Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
In jenen Tagen
blickte Stephanus, erfüllt vom Heiligen Geist,
zum Himmel empor,
sah die Herrlichkeit Gottes
und Jesus zur Rechten Gottes stehen
und rief:
Siehe, ich sehe den Himmel offen
und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.
Da erhoben sie ein lautes Geschrei,
hielten sich die Ohren zu,
stürmten einmütig auf ihn los,
trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn.
Die Zeugen legten ihre Kleider
zu Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß.
So steinigten sie Stephanus;
er aber betete
und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!
Dann sank er in die Knie
und schrie laut:
Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!
Nach diesen Worten starb er.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv - Der Herr ist König,
er ist der Höchste über der ganzen Erde. – Kv
Oder: Halleluja. – Kv
Oder GL 52,1
Der HERR ist König. Es juble die Erde!
Freuen sollen sich die vielen Inseln.
Rings um ihn her sind Wolken und Dunkel,
Gerechtigkeit und Recht sind die Stützen seines Thrones. - Kv
Seine Gerechtigkeit verkünden die Himmel,
seine Herrlichkeit schauen alle Völker.
Alle, die Bildern dienen, werden zuschanden, /
die sich der Götzen rühmen.
Vor ihm werfen sich alle Götter nieder. - Kv
Denn du, HERR, bist der Höchste über der ganzen Erde,
hoch erhaben bist du über alle Götter.
Freut euch am HERRN, ihr Gerechten,
dankt seinem heiligen Namen! - Kv
Lesung aus der Offenbarung des Johannes.
Ich, Johannes, hörte eine Stimme, die zu mir sprach:
Siehe, ich komme bald
und mit mir bringe ich den Lohn
und ich werde jedem geben,
was seinem Werk entspricht.
Ich bin das Alpha und das Omega,
der Erste und der Letzte,
der Anfang und das Ende.
Selig, die ihre Gewänder waschen:
Sie haben Anteil am Baum des Lebens
und sie werden durch die Tore in die Stadt eintreten können.
Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt
als Zeugen für das, was die Gemeinden betrifft.
Ich bin die Wurzel und der Stamm Davids,
der strahlende Morgenstern.
Der Geist und die Braut aber sagen: Komm!
Wer hört, der rufe: Komm!
Wer durstig ist, der komme!
Wer will, empfange unentgeltlich das Wasser des Lebens!
Er, der dies bezeugt, spricht:
Ja, ich komme bald. -
Amen.
Komm, Herr Jesus!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus der Offenbarung des Johannes.
Ich, Johannes, hörte eine Stimme, die zu mir sprach:
Siehe, ich komme bald
und mit mir bringe ich den Lohn
und ich werde jedem geben,
was seinem Werk entspricht.
Ich bin das Alpha und das Omega,
der Erste und der Letzte,
der Anfang und das Ende.
Selig, die ihre Gewänder waschen:
Sie haben Anteil am Baum des Lebens
und sie werden durch die Tore in die Stadt eintreten können.
Draußen bleiben die Hunde und die Zauberer,
die Unzüchtigen und die Mörder,
die Götzendiener
und jeder, der die Lüge liebt und tut.
Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt
als Zeugen für das, was die Gemeinden betrifft.
Ich bin die Wurzel und der Stamm Davids,
der strahlende Morgenstern.
Der Geist und die Braut aber sagen: Komm!
Wer hört, der rufe: Komm!
Wer durstig ist, der komme!
Wer will, empfange unentgeltlich das Wasser des Lebens!
Ich bezeuge jedem,
der die prophetischen Worte dieses Buches hört:
Wer etwas hinzufügt,
dem wird Gott die Plagen zufügen,
von denen in diesem Buch geschrieben steht.
Und wer etwas wegnimmt
von den prophetischen Worten dieses Buches,
dem wird Gott seinen Anteil am Baum des Lebens
und an der heiligen Stadt wegnehmen,
von denen in diesem Buch geschrieben steht.
Er, der dies bezeugt, spricht:
Ja, ich komme bald. -
Amen.
Komm, Herr Jesus!
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Ich lasse euch nicht als Waisen zurück.
Ich komme zu euch. Dann wird euer Herz sich freuen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel
und betete:
Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier,
sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben.
Alle sollen eins sein:
Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin,
sollen auch sie in uns sein,
damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.
Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben,
die du mir gegeben hast,
damit sie eins sind, wie wir eins sind,
ich in ihnen und du in mir.
So sollen sie vollendet sein in der Einheit,
damit die Welt erkennt,
dass du mich gesandt hast
und sie ebenso geliebt hast, wie du mich geliebt hast.
Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast,
dort bei mir sind, wo ich bin.
Sie sollen meine Herrlichkeit sehen,
die du mir gegeben hast,
weil du mich schon geliebt hast vor Grundlegung der Welt.
Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt,
ich aber habe dich erkannt
und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast.
Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan
und werde ihn kundtun,
damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist
und ich in ihnen bin.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Im Evangelium wird Jesus als Betender vorgestellt. Überlieferten die synoptischen Evangelien das Ringen Jesu im Garten Gethsemane, so finden wir bei Johannes ein großes Gebet am Ende der Abschiedsreden (Joh 13ff.)
Dabei fällt auf, dass jeweils auf einen "Bericht" eine "Bitte" folgt. Insofern haben wir hier die Urform eines "diakonischen Gebetes" vor uns: Jesus bittet für alle, die durch das Wort der Jünger an ihn glauben. Für sie beschreibt und erbittet er Einheit, Erkenntnis und Herrlichkeit. Als "hohepriesterliches Gebet" bringt es die Einheit Jesu mit seinem Vater nicht nur zum Ausdruck, sondern liest sich wie ein Testament, eine "letzte" Verfügung: damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin (zu lesen: damit ich in ihnen bleibe).
Die beiden Satzkonstruktionen von Joh 17,20-21 und 22-23 haben finale Schlussteile, die einen Vergleich nahe legen:
17,21: "damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast"
17,23: "damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hat..."
Der Parallelismus deutet an, dass zwischen "glauben" und "erkennen" ein innerer Zusammenhang besteht, verstärkt dadurch, dass Jünger/Jüngerinnen von Gott "geliebt" sind wie Jesus. Eine Differenzierung oder Hierarchisierung der "Liebe" ist nicht möglich. In Jesus sind die Glaubenden gleichsam "vor der Erschaffung der Welt" geliebt.
Der Begriff "Welt" hat im Johannesevangelium eine besondere Rolle. Nach Joh 1,10 und 17,25 (Verbindung von Prolog und Abschiedsrede!) hat die "Welt" den Logos und den Vater "nicht erkannt".
Die Vorstellung, dass nicht nur das Wort, sondern auch die Lebenspraxis der Jünger ("eins" sein) missionarisch wirken, knüpft an Joh 13,34-35 an: "Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe, dass auch ihr einander liebt. Darin werden alle erkennen (!), dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt."
Auch im "hohepriesterlichen Gebet" fällt auf - wie im ganzen Evangelium -, dass Einheit, Liebe, Erkenntnis und Herrlichkeit ineinander fließen, sich gegenseitig auslegen und nicht mehr isoliert betrachtet werden können. Es ist eine Gesamtschau, die aus dem Innersten Gottes selbst kommt.
Wenn Jesus in Joh 17,26 - also am Schluss des Gebetes - berichtet, dass er den "Namen" (das Innerste) Gottes kundgetan hat, so leuchtet Joh 1,18 auf: Jesus bringt Kunde von dem Gott, den "niemand jemals gesehen" hat.
Wer mehr entdecken möchte, wird fündig unter:
http://www.perikopen.de/Lesejahr_C/07_Ost_C_Joh17_20-26_hasitschka.pdf
http://www.catena-aurea.de/ljcpas7.html
Vorausblickend ringt Jesus im Gebet um die Einheit derer, die sich ihm und seiner Botschaft angeschlossen haben und anschließen werden. Einigkeit in überlebenswichtigen Fragen ist auch heute eine Herausforderung für die ganze Menschheit. In der Schweiz wird am 1. Juni 2025 der Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel begangen. In den Medien begegnet uns die Welt in ihrer Vielfalt, auch in ihrer Uneinigkeit. Das Evangelium gibt uns Anstöße, was wir zur Einheit beitragen können.
Eine Frage an Sie vorweg: Haben Sie heute schon Medien konsumiert? Und wenn ja, welche? Sie sind Teil unseres Lebens: Die Zeitung, das Radio, das Fernsehen, die vielen sozialen Kommunikationsplattformen. 2024 verbrachten Menschen in Deutschland sechseinhalb Stunden pro Tag mit Medien. Kaum einer kann sich ihnen verschließen. Privatpersonen, Gruppen, Vereine, Gemeinschaften, Firmen, Institutionen und auch Religionsgemeinschaften und Kirchen sind Teil der grossen und vielfältigen Medienlandschaft.
Menschen und Mächte können mit Medien und sozialen Kommunikationsmittel viel bewirken. Sie sind Segen und Fluch zugleich. Sie können Menschen zusammenbringen und viel Gutes bewirken. Die unzähligen kleinen und grossen Hilfskampagnen sind ein Beispiel dafür. Zugleich aber können sie ein gefährliches Instrument sein. Sie können Menschen entzweien, Hass schüren, radikalisieren. Medienmitteilungen können Mut und Zuversicht machen. Sie können aber genau so verunsichern und schlimme Folgen haben. Medienschaffende und Medienunternehmen haben darum eine grosse Verantwortung und sind dabei nicht uneigennützig.
Als Christinnen und Christen leben wir in dieser medialen Welt und sind Teil von ihr. Wir bestimmen mit, auch durch unser eigenes Medienverhalten, was dort Gewicht hat und Gehör findet. Wer sich auf Facebook und co. für das Reich Gottes einsetzt und für die Botschaft Jesu sich zu Wort meldet, dem werden wohl nicht immer alle Herzen zufliegen, der wird vielleicht überraschend auf Gleichgesinnte treffen oder mitunter auch einem Shitstorm ausgesetzt sein. Wie auch immer: Glaubhaft Christ sein können ist Gabe und Geschenk, aber auch Aufgabe und einmal mehr auch An- und Herausforderung; und Zumutung, wenn wir – wie es Jesus aufgetragen hat - Sauerteig für das Reich Gottes sein wollen.
Eine Frage, die für mich als Christin immer wieder in meinem digitalen und analogen Alltag, im Internet oder am Stammtisch oder sonst wo, hilfreich ist: Was würde Jesus tun? Wie würde er auf diesen Medienbeitrag reagieren? Was würde er kommunizieren, was würde er wie kommentieren?
Der Mediensonntag ist nicht allein Weckruf für einen behutsamen Umgang mit Medien. Er ist Ermunterung, dass wir als Christinnen und Christen auch Medienräume im Sinne Jesu gestalten. Ich finde im Evangelium, das wir gehört haben, eine einfache, aber ich denke praktische und wertvolle Anregung dafür. Eine Anregung, die nichts Spektakuläres ist und schon gar nichts Neues, sondern eigentlich das, was wir sonst auch – so hoffe ich – immer wieder tun. Werfen wir einen Blick auf dieses Evangelium:
Der Evangelist nimmt uns mit in den Garten Getsemane; an jenem Abend, an dem Jesus mit seinen Jüngern das Pessahfest gefeiert hatte. Einmal noch, bevor er seinen Leidensweg begann, zog er sich zum Gebet zurück. Johannes hat uns dieses Abschiedsgebet Jesu überliefert. Es ist mehr als ein Wortspiel. Es ist, wie es die Art des Evangelisten Johannes ist, kunstvoll durchkomponiert. Jedes einzelne Wort ist durchdacht und hat seinen Platz. Ein grosses Anliegen, das Jesus in diesem Gebet an seinen himmlischen Vater richtet, höre ich heraus: Dass alle Glaubenden eins sind, vereint, geeint sind in der Liebe Gottes. Dann sind sie, dann sind wir, in der Welt, wie sie sich uns auch heute darstellt, glaubhaft und glaubwürdig. Das ist für mich der Kern der gehörten Jesu-Worte.
