Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Exodus.
In jenen Tagen weidete Mose
die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro,
des Priesters von Midian.
Eines Tages trieb er das Vieh über die Steppe hinaus
und kam zum Gottesberg Horeb.
Dort erschien ihm der Engel des HERRN
in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusch.
Er schaute hin:
Der Dornbusch brannte im Feuer,
aber der Dornbusch wurde nicht verzehrt.
Mose sagte:
Ich will dorthin gehen
und mir die außergewöhnliche Erscheinung ansehen.
Warum verbrennt denn der Dornbusch nicht?
Als der HERR sah, dass Mose näher kam, um sich das anzusehen,
rief Gott ihm mitten aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose!
Er antwortete: Hier bin ich.
Er sagte: Komm nicht näher heran!
Leg deine Schuhe ab;
denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.
Dann fuhr er fort:
Ich bin der Gott deines Vaters,
der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.
Da verhüllte Mose sein Gesicht;
denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.
Der HERR sprach:
Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen
und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört.
Ich kenne sein Leid.
Ich bin herabgestiegen,
um es der Hand der Ägypter zu entreißen
und aus jenem Land hinaufzuführen
in ein schönes, weites Land,
in ein Land, in dem Milch und Honig fließen.
Und jetzt geh!
Ich sende dich zum Pharao.
Führe mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten heraus!
Da sagte Mose zu Gott:
Gut, ich werde also zu den Israeliten kommen
und ihnen sagen:
Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt.
Da werden sie mich fragen: Wie heißt er?
Was soll ich ihnen sagen?
Da antwortete Gott dem Mose:
Ich bin, der ich bin.
Und er fuhr fort:
So sollst du zu den Israeliten sagen:
Der Ich-bin hat mich zu euch gesandt.
Weiter sprach Gott zu Mose:
So sag zu den Israeliten:
Der HERR, der Gott eurer Väter,
der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs,
hat mich zu euch gesandt.
Das ist mein Name für immer
und so wird man mich anrufen von Geschlecht zu Geschlecht.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Exodus.
In jenen Tagen weidete Mose
die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro,
des Priesters von Midian.
Eines Tages trieb er das Vieh über die Steppe hinaus
und kam zum Gottesberg Horeb.
Dort erschien ihm der Engel des HERRN
in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusch.
Er schaute hin:
Der Dornbusch brannte im Feuer,
aber der Dornbusch wurde nicht verzehrt.
Mose sagte:
Ich will dorthin gehen
und mir die außergewöhnliche Erscheinung ansehen.
Warum verbrennt denn der Dornbusch nicht?
Als der HERR sah, dass Mose näher kam, um sich das anzusehen,
rief Gott ihm mitten aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose!
Er antwortete: Hier bin ich.
Er sagte: Komm nicht näher heran!
Leg deine Schuhe ab;
denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.
Dann fuhr er fort:
Ich bin der Gott deines Vaters,
der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.
Da verhüllte Mose sein Gesicht;
denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.
Der HERR sprach:
Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen
und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört.
Ich kenne sein Leid.
Ich bin herabgestiegen,
um es der Hand der Ägypter zu entreißen
und aus jenem Land hinaufzuführen
in ein schönes, weites Land,
in ein Land, in dem Milch und Honig fließen,
in das Gebiet der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter,
Hiwiter und Jebusiter.
Jetzt ist die laute Klage der Israeliten zu mir gedrungen
und ich habe auch gesehen,
wie die Ägypter sie unterdrücken.
Und jetzt geh!
Ich sende dich zum Pharao.
Führe mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten heraus!
Mose antwortete Gott:
Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen
und die Israeliten aus Ägypten herausführen könnte?
Er aber sagte:
Ich bin mit dir;
ich habe dich gesandt
und als Zeichen dafür soll dir dienen:
Wenn du das Volk aus Ägypten herausgeführt hast,
werdet ihr Gott an diesem Berg dienen.
Da sagte Mose zu Gott:
Gut, ich werde also zu den Israeliten kommen
und ihnen sagen:
Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt.
Da werden sie mich fragen: Wie heißt er?
Was soll ich ihnen sagen?
Da antwortete Gott dem Mose:
Ich bin, der ich bin.
Und er fuhr fort:
So sollst du zu den Israeliten sagen:
Der Ich-bin hat mich zu euch gesandt.
Weiter sprach Gott zu Mose:
So sag zu den Israeliten:
Der HERR, der Gott eurer Väter,
der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs,
hat mich zu euch gesandt.
Das ist mein Name für immer
und so wird man mich anrufen von Geschlecht zu Geschlecht.
Kv - Gnädig und barmherzig ist der Herr,
voll Langmut und reich an Huld. – Kv
Oder GL 518
Preise den HERRN, meine Seele,
und alles in mir seinen heiligen Namen!
Preise den HERRN, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! - Kv
Der dir all deine Schuld vergibt
und all deine Gebrechen heilt,
der dein Leben vor dem Untergang rettet
und dich mit Huld und Erbarmen krönt. - Kv
Der HERR vollbringt Taten des Heils,
Recht verschafft er allen Bedrängten.
Er hat Mose seine Wege kundgetan,
den Kindern Israels seine Werke. - Kv
Der HERR ist barmherzig und gnädig,
langmütig und reich an Huld.
Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,
so mächtig ist seine Huld über denen, die ihn fürchten. - Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Ihr sollt wissen, Brüder und Schwestern,
dass unsere Väter alle unter der Wolke waren,
alle durch das Meer zogen
und alle auf Mose getauft wurden in der Wolke und im Meer.
Alle aßen auch die gleiche geistgeschenkte Speise
und alle tranken den gleichen geistgeschenkten Trank;
denn sie tranken aus dem geistgeschenkten Felsen,
der mit ihnen zog.
Und dieser Fels war Christus.
Gott aber hatte an den meisten von ihnen kein Gefallen;
denn er ließ sie in der Wüste umkommen.
Das aber geschah als warnendes Beispiel für uns:
damit wir uns nicht von der Gier nach dem Bösen
beherrschen lassen,
wie jene sich von der Gier beherrschen ließen.
Werdet nicht Götzendiener wie einige von ihnen;
denn es steht in der Schrift:
Das Volk setzte sich zum Essen und Trinken;
dann standen sie auf, um sich zu vergnügen.
Lasst uns nicht Unzucht treiben,
wie einige von ihnen Unzucht trieben!
Damals kamen an einem einzigen Tag
dreiundzwanzigtausend Menschen um.
Lasst uns auch nicht Christus auf die Probe stellen,
wie es einige von ihnen taten,
die dann von Schlangen getötet wurden!
Murrt auch nicht, wie einige von ihnen murrten;
sie wurden vom Verderber umgebracht!
Das aber geschah an ihnen,
damit es uns als Beispiel dient;
uns zur Warnung wurde es aufgeschrieben,
uns, die das Ende der Zeiten erreicht hat.
Wer also zu stehen meint,
der gebe Acht, dass er nicht fällt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Paulus betont in all seinen Briefen immer wieder die Freiheit des Christenmenschen, des Getauften in Jesus Christus. Im heutigen Abschnitt aus dem 1. Korintherbrief mahnt der Apostel aber vor einer falschen Sicherheit. Er mahnt eindringlich, dass auch Christen nach wie vor die Möglichkeiten zum Guten und zum Bösen haben. Zuviel Sicherheit macht unkritisch gegenüber sich selbst und den eigenen Fehlern und Sünden. So sagt er: "Wer also zu stehen meint, der gebe acht, dass der nicht fällt" (V. 12).
Paulus verwendet Bilder des Alten Testamentes und zeigt Parallelen vom Durchzug des Volkes Israel durch das Meer und der Taufe der Christen. Die Speisung mit Manna in der Wüste vergleicht er mit den Abendmahl.
Gott ist für Paulus der Retter. - Und in Jesus Christus ist dieser rettende Gott sichtbar geworden. Mit der geschenkten Freiheit, die in der Taufe grundgelegt ist, muss nach Paulus achtsam umgegangen werden, um wirklich frei leben zu können. D.h. frei vom Bösen und frei von Sünde.
In diesem Abschnitt aus dem ersten Korintherbrief greift Paulus Israel als Vorbild auf und schafft Bezüge zwischen Juden und Christen. Er stellt dabei nicht Christus in die Heilsgeschichte aus dem Alten Bund, sondern bezieht vielmehr Moses in seinen Formulierungen auf Christus hin. Den Fels, auf den Moses schlug, um Wasser für sein Volk zu beschaffen, deutet Paulus auf Christus hin. In diesem Abschnitt wird die christliche Gemeinde also in die Heilsgeschichte Israels miteinbezogen. Anders als in Mt 16 wird hier Christus als Fels bezeichnet.
Im zweiten Teil des Abschnitts (ab V. 5) wird das Negativbeispiel des Volkes Israel in den Blick gerückt. Aus den Fehlern dieses Volkes möge das "neue Volk Gottes" lernen. Was allerdings aus der Lesung, die wir hören, ausgeklammert bleiben muss, weil es in der Perikopenordnung keinen Platz mehr gefunden hat, ist die Zusage in V. 13, die Paulus seiner Gemeinde gibt: "Noch ist keine Versuchung über euch gekommen, die den Menschen überfordert. Gott ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet. Er wird euch in der Versuchung einen Ausweg schaffen, so dass ihr sie bestehen könnt."
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Ihr sollt wissen, Brüder und Schwestern,
dass unsere Väter alle unter der Wolke waren,
alle durch das Meer zogen
und alle auf Mose getauft wurden in der Wolke und im Meer.
Alle aßen auch die gleiche geistgeschenkte Speise
und alle tranken den gleichen geistgeschenkten Trank;
denn sie tranken aus dem geistgeschenkten Felsen,
der mit ihnen zog.
Und dieser Fels war Christus.
Gott aber hatte an den meisten von ihnen kein Gefallen;
denn er ließ sie in der Wüste umkommen.
Das aber geschah als warnendes Beispiel für uns:
damit wir uns nicht von der Gier nach dem Bösen
beherrschen lassen,
wie jene sich von der Gier beherrschen ließen.
Werdet nicht Götzendiener wie einige von ihnen;
denn es steht in der Schrift:
Das Volk setzte sich zum Essen und Trinken;
dann standen sie auf, um sich zu vergnügen.
Lasst uns nicht Unzucht treiben,
wie einige von ihnen Unzucht trieben!
Damals kamen an einem einzigen Tag
dreiundzwanzigtausend Menschen um.
Lasst uns auch nicht Christus auf die Probe stellen,
wie es einige von ihnen taten,
die dann von Schlangen getötet wurden!
Murrt auch nicht, wie einige von ihnen murrten;
sie wurden vom Verderber umgebracht!
Das aber geschah an ihnen,
damit es uns als Beispiel dient;
uns zur Warnung wurde es aufgeschrieben,
uns, die das Ende der Zeiten erreicht hat.
Wer also zu stehen meint,
der gebe Acht, dass er nicht fällt.
Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir! - Kv
(So spricht der Herr:)
Kehrt um!
Denn das Himmelreich ist nahe.
Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
Zu jener Zeit kamen einige Leute
und berichteten Jesus von den Galiläern,
deren Blut Pilatus
mit dem ihrer Opfertiere vermischt hatte.
Und er antwortete ihnen:
Meint ihr, dass diese Galiläer größere Sünder waren
als alle anderen Galiläer,
weil das mit ihnen geschehen ist?
Nein, sage ich euch,
vielmehr werdet ihr alle genauso umkommen,
wenn ihr nicht umkehrt.
Oder jene achtzehn Menschen,
die beim Einsturz des Turms am Schiloach erschlagen wurden -
meint ihr, dass sie größere Schuld auf sich geladen hatten
als alle anderen Einwohner von Jerusalem?
Nein, sage ich euch,
vielmehr werdet ihr alle ebenso umkommen,
wenn ihr nicht umkehrt.
Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis:
Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum gepflanzt;
und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug,
fand er keine.
Da sagte er zu seinem Winzer:
Siehe, jetzt komme ich schon drei Jahre
und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt,
und finde nichts.
Hau ihn um!
Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen?
Der Winzer erwiderte:
Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen;
ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen.
Vielleicht trägt er in Zukunft Früchte;
wenn nicht, dann lass ihn umhauen!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
In einer Abfolge von Gleichnissen unterbricht der Evangelist Lukas die Hörer und Leser mit einer Schreckensmeldung (diese ist nur bei Lukas anzutreffen). Die Aufzeichnungen des Josephus Flavius (Jüdisches Altertum, Rom, Ende des 1. Jhdt.) erzählen von diesen beiden Vorfällen. Darin wird von Samaritern berichtet, die zum Heiligtum zogen und auf Befehl von Pilatus niedergemetzelt wurden. Der Zeitpunkt dieses Vorfalles liegt aber nach diesen Quellen nach dem Tod Jesu. Hingegen wird von einer jüdischen Demonstration in Jerusalem etwa zur Zeit Jesu berichtet, die auch von Pilatus blutig niedergeschlagen wurde.
Der Evangelist Lukas gibt in knapper Form den Inhalt dieser Schreckensmeldungen wieder. Jesus nimmt diese Meldungen und Fragen auf und gibt eine klare Stellung ab. Jesus widerspricht der landläufigen jüdischen Ansicht, dass besondere Schuld der Menschen zu besonderem Unglück führe. Jesus blickt nicht auf den Ursprung des Unglücks, sondern viel eher auf die Zukunft der Lebenden. Die beiden Unglücke zeigen den Lebenden, dass es ihnen auch so ergehen wird, wenn sie nicht umkehren.
