Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Genesis.
In jenen Tagen
führte der Herr Abram hinaus
und sprach: Sieh doch zum Himmel hinauf
und zähl die Sterne,
wenn du sie zählen kannst!
Und er sprach zu ihm:
So zahlreich werden deine Nachkommen sein.
Und er glaubte dem HERRN
und das rechnete er ihm als Gerechtigkeit an.
Er sprach zu ihm:
Ich bin der HERR,
der dich aus Ur in Chaldäa herausgeführt hat,
um dir dieses Land zu eigen zu geben.
Da sagte Abram: Herr und GOTT,
woran soll ich erkennen, dass ich es zu eigen bekomme?
Der HERR antwortete ihm:
Hol mir ein dreijähriges Rind,
eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder,
eine Turteltaube und eine junge Taube!
Abram brachte ihm alle diese Tiere,
schnitt sie in der Mitte durch
und legte je einen Teil dem andern gegenüber;
die Vögel aber zerschnitt er nicht.
Da stießen Raubvögel auf die toten Tiere herab,
doch Abram verscheuchte sie.
Bei Sonnenuntergang fiel auf Abram ein tiefer Schlaf.
Und siehe, Angst und großes Dunkel fielen auf ihn.
Die Sonne war untergegangen
und es war dunkel geworden.
Und siehe,
ein rauchender Ofen und eine lodernde Fackel waren da;
sie fuhren zwischen jenen Fleischstücken hindurch.
An diesem Tag schloss der HERR mit Abram folgenden Bund:
Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land
vom Strom Ägyptens bis zum großen Strom, dem Eufrat-Strom.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Genesis
Nach diesen Ereignissen
erging das Wort des HERRN
in einer Vision an Abram:
Fürchte dich nicht, Abram,
ich selbst bin dir ein Schild;
dein Lohn wird sehr groß sein.
Abram antwortete:
Herr und GOTT, was kannst du mir geben?
Ich gehe kinderlos dahin
und Erbe meines Hauses ist Eliëser aus Damaskus.
Und Abram sagte:
Siehe, du hast mir keine Nachkommen gegeben;
so wird mich mein Haussklave beerben.
Aber siehe, das Wort des HERRN erging an ihn:
Nicht er wird dich beerben,
sondern dein leiblicher Sohn wird dein Erbe sein.
Er führte ihn hinaus
und sprach: Sieh doch zum Himmel hinauf
und zähl die Sterne,
wenn du sie zählen kannst!
Und er sprach zu ihm:
So zahlreich werden deine Nachkommen sein.
Und er glaubte dem HERRN
und das rechnete er ihm als Gerechtigkeit an.
Er sprach zu ihm:
Ich bin der HERR,
der dich aus Ur in Chaldäa herausgeführt hat,
um dir dieses Land zu eigen zu geben.
Da sagte Abram: Herr und GOTT,
woran soll ich erkennen, dass ich es zu eigen bekomme?
Der HERR antwortete ihm:
Hol mir ein dreijähriges Rind,
eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder,
eine Turteltaube und eine junge Taube!
Abram brachte ihm alle diese Tiere,
schnitt sie in der Mitte durch
und legte je einen Teil dem andern gegenüber;
die Vögel aber zerschnitt er nicht.
Da stießen Raubvögel auf die toten Tiere herab,
doch Abram verscheuchte sie.
Bei Sonnenuntergang fiel auf Abram ein tiefer Schlaf.
Und siehe, Angst und großes Dunkel fielen auf ihn.
Er sprach zu Abram:
Du sollst wissen: Deine Nachkommen
werden als Fremde in einem Land wohnen,
das ihnen nicht gehört.
Sie werden dort als Sklaven dienen
und man wird sie vierhundert Jahre lang unterdrücken.
Aber auch über das Volk, dem sie als Sklaven dienen,
werde ich Gericht halten
und nachher werden sie mit reicher Habe ausziehen.
Du aber wirst in Frieden zu deinen Vätern heimgehen;
im glücklichen Alter wirst du begraben werden.
Erst die vierte Generation wird hierher zurückkehren;
denn noch hat die Schuld der Amoriter
nicht ihr volles Maß erreicht.
Die Sonne war untergegangen
und es war dunkel geworden.
Und siehe,
ein rauchender Ofen und eine lodernde Fackel waren da;
sie fuhren zwischen jenen Fleischstücken hindurch.
An diesem Tag schloss der HERR mit Abram folgenden Bund:
Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land
vom Strom Ägyptens bis zum großen Strom, dem Eufrat-Strom,
die Keniter, die Kenasiter, die Kadmoniter,
die Hetiter, die Perisiter, die Rafaïter,
die Amoriter, die Kanaaniter,
die Girgaschiter und die Jebusiter.
Kv - Der Herr ist mein Licht und mein Heil. – Kv
Oder GL 38,1
Der HERR ist mein Licht und mein Heil:
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist die Zuflucht meines Lebens:
Vor wem sollte mir bangen? - Kv
Höre, HERR, meine Stimme, wenn ich rufe;
sei mir gnädig und gib mir Antwort!
Mein Herz denkt an dich: Suchet mein Angesicht!
Dein Angesicht, HERR, will ich suchen. - Kv
Verbirg nicht dein Angesicht vor mir; /
weise deinen Knecht im Zorn nicht ab!
Du wurdest meine Hilfe.
Verstoß mich nicht, verlass mich nicht,
du Gott meines Heils! - Kv
Ich aber bin gewiss, zu schauen
die Güte des HERRN im Land der Lebenden.
Hoffe auf den HERRN, /
sei stark und fest sei dein Herz!
Und hoffe auf den HERRN! - Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Philippi.
Ahmt auch ihr mich nach, Brüder und Schwestern,
und achtet auf jene,
die nach dem Vorbild leben, das ihr an uns habt!
Denn viele
- von denen ich oft zu euch gesprochen habe,
doch jetzt unter Tränen spreche -
leben als Feinde des Kreuzes Christi.
Ihr Ende ist Verderben,
ihr Gott der Bauch
und ihre Ehre besteht in ihrer Schande;
Irdisches haben sie im Sinn.
Denn unsere Heimat ist im Himmel.
Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn,
als Retter,
der unseren armseligen Leib verwandeln wird
in die Gestalt seines verherrlichten Leibes,
in der Kraft, mit der er sich auch alles unterwerfen kann.
Darum, meine geliebten Brüder und Schwestern,
nach denen ich mich sehne,
meine Freude und mein Ehrenkranz,
steht fest im Herrn, Geliebte!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
In diesem Abschnitt des Philipperbriefes tritt Paulus gegen Irrlehrer in der Gemeinde auf. Offenbar sind es Personen, die mit der Kreuzestheologie des Paulus nicht viel anfangen können.
Paulus fordert die Philipper auf, ihn selbst nachzuahmen und jene, die mit ihm in Einklang stehen. Es geht dabei nicht um Selbstbeweihräucherung oder Prahlerei. Ihm geht es um die Kreuzesnachfolge, die einige in der Gemeinde ablehnen. An seiner Lebesnweise kann abgelesen werden, wie die Kreuzesnachfolge gelebt werden kann.
Darüber hinaus betont Paulus die Erwartung des Wiederkommens Christi. Er wird die Vollendung und Umgestaltung des irdischen Leibes bringen. Vermutlich betrachten sich die Gegner des Paulus bereits als vollendet und als teilhaftig des neuen Lebens und erwarten nicht mehr das Kommen Christi.
Jene Kreuzesnachfolge, auf die Paulus die frühe Gemeinde in Philippi einschwört, hatte zu dieser Zeit etwas sehr Realistisches an sich. Die Gemeinden sahen sich der Verfolgung ausgesetzt - wer sich zur Christusnachfolge bekannte, war an Leib und Leben gefährdet.
Philippi war eine der ersten christlichen Gründungen und die Christen hatten noch wenig Erfahrungen mit dem Übel der Verfolgung: Paulus mahnt sie, was auch immer passieren soll, den Leib gering zu schätzen um des Himmelreiches willen.
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Philippi.
Schwestern und Brüder!
Unsere Heimat ist im Himmel.
Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn,
als Retter,
der unseren armseligen Leib verwandeln wird
in die Gestalt seines verherrlichten Leibes,
in der Kraft, mit der er sich auch alles unterwerfen kann.
Darum, meine geliebten Brüder und Schwestern,
nach denen ich mich sehne,
meine Freude und mein Ehrenkranz,
steht fest im Herrn, Geliebte!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv - Christus, du ewiges Wort des Vaters. Ehre sei dir! - Kv
Aus der leuchtenden Wolke rief die Stimme des Vaters:
Ds ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.
Christus, du ewiges Wort des Vaters. Ehre sei dir!
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas:
In jener Zeit
nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus mit sich
und stieg auf einen Berg, um zu beten.
Und während er betete,
veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes
und sein Gewand wurde leuchtend weiß.
Und siehe, es redeten zwei Männer mit ihm.
Es waren Mose und Elija;
sie erschienen in Herrlichkeit
und sprachen von seinem Ende,
das er in Jerusalem erfüllen sollte.
Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen,
wurden jedoch wach
und sahen Jesus in strahlendem Licht
und die zwei Männer, die bei ihm standen.
Und es geschah,
als diese sich von ihm trennen wollten,
sagte Petrus zu Jesus: Meister,
es ist gut, dass wir hier sind.
Wir wollen drei Hütten bauen,
eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.
Er wusste aber nicht, was er sagte.
Während er noch redete,
kam eine Wolke und überschattete sie.
Sie aber fürchteten sich,
als sie in die Wolke hineingerieten.
Da erscholl eine Stimme aus der Wolke:
Dieser ist mein auserwählter Sohn,
auf ihn sollt ihr hören.
Während die Stimme erscholl,
fanden sie Jesus allein.
Und sie schwiegen
und erzählten in jenen Tagen niemandem von dem,
was sie gesehen hatten.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Im Evangelium wird uns von der Verklärung Jesu auf einem Berg erzählt. Bei Jesus sind drei ausgewählte Jünger als Zeugen. Die Erzählung steht in einem inneren Zusammenhang mit der Offenbarung Jesu als Sohn Gottes bei der Taufe im Jordan und der Auferstehung, in der er sich endgültig als Sohn Gottes erweist.
Die Verfasser dieses Textes - Lukas hat ihn bereits vorgefunden - lassen wiederholt alttestamentliche Motive der Gottesoffenbarung anklingen. So findet das Ereignis auf einem Berg statt. Mose und Elija wurden auf dem Gottesberg Gottesbegegnungen zuteil. Darüber hinaus vertreten sie "das Gesetz und die Propheten", also die ganze Tradition. Während Mose bei seiner Gottesbegegnung auf dem Sinai so vom Lichtglanz Gottes getroffen wurde, daß er strahlend den Berg hinabstieg, leuchtet Jesus von sich selbst aus in strahlendem Licht.
Der Inhalt ihres Gespräches Jesu mit Mose und Elija bezieht sich auf das Messiasgeheimnis, daß er leiden und sterben müsse. Die Jünger verschlafen das Ereignis beinahe. Als sie aufwachen, begreifen sie nicht, was sich vor ihren Augen ereignet. Das Motiv des Nichtverstehens der Jünger tritt immer auf, wenn es um dieses Messiasgeheimnis geht. Erst nach dem Tod und der Auferstehung Jesu werden sie begreifen. Bis dahin schweigen sie. Statt zu hören und zu verstehen, wollen sie Aktionen setzen und Hütten bauen.
Die Stimme aus der Wolke weist (die hörende Gemeinde) an, was zu tun ist: Auf den Herrn zu hören ist wichtiger als das Gesetz und die Propheten.