Diese Anregung finde ich allerdings schon im ersten Satz Jesu: "Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben." Jesus betet hier für alle, die er in dieser Stunde im Blick hat. Durch die Medien bekommen wir so viele Menschen in den Blick: Ich kann für sie beten. So einfach. In den sozialen Medien hören wir von so vielen Menschen oder kommen mit vielen sogar in Kontakt. Ich kann für sie beten, im Stillen, unbemerkt. Oder ich kann ihnen das Gebet anbieten: Wenn du willst, nehme ich dein Anliegen, deine Sorge mit in mein Gebet.
In diesem heiligen Jahr, in dem viele als Pilger und Pilgerin der Hoffnung unterwegs sind, können wir die Menschen und ihre Anliegen und Sorgen, denen wir auch in den sozialen Medien begegnen, auch mit an einen Wallfahrtsort nehmen und sie an diesem Gnadenort dem himmlischen Vater anvertrauen.
Ich möchte es versuchen und ich möchte jene kleine Medienlandschaft, in der ich mich herumtummle, ein wenig zum Guten verändern, indem ich frage, was Jesus dazu tun oder sagen würde, oder anbiete, für ihn oder sie zu beten?
"Gebete verändern die Welt nicht…", so meinte einst Albert Schweitzer, "aber Gebete verändern die Menschen. Und die Menschen verändern die Welt." - Auch die digitale.
Es gibt weiterhin Un- und Halbwahrheiten in den Medien. Menschen und Mächte nützen weiterhin die Medien für ihre Zwecke. Menschen werden weiterhin medial unter die Räder kommen. Aber ich teile vielleicht auch mit Ihnen die Hoffnung, dass unsere Welt, in der wir leben, und auch die Medienlandschaft, im Sinne von Jesus verändert werden kann. Das Gebet ist ein erster möglicher Schritt dazu. - Gott gebe es!
Jesus sieht vor seiner Himmelfahrt schon den mühsamen Weg der Einheit, den die Kirche immer neu zu bewältigen hat. Der Konflikt unter den Juden, den Stephanus ausgelöst hat, gibt eine Vorahnung vom dem, was auf die Kirche zukam und sie bis heute herausfordert.
In einer zerstrittenen Welt, die sich mit modernsten Waffen immer mehr aufrüstet, um drohen und gegebenenfalls auch vernichten zu können, wird die Sehnsucht nach Einheit und Herrlichkeit immer stärker. Paradox ist aber, damals und heute, dass Menschen, die sich dafür einsetzen, ausgespottet, bestraft und in ihrer Existenz gefährdet sind oder in totalitären politischen Systemen zu Tode kommen.
Die Lesung aus der Apostelgeschichte ist das Paradebeispiel dafür. Stephanus ist einer Verleumdungskampagne ausgesetzt, die ihm den Tod durch Steinigung einbringen sollte. Stephanus tut Gutes mit der Kraft des Heiligen Geistes. Das ärgerte offenbar einige Leute so, dass sie andere aufhetzten, ihn ohne die Vorwürfe gegen zu hinterfragen der Gotteslästerung und auch der Lästerung gegen Mose zu beschuldigen. Der Hohe Rat, die religionspolitische Behörde der Juden, stellte ihn vor das Gericht, Stephanus verteidigte sich, kritisierte aber auch den Jerusalemer Tempelkult.
Wo bleibt dieser Gott, der im Bundeszelt unter der Führung des Mose mitwandert und ganz nahe bei den Menschen ist? Salomo hat für ihn einen Tempel errichtet. Damit war er für das Volk nur noch schwer durch Amtsträger und ihre Riten zugänglich. So ist Gott von den Menschen entfernt worden. „Was für ein Haus könnt ihr mir bauen? spricht der Herr. Oder welcher Ort kann mir als Ruhestätte dienen? Hat nicht meine Hand dies alles gemacht?“ (Apg 7,49-50). Stephanus weist darauf hin, dass durch hierarchische Zwischeninstanzen eine Entfremdung zwischen dem Volk Israel und Gott stattgefunden hat. Diese Aussage bekommt ihm sehr schlecht, er fällt einer Lynchjustiz durch eine aufgeheizte Menschenmenge zum Opfer.
Gott lässt sich nicht durch Gesetze einfangen. „Der Wind [Geist] weht, wo er will. Du hörst sein Brausen, weist aber nicht, woher er kommt und wohin er geht.“ (Joh 3,8).
Genau das trifft auch auf unsere stürmischen Zeiten heute zu. Wer unsicher ist, bleibt am Buchstaben der Gesetze kleben, ohne diese mit Leben zu erfüllen. Das ist auch unser Problem heute. Es fehlt an Wagemut und Vertrauen in den Heiligen Geist, Kreativität wird oftmals verhindert.
Diese Stelle der Apostelgeschichte lehrt auch, dass der Feind sehr oft im Inneren einer Gemeinschaft, auch der Gemeinschaft der Kirche lebt. Dieser Feind ist theologisch gut geschult, versteckt sich in guten Werken, arbeitet geschickt mit Fangfragen. Das zeigt auch, dass göttliche Weisheit und innerweltliche Klugheit zu wenig oder nicht miteinander in Einklang stehen. „Was aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen und macht den Menschen unrein. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugenaussagen und Lästerungen.“ (Mt 15,18-19).
Das haben wir heute auch und erklärt die Situation des Stephanus gut. Die exakte Gesetzestreue mit einem Formalismus, der kaum auszuhalten ist, weil das Innere einem Eisblock gleicht, tut weh, macht gefühlsarm. Wenn das noch dazu auf höherer Ebene passiert, auch in kirchlichen Kreisen, ist das glatte Frigidärpastoral (Kühlschrankseelsorge), die lediglich auf Amtsautorität und Kirchenrecht pocht. Man könnte auch sagen: sich wundreiben an der Unbarmherzigkeit der Frommen. Das gilt für alle, die sich fromm geben, es aber nicht sind, fast könnte man von „kirchlichen Atheisten“ sprechen.
Die Offenbarung des Johannes sagt in dieser Textstelle dreimal: „Ich komme bald“, das nicht grundlos. Gott kennt uns sehr gut. Deswegen hinterlässt er uns im Hohepriesterlichen Gebet (Evangelium) ein Testament, in dem der Wunsch nach Einheit und Herrlichkeit ausgedrückt wird. „Es ist herrlich!“, rufen wir aus, wenn etwas sehr schön ist. „Herrlichkeit“ meint Gott ähnlich werden, damit sollten wir jetzt schon beginnen durch Gebet, Dialog mit Gott und gute Werke der Nächsten- und Selbstliebe. Auch „Einheit“ entsteht durch Liebe und Geduld. Der Wille Gottes, in dem wir im Vater unser beten, ist Ausdruck der Liebe. Vater und Sohn bilden eine „Einheit“. Diese „Einheit“ und „Herrlichkeit“ soll durch den Heiligen Geist als Beistand zustande kommen.
„Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt und sie [die Menschen zur Zeit Jesu und auch jetzt] haben erkannt, dass du mich erkannt hast.“ (Joh 7,25). Beten und bitten wir um die Erkenntnis, die zur Einsicht und zu Fortschritt in unserem Glaubensleben führen.
Was ist Einheit? Wann ist Einheit? Wie können wir eins sein, eins werden? Einheit hat mit Liebe zu tun: Du, Vater, in mir – ich in dir – sie in uns…
Ich gehe mit einem Menschen durch die Stadt. Er hat sich vorgestellt: Johannes. Eine Zufallsbekanntschaft. Um es genau zu sagen. Wir klappern alle Kirchen ab. Im Stadtbild sind sie schon sehr markant. Sonst ist so viel auch nicht zu bestaunen in diesem Nest.
Das ist die katholische Kirche, sage ich. Wollen wir reingehen? St. Johann Baptist. Barock. Aus den bunten Fenstern fällt Licht in den Raum. Die Heiligenfiguren werfen Schatten. Eine wunderschöne Stille. Wir hören nur unsere Schritte. Dann, wieder draußen, gar nicht so weit weg, weise ich auf die Evangelische Kirche. Lutherkirche, heißt sie. Mit dem Reingehen ist nichts - die Kirche ist verschlossen. Achselzuckend sage ich nur: Heute kann man eigentlich keine Kirche offen stehen lassen. Die Menschen haben vor nichts mehr Achtung. Ich beiße mir auf die Lippen. Was sage ich da? Um die Ecke – wir schlendern weiter - hat eine Freikirche ihre Gemeinderäume. Eigentlich mehr eine Wohnung. Ob wir einen Kaffee mittrinken, fragt eine junge Frau. Wir lassen uns das nicht zweimal sagen. Sieht so ganz anders aus – Kirche als Wohnzimmer. Als wir aufbrechen, stoßen wir noch auf die altkatholische Kirche. Sie beherbergt auch die anglikanische Gemeinde. „St. Cyprian“ steht dran. Ich erkläre meinem Gast, was es mit dem „alt“ auf sich hat. Ich erzähle von Konflikten. Wie viele Kirchen wir denn hätten, fragt Johannes. Ich zähle sie an meinen Fingern ab. Eins, zwei, drei, vier – eigentlich gibt es noch mehr. Und warum braucht ihr so viele Kirchen? Mit der Frage habe ich nicht gerechnet. Wir haben doch unterschiedliche Konfessionen, Traditionen, Mentalitäten, Geschichten. Ich will das alles ausbreiten. Auch von Streit erzählen. Oder von Unpässlichkeiten. Aber ihr seid doch Christen, wirft Johannes ein. Ihr lebt nebeneinander? Wofür braucht ihr so viele Kirchen? So eine einfache Frage. Meinem Gast zu erzählen, dass manche Wege bis heute getrennt sind, traue ich mich gerade nicht. Ich will lieber von dem Reichtum sprechen, der bei aller Verschiedenheit attraktiv und lebendig ist. Dass ich irgendwo zu Hause bin, einmal alles gelernt habe und die Menschen mag, mit denen ich mich immer wieder treffe, sage ich auch. Du hast dich häuslich in der Verschiedenheit eingerichtet, fragt Johannes? Zu hast deinen Frieden gemacht mit dem status quo? Weißt du nicht, dass Jesus um die Einheit gebeten hat? Dann zitiert er das Gebet aus den Abschiedsreden Jesu:
„Heiliger Vater,
ich bitte nicht nur für diese hier,
sondern auch für alle,
die durch ihr Wort an mich glauben.
Alle sollen eins sein:
Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin,
sollen auch sie in uns sein,
damit die Welt glaubt,
dass du mich gesandt hast.“
Jetzt weiß ich, wer mein Gast ist! Ich habe ihn nicht erkannt.
