Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Amos.
Hört dieses Wort,
die ihr die Armen verfolgt
und die Gebeugten im Land unterdrückt!
Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei,
dass wir Getreide verkaufen,
und der Sabbat,
dass wir den Kornspeicher öffnen können?
Wir wollen das Hohlmaß kleiner
und das Silbergewicht größer machen,
wir fälschen die Waage zum Betrug,
um für Geld die Geringen zu kaufen
und den Armen wegen eines Paars Sandalen.
Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld.
Beim Stolz Jakobs hat der Herr geschworen:
Keine ihrer Taten werde ich jemals vergessen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Lobet den Herrn, der den Armen erhebt. – Kv
Oder: Halleluja.
Oder: GL 77,1
Lobet, ihr Knechte des Herrn, *
lobt den Namen des Herrn!
Der Name des Herrn sei gepriesen *
von nun an bis in Ewigkeit. – (Kv)
Erhaben ist der Herr über alle Völker, *
über den Himmeln ist seine Herrlichkeit.
Wer ist wie der Herr, unser Gott, *
der wohnt in der Höhe. – (Kv)
Wer ist wie er, der hinabschaut in die Tiefe, *
auf Himmel und Erde?
Den Geringen richtet er auf aus dem Staub, *
aus dem Schmutz erhebt er den Armen. – (Kv)
Um ihn wohnen zu lassen bei den Fürsten, *
bei den Fürsten seines Volkes.
Die Kinderlose lässt er wohnen im Haus *
als frohe Mutter von Kindern. – Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an Timótheus.
Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten,
zu Fürbitte und Danksagung auf,
und zwar für alle Menschen,
für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben,
damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit
ungestört und ruhig leben können.
Das ist recht und wohlgefällig vor Gott, unserem Retter;
er will, dass alle Menschen gerettet werden
und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.
Denn:
Einer ist Gott,
Einer auch Mittler zwischen Gott und Menschen:
der Mensch Christus Jesus,
der sich als Lösegeld hingegeben hat für alle,
ein Zeugnis zur vorherbestimmten Zeit,
als dessen Verkünder und Apostel ich eingesetzt wurde
– ich sage die Wahrheit und lüge nicht –,
als Lehrer der Völker im Glauben und in der Wahrheit.
Ich will,
dass die Männer überall beim Gebet
ihre Hände in Reinheit erheben,
frei von Zorn und Streit.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Halleluja. Halleluja.
Jesus Christus, der reich war, wurde aus Liebe arm.
Und durch seine Armut hat er uns reich gemacht.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Ein reicher Mann hatte einen Verwalter.
Diesen beschuldigte man bei ihm,
er verschleudere sein Vermögen.
Darauf ließ er ihn rufen
und sagte zu ihm: Was höre ich über dich?
Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung!
Denn du kannst nicht länger mein Verwalter sein.
Da überlegte der Verwalter:
Was soll ich jetzt tun,
da mein Herr mir die Verwaltung entzieht?
Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht
und zu betteln schäme ich mich.
Ich weiß, was ich tun werde,
damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen,
wenn ich als Verwalter abgesetzt bin.
Und er ließ die Schuldner seines Herrn,
einen nach dem anderen, zu sich kommen
und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig?
Er antwortete: Hundert Fass Öl.
Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein,
setz dich schnell hin und schreib „fünfzig“!
Dann fragte er einen andern: Wie viel bist du schuldig?
Der antwortete: Hundert Sack Weizen.
Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein
und schreib „achtzig“!
Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter,
weil er klug gehandelt hatte,
und sagte:
Die Kinder dieser Welt
sind im Umgang mit ihresgleichen
klüger als die Kinder des Lichtes.
Ich sage euch:
Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon,
damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet,
wenn es zu Ende geht!
Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist,
der ist es auch in den großen,
und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut,
der tut es auch bei den großen.
Wenn ihr nun im Umgang mit dem ungerechten Mammon
nicht zuverlässig gewesen seid,
wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen?
Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut
nicht zuverlässig gewesen seid,
wer wird euch dann das Eure geben?
Kein Sklave kann zwei Herren dienen;
er wird entweder den einen hassen und den andern lieben
oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten.
Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist,
der ist es auch in den großen,
und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut,
der tut es auch bei den großen.
Wenn ihr nun im Umgang mit dem ungerechten Mammon
nicht zuverlässig gewesen seid,
wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen?
Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut
nicht zuverlässig gewesen seid,
wer wird euch dann das Eure geben?
Kein Sklave kann zwei Herren dienen;
er wird entweder den einen hassen und den andern lieben
oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten.
Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das Gleichnis vom klugen aber ungerechten Verwalter irritiert. Wir sind gewohnt, aus Jesu Worten eine Moral zu ziehen und erwarten von der Kirche, die Moral hochzuhalten. Dieses Gleichnis hinterfragt die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse der jeweiligen Zeit und unsre Faszination vom Erfolg der Reichen. Jesus kämpft für eine neue Moral, die auf das Reich Gottes ausgerichtet ist.
Spätestens bei der Angelobung des derzeitigen Präsidenten der Vereinigten Staaten wurde sichtbar, welche Art von Politik für die nächsten Jahre von ihm zu erwarten ist. Der neue Präsident präsentierte sich umgeben von den reichsten und einflussreichsten Persönlichkeiten seines Landes und kündigte eine Unzahl von Maßnahmen an, die seinem Land wirtschaftliche Vorteile bringen sollen.
Die Zahl der Menschen, die von diesen neuen Machthabern fasziniert sind und es ihnen gleichtun wollen, steigt weltweit. Wer kann dem etwas dagegenhalten? Wo bleibt da die Moral? Wo bleibt der Sinn für Menschenwürde, Menschenrechte?
Wer Augen und Ohren offen hält, entdeckt immer wieder, dass es auch bei uns im Hintergrund nicht viel anders läuft, vielleicht etwas dezenter und diskreter. Auch wir Europäer kämpfen mit vielfältigen Formen der Korruption und Geldwäsche. Manche Menschen sind auch bei uns sehr geschickt im Umgehen der gesetzlichen Regelungen. Bestürzt müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass auch manche religiöse Organisationen in gleicher Weise agieren.
Mitten in diesen unbehaglichen und besorgniserregenden Gefühlen werden wir aus dem Mund Jesu mit einem Gleichnis konfrontiert, das im ersten Anschein solchen krummen Machenschaften applaudiert. "Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte, und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes. Ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es zu Ende geht!" – War das nur ein Ausrutscher unseres geschätzten Herrn und Meisters oder geht es dabei um mehr?
Ich verstehe dieses Gleichnis und die Schlüsse, die Jesus daraus zieht, als Infragestellung des ganzen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systems – damals wie auch heute.
Menschen, die sich so wie der kluge aber ungerechte Verwalter verhalten, werden in zweifacher Hinsicht bewundert. Sie schädigen jene, die genauso unverfroren ihre Position der Stärke ausnützen und auf Kosten der Armen immer reicher werden. Und wer möchte nicht auch ein so glänzendes Leben führen wie die Reichen? Um eines wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Vorteils willen vergessen auch wir allzu leicht unsere moralischen Prinzipien und machen kleine oder größere Abstriche davon. Wir bewundern die so Erfolgreichen und fragen nicht mehr danach, wie sie dazu gekommen sind.
Jesus geht es nicht um eine konsequentere Moral zur Unterstützung bestehender Systeme. Ihm schwebt ein Leben nach den Regeln des Reiches Gottes vor. Er setzt sich für eine Gesellschaft ein, in der es allen gut geht, in der die Würde jedes einzelnen geachtet wird, in der alle Brüder und Schwestern sind, in der man Solidarität übt und Schwächeren auf die Beine hilft.
Dieses Reich Gottes muss zu allen Zeiten neu herbeigeführt werden. Kein politisches, kein wirtschaftliches und kein gesellschaftliches System schafft dies auf Dauer. Es braucht dazu ständiges Umdenken, ständige Umsicht und ständiges auf einander Rücksichtnehmen.
Konkret heißt das für uns Christen: wir müssen ständig auf der Hut sein, dass wir uns nicht in bestehenden Systemen bequem einrichten, dass wir uns nicht von rechten oder linken Ideologien oder von irgendwelchen Denkschulen – "thinktanks" auf neudeutsch – blenden lassen, dass wir bei all unserem Tun auch die Folgen für unsere Mitmenschen und für künftige Generationen mitbedenken.
Geld und Reichtum – biblisch gesprochen "Mammon" - sind an sich nichts Schlechtes, entscheidend ist vielmehr, was wir damit machen, wofür wir es einsetzen. Ungerecht wird der Mammon durch rücksichtslosen Einsatz für den eigenen Vorteil.
Jesus erzählt mehrere Gleichnisse, in denen er den geschickten Umgang mit anvertrautem Vermögen lobt. Er hatte offenbar keine Berührungsängste mit Geld und Vermögen. Er tadelte jene, die untätig bleiben, aber auch jene, die um des Geldes willen unbarmherzig miteinander umgehen. In seinen Gleichnissen geht er davon aus, dass Vermögen ungleich verteilt ist, aber auch dass Menschen ungleich talentiert sind im Umgang damit. Er schätzt jene, die wenig mitbekommen haben, aber mit dem Wenigen gut und verantwortlich umgehen, gleich wie die Tüchtigen und Erfolgreichen. Entscheidend ist für ihn, dass wir mit dem uns Anvertrauten klug, umsichtig und verantwortungsvoll umgehen.
Auch heute sind gesellschaftliche Zustände beklagens- und anklagenswert wie zur Zeit des Propheten Amos und zur Zeit Jesu. Viele Menschen lassen sich von Besitz und Vermögen beherrschen. Man kann nicht zugleich Gott und dem Mammon dienen. Wir müssen uns entscheiden.
Das heutige Evangelium erinnert mich an einen österreichischen Immobilienmakler, der wie der Verwalter im Evangelium, mit dem Geld anderer Leute recht großzügig umgegangen ist; besonders, als er ahnte, dass seine Geschäfte ins Wanken geraten. Auch heute setzen Menschen, wenn sie ahnen, dass es so nicht weitergeht, fragwürdige Handlungen.
Liebe Gläubige, was ahnen wir, wenn wir an die Zukunft denken? Dass wir in Österreich über unsere Verhältnisse leben? Dass wir die Natur nicht weiter so belasten können? Dass unser Sozialsystem und unser Pensionssystem an den Grenzen angelangt ist? Und und und… Wir könnten die Liste noch fortsetzen.