Das Evangelium von der Verklärung Jesu ist gemeinsame synoptische Tradition, mit Markus als Gewährsmann. Bedeutsam sind darum auch die Nuancierungen, die in jedem Evangelium zu finden sind.
Lukas stellt heraus: dass Jesus mit den drei Jüngern auf einen Berg geht, "um zu beten" - und dass sich sein Gesicht und sein Gewand verändern, "während er betete". In strahlendem Licht erscheinen Mose und Elija - und sprechen von seinem Ende, "das sich in Jerusalem erfüllen sollte". Während bei Markus die Jünger auf einen hohen Berg geführt werden und Jesus vor ihren Augen verwandelt wird, sie also von Anfang an dabei sind, sind sie bei Lukas eingeschlafen. Als sie wach werden, sehen sie Jesus "in strahlendem Licht" und eben die zwei Männer. Auch dass Mose und Elija von seinem Ende reden, überliefert nur Lukas - und die Jünger bekommen es nicht mit.
Unschwer ist zu erkennen, dass die Szene bei Lukas schon Züge der Gethsemane-Geschichte (Lk 22,39-46) trägt: der betende Jesus und die schlafenden Jünger. Die Steigerung fällt jedoch auf: Während hier Mose und Elija noch reden, wird Jesus dort von einem Engel gestärkt. Während hier noch "strahlendes Licht" erscheint, schwitzt Jesus dort Blutstropen. Beide Geschichten sind von Lukas als Passionsgeschichten geformt und korrespondieren miteinander; von der Verklärung fällt jedoch österlicher Glanz auf Jesu Weg.
In jenen Tagen erzählten die Jünger niemand davon. Das sog. "Schweigegebot" bei Markus hat Lukas auf seine Weise bewahrt. Während Markus noch überliefert, den Jüngern sei sehr nachgegangen, "was das sei: von den Toten auferstehen", schweigen sie bei Lukas ganz. Blicken wir auf das Bild, das Lukas von den Jüngern zeichnet, sehen wir hinter dem Wunsch, drei Hütten zu bauen, ihre Müdigkeit und Sprachlosigkeit - schauen wir auf das Bild, das von Jesus gezeichnet wird, nehmen wir ihn als Beter wahr, im Gespräch mit Mose und Elija über seinen (Leidens)weg vertieft - und als den auserwählten Sohn, den wir hören. Sein Wort klärt unsere eigenen Wege.
Warum erscheinen Mose und Elia? Sie verbinden mit ihren Namen den Anfang und die Vollendung der in der hebräischen Bibel erzählten Heilsgeschichte, die "sich in Jerusalem erfüllen sollte".
Nachdem Jesus seine Jünger über seine bevorstehenden Leiden informiert hatte (9,22), entzieht er einige von ihnen - wie einst Mose am Gottesberg Horeb (Ex 24) - der Sphäre des "Normalen" und steigt mit ihnen auf den Tabor: Dieser Berg dient einerseits als Möglichkeit der Annäherung Gottes, ist andererseits auch als eine Alternative zum Ort des Leidensanfangs, zum Ölberg, zu sehen. Auf dem Tabor erfahren die Apostel nun durch das Erleben der alttestamentlichen Gestalten Mose und Elija, dass Jesus ganz in der Tradition der Offenbarung an das Volk Israel zu sehen ist und zudem ihr Höhepunkt ist. Doch diese Erfahrung kann ihr Herz nicht erobern. Für die drei Apostel bleibt das Offenbarungsgeschehen diffus: Zunächst verschlafen sie das Entscheidende - das Gespräch zwischen Jesus, Mose und Elija. Dann werden sie geblendet und stehen schließlich im Nebel da. Petrus versucht noch das Beste draus zu machen mit einem Rückgriff auf die Traditionen des Volkes:
Der Hüttenbau erinnert an das israelische Laubhüttenfest. Sie bleiben aber letztendlich komplett verwirrt - im Gegensatz zu anderen Handlungen Jesu, nach denen sie sich nicht an das auferlegte Schweigen halten, können sie nach der Offenbarung nicht anders, als in Stille zu verharren. Alle drei erkennen mit vielen anderen erst nach der Auferstehung Jesu, was all das zu bedeuten hatte.
Das Evangelium von der Verklärung erinnert an eine Bühne, wo die Aufmerksamkeit immer wieder auf bestimmte Personen, bzw. Personengruppen als Hauptdarsteller gelenkt wird und andere in den Hintergrund treten.
Es treten zuerst Jesus und drei Apostel, Petrus, Johannes und Jakobus, auf. Dann kommen Mose und Elija hinzu, anschließend wird eine „Wolke“ ins Bühnenbild gebracht. Am Schluss des Geschehens - beim Verlassen der Bühne - treten nur mehr Jesus und die Apostel auf bzw ab.
Worum geht es in diesem Geschehen: Es geht um das Hören und das Sehen der Apostel, sie nehmen wahr und auf und sie sind zutiefst bewegt, da sie niederfallen und sich sehr fürchteten (V. 6). Was sie hören und sehen, kennen sie aus den Schriften. Und die Worte der Schrift durchdringen sie im „Erkennen und Verknüpfen“ mit Mose und der Gottesoffenbarung auf dem Berg Sinai, sowie mit Elija und seiner Gottesoffenbarung auf dem Berg Horeb.
Auf vier Gegebenheiten im heutigen Evangelium soll die Aufmerksamkeit gelegt werden beim Versuch zu klären, was ihre Botschaft damals und heute sein könnte:
da ist einmal die Zeitangabe
dann ein Berg ohne Namen
die anwesenden Personen
der damalige Hörer*innenkreis – (die damaligen Adressaten)
Schon im ersten Vers erfolgt die Zeitangabe: 8 Tage waren vergangen als Jesus zu ihnen sprach. Aber worüber hat er mit ihnen gesprochen? Der 8. Tag ist Symbol für einen Neuanfang, analog zum 1. Tag der Schöpfung. Die Botschaft ist ein Hinweis auf die Auferweckung aus dem Tod. Er kann verstanden werden als eine Einladung zur Nachfolge, zum Mitwirken an der Erneuerung der Schöpfung, zur Mitarbeit am Reich Gottes. Vor „8 Tagen“ sprach Jesus zu seinem Freundeskreis von diesem Reich Gottes und was es bedeutet, sich dieser Wirklichkeit anzuschließen.
Die damalige Realität war für die damaligen Hörer*innen und für die Jünger*innen nicht das Reich Gottes, eher erlebten sie die Hölle auf Erden, eine Katastrophe nach der anderen: Hunger, Krieg, Vertreibung, Folter, Versklavung und Tod.
Angesichts dieser „Untergangsszenarien“ von einem Gott des Lebens, von Auferweckung, von einem Leben in Gerechtigkeit und Würde, vom Reich Gottes zu sprechen, musste auf Unverständnis stoßen. Mit dieser Realität soll es aufwärts gehen?
Noch im ersten Vers wird das Hinaufsteigen auf den Berg erwähnt. Namenlos ist der Berg, aber nicht die Gruppe: Jesus steigt mit Johannes, Petrus und Jakobus, in „größere Höhen“. Will sagen: Kommt mit auf den Berg der Utopie, an einen Ort in der Zukunft, an einen noch „Nicht-Ort“, der aber entstehen kann, wenn wir miteinander reden und Mose, das heißt die Tora, die Weisung Gottes, und Elija, das heißt die Schriften der Propheten ernst nehmen und uns damit auseinandersetzen. Sie sind die Hoffnungsträger, die Richtungsweiser: So geht es mit Vertrauen auf Gottes Bund weiter!
Der Austausch Jesu mit Mose und Elija sind ein Austausch über seinen eigenen Weg mit all den Zweifeln und Ängsten am Ort der Begegnung. "Sie erschienen in Herrlichkeit und sprachen von seinem Ende, das er in Jerusalem erfüllen sollte." In dieser Erfahrung bestätigt sich die Zusage Gottes „Du bist mein geliebter Sohn“ (Lk 3,22). Dieser Ort braucht keine Hütten wie beim Laubhüttenfest, denn Gott ist der Ort, wo Menschen Geborgenheit finden und ihre Ängste und auch Hoffnungen einbringen können.
Da geschieht Wandlung, da verändert sich der Mensch in seiner Wahrnehmung der Möglichkeiten, der Zukunft. Die Vertiefung, der Austausch mit anderen, wird zum Ort der Begegnung. Wo wir miteinander die Schrift lesen, und darüber austauschen wird dieser Ort, Raum im Raum Gottes, erlebbar, Reich Gottes unter uns.
Lukas verortet seine gute Botschaft im Heute, wann immer dies ist. Damals für die von Katastrophen geschüttelten Menschen, die Wandlung erleben können, wenn sie die Schriften, wenn sie Mose und die Propheten als Ort der Gottesbegegnung erfahren. Und heute für uns, die wir durch neue politische Realitäten konfrontiert, wach „geschüttelt“ werden, möge Gott der Ort unserer Zukunft sein.
Die Lesungstexte des 2. Fastensonntags führen zum Geheimnis von Tod und Auferstehung hin und bereiten uns darauf vor. Sie präsentieren Lebenseinsichten, Einblicke in die Zukunft, Blitzlichter und Momentaufnahmen dessen, was es bedeutet, Gott näher zu kommen. Das kann sprachlos machen. Petrus „wusste nicht, was er sagte.“ (Lk 9,33).
Die Hinführung beginnt bereits mit der ersten Lesung. Abraham wird viel versprochen, was menschlich nur schwer vorstellbar bzw. unmöglich scheint. Diesen Zusagen Gottes Glauben zu schenken, braucht übergroßes Vertrauen. „Geh' in das Land, das ich dir zeigen werde“, lesen wir in Gen 12,1.
Plötzlich alles liegen und stehen lassen, wo man sich schon gut eingerichtet hat, weggehen in eine recht ungewisse Zukunft mit viel Unsicherheit.
Darauf folgt ein feierliche Bündnisschluss zwischen Abraham und JHWH. „Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land vom Strom Ägyptens bis zum großen Strom, dem Eufrat- Strom“ (Gen 15,18). Geographisch ist es jenes Gebiet, das auch „Croissant fertile“, das „fruchtbare Kipferl“ genannt wird. Wer kann sich so eine große Veränderung auch nur im Traum vorstellen?
Es folgt eine weitere Zusage: „Zähl die Sterne am Himmel, wenn du sie zählen kannst, so zahlreich werden deine Nachkommen sein.“ (Gen 15,5). Abraham und Sara waren schon betagte Leute, daher ist eine Nachkommenschaft ziemlich ausgeschlossen. Sara rang die Zusage einer Nachkommenschaft ein wehmütiges, vielleicht sogar spöttisches Lächeln ab, wie wir an einer anderen Stelle lesen können. Bei Abraham kommt ein wichtiger Satz: „Er glaubte dem Herrn und das rechnete er ihm als Gerechtigkeit an.“ (Gen 15,6). Im Wort „Gerechtigkeit“ steckt „richtig“, d.h.: Abraham, du liegst richtig in deinem Vertrauen. Deshalb wird er auch als „Vater im Glauben“ bezeichnet.
Sein Glaube wird jedoch ganz hart erprobt, denken wir nur an das „Beinahe“-Opfer seines Sohnes Isaak. Für Abraham und für viele Menschen nach ihm ist der Glaube bis heute eine wertvolle Stütze auf dem Lebensweg, auch um Anteil zu haben am Leid und an der Gottesherrlichkeit. Daraus könnten wir lernen, dass das Leben immer Überraschungen bietet, die sich auf verschiedene Art daherkommen. Gut Geplantes erweist sich als nichtig, sowohl im guten wie auch unangenehmen Sinn. Man muss nur die eigne Biographie durchleuchten und manche Situationen neu reflektieren.
