Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem zweiten Buch der Könige.
In jenen Tagen
kam ein Mann von Báal-Schalíscha
und brachte dem Gottesmann Elíscha
Brot von Erstlingsfrüchten, zwanzig Gerstenbrote
und frische Körner in einem Beutel.
Elíscha sagte:
Gib es den Leuten zu essen!
Doch sein Diener sagte:
Wie soll ich das hundert Männern vorsetzen?
Elíscha aber sagte: Gib es den Leuten zu essen!
Denn so spricht der Herr:
Man wird essen und noch übrig lassen.
Nun setzte er es ihnen vor;
und sie aßen und ließen noch übrig,
wie der Herr gesagt hatte.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Herr, du tust deine Hand auf
und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen. – Kv
(GL 87 )
Der Herr ist gnädig und barmherzig, *
langmütig und reich an Huld.
Der Herr ist gut zu allen, *
sein Erbarmen waltet über all seinen Werken. – (Kv)
Aller Augen warten auf dich *
und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.
Du tust deine Hand auf *
und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen. – (Kv)
Gerecht ist der Herr auf all seinen Wegen *
und getreu in all seinen Werken.
Nahe ist der Herr allen, die ihn rufen, *
allen, die ihn aufrichtig rufen. – Kv
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Éphesus.
Schwestern und Brüder!
Ich, der Gefangene im Herrn,
ermahne euch, ein Leben zu führen,
das des Rufes würdig ist, der an euch erging.
Seid demütig,
friedfertig und geduldig,
ertragt einander in Liebe
und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren
durch das Band des Friedens!
E i n Leib und e i n Geist,
wie ihr auch berufen seid
zu e i n e r Hoffnung in eurer Berufung:
e i n Herr, e i n Glaube, e i n e Taufe,
e i n Gott und Vater aller,
der über allem und durch alles und in allem ist.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Nach dem Lobpreis der Heilgeschichte Gottes mit "uns" (Adressat sind die Heiligen in Ephesus, vgl. Eph 1,1) und der ekklesiologischen Grundlegung stellt Paulus in seiner Schwachheit seine Autorität dar. Als Gefangener Christi (3,1) nimmt er das Gefängnis (4,1) auf sich. Das ist zugleich der Grund, auf dem er steht und bevollmächtigt ist, Weisungen an die junge Kirche in Ephesus zu geben. Die größte Sorge des Apostels ist wohl die Einheit der Kirche, die letztendlich ihren Grund aber in Gott selbst hat (4,5.6).
Die zweite Lesung ist dem Epheserbrief entnommen. Die Verse 1 bis 6 leiten den ermahnenden Teil des Briefes ein (Kapitel 4 bis 7), nachdem die ersten drei Kapitel von der Lehre handeln.
Die Verse 1 bis 6 sind eine eindringliche Mahnung zur Einheit die Kirche. Diese Einheit hat ihren Grund in der Einheit des dreifaltigen Gottes, auch wenn die Lehre von der Dreifaltigkeit nicht im Sinne späterer Theologie ausgeprägt ist.
Halleluja. Halleluja.
Ein großer Prophet wurde unter uns erweckt:
Gott hat sein Volk heimgesucht.
Halleluja.
Aus dem hl. Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
ging Jesus an das andere Ufer des Sees von Galiläa,
der auch See von Tiberias heißt.
Eine große Menschenmenge folgte ihm,
weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat.
Jesus stieg auf den Berg
und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder.
Das Pas-cha, das Fest der Juden, war nahe.
Als Jesus aufblickte
und sah, dass so viele Menschen zu ihm kamen,
fragte er Philippus: Wo sollen wir Brot kaufen,
damit diese Leute zu essen haben?
Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen;
denn er selbst wusste, was er tun wollte.
Philippus antwortete ihm:
Brot für zweihundert Denare reicht nicht aus,
wenn jeder von ihnen
auch nur ein kleines Stück bekommen soll.
Einer seiner Jünger,
Andreas, der Bruder des Simon Petrus,
sagte zu ihm:
Hier ist ein kleiner Junge,
der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische;
doch was ist das für so viele?
Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen!
Es gab dort nämlich viel Gras.
Da setzten sie sich;
es waren etwa fünftausend Männer.
Dann nahm Jesus die Brote,
sprach das Dankgebet
und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten;
ebenso machte er es mit den Fischen.
Als die Menge satt geworden war,
sagte er zu seinen Jüngern:
Sammelt die übrig gebliebenen Brocken,
damit nichts verdirbt!
Sie sammelten
und füllten zwölf Körbe mit den Brocken,
die von den fünf Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren.
Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte,
sagten sie: Das ist wirklich der Prophet,
der in die Welt kommen soll.
Da erkannte Jesus,
dass sie kommen würden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen
und zum König zu machen.
Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück,
er allein.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Für fünf Sonntage wird die fortlaufende Lesung aus Markus unterbrochen und das 6. Kapitel aus dem Johannesevangelium mit seiner eucharistischen Rede vorgetragen.
Eingeleitet wird diese Rede durch die Erzählung von einer wunderbaren Brotvermehrung. Diese Erzählung weist Parallelen zu Mk 6,31-44 auf, verfügt aber über viele Besonderheiten, die zum Teil schon vor der Bearbeitung des vierten Evangelisten eingearbeitet worden sein dürften.
Für Johannes ist diese Wundererzählung eine Hinführung zur Darlegung seiner eucharistischen Theologie. Er setzt das Ereignis in Beziehung zum Pascha-Fest (Vers 4) und lässt es in ein Bekenntnis zum erwarteten Propheten münden (Vers 14). Gemäß Dtn 18,15 und 18,18 erwarten die Juden einen Propheten vom Format des Mose. Dieser wird die Wunder des ersten Mose wieder vollbringen. Dazu gehört auch das Manna-Wunder.
Jesus vollbringt zwar das Manna-Wunder, verwahrt sich aber gegen eine innerweltliche Messiaserwartung. Sein Anspruch ist höher als der, der neue Mose zu sein. Er ist auch mehr als der Wundertäter, der die Bedürfnisse der Bedürftigen erfüllt. Da die Beteiligten sein wahres Königtum verkennen, zieht er sich zurück. Erst vor Pilatus wird sein Messiaskönigtum wieder zur Sprache kommen.
Die PR-Tätigkeit Jesu nimmt einen großen Platz bei Johannes ein (5,1-12,50). Dies zeigt, daß die Welt ebenso wie die Jünger auf Unverständnis stieß. Die Welt erkennt Jesus als den Messias und den Retter der Welt noch nicht und hält am Prophetenbild des ersten Testaments fest. Von daher lassen sich in der Schilderung durchaus inhaltliche Parallelen zur ersten Lesung (2 Kön 4) feststellen.
Nach Kana, Jerusalem, Judäa und Samaria ist Galiläa die fünfte Station, in der sich Jesus Christus der Welt zu erkennen geben möchte.
Die sieben (!) Zeichen Jesu bilden beim Johannesevangelium die Ordnung des Textes. Neben dem ersten Zeichen bei der Hochzeit zu Kana waren die verschiedenen Heilungen das zweite Zeichen Jesu, auf die auch im Text (Joh 6,2) Bezug genommen wird. Die Brotwandlung ist das dritte Zeichen. Sie leitet eine lange Passage der Selbstvorstellung Jesu als Brot des Lebens ein (Joh 6,22-59). An deren Ende stehen sowohl ein Gewinn an Mitglaubenden als auch eine Abkehr von Jüngern.
Die Spezifizierung der Brote des Jungen als Gerstenbrote steht nicht bei den Synoptikern und nimmt daher den Bezug auf die Geschichte des Elischa aus der ersten Lesung.
Unsere Lebensgrundlagen und Möglichkeiten sind in vieler Hinsicht begrenzt. Wie können wir mit diesem Mangel leben, wie mit dem Vorhandenen auskommen? Ein Blickwechsel hin zu den noch nicht genutzten Ressourcen eröffnet neue Möglichkeiten, wirkt vielleicht sogar Wunder.
