3 der Bevölkerung in extremer Armut.
Beten wir für alle, denen wir mit unserer heurigen Fastengabe helfen wollen.
In vielen Ländern leiden Frauen unter patriarchalen Strukturen.
Beten wir für alle Frauen, denen Selbstbestimmung und eigene Rechte verwehrt sind.
Die Geschäftsinteressen weltweit agierender Agrarkonzerne behindern nachhaltige Landwirtschaft.
Beten wir für alle, die sich in den verschiedenen Projekten für Biodiversität und den Erhalt natürlicher Ressourcen einsetzen.
Aus Liebe zu uns allen ist Christus Mensch geworden.
Beten wir für uns alle, die er damit vor dem ewigen Tod bewahrt hat.
Jesus war auch als Mensch einig und ganz erfüllt vom Willen des Vaters. Durch ihn dürfen auch wir auf eine Zukunft über den Tod hinaus hoffen.
Dafür danken wir dir, dem dreieinen Gott, jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Erhöre uns, allmächtiger Gott.
Du hast uns durch dein Wort
zum Zeugnis eines christlichen Lebens berufen.
Reinige uns durch dieses Opfer
und stärke uns zum Kampf gegen das Böse.
Darum bitten wir im Heiligen Geist
durch Christus unseren Herrn.
MB 5. Fastensonntag
Allmächtiger Gott,
nimm die Gaben an,
die wir nach deinem Willen darbringen.
Vollende in uns das Werk der Erlösung und der Heiligung
durch die Geheimnisse,
die wir zu deiner Verherrlichung feiern.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 27. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
sieh auf das einzigartige Opfer,
durch das uns Christus heiligt
und zur Vollendung beruft.
Gib uns in dieser Feier Anteil an den kommenden Gütern,
die wir im Glauben erhoffen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Advent 20. Dezember
Kehrvers
Der Herr hat Großes an uns getan,
sein Name sei gepriesen.
(GL 69,1)
Guter und erhabener Gott, wir treten vor dich,
um dir zu danken und dir unseren Lobpreis darzubringen.
Du hast mit dem Volk, das du erwählt hast, einen Bund geschlossen
und ihm dein Gesetz ins Herz geschrieben,
um es aus der Knechtschaft fremder Mächte zu befreien.
Kehrvers
Durch Jesus von Nazareth hast du diesen Bund mit dem Haus Israel erneuert.
Obwohl er dein Sohn war, hat er durch Leiden Gehorsam gelernt.
Wie ein Weizenkorn, das in die Erde fällt, stirbt und reiche Frucht bringt,
hat er für uns sein Leben hingegeben und vollendet.
Kehrvers
Du hast seine Gebete und Bitten erhört,
ihn aus seiner Angst befreit und ihn aus dem Tod errettet.
Für alle, die auf ihn hören, ist er zum Urheber ewigen Heils geworden.
So hast du ihn verherrlicht und ihm einen Namen gegeben,
der größer ist als alle Namen.
Kehrvers
Dafür danken wir dir
und singen wir dir mit allen Engeln und heiligen unser Lob:
Danklied, z. B. Mein ganzes Herz erhebet dich (GL 143)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und das Werk deiner Gnade zu rühmen.
Denn das Leiden deines Sohnes
wurde zum Heil für die Welt.
Seine Erlösungstat bewegt uns,
deine Größe zu preisen.
Im Kreuz enthüllt sich dein Gericht,
im Kreuz erstrahlt die Macht des Retters,
der sich für uns dahingab,
unseres Herrn Jesus Christus.
Durch ihn loben dich deine Erlösten
und vereinen sich mit den Chören der Engel
zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Passionszeit 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und das Werk deines Erbarmens zu rühmen
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn wiederum kommen die Tage,
die seinem heilbringenden Leiden und
seiner glorreichen Auferstehung geweiht sind.
Es kommt der Tag des Triumphes über den alten Feind,
es naht das Fest der Erlösung.
Darum preisen wir dich mit allen Chören der Engel
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Passionszeit 2
Gottes Gesetz
ist in unser Herz geschrieben
ein Gesetz des Lebens
wie Weizenkörner in der Erde nicht verderben
sondern sich neu entfalten
so sollen auch wir
uns nicht an das Irdische klammern
sondern im Dienen aneinander
neues Leben erfahren
ein Leben
das kein Tod beenden kann
ein Leben
in Gottes Herrlichkeit
Gottes Gesetz
ist in unserem Herzen
wenn wir es öffnen
für ihn
Allmächtiger Gott,
du hast uns das Sakrament der Einheit geschenkt.
