Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
In einer Vision erfährt der Prophet Jesaja seine Berufung. Die Größe Gottes wird in eindrücklichen Bildern geschildert, die aus der Vorstellungswelt der damaligen Zeit stammen.
Lesung aus dem Buch Jesaja.
Im Todesjahr des Königs Usija, da sah ich
den Herrn auf einem hohen und erhabenen Thron sitzen
und die Säume seines Gewandes füllten den Tempel aus.
Serafim standen über ihm.
Und einer rief dem anderen zu und sagte:
Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen.
Erfüllt ist die ganze Erde von seiner Herrlichkeit.
Und es erbebten die Türzapfen in den Schwellen
vor der Stimme des Rufenden
und das Haus füllte sich mit Rauch.
Da sagte ich: Weh mir, denn ich bin verloren.
Denn ein Mann unreiner Lippen bin ich
und mitten in einem Volk unreiner Lippen wohne ich,
denn den König, den HERRN der Heerscharen,
haben meine Augen gesehen.
Da flog einer der Serafim zu mir
und in seiner Hand war eine glühende Kohle,
die er mit einer Zange vom Altar genommen hatte.
Er berührte damit meinen Mund
und sagte:
Siehe, dies hat deine Lippen berührt,
so ist deine Schuld gewichen und deine Sünde gesühnt.
Da hörte ich die Stimme des Herrn,
der sagte: Wen soll ich senden?
Wer wird für uns gehen?
Ich sagte: Hier bin ich,
sende mich!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv - Vor den Engeln will ich dir singen und spielen, o Herr. - Kv
(Oder GL 649,5)
Ich will dir danken mit meinem ganzen Herzen,
vor Göttern will ich dir singen und spielen.
Ich will mich niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin,
will deinem Namen danken für deine Huld und für deine Treue. - Kv
Denn du hast dein Wort größer gemacht
als deinen ganzen Namen.
Am Tag, da ich rief, gabst du mir Antwort,
du weckst Kraft in meiner Seele. - Kv
Dir, HERR, sollen alle Könige der Erde danken,
wenn sie die Worte deines Munds hören.
Sie sollen singen auf den Wegen des HERRN.
Die Herrlichkeit des HERRN ist gewaltig. - Kv
Du streckst deine Hand aus,
deine Rechte hilft mir.
Der HERR wird es für mich vollenden. /
HERR, deine Huld währt ewig.
Lass nicht ab von den Werken deiner Hände!- Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Ich erinnere euch, Brüder und Schwestern,
an das Evangelium, das ich euch verkündet habe.
Ihr habt es angenommen;
es ist der Grund, auf dem ihr steht.
Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet werden,
wenn ihr festhaltet an dem Wort,
das ich euch verkündet habe,
es sei denn, ihr hättet den Glauben unüberlegt angenommen.
Denn vor allem habe ich euch überliefert,
was auch ich empfangen habe:
Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift,
und ist begraben worden.
Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift,
und erschien dem Kephas, dann den Zwölf.
Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich;
die meisten von ihnen sind noch am Leben,
einige sind entschlafen.
Danach erschien er dem Jakobus,
dann allen Aposteln.
Zuletzt erschien er auch mir,
gleichsam der Missgeburt.
Denn ich bin der Geringste von den Aposteln;
ich bin nicht wert, Apostel genannt zu werden,
weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe.
Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin,
und sein gnädiges Handeln an mir
ist nicht ohne Wirkung geblieben.
Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht -
nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir.
Ob nun ich verkünde oder die anderen:
Das ist unsere Botschaft
und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
An diesem Sonntag steht auch die 2. Lesung in thematischer Verbindung zur 1. Lesung und zum Evangelium - und kann als sich entwickelnde Einheit betrachtet werden:
Herrlichkeit Gottes in der Theophanie des Jesaja, Herrlichkeit Gottes im Wort der Predigt Jesu und in der Überfülle des reichen Fischfangs, Herrlichkeit Gottes in der Erscheinung Jesu als Auferstandener für die Apostel und für Paulus, Erkenntnis der Unzulänglichkeit bei Jesaja, Petrus und Paulus, Reinigung, Indienstnahme und Zustimmung.
Deshalb wären wohl alle drei Texte zu verlesen und könnten in ihrem inneren Zusammenhang ein Thema der Verkündigung sein: unzulängliche Menschen sind berufen, Gottes allumfassendes Heil und die überreiche Fülle seines Lebens zu bezeugen:
- Jesaja: die Rettung des "heiligen Restes" durch Gott,
- Petrus: die Rettung der Menschen im Wirken der Kirche,
- Paulus: die Rettung der Menschen durch die "unverdiente Gnade" des Auferstandenen.
Zum zeitlichen Ablauf:
Die Bekehrung des Paulus ist etwa für die Zeit 30-32 einzuordnen. Um das Jahr 50 entstand die Gemeinde in Korinth, bei deren Organisation Paulus entscheidend mitgewirkt hat. Im Sommer 51 verlässt Paulus Korint und bald stellen sich Misstände und Probleme ein:
Streitigkeiten zwischen Judenchristen und Heidenchristen, zwischen arm und reich treten auf, Missstände beim Gottesdienst werden erkannt und vor allem wird die Meinung laut, Paulus sei nicht rechtens Apostel und die Auferstehung könne es gar nicht gegeben haben. Diese Vorwürfe machen ihm zu schaffen und spiegeln sich wider in dem Brief, den er ca. 54/55 aus Ephesus nach Korinth geschrieben hat.
Verse 1-8 befassen sich mit Christus, die Verse 9-11 mit Paulus selbst.
Verse 1-2:
Paulus weist hin auf eine wohl in der jungen Gemeinde bestehende Glaubensformel, die er "Evangelium" nennt. Diese Glaubensformel ist nicht nur inhaltlich, sondern sogar wörtlich festzuhalten.
Der Glaube an die Auferstehung ist der Grund, auf dem Verkündigung und Leben stehen, Halt für Gegenwart und Zukunft.
Verse 3-8:
Wenn wir davon ausgehen, dass der Brief lange vor den Osterevangelien geschrieben ist, und Paulus betont, dass er keine neue Botschaft verkündet, dann finden wir hier eins der ältesten schriftlichen Zeugnisse des vorhandenen Osterglaubens, der sich wörtlich ausgeformt hat. Diese Formel hat Paulus "empfangen" - das verweist auf eine verlässliche Überlieferungskette.
Der Tod Christi stellvertretend und zugunsten der Menschen geschieht der Schrift gemäß (vgl. Gen 22; Ex 12; Jes 53; Ps 16,10...)
Die Liste der Auferstehungszeugen beginnt mit Petrus, führt über den Zwölferkreis, führt über fünfhundert Brüder hin zu allen Missionaren der jungen Gemeinde.
Vers 8:
Paulus reiht sich in den Kreis der Zeugen ein, obwohl es ihm nicht zusteht. "Fehlgeburt - Missgeburt" meint wohl mehr das Verhalten vor der Bekehrung - vor der neuen geistlichen Geburt.
Verse 9-10 begründen nun, warum Paulus rechtmäßiger Verkünder des Evangeliums ist, trotzdem er die Kirche verfolgt hatte: Gottes Gnade wirkt in ihm.
Vers 11 ist gleichsam noch einmal eine Zusammenfassung seines Anliegens.
Im 15. Kapitel seines 1. Korintherbriefes entfaltet Paulus die Auferstehungshoffnung der Christen. Der Apostel erinnert an das Evangelium, das er in Korinth verkündet hat. Dabei hat er das Evangelium auch nur empfangen, ohne etwas davon wegzunehmen oder hinzuzutun.
Das Evangelium ist hier kein Erzählzusammenhang, sondern die Zusammenfassung dessen, was die Christusbotschaft ausmacht: für unsere Sünde gestorben, begraben und am dritten Tage auferweckt - und Tod und Auferweckung "gemäß der Schrift" (=AT). Wir haben hier eine der ersten "Kurzformeln" des Glaubens vor uns - oder das Urbekenntnis überhaupt.
Welche Bedeutung dieses Bekenntnis hat, erläutert Paulus mit dem Wort "erscheinen". Jesus ist dem Kephas (Petrus) erschienen, den Zwölf, mehr als fünfhundert Brüdern - und als "Letztem" auch ihm, Paulus. Paulus nennt sich eine "Missgeburt“ und spielt auf seine Biographie an. Was "erscheinen" heißt, ist unterschiedlich erfahrbar und erfahren worden. Was sie alle verbindet, denen Jesus "erschienen" ist, ist, dass sie Zeugen seiner Auferweckung geworden sind (passiv!).
Leider hat Paulus die Frauen "vergessen", die nach dem einhelligen Zeugnis der Evangelien die ersten Zeugen der Auferweckung wurden. Aber: das Evangelium, wie es von Paulus den Korinthern in Erinnerung gerufen wird, ist das "erste" überhaupt - die Evangelien sind später entstanden.
Paulus formuliert sehr dicht: "das ist unsere Botschaft, und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt".
Die heutige 2. Lesung ist das älteste Schriftzeugnis über die Auferstehung Jesu (um 55/57 n. Chr.) und ist damit älter als die Auferstehungsberichte der Evangelien. Das Zentrum bildet die Bekenntnisformel des Paulus, die er vermutlich selber aus früherer Tradition übernommen hat und in Botschaft von Tod und Auferstehung Jesu zusammengefasst hat (Vers 3).
Paulus selbst hat in seinem Damaskuserlebnis Jesus als den Lebenden erfahren (Apg 9,4). Er kennt eine ganze Reihe von Augenzeugen , denen der Auferstandene erschienen ist.
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe:
Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift,
und ist begraben worden.
Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift,
und erschien dem Kephas, dann den Zwölf.
Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich;
die meisten von ihnen sind noch am Leben,
einige sind entschlafen.
Danach erschien er dem Jakobus,
dann allen Aposteln.
Zuletzt erschien er auch mir,
gleichsam der Missgeburt.
Ob nun ich verkünde oder die anderen:
Das ist unsere Botschaft
und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Kommt her, mir nach!
Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit,
als die Volksmenge Jesus bedrängte
und das Wort Gottes hören wollte,
da stand er am See Gennesaret
und sah zwei Boote am See liegen.
Die Fischer waren aus ihnen ausgestiegen und wuschen ihre Netze.
Jesus stieg in eines der Boote, das dem Simon gehörte,
und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren.
Dann setzte er sich
und lehrte das Volk vom Boot aus.
Als er seine Rede beendet hatte,
sagte er zu Simon: Fahr hinaus, wo es tief ist,
und werft eure Netze zum Fang aus!
Simon antwortete ihm:
Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet
und nichts gefangen.
Doch auf dein Wort hin
werde ich die Netze auswerfen.
Das taten sie
und sie fingen eine große Menge Fische;
ihre Netze aber drohten zu reißen.
Und sie gaben ihren Gefährten im anderen Boot ein Zeichen,
sie sollten kommen und ihnen helfen.
Sie kamen und füllten beide Boote,
sodass sie fast versanken.
Als Simon Petrus das sah,
fiel er Jesus zu Füßen
und sagte: Geh weg von mir;
denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr!
Denn Schrecken hatte ihn und alle seine Begleiter ergriffen
über den Fang der Fische, den sie gemacht hatten;
benso auch Jakobus und Johannes,
die Söhne des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten.
Da sagte Jesus zu Simon:
Fürchte dich nicht!
Von jetzt an wirst du Menschen fangen.
Und sie zogen die Boote an Land,
verließen alles
und folgten ihm nach.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Mit Lk 5,1 beginnt ein neuer Abschnitt im Evangelium. Nach Einführung und Absicht des Evangelisten im Vorwort (Lk 1,1-4) und der Vorgeschichte (Lk 1,5-2. 52) folgt die Vorbereitung des Wirkens Jesu in der Predigt des Täufers und der Taufe Jesu (Lk 3,1-22) und in der Versuchung (Lk 4,1-13). Lukas lässt Jesus zunächst allein öffentlich auftreten als Wanderprediger in Nazareth und Kafarnaum (Lk 4,14-44).
Von nun an ist Jesu Tätigkeit das Wirken und Lehren landauf landab in Galliläa und Palästina. Ihn umgibt, wie in konzentrischen Kreisen, der Zwölferkreis, die Schar der Jüngerinnen und Jünger und die Volksmenge. Zunächst ist es eine Volkstätigkeit im Judenland (Lk 5,1 - 9,50), dann der "Weg nach Jerusalem" (bis Lk 19,27).
