Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Habakuk.
Wie lange, Herr, soll ich noch rufen
und du hörst nicht?
Ich schreie zu dir: Hilfe, Gewalt!
Aber du hilfst nicht.
Warum lässt du mich die Macht des Bösen sehen
und siehst der Unterdrückung zu?
Wohin ich blicke, sehe ich Gewalt und Misshandlung,
erhebt sich Zwietracht und Streit.
Der Herr gab mir Antwort
und sagte: Schreib nieder, was du siehst,
schreib es deutlich auf die Tafeln,
damit man es mühelos lesen kann!
Denn erst zu der bestimmten Zeit trifft ein, was du siehst;
aber es drängt zum Ende und ist keine Täuschung;
wenn es sich verzögert,
so warte darauf;
denn es kommt,
es kommt und bleibt nicht aus.
Sieh her:
Wer nicht rechtschaffen ist,
schwindet dahin,
der Gerechte aber
bleibt wegen seiner Treue am Leben.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Habakuk.
Wie lange, Herr, soll ich noch rufen
und du hörst nicht?
Ich schreie zu dir: Hilfe, Gewalt!
Aber du hilfst nicht.
Warum lässt du mich die Macht des Bösen sehen
und siehst der Unterdrückung zu?
Wohin ich blicke, sehe ich Gewalt und Misshandlung,
erhebt sich Zwietracht und Streit.
Darum ist die Weisung ohne Kraft
und das Recht setzt sich nicht mehr durch.
Ja, der Frevler umstellt den Gerechten
und so wird das Recht verdreht.
Ich will auf meinem Wachtturm stehen,
ich stelle mich auf den Wall und spähe aus,
um zu sehen, was er mir sagt
und was ich auf den Vorwurf gegen mich antworten soll.
Der Herr gab mir Antwort
und sagte: Schreib nieder, was du siehst,
schreib es deutlich auf die Tafeln,
damit man es mühelos lesen kann!
Denn erst zu der bestimmten Zeit trifft ein, was du siehst;
aber es drängt zum Ende und ist keine Täuschung;
wenn es sich verzögert,
so warte darauf;
denn es kommt,
es kommt und bleibt nicht aus.
Sieh her:
Wer nicht rechtschaffen ist,
schwindet dahin,
der Gerechte aber
bleibt wegen seiner Treue am Leben.
Wahrhaftig,
reiche Beute täuscht den hochmütigen Helden;
er wird keinen Erfolg haben,
reißt er auch wie die Unterwelt seinen Rachen auf
und ist er auch wie der Tod unersättlich.
Dann werden alle Völker
sich gegen ihn versammeln
und alle Nationen
sich gegen ihn zusammenrotten.
Kv: Hört auf die Stimme des Herrn;GL 53,1
verhärtet nicht euer Herz! – Kv
Kommt, lasst uns jubeln dem Herrn, *
jauchzen dem Fels unsres Heiles!
Lasst uns mit Dank seinem Angesicht nahen, *
ihm jauchzen mit Liedern! – (Kv)
Kommt, wir wollen uns niederwerfen, uns vor ihm verneigen, *
lasst uns niederknien vor dem Herrn, unserm Schöpfer!
Denn er ist unser Gott, /
wir sind das Volk seiner Weide, *
die Herde, von seiner Hand geführt. – (Kv)
Würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören! /
Verhärtet euer Herz nicht wie in Meríba, *
wie in der Wüste am Tag von Massa!
Dort haben eure Väter mich versucht, *
sie stellten mich auf die Probe und hatten doch mein Tun gesehen. – Kv
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus
an Timotheus.
Mein Sohn!
Ich rufe dir ins Gedächtnis:
Entfache die Gnade Gottes wieder,
die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteilgeworden ist!
Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben,
sondern den Geist der Kraft,
der Liebe und der Besonnenheit.
Schäme dich also nicht
des Zeugnisses für unseren Herrn
und auch nicht meiner,
seines Gefangenen,
sondern leide mit mir für das Evangelium!
Gott gibt dazu die Kraft:
Als Vorbild gesunder Worte
halte fest, was du von mir gehört hast
in Glaube und Liebe in Christus Jesus!
