Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Jesája.
Freut euch mit Jerusalem
und jauchzt in ihr alle, die ihr sie liebt!
Jubelt mit ihr,
alle, die ihr um sie trauert,
auf dass ihr trinkt und satt werdet an der Brust ihrer Tröstungen,
auf dass ihr schlürft und euch labt an der Brust ihrer Herrlichkeit!
Denn so spricht der Herr:
Siehe, wie einen Strom leite ich den Frieden zu ihr
und die Herrlichkeit der Nationen wie einen rauschenden Bach,
auf dass ihr trinken könnt;
auf der Hüfte werdet ihr getragen, auf Knien geschaukelt.
Wie einen Mann, den seine Mutter tröstet,
so tröste ich euch;
in Jerusalem findet ihr Trost.
Ihr werdet das sehen und euer Herz wird jubeln
und eure Knochen werden sprossen wie frisches Grün.
So offenbart sich die Hand des Herrn an seinen Knechten.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv - Jauchzt Gott zu, alle Länder der Erde! – Kv
Oder: GL 54,1
Jauchzt Gott zu, alle Länder der Erde! /
Spielt zur Ehre seines Namens! *
Verherrlicht ihn mit Lobpreis!
Sagt zu Gott: Wie Ehrfurcht gebietend sind deine Taten; *
vor deiner gewaltigen Macht müssen die Feinde sich beugen. – (Kv)
Alle Welt bete dich an und singe dein Lob, *
sie lobsinge deinem Namen!
Kommt und seht die Taten Gottes! *
Ehrfurcht gebietend ist sein Tun an den Menschen: – (Kv)
Er verwandelte das Meer in trockenes Land, /
sie schreiten zu Fuß durch den Strom; *
dort wollen wir uns über ihn freuen.
In seiner Kraft ist er Herrscher auf ewig; /
seine Augen prüfen die Völker. *
Die Aufsässigen können sich gegen ihn nicht erheben. – (Kv)
Alle, die ihr Gott fürchtet, kommt und hört; *
ich will euch erzählen, was er mir Gutes getan hat.
Gepriesen sei Gott; /
denn er hat mein Bittgebet nicht unterbunden *
und mir seine Huld nicht entzogen. – Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinden in Galátien.
Schwestern und Brüder!
Ich will mich allein
des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen,
durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.
Denn es gilt weder die Beschneidung etwas
noch das Unbeschnittensein,
sondern: neue Schöpfung.
Friede und Erbarmen komme über alle,
die diesem Grundsatz folgen,
und über das Israel Gottes.
In Zukunft
soll mir niemand mehr solche Schwierigkeiten bereiten.
Denn ich trage die Leidenszeichen Jesu an meinem Leib.
Die Gnade Jesu Christi, unseres Herrn,
sei mit eurem Geist, meine Brüder und Schwestern! Amen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Hallula, Halleluja
Der Friede Christi triumphiere in euren Herzen.
Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus
und sandte sie zu zweit vor sich her in alle Städte und
Ortschaften,
in die er selbst gehen wollte.
Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß,
aber es gibt nur wenig Arbeiter.
Bittet also den Herrn der Ernte,
Arbeiter für seine Ernte auszusenden!
Geht!
Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.
Nehmt keinen Geldbeutel mit,
keine Vorratstasche und keine Schuhe!
Grüßt niemanden auf dem Weg!
Wenn ihr in ein Haus kommt,
so sagt als Erstes: Friede diesem Haus!
Und wenn dort ein Sohn des Friedens wohnt,
wird euer Friede auf ihm ruhen;
andernfalls wird er zu euch zurückkehren.
Bleibt in diesem Haus,
esst und trinkt, was man euch anbietet;
denn wer arbeitet, ist seines Lohnes wert.
Zieht nicht von einem Haus in ein anderes!
Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt,
so esst, was man euch vorsetzt.
Heilt die Kranken, die dort sind,
und sagt ihnen:
Das Reich Gottes ist euch nahe!
Wenn ihr aber in eine Stadt kommt,
in der man euch nicht aufnimmt,
dann geht auf die Straße hinaus
und ruft:
Selbst den Staub eurer Stadt, der an unseren Füßen klebt,
lassen wir euch zurück;
doch das sollt ihr wissen:
Das Reich Gottes ist nahe.
Ich sage euch:
Sodom wird es an jenem Tag erträglicher ergehen
als dieser Stadt.
Die Zweiundsiebzig kehrten zurück und sagten voller Freude:
Herr, sogar die Dämonen sind uns
in deinem Namen untertan.
Da sagte er zu ihnen:
Ich sah den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen.
Siehe, ich habe euch die Vollmacht gegeben,
auf Schlangen und Skorpione zu treten
und über die ganze Macht des Feindes.
Nichts wird euch schaden können.
Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen,
sondern freut euch darüber,
dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Während in Lk 9,1-6 nur die "Zwölf" ausgesandt werden, weitet sich in dieser Perikope der Kreis. Der universale Charakter der christlichen Mission wird durch die Zahl der Jünger angedeutet. (Man meinte damals, daß es 70 Heidenvölker gebe, vgl. Gen 10.) Auch das Bild von der Ernte entspricht dem Missionsgedanken des Lukas. Ernte ist Heilszeit (vgl. Ps 126,6). Ohne Machtmittel und nur mit dem Notwendigsten ausgerüstet sollen die Jünger in eine Welt gehen, die sie ablehnt und verfolgt. Aber gerade im Verzicht auf Macht und Besitz wird sich die Kraft der Botschaft erweisen. Bei ihrer Rückkehr können sie voll Freude berichten, daß durch die Verkündigung des Reiches Gottes dieses nun auch schon angebrochen ist. Durch die Macht des Wortes Gottes ist die Macht Satans gebrochen. Das Heil und der Friede Gottes (Schalom) bleibt bei den Menschen, die die Botschaft annehmen.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus
und sandte sie zu zweit vor sich her in alle Städte und
Ortschaften,
in die er selbst gehen wollte.
Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß,
aber es gibt nur wenig Arbeiter.
Bittet also den Herrn der Ernte,
Arbeiter für seine Ernte auszusenden!
Geht!
Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.
Nehmt keinen Geldbeutel mit,
keine Vorratstasche und keine Schuhe!
Grüßt niemanden auf dem Weg!
Wenn ihr in ein Haus kommt,
so sagt als Erstes: Friede diesem Haus!
Und wenn dort ein Sohn des Friedens wohnt,
wird euer Friede auf ihm ruhen;
andernfalls wird er zu euch zurückkehren.
Bleibt in diesem Haus,
esst und trinkt, was man euch anbietet;
denn wer arbeitet, ist seines Lohnes wert.
Zieht nicht von einem Haus in ein anderes!
Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt,
so esst, was man euch vorsetzt.
Heilt die Kranken, die dort sind,
und sagt ihnen:
Das Reich Gottes ist euch nahe!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus
und sandte sie zu zweit vor sich her in alle Städte und
Ortschaften,
in die er selbst gehen wollte.
Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß,
aber es gibt nur wenig Arbeiter.
Bittet also den Herrn der Ernte,
Arbeiter für seine Ernte auszusenden!
Geht!
Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.
Nehmt keinen Geldbeutel mit,
keine Vorratstasche und keine Schuhe!
Grüßt niemanden auf dem Weg!
Wenn ihr in ein Haus kommt,
so sagt als Erstes: Friede diesem Haus!
Und wenn dort ein Sohn des Friedens wohnt,
wird euer Friede auf ihm ruhen;
andernfalls wird er zu euch zurückkehren.
Bleibt in diesem Haus,
esst und trinkt, was man euch anbietet;
denn wer arbeitet, ist seines Lohnes wert.
Zieht nicht von einem Haus in ein anderes!
Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt,
so esst, was man euch vorsetzt.
Heilt die Kranken, die dort sind,
und sagt ihnen:
Das Reich Gottes ist euch nahe!
Wenn ihr aber in eine Stadt kommt,
in der man euch nicht aufnimmt,
dann geht auf die Straße hinaus
und ruft:
Selbst den Staub eurer Stadt, der an unseren Füßen klebt,
lassen wir euch zurück;
doch das sollt ihr wissen:
Das Reich Gottes ist nahe.
Ich sage euch:
Sodom wird es an jenem Tag erträglicher ergehen
als dieser Stadt.
Weh dir, Chorazin!
Weh dir, Betsaida!
Denn wenn in Tyrus und Sidon die Machttaten geschehen wären,
die bei euch geschehen sind -
längst schon wären sie in Sack und Asche umgekehrt.
Doch Tyrus und Sidon
wird es beim Gericht erträglicher ergehen als euch.
Und du, Kafarnaum,
wirst du etwa bis zum Himmel erhoben werden?
Bis zur Unterwelt wirst du hinabsteigen!
Wer euch hört, der hört mich,
und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab;
wer aber mich ablehnt,
der lehnt den ab, der mich gesandt hat.
Die Zweiundsiebzig kehrten zurück und sagten voller Freude:
Herr, sogar die Dämonen sind uns
in deinem Namen untertan.
Da sagte er zu ihnen:
Ich sah den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen.
Siehe, ich habe euch die Vollmacht gegeben,
auf Schlangen und Skorpione zu treten
und über die ganze Macht des Feindes.
Nichts wird euch schaden können.
Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen,
sondern freut euch darüber,
dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind!
Jesus sendet seine Jünger in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte, das Reich Gottes zu verkünden. Heute sind wir als seine Jünger ausgesandt. Wir bezeugen das Wirken Gottes in unserer Welt, indem wir unseren Glaube leben und dem Beispiel der Liebe Jesu folgen.
„Wenn nichts fehlt, wo Gott fehlt!“ Diesen Titel trägt eines meiner Bücher. Bislang habe wenig in diesem Buch gelesen. Doch diese Überschrift zeigt, was mein Eindruck ist. Es gibt viele Menschen, die mit Gott nichts anfangen können. Es gibt viele Menschen, denen es gleichgültig ist, ob es Gott gibt oder nicht, ob die Botschaft von Jesus wirklich wahr ist oder nicht. Viele scheinen ohne Gott gut leben zu können. Der Glaube an Gott scheint an Bedeutung verloren zu haben. Die Gottesdienstbesucher werden immer weniger. Orden, geistliche Gemeinschaften und die Bischöfe stellen traurig fest, wie wenig junge Menschen den Weg in der engeren Nachfolge gehen wollen. Auch kirchliche Hochzeiten werden weniger.
Mehr noch: Viele Menschen, die nicht glauben, leben genauso engagiert wie viele Christen:innen. Sie leben moralisch nicht schlechter als Christen:innen auch. Umgekehrt können wir fragen: Wieviele Christen leben denn so, dass andere an ihrem Leben erkennen können: Das ist ein Mensch, der wirklich an Jesus glaubt?
Auch schon zur Zeit Jesu hat es viele Menschen gegeben, die ohne Gott gut leben konnten. Eben darum ist Jesus in diese Welt gekommen. Jesus wollte den Menschen zeigen: Für ein erfülltes und auch gelungenes Leben braucht ihr Gott. Er hat dazu – wir hörten es im Evangelium – Menschen in seinen Dienst genommen: Sagt ihnen, dass etwas fehlt, wenn Gott fehlt. Sagt ihnen, dass ihnen nichts fehlt, wenn Gott nicht fehlt. Sagt ihnen, dass Gott der Grund ihres Lebens sein will.
Genau das ist auch uns aufgetragen. An unserem Platz, unserem Ort sind wir berufen, unseren Mitmenschen das zu sagen. Es fehlt euch nichts, wenn Gott nicht fehlt. Es fehlt euch etwas Wichtiges, wenn Gott fehlt.