Lukas stellt, anders als bei Mk 1,16-20 und Mt 4,18-22, der Berufung der ersten Jünger das Fischfangwunder voraus. Johannes nimmt dieses Wunder in die Ostergeschichten (Joh 21,1-8.11). Exegeten diskutieren die Frage, wo das Wunder angesiedelt ist: vorösterlich oder nachösterlich. Es ist wohl anzunehmen - weil Johannes den Schwerpunkt auf das Mahl legt - und Lukas auf die Nachfolge, dass es sich um ein vorösterliches Geschehen handelt.
Verse 1-3:
"Es geschah aber" ist einer der Lieblingsausdrücke des Lukas - es hat narrative Funktion, verweist den Höhrer/Leser des Evangeliums auf die Erzählebene. Die Szene kann man sich nicht nur bildhaft ausmahlen, sie ist auch von theologischer Bedeutung: Das Wort Gottes ruft die Menschen zusammen und formt sie zur Gemeinde.
Jesus steigt in das Boot des Simon - der in kollegialer Weise seine Arbeitskollegen am See führt - und lehrt von dieser Kanzel aus das Volk. Es wäre eine Überbetonung, wenn man hier schon einen Hinweis auf den Primat des Petrus sähe, sondern die Szene ist erst die Vorbereitung der kommenden Selbstoffenbarung Jesu.
Verse 4-5:
Dauer, Inhalt und Wirkung der Rede Jesu werden nicht überliefert. Das Offenbarungswunder ist im Verheißungswort das Ziel.
Das Gespräch zwischen Petrus und Jesus verdeutlich die Sonderstellung des Petrus unter den Mitarbeitern. Petrus ist "Fachmann" - und es wäre unsinnig, am Tage zu fischen. Aber das Wort des "Meisters" veranlasst, es doch zu tun. Einerseits ist Petrus noch Fischer, schon aber Jünger.
"Meister" ist zwar kein Hoheitstitel, aber Petrus beginnt mit dieser Anrede schon, seinen Glauben auszudrücken. Fortan wird Jesus von den Jüngern oft so angeredet.
Offen bleibt bei Lukas die Frage, wo sich eigentlich Jesus aufhält, ist er beim Fischfang im Boot? Diese Schwebe hat möglicherweise eine Bedeutung für die Gegenwart Jesu in seiner Kirche heute - sicher ist er da, aber ungewiss greifbar.
Verse 6-7:
Es wird keine Wunderhandlung beschrieben, nur das Außerordentliche des Erfolges interessiert. Es braucht "Mitarbeiter", Gefährten, Teilhaber, um den Ertrag sicher an Land zu bringen. Eine Frage deutet sich an: Kann Erfolg gefährden? Kann die Kirche bei "Erfolg" in die Gefahr des Untergangs kommen? Oder schützt die Kollegialität.
Vers 8:
In einigen Handschriften fehlt hier in Verbindung mit Simon der Name "Petrus" - Wenn er an dieser Stelle tatsächlich schon genannt ist, dann ist das ein Vorgriff auf Lk 6,14. Der "Fachmann" Simon ist überwältigt angesichts des reichen Fischzuges - und erfährt das Wunder als "Epiphanie" Jesu. Es geschehen in einem Augenblick Erkenntnis, Glaube und Umkehr. Angesichts der Herrlichkeit des Christus (bei Jesaja die Herrlichkeit Gottes im Tempel, bei Paulus die Herrlichkeit des Auferstandenen) findet der Mensch zur Anbetung und zur Umkehr.
Petrus nennt Jesus hier nicht mehr "Meister" sondern "Kyrios - Herr". Der Hörer des Evangeliums weiß ebenso wie der Evangelist um die Haltung des Petrus in der Passion.
Verse 9-10a:
Verdeutlicht noch einmal das Numinose des Geschehens und bringt die Mitarbeiter ins Spiel. Frage: Wo ist Andreas - vielleicht will Lukas hier die "Säulen" der Jerusalemer Gemeinde aufbauen: Simon Petrus, Johannes und Jakobus.
Vers 10b:
richtet sich wieder allein an Petrus. Es ist kein direkter Ruf zur Nachfolge, sondern ein Hoffnungswort, eine Offenbarungsrede. Der von Jesus verwendete Begriff "Menschen fangen" lässt im biblischen Sprachbefund eindeutig die Übersetzung zu: Menschen lebend fangen = auffangen, retten vor dem sicheren Untergang. Und tagsüber zu fischen ist ja keineswegs listig - so wird Petrus, wird die Kirche, die Menschen nicht "listig einfangen" sondern rettend auffangen.
Das "von jetzt an" bezieht sich nicht auf das Wunder an sich sondern auf das "heute" der Epiphanie Jesu im ganzen Evangelium und der Umkehr - die das eigentliche Wunder ist.
Vers 11:
Lukas konfrontiert hier die aufkommenden Ängste und Bedenken der Gemeinde mit einem großen Missionsoptimismus. Das Verlassen und Nachfolgen gehört zum Stil einer Berufungsgeschichte. Die nun angedeutet Lebensgemeinschaft mit Jesus trägt keimhaft die neue Gemeinschaft der Kirche in sich.
Jesus steht am Ufer des Sees Gennesaret und die Menschen drängen sich um ihn. Der Grund dafür ist wohl der Hunger der Menschen nach einer guten Botschaft. Um von der großen Menschenmenge gehört werden zu können, steigt Jesus in das Boot des Fischers Simon Petrus. Vom Boot aus spricht er zu der am Ufer versammelten Menge. Er hält allerdings keine Predigt, sondern er lehrt die Menschen.
Kein Fischerlatein
Der Besitzer des Bootes, Simon Petrus, der wie seine Kollegen Fischer von Beruf ist, bleibt zunächst noch unbeteiligt. Sie gehen ihrer Arbeit, dem Waschen der Netze, nach. Plötzlich fordert Jesus Petrus auf, hinauszufahren, wo es tief ist, und das Netz dort auszuwerfen. Petrus hört Jesu Wort und erzählt von der ergebnislosen Arbeit der letzten Nacht. Dann lenkt er aber ein und sagt vertrauensvoll: „… auf dein Wort hin“. Sein Vertrauen wird belohnt: Entgegen aller Fischerlogik machen Petrus und seine Kollegen mitten am Tag einen völlig unerwarteten, derart überreichen Fischfang, dass die Netze zu reißen drohen. Gemeinsam helfen sie zusammen, um den Fang ins Boot zu bringen. Das derart beladene Boot droht fast unterzugehen. Das bringt Petrus zur richtigen Deutung: Er fällt vor Jesus nieder.
Berufung statt Beruf
Nun kommt es zur entscheidenden Begegnung mit Jesus: Er und seine Gefährten Jakobus und Johannes werden von Jesus eingeladen, sich ihm anzuschließen und ihm nachzufolgen. Nachfolge ist zunächst wörtlich gemeint: Antiken Gewohnheiten entsprechend geht der Lehrer auf seinen Wegen und Wanderungen vor den Jüngern her, sie folgen ihm und lassen sich von ihm führen. Weiters meint Nachfolge aber, dass der Jünger durch die Berufung in eine enge Lebensgemeinschaft mit seinem Meister eintritt. Dieser lehrt und unterweist ihn, vor allem aber beteiligt er ihn an seinen Aufgaben. Das Bildwort vom Menschenfischen besagt, dass die von Jesus be- rufenen Jünger den Beruf wechseln. Wie Jesus üben sie von nun an nicht mehr ihren Ursprungsberuf aus, sondern gehen ihrer Berufung nach: Sie kümmern sich um das Heil der Menschen. Sie teilen Jesu Leben und arbeiten in Sachen Reich Gottes in Wort und Tun mit.
Gemeinschaft mit Jesus
Die gerufenen Jünger verlassen ihre Boote, ihre bisherige Arbeit und ihre Familien. Ihr Leben hat in Zukunft einen neuen Inhalt: die Gemeinschaft mit Jesus und die Verbreitung der Botschaft vom Reich Gottes. Die Jünger teilen das Leben ihres Herrn, seine Prioritäten, seine Einstellung zum Leben, seine Vollmachten und Freuden, seine Aufgaben und schließlich auch sein Martyrium.
Der Ruf Christi „Kommt her, folgt mir nach“ ergeht seit 2000 Jahren – er ergeht auch an uns. Der Auferstandene lädt immer wieder ein, ihm nachzufolgen. Nachfolge be- ginnt dort lebendig zu werden, wo Menschen aus dem Vertrauen auf Jesus heraus zu handeln beginnen. Heute und überall ...
Reinhard Schandl
Jesus macht es ihnen nicht einfach. Eigentlich hatten sie ja Recht. Die Ehebrecherin war auf frischer Tat erwischt worden und hatte sich damit - nach gängigem jüdischen Gesetz - das Urteil selbst gesprochen. - Eigentlich war alles klar. Nun aber steht die Frau vor Jesus und nicht vor Gericht. Und eigentlich geht es auch gar nicht um die Frau. Die Verantwortlichen der Synagogengemeinde wollen an Jesus heran. Es geht um ihn. Die Frau? - Mittel zum Zweck. Sie wird zum Sündenbock gemacht.
Das ist eine alte Tradition, die immer einwandfrei funktioniert: Wer zum Sündenbock erklärt wird, ist ja vielleicht nicht unschuldig, aber er oder sie bietet sich an, auch noch zur eigenen die Schuld der ganzen Umwelt auf sich zu nehmen. Die Idee des Sündenbocks ist uralt - wahrscheinlich noch älter als die Quelle, nach der sie bezeugt ist. Bereits im Alten Testament ist zwar nicht die Rede vom Sündenbock, aber doch vom Bock, der beladen und weggeschickt wird: Immer am israelitischen Versöhnungstag legte der Hohepriester einem unbescholtenen Ziegenbock alle Sünden des Volkes auf. - Rituell veranschaulicht durch eine Handauflegung. Danach wurde das arme Vieh - ganz wörtlich - in die Wüste geschickt und seinem Schicksal überlassen.
So geht das jetzt auch mit der Ehebrecherin. Der Buchstabe des jüdischen Gesetztes sollte ihr Schicksal werden. Jesus hingegen war dafür bekannt, dass er nicht rigoros ist - was ihm leicht als Laxheit in Sachen Gesetzestreue ausgelegt werden konnte. Und dann hätten sie sowohl die Frau als auch ihn überführt. Aber Jesus geht den linkischen Notablen der Gemeinde nicht auf den Leim. Er hält ihnen einen Spiegel vor, fordert sie heraus: "Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie." Worte, die weit über die Heilige Schrift hinaus bekannt sind. Jesus geht da auf dünnem Eis - denn aus der Sicht des Gesetzes haben sie wohl Recht, aber der Gottessohn diskutiert nicht über das Gesetz, sondern er hält ihnen ihre moralische Überheblichkeit vor. Es geht ihm nicht darum, ob die Phariäser Recht haben. Es geht ihm nicht um das Gesetz - es geht um die verstockten und überheblichen Herzen der Pharisäer. Die Pharisäer urteilen nicht zuerst nach dem Gesetzbuch, sondern sie moralisieren. Sie haben eine Meinung über die Frau und das Gesetz kommt ihnen in ihrer Meinung sehr entgegen. Hier hakt Jesus ein.
Natürlich sind sie berechtigt, an der Frau Kritik zu üben. Das aber kann nur tun, wer in aller Demut auch immer wieder festgestellt hat, dass er oder sie selbst auch nicht ohne Fehler ist. "Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie." Man kann diese knisternde Ruhe, in der Jesus da in den Sand schreibt, geradezu spüren. Jesus lässt seine Worte sich in aller Ruhe einsenken. Und sie wirken. Beschämt gehen die Moralapostel von dannen - weder an die Ehebrecherin noch an Jesus sind sie herangekommen. Ganz im Gegenteil: Sie sind auf der ganzen Linie gescheitert. Zum guten Schluss beendet Jesus die Situation mit einer deutlichen Unterscheidung von Recht und Moral, wenn er zu der Frau spricht: "Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!"
Diese Geschichte, die wir hörten, ist eine tendenziöse Geschichte. Oder nicht? Haben Sie sich nicht insgeheim solidarisiert mit Jesus und der Frau? Haben Sie nicht vielleicht doch ganz still und leise gedacht, was die Verantwortlichen der Synagogengemeinde für Fieslinge sind?