Wie soll das reichen? Das können wir uns nicht vorstellen! Wie soll sich das jemals ausgehen? Diese Sätze kennen wir, sprechen sie selber in verschiedenen Situationen auch aus. Es ist „zu wenig" da von etwas - Personal, Geld, Essen, Zeit, Gesundheit, Ehrenamtliche/Hauptamtliche, andere Ressourcen... Zu wenig, um eine Organisation/Gruppe/Firma aufrecht zu erhalten, zu wenig um eine neue zu gründen.
Mit den Erfahrungen, die wir bisher im Leben gemacht haben, lässt sich keine Lösung sehen. Wer ein bisschen rechnen kann oder Zahlen überschlagen, wer Realitätssinn hat, muss wissen, dass sich das nie und nimmer ausgeht. Man sieht die Not, hat aber noch keinen „Projektplan", noch keine Organisation, noch keine finanziellen Mittel. Der Blick ist voller Skepsis, die Augen sind nur auf die Fakten gerichtet und keine gemeinschaftlichen Lösungen im Blick.
Mangel-Orientierung statt Ressourcen-Orientierung heißt das in der Sozialarbeit. Wenn ich den Blick auf den Mangel richte - dort, wo es zu wenig, zu schlecht, zu schwach ist. Dort wo Schüler:innen ihre Schwächen haben und umso mehr lernen müssen, um durchzukommen. Dort, wo Fähigkeiten für den Arbeitsmarkt fehlen. Die Konzentration darauf lähmt und macht mutlos - denn da ist ja wirklich zu wenig Potential da!
Aber auch unter weiteren, anderen Voraussetzungen ist es schwierig, an Wunder/an große Lösungen zu glauben und in ihre Richtung zu arbeiten:
- Wenn ich alles nur von einem Faktor (- von mir) abhängen lasse, wenn ich glaube, dass es ohne mich und meine Mittel sowieso nicht geht, weil die anderen kaum etwas Substantielles einbringen können.
- Wenn ich verneine, dass die anderen auch gute Ideen, Vorräte in ihrem Beutel haben.
- Wenn ich von anderen nichts erwarte, ihnen nichts zutraue (vielleicht auch deshalb, weil sie „anders" sind als ich - aus einem anderen Kulturkreis, Bildungshintergrund, sozialem Milieu kommen, andere Parteien wählen, andere sexuelle Orientierung haben, zu wenig mächtig sind, einer anderen Religion angehören, andere -„falsche" - Sprachen sprechen) - wenn ich davon ausgehe, dass sie nichts beitragen können, weil sie „das Problem" nicht verstehen.
Und wann können Wunder geschehen?
- Wenn ich den Blick auf die Ressourcen richte - darauf, was Menschen schon einmal geschafft haben, wie sie sich hochgerappelt haben und etwas in den Griff bekommen haben. Da ist etwas da, auf das sich aufbauen lässt, wo Kraft und Möglichkeiten bestehen.
- Wenn ich davon ausgehe, dass auch kleine Beiträge wichtig sind - alles, was jemand „in der Tasche hat".
- Wenn Gott im Spiel ist - und auch ins Spiel kommen darf!
- Wenn ich die Hilfe und Unterstützung anderer annehme und wenn ich diesen Glaubenssatz ablegen kann, dass alles aus eigener Kraft schaffen muss...
- Wenn ich aus meinem Überfluss, den ich geschenkt bekommen oder auch „erarbeitet" habe, abgeben kann. - (Elischa könnte keine 20 Gerstenbrote alleine essen).
- Wenn auch von den „Kleinen" Lösungen kommen können, die bedacht werden. - (wie von dem Jungen in der Begegnung mit Jesus).
- Wenn Raum ist für das Unerwartete, höchstens Erhoffte - auch wenn es vielleicht etwas anders ausschaut, als ich mir das konkret vorgestellt habe.
Die Lähmung, die Aussichtslosigkeit wird überwunden. Wunderbar! Jemand tut etwas, beginnt im Kleinen, rechnet mit Gottes Geist und Segen, erwägt, dass er Mitstreiter:innen bekommen könnte.
Das kann uns ermutigen, in der Klimakrise, in der Friedensarbeit, in politischen Initiativen, in Flüchtlingsprojekten, in der Bekämpfung des Hungers, in Bildungsinitiativen vor Ort - ermutigen, zu beginnen (obwohl kaum etwas da ist), ermutigen weiter zu machen.
Und wenn dann Reste bleiben, weil etwas im Überfluss da war, gehen wir sorgsam damit um und verschwenden sie nicht, lassen wir sie nicht verderben… - Wer weiß, ob diese Reste nicht der Anfang eines neuen Vermehrungs-Wunders werden.
An Wunder zu glauben - dass aus wenigen Broten und Fischen Nahrung für 5000 oder mehr wird - fällt uns heute schwer. Vielleicht noch Heilung, ja, aber Brotvermehrung?
Wunderbar genug finde ich, wenn die Hoffnungslosigkeit überwunden wird, wenn im Blick auf das Unscheinbare das Große wachsen kann, wenn Menschen ungefragt zusammenhalten und zusammenlegen, was sie haben. Wenn dann genug für alle da ist.
An dieser Art von Wundern können wir selber mitwirken.
© Angelika Gumpenberger-Eckerstorfer, Diözeses Linz.
An diesem Sonntag geht es um Brot, Nahrungsaufnahme. Essen besteht nicht nur im Sattwerden. Die biblischen Texte zeigen, dass wir aus Gottes Hand leben. Für die nächsten Sonntage wechseln wir vom Markusevangelium, dem ältesten der vier Evangelien, zum jüngsten, dem Johannesevangelium und dessen »Brotrede«.
Die beiden »Bücher der Könige« erzählen von den beiden Königreichen Juda und Israel bis deren Untergang im 6. Jhdt. v. Chr. Und vom Wirken Gottes durch den Propheten Elischa (= Gott hilft).
Es ist eine schwierige Zeit, in der sich Elischa auch gegen den Baals-Kult durchsetzen muss. Der Grund des Untergangs der beiden Reiche ist das Fehlverhalten der Könige und der Herrschaftsschicht, vor allem deren Abfall vom Jahwe-Glauben und deren Hinwendung zu anderen Göttern, hier der Gott Baal.
Abfall vom Glauben kennen wir heute durch Interesselosigkeit, Gleichgültigkeit, Beliebigkeit – diese wird mit Freiheit verwechselt.
Elischa, der Prophet, lässt aufhorchen. Er spricht und wirkt im Auftrag Gottes, keine leichte Aufgabe. Da geht es um 20 Gerstenbrote für eine riesige Menschenmenge, die gesättigt werden soll. Sein Diener Gehasi bekommt den Auftrag, das Unmögliche durchzuführen mit der Bemerkung: „Man wird essen und noch übrig lassen.“ (2 Kön 4,43). Eine Episode davor wirkte Elischa in Gigal ein Wunder, wo für Menschen gutes Essen zubereitet werden sollte - leider mit Giftkräutern gemischt. Elischa verhinderte eine Katastrophe, streute Mehl in den Topf und das Essen war genießbar.
Sättigende Nahrungsaufnahme ist nur der eine Grundgedanke, der andere zeigt, wie aus Unmöglichem Gutes entstehen kann und wie sich das alles auswirkt.
Vielleicht kann die zweite Lesung, die so unverbunden zwischen alttestamentlichem Text und Evangelium dasteht, doch eine Verbindung herstellen. Hier geht es um Einheit: ein Herr, ein Glaube, eine Taufe. Durch die Versammlung um den Tisch, egal, ob Altar oder Essenstisch, soll der gute Geist der Einheit, des Miteinander entstehen.
Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, sagt ein Sprichwort. Der Leib muss durch Nahrung geistig-seelisch und körperlich zusammengehalten werden. Der gemeinsame Tisch mit dem Tischgebet fördert den guten Geist, der es möglich macht, unsere Talente weiter zu entwickeln.
Leider bleibt auch für ein entspanntes Essen sehr oft wenig Zeit, stattdessen: Fast Food, schnell, schnell, ja keine Zeit verlieren.