Bewahre das dir anvertraute kostbare Gut
durch die Kraft des Heiligen Geistes, der in uns wohnt!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der 2. Timotheusbrief ist wie auch der 1. Timotheusbrief und der Titusbrief nicht im Lebenslauf des Paulus unterzubringen. Auch aufgrund theologischer Argumente halten es die meisten Exegeten für ausgeschlossen, daß die Pastoralbriefe von Paulus selbst oder zu seinen Lebzeiten entstanden sind. Zeitlich sind sie wahrscheinlich gegen Ende des ersten oder Anfang des zweiten Jahrhunderts anzusetzen. Der 2. Timotheusbrief ist als eine Art Testament des Paulus verfaßt, in dem er "Timotheus" noch Mahnungen und Weisungen gibt und sich selbst als Vorbild im Leiden darstellt. Für die heutige Lesung sind nur die Rahmenverse des Abschnitts 2 Tim 1,6-14 herausgenommen. Der Mittelteil, der als ein bekenntnisartiges Stück die inhaltliche Entfaltung des Evangeliums bringt und so die Grundlage ist für jedes christliche Leben und Handeln wurde weggelassen. Durch die Handauflegung des Paulus ist in Timotheus die Gnade Gottes, die Timotheus jetzt, wo Paulus nicht mehr da ist, weiter lebendig halten soll. Die Gnade des Apostelschülers hängt eng zusammen mit dem Apostel, er soll sie weiter verwalten, wie es der Apostel beispielhaft vorgelebt hat, auch bezogen auf sein Leiden. Als Verwalter des ihm von Gott anvertrauten Gutes, das ein zentraler Begriff in der Theologie der Pastoralbriefe ist, ist der Apostel und seine Nachfolger verantwortlich für die gesunde Lehre, die bewahrt werden soll. Diese Fixierung auf Apostel und Lehre geht deutlich über das hinaus, was Paulus in seinen Briefen über sich selbst schreibt. Aber in der Zeit der Identitätsfindung ist es notwendig, abzugrenzen, Orientierungshilfen zu schaffen und Fixpunkte zu markieren. Problematisch wird diese Entwicklung, wenn vor lauter Fixpunkten und Glaubensvorschriften der Inhalt. das Bekenntnis zu Jesus Christus, der uns Heil und Rettung geschenkt hat, fehlt.
In einer Zeit, wo Paulus nicht mehr lebt, auch nicht sehr geschätzt ist, und die Apostel bereits tot sind (2 Tim 3,10; 4,5), besteht angesichts der Verfolgung die Gefahr der Müdigkeit und Verzagtheit. Es gilt, so wie Paulus zu kämpfen und aus der Amtsgnade zu handeln, die Paulus vermittelt hat - alle Amtsgnade geht in der paulinischen Kirche auf diesen Apostel zurück. So beginnt die Lehre von der apostolischen Sukzession. Timotheus ist der legitime Nachfolger des Apostels. Der Brief ist wohl von einem Paulusschüler geschrieben, wie ein persönliches Testament des Apostels. "Mein Sohn! Ich rufe dir ins Gedächtnis: entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteil geworden ist." - Die Weihegnade (das Amtscharisma) muss wie Feuer, das zeitweise von der Asche zugedeckt werden kann, angefacht, neu entfacht werden. Paulus hat durch Handauflegung (Weihe) die Amtsgnade verliehen. "Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit." - Haltungen, die im Amts-Charisma wurzeln: Geist der Kraft, der Liebe, der pastoralen Klugheit. "Schäme dich also nicht, dich zu unserem Herrn zu bekennen; schäme dich auch meiner nicht, der ich seinetwegen im Gefängnis bin, sondern leide mit mir für das Evangelium. Gott gibt dazu die Kraft." - Dies ist die Aufforderung zu einem mutigen Zeugnis (martyrion) für Christus und für den Apostel, Aufforderung zur Leidensbereitschaft für das Evangelium, wie auch Paulus gelitten hat. Die letzte Gefangenschaft des Apostels war in Rom. Der leidensbereite Einsatz für das Evangelium gehört nach dem Vorbild des Paulus wesentlich zum amtlichen Dienst. Hauptgefahren hierbei sind aber: Furcht vor der damaligen Gesellschaft, Feigheit, manche schämten sich des Paulus. Auffallend ist, dass das Zeugnis für Christus und für Paulus zusammengehört. Wer sich zu Paulus bekennt, bekennt sich zu Christus - dies ist wohl auch im Hinblick auf manche Irrlehrer gesagt. Paulus hat das Evangelium verkündet und dafür viel gelitten. "Halte dich an die gesunde Lehre, die du von mir gehört hast; nimm sie dir zum Vorbild und bleibe beim Glauben und bei der Liebe, die uns in Christus Jesus geschenkt ist. Bewahre das dir anvertraute kostbare Gut durch die Kraft des Heiligen Geistes, der in uns wohnt." - Ein programmatischer Text über die verbindliche christliche Tradition. "Das anvertraute kostbare Gut" (griechisch "paratheke") ist die Fachbezeichnung für die apostolische Lehre: sie ist das Evangelium, das Wort Gottes, die apostolische Lehre. Der Heilige Geist selbst trägt in den Amtsnachfolgern Sorge für die Bewahrung und Weitergabe des apostolischen Glaubens. Das Erbe der Apostel darf nicht vertan werden. "Gesunde Lehre"": keine Einseitigkeiten, Übertriebenheiten oder sektiererische Tendenzen. Kraft des Heiligen Geistes ist es dem Amtsträger gegeben, das "anvertraute kostbare Gut" unversehrt zu bewahren und weiterzugeben. Der Heilige Geist bewahrt durch die Amtsgnade die Glaubenswahrheit für die Zukunft. Damit ist aber auch der Amtsträger in eine starke Verpflichtung vor dem ewigen Richter genommen, er muss sich im Glauben und in der Liebe bewähren.