Meine Augen suchen die Türme im Stadtbild. Ich höre die Glocken läuten. Ihre Töne sind fein abgestimmt. Es gibt keine Misstöne. In den Ohren tut nichts weh. Der Himmel klingt nach einer großen Einheit, auch wenn die Glocken in ihrem vollen Geläut so reich, so verschieden sind. Wie armselig wär das denn, wenn es nur eine Glocke gäbe! Johannes, du musst noch einmal kommen!
Im Café treffe ich zufällig auf einen Kollegen. Von der anderen Gemeinde. Er winkt mir zu, ich solle mich doch zu ihm setzen. Wir sehen uns nicht oft, sagen immer, wir müssten mehr zusammen machen, aber – wie das Leben so ist. Jeder wurstelt vor sich hin, mal glücklich, mal auch nicht. Du, sag ich, soll ich Dir mal was erzählen? Ich habe mit einem mir unbekannten Menschen eine kleine Führung durch unsere Stadt gemacht. Wir sind von Kirche zu Kirche gegangen. Bei Deiner waren wir auch! Dann hat der Gast doch tatsächlich gefragt, warum wir so viele und so viele unterschiedliche Kirchen und Gemeinden brauchen, wo wir doch alle Christen seien. Jesus hat er auch zitiert: dass alle eins seien! Das sei sein Vermächtnis, sozusagen sein Testament. Ich weiß das zwar alles – oder bilde es mir ein -, aber so direkt angesprochen, habe ich mich schon ertappt gefühlt. Mein Gegenüber schaut ein wenig erstaunt. Und lacht dann: Du weißt doch – wir brauchen Menschen, die uns zu Evangelisten werden.
Dass der Evangelist Johannes mit mir unterwegs war, traute ich mich nicht zu sagen.
Es wurde ein schönes Gespräch. Die Verwerfungen von früher kennen wir, wir können sie sogar aufsagen wie eine Ballade. Jeder auf seine Weise. Aber alles, was im Lauf der Jahrhunderte gewachsen ist, sich auseinanderentwickelte, irgendwie wieder zusammengekommen ist – ist nicht alles auch ein Reichtum? Die größten Schätze sind die Menschen, die doch so unterschiedlich sind, dass auch für ihre Träume alte Geschichten leuchten wie Kirchenfenster. Müssen wir einander vorwerfen, böswillig Trennungen herbeigeführt zu haben? Wohin wollten, wohin könnten wir denn zurück, ohne nicht neue Wunden zu reißen, neue Enttäuschungen zu schaffen? Können wir nicht glücklich sein, irgendwo angekommen, irgendwo zu Hause zu sein? Aber da ist doch das Gebet Jesu, werfe ich ein. Das Gebet um Einheit. Um eine Einheit, die in Gott selbst ist. Eine Einheit, die herrlich ist.
Schnell kommen wir darauf, dass schon zu der Zeit, als dieses Gebet gesprochen wurde, die Einheit einem Traum glich. Immer sichtbarer wurden Trennungen, die Menschen in Kauf nehmen, um je ihr eigenes zu finden und zu behaupten. Wahrheit wird gegen Wahrheit gekehrt, Einsicht gegen Einsicht, Erfahrung gegen Erfahrung. Gegen – nicht für. Je größer dann die Worte – so groß auch die Eitelkeit. So groß auch die Macht. So groß auch die Trennung. Von Anfang an, vom ersten Tag der Kirche, ist Einheit angefochten, langweilig oder gar unwirklich. Vielfalt, Dynamik, Leidenschaft sind angesagt. Von Anfang an. Von Kirchenvätern, Päpsten, Reformatoren. Von Bischöfen, Superintendenten und Vorsitzenden. Jetzt diskutieren wir seit Jahrhunderten, was Einheit ist und wie wir sie finden können. Dabei wissen wir nicht einmal, was wir meinen, wenn wir von Einheit reden.
Ich muss jetzt gehen, sagt mein Kollege. Meinen Kaffee zahlt er gleich mit. Wir lächeln einander an. Vielleicht braucht Einheit gar nicht so viel. Vielleicht am Anfang nur ein – Lächeln? Ich sitze am Fenster und sehe ihm nach. Er besucht eine Familie. Die Mutter ist gestorben. 3 kleine Kinder. Wie klein die großen Fragen werden…
Jesus hat uns seinen letzten Willen – so kann man das eben auch nennen – eröffnet. Doch nicht als Befehl. Er stellt auch keine Bedingungen. Er vertraut unsere Einheit seinem Vater, unserem Vater an. Es ist eine Bitte, ein Gebet:
„Alle sollen eins sein:
Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin,
sollen auch sie in uns sein,
damit die Welt glaubt,
dass du mich gesandt hast.“
Einheit hat mit Liebe zu tun: Du, Vater, in mir – ich in dir – sie in uns. Mystiker lieben dieses Gebet. Aber nicht nur sie. Wir alle sind in Gott hineingenommen, von ihm geliebt, aus ihm herausgehend. Kein Mensch ist alleine, niemand abgetrennt, niemand fallengelassen. Die Einheit, die Gott ist, versöhnt, was sich getrennt hat - bringt zusammen, was im Streit gebrochen ist - vollendet, was wir nur in Stücken haben.
Menschen erzählen Trennungsgeschichten. Die Geschichten der Kirchen sind Trennungsgeschichten. Doch in den Gemeinden suchen Menschen Zuflucht, Anteilnahme und Nähe. Sie nennen sich oft nicht einmal mehr katholisch, evangelisch, freikirchlich – manchmal wissen sie nicht, was sich hinter den vielen Bezeichnungen, Namen und Geschichten versteckt.
Ich wünsche mir, dass Johannes noch einmal mit mir durch unsere Stadt geht. Wir brauchen doch so viele Kirchen, weil Menschen eine Heimat suchen. Mit ihren Trennungserfahrungen, mit ihrer Trauer, mit ihrer Hoffnung.
Jesus betet:
„Vater,
ich will, dass alle, die du mir gegeben hast,
dort bei mir sind, wo ich bin.
Sie sollen meine Herrlichkeit sehen,
die du mir gegeben hast.“
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Der Auferstandene ist in den Himmel aufgefahren. Er hält den Himmel für uns offen. Wir haben neue Perspektiven, mit denen wir aber erst umgehen lernen müssen.
Diese Texte eine Woche vor dem Pfingstfest stellen einen sehr reichhaltigen Tisch des Wortes dar. Sie sind Vorbereitung auf das große Fest des Heiligen Geistes. Die Vorbereitung auf ein Fest ist meist mit harter Arbeit verbunden, beispielsweise in den Pfarren die Feste der Erstkommunion und der Firmung. Das gilt natürlich auch für Feste außerhalb der Kirche. Unsere Feste hier auf Erden sollen ja schon Vorahnung für das große himmlische Fest der Erlösung, der Auferstehung werden.
Zunächst eine Vision: „Das Wort des Herrn erging in einer Vision an Abram“ (Gen 15,1). Diese Visionen werden auch durch die Propheten, die dazu beauftragt sind, angekündigt und sind richtungsweisend. Die Menschen damals und heute werden seliggepriesen, wenn sie diese Unterweisungen beachten. Das Evangelium, Teil der Abschiedsrede, will hinführen in die Vision der Einheit und Herrlichkeit.
Aus dem Alltagsleben wissen wir, dass Visionen meist schwer zu verwirklichen sind. Gute Visionen sind es dann, wenn göttliche und menschliche Erfahrungen einander berühren. „I have a dream“, sagte Martin Luther King, als er versuchte, die Menschenwürde für die schwarze Bevölkerung mit den Weißen gleichzustellen und - wird dafür erschossen.
Auch in der 1. Lesung geht es um Tötung. Es ist zunächst ein innerjüdischer Streit zwischen Juden und Judenchristen der jungen Kirche. Stephanus wird der Gotteslästerung und der Verächtlichmachung des Gesetzes geziehen. Seine Gegner bedienen sich der Verleumdung, Verhetzung, falscher Zeugenaussagen. Deswegen hat er sich vor der religionspolitischen Behörde des Hohen Rates zu verantworten. Wir hören aber nichts von einem Gerichtsurteil, vielmehr macht sich eine spontane, tumultartige Vorgangsweise breit, die zur Lynchjustiz führt. Sie entsteht durch Hass, durch eine Menge unguter Gefühle, die durch Gedanken zur Tat führen, dazu noch Emotionen als schwer zu fassender Seelengrund. Stephanus ist ein Mensch, der sich nicht aus der Spur Jesu bringen lässt. Zur Erinnerung: Auch Paulus war unter den Verfolgern.
Der Charakter ändert sich nicht, wohl aber das Verhalten. Genauso wie Paulus in fanatischer Art die Christen verfolgt hat, so setzt er sich jetzt ganz fanatisch für die Ausbreitung des Christentums ein. Stephanus antwortet nicht mit Gegengewalt, mit verbalen Hetzkampagnen. Er betet für seine Feinde, ohne die Tat zu entschuldigen. Das nennt man Feindesliebe, die wir bis heute bestenfalls in kleinen Ansätzen für den Augenblick zusammenbringen, um auch im Feind seine Menschenwürde zu erkennen, ja sogar dass auch er ein geliebtes Kind Gottes ist. Es ist schrecklich, wenn Gläubige gegen Gläubige aufstehen. Die Kirchengeschichte ist voll mit Beispielen an Religionskriegen. Auch heute glauben noch einige, die ganze Wahrheit zu besitzen: „Wann i vielleicht was z´redn hätt, i schofatt alles ab.“ Übersetzt in Hochsprache: Wenn ich etwas zu sagen hätte, würde ich alles abschaffen, alles ändern, alles besser machen, denn ich habe das Wissen dazu. (Josef Weinheber). Stephanus bleibt seinem Gewissen und seiner Courage treu, er bleibt weiter in der Spur Jesu.: „Was keiner wagt, das sollt ihr wagen, was keiner sagt, das sagt heraus, was keiner denkt, das wagt zu denken, was keiner ausführt, das führt aus“ (Lothar Zenetti), dazu gehören aber Gebet, Klugheit und Weisheit. So sieht Stephanus „den Himmel offen“- eine zukunftsgerichtete Vision. Es braucht einen langen Atem in der Spannung von Wirklichkeit und Vision. Das nennt man Vorbereitung, verbunden mit Herausforderungen und Konflikten.
Die 2. Lesung spricht den Lohn für alles Durchhalten, Aushalten und Ertragen an. Die Stadt Jerusalem mit den Eingangstoren, durch die Menschen aus allen Richtungen streben, ist das Bild für ewiges Leben.
Das Evangelium wünscht Einheit und Herrlichkeit als Visionen. Herrlichkeit heißt Gott ähnlich werden. Das ist herrlich, ein Ausdruck unserer Sprache, es ist schön und prächtig. Wenn wir die Einheit schaffen, sehen wir „den Himmel offen“. - Zur Zeit ist er aber bewölkt, obwohl sich die Sonne der Gerechtigkeit, Liebe und Wahrheit immer wieder durchringt. Das Wetter dafür ist sehr unbeständig. Ohne Einigkeit können wir die Herrlichkeit des Herrn nicht erkennen. Beten wir um den Heiligen Geist, dass er uns die Gabe der Erkenntnis, die zu Einheit und Herrlichkeit führt, schenken möge.