Der heutige Evangeliumsabschnitt ist Teil der Brotrede, die wir in Fortsetzungen auch an den kommenden Sonntagen hören werden. Er greift das Thema Brot auf und versucht, es auf höhere Ebene zu stellen und nicht nur als irdisches Nahrungsmittel zu verstehen.
Darin ist viel Symbolik und Hintergrunderfahrung enthalten. Zunächst der Hinweis auf das nahende Pessahfest. Dieses erinnert daran, dass das Volk Israel von der Knechtschaft in die Freiheit in Dankbarkeit geführt wurde.
Weiters hören wir von einer großen Menschenmenge, die sich um Jesus versammelt hatte, wahrscheinlich mit höchst unterschiedlichen Erwartungen und auch Erfahrungen. Dieser Mann kann etwas, der hat schon einiges bewiesen und bewirkt. Den sollten wir zum König machen. Wir brauchen einen starken Mann, der der Herrschaft der Römer ein Ende setzt. Da steckt Politik mit berechnender Dankbarkeit dahinter. Erfolge sind gefragt, Durchsetzungskraft. Jesu Botschaft vom anbrechenden Reich Gottes haben sie alle nicht verstanden oder gar nicht verstehen wollen.
Hinter den fünf Broten und den zwei Fischen steckt weitere tiefe Symbolik. Die fünf Brote stehen für die Tora, die fünf Bücher Mose, die zwei Fische die Propheten und die Weisheitslehrer. Sie sind jedoch auch das frühchristliche Zeichen für Christus. Die Zahl 7 steht für Vollkommenheit.
Jesus sprach das Dankgebet und verteilte alles an die Menschen. Unmögliches wird möglich. „Sammelt die übrig gebliebenen Brotstücke ein.“ Zwölf Körbe wurden gefüllt.
Noch leben wir heute zum Großteil im Überfluss. Wir sammeln viel zu wenig ein, wir werfen eher weg.
Brot verteilen heißt Solidarität üben, Freude bereiten für den, der zu wenig hat. Im Reich Gottes braucht niemand mehr zu hungern nach Liebe, Wahrheit und Gerechtigkeit.
Hier ist die Logik als Gottes Wort und Botschaft eine andere als unter uns Menschen gewohnt. Henri J. M. Nouwens - niederländischer Theologe, Priester und Psychologe (1932-1996) - fasst das in einem Statement so zusammen: „Wenn ihr festhaltet, was ihr habt, wird es immer weniger. Wenn ihr das Wenige, das ihr habt, weggebt, wird es immer mehr, ganz gleich ob das Nahrungsmittel sind, Wissen, Zuneigung oder Liebe.“
In Zeiten knapper Ressourcen geschieht manches Wunder: Menschen teilen und es reicht für unglaublich viele. Die Mathematik der Solidarität hat andere Gesetze.
Kennen Sie Elischa? Namen noch nie gehört? Zugegeben: er ist eher unbekannt. Schüler und Nachfolger des später so genannten feurigen Elia. Prophet, Gottesmann, Kämpfer – von einem Zauberer hat er auch etwas. Wir begeben uns hier in die frühe Königszeit Israels. Ein heftiger Streit ist entbrannt. Aus der Umgebung sind auch viele Götter ins Land gekommen. Oder einfach auch geblieben. Baal, in der Mehrzahl Baalim. Fruchtbarkeitsgötter. Es gibt viele von ihnen. Für die Pflanzen, für die Tiere, für die Menschen, für Regen, für Sonne – eben für alles. Flapsig formuliert: Spezialisten. Und Menschen suchen – Spezialisten. Überall im Land sind Tempel errichtet, werden Opfer dargebracht, Geschichten erzählt. Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, ist aber alleine Gott. Gott, der seinem Volk die Treue versprochen hat von Anfang an, teilt seine Liebe nicht mit den Baalim. Gott, der alles erhält, teilt seine Macht nicht mit den Möchtegerngöttern. Götzen. Ganz verächtlich. Was macht ihr da? Auf wie viele Götzen setzen nicht auch heute Menschen ihre Hoffnungen?
Eine kleine Szene aus dieser großen und überaus streitigen Geschichte: Da kommt ein Mann aus Baal-Schalischa und bringt Elischa 20 Gerstenbrote und frische Körner in einem Beutel. Es sind Erstlingsfrüchte. Es ist der Anfang der Ernte überhaupt. Erste Ernte! Gerste! Die ersten Früchte gleichen einem Heilsversprechen: Wir werden nicht hungern. 20 Brote, der Beutel mit frischen Körnern – fast schon etwas Paradiesisches. Aber: es ist Hungersnot! Menschen kämpfen um ihr Überleben. Es ist alles vertrocknet. Die Erde wie die Hoffnungen. Die Fruchtbarkeitsgötter stehen für Staub – sie sind selbst vertrocknet. Diese 20 Gerstenbrote, der Beutel mit den frischen Körnern – ein Hoffnungszeichen. Ein Wunder. Auffällig ist das Wortspiel Baal-Schalischa und Elischa. Bestimmt nicht zufällig. Elischa heißt übersetzt „Gott hilft“. Nach den alten Regelungen sollten die Erstlingsfrüchte Gott zurückgegeben werden – und er teilt sie mit uns. Elischa sagt: „Gib es den Leuten zu essen!“
Aber was sind 20 Gerstenbrote? Passen sie in zwei Hände? Brauchen sie mehr? Die Antwort überrascht: es wird sogar noch etwas übrigbleiben. So endet dann auch die Geschichte an jenem Tag: „und sie aßen und ließen noch übrig, wie der Herr gesagt hatte.“
Worauf die Betonung liegt? „Wie der Herr gesagt hatte“. Der Herr. Sein Wort macht die Dinge groß, sein Wort macht satt, sein Wort stillt Hunger. Die Gerstenbrote, die Erstlingsfrucht werden zu einem Zeichen, dass das Leben siegt. Die Baalim, die Expertengötter, sollen auf diese Szene beschämt schauen.
Schalom Ben Chorin – eigentlich Fritz Rosenthal, der sich nach dem NS-Regime den Namen gab „Friede Sohn der Freiheit“ – hat 1942 zwar nicht den Erstlingsfrüchten ein Gedicht – oder Lied – gewidmet, aber den Mandelblüten. Mit ihnen beginnt die Blüte, mit ihnen beginnt auch die Hoffnung, mit ihnen beginnt ein neuer Anfang:
Freunde, dass der Mandelzweig
Wieder blüht und treibt,
Ist das nicht ein Fingerzeig,
dass die Liebe bleibt?
Hoffnung ist, wenn etwas, wenn mehr übrig bleibt.
Ob der Evangelist Johannes die alte Geschichte aus den Königsbüchern kannte? Es sieht fast so aus. Es ist von Gerstenbroten die Rede, von vielen Menschen – und von üppigen Resten! Allerdings: das Kind hat nicht 20, nur 5 Brote. Noch weniger – und die Menschen werden zahlenmäßig sogar mehr. 5.000 Männer. Jetzt dürfen wir die Frauen und Kinder noch dazu rechnen. Was meinen Sie? Wie viele waren es wohl wirklich? 20.000? Mehr? Das Feld, auf dem dieses Wunder geschehen sein soll, wird heute noch gezeigt. Brotreste allerdings finden sich nicht mehr.
Lasst die Leute sich setzen, sagt Jesus. Lasst die Leute hier. Schickt sie nicht weg. Es ist nicht einmal die Rede davon, dass Jesus ihnen eine Predigt gehalten hat – die Leute sind einfach zu Jesus gekommen. Was sie bei ihm suchen? Vage deutet Johannes an, dass sie Jesus gefolgt sind, „weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat.“ So viele Menschen unterwegs? Unterwegs auf den Spuren Jesu? Jesus folgen, ist schon etwas – in dem Wort steckt viel, viel mehr als Neugierde, Schaulust oder Herdentrieb. Jesus folgen heißt, bei ihm das Leben zu finden – der Evangelist deutet das mit feinen Strichen an, um daraus eine große Geschichte zu machen. Jedenfalls wird Jesus hier nicht als der Redende, als Prediger vorgeführt, sondern als einer, der teilt. Der Leben teilt. Der Zukunft teilt. Der eine neue Welt teilt.