Auch uns treiben diese Ahnungen zu Handlungen und Gedanken, die es zu hinterfragen gilt. Die häufigste Reaktion ist Resignation und die Ausrede "Auf mich kommt es auch nicht mehr an". Das hat fatale Auswirkungen auf die Natur, auf das Sozialsystem, auf das Gesundheitssystem, auf das Pensionssystem.
Jesus sagt dazu: Wer im Kleinen nicht zuverlässig ist, ist es auch im Großen nicht.
Ähnliches erzählt uns auch die Lesung vom Propheten Amos. Er steht vor dem Tempel und klagt die Gier der Besitzenden und Wohlhabenden an; wie sie ihren Reichtum vermehren wollen, indem sie die Maße und die Gewichte verändern, die Armen ausnehmen und danach streben, noch reicher zu werden.
Leider kennen wir solche Entwicklungen auch in der heutigen Zeit. Der Einkommensbericht in Österreich 2024 sagt: die Einkommen der Erwerbstätigen wachsen moderat, die Einkommen und Vermögen der Reichsten deutlich schneller und stärker – vor allem durch Kapitalerträge und Vermögenszuwächse.
Der Prophet Amos hätte heute viel zu sagen. Heute wäre es meiner Meinung nach Aufgabe der Kirche, doch sie ist mit sich selbst beschäftigt. Oder liegt es doch mehr an uns? Wenn wir von Kirche reden, dann diskutieren wir über Strukturreformen und darüber, welche der verschiedenen Strömungen sich in der Kirche durchsetzen wird. Über das Evangelium und was es für uns heute bedeutet, reden und diskutieren wir selten.
Wenn ich die Tradition des Propheten aufgreifen darf, so muss ich sagen: Besonders anklagenswert in der heutigen Zeit ist, dass es eine Umkehr im Denken über die Aufgaben des Staates gibt. Es war immer die Aufgabe der Regierenden, die Armen vor den Reichen zu beschützen und einen Ausgleich zu schaffen. Zur Zeit des Propheten Amos gab es vom Gesetz her alle 7 Jahre einen Ausgleich von Arm und Reich. In unserer Zeit glauben viele Menschen, der Staat muss die Reichen vor den Armen schützen, denn die Armen nützen unser System aus, so ihr Argument. Doch es stellt sich die Frage, wer dieses System ausnützt. Es gibt immer mehr Menschen, die durchaus wohlhabend sind, die sagen: das steht mir ja zu.
Viele von uns kennen Menschen, die, nachdem sie krankheitshalber in Pension gegangen sind, sportliche Höchstleistungen erbringen.
Viele von uns kennen Menschen, die ganz selbstverständlich von Arzt zu Arzt laufen, ohne selbst für ihre Gesundheit etwas zu tun und ihren Lebensstil ändern.
Viele von uns kennen Menschen, die sich einfach keine Arbeit suchen oder auch keine annehmen.
Ich denke, all das ist Ausnützen des Systems. Dass der Staat Förderungen an wohlhabende Haushalte verschleudert, darin sehe ich durchaus Parallelen zum Verwalter im Evangelium.
Die 2. Lesung aus dem ersten Timotheusbrief fordert uns auf, rechtschaffen zu leben. Immer wieder mahnen die Apostel in Briefen die christlichen Gemeinden, rechtschaffen zu leben. Im 2. Thesslalonicherbrief lesen wir: "Wir hören aber, dass einige von euch ein unordentliches Leben führen und alles Mögliche treiben, nur nicht arbeiten." (2 Thess 3,11).
Jesus geht es im heutigen Gleichnis um Gerechtigkeit und dass wir nicht unser ganzes Denken, unsere ganze Energie in das Geld stecken, wie wir es vermehren können. Er sagt: Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen, wir müssen uns entscheiden. Wir verlieren dadurch den Blick auf das Wesentliche, was das Leben ausmacht.
Ich erlebe, dass an den schönsten Ausflugszielen vor allem interessant ist, wieviel das Bier kostet und wie groß das Schnitzel ist, anstatt, wie Ignatius sagt, die Schönheit von innen zu verkosten und sich an der Schönheit zu erfreuen.
Ich erlebe, wenn wir über Menschen sprechen, reden wir davon, wieviel Geld sie haben, wieviel sie verdienen, wie groß das Haus ist, welches Auto sie fahren. Wann sprechen wir über Menschen und ihre Talente, ihre positiven Eigenschaften, und was sie Gutes für die Gemeinschaft getan haben?
Wir müssen uns zu unserem Christ sein bekennen, das Evangelium leben, uns entscheiden und uns nicht zu Sklaven des Mammons machen.
Ich durfte heuer eine Jedermann Aufführung der Salzburger Festspiele miterleben. Und bin noch immer beeindruckt von diesem Schauspiel über das Sterben des reichen Mannes. Er will, dass sein Besitz und sein Vermögen mit ihm in den Tod gehen. Dieses wird verkörpert von der Gestalt des Mammon. Der reiche Mann sagt: “Das ganze Leben hast du mir gedient, komm mit!“ Worauf der Mammon schreit: „Du Narr, du hast nicht mich beherrscht, ich habe ein Leben lang dich beherrscht. Ins Totenreich gehen mit dem reichen Prasser nur der Glaube und die guten Werke“
Wenn Jesus sagt, man kann nicht Gott und dem Geld dienen, heißt es nicht, dass wir ohne Geld leben sollen, sondern dass wir unser Herz nicht an das Geld hängen und dem Geld alles unterordnen sollen. Wir sollen Gott und den Menschen dienen und Gott und die Menschen lieben.
Bereits der Prophet Amos kämpft gegen Betrug und Heuchelei. Jesus erzählt in einem Gleichnis von einem Verwalter, der auf krumme Weise für seine Zukunft vorsorgt. Auch wenn sein Verhalten nicht gutzuheißen ist, können wir von ihm lernen, auf kreative Weise mit uns anvertrautem Vermögen Gutes zu tun.
Menschliche Verhaltensweisen haben sich seit biblischen Zeiten wenig geändert. Sie treten nur in anderen Gewändern auf. Lesung und Evangelium bringen strukturelle und persönliche Korruption nach der Devise manus manum lavat (eine Hand wäscht die andere) zum Ausdruck. Auch vor Betrügereien aller Art scheut man nicht zurück.
Die erste Lesung führt uns so ein Beispiel vor Augen. Der Prophet Amos trat um 800 v. Chr. im Nordreich Israel auf und prangerte den Betrug der Herrschenden scharf an, Maße und Gewichte zu fälschen. Die Profitgier geht so weit, dass diese Ausbeuter am liebsten die Feiertage - damals den Sabbat, und das Neumondfest abschaffen wollten, um Geld zu verdienen.
Feiertagsdebatten kennen wir genauso, meist verbunden mit der Diskussion, ob wir zu wenig oder wegen der rasant fortschreitenden Digitalisierung vielleicht doch zu viel arbeiten. Die Diskussion um Maß- und Gewichtsfälschung hat auch in die Literatur Eingang gefunden, etwa bei Heinrich Böll (1917-1985) „Die Waage der Baleks“. Die Familie Balek von Bilgan hatte großen Einfluss auf das Leben in ihrem kleinen Dorf in der Nähe von Prag. Die Bewohner sammelten in den Wäldern der Baleks Pilze und Kräuter und rechnete sie mit dem Bauern mit Hilfe falsch eingestellter Waagen ab. Niemand im Dorf durfte eine Waage besitzen, damit der Betrug nicht auffalle. Das gelang durch Generationen hindurch. Erst der zwölfjährige Bruder Franz, Großvater des Ich-Erzählers, deckte diese Gemeinheit auf. Die Bauern revoltierten, können sich aber gegen diese Familie nicht durchsetzen. Ihr Aufstand wird gewaltsam niedergeschlagen. Auch heute gibt es ähnliche Vorkommnisse mit ähnlichen Tricks, wenn z.B. dem Konsumenten vorgetäuscht wird, dass sich am Preis nichts geändert habe, wohl aber die Warenmenge reduziert wurde.
Die zweite Lesung richtet sich an Menschen, die Macht ausüben. Auch heute geht es um Machtstrukturen, um auf das Leben der Menschen weiterhin Einfluss zu besitzen. Dabei kommt es immer wieder zu Machtmissbrauch. Wir sollen für die Menschen, die Macht ausüben, beten; besonders zu Jesus Christus als Mittler zwischen Gott und Menschen, damit sie in der Wahrheit bleiben und alles, was sie tun, gerecht ist. Lüge und Heuchelei haben bei uns nichts zu suchen. Sie schaden allen und verstoßen gegen das Liebesgebot.
Damit sind wir schon beim Verwalter im Evangelium. Lukas ist der Evangelist des HEUTE, weil er dieses Wort in seinem Evangelium sehr oft verwendet. Was sich damals ereignet hat, finden wir auch heute wieder. Das wird uns am Beispiel des ungetreuen Verwalters vorgeführt. Als Verwalter hat er Machteinfluss. Diese Vertrauensstellung missbraucht er. Vielleicht ist Ihnen der Schlager von Udo Jürgens aus dem Jahr 1974 noch bekannt: „Zieh den Kopf aus der Schlinge Bruder John“…
Die Schlinge beginnt sich langsam zuzuziehen, auch beim Verwalter in der Bibel. Bei ihm deckt die Wahrheit alles auf. Das Wort »entdecken« besagt »die Decke wegziehen«, um zu sehen, was sich darunter wirklich verbirgt, nämlich der Betrug. Jetzt beginnt die Selbstreflexion des Verwalters, nennen wir ihn nach Udo Jürgens John. Er sucht einen Ausweg aus seiner verzweifelten Lage und erließ den Schuldnern reihenweise ihre fälligen Zahlungen. Schande und Unfähigkeit des John verhindern zunächst, sein Leben neu zu organisieren, weil er einen Treue- und Loyalitätsbruch gegenüber seinem Herrn begangen hat.
Das bezieht sich nicht nur auf die Person, sondern auch auf die materiellen Güter. Daher das Wort: „Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Mammon nicht zuverlässig seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen?“ (Lk 16,11). Dieser Bibelvers führt immer wieder zu Missverständnissen. Jesus fordert nicht zur Untreue und Missbrauch von Menschen und materiellen Gütern auf. Deshalb fügt er noch an: „Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts.“ (Lk 16,8). Das Lob für den Verwalter wird dadurch stark eingeschränkt.