Von der ersten Lesung, die sozusagen am Erdboden durch die Landschenkung stattfindet, geht es zur zweiten Lesung zum Philipperbrief. „Unsere Heimat ist im Himmel. Von dort her erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn als Retter.“ (Phil 3,20).
Die Lesung weist aber auch darauf hin, dass das viele nicht wahrhaben wollen und zurückweisen. Sie leben mitunter sehr oberflächlich in den Tag hinein. „Ihr Ende ist das Verderben“ (Phil 3,19). Aber für Einsicht ist es nie zu spät.- Fastenzeit, Zeit der Umkehr. Gott setzt in jedem menschlichen Leben ganz persönliche Zeichen, die zur Erkenntnis führen können.
Worauf in der zweiten Lesung schon hingewiesen wird - „Unsere Heimat ist im Himmel“ (Phil 3,20) -, erfährt im Evangelium einen Höhepunkt. Jesus geht auf einen Berg, um zu beten. Gott offenbart sich in Jesus Christus im Gebet, in der Stille. Jesus steigt auf den Berg, um alles zu überblicken. Verklärung des Herrn heißt, um Klarheit zu bekommen, sich abzuheben von allem anderen. Die Antwort Gottes ist eine Momentaufnahme unfassbaren Glücks, eine Sternstunde. So ein Ereignis braucht glaubwürdige Zeugen: Petrus, Johannes, Jakobus als „Säulen der jungen Gemeinde“.
Im Rechtswesen in der Judikatur, gibt es die Zeugenschaft, weil es um Glaubwürdigkeit geht. So ein Höhepunkt, so eine Sternstunde, in der man auf „Wolke sieben“ schwebt, will Petrus noch zusätzlich festhalten im Bild der drei Hütten als Ort menschlicher Stabilität. Sternstunden vermitteln jetzt schon ein Stück des Reich Gottes und lassen uns gestärkt in den Alltag zurückgehen.
Gott ist da. Er begleitet uns und lässt sich erfahren, wenn wir ihn ferne fühlen. Er wird gegenwärtig, wo Menschen einander helfen und unterstützen.
Filme, die irgendwann einmal in ihrem Verlauf Hochspannung liefern, beginnen oftmals unglaublich harmlos. Um dieses Gefühl der Harmlosigkeit zu bewirken, fährt dazu am Beginn des Streifens immer wieder mal die Kamera durch irgendwelche gut bürgerlich erscheinenden Wohnsiedlungen amerikanischer Vorstädte oder vorbei an irgendwelchen Schrebergartensiedlungen voll mit kleinen Gartenzwergen. Spätestens jetzt weiß der trainierte Filmkenner, dass da noch einiges während des Films auf ihn zukommen wird. Denn: je harmloser der Eindruck zu Beginn, umso höher die Spannung im Verlauf des Films.
So eine Art harmlose Reihenhaussiedlung wollte auch Petrus seinem Herrn da auf dem Berg Tabor hinstellen. Petrus ertrug das Ganz nicht mehr, was sich da abspielte. Dieser Jesus hatte sein ganzes bisherige Leben aus dem Lot gebracht und jetzt spielte sich auch noch diese merkwürdige Szenerie da auf dem Berg ab. Hätte er gewusst, was noch alles auf ihn zukommen würde, hätte er sein Aposteldasein vermutlich schon relativ bald quittiert. So also sitzt Petrus da mit Jesus und den Gefährten auf dem Berg Tabor, schließlich übermannt vom Schlaf, weil die Erlebnisse wesentlich mehr sind, als Hirn und Herz fassen können. Und als er die Augen wieder aufschlägt, muss es gewesen sein wie im Traum: Vor ihm offenbart sich in Mose und Elija die Glaubensgeschichte seines Volkes. Und mittendrin Jesus, der Mann, der sie einfach aus ihren Booten und damit aus ihrem bisherigen Leben mitgenommen und jetzt mit auf diesen Berg geschleppt hatte, um sie dort mit diesen merkwürdigen Erfahrungen zu konfrontieren. Was liegt näher, als die ganze Aufregung zu erden und dem Ganzen ein wenig den Anstrich von Normalität zu geben: Drei Hütten sollen her.
Wie fern von gut und böse macht er seinen Vorschlag, aber so einfach ist einem Offenbarungsgeschehen, wie es Gott im Sinn hat, nicht beizukommen. Zum Hüttenbau kommt es erst gar nicht mehr. Gott setzt sein Anliegen fort, überwirft die Szenerie mit einer Wolke und bringt das Ganze auf den Punkt: "Dieser ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören." Darum geht’s: Diesen Gottessohn sollen die Erben der Botschaft - Petrus, Johannes und Jakobus - für ihr Leben erkennen, wahrnehmen und aushalten. Er soll der Dreh- und Angelpunkt ihres Lebens sein. Menschliche Maßstäbe treten jetzt in den Hintergrund, werden vielleicht nicht wertlos, aber doch zweitrangig. "Solo Dios basta - Gott allein genügt", so hat das die hl. Teresa von Avila für sich und für uns definiert.
Gottes Ordnung und Vorstellung von seiner Schöpfung setzt sich durch. Das mag Nervosität und Beruhigung zugleich bewirken. Unruhig kann diese Botschaft machen, weil wir uns nicht darauf verlassen können, dass wir mit dem, was an Vorstellungen in unseren Köpfen und Herzen wohnt, letztendlich richtig liegen. Unsere Vorstellungen von dem, wie unser Leben aussehen soll oder gar die ganze Welt, verlieren in Gottes Augen eine letztendliche Bedeutung. Diese Botschaft gilt vor allem auch jenen, die versuchen, gar ihre Ideen von einer eigenen Weltordnung auf Kosten von anderer Menschen Leben, auf Kosten von Frieden und Gerechtigkeit in der Welt brutal durchzusetzen. Christinnen und Christen müssen hier aus ihrer tiefsten Glaubensüberzeugung, getragen von ihrer Beziehung zu ihrem Gott »nein« sagen. - Verantwortliche in christlichen Konfessionen, die sich an die Seite von Kriegstreibern stellen, vergehen sich an der Botschaft Jesu. Das ist mit keiner noch so frommen Rede zu rechtfertigen.
Allerdings: Aus dem Wissen um unsere Geborgenheit in Gottes Händen zu schließen, dass ja dann all unser Mühen im Leben eh nichts bringt, wäre genauso falsch wie anzunehmen, wir seien unsere eigenen Erlöser. Gott hat uns das Leben anvertraut, weil er uns vertraut, dass wir das Richtige draus machen. Angesichts all der Schrecken in der Welt in eine fatalistische Schockstarre zu verfallen und zu meinen, dass wir ja eh nichts machen können, wäre völlig falsch. Nur ist es wichtig, unser Leben besonnen und reflektiert zu gestalten, und nicht hektisch Hütten zu bauen, Schritte zu tun, die zu nichts führen. Die vielen hunderttausend Menschen in aller Welt, die sich jetzt gerade bewegen, um sich gegen die Not der Ukrainerinnen und Ukrainer und für den Frieden in diesem Land und damit auch in Europa einzusetzen, zeigen, wie vielen bewusst ist, dass Gott uns nicht nur seine Gegenwart und seinen Bund angeboten hat, sondern auch Hände und Füße geschenkt hat, um sie zu nutzen.
Gott ist dabei - in guten und in schlechten Zeiten. Die Episode aus der atl. Lesung liefert uns diese Aussage in beeindruckenden Bildern. Wenn wir selbst aus unserem Leben und aus dem Leben der Welt das Beste machen können, sollen wir das auch tun. Gott gibt selbst Kraft und Macht dazu, wie er Abram am Opferaltar dafür hat sorgen lassen, dass wilde Tiere sich nicht am Opferfleisch vergehen. Aber dann danach, als Abrams Leben dunkel und schwer wurde, hat Gott das Opfer des Abram eigenhändig angenommen und ihn überdeutlich wissen lassen: Ich bin da, mein Bundesversprechen gilt wirklich. Solche klaren Zeichen für unser Leben setzt Gott auch in unseren Zeiten: nicht in Opfertieren, sondern etwa im Moment unserer Taufe, wenn wir - gerufen bei unserem Namen - sein Eigen werden. Es ist keine Wolke, die dann über uns kommt, sondern Wasser unter dem Zeichen des Kreuzes: Dann offenbart sich dieser Gott unseres Lebens und schließt mit uns einen lebenslangen Bund. - Eine wichtige Botschaft, die jetzt in diesen Wochen vor Ostern überall in unserer Kirche besonders Männern und Frauen ans Herz gelegt wird, die sich auf ihre Taufe am Osterfest vorbereiten.
Wie gutes Leben gelingen könnte, lassen uns immer wieder auch die verschiedensten Institutionen und Anbieter kluger Ratschläge wissen. Die Frohbotschaft aber, in der sich uns Gott in heutiger Zeit offenbart, gibt uns für dieses Leben schon sehr viele, äußerst nützliche Hinweise. Die Fastenzeit, diese Zeit der Umkehr und Vorbereitung auf das Osterfest lädt uns ein, mit all diesen Ideen vertrauter zu werden, sie an unser Leben heranzulassen. Lassen wir uns darauf ein.
Das Leben ist voller Gegensätze. Diese kommen auch in der Liturgie zum Ausdruck. In der Spannung der Gegensätze kann uns das Licht Gottes aufleuchten.
Wir leben in einer Zeit scharfer Gegensätze. Diese zeigen sich auch in den biblischen Schriften. Zur Erinnerung: Letzten Sonntag hörten wir von den Versuchungen Jesu, denen auch Menschen ausgeliefert sind, wir hörten vom Teufel (griechisch »diabolos«, wörtlich »Durcheinanderwerfer«), von der Macht des Bösen und heute vom strahlenden Licht der Verklärung, auch schon vom Hinweis auf das Ostergeschehen, aber dazwischen tut sich noch einiges.
Der Ablauf, die Bewährung menschlichen Lebens, gezeigt an der Gestalt Abrahams. Da ist es gut, im Buch Genesis ein klein wenig zurückzublättern. Gott spricht zu Abraham: „Geh' fort aus deinem Land, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus, in ein Land, das ich dir zeigen werde.“ (Gen 12,1). Er nahm alles mit, was er erworben hatte, in Begleitung nächster Verwandter. Abraham geht mit dem Zuspruch des Segens und dass sich durch ihn sein Volk vermehre. Heute hören wir: Abraham glaubte dem Herrn. (Gen 15,6) und: „An diesem Tag schloss der Herr mit Abraham folgenden Bund: Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land vom Strom Ägyptens… bis zum Euphrat.“ Abraham steht eine lange, auch unsichere (Lebens)wanderung bevor. Alles ist offen.
Das ist heute nicht anders, besonders für junge Menschen, für junge Familien. Nichts lässt sich mehr sicher planen: Terminabsagen, Berufs- und Ausbildungspläne, alles offen, menschliche Beziehungen halten gemeinsames Leben nicht durch, unvermutete Ereignisse, unsichere Zukunft. Im Wort »Zukunft« ist enthalten, was auf uns zu-kommt. In diesen Zeiten sind auf dem Lebensweg Glaube und Vertrauen besonders wichtig. Vor Kurzem hörten wir aus dem 1. Korintherbrief, dass Glaube, Hoffnung und Liebe die Stützen menschlichen Daseins sind.
