Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Deuteronómium.
So spricht der Herr:
Halte den Sabbat:
Halte ihn heilig,
wie es dir der Herr, dein Gott, geboten hat!
Sechs Tage darfst du schaffen und all deine Arbeit tun.
Der siebte Tag ist ein Ruhetag,
dem Herrn, deinem Gott, geweiht.
An ihm darfst du keine Arbeit tun:
du und dein Sohn und deine Tochter
und dein Sklave und deine Sklavin
und dein Rind und dein Esel und dein ganzes Vieh
und dein Fremder in deinen Toren.
Dein Sklave und deine Sklavin sollen sich ausruhen wie du.
Gedenke,
dass du Sklave warst im Land Ägypten
und dass dich der Herr, dein Gott,
mit starker Hand und ausgestrecktem Arm
von dort herausgeführt hat.
Darum hat es dir der Herr, dein Gott, geboten,
den Sabbat zu begehen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Lobet Gott, den Herrn;
denn er ist unsere Stärke. – Kv
(GL 60, 1)
Stimmt an den Gesang, schlagt die Pauke, *
die liebliche Leier, dazu die Harfe!
Stoßt am Neumond ins Widderhorn, *
am Vollmond, zum Tag unsres Festes! – (Kv)
Denn das ist Satzung für Israel, *
Entscheid des Gottes Jakobs.
Das hat er als Zeugnis für Josef erlassen, *
als er gegen Ägypten auszog. – (Kv)
Eine Stimme höre ich, die ich noch nie vernahm: /
Seine Schulter hab ich von der Bürde befreit, *
seine Hände kamen los vom Lastkorb.
Du riefst in der Not *
und ich riss dich heraus. – (Kv)
Kein fremder Gott soll bei dir sein, *
du sollst dich nicht niederwerfen vor einem fremden Gott.
Ich bin der Herr, dein Gott, /
der dich heraufgeführt hat aus Ägypten. *
Weit öffne deinen Mund! Ich will ihn füllen. – Kv
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korínth.
Schwestern und Brüder!
Gott, der sprach: Aus Finsternis soll Licht aufleuchten!,
er ist in unseren Herzen aufgeleuchtet,
damit aufstrahlt die Erkenntnis
des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi.
Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen;
so wird deutlich,
dass das Übermaß der Kraft von Gott
und nicht von uns kommt.
Von allen Seiten werden wir in die Enge getrieben
und finden doch noch Raum;
wir wissen weder aus noch ein
und verzweifeln dennoch nicht;
wir werden gehetzt
und sind doch nicht verlassen;
wir werden niedergestreckt
und doch nicht vernichtet.
Immer tragen wir das Todesleiden Jesu an unserem Leib,
damit auch das Leben Jesu an unserem Leib sichtbar wird.
Denn immer werden wir, obgleich wir leben,
um Jesu willen dem Tod ausgeliefert,
damit auch das Leben Jesu
an unserem sterblichen Fleisch offenbar wird.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Halleluja. Halleluja.
Dein Wort, o Herr, ist Wahrheit;
heilige uns in der Wahrheit!
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder
und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab.
Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun!
Das ist doch am Sabbat nicht erlaubt.
Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat,
als er und seine Begleiter hungrig waren
und nichts zu essen hatten,
wie er zur Zeit des Hohepriesters Ábjatar
in das Haus Gottes ging und die Schaubrote aß,
die außer den Priestern niemand essen darf,
und auch seinen Begleitern davon gab?
Und Jesus sagte zu ihnen:
Der Sabbat wurde für den Menschen gemacht,
nicht der Mensch für den Sabbat.
Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.
Als er wieder in die Synagoge ging,
war dort ein Mann mit einer verdorrten Hand.
Und sie gaben Acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde;
sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.
Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand:
Steh auf und stell dich in die Mitte!
Und zu den anderen sagte er:
Was ist am Sabbat erlaubt –
Gutes zu tun oder Böses,
ein Leben zu retten oder es zu vernichten?
Sie aber schwiegen.
Und er sah sie der Reihe nach an,
voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz,
und sagte zu dem Mann:
Streck deine Hand aus!