Fünf Brote, zwei Fische – was ist das? Das ist so viel, dass – wenn wir uns auf die Zahlen einlassen – alle satt werden. Mehr: dass für morgen auch noch genug da ist. Und für übermorgen – und für überübermorgen - und so weiter. Lasst die Leute sich setzen!
In schlimmen Zeiten, wenn Menschen alles verloren haben, haben sich Ressourcen wunderbar vermehrt, wenn Menschen miteinander geteilt haben. Wer versuchte, das auszurechnen, mit Zahlen zu hinterlegen, konnte seine Geschichte nur verlieren. Bei den Vertreibungen, den Fluchten im 2. Weltkrieg haben Menschen mit Nichts neu anfangen müssen – und dürfen. Das wiederholt sich in den Flüchtlingsdramen unserer Tage. Ressourcen, die besessen werden, sind wie Mauern – Ressourcen, die geteilt werden, vermehren sich. Fünf Brote, zwei Fische, eine Hoffnung.
In diesen Tagen haben viele Menschen über Nacht Häuser, Wohnungen und Existenzen verloren. Viele müssen auch Menschen betrauern, die in Fluten umgekommen sind. Die vielen Schreckensbilder liegen wie ein Schatten über Orte, die keine mehr sind. Aber eine Welle von Hilfsbereitschaft, die wildfremde Menschen gewährten, hat es mit Flutwellen aufgenommen. Ressourcen, die besessen werden, sind wie Mauern – Ressourcen, die geteilt werden, vermehren sich. Fünf Brote, zwei Fische, eine Hoffnung.
Knappe Ressourcen? Das Evangelium spielt heute mit Zahlen, um uns den Reichtum, die Fülle zu zeigen. Viele Menschen haben nichts oder nicht viel. Aber ihnen gelingt oft das Wunder, etwas zu vermehren, worüber sie wohl nie reden: ihre Liebe. Fünf Brote, zwei Fische, eine Hoffnung.
Jesus hat das Brot in seine Hand genommen und das Dankgebet gesprochen. Immer, wenn wir Eucharistie feiern – Danksagung – sehen und schmecken wir, wie Jesus selbst Brot des Lebens ist und sein Leben mit uns teilt. Es ist ein Geschenk: Wir teilen das Leben weiter. Das geteilte Brot wird zum Zeichen der neuen Welt.
Wie das heute zusammenklingt:
Elischa: Gib den Leuten zu essen! – Jesus: Lasst die Leute sich setzen!
Hier fangen Geschichten an, die noch erzählt werden müssen.
Sind wir nicht in der großen Menschenmenge, die Jesus gefolgt ist?
Die vielen Götzen, die um unsere Aufmerksamkeit buhlen, die uns alles Mögliche versprechen und das Blaue vom Himmel lügen, können uns leider nicht zum Essen einladen.
Hungerleider, allesamt.
Gib den Leuten zu essen! Lasst sich die Leute sich setzen!
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Die Brotrede aus dem Johannesevangelium und die alttestamentlichen Querverbindungen stellen Gott vor, als den, der den Menschen im Überfluss gibt. In der Eucharistie gibt er auch uns Anteil an dieser Lebensfülle.
Durch vier Sonntag hindurch begleitet uns jetzt das Johannes-Evangelium mit der sogenannten Brotrede, die wir in Abschnitten hören werden. Brot ist das Lebensmittel schlechthin, also ein Mittel für unser Leben, um das wir auch im Vater unser beten: „Gib uns unser tägliches Brot.“ Dieser Begriff kommt in ähnlichen Zusammenhängen auch in unseren Redewendungen vor, wenn wir vom „Brötchengeber“ sprechen, oder aus der Kirchengeschichte „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing´“, „jemanden zum Fressen gern haben, „es geht etwas in Fleisch und Blut über“.
Alttestamentliche Lesung und Evangelium korrespondieren miteinander. Brot als Lebensvoraussetzung. Der Spender dieses Lebens, unseres Lebens, ist Gott selber. Der Abschnitt des zweiten Buches der Könige macht das deutlich: Diese 20 Brote sind Fladenbrote, die ein Mann für hundert Leute bringt. Wie sollen so viele satt werden? Und: Da wird sogar noch etwas übrig bleiben.
Im Johannes- Evangelium hören wir von „fünf Gerstenbroten und zwei Fischen“ In dieser aufgeteilten Brotrede wird zusammengefasst, was Johannes zum Thema Eucharistie uns zu sagen hat: Wenig Nahrung und viele Menschen und doch werden alle satt, verbunden mit dem unmöglichen Auftrag: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ Die Lösung dieses Problems liegt wohl in der Zeitangabe: „Das Passah, das Fest der Juden naht.“ Dieses jüdische Fest der Erinnerung an die Befreiung Israels wird von Jeus „christianisiert“, zur Eucharistie, zur Danksagung gemacht. Man bedankt sich für ein Geschenk. Hier geht es um das Geschenk der Freiheit und Erlösung aus der Knechtschaft Israels, aus der Knechtschaft der Sünde für uns alle. Die Erinnerung löst Dankbarkeit aus.
Wenn dieses jüdische Fest „christianisiert“ wird, dürfen wir auch davon sprechen, dass Christus das „Ursakrament“ und die Kirche das „Basissakrament“ ist mit dem bleibenden Auftrag: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ Dabei spielt der Heilige Geist eine große Rolle. Somit wird die Geistsendung in jeder Eucharistiefeier der entscheidende Moment mit der Bitte sein: „Sende deinen Geist herab auf diese Gaben von Brot und Wein und heilige sie, damit sie uns werden Leib und Blut deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus.“ (Epiklese). Was dann folgt, ist die Erinnerung daran.
Der Neutestamentler Thomas Söding weist darauf hin, dass im Neuen Testament nicht weniger als sechsmal erzählt wird, dass Jesus Tausenden von Menschen zu essen gibt (Christ in der Gegenwart, 62. Jhg. vom 08.09.2010). Brot und Fisch in Hülle und Fülle, freilich kein Galamenü im Fünf-Sterne-Hotel, sondern einfache Kost im Überfluss, niemand muss Hunger leiden. All das spielt sich in Galiläa am See Genesareth ab. Diese Erzählungen zeigen Jesus nicht als Zauberer, Magier, sondern als Beter. Sie zeigen auch, dass Jesus mit dem Vater eine Einheit bildet und durch den Heiligen Geist weiterwirken soll, damit auch wir gewandelt werden. Das heißt: Im guten Geist handeln und unser Leben danach gestalten. Niemandem soll dieses Sakrament, das ja auch Medikament ist, heilende Wirkung hat, vorenthalten werden.
Das Sakrament der Eucharistie lädt uns ein im Brechen des Brotes, im Weiterreichen des Weines zu teilen. Es ist ein Sakrament der Solidarität, besonders heute, wo auch in unserer Wohlstandsgesellschaft Menschen in die Armutsfalle geraten. Im Zeitalter der Globalisierung bekommen Christen den Auftrag, die Liebe zu internationalisieren, zu globalisieren. - Christen als Gewandelte.
Zum Nachdenken ein Text von Lothar Zenetti:
Frag hundert Katholiken, was das Wichtigste ist in der Kirche.
Sie werden antworten: die Messe.
Frag hundert Katholiken, was das Wichtigste ist in der Messe.
Sie werden antworten: die Wandlung.
Sag hundert Katholiken, dass das Wichtigste in der Kirche die Wandlung ist:
Sie werden empört sein.
Nein, alles soll bleiben, wie es ist.“
Brot und Fisch waren zur Zeit Jesu Grundnahrungsmittel; zum Teil sind sie es auch heute noch. Ein kleiner Junge stellt seine Brote und seine Fische für das große Wunder zur Verfügung. Jesus segnet sei und lässt sie austeilen. Worin liegt das Wunder? Im Segnen? Im Teilen? Wo wir unter Gottes Segen miteinander teilen, können auch heute noch Wunder geschehen.