Jesus bittet Gott in seinen Abschiedsreden, alle sollen eins sein. Als Weg zur Einheit legt es uns die Liebe zu ihm und durch ihn zum Vater ans Herz.
Für meine Mutter war es in ihren letzten Lebensjahren die größte Freude, wenn alle ihre Kinder mit Gatten und Enkelkindern in ihrem Haus um ihren Tisch versammelt waren. Ich lebte am weitesten entfernt und konnte am wenigsten oft dabei sein. Wenn ich sie besuchte, rief sie davor alle an und bat sie zu kommen. Heimliches Lockmittel für die Enkelkinder waren Schnitzel, wie nur die Oma sie machen konnte. Wer irgendwie Zeit hatte, kam. Dieses Beisammensein hat uns allen gut getan. Die guten Beziehungen zu meinen Geschwistern sind für mich ein großes Geschenk. Trotz unterschiedlicher Interessen und Lebenswege hielten wir zusammen und bewältigten wir Konflikte und Krisen.
Dieser familiäre Zusammenhalt ist für mich zum Bild dafür geworden, wie Einheit in der Kirche gelingen kann. Wenn Jesus seinen Vater bittet, dass alle eins seien, geht er von seiner eigenen innigen Verbundenheit mit dem Vater aus. Die gemeinsame Liebe zum Vater im Himmel ist für ihn der Schlüssel zur Einheit.
Nach seinem Weggang verharrten die Jünger und Jüngerinnen zunächst in Jerusalem, bis es sie in alle Himmelsrichtungen hinaustrieb, alle Menschen zu Jüngern Jesu zu machen und sie von der Frohen Botschaft eines liebenden Gottes und Vaters aller zu überzeugen. Auch für Jesus und seine Anhänger ist der gemeinsame Tisch zum Mittelpunkt geworden. Man erkannte einander am Brotbrechen.
Die gemeinsame Liebe zu Gott und das mystische Liebesmahl der Eucharistie sind auch heute noch Schlüssel und Weg zur Einheit. Umso schmerzhafter ist es, wenn Christen sich gegenseitig die Mahlgemeinschaft verwehren und diese von fragwürdigen Kriterien und Bedingungen abhängig machen.
In zwei Wochen feiern wir das Fest der Heiligsten Dreifaltigkeit. Die menschlichen Erfahrungen mit Gott sind so vielfältig, dass sie nicht alle in eine einheitliche Gottesvorstellung passen. Obwohl uns Gott in drei Personen begegnet, ist er einer, so der Glaube der Kirche. Die Einheit der Dreifaltigkeit ist ein Geheimnis der Liebe Gottes. Einheit ist auch in Vielfalt möglich, wenn Liebe zusammenhält. Einheit trotz Vielfalt ist in der Kirche möglich, weil diese ihren Grund hat in der Liebe Gottes zu den Menschen und in unserer Liebe zu Gott. Inständig bittet Jesus, dass wir in seiner Liebe bleiben und durch diese Liebe Einheit leben können.
Es gibt viele Motive, die Menschen dazu bringen, dass sie zusammenkommen und zusammenhalten: gemeinsame Vorlieben, gemeinsame Interessen, gemeinsame Abstammung, gemeinsame Stärke, gemeinsame Ideen, gemeinsame Projekte... Diese gemeinsamen Motive sind aber ständig im Fluss, verändern sich, manchmal verbrauchen sie sich. Gemeinschaften entstehen, wachsen, vergehen…
Das ist wohl auch der Grund für viele Veränderungen im Leben der Kirche. Auch hier gibt es unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse, die sich im Laufe der Zeit immer wieder ändern. Kirchenbilder lösen einander ab. Was hält uns zusammen? Gemeinsame Interessen, Programme? Oder sind es die Personen, die ein kirchliches Amt wahrnehmen? Der Papst, die Bischöfe, Priester, Seelsorger?
Wenn der Evangelist Johannes recht hat – deutlicher hat das in den heiligen Schriften sonst niemand herausgestrichen -, dann es die Liebe Christi und die Liebe zu Christus, die ihn und uns mit Gott und untereinander verbindet und zusammenhält. Das Sakrament der Eucharistie vollziehen wir das immer wieder als heiliges Mysterium. Die gegenwärtige Kirchenkrise hat meines Erachtens auch darin ihren Grund, weil dies von vielen Christen nicht mehr wahrgenommen wird.
Was kann das Evangelium uns zu den anstehenden Herausforderung der Kirchengemeinden in unserer Zeit sagen? Jesus hebt in seiner Abschiedsrede die Bitte um die Einheit der Jüngerinnen und Jünger hervor, damit die Welt die Herrlichkeit Jesu erkennt. Beides sind als geistliche Wirklichkeiten zu verstehen, nicht als organisatorische Maßnahmen.
Beim Abschied von den Jüngern betet Jesus inständig um Einheit unter den Jüngern. Das Eins-werden und Eins-sein kosten Kraft und Anstrengung. Das Gebet für einander gibt uns Kraft.
Jesus hat uns neben dem "Vater unser" seine inständige Bitte um Einheit hinterlassen. Einheit zu pflegen, eins zu werden ist gegenwärtig eine große Herausforderung für die christlichen Konfessionen aber auch für die ganze Gesellschaft Europas.
Zwei große Themen sind in diesen Texten besonders auffällig: Von Konflikt, Spaltung und Gewalt hören wir in der Apostelgeschichte, es klingen aber auch Trostworte durch, die von Einheit, Friede und Vollendung in Teilen der Apostelgeschichte, besonders aber im Evangelium sprechen.
Was sind die Ursachen, dass es unter gläubigen Menschen zu schweren Konflikten bis hin zu Gewalt, Totschlag kommt? Stephanus wirft dem Hohen Rat, einer weltlichen und geistlichen Behörde, vor, dass sie den Menschen Gott entziehen, den Blick auf ihn durch eine Unzahl von Gesetzen, Vorschriften, durch eine kompliziert aufgebaute Tempelhierarchie verstellen. Auch diese lässt es kaum zu, den Menschen den Weg in den Tempel freizumachen und damit Gott noch intensiver zu begegnen.
Wo bleibt also der mitwandernde Gott in der Bundeslade, der Gott, der unter den Menschen sein Zelt aufschlägt? Die Hohenpriester, vor allem die Sadduzäer, haben Gott eingesperrt, wohl in einen prachtvollen Tempel, gut sichtbar, aber dennoch für die breite Bevölkerung entrückt. Das ist ein gewaltiger Vorwurf, der die jüdischen Behörden vor Wut überkochen lässt. Sie haben Angst, dass ihre Macht, ihr gesellschaftlicher Einfluss geschmälert oder überhaupt in Frage gestellt werden könnte. Was geschieht mit dem Tempelschatz, mit all dem Reichtum, der sich hier angehäuft hat? Und ist nicht auch das gesamte Gottesbild, der Glaube der Menschen in Gefahr, kritisiert und ausgedünnt zu werden?
Nur über strenge Ordnungen, die scheinbare Sicherheit vermitteln, können Glaube und auch althergebrachte Traditionen aufrechterhalten werden, so nehmen sie an, die Hohenpriester und die Pharisäer. Ordnungen, Gesetze sind sehr wichtig, müssen aber ständig überprüft werden, ob sie dem Anliegen, nämlich Gottes Wort Kraft und Durchbruch zu verleihen, auch entsprechen. Gottes Wort und Auftrag bleibt immer gleich, Ämter, Institutionen müssen aber danach ausgerichtet sein und sind änderbar. Besitzgier und Machtgehabe, gemeine Intrigen und Einsatz von Gewalt widersprechen dem göttlichen Auftrag. Das bringt Stephanus zur Sprache und bezahlt mit dem Leben.
Stephanus und Jesus sehen den Himmel offen, so die Apostelgeschichte und das Evangelium. Es ist bekannt als "Hohepriesterliches Gebet". Diese Bezeichnung trifft nur bedingt zu. Weder ist im Text vom Priestertum noch vom Opfer die Rede. Besser ist vom Abschiedsgebet Jesu vor seinem Tod zu sprechen. Es ist ein Testament, eine letztwillige Verfügung, in Gebetsform. Jesus hält Rückblick auf sein Leben, weiß aber auch um die schweren Auseinandersetzungen und Verfolgungen, die seinen JüngerInnen bei der Glaubensausbreitung drohen, er weiß auch um die vielen Streitereien, die es innerhalb der Glaubensgemeinschaft gibt und noch geben wird. Deshalb lautet die letztwillige Verfügung: "Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast." (Joh.17,21).
Die Voraussetzung für die Einheit ist die Glaubwürdigkeit. Die Menschen, die Gesellschaft, damals und heute soll sehen, dass die Botschaft Jesu vertrauens-würdig, einladend ist. Voraussetzung dafür ist, dass man mit sich selber bzw. mit der Hilfe des Vaters um diese Einheit bemüht, wie es Jesus zeitlebens getan hat.
Einheit hat nichts mit Uniformität zu tun. Es gibt so viel Wege zu Gott als es Menschen gibt. Gesetze und Ordnungen sind Rahmenbedingungen.
Wie gehen wir mit dieser letztwilligen Verfügung Jesu um? Seit den Zeiten Jesu und seit Stephanus hat sich wenig geändert. Durch alle Jahrhunderte stehen Gläubige gegen Gläubige auf, sprechen einander das Christsein und Kirchesein ab, führen Religionskriege, exkommunizieren einander.
Kirche ist nicht nur eine perfekte, makellose Gesellschaft, sondern auch Kirche der SünderInnen. Kirche ist auch Konfliktgemeinschaft. Konflikte sind Salz der Wahrheit. Wir alle befinden uns in tastender Suche nach der Wahrheit Gottes. Keine Kirche, keine Religion, kann sie für sich zur Gänze in Anspruch nehmen. Das glauben nur einige Machthaber, damals und heute. Jesus und Stephanus üben daran Kritik und bezahlen diese mit ihrem Leben.
Ein tröstliches Dokument ist die "Charta Oecumenica" (2001), gleichsam ein Gewissenspiegel für die christlichen Kirchen, eine Mahnung, ob wir bereit sind, die Verpflichtung zur Einheit auch zu halten.
Darin heißt es. "Wir glauben an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche - also nicht nur an die römisch-katholische!! - und fühlen uns der Mahnung des Epheserbriefes verpflichtet, uns beharrlich um ein gemeinsames Verständnis der Heilsbotschaft Christi im Evangelium zu bemühen . . . Jesus Christus ist als der Herr der einen Kirche unsere größte Hoffnung auf Friede und Versöhnung. In seinem Namen wollen wir den gemeinsamen Weg weitergehen. Wir beten um den Beistand des Heiligen Geistes."
Lieder:
GL 143: Mein ganzes Herz erhebet dich
GL 144: Nun jauchzt dem Herren alle Welt
GL 216: Im Frieden dein, o Herre mein
GL 281: Also sprach beim Abendmahle
GL 319: Christ fuhr gen Himmel
GL 326: Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit
GL 339: Ihr Christen, hoch erfreuet euch, der Herr fährt auf zu seinem Reich
GL 346: Atme in uns, Heiliger Geist
GL 349: Komm, o Tröster, Heilger Geist
GL 351: Komm, Schöpfer Geist
GL 358: Ich will dich lieben, meine Stärke,
GL 361: Mein schönste Zier und Kleinod bist (1-3)
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte
GL 446: Lass uns in deinem Namen, Herr
GL 448: Herr, gib uns Mut zum Hören
GL 456: Herr, du bist mein Leben
GL 464: Gott liebt diese Welt und wir sind sein Eigen
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unsrer Zeit (6. und 7. Str.)