Das Evangelium bezeugt, dass Bündnis und Wanderschaft miteinander zu tun haben. Verklärung des Herrn: Es wird etwas für einen Augenblick klar, was auf uns zukommt. Das hat nichts mit Zufall zu tun, denn Zufall setzt immer einen Ordnungsverlauf voraus. Verklärung ist mit Licht(symbolik) zusammenzusehen. Und zeigt sich auch in der Redensart: Mir geht ein Licht auf, Unverständliches wird zumindest kurzfristig klar. So ist es auch für einen Moment den Jüngern ergangen: Petrus, Johannes und Jakobus. Ihre Sinne werden angesprochen: sehen und hören. Sehen durch die Lichtgestalt der Wolke, durch das weiße Gewand, durch Veränderung des Aussehens - eine Wandlung geht vor sich. Im Lichtglanz zeigt sich die göttliche Welt. Hören: Ohren sind mehr als nur Brillenhalter, sie sind die Trichter, jene Körperteile, die Zugang zu Herz und Verstand, zum Innenleben des Menschen haben. Sie bleiben von allen Sinnesorganen am längsten offen.
Das Evangelium zeigt Trinität in verschiedenen Aussageweisen: der Vater in der Stimme: „Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören,“ der Sohn im Menschen Jesu, als Erinnerung an die Taufe Jesu, aber auch an unsere Taufe. Mose steht für das Gesetz, später wird er schon als Institution angesehen, auf die sich die Jünger berufen, Elija steht für die Propheten und Jesus auch für das Wort. „Auf sein Wort sollt ihr hören.“ Den schlafenden Jüngern, die erst munter werden, bleibt das Gespräch über das kommende Leiden noch verborgen. Dann die Hütten: Hütte gegen Zelt. Das Zelt ist Bild des Abbruchs. Jesus will sich auch bei uns einzelten. Das geschieht im Empfang der Kommunion, in den Sakramenten als Medikament auf unserem Lebensweg. Der Glaube kommt vom Hören. Schon im Judentum heißt es: „Höre Israel…“ (Dtn 6,4f.)
Abraham vertraut auf den Herrn. Vertrauen zeigt sich in der Bewährung bei besonders schwierigen Lebenssituationen.
Das Evangelium führt zum Osterglauben hin. In Goethes Faust I kann man nachlesen: Faust, der Gelehrte, erlebt den Ostersonntag im Frühjahr, zweifelt alles an, will sich umbringen, da ertönen die Osterglocken und da erwacht in ihm die große Sehnsucht nach dem Göttlichen, er will es erfassen, in sich aufnehmen.
So wünsche ich Ihnen für die kommende Zeit die Sehnsucht nach dem Göttlichen, den Glauben und das Gottvertrauen bei den vielfältigen Sorgen und Problemen, die es immer wieder gibt, verbunden mit dem Trostwort: „Erhebt eure Häupter, denn eure Erlösung ist nahe.“ (Lk 21,28).
Im Verklärungserlebnis sieht Jesus seinen Lebensweg in einem übergreifenden Zusammenhang. Der Blick auf die Vollendung gibt ihm Kraft, seinen Weg weiterzugehen.
Halten Ihre Fastenvorsätze noch? Oder haben Sie sich gleich keine gemacht? Fasten kann in extremen Formen gesundheitlich gefährlich sein. Fasten kann auch spirituell gefährlich sein, je nachdem, welches Ziel man damit verbindet. Manche Menschen werden durch Fasten griesgrämig oder grantig und sind für die Mitmenschen schwer zu ertragen. Andere werden selbstherrlich und schauen auf all jene herab, die sich nicht so strikt beherrschen können und keine so festen Willen aufbringen.
Am 1. Fastensonntag haben wir gehört, wie Jesus nach seinem 40-tägigen Fasten in Versuchung geführt wurde. Wer fastet, führt sich selbst in Versuchungen hinein. Darin sehe ich das eigentliche Ziel des Fastens als religiös-spiritueller Übung. Jesus hat seine Versuchungen vorbildhaft gemeistert. Insofern kann ich den Bedenken Papst Franziskus' hinsichtlich der Vater-unser-Übersetzung mit "führe uns nicht in Versuchung" nicht ganz folgen. Versuchungen sind ein Teil menschlichen Lebens. Sie begleiten uns tagtäglich. Wenn ich das Vater-unser bete, bitte ich Gott, dass die Versuchungen, in die mich mein Leben immer wieder stellt, mich nicht überfordern. Immer wieder muss ich mich für das Gute neu entscheiden. Immer wieder bin ich versucht, den bequemeren Weg zu gehen und einfach das zu tun, was auch die anderen tun.
Die entscheidende Frage ist für mich, was mir in den Versuchungen hilft, die richtige Entscheidung zu treffen. Jesus hat sich vom Geist Gottes leiten lassen und ist so den Täuschungen des Versuchers nicht erlegen. Im Evangelium des 2. Fastensonntags wird uns vor Augen geführt, was Jesus in seinen Entscheidungen getragen und geleitet hat. Ich verstehe dieses Erlebnis auf dem Berg der Verklärung als Blick auf den großen Plan, den Gott mit ihm vorhatte. Die Gegenwart des Mose und des Elija weist auf diesen Plan Gottes hin. Auch sie haben das Volk in kritischen Zeiten geführt und sich von Gott leiten lassen. Mit dieser Vision vor Augen konnte Jesus hinauf nach Jerusalem gehen, obwohl er wusste, was dort auf ihn wartete.
Visionen zu haben, wird von manchen belächelt. Sie scheinen in einer Welt, in der es um harte Fakten geht, fehl am Platz zu sein. Ich verstehe die gegenwärtigen Krisen in der Welt jedoch verursacht durch einen Mangel an gemeinsamen Visionen. Die Vision eines friedlichen, gerechten und sozialen Europa ist vielen abhanden gekommen, seit die alten Ideologien, die lange miteinander im Wettstreit lagen, zusammengebrochen sind. An ihre Stelle sind Werte getreten, die das Gemeinsame gefährden: Nationalismus, grenzenloser Individualismus, Gewinn- und Genussmaximierung und anderes mehr. Europa ringt derzeit um eine gemeinsame Vision. Es steht vor wichtigen Entscheidungen, in welche Richtung die Mitglieder weitergehen wollen. Ohne gemeinsame Vision wird es wieder auseinanderbrechen. Kann allein wirtschaftlicher Erfolg es auf Dauer zusammenhalten?
Jesus war erfüllt von der Vorstellung des Reiches Gottes. Wenn alle Menschen sich unter die geistige Herrschaft Gottes stellen und nach der von Gott vorgesehenen Ordnung leben, werden es alle gut haben. Für dieses Reich Gottes hat er gebebt, für dieses Reich Gottes ist er gestorben. Seine Jünger haben diese Idee weiter in die Welt hineingetragen. Das Anziehende, das glanzvolle Ziel dieses Weges steht ihm in der Verklärung vor den Augen.
Heute fragen wir uns, wie das christliche Erbe für die gegenwärtige Gesellschaft Wichtiges beitragen könnte. Ich bin überzeugt, dass die Werte christlicher Überlieferung wie Gerechtigkeit, Frieden und Gemeinschaft auch heute bedeutsam sind und für eine gute gemeinsame Zukunft Orientierung geben können.
Die Fastenzeit lädt uns ein innezuhalten und darüber nachzudenken, wohin wir unseren Lebensweg lenken wollen, Das trifft jeden einzelnen persönlich, das betrifft uns als Gesellschaft, das trifft uns auch als Gemeinschaft der Kirche. Was mir in der gegenwärtigen Diskussion um die Erneuerung des kirchlichen Lebens fehlt, ist der Blick auf das große gemeinsame Ziel, auf das wir uns zubewegen wollen. Ein klarer Blick auf das große Ziel des Reiches Gottes hat reinigende und erneuernde Kraft. Er könnte uns helfen, Überlebtes zurückzulassen und Wichtiges wieder in die Mitte zu stellen.
Der Refrain eines Neuen Geistlichen Liedes lautet: „Da berühren sich Himmel und Erde…“. Dieser Text führte mich zu den heutigen Lesungen aus dem Alten Testament und dem Evangelium. Können wir wirklich Gott begegnen, wo oder was sind Schritte, solche „Stern-Stunden“ zu erfahren? Wo berühren sich „Himmel und Erde“ im Alltag?
Im Buch Genesis werden Grundfragen und Grundbedürfnisse aller Menschen angesprochen. Dazu gehört die Sehnsucht nach Lebensraum, Familie, Nachkommen. Diese Grundsehnsucht auch bei uns selbst wahrzunehmen, kann uns helfen, mit aktuellen Herausforderungen durch die vielen Flüchtlinge umzugehen.
Die Erzählung von der Verklärung Jesu beschreibt die Versuchung, im »Siebenten Himmel« zu verweilen. Die Erfahrung göttlichen Wirkens ist aber Auftrag, in die Niederungen des Lebens hinabzusteigen und dort die österliche Hoffnung weiterzugeben.
Jesus erlebt auf dem Weg nach Jerusalem die Verklärung und Begegnung mit Mose und Elija. Aus diesem Erlebnis schöpft er die Kraft, seinen Weg durch den Tod hindurch zur Auferstehung gehen zu können.
Auf dem Berg der Verklärung lernt Jesus neu auf den Willen des Vaters hinzuhören. "Auf ihn sollt ihr hören!" ist auch der Auftrag Gottes an die Jünger. Das Hinhören auf das Wort Gottes kann und will uns immer neu betroffen machen.
Lieder:
GL 142: Zu dir, o Gott, erheben wir
GL 266: Bekehre uns, vergib die Sünden
GL 269: Du Sonne der Gerechtigkeit, Christus
GL 273: O Herr, nimm unsre Schuld
GL 357: Wie schön leuchtet der Morgenstern
GL 363: Herr, nimm auch uns zum Tabor mit
GL 364/Ö853: Schönster Herr Jesu
GL 368: O lieber Jesu, denk ich dein (6. Str.)
GL 372: Morgenstern der finstern Nacht
GL 384: Hoch sei gepriesen unser Gott (2 . Str.)
GL 412: Die Herrlichkeit des Herrn bleibet ewiglich (Kanon)
GL 422: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte (Str. 1, 4, 5)
GL 448: Herr, gib uns Mut zum Hören
GL 464: Gott liebt diese Welt (Str. 3, 4, 6)
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht
Psalmen und Kehrverse:
GL 38: Der Herr ist mein Licht und mein Heil - Mit Psalm 27 - IV.
GL 46: Lass dein Angesicht leuchten über uns, o Herr. - Mit Psalm 67 - II.
GL 264,2: Du bist das Licht, die Völker zu erleuchten, du deines Volkes Herrlichkeit - Mit Psalm 8 (GL 33,2) - VII., VI.
GL 629,1-2: Du führst mich hinaus ins Weite; du machst meine Finsternis hell - Mit Psalm 30
GL 629,3-4: Ich gehe meinen Weg vor Gott im Lande der Lebenden - Mit Psalm 116 - VI.
GL 651,7: Selig, die bei dir wohnen, Herr, die dich loben alle Zeit - Mit Mt 5,3-10 (Seligpreisungen) - V.
Gott will seine Schöpfung als ein Reich der Gerechtigkeit und des Friedens. Zum Heil der Welt hat er seinen Sohn als Heiland gesandt. Uns ist es geben, dieses Reich hier auf Erden schon auszugestalten. Nur wer hier wirklich mitmachen will, steht in der Nachfolge Jesu Christi.
Am 2. Fastensonntag nimmt uns Jesus mit auf den Berg der Verklärung. Dort zeigt er sich uns in göttlichem Glanz. Eine Stimme aus dem Himmel bezeugt ihn als auserwählten Sohn Gottes und fordert uns auf, auf ihn zu hören. Der Blick auf den Heilsplan Gottes gibt Jesus die Kraft, seinen Weg hinauf nach Jerusalem weiterzugehen. Uns hilft der Blick auf Gott und das Hören auf seine Stimme, Klarheit für den Weg, den Gott uns zugedacht hat, zu finden.