Für heute würde das heißen: Koppelt euch von den Vorgängen dieser Welt nicht ab. Seid wachsam und mutig. Klugheit ist für die innerweltlichen Vorgänge wichtig, die Weisheit ist göttlich. Klugheit und Weisheit sollten eine Einheit bilden. Das legen uns diese Texte nahe, denn Betrug und Unwahrheit aller Art werden irgendwann entdeckt.
Wir stehen gegenwärtig vor gewaltigen Herausforderungen. Die Politiker sind bereit viel "Geld in die Hand zu nehmen", um die anstehenden Aufgaben zu stemmen. Aber kann Geld alles bewerkstelligen? Welches Vermögen braucht es darüber hinaus?
Darf ich einmal eine unanständige Frage stellen? – Lieben Sie den Mammon? Oh, oh. Sie werden wohl nicht „ja“ sagen können. Hier, an diesem Ort… Jesu Wort ist so apodiktisch: ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
Vielleicht ist es gut, in einem Wörterbuch nachzuschauen. Ursprünglich ist Mamon ein aramäisches Wort für Vermögen und Besitz, auch für Geld. Das alles wertfrei und unverfänglich. Ein Wort, wie so viele andere auch. Aber dann tauchen Untiefen auf. Mammon, im griechischen dann auch mit 2 m geschrieben – Mammon -, macht Menschen abhängig. Einmal, weil Menschen nichts mehr anderes denken können, als Dinge anzuhäufen, dann aber auch, sich Menschen abhängig zu machen. Oder abhängig zu halten. Wobei beides irgendwie zusammenhängt und dann auch nicht mehr zu trennen ist. Die Dinge bemächtigen sich der Menschen. Es ist zwar von Freiheit die Rede, aber davon ist nichts wahr. Die Dinge wollen immer mehr.
Eine kleine Kostprobe liefert uns Amos, ein Prophet im Nordreich Israels. Von Beruf Vieh- und Maulbeerfeigenzüchter, wagt er es, sich vor den Tempel zu stellen, und eine ganz scharfe Rede zu halten. Gegen was? Gegen wen? Gegen die Ausbeutung der Armen, gegen Wucher, gegen unlautere Geschäftspraktiken. Hier wird mal ein Gewicht manipuliert, dort schlechte Ware untergeschoben – hier wird mal von Menschen das letzte Hemd genommen, dort werden Menschen zu Sklaven gemacht. Es ist eine lange Liste geworden. Amos zerrt noch vor dem Tempel den Besuchern mit dem frommen Blick die Maske vom Gesicht. Entsetzen!
Der Oberpriester baut sich im vollen Ornat vor Amos auf: Hier ist Gottes Haus, sagt er wutentbrannt. Als ob in Gottes Haus das Böse und Abgründige einen Platz finden könnte! Dass die Wahrheit nicht einmal draußen vor der Tür stehen darf, macht aus dem Tempel eine Räuberhöhle. Gott wird als Garant einer effektiven Weltordnung – oder Weltunordnung – mit Liedern und Opfern betört. Dabei setzt sich Gott für die Armen und Schwachen ein. Er misst Menschen an Recht und Gerechtigkeit. Für Interessen, wirtschaftliche, politische, lässt er sich nicht instrumentalisieren. Gott wird ständig missbraucht.
Amos ist sein Prophet. Er, der Maulbeerfeigen züchtet, der mit Tieren zu reden versteht, kann in Gottes Namen reden, die Wahrheit sagen und dem frommen Getue sämtliche Schleier nehmen. Damals ist es noch nicht so gesagt worden, aber längst gemeint: ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
Nun trifft es sich gut, dass Paulus – oder einer der ihm nahestehenden Menschen - einen Brief geschrieben hat. An den engen und vertrauten Mitarbeiter Timotheus.
„Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten,
zu Fürbitte und Danksagung auf,
und zwar für alle Menschen,
für die Herrscher
und für alle, die Macht ausüben,
damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit
ungestört und ruhig leben können.
Das ist recht und wohlgefällig vor Gott, unserem Retter;
er will, dass alle Menschen gerettet werden
und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.“
Viele Menschen tragen Verantwortung für andere Menschen. In Parteien, Medien, Unternehmen. In Schulen, Gerichten und Krankenhäusern. Ein buntes Völkchen. In einigen Übersetzungen ist von „Obrigkeit“ die Rede, aber das greift wohl zu kurz und fremd geworden ist das Wort auch. Gemeint sind alle Menschen, die besondere Aufgaben haben und leitende Funktionen wahrnehmen. Die, die etwas „zu sagen“ haben, sind gemeint.
Dass sie kritisch begleitet werden müssen, wissen sie und wir, aber viele von ihnen werden attackiert, schlecht geredet, ins Zwielicht gestellt, manchmal sogar bedroht und im Schutz der Anonymität im Netz dem Mob preisgegeben. Wie das jetzt klingt: für sie beten – für sie danken. Dass Menschen „ungestört und ruhig leben“ können, dass für alles gesorgt wird, dass Menschen sich aufeinander verlassen können – das ist ein Geschenk. Dafür zu beten, dafür zu danken, ist Ausdruck einer tiefen Verbundenheit. Dass niemand zurückbleibt. Auch niemand zurückgelassen wird. Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.
Amos hat in einer hitzigen Situation an einem Heiligen Ort, Maßstäbe in Erinnerung gerufen und Gottes Willen zum Maßstab gemacht. Viele Fragen sind strittig und dürfen auch leidenschaftlich diskutiert und abgewogen werden: nach einem gerechten Lohn, nach guten Arbeitsbedingungen, nach verlässlichen Rechtsordnungen, nach weltweiter Gerechtigkeit, nach Frieden zwischen Natur, Klima und menschlichem Zusammenleben.
Wir kennen die Stichworte. Wir kennen auch die Ängste. Abgehängt zu werden. Nicht mehr Herr der Lage zu bleiben. Der Verantwortung nicht gerecht werden zu können. Es sind Mammutaufgaben, die wir in diesem Herbst und Winter gemeinsam stemmen müssen. Die Inflation setzt vielen Menschen und Betrieben zu. So verunsichert waren viele Menschen schon lange nicht mehr. Wir haben das Gefühl, auf Eiern zu gehen. Wenn wir wenigstens das Ende des Tunnels sehen könnten…
In unserem Gottesdienst beten und danken wir. Timotheus freut sich, dass der Brief an ihn bei uns so gut ankommt. Danksagung ist auch und vor allem die Eucharistie. In ihr danken wir für Gottes Zuwendung. Er ist Mensch geworden. Einer von uns. Wohlgefällig vor Gott, unserem Retter, ist, in seiner Liebe zu leben, seine Liebe zu teilen.
Amos hat eine Gerichtspredigt gehalten. Im Ton unerbittlich. Timotheus wird gebeten, für alle Menschen, besonders für die, die Verantwortung tragen, zu beten und zu danken. Im Evangelium schließlich hören wir Jesus sagen: Wir könnten nicht Gott und dem Mammon dienen.
Die Dinge, die wir kennen und lieben, werden auf ihr Maß zurechtgestutzt. Alles, was wir haben oder besitzen können, kann unser Leben nicht sichern. Weder Vermögen, Reichtum, Geld oder Prestige. Wir könnten aber mit den Dingen untergehen. Das ist kein Verdikt gegen das, was wir erarbeiten – eher eine Klarstellung: Vor Gott sind wir mehr als das, was wir aus uns machen, was wir aus uns machen können. Vor Gott sind wir mehr – in der Liebe.
Liebe wird auf keinem Markt gehandelt, in keinem Aktienindex dargestellt, in keiner Bilanz bewertet. Liebe erscheint in keiner Währungstabelle, in keiner Vermögensübersicht, in keinem Anlagevermögen. Wer Gott dient, wird in der Liebe groß, groß gemacht.
Jesus versteht es, Menschen da abzuholen, wo sie sich gerade aufhalten. Dankbar weiß er davon zu erzählen, wie sorgfältig und genau Menschen mit ihrem Vermögen, ihrem Reichtum, ihrem Geld umgehen. Schon von klein an werden Kinder angehalten, mit den Dingen, die ihnen anvertraut werden, gut umzugehen. Das zahlt sich im späteren Leben immer aus. Viele Erfahrungen bestätigen das.
Was ist, wenn wir ebenso sorgsam, engagiert und leidenschaftlich anderen Menschen unseren Reichtum zeigen: die Liebe. Was ist, wenn wir ebenso kleinteilig, neugierig und mit der Nase vorn unseren Reichtum ausbauen: die Liebe.
„Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist,
der ist es auch in den großen,
und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut,
der tut es auch bei den großen.“
1667 zeigte John Milton in dem epischen Gedicht „Paradise Lost“ den Mammon als einen der gefallenen Engel, die sich unter Satans Führung gegen Gott wenden. Gegen die Liebe natürlich auch. Eigentlich gegen alles, was Menschen Glück beschert über Tage und Leben hinaus. Mammon selbst liebt es, Gott zu sein.
Als personifizierter Reichtum tritt der Dämon Mammon, der den Menschen zum Geiz verführt, im Theaterstück Jedermann auf. Jedermann ist verführt. Jedermann wird verführt. Alles ist mein. Sagt Jedermann. In einem Theaterstück lassen sich die Figuren feiern. Der Eintritt ist auch nicht von Pappe. Also, nicht einmal für jedermann. Aber die Weisheit, die das Leben reich macht, ist weder zu kaufen noch zu verkaufen.
Darf ich jetzt eine anständige Frage stellen? – Kann denn der Mammon alles bestimmen? ---
Ich möchte Gott dienen. Ich möchte für Menschen beten. Ich möchte für Menschen danke sagen. Ich möchte – lieben.
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Krisen treiben in die Enge, Krisen bringen uns aber auch zum Umdenken. Was ist wirklich wichtig? Im besten Fall bringen sie uns dazu, neue Prioritäten zu sezten.
Wie sollen wir leben in wirtschaftlich angespannten Zeiten? Wo können wir hinschauen, woran orientieren wir uns? Was heißt es, gut zu leben - mit dem Blick auf sich selber, aber auch auf alles, was rund um uns geschieht.