Elischa gibt durch seine Diener eine anonyme Lebensmittelspende an Bedürftige weiter. Alle werden satt. Gott ist der Spender alles Guten, nicht der, der verteilt. Hungernden Nahrung geben kann als Zeichen der Generosität sein aber auch gezielt als Mittel des Machtmissbrauchs eingesetzt werden. Die von der wunderbaren Brotvermehrung ist eine Mahnung an die Satten, ihren Wohlstand mit den Hungernden zu teilen. Einer ist es, der seine Geschöpfe nährt. Ihm sollen wir danken - und uneigennützig teilen, wenn wir mehr als genug haben.
Wenn wir teilen, was wir haben, bekommen alle genug. Gott teilt seine Liebe an uns aus. Die wunderbare Brotvermehrung ist ein Zeichen dafür, wie großzügig Gott an uns austeilt, für sei Ja zu uns Menschen.
Wie hätte die Geschichte der Menschen anders verlaufen können, wenn Jesus sich hätte zum König machen lassen? Warum hat er sich geweigert? Er hat uns statt dessen gezeigt, wie wir mit unseren begrenzten Möglichkeiten "Wunder" wirken können.
Unser gegenwärtiger Wohlstand bietet uns eine Überfülle an Nahrungsangeboten; so viele, dass es gar nicht einfach ist, daraus das Beste für uns auszuwählen. Ähnlich verhält es sich auch mit den Möglichkeiten, das Leben mit sinnvollen Inhalten auszustatten: Kultur, Sport, Fitness, Unterhaltung.
Was macht uns satt? Was ist gesund? Was macht uns glücklich? Was gibt Sinn? Die Heiligen Schriften erzählen immer wieder von Wundern, durch die viele Menschen satt wurden. Jesus und auch den Evangelisten ist es jedoch wichtig, dass wir uns nicht nur mit einem vollen Magen zufrieden geben. Sie möchten darüber hinaus zeigen, was unser Leben reicher macht.
Am Beginn treten wir vor den Herrn hin und bitten wir ihn, dass er auf uns schaue und gebe, was uns gut tut.
Heute begegnet uns der Prophet Elischa. Die Menschen haben Hunger. „Gib den Leuten zu essen“, sagt er. Von Jesus hören wir, als ihm viele Menschen folgten: „Lasst die Leute sich setzen!“ Leben heißt doch: satt werden.
In dem Psalm heute werden Augen, Hand und Bauch auf wundersame Weise verknüpft:
Aller Augen warten auf dich *
und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.
Du tust deine Hand auf *
und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen.
(Ps. 145)
Alle Augen schauen. Unsere auch.
Tu doch deine Hand auf, beten wir.
Menschen, Tiere, alles, was lebt,
soll nicht hungern, nicht verhungern.
Wir sollen leben. Über den Tod hinaus.
Um Gottes Erbarmen bitten wir
Herr Jesus Christus,
Oft sind wir mutlos und glauben, nichts ausrichten zu können.
Herr, erbarme dich.
Wir ziehen uns dann frustriert zurück.
Christus erbarme dich.
Du zeigst uns, dass jeder das Seine dazu tun kann, dass es allen gut geht.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus, du bist gekommen,
um uns Leben in Fülle zu schenken.
Herr, erbarme dich.
Du gibst uns, was wir zum Leben nötig haben.
Christus, erbarme dich.
Du sättigst uns mit den Gaben Gottes.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du schenkst uns dich als tägliches Brot.
Herr erbarme dich.
Du lässt alle Menschen an deiner Güte teilhaben.
Christus erbarme dich.
Du stellst dich auf die Seite der Menschen, die mühselig und beladen sind.
Herr erbarme dich.
© Johannes Heimerl mailto:heimerljo04@gmail.com
Herr,
meine Augen sehen den Reichtum, die Schönheit der Welt,
aber auch die Not der Menschen.
Ich kann meinen Augen nicht befehlen, wegzuschauen.
Herr, erbarme dich.
Christus,
du teilst mit uns dein Leben und dein Reich,
aber auch unser Leid.
Ich komme mit leeren Händen zu dir.
Christus, erbarme dich.
Herr,
du hast uns viele Schätze, Gaben und Möglichkeiten anvertraut,
aber auch Aufgaben.
Du füllst meine leeren Hände.
Herr, erbarme dich.
Der Herr ist gnädig und barmherzig, *
langmütig und reich an Huld.
Der Herr ist gut zu allen, *
sein Erbarmen waltet über all seinen Werken.
Ehre sei Gott in der Höhe
Gott, du Beschützer aller, die auf dich hoffen,
ohne dich ist nichts gesund und nichts heilig.
Führe uns in deinem Erbarmen den rechten Weg
und hilf uns,
die vergänglichen Güter so zu gebrauchen,
daß wir die ewigen nicht verlieren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 17. Sonntag im Jahreskreis
Gott.
Du hast uns zu dieser Feier geladen.
Du sagst uns dein rettendes Wort
und reichst uns das lebenspendende Brot.
Mach uns fähig, weiterzugeben,
was wir in deinen Gaben empfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 3
Gott,
du hast uns verschiedene Gaben geschenkt.
Keinem gabst du alles - keinem gabst du nichts.
Jedem gibst du einen Teil.
Hilf uns, dass wir uns nicht zerstreiten,
sondern einander dienen mit dem,
was du einem jeden zum Nutzen aller gibst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Amen.
MB Auswahl 14
Gott,
dein Sohn wollte für uns zum Brot des Lebens werden.
Mach auch uns bereit,
Brot und Leben miteinander zu teilen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Gott unser Vater.
Auf vielfache Weise offenbarst du uns deine Treue und deine Barmherzigkeit zu den Menschen unserer Welt.
Wie du uns heute hier am Tisch deines Sohnes versammelt hast so sammle bei dir alle Menschen zum Gastmahl deiner immerwährenden Liebe in Zeit und Ewigkeit. – Amen.
© Johannes Heimerl mailto:heimerljo04@gmail.com
Du, Gott,
hast der Welt eine kunstvolle Ordnung,
üppigen Reichtum und eine große Weisheit gegeben.
Spatzen pfeifen es von den Dächern.
Wir danken dir für das Licht, für den Tag, für das Leben.
In deinem Wort schließt du uns auf,
was wir nicht sehen können,
was wir verdrängen,
was wir uns von Herzen wünschen.
Schenke uns den Mut, aus dem Vollen zu schöpfen,
die Freude, miteinander zu teilen
und die Gewissheit, dass Liebe an kein Ende kommt.
E i n Leib und e i n Geist sind wir,
berufen zu e i n e r Hoffnung
In Christus, Brot des Lebens, Licht der Welt. – Amen.
Vater im Himmel,
du hast uns deinen Sohn gesandt,
damit er uns davon kündet,
dass du für uns Menschen
ein Leben in Fülle ermöglichen willst.
Eine Fülle hier auf Erden und für immer.
Er ist für uns zum Wegweiser und zur Hoffnung geworden.
Dafür danken wir dir und bitten dich,
uns in diesem Gottesdienst wieder neue Kraft zu schenken,
damit wir seinem Beispiel folgen können.
Dir sei Lob in Ewigkeit. – Amen.
Gott,
auch wenn wir vieles haben, fehlen uns die guten Verhältnisse, die wir wirklich brauchen.
Wir bitten dich:
Für die Menschen, die Hunger stillen und Frieden stiften.
Schenke ihnen Kraft und Unterstützung -
durch andere, als wir es sein können.
Für die Menschen, die im Krieg leiden, auf der Flucht sind und verzagt.
Schenke ihnen Heimat und Beistand -
durch andere, als wir es sein können.
Für die Menschen, die einsam, krank und voller Trauer sind.
Schenke ihnen Hoffnung und Trost -
durch andere, als wir es sein können.
Für die Menschen, die sich um die Bewahrung unseres Planeten bemühen.
Schenke ihnen Ausdauer und Erfolg -
durch andere, als wir es sein können.
Für die Menschen, die Halt in Religion und Gemeinschaft suchen.
Schenke ihnen Erkennen und tiefe Geborgenheit -
durch andere, als wir es sein können.