Und genau in dem Moment gehen wir dem Autor des Johannesevangeliums auf den Leim. Schauen wir auf das jüdische Gesetz, waren die Geistlichen durchaus nicht im Unrecht. Und in diesem Sinne bis zum Schluss gedacht wäre es ja geradezu unmöglich, ein richterliches Urteil zu fällen oder eine berechtigte Kritik auszusprechen, wenn das nur Menschen tun können, die absolut makellos sind. Auf welchen Menschen trifft es denn schon zu, was Jesus da fordert: "Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie." - Doch die Idee des Evangelisten ist es nicht, Richterstühle oder kritische Gespräche abzuschaffen. Die Kunstfertigkeit, die er einfordert, ist es, einander wahrzunehmen und anzuschauen - sehr wohl auch mit kritischen Augen, und dabei benennen und aussprechen zu können, was vielleicht nicht gut oder gar falsch ist, ohne aber in überhebliches Moralisieren zu verfallen. Die Synagogenverantwortlichen haben das nicht geschafft. Es ist eine wahrhaftig schwierige Kunst. Aber erst, wer diese Kunst beherrscht, kann mit anderen kritisch sein, ohne zu verletzen; kann andere auf Fehler hinweisen, ohne abzuwerten. Die Grundvoraussetzung dafür ist eine gute Beziehung zur eigenen Fehlerhaftigkeit.
In der heutigen Lesung macht der Apostel Paulus auf seine Art darauf aufmerksam, wie das gehen kann: "Nicht meine Gerechtigkeit will ich haben, die aus dem Gesetz hervorgeht, sondern jene, die durch den Glauben an Christus kommt, die Gerechtigkeit, die Gott schenkt aufgrund des Glaubens." Die Gerechtigkeit aber, die aus dem Glauben an Christus kommt, ist geprägt von Barmherzigkeit. Und der Glaube an Christus ist geprägt vom Vertrauen, dass ich diese Barmherzigkeit erfahren kann. Wer auf die Barmherzigkeit Gottes setzt, weiß sich angenommen mit allem, was er ist: mit seinen Stärken und Vorteilen und mit seinen Fehlern und Schwächen.
Paulus macht es ja vor: Seine Briefe, vor allem seine Mahnschreiben an die Gemeinden, sind geprägt von Fundamentalkritik am Verhalten der Gläubigen. Paulus nimmt kein Blatt vor den Mund. Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein, möchte man ihm zurufen. Aber Paulus weiß sich in seine eigene Kritik durchaus miteingeschlossen, sein kritisches Auge macht auch vor seiner eigenen Person nicht Halt. - Wer so in Demut zu seinen eigenen Grenzen stehen kann und um den Schmerz dieses eigenen Begrenztseins weiß, der findet auch einen angemessenen Zugang zu den Fehlern und zu der Begrenztheit seiner Nächsten.
Lassen wir uns in diesen Tagen vor Ostern auf diese wahrlich schwierige Herausforderung ein. Probieren wir uns aus und versuchen wir herauszufinden, wie es gehen kann, einerseits ehrlich und offen mit den Nächsten auch in kritischen Situationen zu sein, ohne andererseits verurteilend und abwertend zu sein. Möge die Barmherzigkeit Gottes da für unser eigenes Denken und Handeln Richtschnur, Wegweiser und Maßstab sein.
Jesus beruft Simon zum Menschenfischer, obwohl er weiß, dass er ein schwacher und sündiger Mensch ist. Daraus können wir auch für den Umgang mit gegenwärtigen Kirchenproblemen lernen: Es geht nicht um eine makel- und fehlerlose Kirche, auch nicht um mehr Effizienz. Es geht darum, dass wir lernen, als unvollkommene Menschen den Reichtum der Weisheit Gottes aus der Tiefe zu bergen und ins Leben einzubringen.
Den Untersuchungsbericht über sexuellen Missbrauch Minderjähriger, den die Erzdiözese München in Auftrag gegeben hat und am 20. Jänner 2022 vorgelegt bekam, hat nicht nur die Münchener Diözesanleitung schwer belastet. Er betrifft auch den emeritierten Papst Benedikt, dem schwerwiegende Fehler in seiner Amtszeit als Erzbischof von München vor 40 Jahren vorgeworfen werden. Seine schriftliche Stellungnahme dazu war nicht befriedigend. Mit Recht erwarten sich die von diesen Fehlern Betroffenen einen angemessenen Umgang mit den angerichteten Verletzungen und dem Leid. Die kirchliche und nichtkirchliche Öffentlichkeit fordert darüber hinaus eine glaubwürdige Strategie, derartige Missstände für die Zukunft zu verhindern. Dazu braucht es mehr als persönliche Entschuldigungen. Die größte Herausforderung ist wohl die Entwicklung erneuerter moraltheologischer Leitlinien, die uns helfen, Sexualität als positive Kraft in unser Leben zu integrieren.
Päpste treten in strahlend weißen Soutanen auf und symbolisieren damit Makellosigkeit ihrer Person und ihres Amtes. Sie erwecken so den Eindruck, dass eine solche Kirche keine Fehler machen kann. Man darf sich dann aber nicht wundern, dass der Papst und die übrigen Repräsentanten der Kirche von allen Seiten aufmerksam beobachtet werden und dass die Medien jede Unstimmigkeit anprangern. - Können Päpste Fehler machen?
Im Evangelium hörten wir von der Berufung des Simon Petrus zum "Menschenfischer". In dieser Erzählung wird uns ein Mensch vorgestellt, der weder perfekt noch fehlerlos ist. Trotzdem fordert Jesus ihn auf, ihm nachzufolgen. Später vertraut er ihm sogar die Leitung der jungen Kirche an. Petrus erlebt den unerwartet reichen Fischfang als ein Wunder, dessen er nicht würdig ist, und stammelt: "Geh weg von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr!" Jesus distanziert sich jedoch nicht von Petrus, obwohl er ihn besser kannte als dieser sich selbst. Jesus fordert ihn und seine Freunde auf, ihm nachzufolgen und wie er Menschen hinter sich zu sammeln, die sich von der Frohen Botschaft vom Reich Gottes ansprechen lassen. Sie lassen alles liegen und stehen und schlagen einen neuen Weg ein.
Das ist in den Evangelien nicht die einzige Erzählung, in der Petrus als ein mit Schwächen behafteter Mensch vorgestellt wird. Alle vier Evangelisten weisen mehrfach darauf hin, dass der Fels, auf den Jesus die Kirche gebaut hat, Schwächen und Fehler hat. Was für Petrus gilt, gilt auch für die Kirche als Ganze: Sie ist nicht die perfekte Gemeinschaft der Gläubigen, die keine Fehler machen. Sie hat es auch nicht nötig, an einem makellosen Image zu arbeiten. Sie ist nicht im Besitz einer perfekten Lehre, an der die ganze Welt genesen wird. Die Kirche erneuert sich immer wieder am Beispiel und an den Worten Jesu. In jeder Epoche muss sie um den ihre anvertrauten Weg neu ringen. Jede Formulierung ihrer Grundsätze und Wahrheiten ist nur vorläufig und muss ständig neu errungen werden.
In ihrer Suche nach Wahrheit ist die Kirche nicht allein unterwegs. Die verschiedenen Wissenschaften, aber auch Religionen und Weltanschauungen bemühen sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, sich ein immer besseres Bild von der Wirklichkeit zu verschaffen. In den letzten Jahrzehnten haben vor allem die Naturwissenschaften durch ihre Erkenntnisse unser Leben tiefgreifend verändert. Der Dialog mit ihnen vertieft und erneuert unseren Blick auf den Menschen und auf das, was für die ganze Welt gut ist.
Was können wir daraus für den Umgang mit der gegenwärtigen Kirchenkrise lernen, was kann uns aus der Krise herausführen?
Es wird nicht genügen, dass sich der Papst und einige Bischöfe entschuldigen und Zeichen der Wiedergutmachung setzen, so sehr dies zu begrüßen wäre. Es wird auch nicht genügen, wenn sie einige Grundsätze umformulieren und weitere Leitlinien veröffentlichen. Die Herausforderung ist viel größer und betrifft uns alle. Wir alle sind gefordert, unseren Umgang mit unseren Beziehungen und mit Sexualität aufbauend auf die Erkenntnisse der Humanwissenschaften neu am Evangelium von der Liebe Gottes und vom Reich Gottes auszurichten. Da haben wir auf viele Fragen noch nicht ausreichend befriedigende Antworten und Umgangsformen gefunden: Wie ermöglichen wir jungen Menschen, beziehungsfähig zu werden und ihre Sexualität in ihr Leben zu integrieren? Wie gehen wir mit Menschen mit gescheiterten Beziehungen um, wie mit Beziehungen von Menschen, mit besonderen Bedürfnissen, wie mit gleichgeschlechtlich Liebenden…? Wir werden auch neue Wege im Umgang mit Menschen, die sich an anderen verfehlt haben, finden müssen.
Die Aufforderung Jesu, auf den See hinauszufahren und die Netze auszuwerfen, wo es tief ist, gilt nicht nur für Petrus und seine Helfer damals, sie gilt auch uns heute: Aus der Tiefe es Reichtums und der Weisheit Gottes werden auch wir ungeahnte Schätze herausholen.
Gottesbegegnungen greifen tief in den Lebenslauf eines Menschen ein. Sie lösen Angst, Ehrfurcht aber auch Vertrauen und Ergebenheit aus. Es gilt, das rechte Verhältnis zu Gott zu finden. Gottesbegegnungen bleiben nicht ohne Folgen. Sie verändern das Leben der Betroffenen und werden als Berufung und Sendung erlebt.
„Heilig, heilig, heilig, heilig ist nur Er…“. Dieses Sanctuslied aus der Schubertmesse ist Ihnen sicher vertraut, das heißt: wir singen an manchen Sonntagen ein Stück aus Jes 6, bzw. ist dieser Text auch im Messbuch zu finden. Damit sind wir auch schon mitten in der 1. Lesung angelangt. Wir spüren in diesem Text deutliche Differenzen: auf der einen Seite der sündige Mensch, der Prophet Jesaja sagt sogar: „Ich bin verloren“ - dann kommen die Serafim (wörtlich übersetzt: die Brennenden), die alles wegbrennen, was im Menschen schlecht ist, und auf der anderen Seite die Vision des HERRN, der „auf einem hohen und erhabenen Thron saß. Der Saum seines Gewandes füllte den Tempel aus.“
Durch Jahrhunderte hindurch wurde dieses Bild sehr einseitig ausgelegt. „Strenger Richter aller Sünder, treuer Vater deiner Kinder, der du in dem Himmel wohnst, drohest, strafest und belohnst.“ So ein Kirchenlied aus dem 18. Jhdt. Es vermittelt das Bild eines Buchhaltergottes, ein Bild, das auf Angst aufbaut. Im neuen Gotteslob hat man diesen Text geändert. Gott und Jesus Christus sollten Vertrauen aufbauen. Damals: Gott als Der Schreckgespenst-Gott von damals ist heute oft ein Schulterklopfer-Gott geworden; alles ist nicht so schlimm… Im Heurigenlied heißt es: „Wir kommen alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind… Das sieht selbst der Petrus ein und sagt: Ich lasse euch gerne rein…“ Da fehlt wohl die entsprechende Balance.
In der Heiligen Schrift ist Gott der „ganz andere“, vor dem man erschrickt, also: „ehrfürchtiges Staunen“, Respekt… Ehrfurcht lehrt Demut, dass der Mensch zwar ein begrenztes Wesen, aber von Gott gewollt und geliebt wird. Im Begriff „Ehrfurcht“ steckt das Wort „Furcht“ als altes deutsches Wort, das wieder zu Missverständnissen führen könnte. „Ehrfurcht“ ist besser zu verstehen als permanente Freude über das Geschenk der Liebe Gottes und auch als Einsicht, nicht Gott selbst zu sein und Gott niemals ganz zu verstehen. Dazu gibt es die Schrift eines angelsächsischen Mönchs, dessen Name wir nicht kennen, der diesen Text am Ende des 14. Jhdts. verfasst hat mit dem Titel „Die Wolke des Nichtwissens“. Darin geht es um die Wolke, in die Mose am Gipfel des Berges Sinai eingehüllt ist. Er stellt fest, dass dieser Gott der „ganz andere“ ist, der Liebe ausstrahlt, sich zurückzieht, verhüllt, aber doch auch wieder zu den Menschen kommt.
Gott beruft und sendet. Das ist das durchgängige Thema aller Lesungen dieses Sonntags. Das tut er deshalb, weil er am Menschen Interesse hat, er ist „dazwischen“ (interesse heißt wörtlich übersetzt: „dazwischen sein“, „teilhaben“). Er nimmt teil, Anteil am Menschen und seiner Lebensgeschichte.
