Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch der Weisheit:
Welcher Mensch kann Gottes Plan erkennen
oder wer begreift, was der Herr will?
Unsicher sind die Überlegungen der Sterblichen
und einfältig unsere Gedanken;
denn ein vergänglicher Leib beschwert die Seele
und das irdische Zelt belastet den um vieles besorgten Verstand.
Wir erraten kaum, was auf der Erde vorgeht,
und finden nur mit Mühe, was auf der Hand liegt;
wer ergründet, was im Himmel ist?
Wer hat je deinen Plan erkannt,
wenn du ihm nicht Weisheit gegeben
und deinen heiligen Geist aus der Höhe gesandt hast?
So wurden die Pfade der Erdenbewohner gerade gemacht
und die Menschen lernten, was dir gefällt;
durch die Weisheit wurden sie gerettet.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Herr, du bist uns Wohnung von Geschlecht zu Geschlecht. – Kv
Oder GL 50,1
Zum Staub zurückkehren lässt du den Menschen, *
du sprichst: Ihr Menschenkinder, kehrt zurück!
Denn tausend Jahre sind in deinen Augen wie der Tag,
der gestern vergangen ist, *
wie eine Wache in der Nacht. – (Kv)
Du raffst sie dahin, sie werden wie Schlafende. *
Sie gleichen dem Gras, das am Morgen wächst:
Am Morgen blüht es auf und wächst empor, *
am Abend wird es welk und verdorrt. – (Kv)
Unsere Tage zu zählen, lehre uns! *
Dann gewinnen wir ein weises Herz.
Kehre doch um, Herr! – Wie lange noch? *
Um deiner Knechte willen lass es dich reuen! – (Kv)
Sättige uns am Morgen mit deiner Huld! *
Dann wollen wir jubeln und uns freuen all unsre Tage.
Güte und Schönheit des Herrn, unseres Gottes, sei über uns! /
Lass gedeihen das Werk unsrer Hände, *
ja, das Werk unsrer Hände lass gedeihen! – Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an Philemon:
Lieber Bruder!
Ich, Paulus,
ein alter Mann, jetzt auch Gefangener Christi Jesu,
ich bitte dich für mein Kind Onésimus,
dem ich im Gefängnis zum Vater geworden bin.
Ich schicke ihn zu dir zurück,
ihn, das bedeutet mein Innerstes.
Ich wollte ihn bei mir behalten,
damit er mir an deiner Stelle dient
in den Fesseln des Evangeliums.
Aber ohne deine Zustimmung wollte ich nichts tun.
Deine gute Tat soll nicht erzwungen,
sondern freiwillig sein.
Denn vielleicht
wurde er deshalb eine Weile von dir getrennt,
damit du ihn für ewig zurückerhältst,
nicht mehr als Sklaven, sondern als weit mehr:
als geliebten Bruder.
Das ist er jedenfalls für mich,
um wie viel mehr dann für dich,
als Mensch und auch vor dem Herrn.
Wenn du also mit mir Gemeinschaft hast,
nimm ihn auf wie mich!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an Philemon:
Lieber Bruder!
Ich, Paulus,
ein alter Mann, jetzt auch Gefangener Christi Jesu,
ich bitte dich für mein Kind Onésimus,
dem ich im Gefängnis zum Vater geworden bin.
Einst war er dir unnütz,
jetzt aber ist er dir und mir recht nützlich.
Ich schicke ihn zu dir zurück,
ihn, das bedeutet mein Innerstes.
Ich wollte ihn bei mir behalten,
damit er mir an deiner Stelle dient
in den Fesseln des Evangeliums.
Aber ohne deine Zustimmung wollte ich nichts tun.
Deine gute Tat soll nicht erzwungen,
sondern freiwillig sein.
Denn vielleicht
wurde er deshalb eine Weile von dir getrennt,
damit du ihn für ewig zurückerhältst,
nicht mehr als Sklaven, sondern als weit mehr:
als geliebten Bruder.
Das ist er jedenfalls für mich,
um wie viel mehr dann für dich,
als Mensch und auch vor dem Herrn.
Wenn du also mit mir Gemeinschaft hast,
nimm ihn auf wie mich!
Halleluja. Halleluja.
Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht
und lehre mich deine Gesetze!
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit
begleiteten viele Menschen Jesus;
da wandte er sich an sie
und sagte: Wenn jemand zu mir kommt
und nicht Vater und Mutter,
Frau und Kinder, Brüder und Schwestern,
ja sogar sein Leben gering achtet,
dann kann er nicht mein Jünger sein.
Wer nicht sein Kreuz trägt und hinter mir hergeht,
der kann nicht mein Jünger sein.
Denn wenn einer von euch einen Turm bauen will,
setzt er sich dann nicht zuerst hin
und berechnet die Kosten,
ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen?
Sonst könnte es geschehen,
dass er das Fundament gelegt hat,
dann aber den Bau nicht fertigstellen kann.
Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten
und sagen: Der da hat einen Bau begonnen
und konnte ihn nicht zu Ende führen.
Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht,
setzt er sich dann nicht zuerst hin
und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann
dem entgegenstellen kann,
der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt?
Kann er es nicht,
dann schickt er eine Gesandtschaft,
solange der andere noch weit weg ist,
und bittet um Frieden.
Ebenso kann keiner von euch mein Jünger sein,
wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Perikope des heutigen Sonntags stammt aus dem Teil des Evangeliums, der auch der »Reisebericht« ("Auf seinem Weg nach Jerusalem zog er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und lehrte." (Lk 13,22)) genannt wird. Auf diesem Weg wird Jesus immer wieder mit Menschen konfrontiert, die er fasziniert und die ihm folgen wollen. An verschiedenen Beispielen und Situationen zeigt Jesus auf, was es dafür braucht. Heute heißt die Forderung: “Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein. [...] Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.”
Jeder Mensch braucht Anerkennung. Lob öffnet die Herzen der Menschen Paulus spart in seinem Brief an Philemon nicht mit Lob. Auch die übrigen Briefe des Apostels beginnen häufig mit einem Lob der Adressaten. Lob verbindet und motiviert die Menschen in unserer Umgebung und in der Gemeinde.
Immer wieder werden wir gefragt, welche Sprachen wir sprechen. Manchmal sage ich aus Spaß zum Schluss: „Und über Andere!“ Zum Teil erstauntes Schweigen. „Was ist das?“ Meine Antwort: „Hast du schon von Marias Unfall gehört? Kennst du schon die Noten von Paul?“ Das Sprechen über andere lässt die anderen oft nicht gut aussehen.
Das war anders bei Paulus. Wir haben gerade die Lesung aus dem Philemonbrief gehört. Er hat ausdrücklich gut über Onesimus geschrieben. „Er ist mir zum Bruder geworden.“ „Er ist mir eine große Hilfe“. Das soll Philemon wissen und lesen.
Das Besondere an diesem Lob: Es wurde aus freien Stücken und ohne Aufforderung geschrieben. Da gab es keine Bitte des Onesimus: „Verwende dich doch für mich bei meinem Herrn.“ Da braucht es keine Belobigung für eine Bewerbungsmappe. Da wollte nur einer seine Freude über einen anderen an die richtige Stelle bringen.
Bei Ehrungen, runden Geburtstagen, Jubelhochzeiten und ähnlichen Anlässen werden lobenswerte Dinge der Menschen erwähnt, die im Mittelpunkt stehen. Wie aber ist es mit den Menschen außerhalb solcher Feste? Ist Ihnen schon einmal die Idee gekommen, ihren Freundeskreis oder die Kolleginnen und Kollegen danach durchzugehen, wer es verdient hätte, mitten im Alltag gelobt zu werden? Wenn Sie sich für einen Menschen entschieden haben, was können Sie ihm und über ihn Lobendes sagen? Legen Sie sich doch einmal ein Blatt Papier hin und fangen Sie an, die Einfälle zu notieren. Spontan fallen Ihnen dann vielleicht drei oder vier Punkte ein. Das wäre ein guter Anfang. Lassen Sie dann das Blatt liegen und schauen nach einigen Stunden noch einmal darauf. Bleibt es dabei, oder kommt noch etwas dazu? Und morgen wird es noch einmal mehr… - Wann werden Sie es abschicken?
Absender eines solchen Briefs dürfen auch Empfänger sein. Stellen Sie sich vor, dass jemand aus unserer Gottesdienstgemeinde Sie auswählt und Ihnen Lob ausspricht.
Dann können Fragen an sich selbst kommen:
Es darf gelobt werden – das zeigt sich auch im Evangelium. Gelobt werden die Realisten. Gelobt werden jene, die sich nicht einfach auf einen plötzlichen Impuls einlassen. Aus manchem Impuls wird ein Weg, dem man ansieht: Er ist durchdacht.