Gott,
du trägst uns und beschenkst uns mit kleinen und großen Wundern.
Öffne uns die Augen dafür, wie du uns begleitest durch Jesus Christus, deinen Sohn und unseren Bruder. - Amen.
© Angelika Gumpenberger-Eckerstorfer, Diözeses Linz.
Jesus folgt seiner Berufung und nicht den Erwartungen seiner Umgebung.
Beten wir um seinen Geist, der uns hilft, Gottes Plan für unser Leben erkennen zu können:
Unzählig viele Menschen hungern nach Nahrung für Leib oder Seele.
Schenke das Brot, das jeder am dringendsten braucht, um gut leben zu können.
Umbrüche in Kirche, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verunsichern uns.
Bestärke uns darin, das zu tun, was jeder von uns im Kleinen zur Lösung beitragen kann.
Oft hat sich auch die Kirche zum Zweck des Machterhalts instrumentalisieren lassen.
Führe sie zur Freiheit, sich für deinen Willen zu entscheiden.
Sich selbst und seine Schattenseiten zu akzeptieren, fällt uns schwer.
Hilf uns, im Herzen weit und offen mit uns selbst und den anderen umzugehen.
Irgendwann, irgendwo und irgendwie folgen auch wir denen, die uns zu dir vorangegangen sind.
Schenke den Verstorbenen die Fülle des Lebens in deiner Nähe.
Mit Jesus bitten wir in dem Geist, den er uns geschenkt hat, dich, unseren Vater, dass dein Reich komme und dein Wille geschehe. - Amen.
Barmherziger Gott,
wir bedürfen nicht nur unserem täglichen Brot, sondern auch deiner Liebe und Treue.
Deshalb rufen wir:
Für alle, die sich in den Hilfsorganisationen für Gerechtigkeit einsetzen.
Halte über sie deine schützenden Hände und lass sie Wertschätzung erfahren.
Jesus du Freund der Menschen. - Wir bitten dich erhöre uns!
Für alle, die weltweit auf der Flucht sind. Gib du ihnen eine Heimat, damit auch sie ein menschenwürdiges Leben führen können.
Für unsere Politiker, dass sie sich auf die Seite der Armen und Schwachen stellen und den weltweiten Hunger nachhaltig bekämpfen.
Für uns selber, die wir das Wesentliche so oft aus dem Blickfeld verlieren.
Zeige uns, worauf es im Leben wirklich ankommt.
Für unsere verstorbenen Angehörigen und alle, an die niemand mehr denkt.
Vergilt ihnen all das Gute, was sie für andere getan haben.
Guter Gott, du liebst diese Welt und hast deinen Sohn als Hoffnung in die Welt gesandt, dass er uns Menschen beisteht in Zeit und Ewigkeit. – Amen.
© Johannes Heimerl mailto:heimerljo04@gmail.com
Jesus Christus sorgt sich um das Wohl der Menschen, die um ihn sind.
Ihn bitten wir:
In unserer Welt passieren viele Katastrophen. Viele Menschen verlieren alles, was sie haben, und stehen vor dem Nichts.
Lass sie Menschen finden, die ihnen nach Kräften zur Seite stehen.
Viele Menschen lassen sich nicht entmutigen und sind immer wieder bereit, zu helfen mit den Mitteln, die sie haben:
Schenke ihnen die nötige Kraft für ihr Tun.
Wir merken oft gar nicht, wie privilegiert wir leben. Wir erkennen nicht, wo wir teilen und Not lindern könnten:
Gib uns einen offenen Blick dafür, wo wir verantwortlich helfen können
Die Ressourcen dieser Welt reichen für viel mehr Menschen:
Lass die Politiker der reicheren Welt sich besinnen und Wege finden, wie alle Menschen gut leben können.
Schenke den Kranken Kraft und den Verstorbenen die ewige Ruhe bei dir.
Guter Gott,
du kennst unsere Bitten; die, die wir aussprechen und die, die wir nicht auszusprechen wagen. Begleite uns auf unserer Suche nach neuen Wegen in eine bessere Welt. - Amen.
Erst sieht es so aus, als ob es niemals reicht.
Dann werden sogar Reste gesammelt.
Wir erzählen von Wundern, die durch unsere Hände gehen.
Lasst uns für die Welt, für die Menschen, für uns beten:
Menschen sind in den Wasserfluten umgekommen,
viele sind noch vermisst.
Andere haben ihre Häuser, Existenzen und Träume verloren.
Jetzt haben sie angefangen, aufzuräumen,
Müll zu entsorgen und sich neu einzurichten.
Wir bitten: Lass uns das Brot teilen.
Eine Welle von Hilfsbereitschaft hat Menschen in ihrer Not erreicht.
Unbekannte Menschen sind zum Teil von weither gekommen, anzupacken und zu helfen.
In kurzer Zeit sind Spendenkonten mit kleinen und großen Spenden gewachsen.
Es ist schwer, verwüstete Orte wieder als Heimat aufzubauen.
Wir bitten…
In vielen Teilen der Erde gibt es Naturkatastrophen, Überschwemmungen oder Waldbrände.
Für viele Menschen wird der Lebensraum immer kleiner.
Sie fliehen vor Veränderungen, die sie nicht in der Hand haben.
Weltweit hungern wieder mehr Menschen. Ihre Kinder haben keine Zukunft.
Wir bitten…
Corona hat die Welt in ihrer Verletzlichkeit und ihren Abhängigkeiten gezeigt.
Aber viele Menschen denken an ihre Freiheiten,
viele Völker an ihre Volkswirtschaften.
Der Riss zwischen Arm und Reich, zwischen Nord und Süd wird tiefer.
Wir bitten…
Die Kirchen stellen sich darauf ein,
mit weniger Menschen, Mitteln und Ressourcen ihre Aufgaben neu anzugehen.
Gemeinden verbinden sich, teilen Personal und Gebäude,
legen ihre Haushalte zusammen.
Sie wollen keinen Mangel verwalten, sondern Leuchttürme sein.
Wir bitten…
Wir sehen die großen Herausforderungen, Herr,
wir betrachten unsere Möglichkeiten,
wir schauen einander ratlos an.
Herr, schenke uns die Verwegenheit Elischas
und die Verheißung Jesu:
"Lasst die Leute sich lagern." – Amen.
Im Sakrament erfahren wir Gottes Gegenwart und unmittelbares Eingreifen in unser Leben. Wer sich auf ihn einlässt, dem verheißt er Leben in Fülle.
In dieser Hoffnung lasst uns gemeinsam den Vater bitten:
Für die, die sich in unseren Gemeinden um Liebe, Einheit und Frieden bemühen,
und für die, die falschen Propheten vertrauen.
Für alle, die an Hunger leiden: für die Menschen in Eritrea, an die die für sie bereitliegenden Hilfsgüter nicht ausgeliefert werden können;
für alle, die nach menschlicher Nähe und Berührung hungern;
für alle, denen Respekt und Achtung ihrer Person verwehrt sind.
Für die zahlreichen Betroffenen der Flutkatastrophe in Europa;
für alle, die ihre Lieben verloren haben;
für alle, denen ihre Lebensexistenz geraubt wurde;
für die, die in tiefer Verzweiflung einen Neubeginn wagen müssen;
für die vielen Helfer, die bis an die Grenze ihrer Kräfte den Opfern beistehen.
Für alle, die in ihrer missionarischen Tätigkeit auf motorisierte Fortbewegung angewiesen sind
und auf unseren finanziellen Beitrag warten.
Für uns selbst, dass wir der Versuchung widerstehen, unseren Hunger nach Sinn und Wahrheit vorschnell mit vergänglichen Gütern und Werten zu stillen.
Für unsere Verstorbenen und alle, die um sie trauern, dass sie in der Hoffnung auf die Erfüllung deiner Verheißungen Trost finden.
Denn auf dich, Vater, dürfen wir in allen Situationen unseres Lebens vertrauen und auf deinen Beistand hoffen.
Dir gilt unser Dank und unser Lob jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Wie wir als Menschen das tägliche Brot für unseren Leib brauchen, brauchen wir als getaufte Christen das Brot der Eucharistie.