Jesaja erlebt seine Berufung in einer Art himmlischer Liturgie. Gott beruft den Menschen auf einmalige Weise, ganz persönlich. Abraham wird aus der Sicherheit seiner Existenz in die Unsicherheit berufen. „Geh' in das Land, das ich dir zeigen werde … Ich werde dich zu einem großen Volk machen“ (Gen 12,1). Gewissheit, Heilsgewissheit bringt das Wort Gottes.
Paulus wird berufen: „Er überliefert, er gibt weiter, was er empfangen hat.“ (1 Kor 15,3), somit das kürzeste dichteste Glaubensbekenntnis. All diese Berufungen sind zukunftsorientiert, nehmen alle Getauften in den Dienst, sind ein innerer Vorgang, damals und heute, letztlich nicht genau zu beschreiben. Es gibt nicht nur die Berufung zum Bischof, Priester, Diakon, es gibt auch die Berufung zur Ehe, zur Elternschaft. Ein gutes Beispiel dafür ist Petrus. Alle sind berufen. Diese Berufungen gilt es zu entdecken, etwa über die Begabungen. Gabe ist das, was Gott dir mitgibt. Es ist auch wichtig, die Berufung zur Nächstenliebe zu entdecken. Leben ist Berufung und Berufung sollte nicht mit etwas Außergewöhnlichem verbunden werden.
Lukas erzählt hier die Geschichte vom überreichen Fischfang ähnlich dem Johannesevangelium (Joh 21,1ff). Auch wenn manche Mühen zunächst vergeblich scheinen, Gott wird sie lohnen, das zeigt der überreiche Fischfang recht gut. Das Evangelium zeigt, dass Jesus mitten in dein und mein Leben kommt, genauso wie bei Simon, Jakobus und Johannes. Jeder hat in Gottes Geschichte seinen eigenen (Lebens)platz. „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin“ (1 Kor 15,10). Gott hat mit jedem von uns viel vor, anstrengend, aber unglaublich beglückend, deshalb: „Fürchtet euch nicht!“
Die Berufung der ersten Jünger wird von den Evangelisten sehr unterschiedlich geschildert. Die Darstellung des Lukas beschreibt die inneren Vorgänge, die mit dem Berufungserlebnis verbunden sind.
Bevor Petrus und die Söhne des Zebedäus alles verließen und Jesus nachfolgten, erlebten sie eine Begegnung mit Jesus, die sie tief betroffen machte. Tiefe Betroffenheit ist die Basis jeder Umkehr.
Eine ungewöhnliche Begegnung des Petrus mit Jesus, der ihn mit einem ungewöhnlichen Fischfang überrascht, führt zu seiner Berufung.
In allen drei Lesungen dieses Sonntags geht es um Berufungserzählungen. In ihnen zeigt sich Gottes seltsame Personalpolitik ohne Stellenanzeigen, Jobbörsen oder Auswahlverfahren. Dennoch haben diese Menschen Geschichte geschrieben. Sie begegnen uns in unseren liturgischen Feiern.
Petrus fährt gegen alle Erfahrung und Vernunft hinaus auf den See um neuerlich zu fischen. Was hat ihn verändert? Offenbar ging von Jesus eine Faszination aus, die ihm eine neue tragfähige Basis für sein Handeln eröffnet hat.
Als Akrasia bezeichnet die Wissenschaft das Verhalten des Petrus: Handeln wider besseres Wissen. Dieser Mensch tut etwas, obwohl er eigentlich eine andere Handlung für besser hält. Er verwirft seine bisherigen Wertmaßstäbe, handelt damit von außen betrachtet „verrückt“. - Warum tut Petrus das? - Warum tun dies Menschen? Darüber zerbricht sich die philosophische Disziplin der Handlungstheorie den Kopf, bereits seit der griechischen Antike mit Sokrates und Platon bis hinein in die Neuzeit. Hier veröffentlichte Donald Davidson im Jahr 1970 den bis heute beachteten Aufsatz: Wie ist Willensschwäche möglich?
Warum handelt Petrus gegen besseres Wissen und entgegen seiner eigenen Erfahrung?
Schauen wir noch mal ganz genau hin. Ort dieser Akrasia ist das Heilige Land, näherhin das Nordufer des Sees Genesareth.
In einiger Entfernung sehen wir Fischer. Sie kommen gerade vom nächtlichen Fang zurück. Erschöpft haben sie ihre Boote aus dem Wasser gezogen und schleppen sich nun selbst an Land. Mit ihren gesenkten Köpfen wirken sie enttäuscht: keine Beute in dieser Nacht. Hunger droht. Schließlich machen sie sich dran, ihre Netze zu säubern und zum Trockenen aufzuhängen.
Da nähert sich eine große Menschenmenge unserem Schauplatz. An ihrer Spitze ein etwa 30jähriger Mann. Ganz unvermittelt steigt er in ein Boot, das am Ufer liegt. Er spricht einen von den Fischern an. Etwas widerwillig rudert dieser mit ihm ein Stück auf den See. Von dort redet der Mann zur Menge.
Die Menschen am Ufer und hören aufmerksam zu. Nach der Rede passiert etwas Überraschendes: Fischer und Prediger unterhalten sich kurz. Das Boot fährt zurück. Doch der Fischer bleibt nicht, wie erwartet, mit seinem Passagier an Land. Kaum angekommen fordert er seine Berufskollegen auf, nochmals mit ihm hinaus zu rudern. Das verwundert: Denn die Sonne steht bereits hoch über dem See. Ein heißer Tag kündet sich an: Beileibe keine optimale Bedingung für einen guten Fang, zumal Fische Licht und Wärme meiden. Simon, der Berufsfischer hört auf einen dahergelaufenen Zimmermannssohn, fährt wider besseres Wissen und entgegen aller Berufserfahrung erneut los, um zu fischen. Kann das gut gehen?
Es muss wohl zunächst mit der Ausstrahlung dieses Mannes zusammenhängen. Jesus, der Wanderprediger versteht es meisterlich, Menschenmassen in Bewegung zu setzen und ihre Herzen in Bann zu ziehen. Als „Meister“ wird er deshalb von Petrus angeredet. Der trägt aber auch selbst, durch seine Persönlichkeit, seine Aufgeschlossenheit – vielleicht auch aus Neugier – dazu bei, dass er Jesu Charme erliegt und dann wider besseres Wissen, »ver-rückt«, handeln wird.
Simon lässt seine berufliche Erfahrung mit ihren klaren Gesetzmäßigkeiten hinter sich. Und auch seinen Frust über die vergebliche Arbeit und Mühe. Er lässt sich auf ein Wagnis ein. Bildlich gesprochen vertraut er jetzt einem neuen Netz, dem Beziehungsnetz zu Jesus. Das erweist sich als tragfähiger und ertragreicher als sein bisheriges Fanggerät, das Fischernetz. Sein Loslassen des Alten und sich einlassen auf Jesu Wort, bringen Dynamik in sein Leben: Der Fang, die große Menge gefangener Fische, sind nicht mehr wichtig. Sie werden buchstäblich zu einer Randerscheinung: „Gemeinsam füllten sie beide Boote bis zum Rand.“ Die bisherigen Netze und Werkzeuge werden überflüssig. Sie verkommen zur Randnotiz, tauchen im weiteren Verlauf unseres Evangeliums gar nicht mehr auf.
Ein anderes Netz erweist nun seine Tragfähigkeit: Das Netz zwischenmenschlicher Beziehungen. Jesus hat Petrus das Seil zugeworfen. Der hat es aufgefangen. Erschrocken über den großen und unerwarteten Erfolg, wirft er sich jetzt selbst seinem Herrn voll Ehrfurcht vor die Füße: „Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder.“
Die Situation gleicht einer klassischen Gotteserscheinung, wie in der ersten Lesung. Entsprechend verhält sich auch Jesus. Mit den Worten „Fürchte Dich nicht!“ richtet er das am Boden liegende Menschlein auf, gibt ihm seine Würde zurück und erteilt Auftrag und Sendung. Um Menschen zu fangen, braucht Petrus nun keine Hilfsmittel mehr. Getrost kann er alles zurücklassen. Ihn trägt jetzt das neue Netz, das Beziehungsnetz zu seinem Meister und Herrn Jesus. Der erweist sich als tragender Halt, als Gott. Im Blick auf ihn traut sich Simon endgültig seine sichere Existenz aufzugeben und als Felsenmann »Petrus«, Jesus nachzufolgen.
Haben wir selbst schon einmal in dieser Weise gehandelt? Gegen eigene Erfahrung und wider menschliches Wissen, dem Wort der Heiligen Schrift oder unserem Gewissen gehorcht? - Akrasia betrieben? - Was haben Sie dabei erlebt, wie ist es Ihnen ergangen?
Sich diesen Fragen zu stellen lohnt. Ich denke, auch Sie erinnern sich an Situationen, Zeiten in denen ich mich gegen meine eigene Erfahrung einfach fallen lassen muss: Wenn mir die Zeit davonläuft und ich mit meiner Art zu arbeiten einfach nicht mehr nachkomme; wenn plötzlich eine Krankheit mir das Steuer aus der Hand reißt und nur noch eine Auszeit heilt; wenn ich nichts mehr spüre von diesem Gott, der doch seine Nähe zugesagt hat. - Dann bin auch ich gefordert wie Petrus das gewohnte Ufer zurückzulassen und zu vertrauen, dass Jesu Wort trägt und das Netz des Glaubens hält. Masche für Masche webt sich so im Laufe der Jahre „ein Leben aus dem Glauben“.
Wie so ein Glaubensnetz des Lebens in der Geschichte aussieht, schildert uns eine Benediktinerin, Schwester Marcella Welte, in ihrem Gedicht:
Auf Dein Wort hin, Herr,
haben Menschen das Sinnlose gewagt.
Sie haben Anfänge gesetzt,
die von vornherein zum Scheitern verurteilt schienen ...
Auf Dein Wort hin
baute Noah die Arche,
und sie trug ihn über den Spott seiner Zeitgenossen,
noch bevor sie ihn über das Wasser trug.
Auf Dein Wort hin, Herr,
ging Abraham fort in das fremde Land.
Noch weiter ging er fort,
als er aufstand, um den Sohn zu opfern
und die Verheißung in Deine Hand zurücklegte ...
Auf Dein Wort hin, Herr,
sprach Maria ihr Ja
am Morgen der Verkündigung
und am Abend des Kreuzes.
In ihr traf sich das Ja aller Gerechten seit Anbeginn der Welt
und das Ja aller Bereitschaft bis zur Vollendung der Welt.
Auf Dein Wort hin
warf Petrus das Netz aus
und empfing Fülle und Verheißung.
In Deiner Kraft
ging er über das Wasser
und ließ sich führen, wohin er nicht wollte.
Auf Dein Wort hin, Herr,
verließen die Zeugen der alten Zeit und die Zeugen unserer Zeit ihr Leben,
und fanden es neu in Dir ...
Auf Dein Wort hin
und in Deiner Kraft
dienen sie, wo jeder nur das Seine sucht,
vertrauen sie, wo andere aufgeben,
kämpfen sie, wo kein Vorteil zu erwarten ist,
verzeihen sie, wo Feindschaft über sie fällt,
glauben sie, wo alles verzweifelt,
hoffen sie, wo nichts mehr zu hoffen ist,
lieben sie, wo niemand liebt.
In Deiner Kraft und auf Dein Wort hin, Herr.
will auch ich es wieder wagen, wider besseres Wissen,
vertrauend, dass das Beziehungsnetz hält, zwischen Dir und mir.
Amen.
(c) P. Rudolf Leicht CSsR, rudolf.leicht@redemptoristen.de
Liebe Christen der Pfarrei,
heute geht's nicht um den heißen Brei,
vielmehr will ich euch erzählen,
wie so manche sich recht quälen
und - wie Petrus mit den Fischen,
einfach - nichts erwischen.
Wie geht's mit unsrer Kirche weiter?
Diese Frage macht nicht heiter.
Eher scheint es aussichtlos,
denn die Beute ist nicht groß,
wenn wir, wie Petrus auf dem See,
zu Leuten sagen: "Geh!
Brich doch auf und mach mal mit,
in unsrer Kirch', das ist der Hit!"
Da gehen sie auf Tauchstation.
"Lass mir mei Ruh, ich habe schon...
... genug zu tun,
ich will mal ruhn!"
Liegt das an uns? Ist da kein Raum
für Menschen, die auf andres schau'n?
Das Netz bleibt leer -
Wo ist der Herr?
Wenn wir weiter denken,
unser Hirn verrenken -
ja, da fällt uns dann was ein:
an den Chefs da liegt's - das muss es sein!