GL 482: Die Kirche ist gegründet allein auf Jesus Christ
GL 543: Wohl denen, die da wandeln vor Gott in Heiligkeit
KG 182: Sei unser Gott, der alle Welt
KG 229: Gib uns Weisheit, gib uns Mut
KG 711: Wir sehen viele Wege
Psalmen und Kehrverse:
GL 40: Bis in den Himmel reicht deine Liebe, Herr, bis zu den Wolken deine Treue. - Mit Psalm 36 - I.
GL 52: Herr, du bist König, über alle Welt - Mit Psalm 93 - VIII.
GL 54: Singt dem Herrn alle Länder der Erde, singt dem Herrn und preist seinen Namen. - Mit Psalm 96 - VIII.
GL 79: Der Name des Herrn ist erhaben: Seine Hoheit strahlt über Erde und Himmel - Mit Psalm 148 - VII.
Heute begehen wir als Kirche weltweit den Tag der sozialen Kommunikationsmittel. Seit 1967 schon gibt es diesen Mediensonntag. Die Kirche weiss um die Wichtigkeit der Medien, auch in der Verkündigung des Glaubens. Auch die sozialen Medien können Räume sein, in denen Menschen mit dem Glauben in Berührung kommen oder in denen sie sich darüber austauschen.
Wer kommunizieren möchte, der muss zunächst einmal Kontakt aufnehmen, in Beziehung treten mit der anderen Person. Sowohl das Gebet wie auch der Gottesdienst sind Kommunikationsgeschehen. Wir machen uns Gott verständlich. Und er macht sich uns verständlich. Voraussetzung aber für jede Kommunikation ist die Offenheit der Sinne und auch des Herzens.
Versuchen wir in einigen Momenten der Stille uns für die Gegenwart des Herrn zu öffnen und für seine Botschaft heute an uns.
Am Donnerstag feierten wir das Fest Christi Himmelfahrt. Jesus hat uns verlassen, sitzt jetzt aber an der rechten Seite des Vaters, unseres Vaters. Er hat uns seinen Geist geschenkt. Das werden wir am nächsten Sonntag - und am Montag auch - feiern: Pfingsten.
Dazwischen steht unser Sonntag heute. Schmucklos: 7. Sontag der Osterzeit. Aber alles andere als schmucklos ist das, was uns heute bewegt: die Einheit. Jesus ist für sie eingetreten, Jesus hat für sie gebetet, Jesus legt sie uns ans Herz. Die Einheit kommt aus dem Herzen Gottes.
Lasst uns um sein Erbarmen bitten:
Wir stehen im Kirchenjahr zwischen der Himmelfahrt Christi und der Ausgießung des Hl. Geistes zu Pfingsten. Die Jünger sind um Maria versammelt und warten in Jerusalem auf das Kommende.
Ein guter Zeitpunkt für sie und für uns, über all das nachzudenken, was Jesus getan und gesagt hat und was ihm Sorge gemacht hat. In seiner Abschiedsrede hat er inständig um Einheit seiner Jüngerschaft gebetet. Diese Einheit war durch die ganze Geschichte der Kirche hindurch immer wieder gefährdet. Wie kann sie erreicht werden? – Diese Frage sollte uns auch heute beschäftigen.
Am Beginn unserer Feier bitten wir den Herrn um den verheißenen Beistand.
Herr Jesus Christus,
uns fliegt so viel um die Ohren, was wir nicht verstehen und begreifen können.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
uns liegt manches auf dem Herzen, was uns beschäftigt oder auch besorgt.
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
in allem willst du unser Heil.
Herr, erbarme dich.
Jesus sagt:
„Alle sollen eins sein:
Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin,
sollen auch sie in uns sein.“
Dir bringen wir unsere Trennungen
Herr, erbarme dich.
Jesus sagt:
„So sollen sie vollendet sein in der Einheit,
damit die Welt erkennt,
dass du mich gesandt hast
und sie ebenso geliebt hast, wie du mich geliebt hast.“
Dir bringen wir unsere Zerrissenheit.
Christus, erbarme dich.
Jesus sagt:
„Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan
und werde ihn kundtun,
damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast,
in ihnen ist und ich in ihnen bin.“
Dir bringen wir unsere Lieblosigkeit.
Herr, erbarme dich.
Jesus sagt:
Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast,
dort bei mir sind, wo ich bin.
Sie sollen meine Herrlichkeit sehen,
die du mir gegeben hast. – Amen.
Ehre sei Gott in der Höhe!
GL 164 oder:
Herr, Jesus Christus,
durch deine innige Liebe zum Vater steht auch uns der Himmel offen.
Herr, erbarme dich.
Du lässt uns teilhaben an deiner Liebe und Einheit mit dem Vater.
Christus, erbarme dich.
Du sendest uns den Geist der Einheit.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott,
wir bekennen, dass unser Erlöser
bei dir in deiner Herrlichkeit ist.
Erhöre unser Rufen
und lass uns erfahren,
dass er alle Tage bis zum Ende der Welt
bei uns bleibt, wie er uns verheißen hat.
Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 7. Sonntag der Osterzeit
Gott, du hast uns geboten,
auf deinen geliebten Sohn zu hören.
Nähre uns mit deinem Wort
und reinige die Augen unseres Geistes,
damit wir fähig werden,
deine Herrlichkeit zu erkennen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 2. Fastensonntag
Herr, unser Gott,
du öffnest dein Reich allen,
die aus dem Wasser und dem Heiligen Geist wiedergeboren sind.
Stärke in uns das Leben der Gnade,
damit wir von Schuld frei bleiben
und die Herrlichkeit erlangen,
die du uns verheißen hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 3. Dienstag der Osterzeit
Herr, unser Gott,
sieh auf deine Gemeinde,
die in dieser österlichen Zeit
der Auferstehung deines Sohnes gedenkt.
Gib, daß wir mit allen Heiligen
die ewige Freude erlangen,
wenn er in Herrlichkeit wiederkommt,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 6. Mittwoch der Osterzeit
Guter Gott,
du bist da.
In unserer Gemeinschaft.
Mit deinem Wort.
Mit deinem Geist.
Mit deiner Liebe, die jede und jeden und alles, was du erschaffen hast, umschließt.
Deine Liebe ist die Quelle des Lebens. Aus ihr schöpfen auch wir in dieser Feier.
Schenke uns deine Hilfe, wo wir an unsere Grenzen kommen.
Schaffe Raum, wo wir einander im Wege stehen.
Lehre uns, nach deinem Willen und dem Vorbild deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, zu leben und zu lieben.
Dir sei Lob und Preis durch alle Ewigkeit. - Amen.
Wir danken dir für diesen Sonntag,
Gott des Lebens und der Hoffnung,
wir danken dir
für den Tag, an dem wir die Auferstehung Jesu feiern.
Er hat für unsere Einheit gebetet,
aber in diesen Tagen sehen wir die Zerrissenheit
unter den Völkern,
wir sehen das Leid, die Angst und die Schrecken,
die über Menschen kommen.
Gemeinsame Wege hast du anvertraut,
aber auch in jedem Gottesdienst sehen
wir Trennungen und Zerwürfnisse.
Schenke uns den Reichtum deiner Hoffnungen,
die Kraft, Berge zu versetzen
und die Liebe, die alles verwandelt.
In Christus,
der zu deiner Richten sitzt und uns vertritt.
Sein Geist bringt uns zu dir.
Für die Ewigkeit. - Amen.
Du, Gott,
wir sind bei dir und du bist mit uns und hörst in deinem Uns-Zugeneigt-Sein, in deiner Gnade, für welche Menschen wir dich an diesem Sonntag besonders bitten wollen:
Wir bitten dich, Gott, für alle Medienschaffenden.
Du, unser Gott! - Wir bitten dich, erhöre uns!
Wir beten für alle, die Medien nutzen.
Wir bitten für alle, die Medien ausgesetzt sind.
Wir wollen dich, Gott, auch bitten für uns alle, die wir unsere analoge und digitale Welt gestalten.
Wir beten für alle, für die zu beten es uns ein Anliegen ist:
Für alle, um die wir uns Sorgen machen.
Für alle, die einen besonderen Platz in unserem Herzen haben.
Für alle, mit denen wir es uns gerade schwertun.
Für alle, die Not leiden, traurig oder ohne Hoffnung sind.
Für die Kranken und Sterbenden.
Erhöre, o Herr, worum wir dich bitten.
Dein Wille, o Gott, geschehe. In der sichtbaren und unsichtbaren Welt.
Dort, wo es an uns liegt, helfe, dass wir gemäss deinem Willen handeln.
Stärke du uns dafür.
Das erbitten wir durch Jesus Christus, deinem Sohn, im Heiligen Geist. - Amen.
Jesus hat in inniger Beziehung zu Gott, den er seinen Vater nannte, gelebt. Für die, die sich in dieser Welt zu ihm bekennen, wünscht er sich, dass auch sie in Einheit mit ihm leben.
Zu ihm dürfen wir mit unseren Bitten kommen:
Die Einheit der Christen beginnt in der innigen Beziehung zu Jesus.
Wir bitten dich, führe alle wieder zusammen, deren Wege sich im Lauf der Jahrtausende getrennt haben.
Das Chaos, das kriegerische Konflikte immer wieder hinterlassen haben, hat danach immer wieder Initiativen zu einem neuen Miteinander entstehen lassen.
Wir bitte dich auch heute um Menschen, die sich für die Vision einer globalen Einheit einsetzen.
Der Friede unter den Menschen beginnt damit, wie sie voneinander denken und miteinander reden.
Wir bitten dich um Frieden in der großen und in unserer je persönlichen kleinen Welt.
Du hast uns in der Taufe in deine Einheit mit dem Vater aufgenommen.
Wir bitten dich, hilf uns auf diesem begonnenen Weg ein Leben lang weiterzugehen.
Du gibst uns die Hoffnung, durch dich an der Herrlichkeit Gottes Anteil zu haben.
Wir bitten dich für unsere Verstorbenen um die Erfüllung deiner Verheißung.
Christus, göttliches Wort in unsere Welt hineingesprochen,
dir danken wir, dich loben und preisen wir in der Einheit mit dem Vater und dem Heiligen Geist. - Amen.
Jesus hat in seinen Abschiedsreden für die Einheit seiner Jüngerinnen und Jünger gebetet,
er verheißt uns seine Herrlichkeit, er gibt uns Anteil an seiner Liebe.
Wir beten heute:
Für die Einheit der Kirchen.
Wir schauen auf reiche und konfliktvolle Geschichten zurück.
Für die vielen Menschen, die Heimat und Geborgenheit finden, bitten wir.
Wir rufen zu dir:
Herr, lass uns eins sein mit dir!
Für die Einheit der Völker.
Wir sehen Kriege, Vertreibungen und Verfolgungen.
Für die vielen Menschen, die für Recht und Wahrheit kämpfen, bitten wir.
Für die Einheit der Religionen.
Wir hören fremde Sprachen, Geschichten und Schicksale.
Für die vielen Menschen, die Grenzen überwinden helfen, bitten wir.
Für die Einheit der Medien.
Wir werden von Nachrichten, fake news und Verschwörungstheorien umspült.