Wenn dann das Ergebnis noch stimmt, sind alle zufrieden und wieder etwas mehr an Gutem in der Welt.
© September 2025 Pater Norbert Riebartsch, Kamillianer
Uralt ist der Streit, ob der Mensch im Laufe der Geschichte dazulernt und echte Fortschritte macht. Die Antwort hängt vom zugrundeliegenden Wertesystem ab. Was dem einen als Verlust erscheint, ist dem anderen ein Gewinn. Jesus zeigt uns, dass es sich lohnen kann, auf Besitz zu verzichten. Er fordert uns auf, seinem Weg zu folgen.
Früher war es der Klassiker am Hochzeitsabend: Der Brautvater hält eine Tischrede und sagt am Ende zum Schwiegersohn: „Mit eurer Hochzeit haben wir keine Tochter verloren, sondern dich als neuen Sohn dazugewonnen!“ Alle Gäste haben dann pflichtschuldig applaudiert. Einige Zeit später war es spannend, Schwiegervater und Schwiegersohn bei einer Begegnung zu fragen: „Ist das tatsächlich für dich so geworden?“
Am Donnerstag wurden wir an den Ausbruch des 2. Weltkriegs am 1. September 1939 erinnert. Nach dem Ende des Krieges haben die Menschen gehofft, dass der Schrecken dieser 6 Jahre uns ein für alle Mal davon abbringt, mit Gewalt Dinge lösen und regeln zu wollen. Das wäre ein Gewinn aus dieser Tragödie gewesen. Heute wissen wir und spüren es erst recht in unserer räumlichen Nähe: Die Menschheit hat aus den Erfahrungen des Krieges nicht genügend gelernt. Eine friedliche Menschheitsfamilie ist weit entfernt.
Die Worte der Bibel bringen an diesem Sonntag ganz andere Aspekte ein:
Paulus sitzt im Gefängnis. Er hat gegen den Willen der Mächtigen das Evangelium verkündigt. Er könnte sagen: Ich habe verloren. Aber er sieht es selbst anders. Er hatte vorher schon gewonnen, als er zum Glauben an Jesus kam. Er hatte schon gewonnen, als er spürte: „Gott trägt mir meine Verfolgungen der Lehre Jesu nicht nach. Er befähigt mich vielmehr dazu, nun für und über ihn zu sprechen.“ In der Vergangenheit also 2x gewonnen. Und nun im Gefängnis? „Onésimus ist mir Kind (Phlm 10), ja geliebter Bruder (Phlm 16) geworden.“ Das wäre ein aktueller Zugewinn.
Jesus wird als jemand dargestellt, der die deutliche Entscheidung will: „Sie (Eltern, Frau, Kinder, Geschwister) oder ich! Du musst dich entscheiden. Besitz oder eine ganz andere Lebensform mit mir.“ Ist das Gewinn oder Verlust?
Wer darüber nachdenkt, kann mit dem Buch der Weisheit auch ins Grübeln kommen. So klar sind Gewinn und Verlust nicht zu erkennen. Es kommt auf den Standpunkt und die persönliche Wertevorstellung an. Dann erst können wir zuordnen und erkennen.
Bequem ist das für uns nicht. Muss es wirklich so sein? Gibt es denn keinen Ausweg? Kann man nicht irgendwie dazwischen leben?
Wir kennen den Kompromiss, den man sucht. Wir kennen manchmal eine Lösung auf dem Kulanzweg. Vor Gerichtsprozessen wird versucht, einen Vergleich herbeizuführen. Dann gibt jeder etwas dazu. Keiner siegt auf der ganzen Linie. Niemand ist an die Wand gespielt worden.
Die Lesungen dazu sagen am heutigen Tag: Nein! Es gibt kein irgendwie. Es gibt nur die Entscheidung in die eine oder die andere Richtung.
Gott wirbt bei uns für die Entscheidung in seine Richtung. Er will uns nach der Entscheidung formen und zu Boten seines Reichs machen. Das soll ein Erfolg für die Menschheit sein. Und wer sich einsetzt, wird auch immer wieder merken: Er selbst hat etwas davon.
Nehmen Sie den Vergleich mit dem Sport. Ein wenig Sport betreiben viele. Er tut uns auch gut. Aber es ist nur Breitensport. Wer Spitzensport betreibt, muss einen ganz anderen Tagesplan leben. Nicht alle Speisen und Getränke sind dann erlaubt. Nur in der Anstrengung und in der Disziplin kann ein Titel, eine Medaille oder ein hohes Preisgeld erlangt werden.
„Willst du mit mir gewinnen?“ Jesus streckt die Hand aus und wartet darauf, ob wir einschlagen. Und er erinnert uns: „In der Taufe war es auch mein Angebot an dich. Deine Eltern und Paten haben angenommen. Du hast dich später zum Glauben bekannt und bist hier.
GEHEN WIR DEN NÄCHSTEN SCHRITT?
Jesus ruft Menschen in seine Nachfolge. Er erwartet von ihnen aber, dass sie aus ihrem kleinen fein kalkulierten leben heraustreten und ihr Vertrauen ganz auf Gott setzen.
Darf ich heute überhaupt die Predigt halten? Mit diesem Evangelium? Ich bin ratlos. Mir liegt daran, mit allen Familienmitgliedern gute, nein, sehr gute Beziehungen zu unterhalten. Überhaupt mit allen Menschen. Manchmal ist das gar nicht so leicht. Kleine und große Geschichten stellen sich jetzt ein. Reich bin ich zwar auch nicht, aber von dem trennen, was ich mir erarbeitet habe, kann ich mich auch nicht. Es gibt soviele Dinge, die einfach nur schön sind. Kleine und große Erinnerungen stellen sich ein. Ich hatte Glück, doch nichts fiel mir in den Schoss. Dankbar möchte ich sein, aber was Lukas sich heute leistet, geht mir über Kopf und Herz. Soll ich fanatisch werden? Dumm? Hat es in der Geschichte alles gegeben! Ich denke mit Entsetzen daran. Alles aufgeben, sich von allem lösen, alles zurücklassen? Lukas, was machst du nur? Was soll ich machen?
Und Lukas? Lukas erzählt einfach zwei kleine Geschichten, Geschichten von zwei Menschen, die etwas planen, im Schilde führen, kalkulieren - und gewarnt werden, sich zu verrechnen, sich zu übernehmen, ihr Gesicht zu verlieren. Machen wir einmal die Äuglein auf!
Das Haus, der Turm da nebenan werden nicht fertig! Als Ruinen stehen sie in der Landschaft. Irgendwann wächst Gras aus den Steinen. Was passiert ist? Das Geld reichte nicht. Ob denn auch Gras über die Sache wächst? Wir bangen mit!
Dann: Ein genialer Plan wird ausgeheckt, ein Überfall geplant. Natürlich diskret. Der Überraschungscoup muss gelingen! Aber wenn die Ressourcen nicht reichen? Es an Material, Leuten und Gelegenheiten fehlt? Dann überschätzt sich jemand, womöglich ideologisch verblendet. Die Geschichtsbücher sind unbarmherzig. In ihnen wird nichts verziehen!
Wo so viel gesunder Menschenverstand ist, dass alle "ist doch klar" rufen, kann eigentlich nichts mehr schief laufen. Dass wir alles abwägen, behutsam in die Hand nehmen und nichts dem Zufall überlassen - das ist es! Wir fürchten den Spott, das Gerede, das verlorene Gesicht. Wir fürchten die Enttäuschung.
Lukas kann erzählen. Er ist ein Meister des Wortes und der Bilder. Siehst du, sagt er ganz beiläufig, ohne eine Mine zu verziehen, ich schreibe dir das Evangelium von dem fein kalkulierten Leben! Von der Kunst, von Anfang an alles auf ein Ziel auszurichten. Von dem Glück, unterwegs nicht steckenzubleiben.
Und ich fange an, etwas zu ahnen.
Ich ahne, dass es nicht so einfach ist, Jesus zu folgen, seinen Weg mitzugehen. Es muss wohl alles gut überlegt und geprüft sein. Sonst ist das Risiko, zu verlieren überaus groß, das Wagnis gar gefährlich. Was weiß ich eigentlich von Jesus? War er ein Heißsporn? Ein Draufgänger? Ein Wilder? Manchmal konnte, musste er sich vergessen! Er hat - sowas erzählt der Evangelist sogar - seiner Mutter gesagt: Frau, was hab' ich mit dir zu schaffen!! Das klang nicht nur hart, das war umstürzlerisch: Wer Gottes Willen erfüllt, der ist mir Mutter, Bruder und Schwester. Verwandschaftliche Beziehungen, Familie, gemeinsame Lebensgeschichten tragen ihn nicht mehr. Seine Liebe zu den Menschen ist zu groß, um in einer kleinem, engen, privaten Welt aufzugehen - oder unterzugehen.