In zwei Lesungen des heutigen Tages geht es um handfeste wirtschaftliche Verhältnisse, nämlich ums Überleben, um das Leben in Unabhängigkeit und nicht in Knechtschaft. Nicht nur unser Seelenheil ist wichtig, sondern dass wir jeden Tag leben können, in würdigen Verhältnissen, mit ausreichend Nahrung und einem Dach über dem Kopf.
Dazu gibt es auch Gesetze im Judentum: dass von Glaubensgenoss*innen kein Zins genommen werden darf, dass es Ruhetage für alle gibt, dass es alle sieben Jahren einen Ausgleich gibt für die sozialen Schieflagen, die inzwischen entstanden sind, und natürlich ist es ein absolutes No-Go, Maße und Gewichte eigenmächtig zu verändern.
In manchen dieser Aussagen finde ich erschreckend aktuelle Anklänge: Die Preise sind spürbar gestiegen und noch immer jenseits des Gewohnten - und für einige Menschen, die bisher mit ihrem Geld gerade auskamen, existenzbedrohend. Die wirtschaftlichen und geopolitischen Ursachen sind so komplex und miteinander verwoben, dass es keine einfachen Lösungen für den Kampf gegen die Inflation gibt - und so versuchen Staaten, ihre Auswirkungen mit Geldzahlungen oder anderen Initiativen abzumildern.
Die Teuerung betrifft im Jahr 2022 hauptsächlich Energie und landwirtschaftliche Produkte, die wir importieren - und in der Folge alle Bereiche unseres Lebens. Gleichzeitig stehen wir vor einer immensen Klimaveränderung, die uns weltweit die Lebensgrundlage beschneidet, und es werden hektisch Rezepte gesucht, um diese beiden Bedrohungen abzumildern. Menschen in Armut, solche mit wenigen Ressourcen, haben es deutlich schwerer, sich dagegen zu wappnen.
Im Gleichnis, das Jesus erzählt, geschieht etwas Unerhörtes und auch Unerwartetes: Der Verwalter kann die absehbare Entlassung nicht abwenden und stellt sich nun auf die Ebene der Schuldner*innen, er macht sie sich zu Freund*innen, er verteilt von oben nach unten. Versöhnung und Solidarität wird möglich. Diese Handlung des Verwalters kann auch so verstanden werden, dass er „nur“ den Zinserlass oder Zinsverzicht umsetzt, den die Tora - das jüdische Gesetz - ohnehin vorschreibt. Und damit verhindert, dass die Wucherzinsen (damals und teilweise auch heute üblich) die Menschen in totale Abhängigkeit und Schuldknechtschaft führen, in einem absurden Tempo.
So weit einmal zum Kerngleichnis. Die anderen Worte danach sind sehr widersprüchlich, sind zusammengestellt aus verschiedenen Quellen. Es ist kein Text aus einem Guss, das merkt man. Worauf bezieht sich das Lob des Gutsbesitzers?
Ich denke, er lobt die Selbstfürsorge, das Selbstbewusstsein und die Konsequenz in der Umsetzung. Wohl auch, dass Vermögen nicht absolut gesetzt wird, nicht als das Höchste im Leben gesehen wird. Wichtiger ist, dass es dem Leben dient. So lese ich auch den abschließenden Satz „Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es zu Ende geht!“: Geld ist Mittel zum Zweck - Mittel zum Leben in Würde (im Idealfall). Geld ist nicht etwas, dem man das Leben - das eigene oder das von anderen - unterordnen darf. Vermögen und Einkommen sind so zu gebrauchen, dass sich die Güter der Welt auf Gott hin ordnen, dass Gerechtigkeit verwirklicht und ein anständiges, gutes Leben für alle ermöglicht wird. Alles andere ist scharf gesprochen Gotteslästerung.
Die Prioritäten im Leben richtig zu ordnen, das ist eine dauernde Aufgabe und Herausforderung. Was ist wirklich wichtig, was ist „nur“ nett und kann auch warten, kommt dran, wenn es sich ausgeht? Die Bibel gibt hierauf nicht immer eine exakte Antwort (es war ja auch eine andere Zeit), aber sie weist sehr wohl in bestimmte Richtungen. Manchmal hilft es, sich zu fragen „was hätte Jesus getan?“, manchmal hilft der Blick auf die Menschen um uns, manchmal ist auf die innere Stimme, die Gegenwart Gottes zu hören.
Jedenfalls leben wir nicht nur für uns allein, sondern in kleinen und größeren Gemeinschaften. In diesen Beziehungen sind wir gefordert, von diesen Beziehungen werden wir aber auch getragen.
© Angelika Gumpenberger-Eckerstorfer, Seelsorgerin in Wels - St. Franziskus.
Jesus macht seine kritische Einstellung gegenüber Geld- und Vermögenswerten in einer exemplarischen Geschichte von einem betrügerischen Verwalter deutlich. Ihm geht es aber um mehr, als nur um Anstand und verlässlichen Umgang mit Vermögenswerten. Er stellt alle Systeme in Frage, in denen Geld und Vermögen alle anderen Werte dominieren, und fordert uns auf, uns zwischen Gott oder Mammon zu entscheiden.
Die Wirtschafts- und Korruptionsanwaltschaft hat in Österreich gegenwärtig viel zu tun. Sie prüft Verdachtsmomente gegen Unternehmer, Politiker und Beamte in einer besorgniserregenden Zahl von Fällen. Solange nichts erwiesen ist, gilt natürlich die Unschuldsvermutung. Naturgemäß ist die Wirtschaft mit der Politik eng verknüpft. Immer wieder kommt der Verdacht auf, dass der eine oder andere Beamte oder Politiker seine Position ausnützt und in die eigene Tasche wirtschaftet. Damit wird nicht nur der Allgemeinheit Schaden zugefügt, es leidet darunter auch die Glaubwürdigkeit des ganzen politischen Systems.
Im Evangelium haben wir eine sonderbare Geschichte aus dem Munde Jesu gehört. Er erzählt von einem Mann, der ein korruptes System aufgebaut hat, um seine eigene Zukunft abzusichern für den Fall, dass seine Machenschaften auffliegen. Irritierend an der Geschichte ist weniger, dass es offenbar auch damals solche Typen gab, als vielmehr, dass Jesus dem Verhalten dieses Gauners eine positive Seite abgewinnt.
Aus dem Gesamtzusammenhang heraus möchte ich vorneweg klarstellen, dass Jesus uns nicht zu einem skrupellosen Umgang mit Vermögenswerten animieren wollte. Ausdrücklich fordert er Zuverlässigkeit im Kleinen wie im Großen ein. Er sagt: "Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen. Wenn ihr nun im Umgang mit dem ungerechten Mammon nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das Eure geben? " (Lk 16,11).
Auch das Motiv "Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es zu Ende geht!" kann zu einem verkürzten Verständnis des Anliegens Jesu führen. Jesus will mehr. Erst wenn wir den letzten Satz des heutigen Evangeliums "Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon" in den Blick nehmen, wird deutlich, worum es Jesus geht.
Jesus selbst stellt Wertsysteme, die allein Geld- und Vermögenswerte im Auge haben, in Frage. Wo Geld und Vermögen alle anderen Werte dominieren, werden sie zu Götzen, denen wir bereitwillig wichtigere Dinge im Leben opfern. Er nennt sie deshalb "ungerechter Mammon". Er fordert seine Zuhörer auf, mit Geld- und Vermögenswerten anders umzugehen, als es für viele Menschen gang und gäbe ist. Diese sind Mittel, die wir nicht zur Mehrung von Reichtum, Wohlstand, Ansehen, Einfluss und Macht einsetzen sollen, sondern für Zwecke und Ziele, die in einem umfassenderen Sinn wertvoll sind.
Ohne Frage brauchen wir eine florierende Wirtschaft, nicht zuletzt auch, um die vielen sozialen Maßnahmen und Einrichtungen finanzieren zu können. Wirtschaft und Wirtschaftswachstum sind für viele Menschen aber eine heilige Kuh, der sie alles andere unterordnen. Oberstes Ziel muss das Wohl jedes Menschen sein. Und dazu braucht es mehr als hohes Einkommen, mehr als Wohlstand. Was wir von Wirtschaftsleuten lernen können, ist ein konsequentes Verfolgen von Zielen. In vielen Bereichen des Lebens gibt es da noch viel "Luft nach oben": Bildung für alle, Gesundheit, gerechte Verteilung der uns zur Verfügung stehenden Lebensgüter, verantwortlicher Umgang mit der Umwelt u.a.m.
Wofür setzen wir unsere Kräfte ein? Die Zuspitzung auf eine Entscheidung zwischen Gott oder Mammon, wie es Jesus im Evangelium fordert, scheint auf den ersten Blick gewagt. Eine Welt, die Gott vergisst und den Mammon anbetet, führt zu Verhältnissen, die unmenschlich sind. Wo allein das Geld regiert, schrecken die Menschen nicht zurück vor Menschenhandel, moderner Sklaverei in Form von Kinderarbeit und Missbrauch der jeweils Schwächeren.
Jesus fordert uns auf zu überdenken, welche Ziele wir anstreben und wem wir unsere Kräfte und Ressourcen zur Verfügung stellen.
Der Vergleich mit dem klugen aber unredlichen Verwalter stiftet zunächst Verwirrung. Es veranlasst aber zum Nachdenken über den Umgang mit Besitz und Reichtum. Niemand kann zwei Herren dienen. Der biblische Glaube will uns dazu hinführen, dass Gott alle mit den Gütern der Erde reich gesegnet hat. Es gilt zu teilen und für den Besitz Verantwortung zu übernehmen.
Reichtum birgt die Gefahr in sich, dass er zum Götzen wird, dem wir dienen. Jesus stellt uns vor die Entscheidung, wem wir dienen wollen: Gott oder dem Reichtum.
Lieder:
GL 377: O Jesu, all mein Leben bist du
GL 395: Den Herren will ich loben
GL 418: Befiehlt du deine Wege und was dein Herze kränkt
GL 422: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
GL 424: Wer nur den lieben Gott läßt walten
GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte (4. Str.)
GL 435: Herr, ich bin dein Eigentum
GL 440: Hilf, Herr meines Lebens
GL 477: Gott ruft sein Volk zusammen (2. Str.)
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit
GL 484: Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben
Psalmen und Kehrverse:
GL 41: Ich bin arm und gebeugt; der Herr aber sorgt für mich. - Mit Psalm 40 - IV.