Am Beginn dieser Feier treten wir vor den Herrn hin und rufen:
Die Nachrichten hören nicht auf: Flucht! Vertreibung! Krieg! Not!
Was würden wir tun wenn uns unsere persönliche Situation unerträglich und hoffnungslos wird? Was würden wir auf uns nehmen damit unsere sehnlichsten Wünsche erfüllt werden?
Die Nachrichten hören nicht auf: Dumpfe Parolen gegen Menschen gerichtet. Hetze wo Aufklärung hilft. Schießbefehle wo Hilfe nötig ist. - Und ich?
Jesus Christus, geliebter Sohn Gottes,
du bist gekommen, um den Menschen den Gott ihres Lebens zu zeigen.
Herr, erbarme dich.
Jesus Christus, geliebter Sohn Gottes,
du bist gekommen, um Frieden zu stiften und Gerechtigkeit aufzurichten.
Christus, erbarme dich.
Jesus Christus, geliebter Sohn Gottes,
du bist gekommen, um Mut zu machen und zu trösten.
Herr, erbarme dich.
Der gute Gott erbarme sich unser,
er wende unsere Herzen zum Guten,
er lasse uns Schuld und Sünde nach
und führe uns in einen ewigen Frieden.
Herr Jesus Christus,
du bist aus der Herrlichkeit des Vaters zu uns Menschen gekommen
und hast wie wir als Mensch gelebt.
Herr, erbarme dich.
Auf dem Berg der Verklärung hast du dich in deinem göttlichen Glanz gezeigt.
Christus, erbarme dich.
Im Tod am Kreuz hast du die tiefste Not der Menschen geteilt.
und in der Auferstehung dich als der auserwählte Sohn des Höchsten erwiesen.
Herr, erbarme dich.
Gott, du hast uns geboten,
auf deinen geliebten Sohn zu hören.
Nähre uns mit deinem Wort
und reinige die Augen unseres Geistes,
damit wir fähig werden,
deine Herrlichkeit zu erkennen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 2. Fastensonntag
Allmächtiger Gott,
bei der Verklärung deines eingeborenen Sohnes
hast du durch das Zeugnis der Väter
die Geheimnisse unseres Glaubens bekräftigt.
Du hast uns gezeigt, was wir erhoffen dürfen,
wenn unsere Annahme an Kindes statt
sich einmal vollendet.
Hilf uns, auf das Wort deines Sohnes zu hören,
damit wir Anteil erhalten an seiner Herrlichkeit.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 6. August, Verklärung des Herrn
Barmherziger Gott,
was kein Auge geschaut und kein Ohr gehört hat,
das hast du denen bereitet, die dich lieben.
Gib uns ein Herz,
das dich in allem und über alles liebt,
damit wir den Reichtum deiner Verheißungen erlangen,
der alles übersteigt, was wir ersehnen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 20. Sonntag im Jahreskreis
Gott,
wir glauben an Jesus Christus,
den du uns als deinen Sohn geoffenbart hast.
Hilf uns,
ihm in der Stille und im Gebet zu begegnen,
damit wir anderen Menschen von ihm erzählen können,
der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
Barmherziger Gott,
immer wieder überrascht du uns Menschen
mit deiner Gegenwart.
Schenke uns das Vertrauen,
dass deine Nähe stärkt und heilt
und der Welt den Frieden schenkt.
Lass uns so das Leben bestehen.
So bitten wir dich, den Gott unseres Lebens,
der mit dem Sohn im Heiligen Geist
lebt und liebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. - Amen.
Im Osterlicht offenbarst du, guter Gott, denen, die dir vertrauen und an dich glauben, deine göttliche Kraft und Macht.
Um deinen Beistand bitten wir:
Für deine Kirche, die du in die Hände von schwachen Menschen gelegt hast, die deinen Willen oft nicht erkennen und nicht danach handeln.
Für Europa, dass wir im Bewusstsein unserer jüdisch-christlichen Wurzeln aus dem Chaos der politischen Umstände zu Einigkeit und Stabilität finden.
Für alle, die sich in der Fastenzeit zu Orten der Stille aufmachen, um auf einer Wallfahrt oder in Zeiten der Stille dir zu begegnen.
Für uns selbst um das Licht des Osterglaubens, der uns in den Banalitäten des Alltags deine Nähe und Fürsorge erfahren lässt.
Für alle Verstorbenen, dass sie in und durch dich zu ihrer Vollendung gelangen.
Deine Herrlichkeit und Ehre preisen wir jetzt und allezeit. - Amen.
In diesen Tagen miteinander auf dem Weg zu unserem gemeinsamen Ziel, dem Osterfest, bitten wir dich:
Um einen wertschätzenden Umgang aller Gläubigen der verschiedenen Religionen, die in der Gestalt Abrahams ein Vorbild für ihren Glauben sehen.
Um Gerechtigkeit als Basis für einen dauerhaften Frieden in den Beziehungen zwischen den verschiedenen Völkern, Ländern und gesellschaftlichen Gruppierungen.
Um Stärke und Hoffnung aus dem Glauben in den Herausforderungen der Klimakrise und der weltweiten kriegerischen und materiellen Konflikte.
Um deine Barmherzigkeit für alle, die die Botschaft deiner Liebe durch Wort und Leben verkünden wollen, selbst aber immer wieder hinter ihren eigenen Ansprüchen zurückbleiben.
Um die erhellende Erkenntnis deiner Größe, Liebe und Gerechtigkeit für unsere Verstorbenen.
Denn du, großer und unbegreiflicher Gott, meinst es ernst mit deinen Verheißungen. Du hast durch deinen Sohn am Kreuz und seine Auferweckung der Welt neue Hoffnung geschenkt. Dir gebührt unser Dank immer und ewig. - Amen.
Jesus Christus,
dein Vater hat dich den Menschen geoffenbart.
Du vermittelst zwischen Göttlichem und Menschlichem.
Darum bitten wir dich voll Vertrauen:
Not ist dir im Leben so oft begegnet.
Wir beten für alle Menschen, die unter den Wirren des Krieges in der Ukraine, aber auch an so vielen anderen Orten in der Welt leiden.
Lass sie Menschen mit offenen Herzen und helfenden Händen begegnen.
Sünderinnen und Sündern hast du Vergebung angeboten.
Wir beten für all jene Menschen, die Leid und Not der vielen Kriegsopfer zu verantworten haben:
Lass sie zur Einsicht kommen und lass sie zwischenmenschliche Sorge über politisches Kalkül stellen.
Du selbst hast vorgelebt, wie man Anderen zum Nächsten wird.
Wir beten für die unzähligen Helferinnen und Helfer, die sich für die Notleidenden des Kriegs einsetzen:
Vergilt ihnen all das Gute, das sie bewirken.
Petrus hat dein Wirken in seinem Leben nicht recht glauben können.
Wir beten für uns selbst und alle, die deine Botschaft vernehmen:
Lass uns offen bleiben, für das, was du mit uns im Leben vorhast, und bewahre uns vor zuviel Ängstlichkeit und Unruhe.
In deiner Auferstehung hast du den ewigen Tod besiegt.
Wir beten für alle Menschen, deren Lebenskreis sich geschlossen hat:
Schenke ihnen einen Platz in deinem Reich.
Um all dies bitten wir dich, der du uns Menschen liebst und mit uns lebst -
von Ewigkeit zu Ewigkeit. – Amen.
Durch die aktuellen Krisen sind wir gezwungen, die Welt in einem neuen Licht zu sehen. Das macht uns fassungslos und fällt uns schwer. In dieser Not finden wir kaum die richtigen Worte, mit denen wir uns an dich, unseren Vater, wenden können:
Wir beten für alle Menschen in der Ukraine, deren Kirchengebäude zwar zerstört, deren Glaube aber unzerstörbar ist.
Wir beten für alle, die an den Hebeln der Macht sitzen:
für die, die damit Krieg und Schrecken verbreiten
und für die, die ihre Verantwortung ernsthaft wahrnehmen und geeint Widerstand leisten.
Wir beten für alle Menschen, die unsagbares Leid in den betroffenen Kriegsgebieten erleben
und für die, die sich auf der Flucht befinden und deren Familien auseinandergerissen wurden.
Wir beten für alle, die bereit zum Teilen sind:
für die, die freiwillig spenden,
aber auch für die, die durch Lieferunterbrechungen in der Industrie und Problemen der Energieversorgung Entbehrungen auf sich nehmen müssen.
Wir beten für die zahlreichen Verstorbenen,
für die Opfer in der Zivilbevölkerung
und die gefallenen Soldaten auf beiden Seiten.
Mit all diesen ausgesprochenen und unausgesprochenen Bitten kommen wir zu dir, Vater.
Hab Erbarmen und schenke der Welt Frieden.
Das erbitten wir durch Jesus Christus, deinen geliebten Sohn, unseren Erlöser. - Amen.
Gott und Vater,
auf dem Berg der Verklärung hast du Jesus als deinen auserwählten Sohn geoffenbart.
Durch ihn bitten wir dich:
Für alle Menschen, die einen schwierigen Lebensabschnitt vor sich haben.
Lass sie deiner Nähe und Begleitung gewiss sein.
Für alle, die sich über ihre Lebensziele noch nicht im Klaren sind.
Lass sie durch das Hören auf deine Stimme Orientierung finden.
Für alle, deren Lebenspläne durchkreuzt oder zerschlagen worden sind.
Gib ihnen die Kraft für einen Neubeginn.
Für die Verantwortungsträger in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Gib ihnen den Mut, für das Wohl aller Menschen einzutreten
und ihre ganze Kraft dafür einsetzen.
Für die Gemeinschaft der Kirche.
Heile ihre Wunden und gib ihr Kraft zur Umkehr und Erneuerung.
Für unsere Verstorbenen.
Lass sie den Glanz deiner himmlischen Herrlichkeit schauen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. – Amen.
Gott, unser Vater!
Wenn wir uns im Gebet an dich wenden,
geschieht in uns eine Veränderung.
Wir bitten dich, höre und erhöre unsere Bitten:
Wir bitten dich um deinen Geist,
der deine Kirche wachrüttelt und sie auf Jesu Botschaft hören lässt.
Wir bitten dich um Politiker,
die aus Fehlern der Vergangenheit lernen und die Gegenwart zum Wohl der kommenden Generationen zu gestalten versuchen.
Wir bitten dich für alle, die nach Sinn und Erfüllung in ihrem Leben suchen,
dass sie Antworten auf ihre Fragen finden.
Wir bitten dich besonders in diesen Wochen um Zeiten der Stille und des Gebets,
damit wir die dabei gewonnenen Erfahrungen auch in unseren Alltag integrieren können.
Wir beten um das Licht deiner Herrlichkeit
und Gemeinschaft mit dir für unsere Verstorbenen.
Denn du trittst durch unsere Gedanken, Worte, die uns zugesprochen werden, und vieles mehr in unser Leben.
Für alle Augenblicke, die uns die Augen für dich öffnen,
danken wir dir und loben und preisen dich, jetzt und allezeit. - Amen.
Herr,
das Opfer, das wir feiern,
nehme alle Schuld von uns.
Es heilige uns an Leib und Seele,
damit wir uns in rechter Weise auf das Osterfest vorbereiten.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Fastensonntag
Herr und Gott,
nimm die Gebete und Opfergaben
deiner Gläubigen an.