Jesus ist seiner Sendung treu geblieben. Jesus hat Menschen aufgerichtet, nicht klein gemacht.
Jesus hat Menschen in seine Nachfolge gerufen, nicht abgeschreckt.
Er hat Gottes Reich in den schönsten Bildern ausgemalt, keine Angst geschürt.
Lukas erzählt in immer neuen Anläufen davon. Er begleitet Jesus sozusagen. Von seiner Kindheit bis zu seiner Kreuzigung.
Die kleine Maria stimmt ein grosses Lied an, das Magnificat. Lukas hat sich in dieses Lied verliebt, so sehr verliebt, dass er sein ganzes Evangelium in Marias Worten gesungen hört. Dann eilen in der Nacht Hirten, einfache Leute, zur Krippe. Engel haben ihnen den Weg gewiesen. Schließlich sind es einfache Fischer vom See Genezareth, die alles stehen und liegen lassen, um die ersten Jünger Jesu zu werden. Die Armen und Verlorenen liegen ihm besonders am Herzen. Er geht ihnen nach. Er spricht für sie. Mit den Mächtigen redet er Tacheles. Mit den frommen Eliten geht er ins Gericht. Die Welt wird nicht so bleiben wie sie ist - oder verhunzt wird. Das sagt er, das weiß er. Alle Dinge bekommen ein neues Gewicht, alle Menschen ein neues Gesicht. Überhaupt: Lukas erzählt ständig, dass der Geist Gottes der Strippenzieher ist in den vielen Geschichten, in denen die Liebe das Laufen lernt, Berge erklimmt und Menschen glücklich macht.
Jetzt merke ich, was aus einer Ahnung folgt! Ein Ziel, das grösser ist als mein eingespielter Alltag. Ein Glück, das weiter reicht als meine familiären Beziehungen und beruflichen Erfolge. Mit seinem Evangelium vom fein kalkulierten Leben bringt uns Lukas dazu, größere Erwartungen, Träume und Hoffnungen abzuwägen - und zu wagen. Dann kann ein Wunder geschehen. Das Wunder, daß über allen Bindungen und Abhängigkeiten hinaus andere Menschen wichtig werden. Dass mein kleiner Horizont weit wird. Dass meine Selbstzufriedenheit aufbricht. Es reicht schon lange nicht mehr, das Glück hinter verschlossenen Türen einzuigeln oder vor anderen zu schützen. Großartig, befremdlich und mutig hört Lukas Jesus sagen: Wenn jemand zu mir kommt und sieht nur seine Eltern, seinen Ehepartner, seine Kinder, seine Geschwister, dazu sich selbst - der kann nicht meine Jüngerin, mein Jünger sein.
Ob unsere Mittel reichen? Unser Glaube? Ich spüre die Angst, etwas, das mir wichtig ist, zu verlieren oder in den Sand zu setzen. Ich spüre die Angst, etwas anzufangen, aber nicht durchhalten zu können. Ich spüre auch die Angst, mit meinem Vertrauen zu stranden. Wie war das mit dem Haus, das nicht fertig wird? Mit dem Vorhaben, das in einer Flucht endet?
Im Evangelium vom fein kalkulierten Leben erzählt Lukas, dass uns so viel Liebe und so viel Geist geschenkt werden, dass wir aus unserer kleinen Welt herauswachsen. Mit den vielen Bindungen, Abhängigkeiten und Selbstverständlichkeiten. Viele andere Menschen sehnen sich danach, von uns gesehen, angenommen und verteidigt zu werden. Einige kenne ich aus der Nachbarschaft, einige sogar aus dem Fernsehen. Eine Welt, die klein geworden ist, beschert uns jeden Tag die Hoffnung auf die neue Welt, von der Jesus gesprochen hat, für die er uns zu beten lehrte: Dein Reich komme.
Das gibt uns den Mut, unser Leben neu zu kalkulieren. Das Haus, dass wir bauen, wird fertig - und was wir uns vornehmen, endet nicht in der Flucht.
Es ist doch gut, heute dieses Evangelium zu haben. Ich weiß, dass ich mich heute nicht verkalkuliere! Das ist doch wenigstens eine Predigt wert!
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
der bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus, unserem Herrn.
Mit markanten Vergleichen zeigt Jesu auf, dass echte Nachfolge konsequente Schritte braucht. Nichts soll uns in der Nachfolge Jesu behindern, weder verwandtschaftliche Beziehungen noch Gebundensein an Besitz. Dazu braucht es Entschlossenheit.
Im ersten Moment kann das heutige Evangelium regelrecht schockieren. Werden wir doch im vierten Gebot der Zehn Gebote eigens auf die Liebe zu den Eltern – und damit auch zu den weiteren Familienangehörigen – verpflichtet. Und nun fordert Jesus in seinem heutigen Auftreten dazu auf, alle menschlichen Bindungen hintan zu setzen oder gar aufzugeben, wo es um seine Nachfolge geht. Die Strenge und Schärfe in seinem Ton sind nicht mehr überbietbar. Stellt Jesus auf den Kopf, was bisher galt?
Nimmt man Jesu gesamtes Leben in den Blick, sein Mühen und Ringen um die Liebe zueinander, um Güte und Wohlwollen, dann wird deutlich: Jesu Aussagen können nicht negativ gemeint sein. Dass sie uns erst einmal aufschrecken, ist Jesus wahrscheinlich sogar willkommen. Denn wenn Glaube lebendig und konsequent gelebt werden soll, bedarf es der Wachsamkeit, die unser Denken und Handeln immer wieder einmal kontrolliert.
Im Vergleich mit anderen Aussagen Jesu über die Nachfolge und Liebe zueinander wird an dieser Stelle in besonderer Weise spürbar, zu welchem Ernst uns Jesus in seiner Nachfolge aufrufen will. Auf Jesu Worte und Anregungen hören, seinen Spuren folgen, sein Verhalten und Handeln übernehmen, das soll die oberste und entschiedenste Verpflichtung sein, die wir im Leben eingehen. Wo wir dies tun, wird sich die Liebe zum Nächsten und die Sorge um ihn erhöhen und nicht von ihm wegführen. Gerade lebendige Nachfolge erhöht ja das Band der Verbundenheit und die Liebe zueinander. Wovor Jesus warnen will, ist dort gegeben , wo Eltern, Geschwister, Verwandte, Freunde vom Weg lebendiger Nachfolge abzubringen versuchen – sei es gelegentlich oder in grundsätzlicher Art. Dort sollen wir uns nicht von ihnen beeinflussen oder bestimmen lassen. In diesen Fällen gilt es, zum eigenen Schutz das Band der Verbundenheit zu lockern, um uns nicht von ihnen abhalten oder beirren zu lassen.
Sich von konsequenter Nachfolge nicht abhalten lassen ist das eine. Damit es gelingt, bedarf es der Zurüstung. Darauf will Jesus verweisen mit seinem Beispiel vom Turmbau. Es gilt zu überlegen: Welche Eigenschaften muss jeder für sich erwerben, um seinen Glauben und das Leben aus ihm zu einem festen Turm werden zu lassen, der Stürmen des Alltags und Angriffen von außen Stand halten kann. Je nach Lebenssituation und Veranlagung wird die Zurüstung bei den Einzelnen in manchen Bereichen unterschiedlich ausfallen. Was allen gemeinsam ist, ist der Aufbau und Ausbau von Mut, Tapferkeit, entschlossenem Wollen und einer engen Verbindung zu Gott, der unserem menschlichen Bemühen Kraft verleiht. Mögen uns auch immer wieder Einbrüche und Fehler unterlaufen, mit ehrlichem Wollen, geht es trotzdem weiterhin aufwärts.
Dem Gleichnis vom Turmbau, das die Zurüstung betont, fügt Jesus ein Gleichnis von der Kriegsführung an. Zum entschlosssenen Wollen kommt noch kluges Vorausschauen dazu.
Nach der Aufforderung, sich im Glauben zuzurüsten und im Frieden miteinander zu leben, verweist Jesus noch auf einen Punkt, den es zu beachten gilt, wenn persönlicher Glaube lebendig werden soll. Jesus sagt: Niemand kann meine Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet. Mit Sicherheit erwartet Jesus von niemanden, sich zu einem Bettler zu machen, um sein Jünger werden zu können. Aber wie bei den Verwandten und Freunden sollen wir uns von Reichtum und Besitz trennen, wenn dieser unser Herz einschnürt und wir dadurch behindert werden, mit Armen, Hungernden, Notleidenden großzügig zu teilen. Schenken, Teilen gehört zum Fundament christlichen Glaubens.