Die angeschlossene Parabel macht dies deutlich. Der Weingärtner ist solidarisch mit dem Feigenbaum; die Fürbitte des Winzers für den Feigenbaum erinnert an die Bitte des Abraham für Sodom (vgl. Gen 18,23ff). Die Fürbitte wird erhört. Der Feigenbaum erhält noch eine Chance um Frucht zu bringen. Das Kriterium ist also, dass der Baum Frucht bringe. Das letzte Urteil bleibt dem Besitzer des Weinbergs vorbehalten.
Wenn ein Erwachsener einem Kind etwas ermöglicht, was dem Kind viel Freude bereitet, zum Beispiel an der Rutsche es auffängt oder eine Runde Karussell fahren lässt, dann ruft es gerne und inbrünstig und immer wieder: Noch einmal!
Dieselben Worte, aber umgedreht, haben auch eine andere Bedeutung: Einmal noch! Einmal noch! Und dann ist Schluss! Aus der Erziehung wissen wir, dass das Kind dieses „Einmal noch!“ hören muss. Dem Kind müssen bei allem Freiraum, den es genießt, zu seinem Wohl und zur Förderung seiner Entwicklung Grenzen gesetzt werden. Es muss lernen mit Grenzen umzugehen und erkennt – manchmal nicht sofort -, dass Grenzen durchaus guten Sinn machen.
Der Evangelist Lukas überliefert uns und allen Menschen auch Einmal-Noch-Worte. Diese stammen von Jesus. Sie sind wohl nicht das, was wir gerade hören möchten. Wir mögen ähnlich wie ein Kind fühlen, dem die Mutter oder der Vater energisch zuspricht: Einmal noch und dann ist Schluss!
Leute berichten Jesus, was sich in Jerusalem ereignet hat und sind darauf gespannt, was er dazu sagen wird. Ob Jesu Worte etwa dem entsprechen, was sich die Leute erwartet haben, darüber gibt der Evangelist keine Antwort. Aber ich vermute mal, wohl kaum. Denn es ist einfacher über andere zu reden, zu urteilen, als auf sich selbst verwiesen zu werden. Und das macht Jesus: Zweimal kommt dieser eindringliche Satz Jesus über seine Lippen: „Vielmehr werdet ihr genauso gut umkommen, wenn ihr nicht umkehrt.“ Zur Zeit Jesu verstand man Krankheit und Tod als eine Folge von Sünde und Schuld. Einmal noch habt ihr die Möglichkeit, euch von Sünde und Schuld abzuwenden. Einmal noch habt ihr die Möglichkeit zur Umkehr.
Ich lasse diese Worte von Jesus in mir nachklingen. „Vielmehr werdet ihr genauso gut umkommen, wenn ihr nicht umkehrt.“ Und ich frage mich: Was meint denn Jesus damit? Was meint denn Jesus damit heute?
In der Stille, im Gebet und in der Meditation kann ich diese Frage Jesus direkt stellen. Und vielleicht taucht in meinem Herzen etwa diese Antwort Jesu auf:
„Ich meine damit, dass jetzt Schluss ist. Jetzt muss es eine Veränderung geben. Nicht dort in Jerusalem oder sonst wo. Sondern hier und jetzt in deinem Leben. Du musst dein Leben nicht auf den Kopf stellen. Das was ich will, ist deine persönliche Hinkehr zu Gott, meinem Vater. Das ist der erste und wichtigste Schritt der Umkehr.“
Und wie so manches andere Mal im Evangelium versucht Jesus seine Worte mit einem Gleichnis begreifbar zu machen:
Da ist der Weinbergbesitzer, der Winzer und der Feigenbaum. Der Sinn, dass der Feigenbaum im Weinberg steht und gehegt und gepflegt wird, ist, dass er Frucht bringt. Der Weinbergbesitzer hat sein Urteil über den Feigenbaum längst gefällt. Er gehört weg. Als Brennholz ist er noch gut genug.
Der Winzer hingegen möchte dem Feigenbaum noch eine Chance geben. Er setzt sich für ihn ein. Versucht den Weinbergbesitzer zu überreden, dem Feigenbaum einmal noch die Möglichkeit zu geben, zu zeigen, welche Früchte hervorzubringen er doch in der Lage ist. Einmal noch! Und der Winzer tut alles, was in seiner Macht steht, damit der Feigenbaum doch noch Früchte trägt. Er pflegt ihn, hegt ihn, gibt ihm mit dem Dünger zusätzliche Kraft.
Der Weinbergbesitzer ist Gott. Der Feigenbaum sind die Hörerinnen und Hörer der Worte Jesu. Damals die Leute dort, heute sind wir es hier. Und der Winzer, ja, das ist Jesus Christus selbst. Jesus sagt uns mit diesem Gleichnis nicht nur, dass wir ums Leben kommen werden wie der Feigenbaum, der gefällt wird, wenn er nicht Frucht bringt, wenn wir uns nicht Gott zuwenden. Er lässt uns indirekt damit zugleich wissen, dass er der Winzer unseres Lebens ist, dass er sich um uns sorgt.
Vergegenwärtigen wir uns für einige Augenblicke, was uns durch diese Worte Jesu zugesagt wird, welche Frohe Botschaft in diesen Zeilen des Evangeliums steckt:
Wenn wir selbst nicht genügend Kraft aus unserem Boden, unseren Lebensumfeld gewinnen können, dann schenkt Jesus uns seine. Wenn der Boden um uns hart und undurchlässig geworden ist, lockert er ihn auf, damit es uns leichter im Leben wird. Durch diese seine tätige Zuneigung tut er alles, was er kann, damit unser Leben zu einem Leben in Fülle werden kann. Die Früchte selbst aber müssen wir selbst hervorbringen und reifen lassen. Einmal noch. Nicht irgendwann, sondern dieses Mal. Darauf kommt es an. Denn es geht um mein Leben. Um nichts anderes sonst.
Der erste und wichtigste Schritt der Umkehr ist die Hinkehr zu Gott. Doch was ist damit gemeint? Die ganz klassische Antwort ist: Gebet, Bibel lesen, Gottesdienst feiern, Gebote befolgen… Das klingt eher nach einer To-Do-Liste.
Ich kann die Hinkehr zu Gott auch als eine Grundhaltung für mein Leben verstehen. Und die kann ich lernen und üben: Beispielsweise so:
Einmal noch! Heute kommt es darauf an, ob ich umkehre und mich hin zu Gott kehre. Es wird mich Überwindung kosten, vielleicht mich auch an meine Grenzen bringen. Wenn es mir aber gelingt, dann bin ich dem Leben in Fülle, dem Leben, das mir Gott zugedacht hat, schon recht nahe dran.
Im Evangelium begegnen wir heute Jesus als elterlichen Erzieher. Väter und Mütter wissen, dass es oft schwieriger ist, Nein zu sagen und Grenzen zu setzen, als das Kind machen zu lassen, was es gerade will. Wir erleben Jesus im Gleichnis als Gottes Sohn, der sich für uns einsetzt, der alles daransetzt, dass wir dieses eine Mal der Möglichkeit der Umkehr und der Hinkehr zu Gott überhaupt haben.
Alle drei Schrifttexte des heutigen Fastensonntags erzählen über die spezielle Sorge, die Gott, der Schöpfer der Welt und allen Lebens, seiner besonderen Schöpfung, uns Menschen, angedeihen lässt.
In der ersten Lesung begibt er sich selbst als Feuerenergie, die nicht zerstörend wirkt, in einem Dornbusch zu den Menschen. Ein Schafshüter namens Mose besitzt genug Neugier und Mut sich dieser Erscheinung zu nähern und wird prompt in die Pflicht genommen das Volk Israel aus Ägypten zu führen.
Was war der Grund? Gott hatte die Klage seines Volkes gehört. Und das, obwohl diese Klage an Unbekannt gerichtet gewesen sein muss, denn erst nach dem Zusammentreffen mit Mose konnte man ihn beim Namen rufen. Auch wenn der Name nicht mehr und nicht weniger bedeutete, als dass er mit seiner Liebe immer bei denen war, die er schon seit Väterzeiten begleitete. Der „Ich bin da“ hatte Mitleid mit seinem geschundenen Volk. Er gab ihm einen Führer für die Flucht in ein gutes, gelobtes Land.
Die Überschrift über dieser Szene könnte lauten: Gott sieht und hört die Not von Menschen, wenn sie klagen. Entsprechende Hilfe kann es aber nur geben, wenn sich ein Mensch bereiterklärt in Gottes Namen und Auftrag zu handeln.
Eine ganz besondere Form solchen Glaubens durfte ich bei einem kürzlichen Aufenthalt auf den Azoren erleben. Natürlich bekamen wir auf Inseln, die zu Portugal gehören auch viele katholische Kirchen zu sehen. Die Reiseführerin erklärte uns, dass die Menschen auf den Inseln mitten im Atlantik sehr religiös seien. Sie führte diese Tatsache auf die besondere geopolitische Lage der Inseln zurück, die vielfach angsteinflößend sein konnte. Die Inseln liegen auf der Linie, wo zwei tektonische Platten zusammentreffen. Deshalb gibt es fast jeden Tag kleinere Erdstöße, die Fruchtbarkeit der Inseln beruht auf ihrer vulkanischen Entstehung von der aber auch niemand weiß, ob sie schon abgeschlossen ist und die Stürme des Atlantiks können sich jederzeit bis zum Tsunami steigern.
„Ist also die Angst ein Faktor für einen festen Glauben?“ war meine Frage. Da machte mich die Reiseleitung auf die vielen kleinen „Heiliggeistkapellen“ aufmerksam. Das waren kleine weiße Kapellen oder Marterln, in deren Zentrum auf blauen Hintergrund eine Figur einer weißen Taube befestigt war. Die Erklärung: Die Bevölkerung hat einen zutiefst pfingstlichen katholischen Glauben. Zwar schleppen junge Männer am Karfreitag eine mannsgroße Christusfigur, die ein riesiges Holzkreuz trägt durch die Straßen, aber das größte Fest dieser Katholiken ist nicht Ostern, sondern das Pfingstfest.
Auch sie feiern Tod und Auferstehung Jesu, aber die Wiederkunft Christi im Heiligen Geist gibt ihnen die Gewissheit, immer beschützt und nie allein zu sein. Denn wo Menschen sich unter diesem Heiligen Geist Gemeinschaft zusammenfinden, ist selbst in größter Not keiner allein. Dieser Glaube ist sehr konkret. Er verlässt sich auf die Kraft des Geistes in denen, die bei einem Unglück weniger hart betroffen sind. Der Geist, der in ihnen wohnt, wird den Geschädigten helfen. Genauso, wie auch sie selbst es als ihre Christenpflicht verstehen würden zu helfen.
Von diesem Augenblick an habe ich selbst die unscheinbarsten „Heiliggeistkapellchen“ wahrgenommen. Sie wurden mir zum besonderen Glaubenszeugnis auf dieser Reise. Mir wurde hier bewusst, dass Gottes Hilfe immer auf Menschen angewiesen ist, die seinen Willen auch ausführen.
Damit schließt sich auch der Bogen zum heutigen Evangelium. Unglücke treffen die Menschen nicht, weil sie Schuld auf sich geladen haben. Naturkatastrophen und Unglück sind niemals Strafe Gottes für den Menschen. Wenn sie aber passieren, ist es für den Einzelnen unglaublich besser in einer Gemeinschaft zu leben, für die der Auftrag Gottes beim Pfingstereignis nicht bloß eine Erzählung, sondern heilige Weisung, heiliges Sakrament ist. Das hat Jesus uns mitgegeben: In diesem Geist sollen wir miteinander leben, dann geht es allen besser.
Heute werden wir wieder ein Stück näher zum Osterfest hingeführt. Die erste Lesung besteht aus einer Teiloffenbarung. Gott spricht durch verschiedene Zeichen zum Menschen. Heute hören wir von einer Naturerscheinung: der brennende Dornbusch, der doch nicht verbrennt - sehr außergewöhnlich.
Es gibt so manche außergewöhnliche Naturerscheinungen, die zur Neugier herausfordern und zum Nachforschen und Nachfragen anregen. Das ist doch Ihnen wahrscheinlich auch schon so ergangen. Vielleicht kommen Zweifel auf, die durch Erkundungen beseitigt werden können oder auch nicht.- Gott offenbart sich Mose sehr eigenartig: „Ich bin, der ich bin“ (Ex.3,14). Dazu gibt es mehrere Übersetzungsmöglichkeiten: "Ich bin der »Ich bin da«" (Einheitsübersetzung 1979), "Ich werde sein, der ich sein werde" (Lutherbibel 2017).
Jedenfalls ist das eine philosophische Antwort, mit der nicht leicht umzugehen ist. Mose will wissen: „Wer bist du eigentlich?“ Viele Antworten darauf wurden im Lauf der Geschichte schon versucht. Menschen suchen nach dem letzten Urgrund, weil sie sich Verschiedenes nicht erklären können. So gibt es eine Menge von Göttergeschichten aus Griechenland, Rom. Indien bis in den asiatischen Bereich hin. Naturwissenschaften können manche Fragen beantworten, sodass auch merkwürdige Gottesbilder oder mancher Aberglaube verschwinden. Jetzt kommt ein Gott, den die Menschen nicht erfunden haben. Gott sagt: „Es gibt mich, ich bin da.“ Wenn es ein Ich gibt, muss es auch ein Du geben. Es ist eine Existenz oder Seins- Aussage, eine göttliche Offenbarung. Sie bestätigt, dass er immer da sein wird.