Der Aufbruch des Konzils ist futsch,
das gab der Kirche diesen Rutsch.
Von nun an ging's bergab
und das in ziemlich schnellem Trab.
Da beißt kein Fisch mehr an,
die da oben, die haben das getan!
Verbohrt und unflexibel,
das ist das ganze Übel!
Wir könnten doch - wir müssten nur,
so hallt's in einer Tour!
Doch bewegen brauchen wir uns nicht,
denn das ist doch des Bischofs Pflicht!
Er und der Papst, die sollen's ändern,
dann erscheint die Kirch in neuen Gewändern!
Ja, vielleicht sollt sie sich maskieren,
dann müssen wir uns nicht genieren,
wenn manches ist nicht so modern,
wie viele es vielleicht gern hörn.
Doch einmal Hand aufs Herz!
Wie geht es uns mit einem Scherz?
Gehört der in die Kirch hinein?
Oder soll er lieber draußen bleib'n?
Strahlt aus uns Freude? Haben wir Humor?
Oder bleibt das draußen vor dem Tor?
Sind wir nur ernst, verbissen, steif,
dann ist die Zeit nicht reif
auf Menschen zuzugeh'n,
die eher abseits stehn.
Das richt' kein Papst, kein Bischof, Pfarrer, Diakon
Das ist unser Job: den richt'gen Ton...
... zu treffen, der im Ohr wohl klingt
und Menschen voll ins Schwingen bringt,
der sie begeistert und holt ein,
so dass sie sehn: "Hier ist gut sein!"
Allerdings vergiss es nicht und denk,
das zu schaffen ist Geschenk
von Gott dem Herrn, der uns bewegt
und dazu seinen Geist zu geben pflegt.
Oft scheint's verrückt aus unsrer Sicht,
doch trotzdem nimmt er uns in Pflicht
und trägt uns auf, hinaus zu geh'n
auch dort, wo wir wenig Chancen seh'n.
Wenn wir das Netz auswerfen und drauf hoffen,
dass wir was fangen - Gottes Tür steht offen.
Er sagt uns zu, bei uns zu bleiben,
egal, was und wie wir's treiben.
Hauptsache ist, dass wir was tun
und nicht in unsrer Trägheit ruhn.
Dann gilt, was er dem Petrus sagt:
"Von jetzt an wirst du Menschen fangen" - sei unverzagt!
In dieser Hoffnung geht heut raus,
verkleidet Euch, nehmt mit nach Haus,
die Freude ist's, die uns bewegt
und Kirche in die Zukunft trägt.
Das wünsch ich mir und uns zusammen
und sag: So ist es. Amen.
Mit herzlichen Grüßen Stefan Durner, Pastoralreferent im PV Flossing, Kirchenplatz 2, 84570 Polling, Email: stefandurner@web.de
Wer fühlt sich berufen? - Manche zögern bei dieser Frage. Sie kennen dazu einen Nachsatz: Berufen, morgen das Frühstück zu machen? Berufen, die Spülmaschine auszuräumen?
In den Lesung und im Evangelium begegnen uns Menschen, die merkten: Gott hat mich berufen und ich habe mich rufen lassen.
Wenn uns jemand auf Fehler und Schwächen aufmerksam macht, reagieren wir gerne mit dem Satz: So schlecht bin ich auch wieder nicht. Ähnlich reagieren auch manche Christen, wenn ihnen am Beginn eines Gottesdienstes ein Schuldbekenntnis abverlangt wird. Sie empfinden das als Abwertung ihrer selbst.
Wenn wir vor Gott hintreten, brauchen wir uns vor ihm nicht abzuwerten, vielmehr machen wir uns bewusst, dass wir auf seinen barmherzigen Blick auf uns angewiesen sind, und bitten wir ihn, dass er uns annehme, wie wir sind.
Jesus hat die Menschen, die ihm begegneten, trotz ihrer Fehler und Schwächen in seinen Freundeskreis aufgenommen und ihnen sogar zugetraut, am Reich Gottes mitzubauen. Um ihn sind wir nun versammelt und ihn rufen wir nun an:
Herr Jesus Christus,
um gut gehört zu werden, suchtest du Platz für deine Worte.
Du wähltest das Boot des Petrus.
Kyrie eleison.
In deinem Wissen um ihn konntest du sagen:
Folge mir nach.
Christe eleison.
Wenn wir heute deine Worte hören,
können sie uns unruhig machen oder ermutigen.
Kyrie eleison.
Herr, Jesus Christus,
du achtest nicht darauf, wie gut und erfolgreich wir sind.
Du richtest uns auf mit dem Trost Gottes.
Herr, erbarme dich.
Du lehrst uns, aus der Tiefe des Reichtums Gottes
zu holen, was uns satt macht.
Christus, erbarme dich.
Du berufst uns,
Menschen für das Reich Gottes zu gewinnen.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du willst auch uns der Grund sein,
auf dem wir festen Halt finden.
Herr, erbarme dich.
In deinem Evangelium erfahren wir Rettung,
wenn wir ihm folgen.
Christus, erbarme dich.
Wo wir nicht weiterwissen, verzagen oder versagen
kommst du uns mit deiner Gnade entgegen.
Herr, erbarme dich.
Gott, unser Vater,
wir sind dein Eigentum
und setzen unsere Hoffnung allein auf deine Gnade.
Bleibe uns nahe in jeder Not und Gefahr
und schütze uns.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB: 5. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
wir haben uns im Namen deines Sohnes
versammelt und rufen zu dir:
Erhöre die Bitten deines Volkes,
mach uns hellhörig für unseren Auftrag in dieser Zeit
und gib uns die Kraft, ihn zu erfüllen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 1. Woche im Jahreskreis
Wir danken dir, Herr, für das Große,
das du durch die Apostel
an deiner Kirche getan hast.
Höre auf ihre Fürsprache
und gib, daß sie der Kirche noch heute
durch ihre Lehre und ihr heiliges Wirken
Wegweiser und Führer sind.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Votivmesse von allen Aposteln
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast deinen eingeborenen Sohn
mit dem Heiligen Geist gesalbt
und ihn zum Herrn und Christus gemacht.
Uns aber hast du Anteil an seiner Würde geschenkt.
Hilf uns, in der Welt Zeugen der Erlösung zu sein.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
MB Chrisam-Messe
Herr, unser Gott,
du willst, dass wir dir allein dienen
und in allem dich suchen.
Lass uns treu bewahren, was uns anvertraut ist,
damit uns einst deine Fülle zuteil wird.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
WB 25. Sonntag im Jahreskreis C
Gott und Herr,
wenn du rufst, soll sich etwas verändern.
Unser Leben und etwas im Leben der Menschen,
mit denen wir zu tun haben.
Öffne unsere Ohren und Herzen,
und schenke uns Mut zur Antwort.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Wir kommen zu dir, Herr,
mit allem, was uns ausmacht.
Unsere Zeit verlangt uns viel ab,
im nahen Umfeld und in der ganzen Welt –
auch in unserer Kirche.
Wir stehen vor dir,
fühlen uns, als säßen auch wir in leeren Booten,
als würden wir rudern und rudern,
und machten doch „keinen Fang“.
Stärke uns in dieser Feier mit deiner Kraft,
deinem Wort und in dem Mahl,
zu dem du uns als Stärkung rufst.
Fülle du uns neu und sende uns. – Amen.
Herr Jesus Christus,
viele Menschen wollten deine Worte hören. Sie fühlten sich von dir verstanden und angenommen.
Wir bitten dich um deine Zeichen für Menschen in Not und auf dem Weg:
Dein Wort, o Herr, erfülle sie!
„Wohin gehöre ich“ fragen sich immer wieder Menschen.
Hilf ihnen durch ein ermutigendes Wort.
Die Jünger Jesu wechselten von der Arbeit als Fischer zu einem Dienst an dir. Immer mehr Menschen müssen sich neue Arbeit suchen, auch wenn sie bleiben wollen.
Schenke ihnen ein tröstendes Wort.
Ein König Herodes wollte dich kennenlernen. Er war nicht der einzige, der dies wollte.
Schenke allen auf dich Neugierigen dein einladendes Wort.
An vielen Orten beten Menschen für den Frieden und hören nur neue Gewaltnachrichten.
Schenke ihnen dein aufbauendes Wort.
Der Valentinstag kann für Menschen in Beziehungskrisen eine Qual sein.
Schenke ihnen dein klärendes Wort.
Sterbende werden bald in deinem Reich sein.
Sag ihnen dein erlösendes Wort.
Mit einem Liedvers bitten wir dich: „Sprich du das Wort, das tröstet und befreit und das mich führt in deinen großen Frieden.“ - Amen.
Im Vertrauen auf Gott in all dem, das uns Tag für Tag begegnet und unseren Einsatz erfordert, bitten wir ihn, den Dreieinen:
Für alle, die du als Getaufte, Priester oder Ordensleute berufst, deine Botschaft zu verkünden und an deinem Reich im Heute unserer Zeit mitzuarbeiten, dass sie deinen Ruf hören und ihm folgen.
Für eine Welt, in der die Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit groß ist, die Hoffnung darauf aber oft enttäuscht wird, und viele nach Wegen suchen, die Vergebung und Versöhnung wieder ermöglichen.
Für alle, besonders aber für jene Jugendliche, die an einem Wendepunkt ihres Lebens stehen und in der nächsten Zeit den Beistand deines Geistes bei ihren Entscheidungen für ihren weiteren Berufsweg brauchen.
Für uns selbst, dass wir hinter den Erfahrungen und Begegnungen des Lebens deine begleitende Nähe spüren und so in uns Hoffnung wächst, die uns auch das Schwere ertragen lässt.
Für alle, die du bereits aus dem Kreis der Lebenden in ihre ewige Heimat bei dir berufen hast, um deine Gnade und Barmherzigkeit.
Mit Jesus Christus, der mitten unter uns erschienen ist und mit seinem Geist mächtig unsere Lebenswelt durchwirkt, loben wir dich, den Vater und Schöpfer allen Seins, jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Guter Gott,
wir sind auf das angewiesen, was du uns zum Leben gibst.
Wir bitten dich:
Für alle Menschen, die hungern und nicht ausreichend Anteil am Reichtum der Schöpfung erhalten.
Für alle Menschen, die nach Wahrheit hungern und nicht wissen, wem sie vertrauen können.
Für Papst Franziskus, die Kardinäle, Bischöfe und Priester um den Mut, auch unangenehme Wahrheiten zur Kenntnis zu nehmen und notwendige Erneuerungen in die Wege zu leiten.
Für die Opfer kirchlichen Missbrauchs um Heilung der ihnen zugefügten Verletzungen.
Für alle Glieder der Kirche um die Kraft zu vergeben und sich auf einen konstruktiven Weg der Erneuerung einzulassen.
Für unsere Verstorbenen, besonders für jene, die durch die Kirche Unrecht erlitten haben, um Frieden und ewiges Leben.
Dein, Herr, sind das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit.
Dir danken und vertrauen wir. – Amen.
Die Erfahrung, dass Gott tatsächlich in unser Leben eingreift, verunsichert uns und macht uns betroffen.
Im Glauben an seine Macht und im Vertrauen auf seine unendliche Liebe und Weisheit überbringen wir ihm unsere Bitten:
Für deine Kirche, die du unabhängig von unseren Plänen, Vorstellungen und Gutdünken sicher durch die Zeiten führst.
Für eine Menschheit, die trotz aller technischen und wissenschaftlichen Errungenschaften oft machtlos den Folgen von Vulkanausbrüchen, Dürre- und Hochwasserereignissen, Hungerkatastrophen und Pandemien gegenübersteht.
Für alle, die nach einfachen Antworten in Esoterik oder Verschwörungstheorien für die Unsicherheiten und Probleme ihres Lebens suchen.
Für alle, die sich im Glauben vom eucharistischen Geschehen ergreifen lassen und so die Botschaft unserer Erlösung in Kreuz und Auferstehung lebendig erhalten.
Für unsere Verstorbenen, deren Tod uns immer wieder auf die Unbegreiflichkeit alles Daseins zwischen Entstehen und Vergehen und auf unsere eigene Nichtigkeit hinweist.
Auch wenn unsere menschlichen Worte nicht ausreichen deine Herrlichkeit zu ehren und zu preisen, wollen wir dir unseren Dank und unser Lob jetzt und allezeit darbringen. - Amen.
Wer sich dessen bewusst ist, wie sehr er selbst der Barmherzigkeit Gottes bedarf,
wird sich auch eher seinen Schwestern und Brüdern gegenüber barmherzig verhalten.