Er streckte sie aus
und seine Hand wurde wiederhergestellt.
Da gingen die Pharisäer hinaus
und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes
den Beschluss, Jesus umzubringen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Im Erzählstil werden im Evangelientext zwei Ereignisse aus dem Leben Jesu vorgetragen, um an ihnen das Verständnis des Sabbat in der frühchristlichen Gemeinde darzulegen.
Die erste Erzählung knüpft an die Beobachtung an, dass Jesus-Jünger am Sabbat Ähren abrissen, sie zerrieben und aßen. Dies war ein Lehrbeispiel dafür, was ein gesetzestreuer Jude nicht tun durfte. Jesus antwortet darauf mit einem Beispiel, in dem auch David sich über kultische Gebote hinwegsetzte, und erhebt den Anspruch, dass er Herr auch über den Sabbat sei. Er begründet dies damit, dass der Sabbat für den Menschen da sei, nicht umgekehrt.
In der zweiten Erzählung, die inhaltlich zum vorhergehenden Streitgespräch gehört, demonstriert Jesus im Synagogengottesdienst, dass der Mensch in die Mitte zu stellen sei, nicht das Sabbatgesetz. Er macht den Sabbat zum Tag des Heiles, der Erlösung und Befreiung. Jesus knüpft damit an die ursprüngliche Tradition der Sabbatheiligung an. Der Sabbat soll an die Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft erinnern.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder
und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab.
Da sagten die Pharisäer zu ihm:
Sieh dir an, was sie tun!
Das ist doch am Sabbat nicht erlaubt.
Er antwortete:
Habt ihr nie gelesen, was David getan hat,
als er und seine Begleiter hungrig waren
und nichts zu essen hatten,
wie er zur Zeit des Hohepriesters Abjatar
in das Haus Gottes ging und die Schaubrote aß,
die außer den Priestern niemand essen darf,
und auch seinen Begleitern davon gab?
Und Jesus sagte zu ihnen:
Der Sabbat wurde für den Menschen gemacht,
nicht der Mensch für den Sabbat.
Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.
Das Leben hat Vorrang, Priorität, auch am Sabbat! Damals führte die Frage zur Haltung des Sabbats zu einem Konflikt zwischen den jüdischen Gemeinden, zu denen auch die „jesusgläubigen“ Gemeinden gehörten. Heute ist die Haltung, am Sabbat Leben zu retten, selbstverständlicher jüdischer Mainstream!
Die Gruppe der Pharisäer war für Jesus und seinen Freundeskreis ganz wichtige Gesprächs- und Diskussionspartner, unter ihnen waren auch Freunde Jesu. Der Gruppe der Pharisäer stand Jesus auch in ihrer religiösen Praxis sehr nahe.
Dieses Naheverhältnis zwischen Pharisäern und Jesus müssen wir uns unbedingt in Erinnerung rufen, auf ganz besondere Weise beim heutigen Evangelium, in dem die Pharisäer als Gegner Jesu abgestempelt werden, die ihn beseitigen wollen.
Hier projiziert wohl Markus seine Situation 40 Jahre nach Tod und Auferstehung Jesu mit der Heftigkeit üblicher innerjüdischer Auseinandersetzungen in die der Zeit Jesu. Er lässt mit Hilfe seiner Erzählung seine Hörer und Hörerinnen an zwei Konfliktgesprächen teilhaben. Er schreibt diesen Text in der Zeit nach der Zerstörung Jerusalems, 70 nach Chr., durch welche die jüdische Bevölkerung durch die römische Besatzungsmacht und ihrer Eroberungspolitik vertrieben, versklavt und vielfach umgebracht wurde. Den zum Teil schwer traumatisierten Menschen in der Provinz Syrien galt es, Mut, Hoffnung als perspektiven eines Neuanfangs zu vermitteln. Dazu galt es auch Konflikte zu bewältigen, sich für zukünftige Wege zu öffnen.