Lass uns diese heilige Feier
mit ganzer Hingabe begehen,
damit wir einst das Leben
in der Herrlichkeit des Himmels erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 28. Sonntag im Jahreskreis
Allmächtiger Gott,
nimm die Gaben an,
die wir nach deinem Willen darbringen.
Vollende in uns das Werk der Erlösung und der Heiligung
durch die Geheimnisse,
die wir zu deiner Verherrlichung feiern.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 27. Sonntag im Jahreskreis
Gott, unser Vater,
sende über uns und diese Gaben
das Licht deiner Herrlichkeit,
das in deinem Sohn aufgestrahlt ist.
Es vertreibe das Dunkel der Sünde
und mache uns zu Kindern des Lichtes.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. August, Verklärung des Herrn
Guter Gott,
in den Gaben von Brot und Wein
ist dein geliebter Sohn mitten unter uns.
Wie einst auf dem Berg Tabor
Jesus seine Jünger um sich versammelt hat,
so ruft er heute auch uns alle um diesen Tisch zusammen
als eine einzige Gemeinschaft
in der Kraft des Heiligen Geistes.
Dafür danken wir dir durch ihn,
Christus, unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Kehrvers:
Lobet den Herrn, preist seine Huld und Treue. (GL 401)
Wir danken dir Gott, Vater unseres Herrn und Bruders Jesus Christus,
dass du dich auf vielerlei Weise den Menschen zu erkennen gegeben hast.
Mit Abraham hast du einen Bund geschlossen
und ihn zum Stammvater des ersten Gottesvolkes gemacht.
Kehrvers
Mose hast du erwählt,
dass er dein Volk aus der Unterdrückung Ägyptens herausführe
und den Bund mit dir erneuere.
Auf dem Berg Sinai hast du dich ihm geoffenbart
und deine Größe schauen lassen.
Elija, der mit Feuereifer für dich gekämpft hat,
hast du gezeigt, dass der ganz Andere und der Unbegreifliche bist,
der all unsere menschlichen Vorstellungen übersteigt.
Kehrvers
In Jesus hast du dich in deinem Glanz zu erkennen gegeben.
In ihm hast du deine Barmherzigkeit, deine Liebe
und deine Treue aufleuchten lassen.
Durch ihn schenkst du auch uns die Kraft,
unsere Sendung auch dort anzunehmen,
wo sie um das Kreuz nicht herum kommt.
Kehrvers
Mit ihm gehen wir dem Osterfest entgegen,
durch das wir schon jetzt Anteil an deinem ewigen Leben erhalten haben.
Dafür danken wir dir mit allen Heiligen und singen wir mit der ganzen Schöpfung:
Danklied, z. B.: Nun singt ein neues Lied dem Herren (GL 551)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn er hat den Jüngern
seinen Tod vorausgesagt
und ihnen auf dem heiligen Berg
seine Herrlichkeit kundgetan.
In seiner Verklärung erkennen wir,
was Gesetz und Propheten bezeugen:
daß wir durch das Leiden mit Christus
zur Auferstehung gelangen.
Durch ihn rühmen wir deine Größe
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Fastensonntag 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn er enthüllte auf dem Berg der Verklärung
seine verborgene Herrlichkeit,
er ließ vor auserwählten Zeugen
seinen sterblichen Leib im Lichtglanz erstrahlen
und gab den Jüngern die Kraft,
das Ärgernis des Kreuzes zu tragen.
So schenkte er der ganzen Kirche die Hoffnung,
vereint mit ihrem Haupt die ewige Verklärung zu empfangen.
Darum preisen wir deine Größe
und vereinen uns mit den Chören der Engel
zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB 6. August, Verklärung des Herrn
Gott hat Jesus bezeugt und uns als Erlöser und Heiland gesandt.
Mit dem Gebet, dass Jesus uns selbst gelehrt hat,
wollen wir unser Bitten und Anliegen vor Gott bringen.
Dieser ist mein auserwählter Sohn;
auf ihn sollt ihr hören.
(Lk 9,35)
Oder;
Dies ist mein geliebter Sohn,
an dem ich Gefallen gefunden habe:
Auf den sollt ihr hören.
(vgl. Mt 17,5)
Oder:
Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat es gehört,
was Gott denen bereitet, die ihn lieben.
(vgl. 1 Kor 2,9)
Oder:
Selig, die zum himmlischen Hochzeitsmahl geladen sind.
(Offb 19,9)
Gott, du hast viele Namen,
und die Haut deiner Kinder ist weiß, schwarz, gelb oder rot.
Alle zusammen bilden wir deine große Familie.
Wir vergessen nur manchmal darauf,
dass es keine Rangordnung geben soll
unter uns Menschen.
Wir vergessen manchmal darauf,
dass niemand von uns auf Kosten der anderen leben darf.
Wir vergessen darauf,
dass wir Verantwortung haben füreinander,
egal wie weit weg die anderen sind.
Du gibst uns diese Fastenzeit als neue Chance,
als Einladung,
dir und den Mitmenschen näher zu kommen.
Du lädst uns ein,
wenn wir bereit sind dir zu folgen.
Dann dürfen auch wir sagen:
Es ist gut, dass wir hier sind,
es ist gut, in deiner Nähe zu sein,
du unser Gott.
Herr,
du hast uns im Sakrament
an der Herrlichkeit deines Sohnes Anteil gegeben.
Wir danken dir,
daß du uns schon auf Erden teilnehmen läßt
an dem, was droben ist.
Durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Fastensonntag
Herr, unser Gott,
was kein Auge gesehen und kein Ohr vernommen,
was keines Menschen Sinn erfahren hat,
das hast du denen bereitet, die dich lieben.
Die heilige Speise, die wir empfangen haben,
mehre in uns die Kraft des Herzens.
Gib uns, Herr, wahre Weisheit:
Mach uns demütig vor dir
und geschwisterlich unter den Menschen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Schlussgebete zur Auswahl 1
Herr, unser Gott,
in der Verklärung deines Sohnes
wurde der Glanz seiner Gottheit offenbar.
Lass uns durch den Empfang der himmlischen Speise
seinem verherrlichten Leib gleichgestaltet werden.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB 6. August, Verklärung des Herrn
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast uns, die wir noch auf Erden leben,
deine göttlichen Geheimnisse anvertraut.
Lenke unser Sinnen und Verlangen zum Himmel,
wo Christus als Erster der Menschen bei dir ist,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Christi Himmelfahrt
Gott,
du hast dich uns gezeigt im Wort vom Heil
und im Sakrament der Gegenwart deines Sohnes.
Lass uns nun hinausgehen in diese Welt,
der Feier des hohen Osterfestes entgegen.
Mach uns empfindsam für die Nöte der Menschen,
in unserer Nähe und überall auf der Welt.
Schenke uns gerade jetzt in dieser Zeit die Bereitschaft
für Frieden und Gerechtigkeit zu beten und zu handeln.
So bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.
Erliege auch ich
den Versuchungen - unserer Zeit
Alles viel zu schnell und viel zu viel
Das „Ich muss noch schnell“
ist geeignet dazu
nicht nur Aufgaben
sondern auch mich selbst gleich dazu zu erledigen
Wieso schnell
frag ich mich dann
Schnell wird Wesentliches
übersehen
übergangen
überdeckt
Zu schnell
kann ich außer Atem kommen
und ich bin dann schnell
außer mir
Der Geist führt Jesus in die Wüste
um ganz zu sich zu kommen
Zu sich
zum WESENtlichen
Welchen Versuchungen erliege ich
zu schnell
Etwa dem
Zu viel?
Was ist - mir
schon längst zu viel?
Zu viel an aufdringlicher Werbung
ich brauch das allermeiste nicht
Zu viele Geräuschkulissen
ich meide sie
Zu viel im „Netz“
rund um die Uhr Surfmöglichkeit
Zu viel Druck
den ich mir auch selber mache
Ich atme durch
und beSINNe mich
Wohin will ich eigentlich mit meinem Leben?
40 Tage hätt‘ ich Zeit
entschleunigt und ohne Druck
mich auf diese Such-Frage
einzulassen
JETZT ist ein guter Anfang
Federleicht
wie Vogelfedern
erdenschwer
wie Ackerschollen
strahlend helle
Taborstunden
im Dunkel geweinte
Kreuzestode
Gewissheit
der Verwandlung
der Wiederkunft
der Auferstehung
Ilse Pauls (unveröffentlicht)
Land zu eigen bekommen
mein Eigentum nennen
mir zu eigen machen
das heißt:
ich habe die Verantwortung
ich muss damit gut umgehen
ich will damit gut umgehen
denn all mein Land-Eigentum endet
spätestens mit meinem Tod
mir etwas zu eigen machen
das heißt:
es hüten
sorgsam bewahren
und
schützen
für die
die nach mir kommen
ob eigene Kinder
oder fremde
meine Aufgabe ist es
ZUKUNFTSRAUM
zu schaffen und
zu bewahren
wenn ich so sorgend handle
dann kann ich mit Freude schauen
auf ein
JETZT
und eine
ZUKUNFT
Land zu eigen bekommen
heißt aber nicht nur
„das Land mit Brief und Siegel“
gemeint ist
diese ganze Welt
ist Gottes ganze Schöpfung
gemeint ist „meine Welt“
die schon längst euch gehört
geliebte Kinder
Beatrix Senft
Herr, lass mich Liebe erfahren,
dass ich von dieser Liebe weitergeben kann an andere.
Herr, lass mich Geborgenheit erfahren,
dass sich andere bei mir bergen können.
Herr, lass mich Trost erfahren, auch in DIR,
damit ich in die Welt gehen kann, um zu trösten.
Herr, schenke Du mir die Kraft, gut auf mich zu achten,
damit ich achtsam mit anderen Menschen umgehen kann.
Herr, schenke DU mit Gnade und Verzeihung,
damit ich es lernen kann, hinzugehen Streit zu beenden oder zu schlichten.
Herr lass mich Licht sehen,
damit ich hinausgehen kann zu den Menschen, wo Finsternis ist und Kummer.
Herr, lass mich Freude erfahren,
dass ich hinaustanze in das Leben und dich verkünde.
Herr, mache mich zu deiner Botin (deinem Boten)
und leite mich. - Amen.