"Ich bin"-Aussagen finden wir immer wieder in der Heiligen Schrift: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben,“ „Ich bin der Weinstock“, „Ich bin der Gute Hirte“.
Diese Lesung aus dem Buch Exodus enthält noch eine weitere wichtige Aussage über Gott: „Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört.“ (Ex 3,7).
Gott führt in die Freiheit, er ist ein befreiender Gott, der zum Leben führt. Das ist einer der wichtigen Gedanken im Hinblick auf das Osterfest. Wir können darüber nachdenken, was uns besetzt und gefangen hält: Alltagssorgen, Kindererziehung, Konflikte verschiedenster Art, körperliche Beschwerden. All das gibt Anlass zur Klage. Das gilt auch für politische Verhältnisse. „Ich habe das Elend meines Volkes gesehen“, das Elend der unterdrückten Zivilbevölkerung im Nahen Osten, in Afrika, in der Ukraine. Überall dort wird die Freiheit blockiert. All das zählen wir auch zum Dornengestrüpp des Lebens.
Geduld, Barmherzigkeit und Gelassenheit
Die zweite Lesung macht darauf aufmerksam, dass bei vielen die Anwesenheit Gottes und seine Botschaft nicht ankommt, weil sie auf Ablehnung stößt, dass sie immer wieder angezweifelt wird, weil Beweise, Sicherheiten und das Vertrauen fehlen. Viele leben in den Tag hinein als ob es Gott nicht gäbe.
Korinth war ein schwieriger Boden für die Glaubensverkündigung. Es ist auch heute nicht einfacher geworden. Wir müssen uns im wahrsten Sinn des Wortes durch das Gestrüpp des Lebens durchkämpfen. Manchmal muss man sogar zwangsweise innehalten, durchatmen, um dahinter zu kommen, dass unsere Vorstellungen und Gedanken nicht die von Gott sind.
Das braucht Stille, Geduld, Gelassenheit, wie das Gleichnis vom Feigenbaum im Evangelium zeigt. Gott will gute Früchte sehen, weil er uns die Begabung, gute Früchte zu bringen, mitgegeben hat. Der Feigenbaum im Weingarten des Herrn bringt schon sehr lange keine Früchte. Also weg mit ihm. Wir gehen heute mit Menschen in der Arbeitswelt, sogar in der Politik ähnlich um. „You are fired“, klingt es aus Amerika. Du bist zu langsam, zu wenig flexibel, du entsprichst nicht unseren Erwartungen, du bist so träge…
Das Gleichnis geht aber anders weiter: „Herr, lass ihn (den Baum) noch ein Jahr bestehen.“ (Lk 13,8). Wenn er dann nichts bringt, dann hau ihn um. In dieser Aussage liegt viel Barmherzigkeit. Die Zeitangabe darf nicht wörtlich genommen werden. Gemeint ist Geduld, Gelassenheit, vielleicht auch etwas Liebe.
In unserer Gesellschaft heute muss alles sehr schnell gehen, keine Chance zur Umkehr, zur Besserung, weil Zeit bekanntermaßen Geld ist. Das Evangelium spricht vom Umhauen des Baumes als allerletztes Mittel.
Die Bilder "Dornbusch" und "Feigenbaum" stechen hervor aus den Lesungen dieses Sonntags. In unterschiedlicher Weise sind sie Bilder der Gegenwart Gottes.
Es ist keine Überraschung! Ein Dornbusch kann brennen – und ein Feigenbaum soll Feigen tragen. Soweit ist auch alles klar. Der Dornbusch ist Wüstengestrüpp, der Feigenbaum eine Nutzpflanze. Der Dornbusch gibt sich mit karger Umgebung zufrieden, der Feigenbaum will umhegt und gepflegt sein.
Eine Überraschung allerdings ist, dass beide heute in der Predigt die Hauptrollen spielen sollen. Blumen in der Kirche kennen wir, aber Dornbusch und Feigenbaum?
Fangen wir mit dem Dornbusch an! Mose hütet gerade die Schafe seines Schwiegervaters. Sie kennen Mose? Er wird das in Ägypten gefangen gehaltene Volk Israel in das berühmte gelobte Land führen. Vorher ist er in einen Mordfall verwickelt – und findet buchstäblich unter Schafen und Ziegen Zuflucht. Weit ab von der Zivilisation. Genannt wird als Ort der Horeb, schon mal als Gottesberg vorgestellt. Das Land ist karg – ein Gebirge.
Mose sieht einen Dornbusch brennen. In der Gegend, bei den Temperaturen, gibt es regelmäßig Buschbrände. Aber dass der Busch nicht verbrennt, macht Mose stutzig. Neugierig nähert er sich dem geheimnisvollen Ort. Er sieht das Leuchten, er sieht das Licht, er sieht die Flammen – aber was dann folgt, ist eher etwas für die Ohren. Für Moses Ohren und für unsere. Mose hört, er solle seine Sandalen ausziehen – das Land, auf dem er stehe, sei heilig. Und dann stellt sich ihm Gott vor:
„Ich bin der Gott deines Vaters,
der Gott Abrahams,
der Gott Isaaks
und der Gott Jakobs.“
Kennt Mose ihn? Ist er ihm schon mal begegnet? Und - woher kennt Gott Mose? Wieso kommt er hier her? Viel Zeit, darüber nachzudenken, hat Mose nicht. Wäre er doch nur nicht so neugierig gewesen! Sein ganzes Leben wird jetzt auf den Kopf gestellt. Er solle zum Pharao gehen – dem ägyptischen König - und ihm sagen: Israel hätte jetzt genug Frondienst geleistet, genug Unterdrückung erfahren, genug gelitten. Er, der Schaf- und Ziegenhirte sollte das sagen! Später wird es das Urbekenntnis Israels sein, von Gott selbst befreit worden zu sein. Die Geschichte fängt hier an – am Horeb. Mit einem brennenden, leuchtenden Dornbusch.
In der aktuellen Situation träume ich davon, dass ein Mose zu Putin geht: Dein Volk hat genug Frondienste geleistet, die Ukraine genug Unterdrückung erfahren, unschuldige Menschen genug gelitten.
Es ist kaum eine Geschichte so schwer wie die der Freiheit.
Fragen Menschen, wer denn hinter dieser Geschichte stecke, sollen sie nicht einfach „Gott“ sagen – Gott heißt „Der ich bin“. Gott stellt sich so vor. Er hat schon längst eine Geschichte mit Menschen. Er ist der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Namen sind auch sonst oft geheimnisvoll verschlüsselt, aber dieser Name hat es in sich. Wer ich bin, entdeckst du, wenn du mir vertraust. Wer ich bin, entdeckst du, wenn du mit mir gehst. Ich gehe mit euch. Ich bin in eurer Mitte. Mose sieht nur das Leuchten, das den Busch in Flammen hüllt. „Der ich bin“ ist voller Liebe. „Der ich bin“ hat Zukunft für Menschen. „Der ich bin“ umfasst Himmel und Erde. Philosophen nannten ihn das höchste Sein, den unbewegt Bewegenden – Gott hat sich solchen Festlegungen immer entzogen. Im Vaterunser dürfen wir ihn als „unseren Vater“ ansprechen. „Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe“.
Drei Worte hat Gott noch für Mose: Und jetzt geh!
Jetzt sind wir beim Feigenbaum angekommen. Jesus erzählt von ihm. Es ist ein Gleichnis. Gleichnisse fangen so an: Schaut mal. Dann nimmt Jesus seine Hörer sozusagen an die Hand und führt sie in ihr eigenes Leben.
Der Feigenbaum hätte längst tragen müssen. Ob er überhaupt schon einmal getragen hat, erzählt Jesus nicht. Vielleicht ein junger Feigenbaum? Der Besitzer ist nicht gerade glücklich. Er hat den Feigenbaum gepflanzt, um eine gute Ernte zu erzielen. Er lebt schließlich davon. Hau ihn um! Sagt er. Hau ihn um!
Das Leben ist hart genug. Es gibt auch sonst Ernteausfälle oder einfach schlechte Ernten. Jedes Jahr ist anders. Doch der Winzer, der sich um die Feigenbäume kümmert, bittet für einen Feigenbaum. Er kämpft um ihn. Er gibt ihn nicht nur Zeit, er lässt ihm das Höchstmaß an Pflege angedeihen.
Das ist Vertrauen: Vielleicht trägt der Feigenbaum doch noch. Umhauen kann man später. Aufgeben kann man später. Und in diesem „später“ drückt sich die Hoffnung aus, dass es soweit nicht kommen wird. Sonst hätte man ja jetzt schon entscheiden können. Welchen Sinn hätte es, noch zu warten?
Als Jesus die kleine Geschichte erzählt, sieht er, wie die Menschen nicken. Nicht nur der Feigenbaum braucht eine Chance. Aber die Drohgebärde: ab jetzt hat das zu klappen – findet sich in diesem Gleichnis nicht. Zugegeben: viele Menschen haben diese Drohgebärde kennen gelernt, viele Menschen haben sie auch erbarmungslos eingesetzt. Es wurde viel abgehauen! Es wurde schnell abgehauen!
Jesus schlüpft in die Rolle des Winzers. Liebevoll bereitet er uns den Boden. In seiner Liebe können Menschen wachsen. Die Früchte, die der Feigenbaum trägt, sind gewiss – Feigen. Die Früchte, die wir bringen, sind bunt und vielfältig.
Früchte könnten unter uns sein, einen anderen Menschen nicht umzuhauen - einem anderen Menschen zu helfen, die guten Seiten zu entdecken – der Hoffnung zu trauen, dass auch Feindschaft nicht das letzte Wort behalten kann.
Ihnen fallen bestimmt noch weitere schöne Früchte ein. Sie können auch auswählen. Es gibt so viele gute Früchte. Man kann sie wachsen lassen. Man kann sie behutsam in die Hand nehmen. Man kann sie mit einem Lächeln teilen. Schließlich ist jeder Mensch anders. Wenn es die Liebe ist, reichen die Körbe nicht – für die Früchte. Und die Geschichten reichen nicht, von den vielen Neuanfängen zu erzählen. „Später“ werden wir noch mehr zu erzählen haben.
Aus Kriegsgeschichten wollen wir ausbrechen. Hass und Angst sind keine Früchte, die uns den Geschmack des Lebens schenken. Wie schön ist doch der Feigenbaum, wenn er einsam und verlassen in einer Ruine der Hölle trotzt?
Es ist keine Überraschung! Ein Dornbusch kann brennen – und ein Feigenbaum soll Feigen tragen. Soweit ist auch alles klar. Aber wussten Sie, dass der Dornbusch Früchte trägt – und der Feigenbaum einem Lichtkegel gleicht?
Aus den Dornen kommt Gottes Ruf. „Der ich bin“ ist der Gott, der Menschen in die Freiheit führt. Die Herren dieser Welt haben noch nie damit gerechnet. In ihrem Wahn opfern sie sogar ihre Völker. Die Dornen tragen Früchte: Ich bin bei euch. Alle Tage. Bis an das Ende der Welt.
Und der Feigenbaum wird zu einem Licht mitten am Tag. Es sieht so aus, als ob er noch Zeit braucht. Wir alle brauchen noch Zeit. Aber er wird seine Früchte bringen. Überraschend. So reich, dass die Körbe, dass die Geschichten nicht reichen.
Gott, der eine Geschichte mit uns hat, mit unseren Vorfahren, mit Abraham, Isaak, mit Jakob und den vielen anderen, hat uns seinen Namen anvertraut, seinen Namen für immer. Treu und verlässlich steht er zu seinem Wort. So rufen wir ihn an von Generation zu Generation.
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Gott offenbart sich dem Mose im brennenden Dornbusch als der »Ich bin da«. Gott ist da, auch wenn wir ihn oft fern fühlen. Wir haben die Gelegenheit, seine Gegenwart im Alltag, auch in schwierigen Krisen zu entdecken.
Diesen Sonntag hören wir von der Teiloffenbarung Gottes und von Umkehr. Gott offenbart sich Mose und auch uns heute: "Ich bin der »ich-bin-da«". Dazu gibt es verschiedene Übersetzungs- und Deutungsmöglichkeiten, gemeint ist aber immer: trotz scheinbarer Abwesenheit ist Gott da durch alle Generationen und alle Zeiten. Der „Ich-Begriff“ ist die Darstellung des Absoluten. Diesen Begriff finden wir auch in den »Ich-bin«-Worten Jesu: „Ich bin der gute Hirte“, „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“, „Ich bin der Weinstock“ etc. Mose zeigt Neugier, ist ja auch außergewöhnlich, ein Dornbusch, der lichterloh brennt und doch nicht verbrennt. Das hat wohl auch mit Lichtsymbolik zu tun. Gott ist Licht, das nie vergeht. Es ist eine Teiloffenbarung, die uns bewusst macht, dass Gotteserkenntnis des Menschen bruchstückhaft ist. Gott ist der »ganz Andere« - nahe und ferne, verborgen und doch anwesend. Mit dieser Offenbarung tritt Gott in den Dialog mit Mose und auch mit allen Menschen. Da werden zunächst seine Sinne angesprochen, er entdeckt etwas, da gilt es weiter zu fragen: neugierig sein auf Gott. Er klopft an, leise, diskret, er öffnet sich in der Stille, durch Schweigen, im Gebet, im Gespräch. Gott nennt seinen Namen, bringt sein Wesen als Retter zum Ausdruck. Man muss hinhören. Ein Gespräch besteht aus Reden und Schweigen.