GL 47,1: In den Tagen des Herrn sollen Gerechtigkeit blühen und Fülle des Friedens - Mit Psalm 72 oder mit Psalm 113 (GL 62,2) - V.
GL 56: Freut euch, wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade - Mit Psalm 100 - V.
Landauf, landab ist gegenwärtig das große Sparen angesagt. Gerade die Schwächeren in inserer Gesellschaft betrifft das besonders hart. Gleichzeitig hören wir, wie Reiche und Mächtige mit Geld um sich werfen und es schaffen, immer reicher zu werden. Das tut weh!
Was sagt Jesus dazu?
Er preist zwar die Armen und Schwachen selig und lebte selbst anspruchslos. Aber reicht das, um die großen Probleme zu lösen? Er mahnt uns, mit Geld und Vermögen verantwortungsvoll unmzugehen, unser Herz nicht an Reichtümer zu hängen und umzudenken, umzukehren. Doch wie sieht eine solche Umkehr aus?
Bitten wir Gott, dass er uns Wege zeige, wie wir verantwortungsvoll mit allem, was er in unsere Hänge gelegt hat, umgehen können, und uns in unserem Bemühen rechtschaffen zu leben beistehe.
Der Psalm Psalm 113 stellt eine Frage:
Wer ist wie er, der hinabschaut in die Tiefe, *
auf Himmel und Erde?
Und die Antwort wird auch gleich gegeben:
Den Geringen richtet er auf aus dem Staub, *
aus dem Schmutz erhebt er den Armen. –
Um ihn wohnen zu lassen bei den Fürsten, *
bei den Fürsten seines Volkes.
Ungewöhnlich, überraschend ist diese Sicht.
Sie wird uns heute eröffnet und geschenkt.
Unsere Blicke werden auf das Wichtige gelenkt.
Lasst uns Gott um seine Barmherzigkeit bitten.
"Geld regiert die Welt" ist der Eindruck vieler Menschen. Alles in der Welt scheint sich um Geld und wirtschaftlichen Erfolg zu drehen. Jesus warnt uns, den "ungerechten Mammon", wie Geld und Reichtum nennt, zur Richtschnur unseres Lebens zu machen. Wer das ganze Leben aus dem Blickwinkel des Geldes betrachtet, verliert Gott aus den Augen.
Am Beginn des Gottesdienstes treten wir vor Gott und bitten ihn um Vergebung und Erbarmen.
Herr, Jesus Christus,
wie schon viele Propheten vor dir hast du Recht und Gerechtigkeit sowie Rücksicht auf die Armen und Schwachen eingefordert.
Herr, erbarme dich.
Du warnst uns davor, unser Herz an Vermögen und Reichtum zu hängen und Gott uns das Reich Gottes aus den Augen zu verlieren.
Chrisus, erbarme dich.
Du willst, dass wir in Frieden rechtschaffen und Gott wohlgefällig leben.
Herr, erbarme dich.
Herr,
wir sehen die Kluft zwischen reich und arm,
weltweit sehnen sich Menschen nach Gerechtigkeit.
Herr, erbarme dich.
Christus,
du bist einer von uns geworden,
dass allen Menschen geholfen wird, vertraust du uns an.
Christus, erbarme dich.
Herr,
Geld regiert nicht die Welt,
deine Liebe ist größer als der Mammon
Herr, erbarme dich.
Das ist recht und wohlgefällig vor Gott, unserem Retter;
er will, dass alle Menschen gerettet werden
und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.
Ehre sei Gott in der Höhe...
Herr, Jesus Christus,
dein Ansehen gilt besonders den Armen und Gebeugten.
Herr, erbarme dich.
Du verschenktest dich – sogar bis in den Tod.
Christus, erbarme dich.
Du lädst alle ein an deinen Tisch,
Arme und Reiche,
Gesunde, Kranke und Gebeugte.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
wie schon viele Propheten vor dir
warnst du uns vor der Umwertung aller Werte,
wenn wir nicht Gott an die erste Stelle setzen.
Herr, erbarme dich.
Du willst, dass wir rechtschaffen und verlässlich sind
im Umgang mit den Gütern, die uns anvertraut sind.
Christus, erbarme dich.
Du siehst uns in Gefahr,
dass wir uns vom Streben nach Reichtum
und von wirtschaftlichen Sachzwängen versklaven lassen.
Herr, erbarme dich.
Heiliger Gott,
du hast uns das Gebot der Liebe
zu dir und zu unserem Nächsten aufgetragen
als die Erfüllung des ganzen Gesetzes.
Gib uns die Kraft,
dieses Gebot treu zu befolgen,
damit wir das ewige Leben erlangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 25. Sonntag im Jahreskreis
Gott, du Beschützer aller, die auf dich hoffen,
ohne dich ist nichts gesund und nichts heilig.
Führe uns in deinem Erbarmen den rechten Weg
und hilf uns,
die vergänglichen Güter so zu gebrauchen,
daß wir die ewigen nicht verlieren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 17. Sonntag im Jahreskreis
Allmächtiger Gott,
du gebietest über Himmel und Erde,
du hast Macht über die Herzen der Menschen.
Darum kommen wir voll Vertrauen zu dir;
stärke alle, die sich um die Gerechtigkeit mühen,
und schenke unserer Zeit deinen Frieden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 2. Sonntag im Jahreskreis
Gott, unser Schöpfer.
Die Gegensätze in der Welt klagen uns an:
Reichtum und Not,
Hunger und Überfluß,
Sorglosigkeit und Leid stehen gegeneinander.
Hilf du uns allen,
daß wir aufhören, die Gegensätze zu verschärfen,
und anfangen,
einander Brüder und Schwestern zu sein.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen.
MB Auswahl 23
Herr, unser Gott,
du willst, dass wir dir allein dienen
und in allem dich suchen.
Lass uns treu bewahren, was uns anvertraut ist,
damit uns einst deine Fülle zuteil wird.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
WB 25. Sonntag im Jahreskreis C
Gott,
du hast uns Köpfe geschenkt, klug zu sein,
doch gerade wächst uns vieles über den Kopf.
Du hast uns Herzen geschenkt, barmherzig zu sein,
aber Sorgen und Ängste treiben uns um.
Wenn du uns ansprichst, spüren wie die Ruhe,
die sich um uns ausbreitet.
Wir bitten um dein Wort.
Wenn wir dir zuhören, werden wir mutig
und gelassen.
Wir bitten um deinen Geist.
Unsere Wege gehst du mit,
in Christus, unserem Herrn,
von Ewigkeit zu Ewigkeit. – Amen.
Herr, Jesus Christus,
viele Ereignisse und Vorgänge in der Welt wie auch in unserer nächsten Umgebung machen uns Sorge.
Wir bitten dich:
Für alle, die sich in ihren wirtschaftlichen Nöten und Ängsten allein gelassen sind oder nicht ernstgenommen fühlen.
Stärke ihr Vertrauen in deine Gegenwart und in deinen Beistand.
Für alle, die in deinem Geist am Kommens des Reiches Gottes mitwirken und ihre Verantwortung für ihre Mitmenschen und für die Umwelt wahrnehmen wollten.
Führe sie durch deinen Heiligen Geist und lass sie erkennen, was zu tun notwendig ist.
Für alle, die der Gier nach Reichtum und Macht verfallen sind und nur auf ihren eigenen Vorteil hinarbeiten.
Öffne ihre Augen und ihr Herz für die Not der Armen und Benachteiligten.
Für alle, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen.
Gib ihnen Kraft zum Durchhalten und lass sie nach Rückschlägen nicht mutlos werden.
Für alle, die sich oft unbedankt für die Rettung von in Not geratenen Menschen einsetzen und Recht und Gerechtigkeit einfordern.
Lass ihre Mühe nicht vergeblich sein.
Für alle, die am Ende ihres zeitlichen Lebens angelangt sind und sich vor dir verantworten müssen.
Lass sie Seelenfrieden finden und sei ihnen ein gnädiger Richter.
Du, Herr, hast uns das Kommen deines Reiches verheißen.
Dir vertrauen wir, denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. - Amen.
Machtmissbrauch begegnet uns überall, auch in der Kirche.
Hilf uns, das Leid der Opfer in voller Schwere anzuerkennen ohne den Tätern selbstgerecht gegenüberzutreten.
National und noch mehr global sind die Auswirkungen politischer Entscheidungen schwer beurteilbar.
Bewahre uns davor, uns unter dem Deckmantel der Hilfe für andere eigene Vorteile zu verschaffen.
Die Vertreter von Recht und Ordnung meinen oft, nach deinem Willen zu handeln.
Verhilf uns zu einem klaren Blick dafür, wie sehr wir selbst deiner und der Vergebung der anderen bedürfen.
Zur Freiheit hast du den Menschen erschaffen.
Hilf uns, die vielen Abhängigkeiten in unserem Leben zu erkennen und uns davon lösen zu können.
Im Angesicht des Todes Vergebung zu schenken und zu erhalten ist heilsam für alle.
Wir bitten dich, vergib du, wie wir zu vergeben versuchen.
Ohne deine Vergebung kann der Mensch nicht leben.
Wir danken wir dafür jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Du forderst uns auf, zu bitten und dankzusagen.
Für alle Menschen,
für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben.
Heute bitten wir:
Menschen suchen Frieden, doch es herrscht Krieg.
Risse gehen durch Familien und Nachbarschaften.
Was Wahrheit ist und was Lüge, wird hart umkämpft.
Herr, erbarme dich.
Menschen suchen Verlässlichkeit, doch die Inflation steigt.
Bei vielen geht die Angst um, nicht mehr klar zu kommen.
Am Limit sind auch viele Unternehmen.
Im Dschungel der Nachrichten gehen Menschen unter.
Sie fliehen vor Konflikten, vor Dürre und Hunger.
Die Elendsviertel wachsen.
In den Metropolen stoßen Reichtum und Armut aufeinander.
Geld baut sich Paläste.
Viele Menschen verschwinden in der Anonymität.
Kranke und alte Menschen empfinden sich oft als Last.
Kliniken und Heime sollen Renditen erwirtschaften.
Unter der Vorherrschaft der Zahlen werden Menschen zu Kostenfaktoren.
Du, Herr, hast uns als deinen Willen anvertraut,
dass alle Menschen in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können.
Schenke uns die Weisheit, für das Leben zu kämpfen,
den Dingen auf den Grund zu gehen
und an deiner Liebe Maß zu nehmen.