Für die Menschen, die in schwierigen Situationen ihr Leben bewältigen müssen, sind Konflikte nicht gerade willkommen. Sie verunsichern. Neuen Perspektiven fühlen sie sich nicht gewachsen, oft fehlt ihnen eventuell auch der Mut. „Nicht noch ein Problem lösen!“, höre ich ihre innere Stimme rufen. Ungleiche Vorstellungen, Ziele oder Auffassungen im Austausch zu überdenken, oder sie sogar als Bereicherung im Leben zu empfinden, die neue Wege eröffnet, dazu müssen sie erst wieder „wach gerüttelt“ werden. Und darum geht es Markus im Evangelium.
Meinungsverschiedenheiten, Auslegungspraktiken, also nichts Verwerfliches, werden von Markus geschildert. Jesus wird hier als ein Vorbild der Konfliktaustragung auf Augenhöhe dargestellt. Ihm geht es dabei, seinem Freundeskreis und der Gruppe der Pharisäer den Sabbat als Ausdruck des Heilswillens Gottes für Menschen und Welt bewusst zu machen. Die Pharisäer vermeiden den Konflikt nicht, sondern sie stellen sich dem Konflikt, der sich aus dieser Situation ergab: „Das ist doch am Sabbat nicht erlaubt!“ (Vers 24b). Nach dem zweiten Konflikt ziehen sie die Konsequenzen: „da gingen die Pharisäer hinaus…“ (Vers 6a).
Das Verhalten Jesu wurde beim Konflikt über das Halten des Sabbats, der hier emotional und religiös hochgeladen geschildert wird, abgelehnt, es wurde nicht als Bereicherung im Leben wahrgenommen.
Hören wir noch einmal Vers 4 aus dem Kapitel 3: „Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt – Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten?“
Was dann folgte, wissen wir: der Mann konnte die verdorrte, leblose Hand wieder ausstrecken. Es war wieder Leben in ihr bzw. im Menschen, der Heilung erfahren hat.
Warum war (und ist manchmal auch heute noch) eine verdorrte Hand so bedrohlich für einen Menschen? Mit einer nicht funktionstüchtigen Hand kann ich einen Menschen von einer „Sache“, was immer das ist, fern halten, er kann das Leben nicht ergreifen, kann nicht „Hand anlegen“. Die Redewendung „Deine Hand möge verdorren (wenn du dies oder jenes tust…)“ lässt erkennen, dass jemand von einer Tat, von einer Information ausgeschlossen werden soll.
Doch warum konnte die Heilung der verdorrten Hand nicht warten? - Dazu ist wichtig, noch ein zweites Mal auf den Vers 4 im Kapitel 3 zurückzugreifen: „Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt – Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten?“
Hier wird die Dramatik dieser Behinderung hervorgehoben! Es war gesellschaftlich wichtig, handeln, zupacken zu können. Eine Hand, die nicht zu gebrauchen war, behindert das Zusammenleben mit anderen und führt zum Ausschluss aus der zum Leben notwendigen Gemeinschaft, die das Überleben des Einzelnen gewährleistete. Das Leben des Einzelnen hat auch am Sabbat Priorität, zeigt Markus seiner „jesusgläubigen“ Gemeinde auf.
Das Suchen nach einer liberalen „Sabbatpraxis“ war – nicht nur damals - ein gemeinsames jüdisches Anliegen. Verschiedene Blickwinkel führten dabei zu Konflikten. Die Jesusbewegung hatte dabei in ihrer zunehmenden Eigenständigkeit eine andere Sichtweise der Sabbatpraxis entwickelt als die Gruppe die Pharisäer, die als einzige im damaligen jüdischen Volk (nach 70 n. Chr.) überlebt hat.
Im Evangelium geht es um das Leben, das auch am Sabbat Vorrang hat! Damals führte die Frage zur Haltung des Sabbats zu einem Konflikt unter den jüdischen Gemeinden, zu denen auch die „jesusgläubigen“ Gemeinden gehörten. Heute ist die Haltung, am Sabbat Leben zu retten, selbstverständlicher jüdischer Mainstream!
Der Sonntag ist ein besonderer Tag, ein Geschenk Gottes. Er erinnert an das Ruhen Gottes nach dem Sechstageschöpfungswerk und auch an den Befreiungsakt Gottes im Exodus. Zur Ruhe kommen und Freiheit feiern, sind die wesentlichen Elemente der Sonntagsgestaltung.