Das alles vollzieht sich in der Umkehr (griechisch: »metanoia«), in einer Sinnesänderung. Hier setzt Paulus ein. Er erinnert an die Heilstaten JHWHs, wie er sein Volk aus der Unterdrückung Ägyptens in die Freiheit geführt hat, wie auf der langen Wüstenwanderung Grundvollzüge menschlichen Daseins durch Wasser und Manna (übersetzt: »Was ist denn das?«) sicherstellt. JHWH als Retter vor Gefahr. Erinnern: Es sollen die Heilstaten Gottes im Menschen verinnerlicht werden.
In dieser Lesung steckt aber auch eine Warnung, die auch im Evangelium allerdings in verschiedenen Formen zur Sprache kommt. Die Gemeinde von Korinth ist ein Sorgenkind des Paulus. Seine größte Sorge ist der Götzendienst. Es lebt sich auch ohne Gott ganz gut. Wir folgen der Einladung zum Gespräch mit Gott oft unzureichend, manchmal überhaupt nicht oder sind dieser Einladung noch gar nicht nachgekommen. Das geht bis heute so. Der Mensch schafft sich seine eigenen Götter und versündigt sich durch Gier, fällt dem Versucher und den Versuchungen laufend herein. Aus schlechten Gewohnheiten werden Laster.
Umkehr heißt auch, sich immer wieder bewusstwerden, dass in uns allen Gutes und Böses steckt, das zur Sünde, zur Absonderung von Gott führt. Blaise Pascal (1623-1662, Mathematiker und Philosoph) formulierte das so: „Der Mensch ist weder Engel noch eine Bestie, und sein Unglück ist, dass er umso bestialischer wird, je mehr er ein Engel sein will.“ (in: Gedanken über Religion und andere Themen VI, 358).
Seit beinahe zwei Jahren leben wir in der Pandemie, was anfänglich durch Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft, Solidarität begonnen hat, entwickelt sich jetzt zunehmend zu Aggression verbal und körperlich, also vom Engel zum Bengel, manchmal sogar zur Bestie. Umkehr besteht in contemplatio in actione (in jedem Augenblick unseres Alltags in der Gegenwart Gottes leben) oder: Gott finden in allem Tun, somit im Alltag den Sinn des Lebens finden, danach suchen. Da entsteht sofort Widerstand, wenn Menschen den Arbeitsplatz verlieren, wenn sie in die Stürme des Lebens geraten, Unsicherheit, Angst, wenn ein neuer Lebensabschnitt beginnt: der Berufseinstieg, die Pensionierung, die oftmals große Sorge um die Kinder. - Gott finden im Sinn des Lebens. Der scheinbar ferne Gott ist da. Vielleicht wird uns bewusst, jetzt in sehr unsicheren Zeiten, dass scheinbar unbedeutende, bei manchen, sogar sinnlos erscheinende Arbeiten, sehr wohl sinnstiftend sind. Auch das ist Gottesdienst und Dienst am Nächsten, auch ein persönlicher Dienst.
Tröstlich das Gleichnis vom Feigenbaum im Weinberg: Unsere Arbeit soll Früchte bringen, sinngebend sein. Wir bringen das oft nicht zusammen. Deswegen hat der Herr in der Gestalt des Winzers, Weingärtners, noch Geduld: „Gib' ihm noch ein Jahr!“ Das ist nicht wörtlich zu nehmen, sondern hier soll die Zeit der Geduld, der Barmherzigkeit Gottes angedeutet werden.
Fastenzeit, Zeit der Gnade, Zeit der Geduld Gottes, Fastenzeit als Chance, kairos, Gelegenheit zur Umkehr, Gott will gute Früchte sehen.
Selbstgerechtigkeit und Überheblichkeit sind häufig Gründe nicht umzukehren. Wir haben Grund zu Gott hin umzukehren, weil wir auf die Liebe Gottes angewiesen sind. Gott hat Geduld mit uns. Es kommt aber auch darauf an, dass wir die erwarteten Früchte bringen.
18 Menschen sind bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommen. In Ägypten ist ein Zug entgleist. Der Sturm hat 20 Menschen das Leben gekostet. In den derzeitigen Kriegen sterben immer wieder Soldaten und Zivilisten. Wer käme bei diesen Nachrichten wohl auf den Gedanken: Da geschieht denen recht. Sie haben doch irgendetwas gemacht. Das wäre überheblich. Ich bin ja gut. Mir kann das nicht passieren. Jesus macht das im Evangelium deutlich. Wenn es mir gut geht, wenn ich noch nie einen Unglücksfall erlitten habe, wenn ich noch leben darf, im Gegensatz zu anderen Menschen, dann habe ich eines nicht: Grund, mich als etwas Besseres zu fühlen.
Im Gegenteil: Nichts, was ich im Leben erreicht habe, ist selbstverständlich. Wenn es mir gut geht, dann ist das einfach ein Geschenk. Wie oft denke ich mir ganz persönlich, wie froh ich sein kann, gerade in dieser Zeit geboren zu sein, gerade in Deutschland leben zu dürfen. Wenn ich beruflich Erfolg habe, dann hat das sicher auch mit Fleiß und Einsatz zu tun. Es ist aber nicht selbstverständlich, dass mein Fleiß, mein Einsatz auch immer belohnt wird. Ich habe vielleicht auch das Glück einer günstigen wirtschaftlichen Lage gehabt. Ich habe Menschen gehabt, die mich förderten. Viele andere haben sich genauso angestrengt. Sie hatten vielleicht weniger Erfolg. Wenn ich gesund bin, dann kann es auf eine gesunde Lebensweise zurückzuführen sein. Dennoch: viele andere leben genauso gesund und vernünftig. Dennoch sind diese Menschen krank oder sterben vielleicht früher.
Es gibt keinen Tun-Ergehens-Zusammenhang. Wenn ich gut lebe, dann geht es mir gut. Wenn es mir schlecht geht, dann bin ich halt selber schuld. Ganz klar schiebt Jesus einer derartigen Einstellung einen Riegel vor. Wer so denkt, der meint, wir Menschen könnten uns selbst erlösen. Gott sei uns etwas schuldig. Wer so denkt, ist einfach nur selbstgerecht. Ein Glaube, der selbstgerecht macht, ist eher abschreckend. So ein Glaube kann auch gar nicht fruchtbar sein.
Ganz gleich, wo und wie wir im Leben stehen: Immer wieder haben wir Grund zur Umkehr. Umkehr, das heißt für mich mehr als den einen oder anderen Fehler abzulegen, mir eine schlechte Angewohnheit abzugewöhnen. Umkehr geht viel tiefer. Ich wende mich immer wieder neu Gott zu. Ich spüre immer mehr und tiefer, wie sehr ich von Gott beschenkt werde. In der Lesung haben wir gehört, wie sich Gott dem Mose vorstellt als der Jahwe, als der "ich bin der Ich bin da". Mose bekommt den Auftrag, das Volk Israel aus Ägypten herauszuführen. Doch aus eigener Kraft schafft es das kleine Volk Israel nicht. Es braucht die Hilfe Gottes. Es braucht Gott, der ihr Elend sieht, ihr Schreien hört. Nur mit Gottes Hilfe hat es Israel geschafft, aus Ägypten befreit zu werden. Jedes Jahr am Pesachfest erinnert sich der Jude an die große Tat Gottes an seinem Volk. Das alles ist reines Geschenk, nicht eigenes Verdienst. Die Freiheit, das ist ein kostbares Gut.
Zu diesem Gott, der auch in unserem eigenen Leben Großes tut, gilt es umzukehren. In dieser Fastenzeit können wir neu ihm wieder mehr Raum in unserem Leben geben. Wir können uns wieder neu seiner Liebe öffnen. Seine Liebe zu uns ist der Grund, auf dem wir unser Leben aufbauen dürfen. Wie das Volk Israel immer wieder neu zu Gottes Liebe zurückgeführt wurde durch die Propheten, so müssen auch wir immer wieder neu zu Gott zurückfinden. Jesus will mit seinen Worten erreichen, dass wir die Umkehr in der österlichen Bußzeit ernst nehmen. Wenn wir denken, Gott wird schon alles durchgehen lassen, dann kann das auch eine ganz große Täuschung sein. Es hieße, Gott, seine Botschaft nicht annehmen, ihn nicht ernst nehmen. Gott hat mit uns Geduld, doch müssen wir seine Liebe auch annehmen. Ich predige hier jetzt keine Werkgerechtigkeit. Wir haben nur keinen Grund, überheblich zu sein.
Immer haben wir Grund umzukehren, uns neu Gott zuzuwenden. Als das Volk Israel durch die Wüste wanderte, da haben sie oft gegen Gott gemurrt. Sie wollten wieder nach Ägypten zurück. Sie wollten lieber versklavt sein, dafür aber genug zu essen haben. Sie haben das Vertrauen in Gott verloren, der sie in das gelobte Land führen wollte. Darum haben sie sich auch ein goldenes Kalb angefertigt. Sie sind um dieses goldene Kalb herumgetanzt. Sie haben sich von ihm abgewendet. An Gott, der die Lebensquelle ist, glaubten sie nicht mehr. Darum kamen viele von ihnen um. Gott bietet sich auch für uns an als Felsen, der Leben spendet. Jesus Christus ist dieser Felsen, seine Liebe zu uns. So schreibt es Paulus in der Lesung aus dem Brief an die Korinther.
Dennoch: Jesus zeigt uns auch, wie viel Geduld Gott mit uns Menschen hat. Er ist wie der Weingärtner. Er setzt sich ein für den Feigenbaum. Vor zwei Wochen schrieb Bischof Felix Genn von Münster in seinem Hirtenwort: "Jesus hätte als erster Grund aus dem Laden Kirche auszusteigen!" Dieser Satz ist mir noch gut in Erinnerung. Doch Jesus bleibt im "Laden Kirche". Er gibt seiner Kirche immer wieder eine neue Chance zur Umkehr. Als Kirche haben wir uns nicht mit Ruhm bekleckert. Es ist ein großes Geschenk, wenn Jesus zu uns steht. Jesus ist wie der Weingärtner, der den Boden bereitet, der Geduld hat mit diesem Feigenbaum. Dieser Feigenbaum - das sind wir.
Wie der Feigenbaum Früchte bringen soll, so müssen auch wir Früchte bringen. Es sind vor allem Früchte der Umkehr. Eine Frucht kann sein, dass ich spüre: was ich bin, bin ich, weil Gott mich liebt. Eine Frucht kann sein, die Barmherzigkeit mit den eigenen Fehlern, mehr noch aber mit den Fehlern anderer. Eine Frucht kann sein, dass ich auf Gottes Führung vertraue, auf sein Liebe. Eine Frucht kann sein, dass ich meine Mitmenschen ansehe als Gottes geliebte Söhne und Töchter. Eine Frucht kann sein, dass ich nicht überheblich werde. Eine Frucht kann sein, dass in meiner Gegenwart sich jeder Mensch angenommen fühlt, in meiner Gegenwart aufleben kann.
Jesus möchte uns weg von Selbstgerechtigkeit zur Umkehr bewegen. Unser Leben soll Früchte bringen. Darüber hinaus animiert er uns, in die Rolle des Gärtners zu schlüpfen, der den Feigenbaum pflegt, damit er Früchte bringen kann.
Das heutige Evangelium ist aus zwei Teilen zusammengesetzt. Jesus wendet sich zunächst der Frage zu, die damals intensiv diskutiert wurde: Wird ein Mensch, dem Gewalt, schweres Leid, Unglück, Schicksalhaftes widerfährt, von Gott gestraft? Jesus spürt, wie die Diskussion darüber eine Reihe von Gläubigen davon abhielt, ausreichend über sich nachzudenken. Da es ihnen selbst gut ging, hielten sie sich für rundum Gerechte und von Gott Gesegnete. Sie nahmen nicht genügend ernst, dass auch sie Versagen vorzuweisen haben, von dem sie sich abwenden müssten.
Hier möchte Jesus einhaken. Mit zwei Beispielen will er zum Nachdenken bewegen. Im Vorhof des Tempels war es durch Soldaten des römischen Statthalters Pilatus zu einem Blutbad an galiläischen Pilgern gekommen. Ihr Blut wurde mit dem Blut der Opfertiere vermischt. Dieses Vorkommen hielten viele Juden für eine deutliche Strafe Gottes infolge begangener Verfehlungen. Das Gleiche galt für den zweiten Fall. Ein Befestigungsturm am Teiche Schiloach war eingestürzt und hatte dabei achtzehn Menschen unter sich begraben. Jesus spricht weder beim ersten noch beim zweiten Ereignis von einer besonderen Schuld der Betroffenen. Aus der Schuldfrage hält er sich heraus. Denn niemand außer Gott hätte sagen können, ob die einzelnen besonders schuldig oder unschuldig waren.
Anstatt über die Schuld anderer zu spekulieren und zu diskutieren, möchte Jesus anregen und auffordern, den Blick auf das eigene Leben zu lenken, um zu erkennen, wo persönliche Umkehr und Erneuerung nötig sind. In unserer Sprache würde er sagen: Vertut eure Zeit nicht mit dem ständigen Blick auf andere und ihre Beurteilung. Nutzt vielmehr die Zeit zum Nachdenken darüber, wie ihr selbst Schönes, Wertvolles, Gott und den Nächsten Wohlgefälliges vollbringen könnt.