So lasst uns miteinander und für einander beten:
Um Menschen, die deinen Ruf hören
und es im Bewusstsein ihrer Schwächen trotzdem wagen,
ihr Leben als Priester oder Ordensleute in deinen Dienst zu stellen.
Um weltweite Solidarität und selbstlose Einsatzbereitschaft
für friedvolle Lösungen in den arabischen Ländern.
Um Ärzte und Pflegende, die selbst schon Krankheiten und seelische Verletzungen erfahren haben
und dadurch heilendes Mitfühlen ihren Patienten entgegenbringen können.
Um einen dankbaren Blick auf unsere eigene Berufung zum Christsein
und den Wunsch so leben zu können,
dass sich andere zu Christus hingezogen fühlen.
Um deine Barmherzigkeit für unsere Verstorbenen.
(Heute beten wir besonders für …)
Herr, du berufst immer wieder Menschen zum Dienst an ihren Schwestern und Brüdern.
Führe sie durch deinen Geist,
dass sie sich von dir zum Heil der anderen in Dienst nehmen lassen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn und Bruder. - Amen.
Herr, unser Gott,
du hast Brot und Wein geschaffen,
um uns Menschen in diesem vergänglichen Leben
Nahrung und Freude zu schenken.
Mache diese Gaben zum Sakrament,
das uns ewiges Leben bringt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 5. Sonntag im Jahreskreis
Erhöre uns, allmächtiger Gott.
Du hast uns durch dein Wort
zum Zeugnis eines christlichen Lebens berufen.
Reinige uns durch dieses Opfer
und stärke uns zum Kampf gegen das Böse.
Darum bitten wir im Heiligen Geist
durch Christus unseren Herrn.
MB 5. Fastensonntag
Gott, unser Vater,
schenke uns den Heiligen Geist,
mit dem du am Pfingstfest die Apostel erfüllt hast.
Er lehre uns, dein Wort zu verstehen,
das sie uns verkündet haben;
er helfe uns,
das Opfer des Lobes zu deiner Ehre zu feiern.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Votivmesse von allen Aposteln
Gott,
nachdem dein Sohn Jesus vom Boot des Petrus aus gepredigt hatte,
erlebte dieser einen reichen Fischfang.
Segne die Gaben von Brot und Wein,
damit auch wir den Reichtum deiner Liebe erfahren,
wenn wir sie als Sakrament empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Engel rühmen dich, Herr.
Ihr Lobgesang kennt kein Ende.
Heilig bist du.
Aber aus unseren Händen
nimmst du an, was wir dir bringen können,
Brot und Wein,
unser Leben.
Die Freude und den Schmerz,
die Verzagtheit und die Träume.
Sprich du das Wort,
das alles verwandelt.
Brot und Wein,
unser Leben.
Du schenkst uns Leib und Blut unseres Herrn.
Mit ihm sind wir verbunden.
Von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Kehrvers:
Dir sei Preis und Dank und Ehre.
(GL 670,8)
Guter Gott, wir danken dir für die Güte und Liebe,
die du deinem Volk entgegenbringst.
Kehrvers:
Einst hast du Propheten berufen,
dass sie die Menschen an deinen Bund erinnern
und Gerechtigkeit und Barmherzigkeit einfordern.
Kehrvers:
Jesus, deinen Sohn hast du gesandt,
um durch ihn deinen Willen kundzutun
und deine Liebe zu allen Geschöpfen zu offenbaren.
Kehrvers:
Er hat Jünger in seine Nachfolge gerufen,
damit auch sie das Heil verkünden,
das du allen Völkern zugedacht hast.
Kehrvers:
Durch sie sind auch wir zur Erkenntnis deiner Wahrheit gelangt
und haben wir Anteil erhalten am Reich der Gerechtigkeit und des Friedens.
Kehrvers:
Dafür danken wir dir
und preisen wir dich mit der ganzen Schöpfung.
Danklied, z. B.: Loben den Herren, den mächtigen König der Ehren...
(GL 392)
Wir danken dir, heiliger, starker Gott.
Du lenkst die Geschicke der Welt
und sorgst für jeden Menschen.
Du versammelst uns zu einer Gemeinschaft,
damit wir alle dein Wort hören
und deinem Sohn im Glauben folgen.
Er ist der Weg - auf diesem Weg gelangen wir zu dir;
er ist die Wahrheit - sie allein macht uns frei;
er ist das Leben und erfüllt uns mit Freude.
Darum danken wir dir, Vater, für deine Liebe,
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Wir stimmen ein in den Gesang der Engel
und bekennen zum Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn hast du die Kirche
auf das Fundament der Apostel gegründet,
damit sie bis ans Ende der Tage fortbestehe
als Zeichen deiner Heiligkeit
und allen Menschen die Botschaft des Heiles verkünde.
Darum preisen wir das Werk deiner Liebe
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Apostel 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn er hat Großes an uns getan:
durch seinen Tod und seine Auferstehung
hat er uns von der Sünde
und von der Knechtschaft des Todes befreit
und zur Herrlichkeit des neuen Lebens berufen.
In ihm sind wir ein auserwähltes Geschlecht,
dein heiliges Volk,
dein königliches Priestertum.
So verkünden wir die Werke deiner Macht,
denn du hast uns aus der Finsternis
in dein wunderbares Licht gerufen.
Darum singen wir
mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten
und mit all den Scharen
des himmlischen Heeres den Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 1
Im Vater unser beten wir: Dein Reich komme!
Was können wir und was sind wir bereit dazu beizutragen?
Lasst uns beten, wie der Herr und zu beten angeleitet hat..
Herr Jesus, wir bitten dich um Frieden;
um Frieden, den andere bei uns spüren, weil du in uns wirkst.
So bitten wir: Herr, Jesus Christus…
Der Gott
der uns gerufen hat ihm nachzufolgen
sei mit uns und segne uns
er gebe uns den Atem seiner Freiheit
und den Mut zum Aufbruch
Er begleite unser Ja mit seinem Segen
auf dass wir gelöst und zuversichtlich
unsere Wege gehen
hin zu unseren Nächsten
zu denen, die auf uns warten
Er gebe uns Freude am Tun und am Lassen
und lasse uns achtsam sein
mit allem
was klein und schwach und unbedeutend scheint
Er segne uns jetzt und alle Tage
und begleite uns mit seinem wohlwollenden Blick
Er, der liebende Gott
uns zugewandt wie Vater und Mutter
Jesus, der uns Bruder und Freund geworden ist
und beider Geist, der uns antreibt zur Liebe
Barmherziger Gott,
du hast uns teilhaben lassen
an dem einen Brot und dem einen Kelch.
Laß uns eins werden in Christus
und Diener der Freude sein für die Welt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 5. Sonntag im Jahreskreis
Gott und Vater,
im heiligen Mahle, das wir empfangen durften,
hat sich auf neue Weise
das Wort des Apostels erfüllt:
Jesus, dein Sohn, lebt in uns.
Wir danken dir, daß du ihn uns geschenkt hast.
Steh uns bei, damit wir ganz für ihn leben
und einst ewig vollendet werden in ihm,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Schlussgebete zur Auswahl 14
Herr,
wir haben den Leib und das Blut deines Sohnes empfangen.
Führe uns durch deinen Geist,
damit wir uns nicht nur mit Worten zu dir bekennen,
sondern dich auch durch unser Tun bezeugen
und den ewigen Lohn erhalten in deinem Reich.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 9. Sonntag im Jahreskreis
Gott im Himmel,
dein Ruf, in diese Feier zu kommen,
hat uns Wichtiges hören lassen.
Der Empfang des Leibes deines Sohnes hat uns Kraft gegeben.
Dafür danken wir dir und hoffen,
dass diese Gaben in unserem Leben fruchtbar werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Herr, Jesus Christus,
wenn wir jetzt in die neue Woche gehen,
dann lass auch uns deinen Zuspruch mit nach Hause nehmen
„Fürchte dich nicht!“.
Macheuns bereit,
dir auch in diesen schwierigen Zeiten zu folgen.
Stärke in uns das Vertrauen,
dass du, mit dem Vater und dem Hl. Geist, mit uns bist,
jetzt und alle Zeit. – Amen.
Gott schenke euch seinen Segen,
denn er rief euch ins Leben. - Amen.
Gott schenke euch seinen Segen,
denn die Worte Jesu gestalten euer Leben. - Amen.
Gott schenke euch seinen Segen,
denn sein Geist wirkt in euch. - Amen.
Und der Segen des allmächtigen und liebenden Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
begleite euch durch diese Woche. - Amen.
Es gibt einen
fischenden Petrus
Es gibt einen
nochfolgenden Petrus
Es gibt einen
zweifelnden Petrus
Es gibt einen
sinkenden Petrus
Es gibt einen
leugnenden Petrus
Es gibt einen
zuschlagenden Petrus
und dieser Petrus
ist Fels für die Kirche
H. Gub in: elemente, Würzburg 1991.
In der Tiefe
spielt es sich ab …
das Leben
das Kribbeln
die Freude
die Ent-Täuschung
der Schmerz
die Hoffnung
die Heilung
die Angst
das Sehnen
das Angesprochen-sein
Es zieht Kreise
das WORT
der BERUFUNG
für das Eigentliche
des Lebens
es kreist in der Tiefe
dort
krönt sich
die Mühe des Tagewerks
dort überrascht Gott
mit Fülle
Unfassbar
was dann ‚auftaucht‘!
Wo sollte er nur hin, bei diesem Sauwetter.
Unterschlupf zu finden wurde immer schwieriger.
Nirgends wurde er geduldet;
er, der stadtbekannte „Penner“, der Versager, der…
Seinen Namen kannten sie nicht,
aber sie gaben ihm viele Namen – unschöne Namen.
Als er es nicht mehr aushalten konnte,
da blieb nichts mehr,
er wagte es einfach und öffnete die Kirchentür.
"Wenn schon, denn schon", dachte er
und ging bis zur ersten Bank und setzte sich.
Sofort spürte er die bohrenden Blicke der drei betenden Menschen in seinem Rücken.
So harrte er einige Zeit aus.
Mit einem Mal nahm er einen Mann in Wanderkleidung wahr.
Dieser ging ruhigen Schrittes durch die Kirche
und schaute sie sich in Ruhe an.
Dann begegneten sich ihre Augen
und der Wanderer trat auf ihn zu.
„Beeindruckende Kirche“, sagte er
und blieb vor dem Mann stehen.
„Ja“, antwortete dieser.
„Aber eigentlich bin ich hier, um mich etwas aufzuwärmen.
Habe mit dem hier“
- er deutete mit den Armen einmal durch den Kirchenraum,
„nicht viel am Hut.
Zuviel enttäuscht worden“,
meinte er knapp.
Sie schwiegen beide einen kurzen Moment.
„Spüre auch,
ich bin hier nicht erwünscht.“
Der Wanderer nickte.
„Ja“, meinte er,
„alles wirklich schön,
aber auch in Stein gemauert,
festgefahren, traditionell und unbeweglich.
Ob hier wirkliches Miteinander gelebt wird? –
Ich meine, so, dass einer vom anderen weiß?“
Beide schwiegen wieder.
„Bist wohl auch viel unterwegs?“ fragte der „Penner“.
„Ja, bin auf der Wanderschaft,
um von der Liebe meines Vaters zu allen Menschen zu erzählen.
Ich meine, von seiner bedingungslosen Liebe
– die allen gilt, besonders den Bedürftigen.
Viele halten mich für einen Spinner.“
Wieder entstand ein Schweigen.
– Ein gutes Schweigen.
„Meinst du, ich könnte dich ein Stück begleiten?“,
fragte der Mann den Wanderer.
„Weißt du, ich bin nämlich auf der Suche nach dem Ort,
an dem ich mich bergen kann.“
„Das würde mich sehr freuen“,
antwortete der Wanderer.
„Verrätst du mir deinen Namen?“
„Ja, gerne. Mein Name ist Jesus
– und wie heißt du?“
„Hannes nennen mich alle.
Doch eigentlich Johannes.“
„Ach, das trifft sich gut,
den Namen kann ich mir gut merken.
Einer meiner engsten Wegbegleiter heißt auch so.
Er ist so treu wie Gold, auch in schwersten Zeiten.“
Beide schauen sich wieder in die Augen.
„Stört es dich nicht - rieche etwas streng.“
„Ach, weißt du, als ich meine ersten Weggefährten fand, waren sie Fischer.
Sie rochen nach Fisch und Schweiß,
hatten Schwielen an ihren Händen
und trugen abgerissene Arbeitskleidung.