Wenn ich das konkret machen möchte, dann muss ich mich fragen: Was schenkt mir mein Glaube an Gott? Das zu bezeugen, dazu sind wir heute mehr denn je berufen. Was bedeutet es mir, in einer Kirche mit Menschen meinen Glauben teilen zu dürfen. Mir persönlich schenkt mein Glaube an Jesus eine Lebensorientierung. Ich habe ein Ziel, auf das ich hinleben kann. Dieses Ziel ist es, einmal in der Liebe Gottes leben zu dürfen. Dieses Ziel ist das Reich Gottes, das nahe ist. Dieses Ziel vor Augen macht mir Mut für mein Leben. Es gibt mir die Kraft, diese Welt im Sinne Gottes mitzugestalten. Wo ich versuche, diese Welt zu erneuern, menschlicher zu gestalten, dort ist das Reich Gottes nahe, und zwar schon in dieser Zeit. Dort mache ich die Welt heiler und gesünder.
Der Besuch des Gottesdienstes ist dann eine Zeit, meine Liebe zu Gott zu pflegen. Ich höre sein Wort. Ich begegne Jesus in der Eucharistie. Das gibt mir Kraft für mein Leben, meinen Alltag. Darum ist es für mich sehr wichtig, den Gottesdienst möglichst regelmäßig mitzufeiern. Davon kann ich durchaus sprechen, wenn ich angefragt bin.
Wer versucht, als Christ:in zu leben, hat auch andere Werte als die, die bei den meisten Menschen zu finden sind. Zählen doch bei den meisten Durchsetzungsvermögen, Kraft, Stärke, Reichtum, eine hohe Position, so ist es bei Jesus anders. Jesus sieht die armen Menschen und schwachen Menschen höher an. Weil die Botschaft von Jesus diese Welt in Frage stellt, darum weiß Jesus auch, dass den Jüngern Anfeindungen, ja sogar der Tod drohen. „Ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe.“ Wölfe stehen in diesem Wort für Gewalt, für Gier. Schafe stehen hier für Sanftheit, für Arglosigkeit und Frieden.
Der Frieden ist – gerade heute – mehr denn je ein Wunsch vieler Menschen. Es geht aber mehr als um einen Frieden, wo nur die Waffen schweigen. Es geht um einen Frieden, der in unserem Herzen ist. Diesen Frieden kann uns nur Gott schenken. „Seht, wie einen Strom leite ich den Frieden zu ihr!“, schreibt Jesaja. Christen zeichnen sich aus, wenn sie Frieden stiften, wenn sie einander verzeihen, wenn sie Gerechtigkeit suchen, sei es die Gerechtigkeit in der Verteilung der Güter, sei es die Gerechtigkeit in der Beurteilung der Menschen.
Vielleicht werden wir in unseren Breitengraden nicht gerade umgebracht. Doch wir sind auch in der Minderheit. Wenn wir immer wieder daran denken, wie uns der Glaube Kraft und Trost schenkt, dann leben wir nach dem Motto: Wo Gott fehlt, da fehlt alles. Dieses den Mitmenschen zu zeigen, ja zu sagen, wenn sie uns anfragen, dieses durch unser Leben zu bekunden, dazu sind wir berufen. Die Mitmenschen zu überzeugen, das geht vor allem durch gelebten Glauben und gelebte Liebe.
Jesus sendet seine Jünger in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Überzeugende Verkündigung geschieht in Wort und Tat.
Wir hörten heute Trostworte, wir hören von Visionen, die zu Realutopien führen sollen. Die erste Lesung aus dem Buch Jesaja (= Gott ist Rettung) ist voll von Hoffnung und Trost. Man könnte von einer Zeit des Wiederaufbaues sprechen nach all den Kriegsschäden, die die Babylonier bei ihren Eroberungszügen hinterlassen haben. Freude kehrt zurück. JHWH zeigt mütterliche Gefühle „auf dass ihr trinkt und satt werdet an der Brust ihrer Tröstungen.“ (Jes 66,11). „Sollte ich den Schoß öffnen und nicht gebären lassen?“ (Jes 66,9). Wichtig ist, dass Friede und Freude wieder einkehren. Jesaja zeigt eine starke Beziehungstheologie. Jerusalem kann niemals zerstört werden. Neues Leben mit viel Freude wird hier wieder einkehren. Diese Vision, die auch Rückschläge erlebt, lässt sich nicht verdrängen. Sie gibt es auch heute im Zeichen der Hoffnung.
Die zweite Lesung führt diesen Gedanken in der „neuen Schöpfung“ durch die Taufe weiter. Es ist nicht mehr so wichtig, ob jüdische Gesetze, wie etwa die Beschneidung eingehalten werden, wesentlich sind Friede und Erbarmen. Paulus warnt davor, von Gott abzufallen und beweist es durch die Leidenszeichen, die an seinem Leib sichtbar geworden sind. (siehe Gal.6,17). Auf den Menschen kommt es an, so wie es Paulus in der zweiten Lesung auf seine Weise erklärte.
Auch das Evangelium geht immer von der Person aus. Es braucht Menschen, die gute Taten vollbringen. „Die Ernte ist groß, aber es gibt zu wenig Arbeiter.“ (Lk 10,2). Zwei Zahlen an dieser Textstelle liefern diesbezüglich gute Hinweise. Zwölf bedeuten die 12 Stämme Israels und die Zahl der Apostel. Zweiundsiebzig ist die Gesamtzahl aller Völker. Das heißt, wir alle sind beauftragt, die Frohe Botschaft in Wort und Tat weiterzugeben.
Oft wird diese Textstelle als Hinweis gegeben, dass es an Priestern, Diakonen, Ordenschristen, Pastoralassistent*innen mangelt. Das stimmt schon. Trotzdem ist diese Sichtweise erweiterungsbedürftig. Aufgrund des gemeinsamen Priestertums haben wir alle diese Aufgabe. Es mangelt auch heute an Mitarbeiter*innen aus zeitlichen Gründen, aus Unwissenheit und Scheu vor Glaubensweitergabe, auch an Interessenlosigkeit.
Das Evangelium spricht von weiteren Hindernissen. „Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe“ (Lk 10,2). Die Glaubensweitergabe ist eine große, herausfordernde Aufgabe, weil auch Gleichgültigkeit, Spott, Desinteresse, in einigen Ländern schwere Verfolgungen diesen Glaubensweg begleiten. Die klebrige Masse der Falschheit, die als „Staub“ bezeichnet wird, soll abgeschüttelt werden, den Mund aufmachen, dort, wo Unrecht geschieht.
„Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche, keine Schuhe“ (Lk 10,4). Es sind sehr radikale Worte, die zu Missverständnissen führen. Wir sollen frei werden von allen Dingen, die uns belasten, das kann unter Umständen bis ins Existentielle hineingehen. Je weniger uns Alltagssorgen bedrücken, umso freier und zufriedener können wir leben. Sorgen wir deshalb auch für Frieden, der in unserem Inneren mit Hilfe des Heiligen Geistes beginnen soll.- Homo homini lupus (der Mensch ist des Menschen Feind). Dieser Feind sitzt auch im Inneren jedes Menschen und führt zum Krieg. Der Mensch ist ein Zerrissener, einerseits hat er Friedenssehnsucht, andererseits führt er brutale Kriege.
Alle List des Satans kann die Ausbreitung des Reiches Gottes nicht verhindern. Das Gute, die Hilfsbereitschaft, die Liebe ist immer noch vorhanden, auch wenn es ringsum Zerstörung und Tod gibt. In den verschiedenen Kriegsgeschehen Gazastreifen, Ukrainekrieg und anderen Auseinandersetzungen, die die Medien uns ins Haus liefern, zeigt sich auch die einzigartige Hilfsbereitschaft, die den leidenden Menschen zuteil wird. Lastwagen von Hilfsgütern, Menschen, die Nahrungsmittel verteilen, sogar unter lebensgefährlichem Einsatz, sind Beweise dafür, dass sich das Gute seinen Weg bahnt.
Und was können wir - wie können Sie - als Mitarbeiter im Reich Gottes tun, um das Wirken des Heiligen Geistes in Ihrer und meiner Umgebung sichtbar zu machen?
Jesus sandte ausgesuchte Jünger in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Wie "funktioniert" Mission? Wie funktioniert Mission heute? Es geht weniger um die Ausbreitung einer Lehre als um Begegnungen mit Menschen, die Reich Gottes erlebt haben und davon überzeugt sind.
Das heutige Evangelium spricht ein Thema an, zu dem wir in unserem Land genau das Gegenteil erleben: Es wenden sich viel mehr Getaufte von der Kirche ab als Kinder getauft werden oder gar Erwachsene sich bewusst zum Christentum bekehren.
Langjährige Formen der Glaubensverkündigung, z.B. durch Volksmissionen haben sich aufgehört.
Die Ursachen sind vielfältig und auf keinen einfachen Nenner zu bringen. Ich möchte in meinen Überlegungen zur Aussendung der Jünger ein paar Punkte herausgreifen, die mich seit einiger Zeit beschäftigen.
Der indische Jesuit Anthony de Mello musste sich von einem überzeugten Hindu, den er in Südindien getroffen hatte, sagen lassen: „Ihr Missionare werdet bei uns nie etwas ausrichten können, wenn ihr nicht als Gurus zu uns kommt." Gemeint ist ein Guru, der nicht bloß über das redet, was er studiert hat, sondern aus der die Gewissheit seiner eigenen religiösen Erfahrung spricht. Er führt seine Jünger mit sicherer Hand, denn er führt sie Wege zu Gott, die er selbst gegangen ist und nicht nur aus Büchern kennt.
Es wird uns wenig nutzen, unseren Hindu-Brüdern etwas von der Erfahrung eines heiligen Johannes vom Kreuz (spanischer Mystiker, 16. Jhdt.) zu erzählen, dessen Werke in unseren Bibliotheken stehen und auf den wir mit gutem Grund stolz sind. Sie werden vielleicht Interesse zeigen, aber nicht beeindruckt sein. Eventuell sagen Sie: „Das ist schön. Und wie haben Sie Gott erlebt? Sie kommen zu uns mit Theologie, Liturgie, Bibel und Kirchenrecht. Aber hinter all diesen Riten, Worten und Begriffen befindet sich eine Wirklichkeit, für die die Riten ein Symbol sind und für die die Begriffe nicht ausreichen. Stehen Sie in direkter Verbindung mit dieser Wirklichkeit? Können Sie mich mit ihr verbinden? "
Wie die Botschaft Christi Wirkkraft bekommt, finden wir in einigen Beispielen der Apostelgeschichte: Im 4. Kapitel werden Petrus und Johannes vor dem Hohen Rat geschleppt, weil sie am Tempeleingang einen Gelähmten geheilt haben. Erstaunlich gelassen führt Petrus seine Verteidigungsrede zu Ende mit den Worten: „Ob es vor Gott recht ist, mehr auf euch zu hören als auf Gott, das entscheidet selbst. Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben.“
Hier führte das persönlich Erlebte zu einer Überzeugung, die keine Drohung und keine Furcht stoppen können. Nicht das, was sie sich am Schreibtisch ausgedacht haben, kommt über ihre Lippen, sondern was der Auferstandene in ihnen bewirkt hat. Sie verkünden ein Erleben, das sie persönlich zuinnerst getroffen hat. Ihr Wort geht einher mit einer geschenkten wundersamen Kraft, die sich mit ihnen verbinden kann, weil sie auf Leben und Tod mit ihrem Meister verbunden sind. Darum scheuen sie sich nicht zu predigen, auch wenn ihnen Gefängnis und mehr drohen.
Im heutigen Evangelium lässt mich aufhorchen, dass Jesus den Jüngern nahelegt: Nehmt nichts mit auf den Weg. Nicht gesammeltes Wissen und keine Selbstabsicherung dürfen sich zwischen Christus und den Verkünder schieben. Alle Wirkkraft kommt ihnen von Jesus zu. Ihre gesamte Autorität besteht darin, dass sie im Namen Jesu kommen. Er ist es, der sie sendet, der sie begleitet und ihrem Wort göttliche Kraft verleiht.