Um dazu anzuleiten, erzählt Jesus den Zuhörern das Gleichnis vom Feigenbaum. Ihm, dem Feigenbaum, geht es gut – all die Jahre schon. Nur Früchte trägt er nicht. In diesem Feigenbaum sollen sich die wiedererkennen, denen es gut geht und aus diesem Grunde einen kritischen Blick auf sich selbst unterlassen. Sie haben keine größeren Sorgen, wachsen und gedeihen, aber sie tragen keine Früchte, an denen sich jemand erfreuen könnte. Mit sich selbst zufrieden und ohne eigne Nöte mühen sie sich nicht, anderen Freude zu bereiten und ihnen mit ihren Früchten Nahrung zu sein. Jesus ist es ein Anliegen, dass seine Zuhörer über sich nachdenken und sich fragen: Was könnte ich alles zum Wohl und Heil, zur Freude und zum Glück anderer beitragen? Er möchte, dass uns Menschen bewusst wird: Gereifte, goldene Früchte, nicht zum Eigennutz bestimmt, sondern bewusst als Angebot für andere hervorgebracht, bestimmen in besonderer Weise den Wert eines Menschen wie beim Feigenbaum.
Bei ehrlicher Selbstkontrolle könnte dem ein oder anderen auffallen: Um mich steht es noch schlimmer als um den beschriebenen Feigenbaum. Ich gleiche sogar eher dem Boden, der vertrocknet und ausgelaugt ist. So gut wie nichts habe ich noch in mir, das anderen Nahrung und Stärke geben könnte. Durch das Unterlassen wirklicher Mühe um eine Vertiefung lebendigen Glaubens ist meine Liebe ausgetrocknet. Geduld, Wohlwollen, Herzlichkeit, Freude am Gutsein sind mir abhandengekommen. Wer dies erkennt, muss nicht gleich einknicken. Er ist ja nicht chancenlos, ein automatisch von Gott Abgeschriebener und Vergessener. Die Umkehr zur Quelle steht ihm stets und ständig offen.
Dies muss Jesus den Zuhörern nicht lange erläutern. Das wissen sie als Gläubige. Aber was sie zuweilen nicht genügend bedenken und was sie sich neu in Erinnerung rufen sollen, darauf möchte Jesus sie hinweisen: Damit es zur Umkehr kommen kann, zur Veränderung und einem neuen Aufschwung, muss eine ehrliche Selbstüberprüfung stattfinden. Das ist der notwendige, erste Schritt.
Sich innerlich erneuern ist das eine und erste Ziel, zu dem Jesus anregen möchte. Er hat aber noch ein zweites im Auge, das er uns mit dem Bilde des Gärtners nahbringen möchte. Sein Wesen sollen wir anstreben und uns einverleiben. Der Gärtner sieht und erkennt, woran es dem Feigenbaum mangeln könnte. Daher fällt er nicht verbittert und gnadenlos über ihn her. Das bewirkt keine Veränderung. Helfen, künftig Früchte zu erbringen, will der Gärtner dem Feigenbaum durch das Umgraben und Düngen des Bodes.
Mit dem Hinweis auf das Verhalten des Gärtners lockt Jesus uns, bis an unsere Grenzen zu gehen. Als Menschen können wir über das eigene „Früchte tragen“ hinaus zusätzlich die Aufgabe eines Gärtners übernehmen. Mit dem Wohlwollen und dem Feingefühl des beschriebenen Mannes sollen wir ans Werk gehen: mit offenen Augen für das, was anderen zum „Früchte tragen“ Kräfte schenkt und sie unterstützt. Darauf sollen wir nach dem Willen Jesu unsere Aufmerksamkeit lenken, anstatt über die Schuld anderer zu spekulieren.
Wie im Alltag die Mühe des Gärtners zusätzlich den Segen des Himmels – Regen, Sonne, Wärme – benötigt, so ist es auch mit unserem Bemühen im Bereich der Liebe, Hilfe, Fürsorge: Vollbringen wir unseren Teil des wohlwollenden Umgrabens und Düngens. Der Segen des Himmels ist gewiss. Darauf dürfen wir fest vertrauen. Dafür wird Gott sorgen.
Mit dem heutigen Evangelium werden wir von Jesus eingeladen zum Nachdenken über uns selbst. Er möchte, dass wir uns dafür begeistern, selbst zahlreich schöne Früchte zu bringen und darüber hinaus Gärtnerarbeit leisten.
Beginnen müssen wir mit einer ehrlichen Selbstkontrolle. Ohne diesen Schritt werden wir uns nicht aufraffen, noch Fehlendes, aber Mögliches, Kostbares und Wertvolles anzustreben. Lebe nicht unter deinem Wert!, ist das Anliegen Jesu. Lass dich begeistern, viele gute Früchte zu bringen und oft für andere ein Gärtner zu sein.
Fastenaktionen werden missverstanden, wenn sich damit jemand den Himmel verdienen will. Das Gleichnis vom Gärtner und dem Feigenbaum zeigt, wie sehr sich Gott um uns sorgt, dass unser Leben Früchte bringt.
Im heutigen Evangelium gibt uns Jesus gleichsam eine Ahnung davon, wie sein Vater und damit auch unser Vater handelt. Einerseits wird da die Geschichte von den von Pilatus unschuldig getöteten Galiläern und den Menschen, die beim Einsturz des Turmes am Schiloach erschlagen wurden, erzählt. Andererseits hören wir vom Feigenbaum, der keine Früchte trägt, und den der Besitzer des Weinbergs deshalb umhauen lassen will.
Im Gleichnis vom Feigenbaum handelt der Winzer im Gegensatz zum Besitzer des Weinbergs mit Umsicht und Nachsicht. Er gibt den Feigenbaum doch nicht ganz auf. Er gräbt den Boden um, düngt den Boden und wartet dann ab, ob er im nächsten Jahr Früchte bringt. Handelt so Gott auch an uns? Wartet Gott auch in unserem Leben ab, schenkt uns Zeit, solange noch Atem in uns ist, umzukehren und Frucht zu bringen? Ich glaube, dass Jesus uns, ein solches Bild vom Vater übermitteln will. Die Frage ist, wie gehen wir mit der uns geschenkten Zeit um?
Im März des Vorjahres wurden auf Initiative eines Künstlers in der Münchner Innenstadt zwischen dem Stachus und dem Marienplatz, wo das Rathaus mit dem Glockenspiel steht, schwarze Tafelwände aufgestellt. Obenauf stand: „Bevor ich sterbe, will ich…“. Darunter war Platz und es lagen bunte Kreiden bereit, mit denen die dadurch Animierten in der Anonymität der Großstadt schreiben konnten, was sie noch unbedingt tun wollten, wenn sie bedenken, dass ihre Lebenszeit plötzlich zu Ende ist. Und es blieben viele Menschen stehen und schrieben ihre letzten Wünsche auf. Wenn die Tafel voll war, wurde sie abfotografiert und gelöscht für die nächsten Eintragungen. Im Internet gibt es eine Website, auf der die Wünsche veröffentlicht sind. Die meisten davon waren durchaus ernst gemeint. Es zahlt sich sicher auch für uns aus, zu überlegen, was wir wohl in der uns noch geschenkten Zeit unbedingt tun wollen und ob das sinnvoll ist.
Bei der Erzählung von den Menschen, die Pilatus töten ließ, bzw. von Menschen, die beim Einsturz des Turmes von Schiloach umgekommen sind, geht es Jesus darum, zu erklären, dass ihr dramatisches Schicksal nicht durch ihr Fehlverhalten verschuldet ist. Als aktuelles Beispiel könnten wir auch an die 4 Österreicher denken, die jetzt vor wenigen Tagen beim Flugzeugabsturz in Äthiopien gestorben sind. 3 von ihnen waren zu einem Einsatz für die Benachteiligten in unserer Welt unterwegs und der evangelische Pastor auf dem Weg zu einer Konferenz, in der es auch um die Menschen ging, die am Rand unserer Gesellschaft leben müssen. Ich glaube, niemand von uns, kommt auf die Idee, ihr Schicksal als gerechte Strafe für ihre Sünden zu interpretieren. Das hoffe ich doch, haben wir in den vergangenen 2000 Jahren schon gelernt, dass schicksalshafte Ereignisse in unserem Leben nicht unbedingt mit unserem Wohl- oder Fehlverhalten in Zusammenhang stehen.
Den Himmel können wir uns nicht erkaufen. Wir dürfen nicht meinen, wenn wir das und jenes tun, wie z.B. jetzt in der Fastenzeit auf etwas verzichten – sei es auf Genussmittel, Auto oder Handy - um des Verzichtes willen, oder einen Kreuzweg besuchen oder regelmäßig den Gottesdienst mitfeiern, dass wir uns mit unserem Tun allein schon den Himmel verdienen. Worum geht es aber dann bei einem Leben aus dem Glauben und der Hoffnung auf ewiges Heil?
Unser Glaube an einen allmächtigen Gott der Liebe, der wie der Winzer im gehörten Gleichnis für den Feigenbaum für uns sorgt, kann in uns Kräfte mobilisieren, dass wir die Schwierigkeiten des menschlichen Lebens in guter Weise bewältigen können. Es ist - wie wir schon oft gehört haben – das, was wir aus einem Gottesdienst, aus einem Kreuzweg oder unserem persönlichen Gebet mitnehmen dürfen, im Wortsinn wirklich Gottes Dienst an uns. So haben alle unsere Frömmigkeitsformen einen tiefen Sinn und wir sollten Gott zu diesem Dienst an uns immer wieder zahlreiche Möglichkeiten geben. Zu einem solchen Glaubensleben möchte ich Sie ermutigen.
Bischof Klaus Hemmerle, der verstorbene Bischof von Aachen, soll einmal den Sinn eines christlichen Lebens so formuliert haben: Wir sind nicht da, um uns den Himmel zu verdienen, sondern um den Himmel zu den Menschen zu bringen.
Wie können wir angesichts so vieler Not und angesichts von Schicksalsschlägen an einen guten Gott glauben? Gott offenbarte sich dem Mose als "Ich bin der »Ich bin da«". Die Geschichte Israels kennt ihn als Gott, der Erbarmen hat, mitgeht, als Gott der Väter, der einen Namen hat. Er ist kein unpersönlicher Gott, sondern ein Gott, den die Menschen in ihrer Glaubensgeschichte erfahren haben, und diese Erfahrung geben sie weiter. Über diesen Gott miteinander zu reden und unsere Erfahrungen mit ihm weiterzugeben, ist auch unser Auftrag.
Das Evangelium ist nicht immer sanft und harmonisch. Es fordert uns heraus, manchmal ganz hart. Unser Leben soll Früchte bringen. Tagtäglich bietet sich uns die Chance, umzukehren und der Spur Jesu zu folgen.
Gott will nicht den Tod des Sünders. Er bietet dem Menschen seine barmherzige Liebe Gottes in Fülle an. An uns liegt es, ob wir uns für das Leben entscheiden und uns Gott zuwenden.
Lieder:
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 142: Zu dir, o Gott erheben wir
GL 143: Mein ganzes Herz erhebet dich
GL 161: Du rufst uns Herr, trotz unserer Schuld
GL 163, 4: Herr Jesus, du rufst die Menschen zur Umkehr
GL 266: Bekehre uns, vergib die Sünde
GL 267: O Mensch, bewein dein Sünde groß
GL 268: Erbarme dich, erbarm dich mein
GL 271: O Herr, aus tiefer Klage
GL 273: O Herr, nimm unsre Schuld
GL 277: Aus tiefer Not schrei ich zu dir
GL 377: O Jesu, all mein Leben bist du
GL 382/Ö866: Ein Danklied sei dem Herrn (2. Str.)
GL 422: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte
GL 440: Hilf, Herr meines Lebens
GL 464: Gott liebt diese Welt (3. Str.)
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit
GL 484: Dank sei dir Vater für das ewge Leben
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht
GL Ö814: O Höre, Herr, erhöre mich
GL Ö815: Sag ja zu mir, wenn alles nein sagt
Psalmen und Kehrverse:
GL 33: Herr, unser Herrscher, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde - Mit Psalm 8 - VII.
GL 54: Singt dem Herr alle Länder der Erde, singt dem Herrn und preist seinen Namen. - Mit Psalm 96 - VIII.
GL 62: Der Name des Herrn sei gepriesen von nun an bis in Ewigkeit! - Mit Psaolm 113 - V.
GL 79: Der Name des Herrn ist erhaben: Seine Hoheit strahlt über Erde und Himmel. - Mit Psalm 148 - VII.
GL 518/639,3-4: Beim Herrn ist Barmherzigkeit und reiche Erlösung - Mit Psalm 130 - VII./II.
Es kamen einige Leute und berichteten Jesus… So beginnt die Stelle aus dem Lukas-Evangelium, das wir heute hören werden, und die Begegnung mit Jesus. Einige Leute erzählten Jesus, was sich ereignet hatte und was sie beschäftigt.
Auch wir sind gekommen. In Jesu Gegenwart. Und können – wie die Leute damals – ihm anvertrauen, was uns beschäftigt, was uns umtreibt, was uns Sorge macht oder mit Freude erfüllt.
Halten wir einen Moment Stille und geben wir uns Möglichkeit, Jesus von mir und dem, was mir auf dem Herzen liegt zu berichten…
Vieles geht so schnell, dass wir nicht mehr mitkommen. Gelegentlich werden wir sogar überrollt. Wir verstehen nicht, was über unsere Köpfe geht. Wir brauchen mehr Zeit.