Dabei sind Güter dieser Welt nur ein Bereich. Jesus konnte aus weltlichem Besitz nicht schöpfen, weil er nichts besaß. Und dennoch beschenkte der die Menschen immer wieder:
- mit seiner Nähe und Liebe,
- mit Worten die trösteten,
- mit Gnade und Kraft, die von ihm ausgingen,
- mit dem Verzicht auf Verurteilung,
- mit Vergebung und Wegbegleitung.
Jesus gab von seinem inneren Reichtum. Er hielt nicht eisern daran fest, mit seinem göttlichen Wesen im Himmel beim Vater zu bleiben. Er ist bereit, Mensch zu werden und als solcher zu verschenken, was als Reichtum in seinem menschlichen Herzen vorhanden ist.
Einen möglichst großen Reichtum des Herzens sollen auch wir uns erwerben, um von den Gaben des Herzens großzügig und reichlich an andere zu verschenken. Und wie beim Turmbau, so gilt es auch hier gut zu überlegen, wie wir den inneren Reichtum in uns fördern und stabilisieren können, um immer mehr – wie Jesus – sich verschenkende Liebende zu werden.
Kehren wir noch einmal an den Anfang zurück, zu den Worten Jesu, die uns vielleicht zunächst erschreckt haben. Jesus will dieses Erschrecken durchaus bewirken, um uns wach zu rütteln für den nötigen Ernst im Blick auf die Nachfolge. Wenn wir uns Jesus anschließen wollen, müssen wir uns für vier grundsätzliche Schritte entscheiden.
Erstens: Jesu Leben in Wort und Tat soll uns Norm und Vorbild sein für unseren Lebensweg. Von einer Ausrichtung auf Jesus sollen wir uns von niemanden abbringen lassen.
Zweitens: Um für diese Haltung zu erstarken, bedarf es der Zurüstung. Wir müssen uns überlegen und daran arbeiten, was in uns verstärkt werden muss, um einen lebendigen Glauben und ein liebendes Herz zu gewinnen.
Drittens: Mit unserem Glauben sollen wir nicht in eine Art kriegerischer Auseinandersetzung verfallen. Die Entscheidung für oder gegen Christus muss jeder ganz persönlich für sich treffen. Im Glauben etwas erzwingen wollen, wird von Jesus nicht gutgeheißen.
Und schließlich: Wie wir Nahstehenden nicht gestatten sollen, uns von lebendigem Glauben abzuhalten, so sollen wir auch unserem eigen Herzen nicht erlauben, sich selbst einzuschränken durch zu große Anhänglichkeit an irdischen Besitz und durch Beschränkung der Liebe, zu der wir fähig wären.
Erst wenn wir grundsätzlich zu diesen Schritten bereit sind, werden wir in Wahrheit Jünger oder Jüngerin Jesu. Dies immer wieder ernsthaft zu bedenken, dazu will uns Jesus herausfordern.
Jesus fordert im Evangelium dieses Sonntags radikale Nachfolge. Diese sieht in jeder Epoche anders aus. Doch Jesus kommt uns einladend entgegen und nimmt uns mit offenen Armen auf. Das macht uns Mut unseren persönlichen Weg der Nachfolge zu gehen.
![]() | „Christus Salvator“ - frühbarocke Christusskulptur (aus Holz) 1632, von Georg Petel 1601/1602-1635, Bildhauer in Augsburg, zu sehen in der Apsis der Moritzkirche in Augsburg. Bild herunterladen |
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Lieder:
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 142: Zu dir, o Gott erheben wir die Seele voll Vertrauen
GL 143: Mein ganzes Herz erhebet dich
GL 149: Liebster Jesu, wir sind hier
GL 210: Das Weizenkorn muss sterben
GL 216: Im Frieden dein, o Herre mein
GL 233: O Herr, wenn du kommt, wird die Welt wieder neu
GL 273: O Herr, nimm unsre Schuld (4. Str.)
GL 275: Selig, wem Christus auf dem Weg begegnet
GL 342: Komm, Heilger Geist, der Leben schafft
GL 418: Befiehl du deine Wege
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen
GL 437: Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht
GL 440: Hilf, Herr meines Lebens
GL 460: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde
GL 464: Gott liebt diese Welt, und wir sind sein Eigen
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht
GL 543: Wohl denen, die da wandeln
Psalmen und Kehrverse:
GL 629,1: Du führst mich hinaus ins Weite, du machst meine Finsternis hell. - Mit Psalm 90 (GL 50,2) - I.
GL 645,3-4: Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu.- Mit Psalm 104 ider mit Psalm 24 (GL 633,4) - VII
Liebe Schwestern und Brüder, schön, dass Sie heute gekommen sind; schön, dass Sie das Eingangslied mit voller Kehle mitgesungen haben; schön, dass einige auch wieder bereit sind, in den vorderen Bänken zu sitzen...
Hört sich das komisch an? Aber warum? Darf es nicht am Beginn des Gottesdienstes für einen Moment das gute Gefühl geben "Ich werde gelobt!"?
Gott unser Lob zu sagen, ist ein unverzichtbarer Teil unserer Gottesdienstfeier.
„Sie haben gewonnen!“ So steht es groß und farbig auf den Umschlägen, die uns ungefragt zugestellt werden. Oft nur heiße Luft.
„Mit mir kannst du gewinnen“, sagt Jesus uns heute. Aber du musst es wollen.
Lohnt es sich für uns auf diesem Weg?
Wollen wir einen Schritt weitergehen mit dem Gott, der Leben verspricht?
Was kostet es eigentlich, in die Nachfolge Jesu berufen zu werden? Und was gibt es zu gewinnen? Spannende Fragen, die uns heute im Evangelium begegnen! Es ist, als ob wir neu abzuwägen, neu zu kalkulieren haben, was unser Leben ausmacht, was Zukunft hat, was Glück beschert.
Zu den größten Versuchungen, die immer wieder an uns herantreten, gehört das Abweichen von lebendig gelebtem Glauben.
Im heutigen Evangelium spricht Jesus diesen Punkt an. Er fordert uns auf, konsequent Christen zu sein, wenn wir uns zu seinen Jüngern und Jüngerinnen zählen wollen.
Herr Jesus,
du bist allen Lobes würdig.
Kyrie, eleison.
Du hast Menschen für die Lebendigkeit ihres Glaubens gelobt.
Christe, eleison.
Du hast Suchenden Eckpunkte gesetzt, wie sie dir nachfolgen können.
Kyrie, eleison.
Herr Jesus,
du hast die Menschen zu einem Mehr eingeladen.
Kyrie, eleison.
Du hast ihnen gesagt,
was der Preis dafür sein kann.
Christe, eleison.
Du handelst liebend an uns,
auch wenn wir nicht jeden Weg mitgehen.
Kyrie, eleison.
Herr,
wir üben uns in vielen Rechenkünsten.
Mit vielen Menschen haben wir offene Rechnungen.
Herr, erbarme dich.
Herr,
wenn du uns in deine Nachfolge rufst, wollen wir etwas davon haben.
Du aber schenkst uns eine Liebe, die nicht nach Vorteilen fragt.
Christus, erbarme dich.
Herr,
wir richten uns häuslich ein.
Unsere Abhängigkeiten und Beziehungen machst du weit und frei.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du bist dem Willen des Vaters konsequent treu geblieben.
Herr, erbarme dich.
Diesen Weg der Treue zu gehen, hast du auch uns als Heilsweg aufgetragen.
Christus, erbarme dich.
Wo immer wir dir nachfolgen, schenkst du uns deine Gnade und deinen Segen.
Herr, erbarme dich.
Gott, unser Vater,
du hast uns durch deinen Sohn erlöst
und als deine geliebten Kinder angenommen.
Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben,
und schenke ihnen die wahre Freiheit
und das ewige Erbe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 5. Sonntag der Osterzeit
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
Gott, du willst, dass deine Kirche
ein Zeichen des Heils unter den Völkern sei
Und das Werk Christi bis zum Ende der Welt fortführe.
Erwecke in allen, die glauben,
die wache Sorge für das Heil der Menschen,
damit aus allen Völkern ein heiliges Volk wird.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn
MB Für die Ausbreitung des Evangeliums B
Herr, unser Gott,
wir haben uns im Namen deines Sohnes
versammelt und rufen zu dir:
Erhöre die Bitten deines Volkes,
mach uns hellhörig für unseren Auftrag in dieser Zeit
und gib uns die Kraft, ihn zu erfüllen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 1. Woche im Jahreskreis
Gütiger Gott,
dein Sohn hat deinen Willen in allem erfüllt.
Er hat Kreuz und Leiden auf sich genommen.
Zeige uns den Weg, den wir heute gehen müssen,
um ihm nachzufolgen
und Anteil zu erhalten an seinem Reich.