Lasst uns den Vater um alles, was wir zu einem guten Leben benötigen, bitten:
Um das Licht des Glaubens für alle, die von der Kirche nichts mehr für ihr persönliches Leben erwarten.
Um Toleranz und Frieden unter den Religionen.
Um Augen, die die Bedürfnisse der anderen sehen.
Um Freude und Lebensmut aus dem gemeinsamen Glauben.
Um Trost für alle, die trauern, und die Hoffnung auf ewiges Leben für unsere Verstorbenen.
Denn in Jesus hast du uns ein Beispiel für Hingabe und Teilen geschenkt.
Dafür danken wir dir und bitten dich, unser Tun und Denken mit deinem Segen zu begleiten. - Amen.
Guter Gott,
du hast uns nicht nur das Leben geschenkt,
du sorgst auch für deine Geschöpfe.
Wir bitten dich:
Wir bitten dich für alle Menschen,
die nicht genug zu essen haben.
Gib ihnen, was sie zum Leben brauchen.
Wir bitten dich für alle Menschen, die im Überfluss leben.
Wecke in ihnen das Bewusstsein der Verantwortung für alle,
die sich selbst nicht helfen können.
Wir beten für alle Menschen,
die an der Herstellung von Lebensmitteln beteiligt sind.
Lass sie ihre Verantwortung für das Wohl und die Gesundheit aller Menschen nicht vergessen.
Für alle Menschen, die nach erfülltem Leben suchen.
Erinnere sie daran, dass wir nicht vom Brot allein leben.
Für alle, die das Wort Gottes verkünden und die Heiligen Schriften auslegen.
Schenke ihnen die Fähigkeit,
die Kraft der Frohen Botschaft erfahrbar zu machen.
Für unsere Verstorbenen,
lass sie an deiner himmlischen Tischgemeinschaft teilhaben.
Du, Herr gibst uns, was wir zum Leben brauchen.
Dir vertrauen wir. Amen.
Gütiger Gott,
nimm die Gaben an,
die wir von deiner Güte empfangen haben.
Laß deine Kraft in ihnen wirken,
damit sie uns in diesem Leben heiligen
und zu den ewigen Freuden führen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 17. Sonntag im Jahreskreis
Gott, unser Vater,
von dir kommen die Gaben,
die wir zu deiner Ehre darbringen.
Schenke sie uns wieder als Speise zum ewigen Leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Mittwoch der 5. Woche der Fastenzeit
Du, Herr,
hast das Dankgebet gesprochen und das Brot geteilt.
Alle wurden satt.
Wir bringen dir das, was wir haben:
Brot und Wein,
deine Gaben.
Wir bringen dir unsere Geschichten, Träume und Erinnerungen,
unsere Schmerzen, Hoffnungen und Enttäuschungen,
unsere Erfolgserlebnisse, unser Versagen.
Vermehre in unseren Händen,
was wir von dir empfangen:
Brot und Wein,
Nähe und Geborgenheit,
deine Liebe.
Du teilst dein Leben mit uns.
Wir danken dir für deinen Leib,
dein Blut.
Komm, unser Herr! – Amen.
Kehrvers:
Gott, du bist herrlich und heilig,
wir wollen dir lobsingen. Halleluja. (GL 488,2)
Dir, Gott und Vater, gebührt unser Lobpreis und Dank.
Du hast uns das Leben geschenkt
und dazu reichlich Nahrung gegeben.
Du hast uns mit vielfältigen Fähigkeiten und Begabungen ausgestattet,
damit wir für unseren Lebensunterhalt sorgen können.
Kehrvers
Du sättigst, die nach Frieden und Gerechtigkeit hungern.
Die Reichen und Satten lässt du leer ausgehen.
Du gibst uns das Brot, das vom Himmel herabkommt
und der Welt wahres Leben gibt.
Kehrvers
Du erfüllst alles, was lebt, mit deinem Segen
und gibst unserem Land reichen Ertrag.
Für all das preisen wir dich und sagen wir dir Dank
zusammen mit der ganzen Schöpfung:
Danklied, z. B. Danke dem Herrn, denn er ist gut (GL 402)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn er hat beim Lezten Abendmahl
das Gedächtnis des Kreuzesopfers gestiftet
zum Heil der Menschen bis ans Ende der Zeiten.
Er hat sich dargebracht als Lamm ohne Makel,
als Gabe, die dir gefällt,
als Opfer des Lobes.
Dieses erhabene Geheimnis heiligt
und stärkt deine Gläubigen,
damit der eine Glaube
die Menschen der einen Erde erleuchte,
die eine Liebe sie alle verbinde.
So kommen wir zu deinem heiligen Tisch,
empfangen von dir Gnade um Gnade und
werden neu gestaltet nach dem Bild deines Sohnes.
Durch ihn rühmen dich Himmel und Erde,
Engel und Menschen und
singen wie aus einem Munde
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Eucharistie 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Als der wahre und ewige Hohepriester
hat er die Feier eines immerwährenden Opfers gestiftet.
Er hat sich selbst als Opfergabe dargebracht
für das Heil der Welt
und uns geboten,
daß auch wir diese Gabe darbringen zu seinem Gedächtnis.
Er stärkt uns,
wenn wir seinen Leib empfangen,
den er für uns geopfert hat.
Er heiligt uns,
wenn wir sein Blut trinken,
das er für uns vergossen hat.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten und mit all den Scharen
des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Eucharistie 1
Zwölf Körbe blieben bei der wunderbaren Brotvermehrung über für das Volk deines Vaters.
Um sein Reich beten wir auch heute:
Vater Unser…
Einleitung zum Friedensgebet:
Herr Jesus, Dein Segen über Brot und Fisch machte die Menschen satt.
Dein Friede kann unser Herz und unsere Welt verwandeln.
Darum bitten wir:
Herr, Jesus Christus, schaue nicht auf unsere Sünden...
Wir danken dir, Gott,
für den Weg,
den wir gemeinsam gehen,
für alle Erfahrungen,
die uns Zusammenhalten,
für jedes Wort, das trägt,
für jede Geste,
die Mut macht und tröstet,
für offene Ohren und Augen,
für Herzen, die sich öffnen,
und für Hände die geben.
Wir danken dir
für den reich gedeckten Tisch,
um den wir uns versammeln dürfen,
für das Brot und den Wein,
für alles, was uns am Leben hält.
Wir danken dir, dass du für uns sorgst,
damit wir unseren Hunger stillen
und uns erfrischen können,
an dem,
was du schenkst.
Herr, unser Gott,
wir haben das Gedächtnis des Leidens Christi gefeiert
und das heilige Sakrament empfangen.
Was uns dein Sohn in unergründlicher Liebe geschenkt hat,
das werde uns nicht zum Gericht,
sondern bringe uns das ewige Heil.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 17. Sonntag im Jahreskreis
Ewiger Gott,
in dieser Feier hast du uns gestärkt
mit dem Fleisch und Blut deines Sohnes.
Laß uns in der Kraft dieser Speise unseren Weg zuversichtlich gehen
und mit allen Menschen, die du uns anvertraut hast,
zur Vollendung in deiner Liebe gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Menschenfreundlicher Gott,
du hast uns Nahrung gegeben für Leib und Seele.
Wir bitten dich, lass deinen Geist der Liebe und der Barmherzigkeit in uns weiter wachsen, damit wir für deine Botschaft einstehen und sie ungehemmt verkünden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. – Amen.
Du, Herr aller Hoffnungen,
Freund des Lebens,
Tröster der Betrübten,
du schenkst uns Erfahrungen,
die alles auf den Kopf stellen, was wir denken.
Wo wir von Mangel reden, zeigst du unseren Reichtum,
wo wir klagen, legst du uns Hoffnungen in den Mund,
wo wir zählen und abwägen, lässt du Wunder geschehen.
Das Kleine verwandelst du in Fülle,
das Wenige machst du groß.
Eine neue Welt wächst unter uns
in Christus,
der unseren Hunger nach Leben stillt.