Wenn wir Gottesdienst feiern, kommen wir zur Ruhe. Gott nennt uns seinen Namen. Wie sich das anhört, hören wir in der ersten Lesung. Jesus setzt eine große Hoffnung in uns. Das wird uns im Evangelium zugesichert.
Uns wird Zeit geschenkt. Gottes Zeit.
„Meine Augen sehen stets auf den Herrn;
denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen“
(Ps 25 – „Oculi“)
Gott wirkt an seinem Volk und auch an uns. Gott will uns führen zu einem gelungenen und erfüllten Leben. Öffnen wir uns für Gottes Wort und für die Liebe Gottes. Gottes Liebe zeigt sich in seiner Geduld für uns alle. Jesus zeigt uns, wie wichtig es ist, immer wieder umzukehren und uns neu auf Gott auszurichten.
Wenden wir uns jetzt Gott neu zu. Er ist die Mitte dieser Feier und unseres Lebens. Bitten wir um sein Erbarmen:
Jesus widerspricht im heutigen Evangelium der Auffassung, dass Katastrophen, Unglück oder Schicksalsschläge ein Hinweis auf besondere Verfehlungen der Betroffenen seien. Anstatt hierüber zu diskutieren, sollen wir uns lieber auf uns selbst konzentrieren und prüfen, wie es um uns selbst bestellt ist.
Herr Jesus,
du hast Worte ewigen Lebens.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus,
dir vertrauen wir.
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus,
auf dich hören wir.
Herr, erbarme dich.
Herr,
in ihrem Wahn nehmen Menschen Völker gefangen.
Lügen zerstören Vertrauen.
Herr, erbarme dich.
Herr,
du nennst uns deinen Namen.
So rufen wir dich an von Generation zu Generation.
Christus, erbarme dich.
Herr,
wir brauchen Zeit, neu hoffen zu lernen.
Du kennst unsere Grenzen.
Herr, erbarme dich.
Der HERR vollbringt Taten des Heils,
Recht verschafft er allen Bedrängten.
Er hat Mose seine Wege kundgetan,
den Kindern Israels seine Werke.
(Psalm 103)
Herr, Jesus Christus,
du bist gekommen,
uns im „Nährboden“ des Vaters
das Leben neu zu offenbaren.
Herr, erbarme dich.
Du schenkst uns immer wieder Worte der Hoffnung und der Umkehr.
Christus, erbarme dich.
Durch dich haben wir eine Zukunft –
auch gegen die Schrecken unserer Zeit.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
in dir und durch dich erfahren Menschen: Gott ist da.
Kyrie, eleison.
Herr Jesus Christus,
wie Wasser aus der Quelle, so schenken deine Worte Leben.
Christe, eleison.
Herr Jesus Christus,
deine Liebe gibt niemanden auf.
Kyrie, eleison.
Herr Jesus Christus,
du möchtest, dass wir unser Leben und unser Handeln wertvoll gestalten.
Herr, erbarme dich.
Du rufst uns auf zu ehrlicher Selbstkontrolle.
Christus, erbarme dich.
Wo wir zur Umkehr bereit sind, unterstützt du uns mit deiner Gnade.
Herr, erbarme dich.
Es erbarme sich unser der Herr
und er stärke in uns die Freude am Gutsein. – Amen.
Gott, unser Vater,
du bist der Quell des Erbarmens und der Güte,
wir stehen als Sünder vor dir,
und unser Gewissen klagt uns an
Sieh auf unsere Not und lass uns Vergebung finden
durch Fasten, Gebet und Werke der Liebe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 3. Fastensonntag
Gütiger Gott.
Bei dir ist Freude über jeden Menschen,
der umkehrt und Buße tut.
Denn du bist der Vater, der für alle ein Herz hat.
Lass uns darauf vertrauen und deinem Ruf folgen.
Hilf uns,
dass auch wir einander vergeben,
wie du uns vergibst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen.
MB Auswahl 27
Gott, unser Vater,
erwecke deine Gläubigen zu neuem Eifer,
damit das Werk deines Erbarmens
in unserem Leben reiche Frucht trägt
und wir einst die Fülle des heils enpfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 34. Woche im Jahreskreis
Barmherziger Gott.
Du nimmst die Sünde ernst,
aber du läßt uns die Möglichkeit zur Umkehr.
Du verurteilst unsere Verfehlungen,
aber du lädst uns ein zu einem neuen Anfang.
Wir danken dir, daß du barmherzig bist.
Gib uns den Mut umzukehren.
Gib uns die Kraft, neu anzufangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen.
MB Auswahl 26
Grundgütiger Gott,
in deinem Namen sind wir versammelt. In dieser Feier ist uns Zeit gegeben, unsere Gedanken zu sammeln oder auch einfach sein zu lassen. Dein heiliger Geist ist es, der unsere Sinne zu öffnen vermag für die Frohbotschaft deines Sohnes und für das Gute, mit dem du uns hier und jetzt und immer wieder in unserem Leben beschenkst.
Dafür danken wir dir. - Amen.
Treuer, barmherziger Gott,
heute feiern wir mit vielen Menschen
den Tag der Auferstehung unseres Herrn.
In der Ukraine, in Russland,
in Kathedralen, in Flüchtlingslagern,
in unserer Kirche.
Wir danken dir, dass wir dein Wort in vielen Sprachen hören,
Dass du alle Grenzen überwindest, hast du gesagt.
Beschütze die Hoffnung unter uns,
birg unseren Kleinglauben in deiner Hand
und stifte unter uns Frieden.
In Christus,
der in seiner Liebe dem Tod die Macht nahm,
für die Ewigkeit. – Amen.
Herr Jesus Christus,
wir halten uns oft für gut.
Du willst, dass wir uns nicht unnötig klein machen
und nicht unnötig erniedrigen.
Doch wir sind oft nicht besser als andere Menschen.
Wir haben es wie viele andere immer wieder nötig umzukehren
und neu anzufangen.
Wir wollen uns jetzt dir neu zuwenden.
Herr Jesus Christus,
auch wir wollen zu jenen Christinnen und Christen weltweit zählen, die dir anvertrauen, was ihnen auf dem Herzen liegt.
Höre unsere Bitten:
Herr Jesus Christus, mit deinen Worten forderst du heraus:
Hilf uns in den kleinen Herausforderungen unseres Alltages und den grossen unseres Lebens.
Herr Jesus Christus, mit deinen Worten schenkst du Orientierung für das Leben:
Sei den Menschen nahe, die in ihrem Leben gerade vor einer wichtigen Entscheidung stehen oder die unter Perspektivenlosigkeit leiden.
Herr Jesus Christus, durch deine Worte wird erfahrbar, wie wichtig die Menschen dir sind:
Wir beten für die Kinder und Jugendlichen, denen es an Halt, Schutz und Fürsorge fehlt.
Herr Jesus Christus, deine Worte weisen zurecht:
Bestärke Väter, Mütter, Lehrpersonen und Erziehende in ihrer Aufgabe, den ihnen anvertrauten jungen Menschen zu geben, was sie für eine gute Entwicklung brauchen.
Herr Jesus Christus, du hast Worte ewigen Lebens:
Tröste die Trauernden mit der gläubigen Gewissheit, dass das Sterben ein Heimgehen zu Gott ist.
Herr Jesus Christus,
wir vertrauen deiner Fürsorge alle Kranken, Leidenden, alle Opfer von Gewalt und Zerstörung, alle von Armut Geplagten an und jene Menschen, für die wir heute besonders beten wollen, die uns wichtig sind. Deine Liebe schliesst niemanden aus. Hilf uns in unserem Bemühen, gute Früchte in unserem Leben zu bringen und die Welt, in der wir leben, schöner und besser zu machen.
Gott ist da, mitten in unserem Leben. Er sucht nach Menschen, die ihm vertrauen, die nach seinem Willen suchen und seine Botschaft weitertragen.
Ihn bitten wir:
Für eine Kirche, in der die Menschen mit ihrer bewussten oder unbewussten Sehnsucht nach dir, erfahren können, dass du auf sie wartest.
Für den Erhalt deiner Schöpfung, dass wir erkennen, wie wir durch unseren Lebensstil ihr Schaden zufügen.
Für die Menschen, deren Erwartungen übergroß sind und für die, die in ihren Leitungsfunktionen an die Grenzen des Machbaren stoßen.
Für alle um die Erfahrung der Freiheit bei der unermüdlichen Suche nach dir und deiner Weisheit.
Für alle Verstorbenen, die wir durch deinen Heilswillen in deiner Barmherzigkeit geborgen wissen.
Du, der immer da ist, bist uns nahe, wenn wir dir in unserem Leben Raum geben. Dir danken wir, dich loben und preisen wir jetzt und allezeit bis in Ewigkeit. - Amen.
Gott hat sich unter Dornen geoffenbart.
Er führt Menschen aus Gefangenschaft und Angst in die Freiheit seiner Kinder.
Gott kennt keine hoffnungslosen Fälle.
Er vertraut darauf, dass wir in der Liebe wachsen.
Heute beten wir besonders für die Menschen,
die in einen Krieg verwickelt wurden,
die auf der Flucht sind,
die keine Heimat mehr haben.
Wir rufen dich an: Sieh das Elend deines Volkes.
Heute beten wir besonders für die Menschen,
die Großmachtträume träumen,
die Geschichten konstruieren,
die vor Verschwörungstheorien nicht zurückschrecken.
Heute beten wir besonders für die Menschen,
die Dinge beim Namen nennen,
die sich nicht vereinnahmen lassen,
die für Wahrheit und Recht eintreten.
Heute beten wir besonders für die Menschen,
die Fremde aufnehmen,
die Sachen teilen,
die Menschen zur Ruhe kommen lassen.
Heute beten wir besonders für die Menschen,
die an eigene Vertreibungsgeschichten erinnert werden,
die über traumatische Erfahrungen nicht reden können,
die Hass und Gewalt erlebt haben.
Du offenbarst dich Menschen,
wenn sie nicht damit rechnen.
Mose hast du zum Pharao geschickt.
Hilf uns, Krieg, Gewalt und Hass zu ächten,
die Wahrheit vor Augen zu haben
und mutig für andere Menschen einzutreten
In Christus, unserem Herrn.
Herr Jesus Christus,
immer wieder rufst du uns auf, unseren Glauben und unsere Liebe zu Gott zu erneuern. Wir bitten dich:
Erbarme dich aller Menschen, die durch ein Unglück plötzlich und unerwartet aus dem Leben gerissen wurden.
Mache alle Verantwortlichen in deiner Kirche bereit, sich immer wieder zu erneuern
und lass sie Wege suchen, dem Glauben aller zu dienen.
Schenke denen Geduld und Langmut, die Menschen führen und leiten.
Sei bei allen, die sich unfrei fühlen und lass die tatkräftige Hilfe erfahren.
Hilf, dass die Kriege auf deiner Welt ein Ende nehmen
und heile allen Egoismus und Machtstreben.
Führe alle zu dir zurück, in deren Leben deine frohe Botschaft unwichtig geworden ist.
Dich loben und preisen wir,
jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Herr Jesus Christus,
du hast uns aufgerufen, gute Früchte zu bringen
und in unserem Wesen einem liebevoll sorgenden Gärtner zu gleichen.
Wir bitten dich:
Stärke in uns die Sehnsucht, uns zu gütigen, wohlwollenden und hilfsbereiten Menschen zu entwickeln.
Christus, höre uns.
Segne die Mühe und das Bestreben derer, die sich um Menschen sorgen und ihnen zu Hilfe eilen.
Christus, höre uns.
Lass deine Liebe und deinen Beistand besonders jene spüren, die zu Unrecht verdächtigt oder beschuldigt werden.
Christus, höre uns.
Lenke und begleite alle, die besondere Verantwortung tragen: in Kirche und Gesellschaft, in der Wirtschaft und in sozialen Bereichen.
Christus, höre uns.
Ermutige immer wieder neu alle, die neu vor einer Entscheidung stehen, sich durch eventuelle Nachteile nicht von der richtigen Entscheidung abhalten zu lassen.
Christus, höre uns.
Sei nahe den Sterbenden und nimm die Verstorbenen auf in die Gemeinschaft mit dir.
Christus, höre uns.
Herr Jesus Christus,
dir vertrauen wir uns an.
Für dein Wirken in uns und alle erhaltene Hilfe danken wir dir immer neu. – Amen.
Vater!
Im Glauben an deine Güte und deine Gerechtigkeit kommen wir mit unseren Bitten zu dir:
Für deine Kirche:
Um den ehrlichen Willen zur Umkehr dort, wo andere verletzt wurden.
Für eine intakte Natur:
Um wirksame Bemühungen aller zur Erreichung der Ziele für den Klimaschutz.
Für alle Kranken:
Um Geduld und Kraft, dass sie ihre schwierige Lebenssituation annehmen können.
Für uns selbst:
Um einen hoffnungsvollen Blick auch in uns nur negativ erscheinenden Lebenslagen.
Für unsere Verstorbenen:
Um deine Barmherzigkeit.
Gott, unser Vater!
Du schenkst uns unsere Lebenszeit,
in der wir immer wieder aufbrechen und zu dir umkehren können.
Dir gilt unser Dank und unser Lob jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Barmherziger Gott,
befreie uns durch dieses Opfer von unseren Sünden
und schenke uns die Kraft, auch den Brüdern zu vergeben,
wenn sie an uns schuldig geworden sind.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Fastensonntag
Herr, unser Gott,
wir bringen diese Gaben dar
und weihen uns dir im Opfer deines Sohnes.
Nimm den Dienst deiner Kirche an.