Darum bitten wir dich durch ihn,
Jesus Christus, unseren Herrn,
der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt in alle Ewigkeit.
WB 23. Sonntag im Jahreskreis C
Gott und Vater,
schon im Psalm 150 heißt es:
„Alles, was atmet, lobe den Herrn!“
So loben wir dich,
denn du hast uns Platz gegeben in deiner Schöpfung.
Auch wir sind Teil deiner Schöpfung.
Gib uns die Aufmerksamkeit für das Leben um uns und in uns.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Gott und Vater,
du hast dich damals entschieden.
Dein Sohn sollte in der Welt von dir berichten,
in deinem Namen heilen,
zur Umkehr aufrufen
und dein Volk erlösen.
Wir danken dir für alles,
was uns das Leben dadurch leichter macht.
Und wir bitten um eine Zukunft in dir,
der du mit deinem Sohn und dem Heiligen Geist
lebst und wirkst in Ewigkeit. - Amen.
Vater im Himmel,
in einer Zeit, die uns an so vielen Stellen des Lebens
die Hoffnung raubt,
uns ängstigt, verunsichert und ratlos macht,
kommen wir zu Beginn der neuen Woche zu dir.
Schenke uns aus deiner Weisheit neue Einsichten,
wie wir in und an dieser Welt verantwortlich mitgestalten können
und stärke uns durch die Gemeinschaft mit deinem Sohn Jesus Christus.
Das erbitten wir durch ihn, Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Du hast die Welt großzügig und voller Liebe geschaffen,
Gott, mit dem alles beginnt und alles vollendet wird.
Wir danken dir für unsere kleine Welt,
für unsere Familie,
für unsere Träume.
In deinem Wort entdecken wir die große Welt,
die Hoffnung auf Frieden,
die Sehnsucht nach Versöhnung.
Schenke uns deinen Geist,
der uns das Evangelium und unsere Herzen aufschließt
in Jesus, den du uns als Bruder und Weggefährten
an die Seite gegeben hast
von Ewigkeit zu Ewigkeit. - Amen.
Herr Jesus, mit dir schauen wir auf die Menschen in unserer Welt.
Für sie wir bitten dich:
Lass sie Leben schauen.
Wir bitten dich für alle Menschen, die immer neu versuchen, Spuren des Friedens zu verstärken.
Wir bitten dich für die Menschen, die anderen Menschen Zeit schenken.
Wir bitten dich für die Menschen, deren Hilfe für andere als ehrlich erlebt wird.
Wir bitten dich für die Menschen in sozialen Berufen.
Wir bitten dich für die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger.
Wir bitten dich für die Menschen, die ihrer Umwelt gut tun.
Herr, wenn die Menschen leben, was du ihnen als Charisma geschenkt hast, bist du in ihrem Tun zu erfahren.
Wir danken dir für diese Menschen und für deine Kraft. – Amen.
Herr Jesus, mit dir schauen wir auf die Menschen in unserer Welt.
Für sie bitten wirdich:
Lass sie Leben schauen.
Wir bitten dich für alle Menschen, die immer neu versuchen, Spuren des Friedens zu verstärken.
Wir bitten dich für die Menschen, die anderen Menschen Zeit schenken.
Wir bitten dich für die Menschen, deren Hilfe für andere als ehrlich erlebt wird.
Wir bitten dich für die Menschen in sozialen Berufen.
Wir bitten dich für die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger.
Wir bitten dich für die Menschen, die ihrer Umwelt gut tun.
Herr, wenn die Menschen leben, was du ihnen als Charisma geschenkt hast, bist du in ihrem Tun zu erfahren.
Wir danken dir für diese Menschen und für deine Kraft. – Amen.
Herr Jesus, du lädst uns ein: Entscheide dich für mich und die Menschen, die meine Hilfe nötig haben.
So bitten wir dich:
Sei bei den Menschen, die keine Zukunft mehr für sich sehen.
Erfülle jene mit Mut, die einen Neuanfang wagen.
Begleite alle, die als Friedenstifter versuchen, für die Wehrlosen da zu sein.
Stehe den Kranken bei und allen, die ihnen zur Seite stehen.
Lass die Menschen, die von der Landwirtschaft leben, genügend Ernteertrag haben.
Schenke den Verstorbenen in deinem Reich alles, was sie erhofft haben.
Du wirst in deiner Liebe das begleiten, was du in uns als Charisma gelegt hast.
Lass es Frucht bringen in Ewigkeit. - Amen.
Lasst uns gemeinsam Gott um seine Weisheit und Kraft für unsere alltäglichen Entscheidungen und großen Plänen in unserem Leben bitten:
Für deine Kirche, die sich unter den sich stets verändernden Rahmenbedingungen in Verbundenheit mit dir entscheiden muss, was sie an bisher Selbstverständlichem loslassen oder beibehalten soll.
Für jeden Einzelnen in unserer Gesellschaft, der im Sinn des Erhalts guter Lebensbedingungen für die nachfolgenden Generationen seine bisherige Lebensweise auf klimagerechtes Verhalten überdenkt.
Für alle Schulgemeinschaften, die in diesen Tagen vor den Herausforderungen des neuen Arbeitsjahres stehen und ihre Anforderungen mit den gegebenen Möglichkeiten in Einklang bringen müssen.
Für alle, die in ihren traditionellen Familien Sicherheit und Halt finden, und für alle, die in alternativen Lebensformen nach einer tragfähigen Gemeinschaft suchen.
Für unsere Verstorbenen, denen wir uns im Glauben an die Auferstehung weiterhin verbunden fühlen.
Die Bitte um deine Weisheit und Kraft begleitet uns.
In dieser Verbundenheit danken wir dir heute und allezeit. - Amen.
Im Evangelium begegnen uns Menschen, die etwas Großes planen, die rechnen und abwägen,
sich aber verkalkulieren. Wir sehen Ruinen und Spuren der Flucht.
Darum kommen wir zu dir mit unseren Befürchtungen, Sorgen und Hoffnungen.
Herr,
es werden Häuser gebaut, Immobilienpreise explodieren und Haie machen Geschäfte.
Viele Menschen finden keine Wohnungen, die sie bezahlen können.
Viele Menschen haben Angst, gesellschaftlich abzurutschen.
Wir rufen zu dir:
Lass gedeihen, Herr, das Werk deiner Hände.
Herr,
Kriege werden geplant, in Kauf genommen und in den Medien gerechtfertigt.
Viele Menschen werden geopfert.
Viele Menschen müssen fliehen.
Wir rufen zu dir…
Herr,
Familien haben es oft schwer zusammenzuhalten.
Viele Menschen werden in ihren Pflichten aufgerieben.
Viele Menschen finden keine Ruhe.
Wir rufen zu dir…
Herr,
in den virtuellen Netzen werden Hass und Angst geschürt.
Viele Menschen werden diffamiert und ausgegrenzt.
Viele Menschen können sich nicht wehren.
Wir rufen zu dir…
Herr,
Viele Kinder und Jugendliche gehen auf die Straße
Viele Menschen werden Opfer des Klimawandels.
Viele Menschen sind bereit, die Welt wirtschaftlichen Interessen zu opfern
Wir rufen zu dir…
Du hast uns in deine Nachfolge gerufen.
Du gehst mit uns den Weg des Lebens
In Christus, unserem Herrn. – Amen.
Vater im Himmel,
aus deinem Beistand und in Verbundenheit mit dir hat Jesus nach deinem Willen gelebt.
Auch wir vertrauen uns dir an und bitten um deinen Beistand.
Stärke uns und alle Christen im Bemühen, den Glauben lebendig und konsequent zu leben.
Vater im Himmel, wir bitten dich, erhöre uns!
Stehe in besonderer Weise allen bei, die ihres Glaubens wegen benachteiligt, verkannt oder misshandelt werden.
Vater im Himmel…
Schenke Erfolg und innere Freude denen, die mit Hingabe ihre Liebe an andere verschenken.
Vater im Himmel…
Lass uns Menschen deine Hilfe und deinen Beistand vor allem dann spüren, wenn Leid oder Not unser Leben belastet.
Vater im Himmel…
Segne alle, die sich in der Welt für Frieden und das Wohl von Menschen einsetzen.
Vater im Himmel…
Alle Verstorbenen nimm auf in die Gemeinschaft mit dir.
Vater im Himmel…
Vater im Himmel,
für deine Hilfe, die du uns bei unserer Mühe um lebendig gelebten Glauben gewährst, danken wir dir.
Jedes unserer gelungenen guten Werke soll dich preisen. – Amen.
Weil uns bewusst ist, dass viele Fragen im Leben unbeantwortet bleiben und wir uns vergeblich abmühen, den Sinn dahinter zu verstehen, wenden wir uns an dich, Vater,
und bitten um deinen Geist:
Für alle christlichen Kirchen, die in der Nachfolge Jesu wirken wollen, sich aber immer wieder in vordergründigen Auseinandersetzungen verlieren.