- War schon gewöhnungsbedürftig.
Aber ich spürte,
genau sie, so wie sie sind, bedarf ich,
meine Botschaft zu verkünden.“
Nochmal entstand Schweigen.
Dann sagte Jesus:
„Komm, wir gehen und suchen den Ort,
an dem man dich und mich ernst nimmt.“
Ob sie ihn finden - diesen Ort???
Beatrix Senft, 2022.
Der Skandal um Delikte sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche hat eine neue Stufe erreicht. Nicht nur Bischöfe und Kardinäle, auch der emeritierte Papst Benedikt XVI. ist ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Er steht als „Symbolfigur der Vertuschungskirche“ da. Juristen, die das Missbrauchsgutachten für die Erzdiözese München und Freising erstellt haben, werfen ihm indirekt vor, gelogen zu haben.
mehr...
Jan-Heiner Tück in der Tageszeitung Die Presse am 25.01.2022.
Seit Ratzingers Zeit als Bischof hat sich vieles verbessert, nicht nur in der Kirche. Aber in einem wichtigen Punkt sind wir – als ganze Gesellschaft – noch eher ratlos.
Es ist verständlich, dass sich die Medien auf die vier Missbrauchsfälle konzentrieren, bei denen ein Gutachten dem späteren Papst Benedikt ein nicht adäquates Vorgehen als Bischof vor 40 Jahren vorwirft. Es ist auch wichtig und richtig, Verantwortung einzumahnen. Auch wenn offenbleibt, wie zutreffend eine Auswertung oft recht dürrer Akten nach Jahrzehnten überhaupt sein kann. Man stelle sich ein Gutachten vor, dass im Jahr 2064 untersucht, wer bei unserer Pandemiebekämpfung versagt hat.
Und wie viel Erzbischof Ratzinger wusste oder nicht – die Verantwortung für eine inadäquat handelnde Institution hatte er in jedem Fall. Wie so viele Bischöfe, Landesschuldirektoren, Heimleiter, Sportfunktionäre, Vereinspräsidenten usw. seiner Zeit. Missbrauch sah man weithin viel zu harmlos, auch im aktuellen Gutachten liest man das: Da befürwortet eine bayerische Schulbehörde den Einsatz eines verurteilten Täters, wenn auch nur in der Privatschule. Eine Pfarrgemeinde hat die Hauptsorge, dass der Pfarrer ihre Buben zu Homosexuellen „verderben“ könnte. Immer fehlt das Bewusstsein, dass Betroffene traumatisierte Opfer sein können.
Die relevante Frage scheint mir zu sein: Haben wir seitdem gelernt, dem Leid der Betroffenen gerecht zu werden? Und: Was können wir noch tun, um Missbrauch zu verhindern? Viel ist geschehen: Enttabuisierung und Transparenz, empathisches Hören auf Betroffene, Ombudsstellen, Präventionsbeauftragte, Klasnic-Kommission . . . Und doch bleiben noch Hausaufgaben. Etwa, dass wir – alle miteinander – immer noch nicht wissen, wie wir mit Tätern nach verbüßter Strafe umgehen sollen.
Der Kirche könnte dabei ein Disziplinarrecht helfen, wie es Ärzte oder Anwälte haben, das den weiteren Einsatz (oder Nichteinsatz) regelt. Das kirchliche Strafrecht ist ja immer noch fast ausschließlich ein Beugerecht: Es zielt darauf ab, dass jemand ein unrechtes Tun beendet (für Vergeltung von Unrecht ist, auch für Priester, das staatliche Strafrecht da). Eine abgeschlossene und bereute Tat ist also so, als hätte sie nie stattgefunden. Das ist christliche Vergebung – aber kein Modell für den Personaleinsatz.
Letztlich hat aber die ganze Gesellschaft das Problem, dass das Recht auf einen Neuanfang im Konflikt mit der Rückfallsgefährlichkeit von Sexualstraftätern steht. Zwischen einer naiven Hoffnung auf das reine Herz des geläuterten Täters und dem Ruf nach Wegsperren auf immer gibt es noch keine allgemein anerkannte Lösung. Sie zu finden wäre wichtiger als die Frage, ob auch Ratzinger damit überfordert war.
Der Autor war stv. Chefredakteur der „Presse“ und ist nun Kommunikationschef der Erzdiözese Wien.
Michael Prüller in der Tageszeitung Die Presse am 22.01.2022.
Auf dein Wort hin …
Werde ich
mich in meiner Routine
unterbrechen lassen?
Werde ich
inne halten und überdenken
was mich am Weiterkommen
hindert?
Werde ich mich tiefer
auf dich einlassen
MEINE Vorstellungen von Erfolg
zu verlassen
um deine Verheißung zu erfassen?
Wo es tief ist
wird Er-Füllung erfahrbar
unfassbar
Tief unten
und
auf der anderen Seite
Schon mal ausprobiert
die Sichtweise zu wechseln?
Dem
der mich in die Tiefe führt
und mir die Augen öffnet
der mit meinen Fähigkeiten
etwas an-fangen will
dem
will ich folgen!
Zu den markanten Entwicklungen der vergangenen dreißig Jahre gehört die hohe Bedeutung der mikrosozialen Lebensbereiche: Die persönliche Lebenszufriedenheit ist hoch wie nie, die Familie seit dreißig Jahren der wichtigste Lebensbereich, Freunde und Freizeit werden wichtiger. Arbeit verliert an Bedeutung, Religion ebenso und Politik hat eigentlich nie richtig Relevanz als Lebensfeld erlangt.
Während die Bedeutung von Arbeit zurückging, steigen die Ansprüche an den Beruf und dessen Balance mit dem Privatleben. Gute Bezahlung ist das wichtigste Kriterium, dahinter folgt der Wunsch nach angenehmen Arbeitszeiten. Das Gefühl, etwas zu erreichen, die Möglichkeit, eigene Initiative zu entfalten oder ein Beruf mit Verantwortung sind für rund die Hälft e der Befragten wichtig.
Hinsichtlich der Erwartungen an eine gute Ehe oder Partnerschaft werden Treue und "Kinder" konstant als die beiden wichtigsten Faktoren genannt. Seit 1990 gestiegen ist die Wichtigkeit einer guten ökonomischen Basis einer Partnerschaft. Aus Sicht der ÖsterreicherInnen sollen Kinder im Elternhaus vor allem Verantwortungsgefühl und gute Manieren, Toleranz und Unabhängigkeit lernen.
Die Geschlechterrollenvorstellungen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich von traditionellen Rollenbildern entfernt. Dennoch stehen zwei Drittel bis die Hälfte der Männer und Frauen einer Berufstätigkeit von Frauen und vor allem Müttern skeptisch gegenüber.
Auszug aus einem Vortrag Christian Friesls auf der ÖPT 2019 in Salzburg.
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Und WAS sagt Gott dazu
zu den Meldungen
des Tages
zum Gerede der Leute
zum Streit über die Asyldebatte
zur Ausbeutung von Menschen
zu den täglichen Skandalen
„Das Volk“
rund um Jesus
wollte
das Wort Gottes hören
Was sagt ER
zur „Lage der Nation“
zu den Fragen des Lebens
und
des Glaubens
Wen interessiert das
heute
was Gott dazu zu sagen hat
ER spricht -
hörst DU
IHN
Das Volk
drängte sich um Jesus
drängende Frage
wohin drängt es dich
mit deinen Fragen?
Teilhabe an der himmlischen Liturgie
Bereits die älteste melodische Fassung des Sanctus, eine Fortsetzung der wochentäglichen Präfationsmelodie, macht den ursprünglich sehr engen Zusammenhang zwischen diesen beiden Abschnitten deutlich: Mit der Sanctus-Akklamation wird die Präfation lediglich weitergeführt.
Die Ursprünge dieses Gesangs lassen sich nicht mehr ganz erhellen. Es fehlt zwar im Eucharistiegebet des Hyppolyt, scheint aber bereits um die Wende zum 1. Jh. ein Bestandteil des allgemeinen (nicht unbedingt des eucharistischen) Gebetsguts gewesen zu sein, wenngleich es in den orientalischen Kirchen erst seit dem 4., in der Westkirche sogar erst seit dem 5. Jh. nachweisbar ist.
Der Wortlaut ist der Berufungsvision des Jesaja entlehnt (Jes 6,2f), erfährt aber einige bedeutsame Abwandlungen…
Das Deus ist in beiden Texten bereits eine Ergänzung gegenüber dem alttestamentlichen Original.
Das Sabaoth - Heerscharen - bleibt in der liturgischen Fassung unübersetzt; es bezieht sich nicht nur auf die Engelscharen, sondern auf alle Geschöpfe und Wesenheiten des Sechstagewerks (Gen 2,1).
Durch die direkte Anrede des tua wird der Gebetscharakter verstärkt.
Wesentlich ist die Einbeziehung von caeli et terra - Himmel und Erde - in den Lobpreis, und zwar in sämtlichen christlichen Liturgien (und offenbar nur in diesen!). Sämtliche Engelschöre, die ganze militia coelestis exercitus, ist darin vereinigt. Vor allem in orientalischen Liturgien wurde diese Vorstellung breit ausgemalt.
Herausgehoben ist das Sanctus durch den Aspekt der Teilhabe der irdischen Liturgie an der himmlischen Liturgie im Neuen Jerusalem (vgl. Offb), das der wahre Ziel- und Heimatort der irdischen Kirche ist. Denn das eröffnende Sanctus, das auf die lobpreisenden Seraphim anspielt, will mehr sein als bloße Erinnerung: Die singende Gemeinde stimmt vielmehr in die Chöre der Engel selbst mit ein, von denen man außerdem glaubte, dass sie sich während des Messopfers um den irdischen Altar versammeln bzw. die gewandelten Opfergaben zu Gott emportragen würden.
Erst in der Deutschen Messe von Martin Luther ist die Teilhabe durch eine reine, wenngleich bildgewaltige Memoria ersetzt worden: Mitgesungen wird nicht mehr das "Heilig, heilig, heilig" der Engel, sondern vorgetragen wird eine Paraphrase der ganzen Berufungsvision! An die Stelle der Einstimmung ist eine Nacherzählung getreten.
Fortgesetzt wird das Sanctus mit dem Benedictus-Ruf, der dem Neuen Testament entnommen ist:
Hosanna in excelsis!
Offenbar auch angeregt durch Ps 117,25f:
O domine salvum me fac ... benedictus qui venit in nomine Domini.
Im evangelischen Grundtext ist das qui venit präsentisch gemeint.
Vom Gesang der Laien zum Gesang der Schola
Dass die ganze Gemeinde das Sanctus singt, war in der Alten Kirche selbstverständlich. Noch im Liber Pontificalis findet sich eine Vorschrift Sixtus' I. von 530 (Duchesne 1886/92, Liber pont. I, 128). Anfang des 7. Jh. wird jedoch im römischen Festgottesdienst der Gesang bereits von einer Schola vorgetragen (Ord. Rom. I, Andrieu 1931-1961 II, 95, PL 78, 973).
In der fränkischen Liturgie behielt man den Volksgesang und eine schlichte, mehr rezitativische Melodie an dieser Stelle zunächst bei (Caesarius von Arles, Serm. 73,3; PL 39, 2277). Noch im 12. Jh. erscheint das Sanctus als gemeinsamer Gesang von Laien und Priester (Hildbert von Le Mans, Versus de mysterio missae, PL 171, 1182. Honorius Augustod., Gemma an. I, 42, PL 172, 556D). Auffällig ist die Erwähnung der Orgel in diesem Zusammenhang, die sich an dieser Stelle offenbar nicht auf die reine Begleitfunktion beschränkte; üblich wurde seit dem 13. Jh. auch das dreimalige Schellen der Messglöckchen (Sicard von Cremona, Mitrale III, 6, PL 213, 123D. Durandus, Rationale IV, 34, 10).
Mit der Zuweisung dieses Gesangs an die assistierenden Kleriker kündigt sich freilich auch hier eine Verschiebung an (Robert Paulus, De caeremoniis II, 24, PL 177, 425). Im Zuge neuer, komplizierterer Melodien, ausgreifender Tropierung und schließlich der Einführung der Mehrstimmigkeit auch an dieser Stelle ging der Gesang dann an den Sängerchor über.
www.uni-muenster.de
Das deutsch "Sanctus"
Jesaja, dem Propheten, das geschah,
Daß er im Geist den Herren sitzen sah
Auf einem hohen Thron in hellen Glanz,
Seines Kleides Saum den Chor füllet ganz.