Lass uns immer lebendige Glieder Christi bleiben,
dessen Mahl wir empfangen haben.
Darum bitten wir im Heiligen Geist
durch Christus unseren Herrn.
MB 5. Fastensonntag
Gütiger Gott,
du hast uns den Leib und das Blut
deines Sohnes geschenkt.
Was wir auf Erden im Geheimnis feiern,
sei uns Stärkung auf dem Weg zur Vollendung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Samstag nach Aschermittwoch
Barmherziger Gott,
komm uns zu Hilfe mit deiner Kraft
und schütze uns an Leib und Seele,
damit wir die Erlösung,
die uns im Sakrament zuteil wird,
einst in ihrer Vollendung erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Freitag der Fastenzeit
Herr,
die neue Woche liegt vor uns.
Wir ahnen eher, was sie bringen könnte.
Termine und Vorhaben sind gemacht,
Hoffnungen und Erwartungen knüpfen sich an sie.
Wir vertrauen darauf, dass einiges so laufen wird, wie wir es planen.
Manches wird anders kommen – ob gelegen oder ungelegen.
Bleibe du als unser Begleiter an unserer Seite,
segne unsere guten Vorhaben
und schenke uns ein gutes Miteinander in allem Tun.
Das erbitten wir durch Christus, unseren Herrn. - Amen.
Gnothi seauton (altgriechisch Γνῶθι σεαυτόν Gnṓthi seautón, durch Elision auch Γνῶθι σαυτόν Gnṓthi sautón „Erkenne dich selbst!“ / „Erkenne, was Du bist.“) ist eine vielzitierte Inschrift am Apollotempel von Delphi, als deren Urheber Chilon von Sparta, einer der „Sieben Weisen“, angesehen wird. Die Forderung wird im antiken griechischen Denken dem Gott Apollon zugeschrieben.
Ganzer Artikel:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gnothi_seauton
de.wikipedia.org am 12. 3. 204
Es ist schon interessant: immer und immer wieder bricht das Volk Gottes den Bund mit dem Herrn. Immer und immer wieder bietet ihm Gott einen neuen Bund an. Nun allerdings will er ihn den Menschen direkt ins Herz schreiben, da, wo nach Ansicht der Israeliten der Verstand sitzt, damit er so verankert ist, dass die Menschen gar nicht anders können, als ihn halten.
Schön wär's. Auch uns schreibt Gott seine Botschaft ins Herz, und doch zweifeln wir immer wieder. Wenn es anstrengend oder unangenehm wird, überhören wir sie auch ganz gerne einmal.
„Das Weizenkorn muss sterben, dann bringt es reiche Frucht“ – so hörten wir im Evangelium. Manches Altgewohntes, Liebgewonnenes muss sterben, damit Neues entstehen kann. Das Weizenkorn wird in die Erde gelegt, um Leben hervorzubringen, und so müssen wir auch manches beerdigen, um Raum für Neues zu gewinnen.
Das bedeutet auch verzichten, um anderen Raum zum Leben zu bringen. Am heutigen Misereorsonntag sollten wir uns darauf besinnen, dass wir in der einen Welt leben, und zwar miteinander, und dass es allen gut gehen muss, damit die Welt in Frieden leben kann. Wir sind nicht allein unterwegs, sondern mit der weltweiten Christenheit. Wir sind Schwestern und Brüder und müssen füreinander sorgen. Das gilt nicht nur für die Christen weltweit, sondern für alle Menschen. Gemeinsam müssen wir in die Zukunft gehen, begleitet von Gott, der seinen Sohn hat Mensch werden lassen, weil wir ihm am Herzen liegen. In diesem Glauben fühlen wir uns verbunden mit allen Menschen guten Willens. Lasst uns also aufbrechen und neue Wege gehen. Lassen wir es zu, dass die Botschaft in unseren Herzen verankert ist, mit unserem Verstand wahrgenommen wird und mit Herz und Mund und tatkräftigem Handeln weitergeteilt wird. Dann ist Christus nicht umsonst gestorben.
Edith Furtmann 2024
Freya India fragt sich, warum ihre Generation so traurig, einsam und psychisch labil ist. Ihre Antwort überrascht: Die Jungen von heute leiden zu wenig.
Die britische Journalistin Freya India gehört der Generation Z an. Im Online-Magazin „Quillette“ (28. 2.) versuchte sie eine Antwort auf die Frage, warum ihre Altersgenossen „die Traurigsten, Einsamsten und psychisch Fragilsten“ in einer Welt sind, in der es ihnen nach allen objektiven Maßstäben so gut gehe wie keiner Generation zuvor.