Darum sollen die christlichen Botschafter lernen, ihr Vertrauen nicht auf ihren Besitz, ihre Ausrüstung oder ihre Verteidigungsmittel zu setzen. Sie mögen sich bewusst sein, dass ihre Existenz und das Ergebnis ihrer Tätigkeiten von dem abhängen, was Gott ihnen schenkt, was sie empfangen haben, auch durch andere Menschen. Das heutige Evangelium legt uns nahe: Nehmt nicht alles Mögliche mit, sondern bringt euch selbst mehr ins Spiel.
Ähnlich wie der kritische Hindu die Glaubwürdigkeit eines katholischen Missionars abgeklopft hat, hinterfragen auch uns distanzierte Zeitgenossen, wieweit wir nur den Worten nach zu den Christen zählen oder ob unsere gesamte Lebenshaltung und unsere Taten überzeugen.
Mutter Teresa sagte einmal: “Früher habe ich geglaubt, ich müsse die Menschen bekehren, jetzt weiß ich, ich muss lieben, und die Liebe bekehrt, wen sie will.“ Auf die Frage, warum so wenig Christen einen kirchlichen Beruf ergreifen, sagt sie: „Es gibt zu viel Reichtum, zu viel Komfort, einen sehr hohen Lebensstandard, nicht nur in den Familien, sondern auch bei den Orden. Es genügt nicht, den Geist der Armut zu kennen; man muss die Armut kennen, wenn man wirklich nichts besitzt. Heute wollen Menschen, selbst wenn sie aus einem »wohlhabenden« Milieu kommen, die Erfahrung machen, was »nicht haben« bedeutet. Die meisten der Berufungen, die aus Europa oder Amerika zu uns gekommen sind, haben uns nicht wegen der Arbeitsmöglichkeiten gebeten, unserer Gemeinschaft beitreten zu dürfen, sondern aus Liebe zur Armut.“
So bin ich überzeugt, dass wieder mehr Suchende zu Christus finden, wo nicht hohe Gedankengänge oder Überredungskunst im Vordergrund stehen, sondern wo im täglichen Leben erkennbar wird, was christlicher Glaube ist. Hier kann jeder Getaufte, ob theologisch gebildet oder nicht, andere näher zu Christus führen.
Mahatma Gandhi besuchte eines Tages das Kloster von Mariannhill in Südafrika. Er wollte herausfinden, wie die katholischen Missionare mit den Schwarzen umgehen. Der Missionsleiter Bernhard Huss zeigte ihm alles, was er sehen wollte: Schulgebäude, Gärten, Kirche, Krankenhaus, Felder, Werkstätten. Schweigend schritten sie nebeneinander her. Vor dem Kruzifix in der Kirche hielt Gandhi inne, beugte sein Haupt ehrfürchtig und verharrte so einige Zeit. Dann wandte er sich zum Missionar und flüsterte: „Es ist das geduldige Leiden, das uns erlösen wird - Inder wie Bantu. Ihr Kreuz predigt eine große Wahrheit für die ganze Welt!“
Gandhi erkundigte sich nach der finanziellen Unterstützung seitens der Regierung (sie zahlte damals die Lehrergehälter) und äußerte sich dann sehr befriedigt über die Arbeit der Missionare: „Ich habe viel über die Ausbeutung der Bantu durch Missionare gehört. Eine pure Lüge! Was ich hier und heute mit eigenen Augen gesehen habe - ich muss es zugeben! - ist großartig. Es gibt keine bessere Methode, um die Eingeborenen Südafrikas auszubilden - um sie zu tüchtigen Menschen zu machen!“
Dann hielt Gandhi inne, blickte Pater Bernhard tief in die Augen und fuhr zögernd fort: „Sie wissen, Herr Pater, ich bin kein Christ. Einmal habe ich gesagt, ich liebte Christus und seine Lehre, aber nicht die Christen. Heute möchte ich meine damalige Feststellung revidieren. Wäre ich Ihnen früher begegnet und mehr Leuten wie Ihnen — ich glaube, ich wäre auch Christ geworden!“
Die Propheten der alttestamentlichen Exilszeit sahen ihre Aufgabe darin, Hoffnung zu entfachen. Jesus sandte seine Jünger aus, um Frieden anzukündigen und Hoffnung zu wecken durch seine Botschaft vom Reich Gottes. Friedensbotschaften und Hoffnungszeichen tun auch heute gut.
„Immer soll die Sonne scheinen.
Immer soll der Himmel blau sein.
Immer soll Mutter da sein.
Und immer auch ich.“
Vielleicht kennt die ein oder der andere diese Zeilen, die im deutschsprachigen Raum vor allem durch das 1983 veröffentlichte Kinderlied „Der Friedensmaler“ von Frederik Vahle bekannt geworden sind. Die Zeilen sind jedoch um einiges älter. Sie gehen auf ein Kind in Moskau zurück, das 1928 - vor fast 100 Jahren - ein Bild gemalt hat und in russischer Sprache darauf geschrieben hat: „Immer soll die Sonne scheinen.“ Dieses Kind verlor im Krieg seinen Vater und drückte mit dem Bild seine Sehnsucht nach Frieden aus. Und die Worte, die es schrieb, gingen in vielen Sprachen um die Welt, wurden zu einem Symbol der Friedensbewegung der 60er Jahre und haben bis heute nichts an Bedeutung verloren. Es ist durchaus vorstellbar, dass jetzt, zu dieser Zeit, Menschen in der Ukraine oder in Russland sie singen und damit ihren Wunsch und ihre Hoffnung auf Frieden ausdrücken. Dabei wäre es doch sogar verständlich, wenn man in so einer Situation, in der das eigene Leben und das der geliebten Menschen so ungewiss ist, manchmal die Hoffnung zu verlieren droht.
Ähnlich ist es möglicherweise auch den Menschen des Volkes Israel gegangen. Die heutige Lesung aus dem Buch Jesaja führt uns zurück in die Zeit nach dem babylonischen Exil, als die Menschen ab dem Jahr 538 v. Chr. aus der Verbannung nach Jerusalem zurückkehrten. Es galt bei der Rückkehr nicht nur den Tempel wieder aufzubauen, sondern vor allem auch das gesellschaftliche und religiöse Leben wieder neu zu ordnen. Was sagt das über den Gott, an den die Menschen glaubten, aus, dass sie vertrieben wurden, dass sie so viele schwere Zeiten durchleben mussten und müssen? Die Propheten dieser Zeit waren gefordert. Sie mahnten, trösteten und spendeten Hoffnung. In diesem Kontext ist die Lesung zu verstehen.
„Siehe, wie einen Strom leite ich den Frieden zu ihr [...]"
„Wie einen Mann, den seine Mutter tröstet, so tröste ich euch;“
JHWH macht in dieser Zeit der Ungewissheit und der Verlorenheit die Zusage, dass er den Menschen Frieden und Trost bringt. Und der Prophet, der die Zeilen verfasst hat, geht noch weiter. Die Menschen sollen sich für Jerusalem freuen, sie sollen sich für die Menschen freuen, denn Gott ist bei ihnen. Er ist bei ihnen in dieser schwierigen Phase. Wie eine Mutter tröstet und umsorgt er sein Volk und er sagt ihnen Zeiten der Freude, der Freiheit und des Lebens voraus. Diese Zusage gab und gibt Gott den Menschen immer wieder. Gott ist es, der ALLEN Menschen Trost, Frieden und Freiheit schenkt. Diese Zusage entfacht auch in schweren Zeiten Funken der Hoffnung und sie gilt auch uns in der heutigen Zeit.
Ebenso steht im heutigen Evangelium eine Friedensbotschaft im Zentrum. Jesus sendet Jüngerinnen und Jünger aus. Das erste, das sie tun sollen, wenn sie in ein Haus geladen werden, ist dem Haus Frieden zuzusagen. Jesus sendet sie los, ohne Geld, ohne Vorräte und ohne Schuhe, vertrauend darauf, dass Menschen die friedlich unterwegs sind, die anderen Frieden zusagen, ebenso Frieden und damit einhergehend Gastfreundschaft empfangen. Es ist heutzutage beinahe unvorstellbar, sich so sorglos auf den Weg zu machen und bewusst Selbstlosigkeit und Armut zu wählen. Denn heutzutage ist Armut kein Zustand, den man wählt. Armut trifft Menschen. Und gerade jetzt, wenn so wie derzeit alles teurer wird, sogar das, was wir zum Leben brauchen, trifft die Armut umso mehr Menschen umso härter. Auch zu diesen Menschen kommt Gottes Zusage auf Frieden und Trost.
Die letzten Jahre und die Gegenwart sind leider stark geprägt von Armut, Krankheit, Leid und Krieg. Und gerade da tun solche Friedenszusagen gut. Die Bilder, Geschichten und Berichte von den Kriegsschauplätzen dieser Welt, aber auch von Menschen, die unter den Teuerungen leiden, machen uns betroffen und wir stellen uns möglicherweise zurecht die große Frage, auf die es keine zufriedenstellende Antwort gibt: Warum? - Warum tun wir Menschen uns das gegenseitig an? Warum geschieht das alles? - Die Friedenszusage, die wir in den Bibelstellen gehört haben, gibt auch keine Antwort darauf. Jedoch kann sie Hoffnung schenken - Hoffnung auf Trost und Frieden. Auf Zeiten, in denen die Sonne scheint und der Himmel blau ist - Auf Zeiten, in denen unsere geliebten Menschen in Sicherheit und immer da sind. Und bis dahin können wir die Worte des jungen Kindes, die diese Sehnsucht und Hoffnung nach Frieden so einfach und ebenso stark ausdrücken - die Worte des Friedensmalers - weiter in die Welt tragen.
„Immer soll die Sonne scheinen.
Immer soll der Himmel blau sein.
Immer soll Mutter da sein.
Und immer auch ich.“
Wer wie Jesus den Menschen das Reich Gottes nahebringen will, ist bei den einen willkommen, bei anderen wird er/sie abgelehnt. Stärkung tut den Glaubensboten gut.
Diese Texte sind Trostworte, Muntermacher, Texte mit Visionen. Besonders Lukas, der Evangelist des Alltags, bringt immer wieder Fragen des Zusammenlebens und damit auch verbunden, Probleme der Glaubensausbreitung und -verbreitung zur Sprache.
In der 1. Lesung geht es um Trostworte in der Zeit des Babylonischen Exils, der Gefangenschaft. Die Menschen kommen nach Hause, viel zerstört, Lebensgrundlagen fehlen. Gegenwärtig bekommen wir jeden Tag Bilder ins Haus vom Krieg Russlands gegen die Ukraine. Wie soll da Wiederaufbau gelingen, alles kaputt? Hier wird durch die Waffen der Erfindergeist des Menschen zum Feind des Lebens. In dieser Situation soll ein Neuanfang geschehen. Menschen sind zu bewundern, die zurückkehren und auch solche, die zurückkommen wollen, die neu anfangen wollen. Das war damals auch so. In diese traurigen Zeiten wird das Trostwort gesprochen: „Freut euch mit Jerusalem. Jubelt in der Stadt, alle, die ihr sie liebt!... Wie einen Strom leite ich den Frieden zu ihr.“ Friede als Voraussetzung für Neubeginn, für Wiederaufbau, Friede und Trost für die Menschen, das furchtbare Leid, alte gefährliche Zeiten sind jetzt einmal vorbei.
Die 2. Lesung führt den Gedanken des Neubeginns weiter, wenn von einer „neuen Schöpfung“ die Rede ist mit Anspielung auf die Taufe, eingetaucht in die Liebe Gottes, den guten Geist, der auch soziale Unterschiede überwindet. Christentum soll eine offene Religion sein, wo alle Platz haben, verschiedene Kulturen, Menschen mit verschiedenen sexuellen Orientierungen, Kritiker, Harmonisierer, Geduldige, Ungeduldige. Niemand soll ausgeschlossen werden oder ausgeschlossen bleiben.