Wir nähern uns dem Sommer. Viele haben schon Urlaubspläne, haben Reisen gebucht, wollen weg aus der Tretmühle des Alltags und sind offen für neue Eindrücke und Erlebnisse. Kurzum: happy holidays (heilige Tage). Genau das sagt auch die erste Lesung: „Halte den Sabbat: Halte ihn heilig, wie es der HERR, dein Gott geboten hat!“ (Dtn 5,12). Das gilt auch für die Schöpfung, für die Erschaffung der Welt. Aus dem Tohuwabohu (Chaos) entsteht nach und nach Ordnung (Kosmos = Schmuck). Es kommt Licht ins Dunkel, Orientierung. Gott bereitet für den Menschen durch die Gaben der Natur alles vor, das ist Arbeit. Gott arbeitet, und der Mensch soll mitarbeiten, er soll die Geschenke der Natur gut nützen und keinen Raubbau treiben. Der Tag 7 ist der Wechsel von Arbeit zur Ruhe, und Gott ist das Vorbild. „Halte den Sabbat!“ gilt für die gesamte Schöpfung, auch für die Tierwelt, die der Mensch für seine Arbeit einsetzt.
Diese Ruhe braucht eine sinnvolle Vorbereitung: gute Erholung von Leib und Seele, Meditation, weg vom Leistungsdenken, das da und dort auch in der Freizeit überhandnimmt. Sabbat bedeutet auch Freiheit, zumindest ein Tag ohne verpflichtende Termine, Smartphone-Fasten, keine E-Mails abarbeiten müssen. Aus dem Sonntag, dem ersten Tag der Woche, gehen wir in den Alltag und nicht umgekehrt. Der Sonntag soll den Blick in die Zukunft richten und nicht ins Wochenende mit dem Unterton: Gott sei Dank, ist die Last der Arbeit vorbei und ich bin geschafft. Der Sonntag ist nicht nur ein Tag der Erinnerung an Tod und Auferstehung, sondern auch ein Tag der Orientierung, „Oriens“ ist Licht, bedeutet auch Hinwendung zum Licht.
Das macht die zweite Lesung deutlich: „Denn Gott, der sprach: Aus Finsternis soll Licht aufleuchten, […] damit aufstrahlt die Erkenntnis des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi.“ (2 Kor 4,6). Also, Gott leuchtet uns entgegen, damit wir in der Dunkelheit dieser Welt Orientierung finden für das Leben hier und das eigentliche Leben nach dem Ende unserer irdischen Pilgerschaft. Dafür sollten wir dankbar sein, dankbar in der Feier der Eucharistie.
Es ist heutzutage nicht mehr angebracht, von Sonntagspflicht zu sprechen, die das 4. Laterankonzil (1215) eingeführt und sogar mit Todsünde gedroht hat, wenn wir dieser Verpflichtung nicht nachkommen. Dankbarkeit aus Bedürfnis und nicht aus Angst. Die Kontrolle der Sonntagspflicht im Religionsunterricht erlebten viele von uns bis weit in die Tage des II. Vatikanums (1962-1965) hinein. Also nicht Sonntagspflicht, sondern Dankbarkeit, dass uns Gott eine Zeit des Innehaltens und auch der Freiheit schenkt. Wenn uns Gott diese Zeit schenkt, schenken wir ihm doch zumindest eine Stunde der Dankbarkeit am Sonntag. Wir gestalten diesen Tag sinnvoll, angenehm, auch durch Freude an den Schönheiten des Lebens, die wir im Berufsalltag oft kaum beachten.
Das Evangelium sagt: „Der Sabbat wurde für den Menschen gemacht und nicht der Mensch für den Sabbat.“ (Mk 2,27). Es geht dabei um die Grundhaltung, wie wir zum Sonntag stehen, den einzelne Kräfte der Gesellschaft abschaffen will. Genügt es, sich einmal gut auszuschlafen? - ist sicher auch wichtig - oder bleibt noch Zeit, ohne Hast Dinge zu erledigen, die Freude bereiten.