Zweifellos seien sie Stressfaktoren wie Klimawandel und Massenmigration, Prüfungsangst und prekären Arbeitsverhältnissen ausgesetzt. Die Covid-19-Restriktionen sind für junge Leute eine besonders schwere Last. Dann gebe es auch noch die Kontrolle durch die sozialen Medien und subjektive Faktoren wie unrealistische Erwartungen. Doch während ihre Eltern und Großeltern psychisch mit mindestens so großen Herausforderungen fertig wurden, litten sie unter Sinnlosigkeit und Lethargie. „Zum ersten Mal in der Geschichte“, meint Freya India, „kommt ein beträchtlicher Teil unseres Elends nicht von einem Übermaß, sondern von einem Mangel an Leid“.
(…]
India hält Leiden für eine „Voraussetzung des Wachstums, es nötigt zur Selbstreflexion, zur Veränderung und zur Transzendenz: Es geht der Auferstehung voraus, es zieht uns hinab, bevor es uns als weisere, bewusstere Versionen unseres Selbst wiederbelebt. Es ist unvermeidlich, natürlich, sogar wünschenswert.“ Solschenizyn dankte seinem Gefängnis für die Lehre, „dass das Ziel des Lebens nicht Wohlstand ist, wie man uns weismachen möchte, sondern die Reife der menschlichen Seele“.
Während aber Leiden Sinn und Zweck hat, schreibt Freya India, „liefert uns endlose Glückseligkeit dem Unglück aus“. Das Chaos in den Köpfen verschwinde nicht, wenn man Leid um jeden Preis vermeide, sondern wenn man ihm mit Mut, Stärke und Beharrlichkeit entgegentrete. Ihren Altersgenossen empfiehlt sie: „Traut euch, Netflix auszuschalten, hört auf, euch zu entschuldigen und ertragt das Unerträgliche. Das ist vielleicht nicht das, was wir hören wollen, aber das ist es, was unsere unglückliche Generation braucht.“
Karl-Peter Schwarz ind Die Presse am 17.3.2021
https://www.diepresse.com/5952267/aus-der-klugen-fastenpredigt-einer-jungen-journalistin
wie soll ich erkennen
wann die richtige Stunde kommt
wann es Zeit wird
mich ihr zu stellen
mich diesem Moment
zu stellen
wo etwas klar
vor Augen treten kann
werde ich den Willen
und die Kraft haben
aus-zu-harren
zu warten –
ja zu erwarten
was erforderlich wird
was erforderlich ist
die wichtigste Voraussetzung ist:
dass ich mir –
wie Jesus –
immer wieder
Zeit nehme
bei mir –
und dann
vielleicht
auch
bei GOTT
anzukommen
Momente
vielleicht für eine halbe Stunde
vielleicht für eine Stunde
vielleicht für einen Tag
vielleicht in
„Wüsten-Tagen“
(als besondere
Besinnungsform
jetzt in dieser Fastenzeit)
damit
erkennbar wird:
„was die Stunde geschlagen hat“
Beatrix Senft. unveröffentlicht.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
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Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Wie ist Jeremia zu dieser Vorstellung eines göttlichen Gesetzes gekommen, das in die Herzen eingeschrieben wird? In seinen Augen durchforscht Gott Herz (unsere Gedanken) und Nieren (unsere Leidenschaften), dass er in unserem Leben ganz zugegen ist ( vgl. Jer 11,20; 12,3; 17,10; 20,12). Erst nach dieser Prüfung nimmt er den Menschen in seine Gegenwart auf. Die Wohltat der göttlichen Gegenwart im Herzen des Menschen zeigt sich in der engen Verbindung zwischen Jahwe und seinem Volk. Diese wird immer wieder mit der alten Bundesformel beschrieben: "Sie werden mein Volk sein, und ich werde ihr Gott sein".
Diese übersteigt alle früheren Bünde und ereignet sich im Herzen der Menschen. Gott bleibt ein und derselbe. Er hat keinen der Bünde zuvor gebrochen. Und doch wird dies jetzt intensiver.
Im Herzen der Menschen, noch deutlicher, im Herzen des Menschen, eines jeden, ereignet sich diese Zuwendung Gottes. Von innen heraus prägt Gott, gestaltet neu, und von innen, vom Herzen ereignet sich "Gotteserkenntnis".