Für die Verantwortungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, deren Handeln oft mehr von gegenseitigen Abhängigkeiten als vom wirklichen Nutzen für das Gemeinwohl bestimmt ist.
Für alle Menschen in unserem Land, die versuchen, die Sicherheit, die Tradition und Brauchtum schenken, im Vertrauen auf deine Führung mit neuem Leben zu erfüllen.
Für uns selbst, die wir täglich eine Fülle von Erfahrungen sammeln, uns aber oft zu wenig Zeit dafür nehmen, diese zu überdenken und an ihnen zu reifen.
Für uns alle, die wir versucht sind, die eigene Vergänglichkeit zu verdrängen, aber durch den Verlust unserer lieben Verstorbenen dieser Realität begegnen müssen.
Unsere eigene Sicht ist oft eng und eingeschränkt. Die wahre Weisheit um die wirklich wichtigen Dinge im Leben können wir uns nur von dir, Vater, schenken lassen.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Herrn und Bruder, im Heiligen Geist. - Amen
Herr, unser Gott,
du schenkst uns den Frieden
und gibst uns die Kraft, dir aufrichtig zu dienen.
Laß uns dich mit unseren Gaben ehren
und durch die Teilnahme
an dem einen Brot und dem einen Kelch
eines Sinnes werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
4. Januar, 7.Januar
Gott, unser Vater,
da wir das Mahl unseres Herrn bereiten,
laß uns begreifen, was die Speise seines Lebens war:
deinen Willen zu tun.
Gib uns den Mut, in sein Opfer einzugehen,
auf daß auch uns aus der Hingabe an dich
die Kraft zum Leben komme.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB Auswah 3
Gott, unser Vater,
schenke uns den Heiligen Geist,
mit dem du am Pfingstfest die Apostel erfüllt hast.
Er lehre uns, dein Wort zu verstehen,
das sie uns verkündet haben;
er helfe uns,
das Opfer des Lobes zu deiner Ehre zu feiern.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Votivmesse von allen Aposteln
Brot und Wein – gewachsen in deiner Schöpfung.
Bald sind sie Leib und Blut deines Sohnes,
weil Jesus den Jüngern aufgetragen hat: Tut dies zu meinem Gedächtnis!
Wir danken dir dafür
und bitten dich um Segen für diese Gaben. - Amen.
Herr,
Brot und Wein
Alltagsspeise und besonderes Getränk
stehen bereit für die Feier der Danksagung.
Schenke du deinen Segen,
damit durch diese Gaben
die Haltung deines Sohnes
für uns spürbar wird.
Das erbitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn. – Amen.
Kehrvers:
Singt dem Herrn, alle Länder der Erde,
singt dem Herrn und preist seinen Namen.
(GL 54,1)
Gott und Vater,
wir kommen zu dir, um dir dank zu sagen
und unseren Lobpreis darzubringen.
In deiner Weisheit hat du den ganzen Kosmos geschaffen
und die ganze Welt geordnet.
Kehrvers
Mit deinem Volk hast du einen heiligen Bund geschlossen
und ihm eine Ordnung gegeben, die ihm den Weg zum Leben wies.
Kehrvers
Jesus, dein Sohn ist Mensch geworden,
damit wir das Leben haben und es in Fülle haben.
Kehrvers
Er selbst hat sein Leben für uns hingegeben
und uns in seine Nachfolge gerufen,
damit auch wir aus seinem Geist füreinander leben
und uns füreinander einsetzen.
Kehrvers
Dafür danken wir dir und preisen wir dich.
Mit allen Engeln und Heiligen singen wir dein Lob:
Danklied, z. B. Nun singt ein neues Lied dem Herren (GL 551)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und das Werk deiner Gnade zu rühmen
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn aus Erbarmen mit uns sündigen Menschen
ist er Mensch geworden aus Maria, der Jungfrau.
Durch sein Leiden am Kreuz hat er uns
vom ewigen Tod befreit und
durch seine Auferstehung
uns das unvergängliche Leben erworben.
Darum preisen dich deine Erlösten und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 2
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen dich durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn ihn hast du zum Haupt
der neuen Schöpfung gemacht,
aus seiner Fülle haben wir alle empfangen.
Obwohl er dir gleich war an Herrlichkeit,
hat er sich selbst erniedrigt
und der Welt den Frieden gebracht
durch sein Blut,
das er am Stamm des Kreuzes vergossen hat.
Deshalb hast du ihn über alle Geschöpfe erhöht,
so wurde er für jene, die auf ihn hören,
zum Urheber des ewigen Heiles.
Durch ihn preisen wir jetzt
und in Ewigkeit dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken
durch deinen geliebten Sohn Jesus Christus.
Er ist dein Wort,
durch ihn hast du alles erschaffen.
Ihn hast du gesandt als unseren Erlöser und Heiland.
Er ist Mensch geworden durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria.
Um deinen Ratschluß zu erfüllen
und dir ein heiliges Volk zu erwerben,
hat er sterbend die Arme ausgebreitet
am Holze des Kreuzes.
Er hat die Macht des Todes gebrochen
und die Auferstehung kundgetan.
Darum preisen wir dich
mit allen Engeln und Heiligen
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 6
MB 2. Hochgebet
Wir schauen auf das Reich des Vaters,
wir schauen auf die Dinge, die er uns schenkt
und wir spüren die Nähe Jesu, der seine Jünger so beten lehrte:
Vater Unser…
Nachdem Jesus von den Gebeten auf dem Berg zurückkam, spürten seine Jünger seine Veränderung. Sie fragten: Wie betest du? Und er antwortete:
Vater Unser…
Wer lobt, wird nicht als Gegner gesehen. Mit ihm ist es leichter, Frieden zu leben.
Du Herr, hast gelobt. Und so bitten wir dich:
Schaue nicht auf unsere Sünden...
Wenn in uns Frieden ist, können wir leichter die Entscheidung treffen, dir zu folgen.
Darum bitten wir:
Herr Jesus Christus, schaue nicht auf unsere Sünden…
Gott
Mache mich zum Werkzeug deiner Liebe,
dass ich zuhöre, wenn wir jemand etwas sagen will,
dass ich rede, wenn einer mein Wort braucht,
dass ich helfe, wo Hilfe nötig ist,
dass ich Freude finde am Teilen und Schenken,
dass ich nicht nur rede vom Frieden,
dass ich nicht nur jene liebe, die auch mich lieben,
dass ich umkehre, wenn ich mich verrannt habe.
Gott
Mache mich zum Werkzeug deiner Liebe,
dass ich alles Leben und alles Lebendige
achte, ehre und wertschätze,
dass ich trachte
die Menschen zu verstehen und zu lieben.
Gott
Mache mich zum Werkzeug deiner Liebe,
dass ich deinen Willen
immer besser erkenne
und danach zu leben mich bemühe.
Herr, unser Gott,
in deinem Wort und Sakrament
gibst du uns Nahrung und Leben.
Laß uns durch diese großen Gaben
in der Liebe wachsen
und zur ewigen Gemeinschaft
mit deinem Sohn gelangen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
Barmherziger Gott,
wir haben den Auftrag deines Sohnes erfüllt
und sein Gedächtnis begangen.
Die heilige Gabe,
die wir in dieser Feier empfangen haben,
helfe uns,
daß wir in der Liebe zu dir und unseren Brüdern
Christus nachfolgen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 33. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
du hast gewollt,
daß sich das Bild deines Sohnes
auspräge im Wesen der Getauften,
die du zu deinem Tisch geladen hast.
Ermutige uns, dem Evangelium zu folgen
und deinem Heiligen Geist Raum zu geben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Schlussgebete zur Auswahl 6
Unser Gott und Vater, wir danken dir.
Du hast uns genährt mit der Speise,
die uns stärkt, nur deinem Willen zu folgen.
Ist unser Glaube auch schwach
und unsere Liebe gering,
nimm sie barmherzig an um deines Sohnes willen,
der uns zugelassen hat an seinen Tisch,
unser Herr Jesus Christus,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Schlussgebete zur Auswahl 7
Gott und Vater,
wenn wir überlegen, wem wir Dank schulden
kommen wir auch auf dich.
Danke für deine Schöpfung und deine stete Begleitung.
Danke für die Erfahrungen mit dir im Alltag.
Danke für die Begegnung mit dir in diesem Gottesdienst.
Wir danken dir und wir loben dich durch Christus, unseren Herrn. – Amen.
Gott, wir danken dir.
Heute waren wir bei deinem Sohn.
Wir haben uns eingelassen
auf sein Wort und seinen Leib.