In Christus, Herr, Bruder und Freund. – Amen.
Gott, wir leben mit den Füßen auf der Erde und mit dem Kopf im Himmel. Uns beschäftigt, wie wir unser tägliches Leben meistern können, und doch möchten wir nicht den Blick auf unsere Bestimmung verlieren.
Wir kommen mit unseren Bitten zu dir:
Wir bitten für die Politikerinnen und Politiker der Welt:
Dass ihnen das Wohl der Menschen am wichtigsten in ihrem Handeln ist.
Wir bitten für die Wirtschaftstreibenden aller Branchen:
Dass der sorgsame Umgang mit Ressourcen und mit der Arbeitskraft der Menschen wichtiger sind als die Maximierung des Profits.
Wir bitten für unsere kirchlichen Gemeinschaften:
Dass wir nach den gleichen Prinzipien leben und wirtschaften, die wir von anderen einzuhalten erwarten.
Wir bitten für uns selber:
Dass wir unsere vielfältigen Beziehungen zu Menschen und zu dir, Gott, höher achten als Geld.
Wir bitten für unsere Verstorbenen:
Dass sie Erfüllung und Vollendung bei dir, Gott, finden.
Gott, wir danken dir für deine Sorge und für unsere Freiheit, das Leben zu gestalten.
Erinnere uns an unsere Heimat bei dir
und sei bei uns an jedem Tag unseres Lebens. - Amen.
© Angelika Gumpenberger-Eckerstorfer, Seelsorgerin in Wels - St. Franziskus.
In jedem Gottesdienst verbinden wir uns im Gebet und Dank mit allen jenen, die nicht daran teilnehmen können.
Für alle, die selbst vielleicht keinen Zugang zum Gebet haben, lasst uns miteinander beten:
Für alle, die in der Kirche zusammen mit Papst Franziskus Verantwortung dafür tragen,
dass wir uns als Getaufte gemäß Jesu Botschaft um das Heil aller sorgen.
Für alle, die an der Spitze des Staates stehen und die Geschicke der Bürger leiten,
dass sie kluge Lösungen für die gegenwärtigen friedenspolitischen, finanziellen, sozialen und klimatechnischen Probleme finden.
Für das Verständnis zwischen den Generationen, den Arbeitgebern und Arbeitnehmern und den verschiedenen sozialen Schichten unserer Gesellschaft,
dass sie einander wertschätzend begegnen und zu gemeinsamen Kompromissen finden.
Für uns selbst, wenn uns die Ängste um unsere bestehenden Vorteile den Blick auf die für die Allgemeinheit wesentlichen Werte verdunkeln.
Für unsere Verstorbenen, denen wir viel an persönlicher und gesellschaftlicher Entwicklung zu verdanken haben.
Nimm sie auf in deine Herrlichkeit.
Jesus hat für uns alle gelebt, gelitten und ist für uns gestorben. Alle sollen Anteil an dem von ihm uns verdienten Heil haben.
Für sie alle bitten wir dich, Vater, und danken dir für alle deine Gaben jetzt und allezeit. - Amen.
Guter Gott,
obwohl du uns reich mit den Gaben der Schöpfung beschenkt hast,
leben viele Menschen in Not.
Wir bitten dich:
Für alle Wirtschaftstreibenden,
die in ihren Entscheidungen unter hohem Druck stehen,
dass sie sich nicht allein von Erfolgs- und Sachzwängen leiten lassen,
sondern das Wohl der von ihnen Abhängigen im Auge behalten.
Für alle Politiker,
dass sie sich nicht in erster Linie von ihren eigenen Interessen
und den Interessen ihnen nahestehender Organisationen leiten lassen,
sondern auf eine gute Zukunft für alle bedacht sind.
Für die gesellschaftlich und wirtschaftlich Schwachen in unserem Land,
dass sie gerechten Anteil am Wohlstand und Reichtum unseres Landes erhalten.
Für die Lehrer und Erzieher,
die den jungen Menschen vermitteln, was wertvoll und gut ist,
dass sie sich nicht mit der Vermittlung materieller Werte begnügen.
Für alle, die durch Medien die öffentliche Meinung beeinflussen,
dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst sind
und sich nicht allein von Reichweiten und Einschaltzahlen bestimmen lassen.
Für unsere Verstorbenen,
dass sie in die ewigen Wohnungen aufgenommen werden.
Du, Herr, bist der Gott des Lebens,
der all seinen Geschöpfen Leben in Fülle geben will.
Wir danken dir und preisen dich. – Amen.
Als Christen ist uns aufgetragen, für alle Menschen zu beten.
Gott will, dass alle Menschen zu ihm finden.
Beten wir miteinander und füreinander:
Beten wir für die Gläubigen aller Religionen,
dass sie sich nicht von Macht und Besitz vereinnahmen lassen.
Beten wir für eine Weltordnung, in der der Wert eines jeden Menschen geschätzt wird und auf eine gerechte Verteilung der vorhandenen Ressourcen geachtet wird.
Beten wir für alle Menschen, die in schwierigen Lebenssituationen nicht in Selbstmitleid fallen, sondern aktiv nach einem Ausweg suchen.
Beten wir für uns alle, die wir in einer Woche in unserer Heimat vor einer Wahlentscheidung stehen.
Beten wir für alle Menschen, die du am Ende ihres irdischen Lebens zur Erkenntnis deiner ewigen Wahrheit führst.
Vater! Eröffne uns und allen, für die wir beten, Perspektiven und Wege, die uns näher zu dir führen.
Das erbitten wir durch Christus, unseren Herrn und Bruder. - Amen.
Herr, unser Gott,
nimm die Gaben deines Volkes an
und gib, dass wir im Geheimnis
der heiligen Eucharistie empfangen,
was wir im Glauben bekennen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 25. Sonntag im Jahreskreis
Heiliger Gott,
diese Gabe werde zum reinen Opfer,
das deinen Namen groß macht unter den Völkern.
Für uns aber werde sie zum Sakrament,
das uns die Fülle deines Erbarmens schenkt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 31. Sonntag im Jahreskreis
Gott,
du hast uns deinen Namen genannt:
Der, der mit uns Brot und Wein teilt.
Wir danken dir für deine Liebe.
Was uns klein erscheint,
macht uns groß.
Liebenswert für alle Zeit.
Du selbst bist Brot und Wein.
Deinem Wort trauen wir.
Du schenkst uns Leib und Blut unseres Herrn.
In der Nacht, in der er verraten wurde,
sahen wir sein Geheimnis.
Glück und Zukunft in deinem Reich.
Von Ewigkeit zu Ewigkeit. – Amen.
(für Wortgottesdienstfeiern):
Kehrvers:
Singt dem Herrn und preiset seinen Namen. (GL 54,1)
Gott und Herr über alle Welt,
wir treten vor dich, um dir zu danken.
Denn in Weisheit hast du die Welt erschaffen
und ihr deine Ordnung gegeben.
Kehrvers
Du hast dem Menschen die Erde anvertraut,
doch du achtest auf Recht und Gerechtigkeit.
Du schaust auf die Armen und Schwachen im Land
und wendest dich gegen alle, die Unrecht tun.
Kehrvers
Jesus, dein Sohn ist für die eingetreten,
die an den Rand gedrängt und benachteiligt wurden.
Er hat uns daran erinnert, dass die Güter dieser Welt
uns nur vorübergehend anvertraut sind.
Kehrvers
Er hat uns ermahnt,
das uns Anvertraute gerecht und zuverlässig zu verwalten.
Klug sollen wir sein und uns Schätze sammeln,
die auch im Himmelreich wertvoll sind.
Kehrvers
Er hat uns das wahre Gut anvertraut,
deine Zuwendung zu uns Menschen und deine Liebe.
Dafür danken wir dir und singen wir dir unser Lob:
Danklied, z. B. Singt dem Herrn ein neues Lied (409)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und das Werk deiner Gnade zu rühmen
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn aus Erbarmen mit uns sündigen Menschen
ist er Mensch geworden aus Maria, der Jungfrau.
Durch sein Leiden am Kreuz hat er uns
vom ewigen Tod befreit und
durch seine Auferstehung
uns das unvergängliche Leben erworben.
Darum preisen dich deine Erlösten und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 2
Wir danken dir, heiliger, starker Gott.
Du lenkst die Geschicke der Welt
und sorgst für jeden Menschen.
Du versammelst uns zu einer Gemeinschaft,
damit wir alle dein Wort hören
und deinem Sohn im Glauben folgen.
Er ist der Weg - auf diesem Weg gelangen wir zu dir;
er ist die Wahrheit - sie allein macht uns frei;
er ist das Leben und erfüllt uns mit Freude.
Darum danken wir dir, Vater, für deine Liebe,
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Wir stimmen ein in den Gesang der Engel
und bekennen zum Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 2
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn er hat das Werk der Erlösung vollbracht,
er ist aufgefahren über alle Himmel
und thront zu deiner Rechten.
Er hat den Heiligen Geist,
wie er den Jüngern versprochen,
ausgegossen über alle,
die du zu deinen Kindern erwählt hast.
Darum preisen wir jetzt und in Ewigkeit dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Heiliger Geist 1
Niemand kann zwei Herren dienen
Wir sind aufgerufen uns zu entscheiden
woran hänge ich mein Herz?
Sind es Geld und Macht
einflussreiche Positionen
Vergnügen und Spaß
Gesundheit und Schönheit?
All das ist nicht schlecht
nur darf es Gott nicht ersetzen
darf es nicht das sein
woran unser ganzes Herz hängt
wonach wir unser ganzes Streben ausrichten
Jesus mahnt mit seinen Jüngern auch uns
seid klug und gebraucht die Güter der Erde
um Gott und den Menschen zu dienen
damit ihr am Ende eures Lebens
reich beschenkt werdet
mit dem Glanz des Himmel
Allmächtiger Gott,
du erneuerst uns durch deine Sakramente.
Gewähre uns deine Hilfe
und mache das Werk der Erlösung,
das wir gefeiert haben,
auch in unserem Leben wirksam.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 25. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
schenke uns durch dieses Sakrament
die Fülle deines Erbarmens
und mache uns heil.
Gewähre uns deine Hilfe,
damit wir so vor dir leben können,
wie es dir gefällt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 21. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
dieses heilige Sakrament tilge unsere Schuld
und gewähre uns deinen Schutz.