Über Nachsicht mit unserem Versagen
und heilige unser Leben
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Quatember Okober
Grundgütiger Gott,
sieh an, was wir da vor dich bringen: Ein wenig Brot nur und ein wenig Wein und Wasser. Es ist nicht viel. Eigentlich nichts in den Augen vieler Menschen.
Wir verbinden damit viel mehr: Es ist unsere Sehnsucht, deine Liebe und Nähe durch Jesus Christus im Sakrament zu erfahren. Sie sind auch Zeichen unserer Bedürftigkeit nach Wandlung, nach Umkehr, nach Hinkehr zu dir.
Mögest du uns schenken, was wir in unserem Glauben von dir erhoffen.
Das bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. - Amen.
In Not und Bedrängnis, Herr,
sind Brot und Wein Gaben voller Hoffnung.
In Not und Bedrängnis hast du, Herr,
Brot und Wein geteilt.
In Not und Bedrängnis feiern wir, Herr,
das Gedächtnis deiner Wunder.
Wir bringen Brot und Wein vor dich -
du gibst uns Anteil an dir, an deinem Leib, dein Blut.
Dir danken wir für deine Liebe.
Komm, unser Herr!
Herr Jesus Christus,
Du bist da - jetzt in diesen Gaben von Brot und Wein.
Du bist da mit deinem Leib und deinem Blut.
Mit dir feiern wir jetzt Mahl,
als deine geliebten Töchter und Söhne.
Deine Liebe stärke und durchdringe unser Leben,
unser Denken, unser Handeln und unser Tun. - Amen.
Kehrvers:
Der Herr hat Großes an uns getan, sein Name sei gepriesen. (GL 631,3)
oder:
Der Herr vergibt die Schuld und rettet unser Leben (GL 517)
Gott, du bist gut und barmherzig.
Wir haben allen Grund dir dafür zu danken und dich zu preisen.
Obwohl die Menschen sich von dir abwandten,
hast du ihnen immer wieder deinen Bund neu angeboten.
Kehrvers
Du hast auf das Schreien deines unterdrückten Volkes in Ägypten gehört
und Mose berufen, es aus der Knechtschaft des Pharao
in das verheißene Land heraufzuführen.
Kehrvers
Deine Propheten haben dein Volk immer wieder zur Umkehr gerufen
und es zurückgeholt, wenn es fremden Göttern nachlief
und sich ihrer Herrschaft unterwarf.
Kehrvers
Jesus, dein Sohn hat vorgelebt, was es heißt:
Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer.
Er hat ganz dir hingegeben gelebt,
war bereit, seinen Verfolgern zu vergeben
und seine Feinde zu lieben.
Kehrvers
Er lädt uns ein, uns von unseren Götzen loszusagen,
ihm nachzufolgen und das wahre und unvergängliche Leben zu suchen,
zu dem du uns berufen hast.
Dafür danken wir dir und stimmen wir ein in den Lobpreis aller,
die deine Stimme hören und deinem Ruf folgen.
Danklied, z. B. GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen deinen heiligen Namen.
Denn jetzt ist die Zeit der Gnade,
jetzt sind die Tage des Heiles.
Du hilfst uns, das Böse zu überwinden,
du schenkst uns von neuem die Reinheit des Herzens.
Du gibst deinen Kindern die Kraft,
in dieser vergänglichen Welt
das unvergängliche Heil zu wirken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir dich
in deiner Kirche und vereinen uns
mit den Engeln und Heiligen zum Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig...
MB Fastenzeit 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken für deine Liebe,
die du uns niemals entzogen hast.
Du hast den Menschen in deiner Güte erschaffen
und ihn, als er der gerechten Strafe verfallen war,
in deiner großen Barmherzigkeit erlöst
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir
das Werk deiner Gnade und singen
mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 2
Wir kennen viele Worte, die Jesus gesagt und die Evangelisten uns überliefert haben. Jesus hat uns auch Worte des Gebetes geschenkt, die uns mit Gott-Vater und allen Christinnen und Christen weltweit verbindet.
Ich habe einen kleinen Feigenbaum.
Immer wieder zieht er mich in seinen Baum.
Ich staune, wenn er zu treiben beginnt.
Ich freue mich, wenn die Blätter kommen und sich Früchte bilden.
Ich muss ihn erst kennenlernen,
mir Wissen aneignen, wie ich ihm helfen kann,
in dem Umfeld, wo er nun ist,
reife süsse Feigen hervorzubringen.
Es liegt auch in meiner Verantwortung und in meinem Zutun,
dass er dazu fähig ist.
Dieser Feigenbaum
ist mein Kind, mein Partner, meine Partnerin,
Menschen, für die ich Sorge trage.
Hilf mir, Jesus,
wie du ein guter Winzer zu sein.
Heute steht Beides vor uns:
Warnung und Zusage
vielleicht
weil wir die Warnung ohne Zusage nicht ertragen würden
weil uns der Mut zur Veränderung fehlen würde
weil uns die Kraft ausgehen würde
weil unsere Angst vor Veränderung zu groß wäre
so aber haben wir die Zusage gehört:
ich bin da
ich dein Gott
ich bin mit dir
darum können wir uns verändern
können wir Mut haben
können wir neue Kraft spüren
können wir unsere Angst Gott anvertrauen
wir haben die Zusage gehört:
ich bin, der ich bin
ich bin da für dich
ich bin dein Gott
wir müssen die Warnung ernst nehmen
und doch wir können es wagen
zu gehen
Schritt für Schritt
weil Gott mit uns ist
Herr und Gott,
du hast uns mit dem Brot des Himmels gesättigt
und uns in dieser Speise
ein Unterpfand dessen gegeben,
was unseren Augen noch verborgen ist.
Lass in unserem Leben sichtbar werden,
was wir im Sakrament empfangen haben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Fastensonntag
Gütiger Gott,
die heilige Opfergabe,
die wir dargebracht und empfangen haben,
schenke uns neues Leben.
Laß uns Frucht bringen in Beharrlichkeit
und dir auf immer verbunden bleiben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 13. Sonntag im Jahreskreis
Gott,
du bist uns Vater und Mutter,
Freund und Weggefährte.
Du hast dich uns geoffenbart,
deinen Namen hast du uns genannt.
So bitten wir dich um deinen Segen,
für die Menschen, die unsere Solidarität
und Nähe brauchen,
für unsere Arbeitskollegen, Freunde und Nachbarn,
für uns, unsere Kinder und Eltern.
Lass uns die Hoffnung nicht ausgehen,
das Vertrauen nicht brüchig werden,
die Liebe nicht enttäuschen.
In Christus, unserem Herrn. – Amen.
Herr Jesus Christus,
immer wieder schenkst du uns eine neue Chance,
wie es der Gärtner mit dem Feigenbaum tut.
Segne uns, dass wir unsere Chancen nutzen, Gutes zu tun,
in Werken der Liebe,
von dir zu reden,
anderen gute Worte zu sagen,
und uns als deine Töchter und Söhne zu bewähren. - Amen.
Wenn das nächste Mal Ihnen ein Kind zuruft «Noch einmal!» oder Sie sich selbst oder andere sagen hören «Einmal noch!», dann kann es durchaus sein, dass Ihnen das Evangelium von heute, die Worte von Jesus, das Gleichnis vom Feigenbaum, in den Sinn kommt und Sie daran erinnert, wie sehr sich Jesus um uns sorgt, damit auch wir gute Frucht bringen.
Gott, unser Vater,
du hast uns das Leben geschenkt und uns wunderbar erschaffen.
Segne uns, damit wir deine Spuren in unserem Leben erkennen.
Jesus, unser Bruder und Herr,
du teilst mit uns die Zuversicht, dass wir viel Gutes hervorbringen können.
Segne uns mit Geduld, wenn manches noch mehr Zeit und Anstrengung braucht, und mit Freude, wenn es uns gelungen ist.
Heiliger Geist,
du bist die Kraft, die verbindet, die aufbaut und zusammenführt.
Segne uns mit deinen Gaben und stärke uns für die Aufgaben, die auf uns warten.
So segne und behüte uns und alle Menschen, mit denen wir in dieser Feier in Gedanken und Gebet verbunden waren, alle Menschen, die uns lieb und teuer sind, und auch die anderen
Gott, der Vater, Jesus Christus, sein Sohn, und der Heilige Geist. - Amen.
Es segne uns Gott, der Vater,
dessen Zusage es ist,
bei uns zu sein als der:
ICH BIN DA.
Es segne uns Jesus,
unser Bruder und Gottes Sohn,
der uns die Umkehr zur Liebe vorgelebt hat.
Es segne uns die Kraft des Hl. Geistes,
damit wir im Alltag bestehen können. – Amen.
So ist Gott nicht
dennoch geschieht es …
Unschuldigen Menschen
wird das Leben genommen
Schicksal?
Nein
Absicht
eines feindseligen Aggressors
Aber
was daran soll selig sein?
Selig
wer erkennt
dass er sich auf dem Irrweg
befindet
auf dem ganz persönlichen
UMKEHR wirkt
erlösend – befreiend
macht SINN
Erkenntnis-Sinn
die Frucht der Umkehr
Wer umkehrt
stellt sich
dem Ansehen Gottes
Die große CHANCE
Sich in Barmherzigkeit
zu sehen und
in Entschiedenheit
zu üben
WAS will JETZT
in mir werden
sich erneuern
fruchtbar werden
hervorleuchten
LEBEN?
hier bin ich
auf der Flucht vor mir selbst
vor dem
was Leben mir abverlangt
was Leben mir zumutet
mich ganz neu finden müssen
so vieles hinter mir lassen müssen
mich neu orientieren müssen
und nicht wissend
was das „neue“ Leben
von mir will
orientierungslos
ja
so fühle ich mich
und so streife ich -
mit dem Staub meiner Vergangenheit
an meinen Füssen -
verbranntes Land hinter mir lassend -
durchs Leben
ja
ich fühle mich
in der Fremde
fühle mich
fremd in mir
und komme an den Ort
den ich nicht kenne
wo mit mir geschieht
was ich nicht fassen kann
da brennt ein Feuer
das mich nicht verbrennt
das mich nicht verschlingt
mich nicht verzehrt
und
es zieht mich
dort hin
und im Nähertreten
höre ich meinen Namen
höre
wie mich einer ruft
und die Stimme
sie fordert mich auf
meine Schuhe abzulegen
und -
mit meinen Schuhen -
den Staub der Vergangenheit
fordert mich auf
heiligen –
heilbringenden -
Boden zu betreten
da ist einer
der meinen Namen kennt
so wie schon die Namen meiner Vorfahren
da ist der
den ich nur erahnen kann
den ich nur erahnen darf
da ist einer -
nicht von Angesicht zu Angesicht -
und doch ganz nah
da ist einer
der mein Elend
der meine Not
der mein Leid
kennt
der mir seinen Namen
offenbart
den Namen
der alles erklärt
den Namen
der alles umfasst
der ausreicht für alle Zeit
ich bin der:
ICH BIN DA
der zu mir herabsteigt
in die Untiefen meines Lebens
und mir zuspricht
mich diesen Untiefen zu entreißen
und mich führen will
in ein schönes und weites Land
der mir den Auftrag gibt
zu gehen
und die Zusage
bei mir zu sein
ziehe ich meine Schuhe wieder an?
mache ich mich auf den neuen Weg?
reicht mir diese Flamme der Zusage?
BIN ICH DA -zu
bereit?
Beatrix Senft
In das Dunkel deiner Vergangenheit und
in das Ungewisse deiner Zukunft,
in den Segen deines Helfens und
in das Elend deiner Ohnmacht
lege ich meine Zusage:
Ich bin da.
In das Spiel deiner Gefühle und
in den Ernst deiner Gedanken,
in den Reichtum deines Schweigens und
in die Armut deiner Sprache
lege ich meine Zusage:
Ich bin da.
In die Fülle deiner Aufgaben und
in die Leere deiner Geschäftigkeit,
in die Vielzahl deiner Fähigkeiten und
in die Grenzen deiner Begabung
lege ich meine Zusage:
Ich bin da.
In das Gelingen deiner Gespräche und
in die Langeweile deines Betens,
in die Freude deines Erfolges und
in den Schmerz deines Versagens
lege ich meine Zusage: Ich bin da.
In die Enge deines Alltags und
in die Weite deiner Träume,
in die Schwäche deines Verstandes und
in die Kräfte deines Herzens
lege ich meine Zusage:
Ich bin da.
Dieser Text wurde von Reinhardt Burchhardt vertont und im LIEDERLAND Musikverlag GbR Warburg 2008 veröffentlicht.
Liedblatt steht als Download zur Verfügung.
Paul Weismantel
ohne umzukehren
wenn ich dem Unheil schon ins Auge sehe
wenn ich Gott aus den Augen verliere
wenn mein Leben sich verliert …
Wie weit gehe ich noch
ohne umzukehren?
Wo hinein tappe ich grad
‚sehenden Auges‘
mit einer Haltung
mit einer Überzeugung
mit meiner Hartnäckigkeit
die mir schadet…?
Oder spür ich schon den Impuls
‚Kehr um‘!
Stures Weitermachen
bringt dich um DEIN Leben
um deine Lebensenergie
um deinen Lebenssinn
um deine Lebensfreude
Hast du dein Umkehrthema
schon entdeckt?
Kehr um
und du wirst Früchte ernten!