Beatrix Senft
Vater unser
der du bist
nicht nur
thronend im Himmel
geheiligt werde dein Name
dein Reich soll anbrechen
im Hier und Heute
so soll dein Wille geschehen
du schenkst uns
das Brot des Lebens
Speise willst du sein
Sättigung für Leib und Seele
an deiner Heilszusage
lässt DU uns verzeihend
teilhaben
hilf auch uns
zu Verzeihung
und
zur Versöhnung
damit
ein Miteinander
in deinem Sinne
gelingt
und lass uns
den Versuchungen
der Abgrenzung
der Lieblosigkeit und
der Hartherzigkeit
widerstehen
damit deine Liebe und
Güte
in dieser Welt
sichtbar werden
lass durch uns
dein Heil
aufleuchten und
schenke uns Kraft
aus DIR
so wollen wir
mitwirken
an deinem Reich und
unsere Hoffnung
setzen auf
deine Herrlichkeit
in Ewigkeit
Amen
Beatrix Senft
Am Anfang dieses neuen Tages
(dieser neuen Woche)
lege ich alles bei DIR ab
was mich belastet
aus den Gedanken der Nacht
was mich niederdrückt
aus Vergangenem
auch mein Bangen
was der neue Tag
(die neue Woche)
mir abverlangt
ob ich allem
gewachsen sein werde
lege ich bei DIR ab
am Morgen dieses neuen Tages
(dieser neuen Woche)
halte ich mich DIR hin
mit geöffneten Händen
mit offenem Herzen
schenke mir Achtsamkeit
für mich
damit ich auch andere
gut achten kann
schenke mir Sinne
die auch die kleinen Freuden
dieses Tages
wahrnehmen
Herr
füll mich neu
dass ich gestärkt gehe
lege
deinen Segen
auf mich
und
lass mich
zum Segen werden
Beatrix Senft
Herr
lass Hoffnung leuchten
über unserer Angst
stärke unser Vertrauen
dass
DU
in aller Ungewissheit
und
allen Anfechtungen
an unserer Seite bist
lass uns spüren
dass deine
begleitende und
tragende
LIEBE
uns umgibt
wie bergende Hände
Beatrix Senft
Klare Aussicht auf das LEBEN
durch ALLES hindurch
Wolkenverhangen bisweilen
Gedanken und Gefühle
So klar ist es nicht immer
dass darin Gott zu mir spricht
Glücksmomente
wie auf dem Berg
sind in keiner Hütte zu fassen
und in keinem Palast
Es sind die Glücksmomente
die ihre Kraft entfalten
wenn der Weg plötzlich
zum Kreuzweg wird
‚Gespeicherte‘ Lichtmomente
wirken tragend
in der Schwere des Leidens
dunkler Stunden
Ein-Blick in die Fülle des Lichts
Geheimnisvolle Verheißung …
in den Mühen des Alltags
Ein Gebet lässt dein Gesicht erstrahlen
„Und führe uns nicht in Versuchung“, wie es etwa in der deutschen und auch in der italienischen Version des Vaterunser heißt, sei „keine gute Übersetzung“, sagte der Papst in einem Interview mit dem italienischen Sender TV2000. „Lass mich nicht in Versuchung geraten“ wäre besser, so Franziskus. „Ich bin es, der fällt, aber es ist nicht er, der mich in Versuchung geraten lässt.“ Ein Vater mache so etwas nicht. „Ein Vater hilft, sofort wieder aufzustehen. Wer dich in Versuchung führt, ist Satan.“
Damit folgt der Papst den Bischöfen in Frankreich, die erst vor Kurzem die französische Übersetzung genau in diesem Sinne überarbeitet haben. Dort heißt es jetzt: „Et ne nous laisse pas entrer en tentation“ (früher: „Ne nous soumets pas à la tentation“). Solche Änderungen bedürfen natürlich der Genehmigung des Vatikan. Insofern konnte man schon ahnen, dass auch Papst Franziskus persönlich die Änderung billigt. Dass er die Debatte nun aber auch selbst vorantreibt, ist dennoch eine Überraschung.
An der Sache mit der Versuchung hat es in der Vergangenheit immer wieder Unbehagen gegeben. So sehr, dass sich sogar der Katechismus, das verbindliche Glaubenslehrbuch für Katholiken weltweit, Anfang der 1990er-Jahre vorsichtig davon distanziert hat. Unter Nummer 2846 heißt es im Katechismus: „Wir bitten unseren Vater, uns nicht in Versuchung zu ,führen‘. Es ist nicht einfach, den griechischen Ausdruck, der so viel bedeutet wie ,lass uns nicht in Versuchung geraten‘ oder ,lass uns ihr nicht erliegen‘, in einem Wort wiederzugeben. ,Denn Gott kann nicht in die Versuchung kommen, Böses zu tun, und er führt auch selbst niemanden in Versuchung‘ (Jak 1,13); er will uns vielmehr davon befreien.“
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron richtet sich an die "Bürgerinnen und Bürger Europas" und fordert einen "Neubeginn der Europäischen Union" und einen Weg aus der Sackgasse Brexit.
Sein Brief in voller Länge.
https://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/5589565
Die Mühe des Anstiegs
Die verdunkelnde Wolke
Der Klang unsichtbarer Worte
Die Stille
Das Licht
Der Zweifel
Die Liebe
Das Dunkel
Die göttliche Stimme
Das Schweigen
Die Trauer
Die Hoffnung
Die Angst
Das Ringen
Das Leid
Der Tod
Das Leben
Er-gibt zusammen
Erfüllung …
Sie alle kennen sicher die sogenannten sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit: Hungrige speisen, Durstige tränken, Fremde herbergen, Nackte bekleiden, Kranke pflegen, Gefangene besuchen, Tote bestatten.
Weniger bekannt sind die sieben geistigen Werke der Barmherzigkeit: Dem Rat geben, der ihn braucht; den lehren, der nichts weiß; den korrigieren, der irrt; den Traurigen trösten; die Beleidigungen verzeihen; die unangenehmen Menschen mit Geduld ertragen; und schließlich: beten.
Der frühere Erfurter Bischof Joachim Wanke hat diese Werke der Barmherzigkeit versucht neu zu beschreiben. Ich möchte diese Umschreibung mit eigenen Anmerkungen „auffüllen“. Was sind also die Werke der Barmherzigkeit für uns heute, in unserer Sprache und im Verständnis? Ein Versuch.
1. „Einem Menschen sagen: Du gehörst dazu“
Ja, bewusst auch den am Rande der Gesellschaft stehenden, denen ohne Arbeit, den psychische Kranken, auch in unseren christlichen Gemeinden, den Jungen, den Arbeitern, Fremden...
2.“ Ich höre dir zu“
Paradoxerweise: In unserer medialisierten Welt wimmelt es nur so von Kommunikation. Jeder hat sein Handy. Die „SMS“ werden nur so hin und hergeschrieben, Twitter, facebook... Und trotzdem: Haben wir wirklich Zeit zuzuhören?
3. „Ich rede gut über dich“
Unser Papst hat eine der Wurzelsünden beschrieben: Das bösartige, schlechte Reden über andere, den Klatsch, der ist oft Gift für Gemeinschaften, Gemeinden, für die Politik und auch die Kirche.
4. „Ich gehe ein Stück mir dir“
Mit einem guten Rat, mit Hilfe, mit konkretem Tun, auch als Christen - oft im Verborgenen.
5. „Ich teile mit dir“
Ein Teilen an Gaben, aber auch an finanziellen Möglichkeiten. Hier fällt sicherlich auch die Hilfe für die Flüchtlinge mit hinein. Viele haben in den letzten Monaten geholfen. Großartig! Wir haben als Gemeinde neu gelernt. Keine „frommen“ Predigten, sondern konkrete Hilfe!
6. „Ich besuch dich“
Besuch schafft Gemeinschaft. Auch in den Pfarren. Eine neue Art von Besuchsdienst in diesem Hl. Jahr wäre eine schöne, konkrete Tat.
7. „Ich bete für dich“
Wer für andere betet, schaut auf sie mit anderen Augen. Es tut gut, wenn wir wissen, dass jemand für uns betet. Das können auch Großeltern für ihre Enkel sein. Das können auch Menschen sein, die in spannungsgeladenen Familien und Gemeinschaften beten. Es kann Wunder wirken. Auch bei uns selbst. Beten wir bewusst auch für unsre Feinde, für unsere Gegner in so vielen Bereichen des Lebens!
»Hätten unsere Augen keine Tränen, hätte unsere Seele keinen Regenbogen«, heißt ein indianisches Sprichwort, das ich gerne weitererzähle. Unser Leben wird beziehungsreicher und farbiger, wenn wir miteinander die Kunst des Sterbens einüben im jetzigen Augenblick.
Mystische Menschen fragen nämlich auch, ob es ein Leben vor dem Tode gibt. Sie gehen in diesem Leben an die Grenzen, sie wagen Außerordentliches, weil ihre Sehnsucht nach der Ewigkeit unendlich ist. Leben und Sterben gehören zusammen, denn in beidem können wir erfahren, dass die Liebe stärker ist als der Tod. Der Apostel Paulus spricht in seiner Taufspiritualität vom Sterben und Auferstehen mit Christus (Römer 6). Getauft sein heißt, ein Leben lang und auch im Tode in dieses Geheimnis hineinzuwachsen. Im Begleiten von Sterbenden und Menschen in Trauer erlebe ich intensivstes Leben. So viele kleinliche Alltagssorgen werden relativiert, weil das Wesentliche uns Fenster und Türen öffnet zur Ewigkeit.
Die Jüdin und Widerstandskämpferin Etty Hillesum (1914-1943), die in Auschwitz-Birkenau ermordet wurde, kann in ihren atemberaubenden Tagebucheinträgen in paradoxen Worten von dieser Intensität schreiben, die sich uns angesichts des Todes zeigen kann: »Ich bin schon tausend Tode in tausend Konzentrationslagern gestorben. Ich weiß über alles Bescheid und neue Nachrichten beunruhigen mich nicht mehr. Auf eine oder andere Art ist mir das alles bewusst. Und doch finde ich das Leben schön und sinnvoll. jede einzelne Minute.« Wie kann sie solche Worte schreiben? Bei ihr findet sich auch eine überzeugende Umschreibung von Mystik: »Mystik muss auf kristallklarer Ehrlichkeit beruhen. Nachdem man zuvor Dinge bis zur nackten Realität durchforscht hat.«
Eine mystische Lebensgestaltung bestärkt uns, dem Leben mit seiner Schönheit und Brutalität in die Augen zu schauen, dazu gehört auch der Tod. Da wird Spiritualität als Beziehungsgeschehen erfahren, wie dies die Ärztin und Theologin Monika Renz eindrücklich in ihrer Sammlung »Grenzerfahrung Gott. Spirituelle Erfahrung in Leid und Krankheit« beschreibt. Von 251 betreuten Patientinnen und Patienten machten 135 tiefgreifende mystische Erfahrungen, die sie in fünf Erfahrungsweisen aufteilt: Einheitserfahrungen, Gegenüber-Erfahrungen, Väterlich-mütterliche Gotteserfahrungen, Gott des Inmitten und Gott der Energie. Die Lebenskraft in diesen Sterbeprozessen mit einer Fülle von Gefühlen wie Trauer, Wut, Vertrauen, Empörung, Annahme lässt aufhorchen. Auferstehung wird schon im Hier und Jetzt erfahren. Loslassen wird zum Lebensziel, das uns dem Einssein mit allem näherbringt, wie dies der Franziskanerpater Richard Rohr (geb. 1943) als Ziel aller Religionen anzeigt »Das wahre Ziel aller Religionen ist es, uns an jenen Ort zurückzuführen, wo alles eins ist, wo wir zur Urerfahrung der Einheit zurückfinden: zur Erfahrung der Einheit mit uns selber, zur Erfahrung radikaler Einheit mit der ganzen Menschheit und deshalb zur Erfahrung der Einheit mit Gott. Religion hat keinen anderen Zweck als diese Reise zu ermöglichen.«
Diese Reise beginnt mit der Geburt und sie vollendet sich im Tode. Wenn im christlichen Credo von der »Auferstehung des Fleisches« die Rede ist, dann verstehe ich es im Sinne dieses Einsseins mit allem, das sich auch nicht durch den Tod trennen lässt. Dazu gehört auch die Überzeugung von einer Leib-Geist-Seele-Einheit. Sie verweist mich intuitiv auf diese Hoffnung, dass unser ganzes Leben, unsere Freude, unsere Tränen, unsere Küsse, unser Engagement im Tod für immer gut aufgehoben sind. Der evangelische Mystiker Friedrich Christoph Oetinger (1702-1782) sagt »Alle Wege Gottes enden in der Leiblichkeit.« An den menschgewordenen Gott zu glauben, heißt mit allen Sinnen lieben und glauben in alle Ewigkeit. Der Theologe Jürgen Moltmann (geb. 1926) spricht überzeugend von der »Auferstehung des gelebten Lebens«, weil wir identisch sind mit dem erfahrenen und gelebten Leib. Dieser Leib ist von der Liebe bewohnt und diese Kraft der Liebe ist ewig.