Heute, hier, von Ewigkeit zu Ewigkeit. – Amen.
Treusorgender Gott,
lass uns immer wieder dankbar auf die Fülle schauen,
die du für uns bereit hältst.
Mache uns bereit,
unsere Nahrung und unser Leben mit anderen zu teilen,
damit ein gutes Leben hier auf Erden gelingen kann.
Das erbitten wir durch Christus,
unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Gottes Segen erfülle euch,
dass Ihr die Zeichen des Vaters sehen könnt. - Amen.
Gottes Segen erfülle euch,
dass Ihr Euch von Christus verwandeln lassen könnt. - Amen.
Gottes Segen erfülle euch,
dass Ihr in der Kraft des Geistes Zeugen von Gottes Liebe seid. - Amen.
Und der Segen des allmächtigen Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
erfülle euer Leben. - Amen.
Wir kennen alle das Sprichwort vom Tropfen auf den heißen Stein. Was können wir allein schon ausrichten! Mit unseren Mitteln können wir doch gar nichts erreichen, sagen wir dann. Ich sehe das Elend der Welt, aber was ist schon mein geringer finanzieller Beitrag angesichts der hohen Summen, die benötigt wurde.
Ist das so? Der WDR setzt jedes Jahr ein Glashaus auf einen Weihnachtsmarkt und sammelt so Gelder für Hilfsprojekte. Man kann sich ein Lied wünschen, und es wird jede Spende angenommen. Kinder kommen mit ihrer Spardose vorbei. Einige Kaulhäuser sammeln z.B. bei ihren Kunden. Es sind meist Kleinstbeträge, manchmal auch größere. Man feuert sich damit gegenseitig an und am Ende sind mehrere Millionen Euro im Spendentopf. Wenn viele ihren Beitrag zusammenwerfen, wird aus wenig plötzlich viel…
Oder nach Katastrophen, wie vor drei Jahren im Ahrtal: Von überall kamen Menschen mit verschiedensten Fähigkeiten und packten mit an, um den betroffenen Menschen zu helfen.
Vor einigen Jahren wettete eine Schauspieler bei der Fernsehsendung »Wetten, dass«, dass nicht einmal ein Drittel der Zuschauer am nächsten Montag zur Post ginge und eine Mark auf ein Konto einzahlte, das der Hungerreduzierung in der Sahelzone zugute kommt. Zwar gewann er die Wette, aber Millionen Menschen machten es eben doch. Und diese Millionen bildete dann den Grundstock seines Hilfswerkes »Menschen für Menschen«.
Ich alleine kann nicht den Hunger lindern, weder in der Welt noch vor Ort. Aber ich kann jemandem, der Hunger hat, zu Essen geben. Und schon gibt es einen Hungrigen weniger in der Welt. Ich allein konnte die Hoffnungslosigkeit, die in der Coronakrise um sich griff, nicht lindern. Aber ich begann Briefe zu schreiben, wahllos jeden Tag an irgendeinen Menschen, dessen Adresse ich hatte. Und siehe da: einige schrieben zurück, dass sie diese Idee gut und hoffnungsvoll fänden, und dass sie nun ebenfalls Briefe schrieben.
Ein Tropfen auf den heißen Stein mag verdunsten, steter Tropfen höhlt den Stein. Der Junge im Evangelium hat alles gegeben, was er hat, und alle anderen haben dann auch gegeben, was sie hatten, und siehe, es reichte für alle. Es wäre ein wahres Wunder, wenn plötzlich alle bereit sind zu teilen. In einem Lied heißt es: Wenn jeder gibt, was er hat, dann werden alle satt…
Fühlen wir uns also nicht zu klein, zu hilflos. Tun wir, was wir können.
Edith Furtmann 2024.
Fünf Worte und zwei Sätze
von Jesus gesprochen
genügen
und fünftausend Menschen
werden satt
genügen
um sie weiterleben zu lassen
genügen
um ihnen Hoffnung zu geben
genügen ...
Aus Ilse Pauls, EDITION Club d’ART-INTERNATIONAL. Nachdruck 2014, 3441 Baumgarten.
Karg ist die Frucht
der Liebe,
die Ernte mager,
kein Überfluß,
kein Überquellen.
Doch habe ich
viel gesät,
viel gehegt,
viel gepflegt.
Aber
wenn Du, Herr,
austeilen wirst,
werden noch
zwölf Körbe
übrigbleiben.
Aus: Ilse Pauls, Lebensbilder. Wolfgang Hager Verlag 2020.
An reich gedecktem Tisch
die einen
mit Schalen
kaum gefüllt
die
die so weit weg
uns scheinen
du lädst uns
alle ein
zu schauen
was wir haben
doch Dank
zu sprechen
es schaffen
eher
die Armen
weil sie noch
teilen
was sie haben
damit alle
etwas
haben
im Überfluss
wir kaum sehen -
weil wir
schon nach dem Nächsten
spähen -
der Buffetbauch
übervoll
ich fühl mich
gar nicht toll
oft sitz ich dann
am Tisch allein
die anderen
wandern
schon wieder
zum Buffet-Schrein
die Speisen
die wir haben
sie sollen
uns doch laben
schenk Zeit
HERR
dass
wir speisen
und lass
unser Denken
nicht nur
um
unseren Teller
kreisen
Beatrix Senft, unveröffentlicht
Licht will ich sein
Dein Licht in der Welt
Brot will ich sein
Dein Brot auf dem Tisch
Wein will ich sein
Dein Wein im Glas
Wort will ich sein
Dein Wort in der Öffentlichkeit
Werkzeug will ich sein
Dein Werkzeug unter den Menschen
Aus: Anton Rotzettter, Gott, der mich atmen läßt. Gebete. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1985.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
In der ersten Lesung wird uns eine Erzählung über den Propheten Elischa vorgetragen. Sie dürfte aus seinem Schülerkreis stammen. Von Elischa werden viele Geschichten erzählt: Wie er armen Leuten hilft, Kranke heilt, Tote erweckt... Sie haben die Tendenz, die Überlegenheit des Propheten und die seines Gottes hervorzuheben.
Im vorliegenden Text bringt man Elischa eine Nahrungsmittelspende von den Erstlingsfrüchten. Das geschieht normalerweise zu einem Zeitpunkt, an dem die Vorräte aufgebraucht sind und Mangel herrscht. Dies gilt besonders für den Kreis der Prophetenjünger um Elija.
So erzählt die Geschichte zum einen von der Selbstlosigkeit des Gottesmannes: Er gibt das Geschenk an seine Schüler weiter. Zum anderen wird dieser Akt in dezenter Schilderung eine wunderbare Speisung einer großen Zahl von Menschen.
Die Geschichtsschreibung der beiden Bücher der Könige ist von Prophetenerzählungen durchbrochen (1 Kön 15-17; 2 Kön 1-10). Beide Bücher kann man zum deuteronomistischen Geschichtswerk zählen (Entstehungszeit um 560 v. Chr.)
Im Mittelpunkt der heutigen Lesung steht Elischa, der sich durch den Bauch der Menschen hindurch als Prophet Gottes erweist. Nicht nur Gottes Wort ist in seinem Mund, sondern auch Gottes Erbarmen und Zuneigung (Gnade) in des Propheten Tun, wenn er Tote zum Leben erweckt (4,8-37); vergiftetes Essen für den Menschen unschädlich macht (4,28-31), den Menschen das gibt, was sie zum Leben brauchen (4,42-44) und das Lebensbedrohende von ihnen wegnimmt (5,1-27). In diesen Taten erweist sich Elischa als Gottesmann.
Elischa ist als Nachfolger des Elija anerkannt. In diversen Notsituationen hat er Menschen gezeigt: Gott hilft euch und gibt euch Zukunft. Nun wird ihm als Helfer ein Geschenk gemacht in den Broten aus Erstlingsfrüchten. Erstlingsfrüchte sind eine Opfergabe an Gott und kommen deshalb zum Gottesmann. Der gibt sie wiederum seinen Jüngern, die auch schon erlebt hatten (2 Kön 4,38–41), dass ein Vertrauen auf Elischa schwer fallen kann.