Das Lukas- Evangelium führt in die Praxis. Diese Welt ist nicht heil. In der Ausbreitung des Reiches Gottes, wo Friede eine wesentliche Voraussetzung ist, werden Streit, Krieg, Ablehnung aller Art spürbar und sichtbar. Auch die Jünger und wir heute werden einerseits Freude, guten Willen von Menschen erleben, aber auch heftige Ablehnung. Jeder Mensch hat die freie Entscheidung gut oder böse zu handeln, weil wir nicht Marionetten Gottes sind. Homo homini lupus. - Der Mensch ist des Menschen Feind. Die Auswirkungen zeigen sich in Gleichgültigkeit, Ablehnung, Feigheit.
„Exponiere dich nicht zu sehr in deinen guten Lebenseinstellungen, schon gar nicht in Glaubensfragen, du wirst nur schief angeschaut, belächelt, verspottet.“ Diese Ansicht wird auch schon Kindern mitgegeben. Angst, Rivalität sind ständige Begleiter des Menschen bis hinein in den Klerus. Christen / Christinnen zeigen auch viel Unwissenheit in religiösen Fragen, sie können keine Auskunft geben, weil „der Glaube verdunstet sei“ - eine Redewendung, die man immer wieder zu hören bekommt.
Die Jünger sollen „den Staub von den Füßen schütteln“, das heißt doch: Lasst all die Feindschaften, das Negative hinter euch, denn ihr werdet ausgerüstet mit dem inneren Frieden, mit dem guten Geist, der euch stark macht. Sodom ist als Stadt des Gottesabfalls bekannt, sollte zerstört werden (vgl. Gen 18 und 19) mit allen Lastern. Christinnen und Christen haben durch die Taufe die Vollmacht des Heilens bekommen, damals und heute. Diese Macht darf niemals Selbstzweck sein und zur Arroganz führen. Heilung kann auf verschiedene Weise geschehen: durch das tröstende, aufmunternde Wort, durch hilfsbereite Hände, durch den Versuch zumindest sich in schwierigen Problemen einzubringen. So kann manches Übel abgewendet werden.
Freude über die Wirkung tröstender Worte, erfolgreicher Hilfe, auch im pastoralen Wirken ist aufbauend, motivierend, wichtiger aber noch wichtiger: „Eure Namen sind im Himmelreich verzeichnet.“ Das kann so verstanden werden: Alles, was ihr jetzt schon an Gutem tut, ist nicht vergessen, es ist vielmehr ein Beitrag einmal ganz in der Nähe Gottes sein zu dürfen.
Der Evanglientext beschreibt Regeln, die sich für die Mission im Gefolge jesu entwickelt haben. Es beschreibt aber die Aufbruchstimmung des ersten Jahrhunderts und, was damals dadruch möglich wurde. Ein wenig davon täte auch uns heute gut. Auch heute treten Leute auf und fordern in aller Einfachheit Umkehr.
Ist die Personalabteilung heute hier? Die Personalvertretung? Der Betriebsrat? Ohne Vertrag, ohne Zusatzversorgung, ohne Entgeltabrechnung, ohne Urlaubsregelung, ohne alles – schickt Jesus Jünger los. Heute, immerhin: 72. 72 andere! Wie viele es wohl insgesamt waren?
Schauen wir uns auf die Schnelle einfach mal die Bedingungen an: wie Schafe mitten unter die Wölfe… kein Geld, keine Schuhe, barfuß also… Betteln… Mit dem einfachsten und nötigsten zufrieden sein… Aber, bitte, nicht nach besseren Bedingungen suchen! Und dann die bescheidene Erwartung, dass sich irgendeine Tür schon öffnen wird. Darf ich sagen: eine Tür bei den Wölfen?
Tatsächlich: wir schauen nicht nur in das Herz Jesu, wir sehen, wie in der jungen Kirche seine Jünger in die Welt zogen, in die Dörfer und Städte.
Es gab noch keine Kirchtürme, keine Pfarrämter, keine Caritas-Niederlassungen.
Es gab auch keine Diskussionen über Kirchenschließungen, Kirchensteuern und Strukturwandel.
Es gab auch noch keine Resignation? Keine Mutlosigkeit? Kein Streit? Lukas, warum sagst du nichts dazu!
Aber wir hören doch die Freude – vielleicht sogar den Übermut – der Jünger:
„Herr, sogar die Dämonen sind uns in deinem Namen untertan.“
Das ist doch eine Entdeckung! Auch wenn so viel Staub an den Füßen ist. Wir vertreiben die bösen Geister, die bösen Gedanken, die bösen Erinnerungen.
Ist die Personalabteilung heute hier? Wo kriegen wir solche Leute her?
Ich könnte jetzt etwas erzählen. Vom sogenannten „Wanderradikalismus“ in der frühen Jesusbewegung. Von den Anfängen der Mission. Von den einfachen Anfängen der Kirche. Aber die historischen Erinnerungen tragen uns nicht wirklich weit. Spannender ist es, in den alten Worten etwas von dem zu entdecken, was uns beseelt und glücklich macht, was uns anfeuert und begeistert.
Im Evangelium hören wir:
„Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt ihnen: Das Reich Gottes ist euch nahe!“
Die Jünger, die Jesus aussendet – Entschuldigung, wir kennen nicht einen Namen von ihnen – haben Anteil an dem, was Jesus tut, was Jesus sagt. Sie sind, ein wenig hochtrabend, Teil seiner Sendung. Alleine kann Jesus sein Werk nicht verrichten. Er braucht Menschen, er sucht Menschen, die heilen und Gottes Reich in seiner Schönheit und Weite vor den Augen der Menschen entfalten. Vielleicht sogar sichtbar machen.
Dann sind die Tellerränder auf einmal keine Grenzen, die Kirchtürme auch nicht – und Gott ist mitten unter uns.
In dem Wort „heilen“ ist eine ganze Welt, nein, die neue Welt versteckt. Was zerrissen ist, schmerzt, weh tut – lässt sich heilen. Was Menschen trennt, gegeneinander aufbringt, Tage und Stunden zur Hölle macht – lässt sich heilen. Was Gesellschaften und Kulturen zerreißt, was mit Hass und Häme Gehör erzwingt, was Angst machen will – lässt sich heilen.
Die Jünger Jesu sind unterwegs. Sie bringen den Frieden. Frieden ist nur ein anderes Wort für geheiltes Leben. Was zerbrochen ist, wird ganz… was auseinanderfällt, findet zusammen… was verloren gegeben wird, findet sich wieder. Es muss jetzt gesagt werden: Jesus ist unterwegs. In jedem Jünger, in jeder Jüngerin. Das ist ein großer Anfang: „In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit vor sich her in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte.“
Aber wenn wir schon einmal dabei sind, das Geflecht der Worte ein wenig aufzudecken, dann wächst uns auch die Entdeckung zu, nicht alleine zu sein – und es auch nicht alleine zu versuchen. Zu zweit ist zwar nicht gerade viel, aber ein Anfang: Wenn 2 Menschen sich aufmachen, sind sie stark. Sie können sich buchstäblich tragen, festhalten – trösten, ermutigen –oder auch die Wunden lecken, über ihre Schwächen reden, ihre Ängste teilen. Zu zweit ist schon so viel, dass die Hoffnung auf mehr wächst, geradezu eine ganze Welt aufschließt.
Einzelkämpfer haben es schwer. Sie müssen sich nicht nur durchbeißen, sie wollen gelegentlich auch alleine mit dem Kopf durch die Wand. Sie ernten die Misserfolge alleine – und selbst der Erfolg macht sie einsam. Jesus wusste, warum er die Jünger zu zweit aussandte – und davon ausgehen konnte, dass sich die Zahl 2 immer weiter multiplizieren lässt: 4, 8, 16, 32 – wollte ihr weiter rechnen?
Doch, das kommt mir dann auch in den Sinn: Alleine könnte ein Mensch sich auch auf ganz bescheidene Lebensverhältnisse einlassen. Es gibt Heilige und solche, die es – leider – nie werden konnten, die alleine aufbrachen, in die Wüste gingen, die Entbehrungen auf sich nahmen, die ganz für Gott lebten. Die sich hingebungsvoll um kranke Menschen kümmerten, verwahrlosten Kindern ein Zuhause gaben oder schon sehr führ auch für Indianer Menschenrechte einforderten. Einige von ihnen wurden zu Lebzeiten als Seelsorger und Berater aufgesucht, nach ihrem Tod als Vorbilder und Fürsprecher verehrt. Vergangenheit? Die Form stimmt nicht! Ich muss mich sofort korrigieren! Bis heute gibt es viele Menschen, die mit dem Wohlstand, der längst auch zu einem Gefängnis verkommen ist, nicht mehr klarkommen, Menschen, die nach einem einfachen Lebensstil suchen. Nach einem anderen Lebensmodell. Besonders heute geht uns auf, dass Geld und Besitz trennen, dass die soziale Ungleichheit immer weiter wächst, dass viele Menschen Angst vor der Zukunft haben. Und das – im Wohlstand! Ich weiß von anderen Bedingungen.
Jesus sendet seine Jünger aus. Zu zweit. Sie teilen ein einfaches Leben. Sie vertrauen auf Türen, die sich öffnen. Sie bringen den Frieden. Tatsächlich: die bösen Geister ziehen aus. Nein, sie müssen ihre Plätze räumen. Plätze, die ihnen einmal eingeräumt worden waren. Plätze, die man ihnen sogar zugewiesen hatte.
„Siehe, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und über die ganze Macht des Feindes. Nichts wird euch schaden können.“
So einfach ist das! Zumindest, wenn man Jesus beim Wort nimmt. Das passt zu dem einfachen Lebensstil, der unverhofft die Welt so reich macht, dass den Dingen hören und sehen vergeht.
Kia Vahland hat am 1. Juli in der Süddeutschen Zeitung einen Kommentar zu ganz aktuellen Entwicklungen geschrieben:
„Erst Greta Thunberg, die Klimaretterin, jetzt Carola Rackete, die Menschenretterin: Junge, so idealistische wie tatkräftige Frauen betreten die Bühne des Weltgeschehens, und sie werden für ihre Entschiedenheit von den einen gehasst, von den anderen verehrt…
Die Herzen und Köpfe erobern betont vernünftig auftretende junge Frauen, die den Regierenden Europas höflich, aber sehr bestimmt erklären, dass sie sich an ihre eigenen Aussagen zu halten haben - Klimaziele sind umzusetzen, Menschenrechte sind zu respektieren. Gewaltanwendung liegt ihnen fern; Rackete entschuldigte sich sogleich dafür, das Polizeiboot touchiert zu haben…
Es wird nicht reichen, der deutschen Kapitänin, der schwedischen Schülerin vorne auf der Bühne zu applaudieren. Es genügt nicht, wenn zwei zeigen, wie ein richtiges Leben im falschen gelingen mag. Das ist eine haltlose Überforderung. Die neuen Heldinnen müssen statt Projektionsfiguren Menschen sein dürfen, und die anderen Menschen auch ein bisschen Helden.“
(SZ 01.07.2019)
Ein bisschen Helden? Wir suchen sie heute. Tatsächlich: wir schauen nicht nur in das Herz Jesu, wir sehen, wie Jesu Jünger in die Welt ziehen, in die Dörfer und Städte, in die Häfen, Slums und Flüchtlingslager, auf die Straßen und Plätze.
Es gibt so schöne Kirchtürme, offene Pfarrämter und die Caritas ist auch da.
Es gibt Diskussionen über Kirchenschließungen, Kirchensteuern und Strukturwandel.
Es gibt Resignation, Mutlosigkeit und Streit.