Es stunden zween Seraph bei ihm daran,
Sechs Flügel sah er einen jeden han,
Mit zween verbargen sie ihr Antlitz klar,
Und mit den andern zween sie flogen frei,
Gen ander rufen sie mit großem Gschrei:
Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth,
Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth,
Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth,
Sein Ehr die ganze Welt erfüllet hat,
Von dem Geschrei zittert Schwell und Balken gar,
Das Haus auch ganz voll Rauchs und Nebel war.
Martin Luther: "Deutsche Messe und Ordnung des Gottesdienstes", 1526.
http://www.martinschlu.de/kulturgeschichte/renaissance/frueh/luther/lieder/jesajadempropheten.htm
Melodie (herunterladen als PDF):
http://www.luther-gesellschaft.de/assets/pdf/lieder/jesaja_dem_propheten_das_geschah.pdf
Von Boot aus predigt er den Vielen. Ach, denkt der Pastor, die Kanzel hat was. Jesus sitzt wahrscheinlich im Bug des Schiffes, lässt sich von den Wellen schaukeln, über ihm die Weite des Himmel, vor ihm der Strand. Bilder von Urlauberseelsorge, inszenierten Piratenfahrten und Strandgottesdiensten tauchen auf vor des Pastors inneren Augen.
Jetzt aber kämpft er sich weiter durch seine Predigt, die ganz bei Petrus gelandet ist.
Dem fühlt er sich nah, so viel vergebliche Mühe in der Nacht und kaum noch Kraft jetzt am Tag.
Was aber sagt Jesus ihm? Fahr hinaus auf die Tiefe.
Es ist, als sei das ein Sinnbild für das Leben schlechthin: Gib nicht auf, schürfe tiefer, fische frischer, verlass dich nicht auf eigene Weisheiten, vertraue dich jemand anderem an.
Kanzelgedanken eines Schwermütigen - Predigt zu Lukas 5,1-11 von Stefan Henrich.
http://predigten.evangelisch.de/predigt/kanzelgedanken-eines-schwermuetigen-predigt-zu-lukas-51-11-von-stefan-henrich
Was verstehe ich unter "Masterplan"? Es ist nicht ein billiges Wortspiel, wenn ich darunter zuerst den Plan verstehe, den der Meister, unser Herr, selber mit uns hat. Wenn wir nicht Seinen Plan zu verwirklichen suchen, mühen wir uns umsonst. "Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut" (Ps 127,1). Wer sagt uns aber, was Sein Plan für uns, Seine Kirche heute ist? Wie wird das konkret? Wie soll es weitergehen? Vorweg sei ein Missverständnis abgewehrt: Sobald ich von "Mission" oder gar "Neuevangelisierung" spreche, kommt immer wieder der Einwurf: Das tun wir doch längst! Ist nicht heute fast jedes Taufgespräch, jede Erstkommunion- und Firmvorbereitung "Mission pur"? Tun wir das nicht längst schon, was jetzt als etwas Neues angepriesen wird? Ja, wir tun es, mit großem Einsatz, mit einem Erfolg, den letztlich nur Gott kennt, und mit unermüdlicher Bereitschaft, Jahr für Jahr unter schwieriger werdenden Verhältnissen neu zu beginnen. Ich kann dafür nicht genug danken.
Unter dem Begriff "Masterplan" verstehe ich kein fertiges Rezept, das ich in der Tasche haben kann. Uns geht es darum, dass wir gemeinsam neu und frisch dem Herrn selber die Frage stellen: Was willst Du, das wir tun sollen? Deine Kirche ist ja kein Selbstzweck! Was sagst DU uns durch die vielen Suchenden? Wie lässt DU uns Deinen Herzschlag im Leben so vieler vernehmen, die nicht in unseren Kerngemeinden sind? Willst DU uns nicht zu einem Umdenken, einer Umkehr führen? Rufst DU uns nicht, uns neu hinter DICH zu stellen und DIR nachzufolgen? Denken wir nicht allzu oft in allzu menschlichen Kategorien, sodass Jesus zu uns wie zu Petrus energisch sagen muss: "Du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen" (Mt 16,23)?
Ich frage mich selbstkritisch: Träume ich nicht insgeheim von der Gestalt der Kirche, die ich in meinen jungen Jahren erlebt habe? Hoffe ich nicht doch insgeheim, dass es irgendwie gelingen muss, der Kirche wieder Ansehen, Akzeptanz, Beliebtheit und greifbaren Erfolg zu verschaffen? Bin ich bereit, zur heutigen Situation wirklich ja zu sagen? Sie als die Chance zu sehen, die Gott uns heute gibt? Ich bin gewiss: Christus will seine Kirche in Dienst nehmen als Zeichen und Werkzeug der Vereinigung mit Gott und der Erlösung der Menschen (vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Lumen Gentium 1).
Wenn das Zeichen undeutlich, das Werkzeug untauglich wird, muss es neu geschmiedet werden - im Feuer der Prüfung, unter mächtigen Schlägen und im stillen Aufschmelzen des Materials und seiner Ausgießung in die kommende Form. Denn der Geist will unsere Herzen erneuern und mit ihnen das Angesicht der Erde.
"Mission zuerst" habe ich als oberste Priorität des "Masterplanes" genannt. Welche konkreten Schritte folgen daraus? Zuerst die Frage: Wie können wir unsere Jüngerschaft in der Nachfolge Jesu vertiefen, beleben, ja sie konkret lernen und einüben? Welche Entwicklungen unserer Struktur und Organisation braucht es in unserer Diözese, damit wir uns auf unsere Mission ausrichten können? Welche Strukturen müssen wir eventuell aufgeben, welche ändern, welche neu schaffen, damit sie der Mission dienen?

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Jesaja wirkte in Jerusalem fast 40 Jahre als Prophet, von 735 bis 697 v. Chr. und gilt als der bekannteste der Propheten. Das Buch Jesaja allerdings ist entstanden aus vielfältige Kompositionen und hat eine reiche Entwicklungsgeschichte. Der liturgische Text dieses Sonntags gehört zur sogenannten "Denkschrift" (6,1-9,5) und ist ein Einschub in eine erste Sammlung der Texte über das Wirken und Verkünden des Jesaja.
Jes 6,1-13 bildet eine literarische Einheit, von der allerdings für den Gottesdienst nur der erste Teil vorgelesen wird (Verse 1-8): Berufung und Sendungsauftrag (in Korrespondenz zum Evangelium). Der Inhalt der Botschaft des Propheten - Gericht Gottes über das Volk, Exil und Rettung des "heiligen Restes" sind für das Verkündigungsthema des Sonntags wohl nicht von Bedeutung.
Der Text hält sich an das Schema einer Berufungsgeschichte: Begegnung mit der Herrlichkeit Gottes, Erschrecken und Erkenntnis der Sündhaftigkeit, Reinigung und Erklärung, Zustimmung und Sendung.
Vers 1a:
Die Datierung "Todesjahr des Usija" weist hin auf das Jahr 735 v. Chr. Der Tod dieses Königs (auch Asarja genannt) ist der Anfang vom Ende des Staates. Politische Wirren um die Thronnachfolge führen zum Untergang von Gerechtigkeit und sozialem Frieden im Volk, die Weltmacht Assur bedrängt Israel.
Vers 1b:
In einer Vision sieht sich Jesaja in den himmlischen Thronrat versetzt. In dieser Theophanie wird Gott selbst nicht beschrieben, aber Attribute seiner Gegenwart.
Vers 2a:
Es ist ungewöhnlich, dass Serafim das Auftreten Gottes begleiten, meist werden Kerubim genannt. Das hebräische "srf" ist abgeleitet von "brennen - leuchten". Die Lichtwesen der Serafim sind geflügelte Schlangenwesen, (im liturgischen Text des Sonntags wird der folgende Halbvers 2b ausgelassen - warum?) sie verhüllen die Herrlichkeit Gottes, um sie hervorzuheben.
Vers 3:
Das "Trishagion" (dreimal heilig), das sie anstimmen, gehört zum Tempelkult in Jerusalem.
Vers 4:
Erdbeben und "Rauch" gehören zu Gotteserscheinungen (vgl. Ex 19,16)
Vers 5:
Die Übersetzung lässt an Stelle von "...ich bin verloren, denn..." eine andere Formulierung zu: "...ich muss schweigen, denn...". Jesaja erfährt sich und das Volk als schuldig vor Gott, denn er hat nicht rechtzeitig geredet (vgl. 2 Chr 26,16ff) und das Volk hat die kultische Reinheit verloren, weil es die Armen verachtet und Gott nicht ehrt ("unreine Lippen").
Verse 6f:
Reinigung (welche, wie durch Feuer und Glut der Liebe sein kann) und Gnade führen die Serafim mit Kohlen durch, die zum Rauchopfer des Tempelkultes gehören. Es ist nicht Reinigung einer Einzelsünde, sondern der Gesamthaltung.
Vers 8:
Der Reinigung folgt die Sendung und die Annahme der Sendung, die Zustimmung zum Auftrag. Der Prophet ist legitimiert für seinen Dienst.
Für Jes 6 finden sich verschiedene Bezeichnungen. Da ist von Thronvision die Rede, dort von Berufung, anderswo von Sendung. Und all diese Schlagworte sind eng mit der Vorstellung eines alttestamentlichen Propheten verbunden. Dabei ist die Vision eine Möglichkeit, wie Gott sich bzw. seinen Willen dem Propheten offenbart.
Da sah ich
Auch wenn der erste Vers das folgende „Geschehen“ in einen historischen Rahmen stellen möchte, so durchbricht die Vision, die Jesaja hier schaut, die Grenze zwi- schen Himmel und Erde. Jesaja wird mit dem, was er sieht, in die himmlischen Sphären gehoben. Er befindet sich inmitten des himmlischen Hofstaates, sieht die Wächter des Thrones Gottes, die Serafim (die Anmerkung dazu in der revidierten Einheitsübersetzung schildert ihr Aussehen und stellt eine Verbindung zur Umwelt Israels her). Das, was Jesaja sieht, lässt die Größe Gottes erahnen, die menschliche Dimensionen übersteigt: Der Herr sitzt auf „einem hohen und erhabenen Thron“ (V. 1), schon allein die Säume seines Gewandes füllen den Tempel (Gottes Wohnstatt auf Erden). Davon zeugt auch der Lobpreis der Serafim in Vers 3 mit dem dreimaligen Heilig, der Anrede mit „Herr der Heerscharen“ (JHWH Zebaot) und der Aussage über das Wesen Gottes: „Erfüllt ist die ganze Erde von seiner Herrlichkeit.“ Das sogenannte Dreimalheilig (Trishagion), das nur noch ein Mal im Neuen Testament vorkommt (Offb 4,8), fand Einzug in die christliche Liturgie im Sanctus. Weitere Bilder für die Größe Gottes sind eine Stimme, die die Türzapfen zum Beben bringt, und überall Rauch, der an das Herabsteigen Gottes im Feuer auf den Sinai erinnert, wo der ganze Berg in Rauch gehüllt war (vgl. Ex 19,18) – Zeichen also für die Nähe Gottes.
Da sagte ich
Diese Nähe macht dem Propheten Angst, denn niemand schaut den Herrn und überlebt – außer Mose. Er bezeichnet sich als verloren. Die Anmerkung zu Vers 5 bringt hier noch eine andere Übersetzungsmöglichkeit: Ich bin zum Schweigen gebracht – was im Kontext dessen, was es heißt, Prophet zu sein, sehr plausibel erscheint. Jesaja empfindet seine Menschlichkeit in dieser Situation, in der er „den König, den Herrn der Heerscharen“ schauen darf, als unwürdig inmitten des himmlischen Hofstaates. Zeichenhaft erfährt er Teilhabe: Das Reinigungsritual mit der glühenden Kohle auf seinen Lippen, das Jesaja in dieser Vision erfährt, macht ihn zu einem Teilhaber dieser göttlichen (reinen) Sphäre. Es erinnert aber auch an ein Brandzeichen, das eine Zugehörigkeit „einer Sache“ z.B. zu einem Besitzer kennzeichnet.
Da hörte ich
Nun erfolgt die eigentliche Berufung bzw. Sendung oder Beauftragung. Gereinigt von jeder Schuld und Sünde kann Jesaja die Stimme des Herrn hören und verstehen. Danach ist er sofort bereit, den Auftrag Gottes anzunehmen.
Im Evangelium ist Jesus jener, der aus den göttlichen Sphären in die Welt gesandt ist, um den Willen Gottes zu erfüllen und sein Wesen zu offenbaren.
Renate Hinterberger-Leidinger