Auch in dieser Auferstehungshoffnung muss das Christentum sich nicht überheblich abgrenzen von anderen religiösen Erfahrungen, sondern es kann befreiend das Verbindende erkennen. Dem Theologen und Psychotherapeuten Eugen Drewermann (geb. 1940) gelingt es in poetisch-wissenschaftlich-mystischer Sprache, diese Verbindung aufzuzeigen, zum Beispiel in seinem Buch »Ich steige hinab in die Barke der Sonne. Meditationen zu Tod und Auferstehung«. Schon im Alten Ägypten findet sich die Vorstellung, dass unser Leben nach dem Tod weitergeht. Darum darf die Auferstehungshoffnung nicht als christliches Sondergut gesehen werden, sondern ist »als menschheitlich« zu sehen.
Diese verbindende Offenheit befreit zu einem Credo, das unser Vertrauen in die Ewigkeit stärkt. Denn nach Eugen Drewermann lehrte uns Jesus, »dass Gott uns nicht Formen der Sehnsucht und Hoffnung ins Herz gelegt hat, die nicht in Wahrheit auch stimmen. Wir können den Auferstandenen nur sehen, weil wir sein Bild in uns tragen, und er begegnet uns nur als "außerhalb" von uns, weil er zutiefst in uns lebt. Aber lebte er nicht in uns, entspräche den "Bildern" des ewigen Lebens nicht eine Wirklichkeit, die an sich bei Gott besteht, und es ist in alle Ewigkeit die Person und das Wesen dieses Jesus von Nazareth, deren Güte und Sanftmut unsere Seele so sehr verzaubert und anregt, dass sie all diese Bilder des Lebens in uns zu finden und festzuhalten vermag, die uns auf immer bezeugen: Es gibt keinen Tod.«
Eine mystische Spiritualität ist darum für mich eine Herzensspiritualität, in der ich beherzt meinen inneren Bildern traue. Ich weiß nicht, wie wir weiterleben nach dem Tode. Ich will es auch gar nicht wissen, mir genügt die Sehnsucht und die Lebenserfahrung, die mir immer wieder aufzeigt, wie mir nichts genommen werden kann von all dem, was ich erlebe, und wie mich dies ganz tief verbindet mit allem, in diesem Augen-Blick und in alle Ewigkeit.
Wenige Dinge fördern das Gespräch mit Christus so sehr wie das Stillschweigen. Das Schweigen, das ich hier meine, ist natürlich das innere Schweigen des Herzens, ohne das man die Stimme Christi einfach nicht vernehmen kann. Es ist für viele sehr schwer, dieses innere Schweigen zu verwirklichen: Schließen Sie einmal für einen Augenblick die Augen, und achten Sie einmal auf das, was in Ihnen vorgeht. Man darf wohl annehmen, daß Sie von Gedankenwogen überflutet werden, denen Sie sich nicht entgegenstemmen können - Sprechen, Sprechen, Sprechen (das ist es nämlich, was Denken gemeinhin ist: Selbstgespräch) -, Lärm, Lärm, Lärm: meine innere Stimme im Wettstreit mit den Stimmen und Bildern anderer, die durch ihr Geschrei meine Aufmerksamkeit auf sich lenken wollen. Welche Chancen hat die leise Stimme Gottes da noch in all diesem Krach und Betrieb?
Das äußere Schweigen ist eine große Hilfe zur Verwirklichung des inneren Schweigens. Wenn Sie es nicht fertigbringen, das äußere Schweigen zu wahren, das heißt, wenn es Ihnen unerträglich ist, den Mund zu halten, wie wollen Sie dann das Schweigen im Innern aushalten? Wie wollen Sie Ihren inneren Mund halten? Schweigen aushalten zu können, ist ein recht gutes Merkmal für geistliche (und sogar geistige und emotionale) Tiefe. Es ist möglich, daß der Lärm in Ihrem Innern noch lauter, daß Ihre Zerfahrenheit noch größer wird und Sie noch unfähiger werden, zu beten. Das liegt nicht am Schweigen. Der Lärm war schon immer da. Das Schweigen hebt ihn nur in Ihr Bewußtsein und gibt Ihnen die Chance, ihn zu dämpfen und seiner Herr zu werden.
Jesus heißt uns, die Tür zu schließen, wenn wir beten wollen. Wir schließen offensichtlich die übrige Welt nicht aus unserem Herzen aus, denn wir pflegen ihre Anliegen in unser Beten einzuschließen. Doch die Tür muß fest verschlossen sein, wenn der Lärm der Welt nicht hereinkommen und die Stimme Gottes ersticken soll, zumal in den Anfangsstadien, wenn uns die Konzentration Mühe macht. Der Anfänger im Gebet braucht nicht weniger Konzentration als ein Anfänger in der Mathematik, der keine schwierige Aufgabe lösen kann, wenn großer Lärm um ihn herum ablenkt. Es kommt die Zeit, da der Gebetsschüler wie der Mathematikschüler so sehr von seiner Materie gepackt wird, daß kein noch so großer Lärm seinen Geist von dem ablenken kann, was ihn voll beschäftigt. Doch in den Anfangsstadien sollte er demütig sein und zugeben, daß er Ruhe und Stillschweigen braucht.
Viele Heiligen priesen das Stillschweigen mit beruhen Worten. In einem Buch von Thomas Merton stieß ich auf zwei schöne Zitate. Das eine stammt von Isaak von Ninive, einem syrischen Mönch. Was er sagt, trifft ebenso auf den Einsiedler in der Wüste zu wie auf den Apostel im Herzen der modernen Großstadt. "Viele sind dauernd auf der Suche", sagt er, "doch nur diejenigen finden, die dauernd im Schweigen verharren ... Jeder, der im Wortgeklingel schwelgt, ist - mag er auch Wunderbares sagen - in seinem Inneren leer. Liebst du die Wahrheit, liebe das Schweigen. Das Schweigen wird dich wie das Sonnenlicht in Gott erleuchten und dich von den Trugbildern der Unwissenheit befreien. Das Schweigen wird dich mit Gott selbst vereinen... Liebe das Schweigen über alles: Es bringt dir eine Frucht, die keine Zunge beschreiben kann. Anfangs müssen wir uns zum Stillschweigen zwingen. Dann aber wird etwas geboren, das uns zum Stillschweigen hinzieht. Möge Gott dich dieses 'Etwas' verkosten lassen, das aus dem Schweigen geboren wird. Übe dich doch darin, so wird dir ein unsägliches Licht aufgehen ... Nach einiger Zeit wird im Herzen dieser Übung eine gewisse Wonne geboren, und der Leib wird geradezu mit Gewalt dahin geführt, im Stillschweigen auszuharren."
Als Grieche versteht Lukas die Geschichte als den Ort, an dem Gott den Menschen erscheint. Das »kai egeneto und es geschah« ist das Wort, das Lukas wohl am meisten liebt. Jesu Leben war ein Geschehen, ein geschichtliches Ereignis. Was geschieht, hat Bedeutung für die Menschen. Es bewegt die Menschen. Es bewirkt in den Menschen Heilung und Erlösung. Was damals geschehen ist, das wird im Gottesdienst immer wieder gegenwärtig. Das Gedächtnis versetzt die Taten Gottes in der Geschichte für die Teilnehmer an der Liturgie in die Gegenwart. Die Menschen, die sich im Gottesdienst an die Geschichte Jesu erinnern, werden von dieser Geschichte innerlich berührt und verwandelt. Indem im Lauf des Kirchenjahres der Geschichte Jesu immer wieder im Gottesdienst gedacht wird, gräbt sie sich immer mehr in die Weltgeschichte ein und setzt sich durch. Dadurch wirkt sich die Erlösung, die im Heilsjahr Jesu geschehen ist, am Menschen aus und erreicht alle Generationen. Der Mensch ist wesentlich geschichtlich. Er entfaltet sein Wesen in der Geschichte. Er ist immer schon geprägt von der Geschichte. Er kommt zu seinem Selbst nur im Rückbezug auf die Geschichte. Lukas nimmt die Geschichtlichkeit des Menschen ernst. Auch die Erlösung geschieht in der Geschichte und wirkt sich in ihr aus. Lukas ist mit der griechischen Geschichtsphilosophie vertraut, für die die Wirkungsgeschichte immer schon zum Geschehen hinzugehört. Gedächtnis und Erinnerung sind die beiden Wege, auf denen das Geschehen seine Wirkungsgeschichte entfaltet und sich in unserem geschichtlichen Sein auswirkt. Das Gedächtnis der Heilsgeschichte, die in Jesus ihren Höhepunkt hatte, setzt das Vergangene gegenwärtig, damit wir uns von seinem Anspruch betreffen lassen. Die Erinnerung verinnerlicht das, was geschehen ist, damit es das Herz des Menschen prägt. Auf diesem Weg erreicht uns heute die Erlösung durch Jesus Christus.

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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Die erste Lesung des 2. Fastensonntags erzählt vom Bundesschluß Gottes mit Abraham. Abraham wird als das große Vorbild des Glaubens dargestellt. Auf die Verheißung Gottes hin hat er, ohne etwas Konkretes in der Hand zu haben, seine Heimat verlassen, um das neue verheißene Land zu suchen. All das ist aber wertlos angesichts seiner Kinderlosigkeit. Ein Land in Besitz nehmen - für wen?
In einem eindrucksvollen Bild des orientalischen Sternenhimmels bekräftigt Gott Abraham gegenüber seine Zusage. Abraham erbittet ein Zeichen, an dem erkennen könne, daß er das Land zu eigen bekomme. Ein Zeichen zu erbitten ist in der Vorstellung des Verfassers nicht ungewöhnlich (vgl. Mose und Gideon).
Gott fordert Abraham auf, eine Ritual vorzubereiten, wie man es vornahm, wenn jemand einen feierlichen Schwur leitstete. Man zerteilte Opfertiere und legte sie si auf den Boden, daß der Schwörende zwischen den Stücken durchgehen konnte. So wie dem Opfertier werde es ihm ergehen, wenn er seinen Schwur nicht hält ...
Das besondere an diesem Schwur ist jedoch, daß in dem nächtlichen Erlebnis des Abraham Gott selbst zwischen den Opferstücken hindurchschreitet. Er schwört Abraham und seinen Nachkommen, seine Versprechen zu halten.
Abraham fordert Gott heraus. Er will wissen, ob die Verheißung Jahwes sich erfüllt. Abraham glaubt, und das wird ihm als "Gerechtigkeit" angerechnet. Und Gott - er bekräftigt seine Verheißung Abraham gegenüber, wenngleich die Art und Weise befremdet.
Der Glaube Abrahams wird auf die Probe gestellt, die Verwirklichung der Verheißungen verzögert sich. Dann werden sie erneuert und durch einen Bund besiegelt. Die Landverheißung steht an der ersten Stelle (vgl. Einheitsübersetzung mit dem Kommentar der Jerusalemer Bibel).
Tatsache ist, dass Gott nicht hinter sein Wort zurückgeht und es von menschlicher Seite her anscheinend immer wieder eine "Absicherung" bzw. Bestätigung braucht, damit Vertrauen und Glauben einen festen Sitz im Leben haben.
Die alttestamentliche Perikope aus dem Buch Genesis beschreibt die Grenzziehung für das "Versprochene Land" zwischen Nil und Euphrat. Anhand dieser Vätergeschichte wird deutlich, welches Territorium der spätere Auszug aus Ägypten zum Ziel hat.
Die Landübergabe wird rituell bestätigt, womit das Versprechen besiegelt ist - und von orthodoxen Juden als bindend bis heute angesehen wird.