Wir ahnen von seiner Liebe zu uns.
Gehe mit uns durch die Woche,
damit sich entfalten kann,
was wir empfangen haben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Guter Gott,
dein Sohn hat sich den Menschen zugewandt
und ihnen in Worten und Taten
deine Menschenliebe verkündet.
Wenn du uns nun eine neue Woche schenkst,
mache auch uns fähig,
die Menschen in glaubwürdigen und verständlichen
Worten und Taten zu erreichen.
Das erbitten wir durch ihn, unseren Bruder und Herrn.
Guter Gott,
im Wort, das vom wahren Leben erzählt,
und im Brot, das ewiges Leben schenkt,
bist du heute zu uns gekommen.
Sei du mit uns, wenn wir jetzt gehen,
um das Leben so zu leben, wie es gut ist.
Lass uns miteinander die Freuden teilen, die das Leben bietet,
und gemeinsam die Lasten tragen,
die Leben mit sich bringt.
Begleite uns mit deinem Segen
in Jesus Christus, unserem Bruder und Herrn.
Gott und Vater,
du segnest uns durch die Menschen, die uns als Helferinnen und Helfer begegnen. - Amen.
Herr und Bruder Jesus Christus,
du segnest uns in deinen Sakramenten.
Dafür danken wir dir. - Amen.
Gott, Heiliger Geist,
in deiner Lebendigkeit hilfst du uns in der Begegnung mit den Menschen.
Dafür danken wir dir. - Amen.
Und der Segen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes erfülle uns heute, in dieser Woche und in unserem ganzen Leben. - Amen.
Gott schenke euch seinen Segen,
dass ihr in diesem Segen seinen Plan der Schöpfung erkennen könnt. - Amen!
Gott schenke euch seinen Segen,
dass ihr im Vertrauen auf die Nähe Christi auf seinen Wegen geht. - Amen!
Gott schenke euch seinen Segen,
dass ihr die Führung des Heiligen Geistes erkennt und annehmt. - Amen!
So sei er mit euch:
Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. - Amen.
Wer wagt
gewinnt
volles Leben
An Kreuzungspunkten
kann es sich ent-scheiden
Ich fliehe
oder
ergreife
was ist
LEBEN ist unberechenbar
Vertrauen
gibt Halt
Jeus WEG-WEISUNG
sie ist zielführend
auch heute
Eine Menschenkette, die Du geschmiedet hast,
sollen wir sein
Eine Menschenkette für Frieden und Gerechtigkeit
über die ganze Welt
Wir wollen es sein
Ein Band, das du geknüpft hast,
sollen wir sein
Ein Band der Freude und Zuversicht
über die ganze Welt
Wir wollen es sein
Ein Bund, den du geschlossen hast,
sollen wir sein
Ein Bund der Liebe und Treue
in der ganzen Welt
Wir wollen es sein
Ein Zeichen, das du gesetzt hast,
sollen wir sein
Ein Zeichen der Hoffnung und der Kraft
in der ganzen Welt
Wir wollen es sein
Aus: Anton Rotzettter, Gott, der mich atmen läßt. Gebete. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1985.
Licht will ich sein
Dein Licht in der Welt
Brot will ich sein
Dein Brot auf dem Tisch
Wein will ich sein
Dein Wein im Glas
Wort will ich sein
Dein Wort in der Öffentlichkeit
Werkzeug will ich sein
Dein Werkzeug unter den Menschen
Aus: Anton Rotzettter, Gott, der mich atmen läßt. Gebete. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1985.
Du hast dich entschlossen,
Verantwortung zu übernehmen
für das Gemeinwesen.
Lass das Gemeinwohl
immer im Zentrum
deiner Bemühungen sein.
Suche nicht zuerst deinen Vorteil
oder jenen deiner Partei.
Gott hat dir Gaben geschenkt,
die du dafür nutzen sollst,
dem Ganzen
und nicht nur einem Teil zu dienen.
Vermeide alles,
was dich erpressbar machen könnte.
Sei authentisch und ehrlich.
Lüge die Menschen,
die dich wählen sollen, niemals an.
Arbeite an der Gestaltung der Welt
mit Anstand und Respekt
vor dem politischen Gegner.
Verliere nie deine Würde.
Aus: Thomas Schwartz; Segen voller Leben. Gute Worte für alle Tage. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2017.
Deine Lebenssaat
sei Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit.
So wirst du Liebe ernten.
Nimm neues Land unter den Pflug,
das dir bislang noch nicht bekannt war,
bestelle es mit deinem Herzen und mit deiner Seele.
Dann wirst du den Herrn finden.
Er möge dir begegnen
und dein Leben mit Heil und Glück
überschütten!
Aus: Thomas Schwartz; Segen voller Leben. Gute Worte für alle Tage. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2017.
Welche Musik ist das, in deren Rhythmus die Welt schwingt?
Wir lachen, wenn sie auf dem Wellenkamm des Lebens tanzt,
wir schauen entsetzt, wenn sie in die Tiefe zurücksinkt.
Aber das Spiel ist dasselbe, das kommt und geht, mit dem Rhythmus der endlosen Weise.
Du verbirgst deinen Schatz in deiner geschlossenen Hand, und wir schreien, wir seien beraubt.
Aber öffne und schließe die Hand, wie du willst, Gewinn und Verlust sind gleich.
Bei dem Spiel, das du spielst mit dir selber, verlierst und gewinnst du in Eins.
Aus: Conrad Conzen (Hrsg): Tagore Rabindranath, Der Erde eine Stimme geben. Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1987.
Mir ist der Begriff Nachhaltigkeit buchstäblich im Wald zum ersten Mal begegnet, weil ich einen Onkel hatte, der mich als Forstmeister in früher Jugend in das Langzeitdenken der Waldbauern eingeweiht hat. Ich fand es spannend, dass Menschen in Baumzeiten denken, im Wissen, etwas zu pflanzen, was erst in 200 Jahren geerntet werden kann und das wir heute nutzen können, was schon vor 200 Jahren geplant wurde. Die Säge und der Pflanzspaten sind sozusagen zwei Pole der Nachhaltigkeit.
Zunächst sind wir Menschen vermutlich als geborene Egoisten nicht auf eine solche Enkelverantwortung ausgelegt. Aber wenn wir weiterhin in angemessenem Wohlstand überleben wollen, bleibt uns nichts anderes übrig als über unsere eigenen Tage hinauszudenken. (Hubert Weinzierl).
Aus: Rat für nachhaltige Entwicklung (Hrsg), Jugend schreibt Zukunft – Gedanken und Bilder zur Nachhaltigkeit. Ökom Verlag, München 2002.
Da steht er
der Turm
unserer Kirche
da stehen sie
die vielen Türme unserer Kirchen
Fingerzeichen zum Himmel
„erbauet auf Jesus Christ allein“???
festgemauert in den Erden
schön ausgeschmückt
gut überlegt
vielen Jahrhunderten trotzend
äußere Zeichen der Christenheit
Zufluchtsort für so viele
aber immer wieder auch Schreckensorte
in denen „die Kleinen“ dumm gehalten wurden
durch Sprache und Vorschriften und Dogmen
äußere Zeichen einer Weltkirche
UND DIE INNERE KIRCHE?
auch festgemauert in den Erden
unbeweglich im Zugang zu den Menschen
über viele Jahrhundert so gelebt
über (fast) alle Zeiten mit der Erwartung:
„Ihr müsst zu uns kommen.“
und mit der Drohung,
sonst dem „Fegefeuer“ anheim zu fallen
frohmachende und erlösende Botschaft Jesu?
sie zu verkünden
sie vorzuleben
sie weiterzutragen
und
alle – wirklich alle –
einzuladen
das ist unser aller Auftrag
im Namen Jesu
versteht mich nicht falsch
ich liebe die Kirchen-Räume -
besonders meine Heimatkirche
aber
wir müssen wieder von Jesus lernen
wir müssen uns – wie er - wieder aufmachen
wir müssen uns bewegen zu den Menschen
wir dürfen nicht mehr erwarten
dass Menschen schon alles schlucken –„
zu uns kommen
„weil wir ja,
ach, so viel zu bieten haben“
haben wir das?
das Sonntagsgebot
es wird unsere Kirchen nicht mehr füllen
sich „bepredigen lassen“ -
wen reißt das noch vom Hocker
geschweige denn
dass etwas ausgelöst wird
was Antrieb gäbe
was in Bewegung setzt
viel zu lange
hat „Kirche“ die Menschen
in Aberwitz und Aberglauben
so zu knebeln versucht
die Menschen gehen neue Weg
ja
sie suchen nach Wegen
mit ihnen zu gehen
dass ist Jesu Auftrag
an SEINE Kirche
wenn ER denn je so eine Kirche –
wie wir sie „fundamentalisiert“ haben -
wollte
wir müssen uns aufmachen
zu den Menschen
mit Zelten und Campingwagen
mit Fahrrädern und Autos
mit Flugzeugen und Bahnen
müssen uns aufmachen
bis an alle Enden der Erde
mit einem Rucksack auf dem Rücken
voll von Hoffnung -
auch für unsere Zeit -
voll mit der frohmachenden Botschaft Jesu
und wir werde
unser „blaues“ Wunder erleben
weil ER mit uns unterwegs sein wird
und vielleicht
liegt dieses
„bis an alle Enden der Erde“
direkt neben meiner Haustür
und ich brauche
„nur“
einen Schritt
ein gutes Wort
ein kleines Zeichen von Nähe
um IHN
in dieser Welt erfahrbar zu machen
wenn wir uns so
als Jüngerinnen und Jünger Jesu verstehen
als seine nachfolgende Gemeinschaft
seine nachfolgende Kirche
dann
ja dann
dürfen wir auch singen:
„Die Kirche ist erbauet,
auf Jesus Christ allein,
wenn sie auf IHN nur schauet,
wird sie im Frieden sein.“
(Altes Kirchenlied)
Beatrix Senft 2022
Was will ich mit meinem Leben?