Es entreiße uns der Gleichgültigkeit
und erwecke in uns einen lebendigen Glauben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Dienstag der Fastenzeit
Treuer, barmherziger Gott,
wir danken dir, dass du die Welt gut geschaffen,
allen Dingen ihren Namen gegeben
und das Wichtige und Gute in das Licht gestellt hast.
Schenke uns, in deiner Liebe zu leben,
Wege zueinander zu finden
und Abhängigkeiten zu durchbrechen.
Befreie uns davon,
vergänglichen Dingen auf den Leim zu gehen
und lass uns in der großen Freiheit deiner Kinder leben.
Dafür hat Jesus gelebt, dafür ist er gestorben,
dafür ist er von den Toten auferstanden.
Dein Reich komme. – Amen.
Guter Gott,
so oft haben wir in diesem Gottesdienst das AMEN gesprochen
und damit zugesagt, dass alles so sein, alles so geschehen soll.
Wir bitten dich,
schenke uns die Kraft, dass unser AMEN nicht nur ein Lippenbekenntnis bleibt,
sondern dass wir uns mutig aufmachen,
allen Menschen das zuzugestehen, was sie benötigen.
Gib uns auch den Mut, zu bitten,
wo wir selbst uns arm, bedürftig und gebeugt fühlen.
Das erbitten wir durch Jesus Christus,
der uns aufgetragen hat,
dass wir einander tragen und aufrichten. - Amen.
Alternative zur Kollekte:
Sie sind gewohnt, bei der Kollekte für die verschiedensten Anliegen Ihren Beitrag zu leisten. Dies ist natürlich sinnvoll, aber in manchen Fällen kauft man sich damit von der Verantwortung los. Man delegiert das Helfen an Spezialisten.
Mir geht es andererseits auch oft so, dass ich das Geld zu Hause vergessen habe. - Natürlich unabsichtlich...
Heute möchte ich Sie daher bitten, nichts ins Körbchen hinein zu legen, sondern nach vorne zu kommen und sich bewusst etwas aus dem Körbchen zu nehmen. Sie bekommen damit Geld, das Sie an Ihre Verantwortung erinnern soll. Das Sie dem nächsten Bedürftigen geben können. Und sollten Sie dabei das Gefühl haben, dass es nicht ausreicht, dürfen Sie gerne aus eigener Tasche etwas beisteuern.
Refrain:
Wie ein Traum wird es sein, wenn der Herr uns befreit
zu uns selbst und zum Glück seiner kommenden Welt...
Der Blinde blinzelt in die Sonne, dem Tauben verrätst du
ein Wort und er nickt.
Der stumm gewesen, spricht die Wahrheit.
Der lahme Mann schiebt seinen Rollstuhl nach Haus.
Geduckte heben ihre Köpfe, Enttäuschte entdecken,
die Welt ist so bunt-
Verplante machen selber Pläne, die Schwarzseher sagen:
Es ist alles gut.
Die Alleswisser haben Fragen, der Analphabet liest die Zeichen
der Zeit,
wer nichts besitzt, spendiert für alle,
die Herrschenden machen sich nützlich im Haus.
Lothar Zenetti nach Ps. 126.
Liederbuch „Zwischen Himmel und Erde“ , Münster 2011, Nr. 225.
1. Wir pflügen und wir streuen
den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen
steht in des Himmels Hand:
der tut mit leisem Wehen
sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen,
Wuchs und Gedeihen drauf.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt
und hofft auf ihn!
2. Er sendet Tau und Regen
und Sonn- und Mondenschein,
er wickelt seinen Segen
gar zart und künstlich ein
und bringt ihn dann behende
in unser Feld und Brot:
es geht durch unsre Hände,
kommt aber her von Gott.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm,
dankt und hofft auf ihn!
3. Was nah ist und was ferne,
von Gott kommt alles her,
der Strohhalm und die Sterne,
der Sperling und das Meer.
Von ihm sind Büsch und Blätter
und Korn und Obst von ihm,
das schöne Frühlingswetter
und Schnee und Ungestüm.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm,
dankt und hofft auf ihn!
4. Er läßt die Sonn aufgehen,
er stellt des Mondes Lauf;
er läßt die Winde wehen
und tut den Himmel auf.
Er schenkt uns so viel Freude,
er macht uns frisch und rot;
er gibt den Kühen Weide
und unsern Kindern Brot.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm,
dankt und hofft auf ihn!
Matthias Claudius, 1782
Herr, höre, Herr, erhöre,
breit deines Namens Ehre
an allen Orten aus;
behüte alle Stände
durch deiner Allmacht Hände,
schütz Kirche, Obrigkeit und Haus.
Lass alle, die regieren,
ihr Amt getreulich führen,
schaff jedermann sein Recht,
dass Fried und Treu sich müssen
in unserm Lande küssen,
und segne beide, Herrn und Knecht.
Wend ab in allen Gnaden
so Feu'r– als Wasserschaden,
treib Sturm und Hagel ab,
bewahr des Landes Früchte
und mache nicht zunichte,
was deine milde Hand uns gab.
Gib uns den lieben Frieden,
mach alle Feind ermüden,
verleih gesunde Luft,
lass keine teuren Zeiten
auf unsre Grenzen schreiten,
da man nach Brot vergebens ruft.
Komm als ein Arzt der Kranken,
und die im Glauben wanken,
lass nicht zugrunde gehn.
Die Alten heb und trage,
auf dass sie ihre Plage
geduldig mögen überstehn.
Bleib der Verfolgten Stütze,
die Reisenden beschütze,
die Sterbenden begleit
mit deinen Engelscharen,
dass sie in Frieden fahren
zur ewgen Ruh und Herrlichkeit.
Nun, Herr, du wirst erfüllen,
was wir nach deinem Willen
in Demut jetzt begehrt.
Wir sprechen nun das Amen
in unsres Jesu Namen,
so ist all unser Flehn gewährt.
Benjamin Schmolck (1714), EG 423.
Ein new lied von dem geytzigen Mammon, wie er schier jn aller welt mit macht eingewurtzelt vnd vberhand genomen (1530).
Digitalisat:
https://books.google.de/books?id=m-dYAAAAcAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false
books.google.de - (Aufruf 15.09.2022)
Das ursprünglich aramäische Wort „Mammon“ ist durch die Erwähnung in der Lutherschen Bibel im 16. Jahrhundert ins Deutsche gelangt. Da Luther den Begriff in der Bibel nicht übersetzt hat, steht Mammon für einen Dämon, der den Menschen zum Geiz verführt. Heute wird mit dem Begriff abschätzig das Geld bezeichnet, das im Allgemeinen zwar jeder gerne hätte, jedoch nicht in dieser Form. Denn Mammon ist ursprünglich ein unredlich erworbener Gewinn oder Reichtum.
https://www.deutschlandfunkkultur.de/gesucht-wurde-mammon-100.html - (Aufruf 15.09.2022)
Lange (wie selten) bin ich mit den Bibeltexten des heutigen Sonntags „schwanger gegangen“ und ich will es den Theologen überlassen, die Feinheiten des Textes hervorzuheben. Meine Frage an mich ist, was beschäftigt mich in diesem Zusammenhang am meisten.
Viele Jahre haben mein Mann und ich in einem, damals so genannten, „Dritte-Welt“-Projekt mitgearbeitet. Und wir mussten uns oft, selbst aus unserer Gemeinde, „anmachen“ lassen, ob wir im eigenen Land nicht genug Leid hätten. - Ja, natürlich.
Unser ABER brauche ich hier nicht weiter auszuführen.
Ein zweites Erleben hat uns herausgefordert. In unserer Nachbarschaft war eine ganze Zeit mal wieder der „Penner“ unterwegs und es kam in Gesprächen die Aufforderung, dass wir doch alle nichts geben sollten, vielleicht bliebe er dann endlich weg. Es wäre doch klar, dass er das Geld nur in Alkohol umsetzten würde. - Ja, das stimmt zu Teilen vermutlich.
So dürfen wir auch werten, weil WIR ja nie auch nur ein Glas anrühren...
Jürgen und ich fassten für uns einen Entschluss. Zukünftig wollten wir immer, ob an der Haustür oder in Begegnungen in der Stadt, anbieten, dass wir etwas zu essen und/oder zu trinken besorgen bzw. mitgeben würden.
Dies ist Jahre her – und ob Sie es glauben oder nicht, noch nie hat jemand, der uns um Geld bat, diesen Vorschlag abgelehnt.
Der Obdachlose, der noch Jahre an unsere Tür kam, hat uns wohl auch gefragt, ob wir auch etwas Geld hätten, dann könnte er nachts eine Unterkunft nehmen. Auch das hat er bekommen. Und es war uns egal, ob er sich auf dem Weg dahin auch ein Gläschen gegönnt hat. - Meine Kinder haben ihn einmal gesehen, als er gerade von uns kam und herzhaft in das mitgegebene Brot gebissen hat.
Ja, ABER, er hätte es auch wegwerfen können.
Ja, hat er aber nicht.
An zwei Begegnungen, die mich auch tief bewegten, möchte ich Sie gerne teilhaben lassen:
Unsere Kinder bekamen in der Adventszeit immer einen gemeinsamen Adventskalender mit 4 Umschlägen, und in einem war immer ein Kinobesuch. Damals keine billige Sache.
Wir kamen aus dem Kino und es hatte erste Schneeflocken gegeben. Auf dem Weg zum Parkplatz saß, an die Mauer eines Ladens angelehnt, ein mittelalter Mann, zählte ein paar Kleinmünzen in einen Beutel und frage, ob wir eine Mark für ihn hätten. Ich kann nicht mehr sagen, ob es wirklich die Not war, die aus seinen Augen sprach, oder mein schlechtes Gewissen, dass wir im Vergleich ein „kleines Vermögen“ ausgegeben hatten, ich weiß es nicht. Bestenfalls beides. Ich nahm meine Geldbörse heraus und war bereit, mehr als eine Mark zu geben, hatte aber nur noch einen großen Schein. Ich sagte dem Mann, dass ich versuche an den Buden des Weihnachtsmarktes, die dabei waren abzubauen, den Schein zu wechseln. Er schaute mich mit diesem Blick „ach-lüg-mich-doch nicht-an“ an. Ich sagte „bis gleich“ und wir machten uns auf. Wir hatten Glück und gingen zu dem Mann zurück. Ich ging in die Hocke, hielt ihm einen Geldschein hin und sagte: „Wenn es ihnen möglich ist, gehen sie etwas Warmes essen oder trinken, sie sehen sehr durchgefroren aus.“
Er schaute mich fassungslos an. Schüttelte den Kopf und wollte den Geldschein nicht annehmen. Ich sagte: „Bitte, ich gebe es ihnen gerne.“ Da nahm er den Schein an.