Aber wir hören die Freude – gar den Übermut – der Jünger: „Herr, sogar die Dämonen sind uns in deinem Namen untertan.“ Das ist doch eine Entdeckung! Auch wenn so viel Staub an den Füßen ist. Wir vertreiben die bösen Geister, die bösen Gedanken, die bösen Erinnerungen.
Ist die Personalabteilung heute hier? Wir finden die Leute!
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Trotz einer gewissen Sehnsucht nach einem Glauben an Gott, fällt es vielen Menschen schwer, an Gott zu glauben. Aufgabe der Christen wäre zu zeigen, "dass Gott da ist" und das Leben durch den Glauben reicher ist.
Auch wir sind gesandt, die Frohe Botschaft heute den Menschen nahe zu bringen. Die Aussendung der 72 ermuntert uns, die Grundhaltungen Jesu zu leben und die Freude am Evangelium weiterzugeben.
Die Aussendung der 72 Jünger wurde zur Zeit Jesu anders wahrgenommen als zur Zeit der Niederschrift dieses Evangelientextes. Erst recht muten einzelne Missionsregeln heute befremdend an. Dennoch gilt es, die Frohe Botschaft durch einen "konkret gelebten Friedensgruß" den Menschen nahe zu bringen.
Lieder:
GL 103: Dieser Tag ist Christus eigen
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 142: Zu dir, o Gott, erheben wir die Seele mit Vertrauen
GL 144: Nun jauchzt dem Herren alle Welt
GL 146: Du rufst uns, Herr, an deinen Tisch (3. Str.)
GL 216: Im Frieden dein, o Herre mein
GL 275: Selig, wem Christus, auf dem Weg begegnet
GL 347: Der Geist des Herrn erfüllt das All (4 . Str.)
GL 348: Nun bitten wir den Heiligen Geist (4. Str.)
GL 362: Jeus, Christ, you are my life
GL 372: Morgenstern der finstern Nacht
GL 377: O Jesu, all mein Leben bist du
GL 381: Dein Lob, Herr, ruft der Himmel aus
GL 435: Herr, ich bin dein Eigentum
GL 437: Meine engen Grenzen
GL 440: Hilf Herr, meines Lebens
GL 446: Lass uns in deinen Namen, Herr
GL 448: Herr, gib uns Mut zum Hören
GL 455: Alles meinem Gott zu Ehren
GL 456: Herr, du bist mein Leben
GL 458: Selig seid ihr
GL 460: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde
GL 461: Mir nach, spricht Christus, unser Held
GL 464: Gott liebt diese Welt
GL 474: Wenn wir das Leben teilen wie das täglich Brot
GL 477: Gott ruft sein Volk zusammen
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit (1., 4. und 5. Str.)
GL 483: Halleluja... - Ihr seid das Volk (2. Str.)
GL 484: Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben (6. Str.)
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht
GL 489: Lasst uns loben, freudig loben (3. Str.)
GL 491: Ich bin getauft und Gott geweiht (3. Str.)
GL 552: Herr, mach uns strak im Mut, der dich bekennt
GL 543: Wohl denen, die da wandeln
Psalmen und Kehrverse:
GL 38,1: Der Herr ist mein Licht und mein Heil. - Mit Psalm 27 - IV.
GL 454: Geht in alle Welt, Halleluja, und seid meine Zeugen. Halleluja - Mit Psalm 18 (GL 712)
GL 584,4: Herr, du hast Worte ewigen Lebens. - Mit Ps 19 - II.
GL Ö929,2: Kündet den Völkern die Herrlichkeit des Herrn. - Mit Ps 19 - II.
Jesus sendet seine Apostel aus. Sie sind berufen, seine frohe Botschaft zu verkünden. Sie sind berufen, Gottes Liebe weiterzusagen. Die Apostel sollen Heilung und Heil schenken. Gottes Liebe will den Menschen Freude und Hoffnung schenken.
Das ist uns allen aufgetragen. Lassen wir uns jetzt aussenden von Jesus, so wie er Menschen damals aussandte. Tragen wir in Wort und Tat seine Liebe weiter, die wir im Heiligen Mahl feiern.
Grüßen wir Jesus, der auch uns wie Schafe unter die Wölfe sendet, in unserer Mitte.
Wir sind zusammengekommen, um den Tod und die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus in Gebet und Sakrament zu feiern. Wir bringen unseren Alltag mit, der eingetrübt ist von den Sorgen um den internationalen Frieden und von unseren persönlichen Unzulänglichkeiten. Wir öffnen uns der Gegenwart Gottes, dass er ergänze, was bei uns Stückwerk geblieben ist.
Es ist Ferienzeit. Eine schöne Zeit. Viele Menschen sind unterwegs, suchen Erholung oder einen Kick, vielleicht auch nur ein schattiges Plätzchen. Der 14. Sonntag im Jahreskreis atmet ein wenig von dieser Ruhe. Nur langweilig, das ist er nicht! Wir werden sozusagen in Schwung gebracht:
Die alttestamentliche Lesung ruft dazu auf, uns mit Jerusalem zu freuen. Gott erscheint da wie eine Mutter, die ihr Kind auf der Hüfte trägt und auf ihren Knien schaukelt. „Friede und Erbarmen“ wünscht Paulus den Gemeinden in Galatien (heute: Türkei) und im Evangelium schließlich sendet Jesus zusätzlich Jünger aus. Es gibt viel zu tun. „Geht!“ Aber: ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe, sagt Jesus. Das hat uns gerade noch gefehlt!
Die Botschaft Jesu so weitergeben, dass sich beim anderen Glauben und Verbundenheit mit Gott im Herzen entwickelt, dazu sind wir alle von Christus beauftragt. In der Aussendung der 72 Jünger durch Jesus, von der wir heute im Evangelium hören, werden uns dazu einige praktische Anregungen gegeben, die wir beherzigen sollen.
Wenden wir uns dem Herrn zu, der uns nicht nur sendet, sondern mit seiner Kraft auch begleitet.
Gehet, es ist Sendung: so hat früher der Priester die Gläubigen entlassen. Gehet hin in Frieden - so entlässt heute der Priester die Mitfeiernden. Gehet hin und stiftet Frieden. Wer mit Gott lebt, der erfährt Frieden, der sollte Friedenstifter werden. Damit gebe ich ein Zeugnis für den Glauben.
Lassen wir uns auch in dieser Feier aussenden, um Gott zu bezeugen, an dem Ort, wo wir leben.
Herr Jesus Christus,
du sendest deine Jünger aus, von Gottes Liebe zu erzählen.
Heute hast du nur unsere Münder dazu.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du sendest deine Jünger aus, Frieden und Freude zu schenken.
Heute hast du nur unsere Herzen dazu.
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du sendest deine Jünger aus, Krankheiten zu heilen und Gerechtigkeit zu schaffen.
Heute hast du nur unsere Hände dazu.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du hast vorgelebt, wie in einer nicht rosigen Welt dennoch Gutes möglich ist.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du hast uns vor allem durch deinen Umgang mit uns Menschen gezeigt, wie Gott ist.
Christus, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
im Heiligen Geist setzt du dein Erlösungswerk fort.
Herr, erbarme dich.
Der Herr erbarme sich unser. Er nehme von uns Sünde und Schuld,
damit wir mit reinem Herzen diese Feier begehen.
Herr,
im alltäglichen Trott suchen wir Abwechslung und Ruhe.
Wir haben unsere Kalender meistens so voll, dass wir kaum Schritt halten können.
Herr, erbarme dich.
Christus,
du schaust Menschen an und verstehst, was ihnen fehlt.
Schenke uns Stille, offene Ohren und ein weites Herz.
Christus, erbarme dich.
Herr,
die Natur freut sich über jeden, der sie staunend betrachtet.
Erde, Luft und Wasser finden keine Ruhe.
Herr, erbarme dich.
Alle, die ihr Gott fürchtet, kommt und hört; *
ich will euch erzählen, was er mir Gutes getan hat.
(Ps. 66,16)
Ehre sei Gott in der Höhe…
Herr Jesus Christus,
deine Botschaft ist wahrhaft Heilsbotschaft für unsere Welt.
Herr, erbarme dich.
Du hast uns beauftragt,
deine Botschaft überall bekannt zu machen.
Christus, erbarme dich.
Du begleitest uns,
wo wir uns mühen, deinen Auftrag zu erfüllen.
Herr, erbarme dich.
Es erbarme sich unser der Herr.
Er öffne uns die Augen für die Situationen,
wo es ganz persönlich auf uns ankommt.
Sein Segen helfe uns, die richtigen Schritte zu tun. – Amen.
Barmherziger Gott,
durch die Erniedrigung deines Sohnes
hast du die gefallene Menschheit
wieder aufgerichtet
und aus der Knechtschaft der Sünde befreit.
Erfülle uns mit Freude über die Erlösung
und führe uns zur ewigen Seligkeit.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 14. Sonntag im Jahreskreis
Herr, du hast deinen Sohn
als das wahre Licht in die Welt gesandt.
Offenbare den Menschen deine Wahrheit
durch den Heiligen Geist, den er verheißen hat,
und öffne ihre Herzen für den Glauben.
Gib, dass alle
in der Taufe das neue Leben empfangen
und Glieder deines Volkes werden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Für die Ausbreitung des Evangeliums A
Gott, du willst, dass deine Kirche
ein Zeichen des Heils unter den Völkern sei
Und das Werk Christi bis zum Ende der Welt fortführe.
Erwecke in allen, die glauben,
die wache Sorge für das Heil der Menschen,
damit aus allen Völkern ein heiliges Volk wird.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn
MB Für die Ausbreitung des Evangeliums B
Gott.
Du suchst Menschen, die von dir sprechen
und der Welt deine gute Botschaft weitersagen.
Hilf uns,
Trägheit und Menschenfurcht zu überwinden
und deine Zeugen zu werden -
mit unserem ganzen Leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 7
Gott,
du willst unser Heil
und sendest immer wieder Menschen,
dein Reich zu verkünden.
Mache uns bereit,
deine Botschaft zu hören,
dein Wort anzunehmen
und davon Zeugnis zu geben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt in Ewigkeit.
WB 14. Sonntag im Jahreskreis C
Jesus,
wir leben in bewegten Zeiten.
Diese Zeit scheint sehr dunkel und ohne Freude zu sein.
Wir suchen nach Orientierung. Wir suchen nach Sinn.
Wir sehnen uns nach Worten, die Mut machen.
Wir sehnen uns nach Worten, die unser Leben aufhellen.
Immer wieder haben Menschen deine Liebe verkündet und Freude geschenkt.
Sende auch uns aus und mache uns offen für dein Wort.
Erneuere unsere Herzen. - Amen.
Du schenkst uns, Gott, an jedem Morgen den Aufgang der Sonne,
in den Nächten die Sterne und den Mond.
Die Uhren hast du uns anvertraut,
damit wir unsere Stunden messen, abwägen und füllen.
Für die schöne Ferienzeit danken wir dir.
Für die ungewohnte Ruhe,
für die Zeit, die wir mit einander gemeinsam haben,
für so manche Entdeckung, die einen Tag reich macht.
Schenke uns große Augen für den Glanz deiner Schöpfung.
Und für die Menschen an unserer Seite,
die oft nur funktionieren müssen.
Lass und achtsam und liebevoll andere, fremde
Menschen begegnen,
hilf uns, über unsere Vorurteile zu lachen
und sorgsam mit der Schönheit der Welt umzugehen,
die du uns sehen, hören und schmecken lässt
in Christus, deinem Sohn,
unserem Bruder und Herrn.
Jesus hat uns die Botschaft von Frieden und Heil für die ganze Schöpfung verkündet. Unsere derzeitige Realität ist zwar sehr weit davon entfernt, dennoch dürfen wir auf Gottes Allmacht hoffen und um Frieden beten:
Christsein heißt, Jesu Botschaft mit Leben zu erfüllen und mit anderen zu teilen.