Was will Gott aus meinem Leben
‚machen‘?
Wozu will ich da sein?
Wofür?
Für wen?
So viele Fragen
und m-ein Leben …
Das gotterfüllte – menschenfreundliche
Lebensmodell Jesu
ist es eine Option
Oder gar DIE Option?
Alles ‚andere‘ zu lassen
sogar das Eigene gering achten
mein Kreuz nehmen
so - wie es kommt
Des LEBENs wegen!?
Aus Mitläufern
können Mitwirkende werden
Engagierte
Jesus sieht sie an
sieht ihnen an
dass mehr in ihnen steckt …
Lass dich nicht
ablenken
vereinnahmen
besitzen
Wähle, was Sinn macht!
Gott „formt“
sein Volk
gibt lebensdienliche Gebote
sagt: ‚Ehre Vater und Mutter‘
dann
kommt Jesus – sein Sohn
verlangt das Gegen-Teil
„Wer Vater und Mutter, Frau und Kinder, …
nicht gering achtet
kann MIR nicht folgen“
Widersprüchliche Zerreissprobe?
Gratwanderung?
Jesu konsequenter
Liebesweg – Lebensweg – Leidensweg
eine „reife Leistung“
des Sohnes Gottes …
Auch MIR zugemutet?!
JA
ER hat mir’s angetan
Nachfolge Jesu
oft genug ‚nur‘ mit
Kreuzweg assoziiert
führt mich
in die Fülle des LEBENs
durchkreuzte Wünsche, Pläne, Vorhaben
Überraschungen Gottes
inklusive
Sein Liebeskonzept
ist heilsam
herausfordernd
wirksam
Ich geh aus Überzeugung
mit Jesus
und stell mich der Heil-Losigkeit
unserer Zeit
Jesus will
Das HEIL des ganzen MENSCHEN
dafür geh ich …
denn
ALLE sollen es erfahren
Die Botschaft Jesu ist Botschaft des Heils. Er verkündet die Liebe des Vaters und das Kommen des Reiches. Er ruft die Menschen zum Frieden und zur Eintracht im heiligen Willen. Dennoch wirkt sein Wort zunächst nicht Einheit, sondern Trennung. Je tiefer ein Mensch Christ wird, desto tiefer unterscheidet sich sein Dasein von dem anderer, die nicht Christen sein wollen, oder soweit sie es nicht sein wollen. Dieses Anderssein läuft durch die nächste Verbundenheit; denn das wirkliche Christwerden ist keine Sache natürlicher Veranlagung oder geschichtlicher Entwicklung, sondern innerste Entscheidung des Einzelnen. Der eine vollzieht sie, der andere nicht. So kann von hier aus eine Trennung zwischen einen [sic!] Hausgenossen und den anderen kommen. In einem solchen Falle soll der Mensch Jesus höher stellen als alle sonst, und seien es die Nächst-Verbundenen: höher als Vater und Mutter, Sohn und Tochter, Freund und Freundin. Das greift ans Leben, und die Versuchung drängt, die lebendige Verbundenheit zu wahren und dafür Christus preiszugeben. Jesus aber warnt: Hältst du dieses „Leben“ fest und gibst darüber mich auf, dann verlierst du auch dein eigenes, eigentliches Leben. Lässest du dich aber los um meinetwillen, dann findest du dich selbst im Eigentlichen und über alles Weltmaß hinaus.
Aus: Romano Guardini, Der Herr. Betrachtungen über die Person und das Leben Jesu Christi, Würzburg: Werkbund-Verlag 11. unveränderte Aufl. 1959, S. 343.
Es fängt so mancher weise Mann
ein gutes Werk zwar fröhlich an
und bringt's doch nicht zum Stande;
er baut ein Schloß und festes Haus,
doch nur auf lauterm Sande.
Verleihe mir das edle Licht,
das sich von deinem Angesicht
in fromme Seelen strecket
und da der rechten Weisheit Kraft
durch deine Kraft erwecket. Gib mir Verstand aus deiner Höh,
auf daß ich ja nicht ruh und steh
auf meinem eignen Willen;
sei du mein Freund und treuer Rat,
was recht ist, zu erfüllen. Ist's Werk von dir, so hilf zu Glück,
ist's Menschentun, so treib zurück
und ändre meine Sinnen.
Was du nicht wirkst, das pflegt von selbst
in kurzem zu zerrinnen. Tritt du zu mir und mache leicht,
was mir sonst fast unmöglich deucht,
und bring zum guten Ende,
was du selbst angefangen hast
durch Weisheit deiner Hände.
Paul Gerhardt (1653), in: EG 497, 3.4.5.8.9
Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen,
weil unsre Augen sie nicht sehn.
Wir stolzen Menschenkinder
sind eitel arme Sünder
und wissen gar nicht viel.
Wir spinnen Luftgespinste
und suchen viele Künste
und kommen weiter von dem Ziel.
Gott, laß uns dein Heil schauen,
auf nichts Vergänglichs trauen,
nicht Eitelkeit uns freun;
laß uns einfältig werden
und vor dir hier auf Erden
wie Kinder fromm und fröhlich sein
Matthias Claudius (1779), EG 482,3-5

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Was daraus folgt, gehört in ein Gebet. "Wer hat je deinen Plan erkannt, wenn du ihm nicht Weisheit gegeben und deinen heiligen Geist aus der Höhe gesandt hast?" In diesem Gebet ist auch das Vertrauen ausgedrückt, dass Gott seine Wege erkennbar macht, ohne sie Menschen auszuliefern. Diese Zuversicht ist selbst Weisheit, die nicht nur rettet, sondern vor allem geschenkt wird. Trotz der menschlichen Grenzen: die Pfade der Erdenbewohner werden gerade gemacht. Die Menschen lernen, was Gott gefällt.
Es ist also nicht nur Skepsis angezeigt, wenn Menschen an ihre Grenzen stoßen - in einem Gebet finden sie zu Gott und zu sich selbst. Sie finden Wege, die ihnen gut tun.
Frühchristliche Ausleger haben die Weisheit mit Christus und/oder dem Geist Gottes identifiziert.
Der vorliegende Text ist ein Gebet um Weisheit, das längere Aus¬führungen über ihr Wesen abschließt.
Das Gebet Salomons im 9. Kapitel bedeutet einen Wendepunkt im Weisheitsbuch. Es verbindet den ersten Teil (Kap. 1-9), der mehr philosophisch-spekulativ über das Wesen der Weisheit handelt, mit dem zweiten Teil (Kap. 10-17), in dem das Wirken der Weisheit Gottes in der Geschichte des Volkes und des Auszuges gepriesen wird. Es geht also um die Erfahrung Gottes in der Geschichte.
Die wahre Weisheit, die Salomon für seine Amtsführung erbittet, ist eine notwendige Vorbedingung für die Regierung des Gottesvolkes, in dem sich die ursprünglich Gotteserfahrung vom Auszug bis zur Landnahme in stets neuer Gestalt fortsetzen soll. Die geschichtliche Gotteserfahrung bleibt Maß und Norm für den Glauben der Gegenwart.
Das griechische Menschenbild - mit den Bildern von Leib und Seele, dem Leib als Zelt, der Beschwerlichkeit des Leibes für den Geist - führt zur Erkenntnis der Begrenztheit des menschlichen Erkennens. Irdisches und Überirdisches werden klar voneinander abgehoben. Der Wille Gottes als überirdisches Geheimnis aber bleibt den Menschen verborgen - dieses kann man nur erbitten und als Geschenk annehmen.