Für die vielen Menschen, die sich von Lügen nicht vereinnahmen lassen, bitten wir.
Für die Einheit der Lebenden und Toten.
Wir teilen Erinnerungen und Hoffnungen.
Für die vielen Menschen, die den Verstummten eine Stimme geben, bitten wir.
Du hast uns deinen Namen kundgetan
damit die Liebe, mit der du uns geliebt hast, in uns ist,
und wir in dir.
Was getrennt ist, verbindest du,
was schmerzt, heilst du,
was uns verbittert, bringst du zurecht.
In Christus,
der seine Herrlichkeit mit uns teilt. – Amen.
Wir wünschen uns alle ein möglichst gelingendes und erfülltes Leben. Diese Hoffnung wird aber oft durch die Realität unseres Alltags zerstört.
In unserer Not lasst uns den Vater bitten:
Für die Christen in den vielen Ländern der Welt, denen die freie Ausübung ihrer Religion verwehrt ist.
Für die vielen, die sich durch politische, wirtschaftliche und soziale Konzepte bemühen, dem ukrainischen Volk in der großen Not beizustehen.
Für alle, die sich durch wissenschaftliche Erkenntnisse oder persönlichen Einsatz für Lösungen zwischen Ökologie und Ökonomie einsetzen.
Für alle Getauften, die versuchen in enger Beziehung zu Jesu Wort und Beispiel den Weg zu dir, Vater, zu finden.
Für alle Verstorbenen: nimm sie mit Jesus in deine Einheit auf.
Denn Jesus erbittet für alle, die an ihn glauben, jene Einheit mit dem Vater, in die er selbst zurückkehren durfte.
Diese Hoffnung erfüllt uns mit Dank und Lobpreis. - Amen.
Guter Gott und Vater im Himmel,
du bist mit deinem Sohn Jesus Christus durch den Heiligen Geist in Liebe verbunden und befähigst uns, dass auch wir an deiner Liebe Anteil haben.
Wir bitten dich:
Für alle Verantwortungsträger der Kirchen. Erfülle sie mit deinem Geist
und zeige ihnen Wege zur Einheit aller Christen.
Für alle Getauften. Erfülle sie mit deinem Geist
und gib ihnen die Hochherzigkeit, alles Trennende und Entzweiende der Sorge um die Einheit aller unterzuordnen.
Für alle christlichen Kirchen. Erfülle sie mit deinem Geist
und befähige sie, Konflikte und Differenzen in Liebe zu lösen.
Für alle neu gewählten Abgeordneten zu Europäischen Parlament.
Erfülle sie mit deinem Geist
und lass ihnen Gerechtigkeit und Frieden wichtiger sein als Teilinteressen einzelner Gruppen und Staaten.
Für die Politiker unseres Landes. Erfülle sie mit deinem Geist
und lass sie Einheit und soziale Gerechtigkeit vor persönliche Machtinteressen einzelner Gruppen und Parteien stellen.
Für unsere Verstorbenen.
Gib ihnen Anteil an eurer Liebe und Gemeinschaft
und lass sie Platz finden am Tisch deines himmlischen Reiches.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. – Amen.
Mit großer Leidenschaft betet Christus für uns, seine Gemeinde. Leidenschaft entwickelt sich dort, wo Mangel erlebt und Bedürftigkeit bewusst ist. Wie kein anderer kennt er unsere menschlichen Schwächen.
Ihn dürfen wir bitten:
Um Christen, die in ihrem Leben, den Wert, die Schönheit und Freude ihres Glaubens erlebt haben und ihn leidenschaftlich bezeugen.
Um Trost und Kraft aus deinem Geist für die unzähligen Menschen, die geistlosen Extremisten und Fanatikern ausgesetzt sind.
Um den Geist von Geduld und Toleranz dort, wo Mauern überwunden anstatt neu errichtet werden sollten.
Um deine geisterfüllte Gegenwart in unserem eigenen Leben, damit wir für die zur Antwort werden können, die nach dem Grund unserer Hoffnung fragen.
Um die Vollendung in dir für alle, die du in ihre ewige Heimat abberufen hast.
Denn dich, Christus, bekennen wir als das Alpha und das Omega, den Ersten und den Letzen, den Anfang und das Ende. Wenn wir deine Größe, deine Allmacht und Liebe im letzten auch nur erahnen können, so wollen wir mit der ganzen Schöpfung in Lob und Dank einstimmen. - Amen.
Herr und Gott,
nimm die Gebete und Opfergaben deiner Gläubigen an.
Lass uns diese heilige Feier mit ganzer Hingabe begehen,
damit wir einst das Leben in der Herrlichkeit des Himmels erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 7. Sonntag der Osterzeit
Herr und Gott,
nimm die Gebete und Opfergaben
deiner Gläubigen an.
Lass uns diese heilige Feier
mit ganzer Hingabe begehen,
damit wir einst das Leben
in der Herrlichkeit des Himmels erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 28. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
du schenkst uns den Frieden
und gibst uns die Kraft, dir aufrichtig zu dienen.
Laß uns dich mit unseren Gaben ehren
und durch die Teilnahme
an dem einen Brot und dem einen Kelch
eines Sinnes werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
4. Januar, 7.Januar
Herr, unser Gott,
in dieser Schale liegen die Hostien bereit für die Feier der Eucharistie. Im Geiste legen wir all das aus unserer Welt und unserem Alltag hinzu, wo wir merken, dass es der Wandlung durch dich bedarf:
damit aus Streit Frieden wird,
aus Ungerechtigkeit Gerechtigkeit,
aus Sorge Zuversicht,
aus Traurigkeit Freude,
aus Tod Leben.
Nimm diese unsere Gaben an.
Lass alle, die von diesem Brot essen, eins sein.
Durch Jesus Christus, deinen Sohn, unserem Herrn und Geist, der mit dir lebt und liebt in alle Ewigkeit. - Amen.
Unsere Gaben, Herr, sind armselig.
Brot und Wein.
Wir bringen dir unsere Mühen,
unsere guten Vorsätze,
unsere Enttäuschungen.
Deine Gaben, Herr, sind himmlisch.
Du bringst uns deine Liebe,
du lädst uns an deinen Tisch,
du teilst dein Leben mit uns.
Wir schmecken
deinen Leib, dein Blut
Wie du gesagt hast.
Komm, unser Herr! - Amen.
Wir danken dir, Herr unser Gott, für unsere Schöpfung, denn durch dein Wort hast du alles ins Dasein gerufen. Auch wir sind Teil dieses wunderbaren Geschenkes, das du Tag für Tag erneuerst.
Du hast uns fähig gemacht mit anderen in Kontakt zu treten, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen.
Wir loben dich. (Alle:) Wir preisen dich.
Wir danken dir, Herr unser Gott, für deinen Sohn Jesus Christus: Er ist dein menschgewordenes Wort. Seine Worte sind zuverlässig und geben Kraft und Orientierung.
In der Vielzahl der Worte, die Tag für Tag auf uns eindringen, schenken Jesu Worte uns Hilfe zur Unterscheidung und wie wir damit umgehen sollen.
Wir danken dir, Herr unser Gott, für deinen Geist, der in uns lebt und wirkt: Er führt die Menschen zusammen und schafft Verständigung.
Er gibt uns die richtigen Worte zur rechten Zeit ein oder lässt uns auch schweigen, wenn Worte fehl am Platze sind.
Stärke die Netzwerke, in denen wir leben und uns aufhalten und Gemeinschaft erfahren.
Hilf uns, mit anderen in Kontakt zu bleiben und guten Austausch zu pflegen.
Wo der Kontakt zu anderen uns wichtigen Personen abgebrochen ist, lass uns Wege finden, wieder miteinander in eine gute Beziehung zu treten.
Lass uns Erfahrungen und Wissen miteinander teilen
und auch den Glauben, der uns mit dir und untereinander verbindet.
Bei allem, was wir hören oder lesen, hilf uns kritisch zu bleiben und Wahres vom Falschen zu unterscheiden.
Lass es uns nicht egal sein, wenn Menschen in den Medien heruntergemacht werden, Hass oder Ausgrenzung erfahren.
Dein Heiliger Geist gebe uns Mut für klare Worte und Zeichen.
Lass uns eins sein in der Freude und Hoffnung, die uns geschenkt ist durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. - Amen.
Kehrvers:
Jubelt dem Herrn alle Lande,
Halleluja, preist unseren Gott.
(GL 643,3)
Guter und erhabener Gott,
wir kommen mit unserem Dank und Lobpreis vor dich:
Wir haben allen Grund dir zu danken,
denn du bist treu und lässt deine Geschöpfe nicht im Stich.
Kehrvers
Immer wieder hast du den Menschen deinen Bund angeboten
und sie durch die Propheten gelehrt, das Heil zu erwarten.
Als die Zeit erfüllt war, hast du Jesus gesandt, deinen Sohn.
Kehrvers
Er hat uns deine Liebe spüren lassen und gezeigt,
dass du uns nicht abgeschrieben hast.
Er hat zu den Armen, Schwachen und Verlorenen gehalten
und war ihnen treu bis in den Tod.
Kehrvers
Er hat den Menschen vorgelebt, wie sie in inniger Gemeinschaft
mit dir und untereinander verbunden sein
und der ganzen Welt ein neues Gesicht geben können.
Kehrvers
Als er von dieser Welt zu dir, Vater im Himmel, heimgegangen ist,
hat er uns deinen und seinen Heiligen Geist verheißen.
Er werde uns trösten und heiligen.
Durch ihn haben wir teil an seiner Gemeinschaft mit dir.
Kehrvers
Der Heilige Geist gibt uns die Kraft,
das Trennende zu überwinden
und untereinander eins zu sein,
damit die Welt erkennt, dass du am Werk bist
und deine Schöpfung nicht verlassen hast.
Kehrvers
Dein Heiliger Geist erfüllt uns mit Sehnsucht nach dem ewigen Leben.
Er lässt uns hoffen, wo menschliche Hoffnung am Ende ist.
Er ermutigt uns, Ausschau zu halten auf Jesus Christus,
bis er wiederkommt, um endgültig dein Reich
in seinem Glanz und in Fülle aufstrahlen zu lassen.
Kehrvers
Dafür danken wir dir mit allen Engeln, mit allen Heiligen
und mit der ganzen Schöpfung:
Danklied: z. B. „Den Herrn will ich loben…“ (GL 395)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater,
zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus,
den König der Herrlichkeit.
Denn er ist (heute) als Sieger über Sünde und Tod
aufgefahren in den Himmel.
Die Engel schauen den Mittler
zwischen Gott und den Menschen,
den Richter der Welt, den Herrn der ganzen Schöpfung.
Er kehrt zu dir heim,
nicht um uns Menschen zu verlassen,
er gibt den Gliedern seines Leibes
die Hoffnung, ihm dorthin zu folgen,
wohin er als erster vorausging.
Am Fest:
Darum jubelt heute der ganze Erdkreis
in österlicher Freude.
Darum preisen dich die himmlischen Mächte
und die Chöre der Engel
und singen das Lob deiner Herrlichkeit:
An den Tagen bis Pfingsten:
Darum preisen wir dich in österlicher Freude
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit.
Heilig...
MB Christi Himmelfahrt 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
In ihm hast du uns zur Erkenntnis der Wahrheit geführt und
uns zu Gliedern seines Leibes gemacht
durch den einen Glauben und die eine Taufe.