Wir beten für alle, die darin ihre Lebensberufung sehen und täglich neu zu verwirklichen versuchen.
Bewaffnete Konflikte brennen an allen Ecken unserer Welt.
Wir beten für alle, die sich unermüdlich in Friedensinitiativen engagieren.
Die Erfahrung unverstanden zu sein und abgewiesen zu werden, bleibt niemandem erspart.
Wir beten für alle, die Niederlagen akzeptieren und unter geänderten Bedingungen voranschreiten können.
Es gibt Orte im Leben, an denen wir durchatmen und Sinn finden.
Wir beten für alle, die für sich diese Orte entdecken um wieder heil zu werden.
Du verheißt deiner Schöpfung Frieden und Erbarmen.
Wir beten für alle, die im Glauben an deine Verheißungen verstorben sind.
Unsere Hoffnung auf das neue Jerusalem gründet auf die Erfahrung deiner Gegenwart damals im Tempel von Jerusalem, für uns Christen in deiner Kirche, in deiner Schöpfung und in unserem eigenen Leben.
Dir danken wir und preisen dich allezeit, jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Herr Jesus Christus,
du berufst uns, dich in Wort und Tat zu verkünden.
Wir bitten dich:
Ermutige alle Frauen und Männer, die zur Verkündigung berufen sind, das zu sagen, was für unsere Zeit notwendig ist und was zu dir hinführt.
Hilf deiner Kirche, allein auf deine Führung zu vertrauen.
Segne alle, die ihr persönliches Leben mit dir erneuern wollen.
Lass neu Frieden wachsen zwischen verfeindeten Staaten.
Heile die Wunden derer, die Opfer von Gewalt geworden sind oder Gewalt miterleben müssen.
Nimm unsere Verstorbene auf in das himmlische Jerusalem.
Dir sei Lob und Preis, jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Herr Jesus Christus,
du hast durch dein tägliches Leben mehr verkündigt als durch viele Worte.
Auch wir suchen nach Glaubwürdigkeit gegenüber anderen
und nach mehr Überzeugungskraft bei uns selber.
Vor dich bringen wir unsere Bitten:
In einer Zeit, wo die Kirche an Glaubwürdigkeit eingebüßt hat, bitten wir um Demut und Aufrichtigkeit, unseren eigenen Lebensstil kritisch abzuklopfen.
Christus, höre uns!
Wo andere sich von der Gemeinschaft der Glaubenden abwenden, bitten wir darum, die Halbheiten und Widersprüche unseres Verhaltens aufzuspüren.
Wo Unschuldige durch Versagen von Christen enttäuscht wurden, bitten wir um die Gabe der Versöhnung und die Kraft zu einem Neuanfang.
Für alle, die in ihrem Glauben nicht weiterkommen, bitten wir um mehr Mut, ihre Zukunft ganz in die Hand Gottes zu geben.
Für alle, die im Streben nach mehr Profit all ihre Kräfte aufbrauchen, bitten wir, dass sie mehr Zeit und Kapital einsetzen für menschenwürdigen Umgang, für die Würde eines jeden Menschen und für Frieden.
In einer Zeit der Vernetzung durch die Medien wünschen wir unseren Kindern und Jugendlichen, dass sie die Vernetzung mit Gott nicht vernachlässigen.
In der Gefahr das Überirdische zu vergessen, bitten wir für uns und unsere Verstorbenen um ein Leben, das alle jetzigen Grenzen überschreitet.
Herr Jesus Christus,
du bist der größte Fingerzeig über unser Hier und Jetzt hinaus.
Wir danken dir dafür und preisen dich. – Amen.
Jeder von uns ist Gott persönlich wichtig
und er hat für unsere Bitten ein offenes Ohr:
Für die in diesen Tagen geweihten Priester, die ihrer Berufung als Mittler zwischen dir und den Menschen gefolgt sind und von denen erwartet wird, dass sie sich auch selbst immer wieder neu an dir orientieren.
Für die vielen, die bereit sind, verantwortungsvoll in den verschiedenen kirchlichen Institutionen mitzuarbeiten und deine Botschaft in der Sprache der heutigen Zeit den Menschen zu verkünden.
Für die Entscheidungsträger weltweit, dass ihnen bewusst ist, dass die ihnen verliehene Macht auf einem brüchigen Fundament steht, wenn sie diese zu ihrem persönlichen Vorteil nützen und nicht die besten Lösungen für die ihnen Anvertrauten im Blick haben.
Für alle, die durch die Kriegsereignisse, Umweltkatastrophen oder Verfolgung ihr Zuhause verlassen müssen und auf menschliche Nähe und Wertschätzung in der Fremde angewiesen sind.
Für unsere Verstorbenen um die Gewissheit, endlich bei dir für immer angekommen zu sein.
Die Zugehörigkeit zu deinem Reich können wir uns nicht durch unsere Leistung verdienen, sondern nur als dein Geschenk annehmen. Sie ist der tiefste Grund unserer Freude.
Dafür danken wir dir und loben dich jetzt und allezeit. - Amen.
Im Evangelium heißt es: „Geht! Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.“
Wir staunen über die Umkehrung, die alles uns Vertraute auf den Kopf stellt:
Wölfe öffnen Schafen die Türen und lassen sie herein.
Darum beten wir:
Herr, in Italien muss sich eine Kapitänin vor Gericht verantworten, weil sie aus Seenot gerettete Flüchtlinge in einen Hafen gebracht hat. Wer Menschen rettet, muss sich rechtfertigen, wer in Kauf nimmt, Menschen untergehen zu lassen, bleibt unbeteiligt und unbehelligt. Die Moral geht vor die Hunde.
Wir bitten dich: Friede und Erbarmen komme über alle!
Herr, weltweit sind Menschen auf der Flucht vor Krieg, Hunger und Gewalt. Kinder werden zu Zeugen einer kaputten Welt. Abgestumpft und müde verschwinden Schicksale und Traumata in den Nachrichtenkanälen der Welt.
Wir bitten dich: Friede und Erbarmen komme über alle!
Herr, der Traum von Europa ist von dunklen Wolken überzogen. Gemeinsame Ideale haben sich aufgebraucht. Selbst Meinungsvielfalt und Rechtsstaatlichkeit müssen sich mühsam behaupten.
Viele, die Macht haben, wollen auch die öffentliche Meinung nur zu ihren Gunsten bestimmen.
Wir bitten dich: Friede und Erbarmen komme über alle!
Herr, ratlos schauen viele Menschen auf die schnellen Entwicklungen, die sich Digitalisierung und Globalisierung nennen. Die Welt wird immer kleiner, aber nicht vertrauter. Die Angst geht um, nicht schnell genug zu sein, um mithalten zu können. Selbst die bezahlbare Wohnung wird zu einem Albtraum.
Wir bitten dich: Friede und Erbarmen komme über alle!
Herr, auf die Ferienzeit freuen sich viele Menschen. Sie haben ihre Urlaubsziele mit vielen Wünschen und Erwartungen ausgesucht. Aber die Schöpfung ist bedroht. Mit Hitzewellen und Regenstürmen reagiert sie darauf, dass die Welt ausgenutzt und überfordert wird. Der Klimawandel zeigt die Verantwortung, die Menschen weltweit für einander und für die Natur haben.
Wir bitten dich: Friede und Erbarmen komme über alle!
Du, Herr, sagst: „Geht!“
Du schenkst uns deinen Geist.
Du gehst auf uns zu.
Friede und Erbarmen finden wir bei dir. – Amen.
In seiner Frohbotschaft bringt Jesus uns Menschen Heil und Heilung.
Egal wie misslich unsere Lage ist, auf ihn dürfen wir vertrauen und bauen:
Du, Jesus, sendest deine Jünger aus, um die Botschaft von Gottes Liebe und Treue zu allen Menschen zu bringen.
Öffne uns Herz und Mund, um unsere eigene Glaubenserfahrung mit anderen zu teilen.
Solidarität fragt nicht, was steht den anderen zu, sondern was brauchen sie.
Schenke allen politisch Verantwortlichen bei ihren Vorhaben die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Die Möglichkeiten der digitalen Welt hat auch der Glaubensverkündigung neue Chancen und Wege eröffnet.
Erfülle durch diese virtuellen Begegnungen die Menschen in ihrer unterschiedlichen Art und Situation mit Zuversicht und Hoffnung.
Gottesliebe ist nicht ohne Menschenliebe zu haben.
Befreie uns von der Angst, etwas zu verpassen, wenn wir großzügig Zeit und Aufmerksamkeit verschenken.
In Liebe gedenken wir all jener Menschen, die uns einen Teil unseres Lebens begleitet haben und nun von uns gegangen sind.
Schenke ihnen die Vollendung in dir.
Auf der Welt und in unserem persönlichen Leben gibt es Leid und Not. Aber du, Jesus, hast die Macht des Bösen besiegt und hast im Glauben an dich Hoffnung in unser Leben gebracht.
Dafür danken wir dir heute und allezeit. - Amen.
Herr Jesus Christus,
wie du deine Jünger in die Welt gesandt hast, so beauftragst du auch uns,
Deine Boten und Verkünder deiner Frohbotschaft zu sein.
Wir bitten dich:
Festige unseren eigenen Glauben in Echtheit und Tiefgang,
damit wir aus ihm leben und handeln.
Christus, du unser Heil,...
Segne das Wirken aller, die sich bemühen,
Glauben in Herzen zu legen oder zu vertiefen.
Christus, du unser Heil,...
Lass alle Religionsgemeinschaften erkennen,
dass Druck und Gewalt verwerfliche Mittel sind.
Christus, du unser Heil,...
Stehe besonders all jenen bei,
die Not, Leid, Schicksalsschläge in Zweifel an der Güte Gottes
und seines Beistandes geführt hat.
Christus, du unser Heil,...
Lenke die Gedanken derer, die Macht und Einfluss haben,
damit sie dem Wohl der Menschen dienen.
Christus, du unser Heil,...
Schenke den Sterbenden liebevolle Begleiter
und nimm die Verstorbenen auf in die Gemeinschaft mit dir.
Christus, du unser Heil,...
Herr Jesus Christus, dir vertrauen wir uns an.
Denn an deine Hilfe glauben wir.
Dir sei Preis und Dank zu jeder Zeit. – Amen.
Herr,
zu deiner Ehre feiern wir dieses Opfer.
Es befreie uns vom Bösen
und helfe uns,
Tag für Tag das neue Leben sichtbar zu machen,
das wir von dir empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 14. Sonntag im Jahreskreis
Herr,
nimm die Gebete und Gaben deines Volkes an.
Mehre die Zahl deiner Dienerinnen und Diener,
die du als Seelsorgerinnen und Seelsorger
und als Priester und Diakone
mit der Verkündigung der Frohen Botschaft
und der Spendung der Sakramente auserwählt hast.
Erhalt sie in deiner Liebe und Treue zu dir.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
MB: Orationen Messen um Priesterberufe
Jesus,
du hast mit Menschen zusammengesessen, um mit ihnen zu feiern.
Wir denken jetzt an das Letzte Mahl vor deinem Leiden und Sterben.
Brot und Wein sind Zeichen deiner Liebe und Hingabe.
Brot steht für alle unseren Mühen und Sorgen.
Wein ist ein Zeichen der Freude, die uns geschenkt ist.
Wo wir lieben, wo wir uns hingeben, sind wir deine Zeuginnen und Zeugen.
Gib uns jetzt Kraft dazu. - Amen.
Staunend sehen wir das Getreide reifen,
goldgelb verbergen Ähren ihre reiche Frucht.
Wir danken dir, Gott des Lebens,
für den Reichtum, für die Schönheit des Korns.
Gemahlen und gebacken wird es
zum Zeichen deiner Liebe.