Erfrischendes Umkehren
wünsche ich uns allen
Buße ist ein belastetes Wort. Für viele verbinden sich damit gemischte Gefühle. Anmutungen von Gängeleien und Drohungen werden wach. Jedenfalls lässt Buße nichts Gutes vermuten. Und die Bibel scheint das noch zu untermauern. Das griechische Wort „metanoein“ ist ein Schlüsselwort der biblischen Botschaft und des christlichen Glaubens. Und „metanoein“ wird durchweg übersetzt mit „umkehren“ und „Buße tun“. Darauf scheint man sich seit jeher festgelegt zu haben. Bei näherem Hinschauen ist „metanoein“ ein eigenartiges, unbestimmtes, schillerndes und vielschichtiges Wort: Umkehr und Meinungsänderung, Bedauern und Reue, Buße und sittliche Haltung – alles ist möglich. Die Tendenz ist rückwärtsgerichtet bzw. moralistisch.
Wenn man dem griechischen Empfingen nachspürt und auf den Grund geht, steckt in „metanoein“ noch etwas anderes drin. Die zutreffende Übersetzung ist „umdenken“, und zwar in diesem Sinn: Wenn ich über mein Wissen, das ich bisher hatte, hinausgehe. Wenn ich über meine derzeitige Erkenntnis hinausgehe. Wenn ich meine bisherige Meinung über mich und andere ändere. Die Tendenz ist nach vorne gerichtet und meint Neuorientierung.
Jesus hat „metanoein“ wohl in dieser Richtung verstanden. Er geht über die gängigen Umkehrpredigten und über die übliche Umkehrfrömmigkeit hinaus, er lässt sie hinter sich. Er ruft nicht auf zur Umkehr und Buße, sondern dazu, dass ich mein Wesen wandle, meine Lebenseinstellung ändere, mich neu orientiere, mich nach vorne ausrichte und meinem Leben eine neue Richtung gebe. Manchmal habe ich Angst vor Neuem und will mich ins Vergangene und Vertraute flüchten. Dennoch: Ich bin eingeladen und dazu ermutigt, mein Denken, meine inneren Haltungen, meine Wertvorstellungen zu überprüfen. Zu schauen, ob die Ziele noch stimmen, die ich mir gesetzt habe. Ob sie noch dazu dienen, dass mein Leben gelingt, oder ob sie mich in die Irre führen.
Herr, du kennst mich.
Ich bin weder ganz gut noch ganz schlecht,
weder gottlos noch gerecht.
Bei mir folgt auf das Vergehen die Buße
Und auf die Vergebung wieder die Sünde.
Das ist nicht gut.
Herr, ich hoffe auf dein Heil,
obwohl ich dir nicht treu gedient habe.
An einem einzigen Tag ändere ich mich tausendmal,
wie ein Rad drehe ich mich unzählige Male.
Mit meinem Weizen ist der Unkraut vermischt,
und der gute Samen wächst
unter den Dornen auf dem Acker deines Knechtes.
Sei barmherzig, Herr, mit meinem Wankelmut.
Geh nicht ins Gericht mit meiner Unbeständigkeit.
Du der ewig Beständige, der sich nicht wandelt,
du bist mir Anfang, Ende und Mitte.
Ein bedeutender Mann wird zu Grabe getragen.
Einer von denen, „die sich verdient gemacht haben.“
Die Kirche ist voll beim Begräbnisamt.
Voll wie der Mund des Predigers,
der den Nachruf zu sprechen hat,
der den Verstorbenen rühmt,
als ginge es um einen Heiligsprechungsprozess.
Nur seine Witwe denkt: „Wenn die wüssten…“
Noch weiß sie selber nicht.
Noch ahnt sie und fürchtet nur.
Zwei Telefonnummern in der Tasche des Toten
weisen eine Spur.
Ein Anruf, ein Treffen bringt die Gewissheit:
Der angesehene Mann mit langem Nachruf
hat ein Doppelleben geführt.
Alles war so harmonisch und gut
auch in der Familie.
Und nun geht ein Riss durch das Foto.
War alles nur Lüge: der treue Ehemann,
der sorgende Vater, das Engagement in der Kirche?
Hat er sich selber belogen, geliebt, gehasst?
Hat er selber gelitten unter der Schizophrenie?
Und vor allem: Was wird Gott dazu sagen?
Gott, wir danken dir,
dass du kein Gott bist,
der aus göttlicher Herrlichkeit und Weltferne,
auf das Elend der Menschen herabsieht,
sondern dass du das Elend und die Not siehst
und Partei ergreifst für die Unterdrückten.
Zeige dich auch heute als dieser Gott!
Nimm alle Religionen,
alle christlichen Kirchen dafür in deinen Dienst!
Lass sie nicht über die Menschen herrschen,
sondern ihnen zum Leben dienen
in Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden.
Zeige dich auch heute als dieser Gott!
Bekehre die Mächtigen, die nur auf ihr „gutes Recht“ pochen
und dabei Menschen und Völker unterdrücken und ausbeuten.
Hilf, dass alle Menschen erfahren,
dass überall das versprochene Land ist,
wo sie leben können in Fülle,
heiliger Boden, wo wir dir begegnen.
Aus: Ferdinand Kerstiens, Fragender Glaube – Kraft zum Widerstand, Glaubenswege durch das Lesejahr C. Luzern 2003.
Im Wort
manifestiert
im Namen
greifbar geworden
und doch so fern
doch so nah
der „Ich bin da“
ist da
bleibt da –
führt dich
durch Wüsten
[…]
Die Künstlerin Candy Chang schuf das Original im Jahr 2011 an einem verlassenen Haus in New Orleans, nachdem sie einen geliebten Menschen verloren hatte. Ihr fiel auf, wie sehr Gespräche über den Tod vermieden werden. Um darüber ins Gespräch zu kommen, strich sie eine Hauswand mit schwarzer Tafelfarbe und schrieb darauf: „Before I die, I want to…“ Mehr nicht. Nach einem Tag war die Wand voll mit den Träumen und Gedanken der Passanten. „Before I die I want to … sing for millions, plant a tree, hold her one more time, see my daughter graduate, abandon all insecurities, be completely myself…“ Die Anonymität des öffentlichen Raums, so war sich die Künstlerin sicher, erlaubte es auch zurückhaltenden Menschen, ihre persönlichen Vorstellungen und Wünsche mit anderen zu teilen.
https://www.erzbistum-muenchen.de/ordinariat/ressort-4-seelsorge-und-kirchliches-leben/stadtpastoral/cont/86765
je nachdem
wohin ich schau
Die „Sünden“ der andern
wer könnte sie übersehen
selber Schuld
wenn’s in den Abgrund geht
Was
wenn andere „so“
über mich
denken – reden – urteilen
Und -
wie seh‘ ich mich selbst?
mit meinen Schatten
mit meinen Ungereimtheiten
mit meinem Bedarf
zur Umkehr
Wie viel Geduld steckt in mir
bis die Frucht aufgeht
das Erkennen
ob die Richtung stimmt …
Bei der Aschermittwochsliturgie, seinem letzten großen Gottesdienst vor dem Rücktritt, hat Papst Benedikt XVI. die Gläubigen in der Fastenzeit zu Erneuerung und Bekehrung aufgerufen. Die Fastenzeit diene gerade dazu, die Haltungen und konkreten Handlungen zu erneuern. "Heute sind viele bereit, sich die Kleider zu zerreißen angesichts von Skandalen und Ungerechtigkeiten - die natürlich von anderen begangen worden sind -, aber wenige nur scheinen bereit, am eigenen Herzen zu arbeiten, am eigenen Gewissen und an den eigenen Intentionen, und dabei dem Herrn die Wandlung, Erneuerung und Bekehrung zu überlassen", sagte der Heilige Vater.
Es sei wichtig, sich dessen zu besinnen und dies in dieser Fastenzeit zu leben: Jeder müsse sich bewusst sein, dass der Weg der Buße nicht alleine bewältigt werden könne, sondern gemeinsam mit den vielen Brüdern und Schwestern in der Kirche, so der Papst. "Ich denke besonders an die Sünden gegen die Einheit der Kirche, an die Spaltungen im Leib der Kirche. Die Fastenzeit in einer intensiveren und sichtbareren kirchlichen Gemeinschaft zu leben, und die Individualismen und Rivalitäten zu überwinden, ist ein demütiges und kostbares Zeugnis für jene, die dem Glauben fern stehen oder gleichgültig sind", erklärte der Heilige Vater.
http://diepresse.com/home/panorama/religion/1344103
© DiePresse.com - 13.02.2013 | 18:29 | (DiePresse.com)
Aus dem Wasser kommt alles Leben,
auch was ich heute an Land
und in den Lüften tummelt.
In der Natur ständig sich ändernd
in Farbe und Gestalt
Felsen aushöhlend
und Steine abschleifend:
unbändige Kraft.
Trägt Leben in sich,
nährt Pflanze und Fisch
und was sonst noch sich in ihm regt.
Nach schweißtreibender Wanderung
schöpf ich davon,
brennenden Durst zu löschen
und labe ermüdete Füße
in dem kühlen erfrischenden Nass.
Wasser: Wohltat für alles, was lebt.
An heißen Tagen spring ich hinein,
darin zu schwimmen, zu tauchen.
Wasser ist unser wichtigstes Nahrungsmittel.
Wir brauchen es als Getränk,
zum Kochen und Backen.
Wasser brauchen wir zur Reinigung
des Körpers und der Wäsche.
Wasser - ein Sinnbild des Lebens,
köstliche Gabe Gottes für uns.
Doch seinen Wert lernen wir meistens erst schätzen,
wenn es uns fehlt.
Mit Wasser wurden wir getauft,
von aller Schuld gereinigt,
auf dass neues Leben in uns gedeihe,
Leben mit Christus.
Mit Gottes Geist in der Taufe begabt,
auf dass göttliches Leben in uns gedeihe.
Leben mit Christus, der sagt:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Leben mit Christus - ewiges Leben.
"Jeder Baum, der keine guten Früchte hervorbringt,
wird umgehauen und ins Feuer geworfen."
(Mt 17, 19; Mt 12, 33)
So haben es die Gärtner zurzeit Jesu getan,
denn vom Ertrag ihrer Bäume lebten sie.
Soll das nun auch für Menschen gelten?
Jesus denkt anders über den Menschen.
Zwar mahnt er uns zur Umkehr,
doch auch den Baum,
der schon jahrelang keine Früchte mehr bringt,
haut er nicht um.
Vielmehr meint er,
man müsse dem Boden gute Nahrung geben,
damit der Baum sie aufnehmen
und wieder Früchte bringen kann.
Das endgültige Urteil über den Menschen
steht allein Gott zu
am Ende unseres Lebens. (vgl. Lk 13, 6 - 9)
Auch mich hat Gott gepflanzt,
damit ich gute Früchte bringe.
Was ist aus mir geworden?
Was habe ich aus mir gemacht?
Bringe ich die Früchte,
die Gott von mir erwartet?
Ich kann die Botschaft und die Taten Jesu
täglich lesen und in der Kirche hören.
Welche Wirkung zeitigt das bei mir?
Irgendwann - ich kann den Tag nicht wissen -
ist meine Frist zu Ende in meiner Todesstunde.
Nutze ich die Zeit, die mir gegeben ist?
Aus: Werner Eizinger, Wie Weihrauch steige mein Gebet vor dir auf, Meditative Gottesdienste mit Symbolen, Regensburg 2008.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Die Aktivität für die Begegnung mit Mose geht von Gott aus. Mose wird mit Namen angesprochen. Mose reagiert gemäß der religiösen und kultischen Tradition: Er zieht die Schuhe aus und verhüllt sein Angesicht.
Der brennende und nicht verbrennende Dornbusch zeigt die "erschreckende Gefährlichkeit", aber auch die "Überwindung der Gefährlichkeit". Gott spricht - so die Interpretation - durch einen Engel zu Mose.
Mose erhält den Auftrag: "Und jetzt geh!" In diesem Auftrag ist die Zusicherung Gottes hinein genommen, der sich seines Volkes erbarmt hat. Er wird nun sein Volk aus Ägypten führen. Mose wird sein Prophet, "Mittler" und Führer auf diesem Weg.
Das Buch Exodus ist das zweite Buch des Pentateuch, der fünf Bücher Mose, und hat als solches ebenso mit den Textschwierigkeiten wie die anderen vier Bücher zu kämpfen. Speziell die Lesung des heutigen Tages geht auf unterschiedliche Textquellen zurück und hat redaktionelle Bearbietungen erfahren. Als ein Kennzeichen unterschiedlicher Verfasser bzw. Redaktoren ist der Wechsel der Gottesbezeichnungen ("Jahwe" und "Elohim") zu nennen. Unsere Lesung ist ein Produkt der Zusammenführung von den beiden Verfassern. So wird die Berufungserzählung des Mose (genauer 3,1b. 4b. 6. 9-14) dem Elohisten zugeschrieben.
Eine aussergewöhnliche Naturerscheinung lässt Moses aufblicken und eine Gotteserfahrung zuteil werden. Der Ruf des Herrn ergeht an Mose. Die Gottesvorstellung ist zweigeteilt und umklammert die Berufung des Mose. Vers 6 offenbart sich Jahwe als Gott der Väter. In Vers 14 gibt Jahwe dem Mose seinen Namen preis, der wiederum Auskunft über die Eigenschaften Gottes gibt: Ich bin der "Ich bin da" - gestern, heute, morgen und darüber hinaus - ohne zeitliche und räumliche Trennung. Dazwischen eingebettet ist die Berufung und die Beauftragung des Mose, verbunden mit der Landverheißung, die erst im Buch Josua (also nach dem Pentateuch) Wirklichkeit werden wird.