Zu überlegen ist auch, ob wir in einer Haltung der Freiheit oder der Ängstlichkeit Regeln und Anordnungen erfüllen. Jesus nimmt uns diese Ängstlichkeit, gezeigt am Beispiel der Jünger, die am Sabbat Ähren abreißen oder die Heilung des Mannes mit der verdorrten Hand. Was Jesus seinen Jüngern beibringen wollte, gilt auch für uns heute. Der Streit um Formalitäten, um äußere Lebensformen, überlieferte Traditionen, die einzuhalten sind, können hinderlich sein, besonders wenn Menschen Soforthilfe brauchen und so Gesetzes- und Traditionsbrüche entstehen. Das vermittelt Jesus den Pharisäern und auch uns. Es gibt Menschen, die das nicht verstehen, die meinen, besonders fromm zu sein, dabei jedoch unbarmherzig sind, die scheinbar fehlerlos wirken.
Man kann sich auch an der Unbarmherzigkeit der Frommen wundreiben. Vielleicht hilft Ihnen in Ihrem Denken Peter Roseggers Wort (steirischer Dichter 1843-1918): „Gib dem Sonntag eine Seele und der Seele einen Sonntag“ als eine Zeit, über Barmherzigkeit zu sich selbst und anderen gegenüber nachzudenken.
Der Sonntag ist für den Menschen da. Er erinnert daran, dass unser Leben mehr wert ist, als wir durch Arbeit an Wertschöpfung hervorbringen.
Der Sonntag ist für den Menschen da: wir dürfen aufschnaufen und durchatmen. Nicht wir halten dann den Sonntag, der Sonntag hält uns. Das Wort Gottes und die Eucharistie sind Kraftquellen für das Leben.
Herr Jesus Christus,
du bist in die Welt gekommen, das Böse zu überwinden.
Herr, erbarme dich.
Du stellst den Menschen in den Mittelpunkt.
Christus erbarme dich.
Du legst die Gesetze so aus, dass sie den Menschen dienen.
Herr erbarme dich.
Gott, unser Vater,
deine Vorsehung geht niemals fehl.
Halte von uns fern, was uns schadet,
und gewähre uns alles, was zum Heile dient.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 9. Sonntag im Jahreskreis
Gott, unser Vater,
du hast uns durch deinen Sohn erlöst
und als deine geliebten Kinder angenommen.
Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben,
und schenke ihnen die wahre Freiheit
und das ewige Erbe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 5. Sonntag der Osterzeit
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
Barmherziger Gott,
du hast deinen Sohn in diese Welt gesandt,
um die Menschen
aus der alten Knechtschaft zu erlösen.
Schenke allen, die auf deine Hilfe warten,
die Freiheit des neuen Lebens.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 1. Samstag im Advent
In und mit der Kirche nimmt Gott Raum in dieser Welt ein.
Ihn lasst uns bitten:
Für alle christlichen Kirchen, in deren gemeinsamen Glauben sich die Vielfalt ihrer verschiedenen Berufungen entfaltet und sichtbar wird.
Für eine Gesellschaft, die die konkreten Lebensbedürfnisse der Einzelnen mit dem Gemeinwohl in Einklang bringt.
Für sinnvolle und heilsame Freiräume für alle, die unter ständiger Verfügbarkeit und Erreichbarkeit im Beruf leiden.
Um Befreiung aus ihrer Enge für alle, die sich ausgegrenzt fühlen; und um neue Lust auf erfülltes Leben.
Für alle, die bereits die Grenze zu ihrer ewigen Heimat bei dir überschritten haben.
Denn du, Gott der Liebe und des Lebens, führst uns zur Freiheit und schenkst uns Anteil an deiner Beziehung zu deiner Schöpfung. - Amen.
Herr Jesus Christus,
du hast gesagt, der Sabbat ist für den Menschen da und nicht der Mensch für den Sabbat.
Wir bitten dich:
Für alle, die am Sonntag arbeiten müssen, damit die Gesellschaft funktioniert, aber auch, damit wir unseren Freizeitbeschäftigungen nachgehen können:
dass sie dennoch ausreichend Erholung finden.