Durch ihn hast du deinen Heiligen Geist
ausgegossen über alle Völker,
damit er Großes wirke mit seinen Gaben.
Er wohnt in den Herzen der Glaubenden,
er durchdringt und leitet die ganze Kirche
und schafft ihre Einheit in Christus.
Darum preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB: Von der Einheit der Christen
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und dein Erbarmen zu rühmen.
Die Sünde hatte die Menschen von dir getrennt,
du aber hast sie zu dir zurückgeführt
durch das Blut deines Sohnes
und die Kraft deines Geistes.
Wie du eins bist mit dem Sohn
und dem Heiligen Geist,
so ist deine Kirche geeint
nach dem Bild des dreieinigen Gottes.
Sie ist dein heiliges Volk,
der Leib Christi und
der Tempel des Heiligen Geistes
zum Lob deiner Weisheit und Liebe.
Darum preisen wir dich in deiner Kirche
und vereinen uns
mit den Engeln und
Heiligen zum Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 8
Wenn wir Christen von Gott sprechen, dann sprechen wir von dem Gott, den Jesus Christus uns gezeigt hat. Er, Gott, der uns liebt und beschenkt. Der wie ein guter Vater und eine liebende Mutter sich um uns sorgt.
Lasst uns nun mit dem Gebet, das Christus uns gelehrt, zu diesem Gott beten:
Vater unser …
Unsere Aufgabe ist es, die Gegenwart des Auferstandenen spürbar werden zu lassen. Daher stellen wir das Gebet Jesu in den Vordergrund und beten gemeinsam das Vaterunser.
Einleitung zum Friedensgruß:
Jesus schwört nach seiner Auferstehung weder seinen Henkern noch seinem Verleugner Petrus Rache. Er spendet einen Frieden, der jedes menschliche Begreifen übersteigt. Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch. Geben wir einander die Hand, weil wir als Gottesdienstbesucher eine Einheit bilden.
Ich bitte dich, Vater, lass sie eins sein,
wie wir eins sind. Halleluja.
(vgl. Joh 17, 22)
Oder:
Ich lasse euch nicht als Waisen zurück.
Ich komme wieder zu euch. Dann wird euer Herz sich freuen.
Halleluja.
(Joh 14,18; 16,22b)
Oder:
So spricht Jesus:
Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin,
sollen auch sie in uns sein,
damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.
(Joh 17.21)
Oder:
So spricht Jesus:
Ich bitte dich, Vater, lass sie eins sein,
wie wir eins sind.
(vgl. Joh 17.22)
Ich kann nicht die Welt verändern,
aber in meinen Lebensräumen kann ich etwas bewirken.
Ich kann schlechte Nachrichten nicht verhindern,
aber ich kann versuchen, von mir so viel Gutes wie möglich zu geben.
Ich muss nicht immer alles glauben, was ich lese.
Gott hat mir einen Verstand gegeben und den Geist der Unterscheidung.
Falsches und Halbwahrheiten wird es in den Medien weiterhin geben,
doch ich kann mithelfen, dass sie nicht weiterverbreitet werden.
Wie im realen Leben kann ich mich auch in der medialen Welt
für Glauben, Hoffnung und Liebe stark machen.
Was unterscheidet Christen
von Menschen, die nicht glauben können?
Wodurch wird sichtbar
dass Jesus der Gesandte Gottes ist
an den wir glauben?
Woran kann die Welt erkennen
dass wir zu Gott gehören?
Jesus zeigt uns den Weg:
Frieden statt Streit
Versöhnung statt Hass
Einheit statt Gegeneinander
Freundschaft statt Misstrauen
Gerechtigkeit statt Selbstsucht
Begegnung statt Einsamkeit
Freude statt Missmut
Liebe statt Egoismus.
Wir sollten uns unterscheiden
von den anderen
damit die Welt erkennt
dass Jesus der Gesandte Gottes ist.
Er, der für uns eintritt
und mit seiner Liebe
für immer bei uns bleibt.
Erhöre uns, Gott, unser Heil,
und schenke uns die feste Zuversicht,
dass durch die Feier der heiligen Geheimnisse
die ganze Kirche jene Vollendung erlangen wird,
die Christus, ihr Haupt,
in deiner Herrlichkeit schon besitzt,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 7. Sonntag der Osterzeit
Barmherziger Gott,
du hast uns alle mit dem einen Brot des Himmels gestärkt.
Erfülle uns mit dem Geist deiner Liebe,
damit wir ein Herz und eine Seele werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Sonntag im Jahreskreis
Barmherziger Gott,
du hast uns teilhaben lassen
an dem einen Brot und dem einen Kelch.
Laß uns eins werden in Christus
und Diener der Freude sein für die Welt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 5. Sonntag im Jahreskreis
Guter Gott,
wir sind dankbar für das Zusammensein mit dir und untereinander,
für alles, womit oder auch worin wir bestärkt wurden,
und auch für jenes, was uns als Frage oder Aufgabe oder auch als Sehnsucht entgegenkam.
Wir nehmen die Worte aus dem Abschiedsgebet deines Sohnes mit nach Hause und in unseren Alltag hinein.
Schenke du die Einheit, die wir suchen in der Welt,
und lass uns Boten und Botinnen deiner Liebe sein.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn. - Amen.
Wir danken dir, Gott,
der das Kleine liebt und groß macht,
für die Zeit mit dir.
Du sprichst uns an
und teilst mit uns dein Leben,
du schenkst uns Gemeinschaft
und segnest unsere Wege.
Wir bitten dich für die Menschen,
mit denen wir eng verbunden sind,
und für die Menschen,
die nur wenig mit uns zu tun haben.
Gib uns deinen Geist,
liebevolle Blicke
und ein weites Herz.
In Christus, der mit dir und mit uns
verbunden ist
in Ewigkeit. – Amen.
Vater im Himmel,
dreieinig bist du mit Jesus Christus und dem Hl. Geist.
Für uns oft schwer nachzuvollziehen.
In unsere häufige Uneinigkeit und unseren Unfrieden hinein,
gib uns neu ein Gespür dafür,
was diese Einigkeit ausmacht und die Kraft,
untereinander nach dieser Einigkeit zu streben.
Das erbitten wir mit Jesus Christus,
der dich und den Hl. Geist als Einheit mit ihm verkündet hat. - Amen.
Gott,
segne uns mit Einheit im Notwendigen,
mit Freiheit in dem, was möglich ist,
und mit Liebe in allem und zu allen.
(nach Worten des hl. Augustinus)
Wenn wir in den notwendigen Dingen die Einheit, in den nicht notwendigen die Freiheit, in beiden die Liebe bewahren würden, stünde es um unsere Angelegenheiten sicherlich zum besten.
Rupertus Meldenius (1582-1651), eigentlich Peter Meiderlin, deutscher lutherischer Theologe, Ephorus in Augsburg
Liebe Brüder und Schwestern, angesichts der atemberaubenden Errungenschaften der Technik lade ich euch ein, auf euer Herz zu achten, das heißt, auf euer Inneres. Was bedeutet das? Ich gebe euch ein paar Hinweise mit auf den Weg.
Gütig zu sein und nie das Gesicht des anderen zu vergessen; zum Herzen der Frauen und Männer zu sprechen, für die ihr eure Arbeit verrichtet.
Nicht zuzulassen, dass instinktive Reaktionen eure Kommunikation leiten. Stets Hoffnung zu säen, auch wenn es schwierig ist, auch wenn es etwas kostet, auch wenn es keine Früchte zu tragen scheint.
Eine Kommunikation zu praktizieren, die versucht, die Wunden unserer Menschheit zu heilen.
Wenn wir um Einheit beten, ...
- dann wollen wir Schritte aufeinander zugehen.
- dann geben wir die Hoffnung nicht auf, dass wir uns nicht weiter voneinander entfernen.
- dann haben wir den Mut, auch das scheinbar Unmögliche zu wagen.
- dann haben wir auch die Kraft, einander zu verzeihen.
- dann träumen wir von wahrer Gemeinschaft.
- dann vertrauen wir auf den Heiligen Geist der Liebe, der Erkenntnis und der Umkehr.
- dann lieben wir unsere Brüder und Schwestern im Glauben.
- dann glauben wir, dass Beten etwas verändert.
- dann wissen wir, dass unser Glaube träg.
Herr, du hast darum gebetet,
dass wir alle eines sein.
Hilf du selber uns zur Einheit,
denn die Kirche ist ja dein.
Lass den Christen uns begegnen,
die in andern Kirchen stehn
und sich dort – wie wir es hier tun –
mühen, deinen Weg zu gehn,
die mit andern Stimmen loben
deinen Namen, Jesus Christ,
der für sie – wie auch für uns, Herr –
Name ohnegleichen ist.
Lass uns zueinander stehen,
ganz so, wie es dir gefällt,
lass dein Reich in Wahrheit kommen,
Herr, in unsre müde Welt.
Dein Volk ist nicht unsre Kirche,
unsre Konfession allein,
denn dein Volk, Herr, ist viel größer.
Brich mit deinem Reich herein!
Otmar Schulz (1967/1971), in: EG 267
Die Kirche steht gegründet
allein auf Jesus Christ,
sie, die des großen Gottes
erneute Schöpfung ist.
Vom Himmel kam er nieder
und wählte sie zur Braut,
hat sich mit seinem Blute
ihr ewig angetraut.
Erkorn aus allen Völkern,
doch als ein Volk gezählt,
ein Herr ist’s und ein Glaube,
ein Geist, der sie beseelt,
und einen heilgen Namen
ehrt sie, ein heilges Mahl,
und eine Hoffnung teilt sie
kraft seiner Gnadenwahl.
Schon hier ist sie verbunden
mit dem, der ist und war,
hat selige Gemeinschaft
mit der Erlösten Schar.
Mit denen, die vollendet,
zu dir, Herr, rufen wir:
Verleih, dass wir mit ihnen
dich preisen für und für.
Anna Thekla von Weling (1898), in: EG 264.
Seitdem die moderne ökumenische Bewegung vor über einem Jahrhundert entstanden ist, war man sich immer deutlich der Tatsache bewußt, daß die fehlende Einheit unter den Christen ein Hindernis ist für eine wirksamere Verkündigung des Evangeliums, da sie unsere Glaubwürdigkeit in Gefahr bringt. Wie können wir ein überzeugendes Zeugnis ablegen, wenn wir gespalten sind? Was die grundlegenden Glaubenswahrheiten betrifft, so eint uns gewiß viel mehr als das, was uns spaltet. Aber die Spaltungen bleiben und betreffen auch verschiedene praktische und ethische Fragen, rufen Verwirrung und Mißtrauen hervor und schwächen unsere Fähigkeit, das Heilswort Christi weiterzugeben. In diesem Sinne müssen wir an die Worte des sel. Johannes Paul II. denken, der in seiner Enzyklika Ut unum sint über den Schaden spricht, der durch das Fehlen der Einheit dem christlichen Zeugnis und der Verkündigung des Evangeliums zugefügt wird (vgl. Nr. 98; 99). Dies ist eine große Herausforderung für die Neuevangelisierung, die fruchtbarer sein kann, wenn alle Christen gemeinsam die Wahrheit des Evangeliums Jesu Christi verkündigen und eine gemeinsame Antwort geben auf den geistlichen Durst unserer Zeit. Der Weg der Kirche, ebenso wie der der Völker, liegt in den Händen des auferstandenen Christus, des Siegers über den Tod und über das Unrecht, das er im Namen aller ertragen und erlitten hat. Er läßt uns teilhaben an seinem Sieg. Er allein ist in der Lage, uns zu verwandeln und uns, die wir schwach und zaghaft sind, stark und mutig zu machen, um Gutes zu tun. Er allein kann uns aus den negativen Folgen unserer Spaltungen retten.