Lange hat mich dieses Erlebnis beschäftigt. Was war das für eine Begegnung. Mir wurde klar, ich hatte mich, dadurch, dass ich mich hingehockt hatte und ihm sagte, dass ich sehe, wie es ihm geht, seine Ebene erreicht. Ich hatte ihm nicht nur den schnöden „Mammon“ zugeworfen, sondern war ihm (wenn auch nur für einen kleinen Augenblick) begegnet.
Ein zweites Erlebnis war nicht weniger ausdrucksvoll. Ich war mit meinem Sohn in einer benachbarten Großstadt und hatte auch schon etwas Trink- und Essbares „spendiert“. Ich nahm mir eine Raucherpause, während mein Sohn in einen Laden ging. Da wurde ich angesprochen: „Haben Sie mal einen Euro für mich?“ Ich erzählte dem Mann, wie ich es immer hielte und dass ich das schon weiter oben getan hätte und es mir leider finanziell auch nicht häufiger erlauben könnte. Er meinte, dass fände er aber toll – auch für den Kollegen. Und er fing an, ziemlich schonungslos sich selbst gegenüber (wie ich empfand), aus seinem Leben zu erzählen. Da ich rauchte, fragte er nach einer Zigarette und so standen wir recht lange – sprechend auf der einen Seite und mehr hörend auf der anderen Seite. Als mein Sohn kam, rauchten wir zu dritt noch eine Zigarette. Dann drängte mein Sohn zum Weitergehen. Und der „Penner“ schaute mich an und sagte: „Danke, dass Sie mich satt gemacht haben.“ Ich nickte ihm zu und ging. Mir standen Tränen in den Augen.
Ja, ABER… Ich weiß, es gibt auch viele andere Erfahrungen, welche, die nicht positiv sind.
Ja, ABER, vielleicht bedarf es auch einfach immer wieder einer Chance – für mich und dem Menschen, dem ich begegne.
Wie ist nun mein Schauen auf die heutigen Texte?
Für mich stellt Jesus nicht die Wertigkeit und Notwendigkeit des Geldes in Frage. Er sagt ja z.B. auch, gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist; spricht von der Drachme, die für die alte Frau wertvoll ist. Seine Botschaft an uns ist, hinzuschauen, was jeder und jede bedarf und keinen zu übervorteilen.
Es geht um Ausgewogenheit – darum, dass sich alles in der Waage hält.
Nicht immer wird mir das gelingen, aber ich wünsche mir Sinne, die sich mehr und mehr schärfen, damit es mir gelingt. Und, dass ich es immer mehr lerne zu sagen: Ich gebe es gerne. Ob den „schnöden Mammon“ oder meine Zuwendung. Damit SEINE Botschaft des Miteinanders, des Teilens, des Aufrichtens – eben sein Bild der Nächstenliebe - in dieser Welt nicht verloren gehen. Damit Arme und Gebeugte – damit wir alle - eine Hoffnung und eine Chance haben.
Beatrix Senft 2022
Sag mir bitte nicht
wo meine Schuhe drücken
du musstest nicht
nur einen Tag
nur eine Stunde
in ihnen gehen
aber mache dich gerne auf
eine Wegstrecke
mit mir zu gehen
und
spüre dann
wo deine Schuhe drücken
und dann
lass uns reden
oder
einfach
verstehend
miteinander schweigen
Beatrix Senft 2022
Wenn ich das schon sehe,
den ganzen Tag treibt er sich nur herum.
Er erbettelt sich alles,
was er zum Leben braucht.
Da sitzt –
oder gar liegt –
er in der Sonne
und kurz darauf sieht man ihn schon
wieder saufen.
Bei Regen
drückt er sich in allen Ecken herum.
Und wie der aussieht
nach seinen Streifzügen –
total verdreckt,
zerzaust und
verlaust.
Nein,
wirklich!
um so etwas
kann man nur
einen großen Bogen machen.
Was ich hier eigentlich tue?
Ob ich so sauer auf meinen Hund bin,
dass ich so lieblos von ihm schreibe –
von ihm,
meinem lieben
und treuen Lebensgefährten?
Ja, schreibe ich hier denn
von meinem Hund?
Nein!
Ich gab nur die traurige Meinung
so vieler kund,
über den Menschen,
den sie nennen:
„Verdammter Vagabund.“
Beatrix Senft 2022
Guthaben
meiner LEBENsZEIT
Bewusst angelegt?
Gut im Blick?
Wie verwalte ich
mein Vermögen?
Was vermag ich
mit meinen
von Gott gegebenen Talenten?
Gehe ich
verschwenderisch damit um
im Verschenken
von Zeit
Zuwendung
Auftreten
gegen Unrecht?
Investiere ich sie
nachhaltig
großzügig
mit
Ewigkeitswert?
Treue im Kleinen
zieht großen Lohn
nach sich …
Jetzt schon!
Wien.Die Regierung will das Wirtschaftswachstum zum Staatsziel machen. Dieses Ansinnen ist nicht neu. Auch die vergangene rot-schwarze Regierung hat das schon vorgehabt, nach einiger Kritik von Umweltschützerinnen und Juristinnen hat sie es allerdings nicht mehr weiter verfolgt. Nun aber sollen Wachstum, ein wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort und Beschäftigung tatsächlich Verfassungsrang bekommen.
Umweltschützerinnen warnen davor, dass dem bereits bestehenden Staatsziel des Umweltschutzes ein konkurrierendes Ziel gegenübergestellt wird. Werde die Wettbewerbsfähigkeit in der Verfassung verankert, könnte dies nicht nur ökologische, sondern auch sozialen Standards gefährden, lautet die Befürchtung der Kritikerinnen. Wirtschaftswachstum und Ökologie müssen sich zwar nicht zwingend ausschließen, aber wenn man die vergangenen Jahrzehnte betrachtet, gibt es einen evidenten Zusammenhang zwischen Wachstum und Ressourcenverbrauch. Die Industrie hingegen sieht darin wenig überraschend ein Signal an die Wirtschaft, um den Standort zu stärken und Vertrauen von Unternehmen zurückzugewinnen.
Ganzer Beitrag:
https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/oesterreich/951385-Im-Zweifel-fuer-die-Wirtschaft.html
https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/oesterreich/951385-Im-Zweifel-fuer-die-Wirtschaft.html
Das Ansinnen der Regierung, den Wirtschaftsstandort und/oder die wirtschaftliche Entwicklung als Staatszielbestimmung in die Verfassung zu hieven, darf als Ausdruck der Hilflosigkeit gewertet werden, denn Klarheit für die Rechtsprechung bringt auch eine positive wirtschaftliche Entwicklung im Verfassungsrang nicht.
Luise Ungerboeck am 5. März 2018, 17:24 im "Der Standard"
https://www.derstandard.at/story/2000075523976
https://www.derstandard.at/story/2000075523976
Der Präsident der Industriellen-Vereinigung, Georg Kapsch, begrüßt das Vorhaben der Regierung, die Wirtschaft zum Staatsziel im Verfassungsrang zu machen. "Wir haben viele Dinge in der Verfassung stehen, wie Umweltschutz und Tierschutz", sagte Kapsch im "Ö1-Morgenjournal". "Wieso dann nicht etwas, das Arbeitsplätze in diesem Land sichert?"
Ganzer Beitrag:
https://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/5384447
https://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/5384447
Was soll ich jetzt tun?
Wenn’s kritisch wird
Wenn mich Verunsicherung erfasst
Wenn gute Aussichten ‚zerbröseln‘
Wenn ich ‚Mist gebaut‘ habe
Wenn ich um Lösungen ringe
ist Klugheit gefragt
und Be-SONNEnheit
Was kann ich?
Was ist mir möglich?
Ich will handlungsfähig bleiben
nach Aus-Wegen suchen
Das ist es
was Jesus lobt
Nicht die Unehrlichkeit
zur Rettung der eigenen Haut
nein
das Suchen nach LebensMöglichkeiten
stellt er ins Licht
Ja
Jesus schafft es immer wieder
ordentlich
heraus zu fordern
zu verunsichern
zu ermutigen
„Nimm dein Leben in die Hand
Lebe es!“
„Sei kreativ
in der Vermittlung meiner Botschaft
sie soll leuchten
durch dich!“
HERR,
brich ein in unser Leben,
das geprägt ist von Angst und Ohnmacht,
von Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit,
von Kälte und Hartherzigkeit.
HERR,
brich ein in unsere Welt
des Ständig-Leistung-erbringen-Müssens,
der gnadenlosen Konkurrenz,
des gierigen Strebens nach Gewinn.
HERR,
brich ein in unsere Welt
der verschobenen Werte:
Wir sind geneigt, zu verschwenden,
anstatt zu teilen.
Wir isolieren uns häufig,
anstatt solidarisch zu sein.
Uns liegt mehr daran, zu besitzen,
als etwas zu sein.
HERR,
brich uns Menschen auf,
brich unsere Herzen auf,
brich unsere Seelen auf,
bringe uns das Licht Deines Geistes,
damit wir dem Menschen
und dem Leben
wieder mehr Raum geben!
HERR,
komm DU zu uns herab,
denn in DIR ist
Hoffnung für eine bessere Welt,
Zuversicht in ein menschenwürdiges Leben
und Wärme für ein sinnvolles Menschsein.
Heinz Pangels nach einem Text eines unbekannten Autors aus dem Gebetsheft „IN IHM SEIN“ von Pfarrer Franz Haidinger, A 4802 Ebensee 2009.

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Neumondtag und Sabbat galten als Tage der Arbeits- und Geschäftsruhe. Hier wird der Gewinnausfall dieser Tage beklagt, ganz zu schweigen von der Unredlichkeit der Methoden bei Maß und Gewicht, die "das Maß kleiner und den Preis größer machen".
Der Schwur Jahwes zum Schluß bezieht sich allerdings nicht auf ein konkretes Strafgericht, sondern gilt prinzipiell, denn Jahwes Erbarmen ist selbst dann erfahrbar, wenn seine Hand straft.