Brot, das Leben schenkt.
Staunend sehen wir die Trauben reifen,
die Sonne schmeckt süß.
Wir danken dir, Gott des Lebens,
für den Reichtum, für die Schönheit der Rebe.
Gekeltert wird der Wein
zum Zeichen deiner Liebe.
Wein, der Leben teilt.
Du gibst dich selbst in Brot und Wein.
Christus, du bist unser Leben. – Amen.
Kehrvers:
Freut euch, wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade.
(GL 56,1)
Guter Gott und Vater, wir kommen zu dir, um dir zu danken
und um dich zu preisen.
Du hast uns geschaffen, weil du uns liebst und Freude an uns hast.
Kehrvers
Du nährst und tröstest uns mit deinem mütterlichen Reichtum.
Wie einen Strom leitest du den Frieden zu uns
und lässt uns in deiner Gegenwart wachsen und aufblühen.
Kehrvers
Durch Jesus von Nazareth hast du deine Frohe Botschaft zu uns kommen lassen
und uns die Vollmacht gegeben, als Kinder Gottes zu leben.
Kehrvers
Er hat uns zu einem neuen Volk zusammengeführt
und zu einer neuen Schöpfung gemacht,
in der Frieden und Erbarmen alle Gegensätze überwinden.
Kehrvers
Er sendet uns hinein in unsere Welt,
damit wir ihr seine Botschaft des Friedens und der Gerechtigkeit bringen
und allen Menschen sagen: Das Reich Gottes ist euch nahe.
Kehrvers
Dafür danken wir dir und preisen wir dich.
Wir singen mit allen Engeln und Heiligen:
Danklied:
z. B. Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben (GL 484)
Wir danken dir, gütiger Vater,
denn durch die frohe Botschaft,
die dein Sohn verkündet,
hast du Menschen aus allen Völkern und Sprachen
zur Gemeinschaft der Kirche vereint.
Sie lebt aus der Kraft deines Geistes
und sammelt die Menschen zur Einheit.
Sie bezeugt deine Liebe
und öffnet allen das Tor der Hoffnung.
So wird die Kirche zum Zeichen deiner Treue,
die du uns für immer versprochen hast.
Darum preisen dich Himmel und Erde,
und mit der ganzen Kirche bekennen wir
zum Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 4
Beweise mir, dass es Gott gibt.
Du hast Chancen, mich zu überzeugen.
Nicht durch Wortschwall, durch Pathos,
nicht durch glänzende Organisation,
nicht durch jahrhundertealte Bauwerke,
nicht durch Orgelmusik, durch Kirchenchöre,
nicht durch scharfsinnige Glaubensgespräche,
nicht durch soziale Leistungen.
Nur deine Wahrhaftigkeit und Liebe
können mir beweisen,
dass es Gott gibt.
Aus: Martin Gutl, Alles ist Botschaft, Graz/Wien/Köln: Verlag Styria 1986.
Gott sucht und sendet Erntehelfer
Boten und Botinnen des Friedens
Zeugen der Wahrheit
Künder und Künderinnen seines Reiches
Vermittler seiner Liebe
Gott sucht und sendet
Erntehelfer
an den Arbeitsplätzen
bei Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft
in den Familien
in Schulen und Freizeiteinrichtungen
Gott sucht und sendet
Frauen und Männer
Junge und Alte
Gott sucht und sendet
dich
und
mich
Herr,
du hast uns mit reichen Gaben beschenkt.
Lass uns in der Danksagung verharren
und einst die Fülle des Heils erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 14. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
heilige uns durch das Mahl, das wir gefeiert haben,
und gib uns Kraft zu einem christlichen Leben.
Mache deine Kirche zum Zeichen des Heils unter den Völkern,
damit sie die Gnade empfangen,
die dein Sohn am Kreuz für alle Menschen erworben hat,
der mit dir lebt und wirkt in alle Ewigkeit. Amen.
MB Für die Ausbreitung des Evangeliums B
Barmherziger Gott,
das Sakrament der Erlösung,
das wir empfangen haben,
nähre uns auf dem Weg zu dir
und schenke dem wahren Glauben beständiges Wachstum.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Für die Ausbreitung des Evangeliums A
Jesus,
wer deine Worte hört und danach lebt, wird eine neue Schöpfung.
Segne uns, dass wir Gottes Liebe in Wort und Tat bezeugen.
Segne uns, dass wir dich an erster Stelle setzen.
Geht – es ist Sendung. - Amen.
Wir danken dir, Gott,
der du Weite, Liebe und Ewigkeit bist,
für deine Gegenwart,
für dein Wort, für das Brot des Lebens,
für dein Sakrament,
für deinen Leib, dein Blut.
Du hast dich uns in Liebe gegeben.
Wir erwarten eine neue Woche.
Auf vieles freuen wir uns,
manchen Ärger kennen wir schon
und abgeschlossen ist nichts.
Schenke allen, die im Urlaub sind,
Erholung für Leib und Seele,
sichere Wege
und offene Augen und Ohren
für die Schönheit alles Fremden.
Schenke uns allen das Erstaunen darüber,
dass sogar die bösen Geister, Gedanken und Erinnerungen
uns gehorchen
in Christus, unserem Herrn. – Amen.
Jesus, du sendest die Jünger.
Du sagst ihnen: Geht
Geh - das gilt auch für mich
Geh zu den Menschen, die mich nicht kennen
Geh zu den Menschen, die mich nicht wollen
Geh zu den Menschen, die meine Botschaft hören
und sie brauchen.
Geh - ich gebe dir dazu die Kraft.
Gib uns offene Herzen. Dann kannst du in uns wirken.
Sende uns, damals wie heute. Amen.
Geht!
Geht! - das gilt auch für mich
Geht! - ich fühle mich angesprochen
Geht! – sprecht von mir.
Geht! – sprecht von meinem Vater.
Geht! – sprecht von der Liebe
Geht! - stiftet Frieden.
Geht! – seid einfach nur Zeugen und Zeuginnen!
Geht! – bemüht euch, das zu tun, was ihr sagt
Geht! - zu den Menschen, die mich nicht kennen
Geht! - zu den Menschen, die mich nicht wollen
Geht! - zu den Menschen, die meine Botschaft hören
Geht! – auch, wenn ihr nicht gehört werdet, weil Menschen besetzt sind mit ihren Götzen.
Geht! – auch, wenn man euch kleinhalten will, weil Menschen diese Botschaft nicht wollen.
Geht! – auch, wenn man euch bekämpft, weil Menschen um ihre Macht fürchten.
Geht! Geh! Du, Herr, sendest mich!
Pater Jörg Thiemann CMM 2025.
Alte Schöpfung – ich bin alles aus mir selbst heraus.
Neue Schöpfung – Gott hat mich wunderbar erschaffen.
Alte Schöpfung
ich habe vieles geschafft,
weil ich so viel Kraft habe,
weil ich so fleißig bin,
weil ich ja fähig bin.
Neue Schöpfung
Ich habe vieles geschafft,
weil Gott mir Gesundheit schenkte
weil Gott mir Menschen zur Seite stellte,
die mich förderten,
die mich forderten und mir Mut machten,
weil Gott mich begabt hat.
Alte Schöpfung
Ich will mein Recht,
Ich bin der Beste,
Ich will für alles bewundert werden.
Neue Schöpfung
Ich lasse andere neben mir leben.
Auch andere sind gut, ja oft sogar besser als ich.
Ich bin dankbar, wenn mich jemand lobt.
Alte Schöpfung
Ich behalte meinen Glauben für mich.
Ich habe Angst, meinen Glauben zu verkünden.
Ich bin zu bequem, meinen Glauben zu verkünden.
Ich allein bin auf dem richtigen Weg.
Neue Schöpfung
Ich gehe los, mich als Christ:in zu zeigen.
Ich fasse Mut, Christ:in in unserer heutigen Zeit zu sein.
Ich verlasse meine Komfortzone.
Ich weiß – es gibt viele Wege und Zugänge zu Gott.
Pater Jörg Thiemann CMM 2025.
Ein Lied von Reinhard Burchhardt nach einem Text von Mutter Theresa.
Herunterladen als PDF
Text: Mutter Teresa, Musik: Reinhardt Burchhardt
Türöffner*in sein
Warst du das schon mal?
Für wen?
Wozu?
Für Frieden
will Gott
DICH
ausrüsten
auserwählen
aussenden
Wenn ja
wirst DU gehen?
Für Frieden
der in dir beginnt
heilsam
sich ausbreitet
und
Herzen öffnet
für Gottes
neue Welt-Ordnung
die sich auch
auf uns
auswirkt …
Zeit zum Reifen benötigen alle: Pflanzen, Früchte, Weine, Menschen und Ideen. In der katholischen Kirche ist die Zeit mittlerweile überreif – für Entscheidungen und Taten.
Ganzer Artikel:
https://www.diepresse.com/6129831/
Dietmar Neuwirth in: Die Presse am 24.04.2022
Bernhard Huss war ein Missionar. Er wusste, kein Christ würde Amen oder Alleluja singen — mit einem leeren Magen. Kein Student kann lernen, wenn er hungert. Kein Volk kann seinen Platz im Reigen der Völker dieser Erde einnehmen, wenn es nicht die wichtigsten zum Leben notwendigen Dinge besitzt.
Aus: Binde deinen Karren an einen Stern, Adalb. Ludwig Balling, Bernhard Huss, Missionsverlag Mariannhill, Würzburg.
„Vielleicht täusche ich mich, aber vor meinem Gewissen glaube ich, sie umsonst lieben zu müssen und nicht zu versuchen, sie dank meiner Dienste für meine Religion zu gewinnen. Nach meiner Auffassung ist meine Rolle, Christus nachzufolgen, indem ich bis ans Ende liebe, bis zum Tod, wenn es notwendig ist. Junge Moslems sind zu mir gekommen, um sich taufen zu lassen. Ich habe es abgelehnt.
Sie waren noch nicht zwanzig Jahre alt. Ich sagte ihnen: Ihr wisst nicht, auf welche Schwierigkeiten ihr euch einlasst. Beendet euer Studium, seid gut mit eurer Familie, helft den Armen und Leidenden, betet... und kommt in zwei oder drei Jahren wieder zu mir."
Ein Reporter fragte sie: „Warum haben Sie sie nicht ermutigt?" „Weil ich in den Moslemländern, die ich kennenlernte, zahlreiche Fälle junger Konvertiten gesehen habe. Sie stellen eine winzige Minderheit dar. Es ist zu schwer, am Ende versagen sie. Wenn ich die Menschen lehre, einander zu lieben, führe ich sie ins Herz des Christentums."
Aus: Mutter Emanuela von Kairo, Der Ort, zu dem mich Gott geführt. Mein Leben mit den Menschen im Müll. Herder Verlag 1984.
Zuvorkommenheit den anderen gegenüber ist der Anfang der Heiligkeit.
Wenn ihr es lernt, zuvorkommend zu sein, werdet ihr Christus immer ähnlicher werden, der im Herzen freundlich war und sich immer den Nöten der anderen zuwandte.
Wenn wir beten, werden wir zu einem Strahl der Liebe Gottes: bei uns zu Hause, dort, wo wir leben, und schließlich für die ganze große Welt.
Mutter Teresa
Aus-Bildung
wird
‚Ernte-Helfer‘
Jesu Lebensschule
bildet Gesandte aus
Frauen und Männer
Befähigt
Menschen aller Nationen
für Gottes Idee
von gelingendem Leben
zu begeistern
und selbst
Mitwirkende zu gewinnen!
Jesu Gesandte
sind keine Billiglohnkräfte
Sie haben ein Recht auf ihren Lohn
Sie erben Leben in Fülle!