Benedikt XVI., GENERALAUDIENZ Audienzhalle Mittwoch, 18. Januar 2012
https://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/audiences/2012/documents/hf_ben-xvi_aud_20120118.html
Komm, DU, ehe uns die Hoffnung sinkt.
Komm, DU, ehe uns der Friede verloren geht.
Komm, DU, ehe die Todesangst nach uns greift.
Komm, DU, wenn uns Gräber trennen.
Komm, DU, wenn die Brücken zerbrechen.
Komm, DU, wenn das Verbindende zerreißt.
Komm, DU, weil uns Zeichen nottun.
Komm, DU, weil wir Heil erflehen.
Komm, DU, weil wir auf Auferstehung warten.
Irene Unterkofler in: Fastenkalender Diözese Linz, 4. Fastenwoche AUFATMEN.
Im Abendmahlsaal versammelt
heiliger Ort des Wartens
des Betens
Brüderlichkeit
Schwesterlichkeit
dichte Atmosphäre der Liebe
explodiert
in Feuerzungen.
Zum Auftakt einer traditionell jüdischen Pilgerreise sind in der ältesten Synagoge Afrikas auf der tunesischen Insel Djerba Juden und Muslime zum gemeinsamen Beten zusammengekommen.
Die alljährliche Wallfahrt von Juden fällt in diesem Jahr erstmals seit 1987 mit dem muslimischen Fastenmonat Ramadan zusammen. Um für friedliche Koexistenz einzutreten, fand dazu am Mittwochabend ein gemeinsames Fastenbrechen statt.
In den vergangenen 20 Jahren haben sich dem französischen Historiker Dominique Jarasse zufolge immer mehr Muslime der Pilgerreise von Juden in die Ghriba-Synagoge auf Djerba angeschlossen. „Lange Zeit waren sie Zuschauer.“ Doch inzwischen hätten sie sich das Fest angeeignet: aus politischen Gründen, da die Menschen zeigen wollten, wie tolerant Tunesien sei, aber auch aus touristischen Gründen, da die Synagoge ein Kulturerbe sei. Die Wallfahrt sei für die Muslime aber auch „unbestreitbar ein Akt des Glaubens“.
Die muslimische Pilgerin Afef Ben Yedder sagte, bei einem Besuch des Gotteshauses vor fünf Jahren seien ihre Bitten erfüllt worden. In diesem Jahr sei sie mit ihrer Kindheitsfreundin Karen zurückgekommen, einer nach Frankreich ausgewanderten Jüdin.
Seit der Unabhängigkeit Tunesiens von Frankreich 1956 ist die Zahl der Juden von rund 100.000 auf geschätzt 1.500 gesunken. Die meisten von ihnen leben heute auf Djerba. Die Ghriba-Synagoge ist einem Mädchen gewidmet, der „Ghriba“, das angeblich von einem Blitz getötet wurde und Wünsche nach Fruchtbarkeit, Eheglück und Gesundheit erfüllen soll.
Vor der Synagoge hatte sich im April 2002 ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und 21 Menschen in den Tod gerissen. Unter den Opfern waren auch 14 Deutsche.
religion.ORF.at/APA/AFP - publiziert am 24.05.2019
Dank des schnellen Eingreifens eines Imams in Ägypten konnte der Brand der koptisch-orthodoxen Kirche bald gelöscht werden. Der Bischof dankte dem islamischen Geistlichen.
Mit Hilferufen über die Lautsprecher seiner Moschee hat ein ägyptischer Imam dazu beigetragen, dass eine von einem Brand bedrohte benachbarte christliche Kirche gerettet werden konnte. Das berichtete der vatikanische Pressedienst "Fides" am Dienstag laut Kathpress.
Bei dem Vorfall in der Ortschaft Shubra al-Khaimah im Norden von Kairo war in der Nacht auf Montag mutmaßlich durch den Kurzschluss einer elektrischen Anlage ein Holzgerüst in Brand geraten, das zu Arbeiten rund um die koptisch-orthodoxe Kirche Anba Makar errichtet worden war. Der Imam der benachbarten Moschee setzte daraufhin seinen weithin hörbaren Hilferuf ab.
Unter den ersten Helfern, die versuchten, das Feuer zu löschen, waren laut dem Bericht viele junge Muslime, die sich zum abendlichen Fastenbrechen während des Fastenmonats Ramadan versammelt hatten. Einheiten des örtlichen Zivilschutzes löschten später die Flammen zur Gänze.
Der koptisch-orthodoxe Bischof Morcos von Shubra al Khaymah bedankte sich offiziell bei dem Imam für dessen rasches Handeln und würdigte dies als Zeichen eines spontanen und konkreten Bemühens um ein friedliches Zusammenleben.
Zwischen dem machtbewussten Moskauer Patriarchen Kyrill I. und dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I., immerhin Ehrenoberhaupt der Orthodoxie, herrscht Eiszeit.
Grund für das (weitere) innerchristliche Zerwürfnis ist die Auseinandersetzung über die Stellung der Ukraine, genauer darüber, in wessen Einflussbereich deren Kirche ressortiert. Spätestens seit der völkerrechtswidrigen Annexion der dem ukrainischen Staatsgebiet zugerechneten Halbinsel Krim durch Russland 2014 ist dieser Konflikt der Patriarchen politisch hoch aufgeladen. Bartholomaios hat zuletzt zwei Bischöfe beauftragt, in der Ukraine die Bildung einer eigenständigen, von Moskau unabhängigen Kirche aufzubauen. Die russische Kirchenleitung sieht darin eine Kriegserklärung, beendet den theologischen Diskurs mit Konstantinopel und reagiert mit Verboten: Russisch-orthodoxe Priester dürfen mit Klerikern des Ökumenischen Patriarchats keine Gottesdienste mehr feiern und für Bartholomaios darf in diesen nicht mehr gebetet werden. Seht, wie sie einander lieben!
Dass im 21. Jahrhundert Territorial-/Machtfragen zu einem derart tief gehenden Zerwürfnis zwischen christlichen Kirchen führen können, ist unverständlich und besorgniserregend zugleich. Das Konzentrieren auf sich selbst und Vernachlässigen dessen, wozu man berufen/gewählt wurde, ist nicht nur in der Politik eine Todsünde. (Wer würde dieser Tage dabei nicht an die SPÖ denken?)
Es ist gut gemeint, wenn Papst Franziskus mit seiner jüngsten Reform die Bischofssynoden, entfernt so etwas wie das Parlament der katholischen Kirche, in die Pflicht nehmen will, „zur Wiederherstellung der Einheit unter allen Christen beizutragen“, wie es die Konstitution „Episcopalis communio“ (Bischöfliche Gemeinschaft) formuliert. In der Realität wird soeben die gespaltene Christenheit durch den Streit zwischen Moskau und Istanbul weiter gespalten. Das Auseinanderfallen der orthodoxen Kirchen in unabhängige Nationalkirchen, oft eng mit der politischen Führung verbunden, ist historisch erklärbar. Heute aber nicht nur theologisch schwer argumentierbar. Wo es bei Katholiken noch zu viel Zentralismus gibt, existiert in der orthodoxen oder, noch mehr, evangelischen Welt eine fast unüberschaubare Diversität. Das Gemeinsame wird mehr ver- als entdeckt. Und nicht urbar gemacht.
[...] Darüber nahm der Luxemburger bei der Veranstaltung in Innsbruck zur Frage Stellung, ob es in der EU angesichts ihrer großen und diversen Bevölkerung überhaupt einen gemeinsamen Wertekanon geben könne. Biltgens Antwort ist ein klares ja. „Ein Motto der EU ist die Einheit in der Vielfalt.“ In Artikel 4 des EU-Vertrags sei die Gleichheit der Mitgliedsstaaten und ihrer nationalen Identität gewahrt. Die Mitgliedsstaaten hätten die Werte festgeschrieben wie die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschen- und Minderheitenrechte.
„Diese Werte sind allen Mitgliedsstaaten in einer Gesellschaft gemeinsam, die sich durch Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit Solidarität und Gleichheit von Frauen und Männern auszeichnet. Das ist doch schon was, für gemeinsame Werte, oder?“

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Lukas stellt in seinem Doppelwerk - Evangelium und Apostelgeschichte - besonders das Wirken des Geistes heraus: Stephanus sieht die Herrlichkeit Gottes und Jesus zu seiner Rechten in der Kraft des Geistes. Wir werden als Leser und Hörer Zeugen einer trinitarischen Offenbarung. Der Geist öffnet den Himmel. Was die alttestamentlichen Geschichten andeuten - etwa in den Mose-Überlieferungen - wird hier durchsichtig gemacht: Stephanus sieht die Herrlichkeit Gottes - sie zieht nicht nur an ihm vorbei. Besonders gewichtig ist jedoch, dass Jesus zur Rechten Gottes steht. Lukas, der am Ende seines Evangelium kurz von der Himmelfahrt Jesu erzählt, ausführlicher dann am Anfang seiner Apostelgeschichte, lässt uns in der Stephanusgeschichte sehen, was er bisher nur angedeutet hat: dass Jesus zum Vater geht. Die Wolke verdeckte, was Stephanus (nicht die Jünger!) als erster sehen durfte.
Die Stephanusüberlieferung, die nach Apg. 6 wesentlich die "diakonische Seele" der Kirche begründet und beschreibt, ist eng mit dem ersten Martyrium als Christuszeugnis verbunden: Seitdem wird Martyrium als geistgewirkt verstanden und auch ikonografisch als Schau der Herrlichkeit Gottes und Jesu zu seiner Rechten verbildlicht.
Die 40 Tage der Erscheinungen Jesu sind symbolisch zu verstehen und kommen im Zusammenhang mit dem besonderen Handeln Gottes vor (Noach, Gen 8,6; Elija, 1Kön 19,8; Zeit der Vorbereitung: Mose am Sinai Ex 24,18; Jesu Fasten Lk 4,1). Die 40 Tage widersprechen ansonsten der Darstellung von Lk 24, wo die Himmelfahrt unmittelbar an die Rückkehr der Jünger aus Emmaus anschließt, also wenige Stunden nach der Auferstehung stattfindet..
In der Darstellung greift Lukas zurück auf Entrückungserzählungen des AT mit den Bildern der Wolke (= Hinweis auf das Eingreifen Gottes) und den Deuteengeln, die den Zeugen die Augen öffnen.
Es geht nicht um eine historische Erzählung; sie wird auch nur von Lk gebracht (und wurde dann in den Markus-Schluß übernommen) - alle anderen kommen ohne den Bericht der Himmelfahrt aus. Es geht um eine Veranschaulichung des neuen Zustandes Jesu, der "Erhöhung zum Vater". Lk macht diese Erhöhung fest am "Himmel": Dieser Himmel ist der Ort des Vaters, auch der Ort, von dem aus der Auferstandene seine Herrschaft ausübt und von wo er einst wiederkommen wird.
Die Himmelfahrtserzählung setzt einen endgültigen Schlußpunkt unter die Christuserscheinungen.