Für alle, die sich im Dienst am Nächsten aufreiben:
dass sie sich daran erinnern, dass die Sabbatruhe ein Geschenk Gottes auch für sie ist, damit sie für ihr Tun wieder neue Kraft schöpfen können.
Für alle, die den Sonntag mit Freizeitstress überladen:
dass sie erkennen, dass Erholung für Körper und Geist auch für sie unabdingbar ist.
Für alle, die keine Arbeit finden oder aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten können: dass sie nicht verzweifeln und Kraft schöpfen können.
Für alle Menschen, die am Sonntag zum Gottesdienst zusammenkommen:
lass sie Gemeinschaft mit dir und mit ihren Mitchristen erfahren.
Für unsere Verstorbenen:
dass sie bei dir Ruhe finden.
Gott, Vater und Schöpfer,
du verschaffst uns Ruhe von der Arbeit und Freiheit von gesellschaftlichen Zwängen. Dafür danken wir dir. - Amen.
Herr, unser Gott,
im Vertrauen auf deine Güte
kommen wir mit Gaben zu deinem Altar.
Tilge unsere Schuld
durch das Geheimnis des Glaubens,
das wir im Auftrag deines Sohnes feiern,
und schenke uns deine Gnade.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 9. Sonntag im Jahreskreis
Herr,
nimm unsere Gaben an und heilige sie,
damit sie zum Sakrament der Erlösung werden,
das uns Heil und Segen bringt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
wir legen die Gaben
als Zeichen unserer Hingabe auf deinen Altar.
Nimm sie entgegen
und mach sie zum Sakrament unserer Erlösung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 4. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
gib, dass wir dir allzeit danken
durch die Feier der österlichen Geheimnisse.
In ihnen führst du das Werk der Erlösung fort,
mache sie für uns zur Quelle der unvergänglichen Freude.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 4. Sonntag der Osterzeit
Allmächtiger Gott,
nimm die Gaben an,
die wir nach deinem Willen darbringen.
Vollende in uns das Werk der Erlösung und der Heiligung
durch die Geheimnisse,
die wir zu deiner Verherrlichung feiern.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 27. Sonntag im Jahreskreis
Allmächtiger Gott, nimm die Gaben an,
die wir nach deinem Willen darbringen.
Vollende in uns das Werk der Erlösung
und der Heiligung durch die Geheimnisse,
die wir zu deiner Verherrlichung feiern.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 7. Mittwoch der Osterzeit
Guter Gott,
wir brauchen Nahrung für unseren Leib.
wir brauchen Nahrung für unsere Seele.
Brot und Wein sind Leib und Blut Jesu.
Wir feiern jetzt das Fest deiner Liebe,
die für uns lebt und unsere Freiheit und unser Heil sucht. - Amen.
Kehrvers:
GL 60,1: Der Herr hat uns befreit; auf ewig besteht sein Bund. - VI
GL 176,4: Ruhm und Preis und Ehre sei dir, Erlöser, Herr und König. – V
Guter und barmherziger Gott, wir kommen, um dir zu danken.
Du hast den Menschen aus Liebe erschaffen und zur Mitarbeit an deiner Schöpfung berufen.
Du hast ihm den siebten Tag der Woche als Tag der Ruhe, des Dankes und der Besinnung auf seine Würde geschenkt.
Kehrvers...
Durch deinen Sohn Jesus Christus hast du unsere Herzen erleuchtet.
Wir haben erkannt, dass das Übermaß von Kraft von dir kommt und nicht von Menschen.
Wir finden doch noch Raum, auch wenn wir in die Enge getrieben werden.
Er hat uns aus der Enge des Gesetzlichkeitsdenkens befreit
und die Freiheit der Kinder Gottes geoffenbart.
Kehrvers...
Er hat uns gezeigt, wie sehr dir daran liegt, dass wir heil und ganz werden.
Er hat uns von Neuem unsere Menschenwürde bewusst gemacht
und uns gelehrt, dass das Heil des Menschen über dem Gesetz steht.