Erntehelfer unserer Tage
Billiglohnkräfte
Unmenschliche Bedingungen
Ausbeutung
Wer sieht SIE
WER bringt IHNEN die
befreiende Botschaft:
Du bist mehr WERT
Und ich werde für dich eintreten
damit du deinen gerechten Lohn erhältst
Wie sonst
dürft ich mich Christin nennen?
Wach auf, du Geist der ersten Zeugen,
die auf der Mau'r als treue Wächter stehn,
die Tag und Nächte nimmer schweigen
und die getrost dem Feind entgegengehn,
ja deren Schall die ganze Welt durchdringt
und aller Völker Scharen zu dir bringt.
O daß dein Feuer bald entbrennte,
o möcht es doch in alle Lande gehn!
Ach Herr, gib doch in deine Ernte
viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn.
O Herr der Ernte, siehe doch darein:
die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein.
Dein Sohn hat ja mit klaren Worten
uns diese Bitt in unsern Mund gelegt.
O siehe, wie an allen Orten
sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt,
dich herzinbrünstig hierum anzuflehn;
drum hör, o Herr, und sprich: "Es soll geschehn."
So gib dein Wort mit großen Scharen,
die in der Kraft Evangelisten sein;
laß eilend Hilf uns widerfahren
und brich in Satans Reich mit Macht hinein.
O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis
dein Reich bald aus zu deines Namens Preis!
1. Einer ist's, an dem wir hangen,
der für uns in den Tod gegangen
und uns erkauft mit seinem Blut.
Unsre Leiber, unsre Herzen
gehören dir, o Mann der Schmerzen;
in deiner Liebe ruht sich's gut.
Nimm uns zum Eigentum,
bereite dir zum Ruhm
deine Kinder.
Verbirg uns nicht das Gnadenlicht
von deinem heilgen Angesicht.
2. Nicht wir haben dich erwählet,
du selbst hast unsre Zahl gezählet
nach deinem ewgen Gnadenrat;
unsre Kraft ist schwach und nichtig,
und keiner ist zum Werke tüchtig,
der nicht von dir die Stärke hat.
Drum brich den eignen Sinn,
denn Armut ist Gewinn
für den Himmel;
wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach
und trägt mit Ehren deine Schmach.
3. O Herr Jesu, Ehrenkönig,
die Ernt ist groß, der Schnitter wenig,
drum sende treue Zeugen aus.
Send auch uns hinaus in Gnaden,
viel arme Gäste dir zu laden
zum Mahl in deines Vaters Haus.
Wohl dem, den deine Wahl
beruft zum Abendmahl
im Reich Gottes!
Da ruht der Streit, da währt die Freud
heut, gestern und in Ewigkeit.
4. Sieh auf deine Millionen,
die noch im Todesschatten wohnen,
von deinem Himmelreiche fern.
Seit Jahrtausenden ist ihnen
kein Evangelium erschienen,
kein gnadenreicher Morgenstern.
Glanz der Gerechtigkeit,
geh auf, denn es ist Zeit!
Komm, Herr Jesu,
zieh uns voran und mach uns Bahn,
gib deine Türen aufgetan.
5. Heiland, deine größten Dinge
beginnest du still und geringe.
Was sind wir Armen, Herr, vor dir?
Aber du wirst für uns streiten
und uns mit deinen Augen leiten;
auf deine Kraft vertrauen wir.
Dein Senfkorn, arm und klein,
wächst ohne großen Schein
doch zum Baume,
weil du, Herr Christ, sein Hüter bist,
dem es von Gott vertrauet ist.
Albert Knapp (1822), in: EG 256
Die Wortwahl unserer Erzählung im griechischen Original legt nahe, dass die Ausgesandten als Herolde und bevollmächtigte Botschafter des Herrn gelten. Sie sollen seiner eigenen Ankunft dem Weg bereiten. Die Zweierteams erinnern natürlich daran, dass Jesus nicht einsam über Land gezogen ist, sondern seelische Kraft gesucht hat in der Lebensgemeinschaft mit seinen Jüngerinnen und Jüngern. Aber die Teams haben auch mit dem biblischen Zeugenrecht zu tun. Danach hängt die Glaubwürdigkeit einer Beurteilung ab vom Urteil von mindestens zwei Zeuginnen oder Zeugen.
„Die Ernte ist groß. Der Arbeiter aber sind wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte.“ Der sachliche Beginn der Erzählung wird unterbrochen durch einen heftigen emotional wirkenden Ruf Jesu. Wie wir sagen: wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.
Die Ernte ist groß! Schon damals, als in ganz Israel kaum mehr Menschen wohnten als heute in Magdeburg, ist Jesus getrieben von der Gewissheit, dass ungeheuer viele Menschen warten auf ein entscheidendes gutes Wort von unserem Gott; dass sie sich sehnen nach seiner Barmherzigkeit, seiner Treue, seiner Liebe und Gerechtigkeit; danach, dass nichts sie trennen kann von Gottes Liebe. Jesus schafft es nicht allein; er schafft es nicht mit dem ganz kleinen Kreis.
Ja, sagen wir es offen: Jesus macht nicht mit bei der Verklärung der kleinen Zahl, der Mini-Restgemeinde, die wir uns aus eigener seelischer Not manches Mal schönreden. Nein, betet um die Neuen, die neu Gewonnenen, die Zusätzlichen, damit in unserem Kirchspiel auf zeitgemäße Art geschehen kann, was die Erzählung von den 72 beschreibt. (…)
Für mich haben die Projekte bei der 72-Stunden Aktion vom 23-05.-26.05.2019 viel Gemeinsames mit der Aussendung der 72 Jünger aus dem Lukas-Evangelium (Lukas 10, 1)
Es waren zwar in unser Pfarrei St. Martin nicht 72 Jugendliche bei diversen Aktionen unterwegs gewesen, aber ausreichend, um einige Projekt umzusetzen. Die Inhalte der Projekte hatten konkret was mit gelebten Christsein zu tun gehabt, wie ich finde, und verdienen für mich den Siegel der Prototyp-Jünger*innen…
72 - als 6 x 12 Zahl der Größe und Vielfalt. 72 ist eine astronomische Zahl, 1/5 des Kreisumfanges. 72 ist die Zahl der Vollständigkeit der Völker, was sich in der Zahl der 72 Jünger, die von Jesus ausgesandt wurden (Lukasevangelium 10, 1), niederschlägt.
gehöre ich zu den
Geschickten …
die Jesus vorausschickt
Voraus
wohin
wozu
zu wem
Fühle ich mich geschickt?
Geschickt genug
um die Herzen der Menschen
zu berühren?
Mich voraus schicken zu lassen
um
für die Dimension des Reiches Gottes
zu sensibilisieren
für das
„MEHR“ im Leben
Herz und Augen zu öffnen
mit Jesus
dem Gesandten Gottes
ins Gespräch kommen zu können
das wirkt
heilsam
auch in deinem Leben
Es ist naheliegend
das Reich Gottes …
[HTML] „ ‚Missionarisch‘ zu sein heißt für die Kirche, zu anderen Generationen, zu fremden Kulturen, zu neuen menschlichen Strebungen zu sagen: ‚Du fehlst mir‘ – nicht so, wie ein Grundbesitzer über das Feld seiner Nachbarn spricht, sondern wie ein Liebender. Wenn sie als ‚katholisch‘ qualifiziert wird, wird sie definiert durch den Bund zwischen der Einzigkeit Gottes und der Pluralität menschlicher Erfahrungen: Immer neu dazu aufgerufen, sich zu Gott zu bekehren (der sie nicht ist und ohne den sie nichts ist), antwortet sie, indem sie sich zu anderen kulturellen Regionen, zu anderen Geschichten, zu anderen Menschen hinwendet, die der Offenbarung Gottes fehlen.“
Diese Worte des französischen Jesuiten Michel de Certeau sind zum Zentrum meines Missionsverständnisses geworden. Mission ist für ihn eine „Liebeserklärung“ an die Anderen. Diese Anderen fehlen der Offenbarung Gottes, d. h. sie sind unverzichtbar für die Gläubigen, um die „geoffenbarte Wahrheit“ Gottes immer „tiefer erfassen, besser verstehen und passender verkünden zu können“. Ohne Einsicht in die eigene Bedürftigkeit, ohne Sehnsucht nach den Anderen, ohne Bereitschaft zum Verlassen des Eigenen und Aufbruch zu den Anderen ist Mission nicht möglich. Mission wurzelt in der Liebe. Die Liebe wird hier beschrieben als Bedürftigkeit nach den Anderen, weil diese anders sind. Die Unterschiede zwischen Menschen oder Kulturen verschwimmen daher nicht, sondern werden als heilsnotwendig für die Offenbarungsgeschichte erkannt.
Aus: Regina Polak, Mission in Europa? Auftrag – Herausforderung –Risiko. Tyrolia Verlag, Innsbruck Wien 2012.
Gestern Abend sah ich aus einem Granatloch
dein Himmelsgewölbe.
Ich schloss daraus, dass man mich angelogen hat.
Hätte ich mir Zeit genommen,
um deine Werke anzusehen,
wäre ich von selbst darauf gekommen,
dass man mir einen Bären aufband.
Ich möchte wissen, o Gott,
ob du mir deine Hand reichen würdest.
Ein Gefühl sagt mir, dass du mich verstehst.
Sonderbar, ich musste
an diesen höllischen Ort kommen,
bevor ich die Zeit hatte, den Angesicht zu sehen.
Wohl, ich denke, da ist nicht mehr viel zu sagen.
Aber ich bin froh, dass ich dich heute traf.
Ich glaube, die Stunde des Angriffs
wird bald schlagen.
Aber ich habe keine Angst, seit ich weiß,
dass du mir nahe bist.
Ich höre das Signal. Wohl, o Gott, ich habe zu gehen.
Ich habe dich gern, das sollst du wissen.
Sieh, es wird einen harten Kampf geben.
Wer weiß, vielleicht komme ich
zu deiner Wohnung diese Nacht.
Obgleich ich früher nicht sehr freundlich zu dir war,
mache ich mir über dich Gedanken,
ob du mich an deiner Tür erwartest.
Sieh, ich weine, ich vergieße Tränen!
Wohl, ich habe jetzt zu gehen, Gott,
auf Wiedersehen.
Sonderbar, seit ich dich traf, habe ich keine Angst,
zu dir zu kommen.
Das Gebet wurde 1945 bei einem in Italien gefallenen Amerikaner gefunden. Als Verfasser wird auch Francis Angermayer angegeben.
Aus: Gebete aus der ganzen Welt, Leipzig 2004, Bennoverlag.
Herr, ich brauche deine Augen,
gib mir einen lebendigen Glauben.
Ich brauch dein Herz,
gib mir in allen Situationen Liebe zum Nächsten.
Ich brauche deinen Atem,
gib mir deine Hoffnung
für mich selbst und deine Kirche,
auf dass sie Zeugnis ablege für die Welt,
auf dass man die Christen erkenne
an ihrem strahlenden, heiteren Blick,
an der Wärme ihres Herzens
und an diesem unüberwindlichen Glauben,
der sich aus den heimlichen, unversiegbaren Quellen
ihrer fröhlichen Hoffnung nährt.
Leon-Joseph Suenens, Bischof von Brüssel. In: Minuten am Morgen, Texte und Gebete zum Schulbeginn, 2. Auflage 2004.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Über Jahrhunderte hinweg haben Propheten das Werk des Jesaia (8. Jhdt.) für ihre Zeit aktualisiert und weitergeführt. Die Kapitel 56 bis 66 des "Tritojesaia" sind eine Sammlung von Prophetensprüchen, die die Heilsbotschaft im engeren Sinn (Kap. 60 bis 62) umrahmen und ergänzen. In einer Zeit großer Hoffnungslosigkeit und Niedergeschlagenheit wird die Weissagung des Trostpropheten der Exilszeit über Jerusalem, das herrlich wiedererstehen soll, neu aufgegriffen und überhöht.