Das Gesetz ist für den Menschen da und nicht der Mensch für das Gesetz.
Kehrvers...
Darum preisen wir dich mit der ganzen Schöpfung
und singen wir dein Lob:
Danklied, z.B. GL 385: Nun saget Dank und lobt den Herren...
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn wir erkennen deine Herrlichkeit in dem,
was du an uns getan hast:
Du bist uns mit der Macht deiner Gottheit
zu Hilfe gekommen und
hast uns durch deinen menschgewordenen Sohn
Rettung und Heil gebracht
aus unserer menschlichen Sterblichkeit.
So kam uns aus unserer Vergänglichkeit
das unvergängliche Leben
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und singen mit den
Chören der Engel das Lob
deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 3
Herr,
wir haben den Leib und das Blut deines Sohnes empfangen.
Führe uns durch deinen Geist,
damit wir uns nicht nur mit Worten zu dir bekennen,
sondern dich auch durch unser Tun bezeugen
und den ewigen Lohn erhalten in deinem Reich.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 9. Sonntag im Jahreskreis
Barmherziger Gott,
das Sakrament der Erlösung,
das wir empfangen haben,
nähre uns auf dem Weg zu dir
und schenke dem wahren Glauben
beständiges Wachstum.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 4. Sonntag im Jahreskreis
Herr,
du hast uns an deinem heiligen Tisch gestärkt.
Komm uns mit deiner Gnade zu Hilfe,
damit die Erlösung,
die uns im Sakrament zuteil wurde,
in unserem Leben sichtbar wird.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Donnerstag der Fastenzeit
Herr, unser Gott,
die Teilnahme am eucharistischen Mahl heilige uns,
damit durch den Leib und das Blut Christi
die brüderliche Verbundenheit
in deiner Kirche gefestigt wird.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Votivmesse von der hl. Eucharistie
Guter Gott,
wir sind von dir beschenkt durch deine Liebe und durch deine Worte.
Wir sind jetzt ausgesendet, deine Liebe weiterzutragen.
Sie sind ein Schatz für uns.
Doch wir tragen ihn in zerbrechlichen Gefäßen.
Schenke uns deine Kraft
Und lass uns diese Kraft, diesen Mut immer wieder bei dir finden. - Amen.
Den Einsatz für Geflüchtete, Menschen auf der Flucht, für Asylwerbende und Schutzsuchende stellt die Katholische Kirche in Oberösterreich mit ihrer Initiative besonders zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni in den Mittelpunkt.
Friedens-Geschichten, die das Miteinander von Geflüchteten und Menschen in Österreich erzählen, fordern auf hinzusehen und entsprechend zu handeln. Das ist für die diözesane Initiative für Geflüchtete gemeinsam mit Bischof Manfred Scheuer Gebot der Stunde und bleibende Verpflichtung.
Mehr:
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Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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Die erste Lesung zitiert das dritte der zehn Gebote, das Gebot der Sabbatheiligung. Die zehn Gebote kommen im Alten Testament zweimal vor: im Buch Exodus (20. Kapitel) und im Buch Deuteronomium. Beide Male bilden sie die Einleitung zu einer umfassenderen Gesetzessammlung. Sie enthalten sozusagen den "Merktext".
Die beiden Fassungen des Gebotes der Sabbatheiligung unterscheiden sich vor allem durch die Begründung, warum der Sabbat heilig zu halten ist:
Das Buch Exodus zieht als Begründung die Schöpfungserzählung heran. Weil Gott am 7. Tag der Schöpfung geruht hat, soll auch der Mensch am 7. Tag der Woche ruhen.
Unsere Version (Deuteronomium) des dritten Gebotes fordert: Denk daran, daß der Herr dich aus der Sklaverei Ägyptens herausgeführt hat. Der Sabbat ist der Tag, an dem der Mensch seiner Befreiung gedenken soll. Er soll sich seiner Gottesbeziehung und seiner Freiheit bewußt werden. Es geht nicht in erster Linie um die nötige Erholungszeit. In Anbetracht der eigenen Freiheitsgeschichte ist dieser Freiraum auch den Sklaven und Unfreien zu gewähren.