(Kommentar in Anlehnung an Johannes Koller, Frohbotschaft Gottes am Sonntag, Wien 1994)
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus
an Timotheus.
Mein Sohn!
Ich rufe dir ins Gedächtnis:
Entfache die Gnade Gottes wieder,
die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteilgeworden ist!
Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben,
sondern den Geist der Kraft,
der Liebe und der Besonnenheit.
Schäme dich also nicht
des Zeugnisses für unseren Herrn
und auch nicht meiner,
seines Gefangenen,
sondern leide mit mir für das Evangelium!
Gott gibt dazu die Kraft:
Er hat uns gerettet;
mit einem heiligen Ruf hat er uns gerufen,
nicht aufgrund unserer Taten,
sondern aus eigenem Entschluss '
und aus Gnade,
die uns schon vor ewigen Zeiten
in Christus Jesus geschenkt wurde;
jetzt aber wurde sie durch das Erscheinen
unseres Retters Christus Jesus offenbart.
Er hat den Tod vernichtet
und uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht
durch das Evangelium,
als dessen Verkünder, Apostel und Lehrer
ich eingesetzt bin.
Darum muss ich auch dies alles erdulden;
aber ich schäme mich nicht,
denn ich weiß, wem ich Glauben geschenkt habe,
und ich bin überzeugt, dass er die Macht hat,
das mir anvertraute Gut
bis zu jenem Tag zu bewahren.
Als Vorbild gesunder Worte
halte fest, was du von mir gehört hast
in Glaube und Liebe in Christus Jesus!
Bewahre das dir anvertraute kostbare Gut
durch die Kraft des Heiligen Geistes, der in uns wohnt!
Halleluja. Halleluja.
Das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit,
die frohe Botschaft, die euch verkündet wird.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit
baten die Apostel den Herrn:
Stärke unseren Glauben!
Der Herr erwiderte:
Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn,
würdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen:
Entwurzle dich
und verpflanz dich ins Meer!
und er würde euch gehorchen.
Wenn einer von euch einen Knecht hat,
der pflügt oder das Vieh hütet,
wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen:
Komm gleich her und begib dich zu Tisch?
Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen:
Mach mir etwas zu essen,
gürte dich und bediene mich,
bis ich gegessen und getrunken habe;
danach kannst auch du essen und trinken.
Bedankt er sich etwa bei dem Knecht,
weil er getan hat, was ihm befohlen wurde?
So soll es auch bei euch sein:
Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde,
sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Knechte;
wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das heutige Evangelium bewahrt zwei Logien auf: Im ersten Logion bitten die Apostel um den gestärkten Glauben. Jesus aber verweist sie auf den Glauben, der "so groß" ist wie ein Senfkorn. Das Senfkorn, winzig, das kleinste Samenkorn überhaupt, wird zu einem Bild größter, ja menschenunmöglicher Kraft. Hat Jesus die Bitte der Jünger erfüllt und ihren Glauben gestärkt? Musste er ihnen vielleicht nur die Augen für Größenverhältnisse öffnen? Ihnen den "kleinen Glauben" lieb und wert machen? Das Evangelium sagt dazu nichts. Bitte und Antwort stehen scheinbar unverbunden nebeneinander. Aber sie klingen zusammen: Die überaus großen Maulbeerbäume, die tief ins Erdreich ragen, werden entwurzelt und sogar ins Meer versetzt. Das Unmögliche und Gegensätzliche wird hier zum Bild von Veränderungen und Umkehrungen, die sich kein Mensch ausdenken kann. Denn Bäume verkörpern geradezu Standfestigkeit, während das Meer für das Bodenlose steht. Das zweite Logion hilft den Jüngern, alles zu tun, was ihnen aufgetragen ist, ohne Dank oder Anerkennung zu erwarten. Dem kleinen Senfkorn und seiner großen Kraft wird im Evangelium die Sklavenarbeit zur Seite gestellt. Sklaven haben, so die feine Einzeldarstellung - erst Arbeit auf dem Feld, dann in der Küche - eine große Kraft und Beharrlichkeit, eine "Spannkraft" über den ganzen Tag und über ein ganzes Leben. Das Evangelium legt den Jüngern nahe, sich in diesem Bild kleiner Größe wiederzufinden. (Nebenbei bemerkt, demaskiert das Bild die Herren, die nur reden, sich an die gedeckten Tische setzen und sich selbst anerkennen.) Im Kontext des Evangeliums hat auch der Ausschnitt, der gelesen und gehört wird, eine christologische Ausrichtung: Jesus selbst ist der "Sklave" (vgl. Phil 2,5-11), der sogar sein Leben einsetzt. Es ist mehr als eine Paradoxie: Der Kyrios ist der Sklave; der Sklave spricht als Herr zu den Jüngern. Ohne diesen christologischen Horizont könnte das Logion missverstanden werden als - auch falsche, auch instrumentalisierbare, auch vereinnahmende - Demutshaltung. Der Glaube, der Bäume versetzt, ist alles andere als unterwürfig.
Wer noch andere Gedanken kennen lernen möchte, findet Anregungen unter: http://www.perikopen.de/Lesejahr_C/27_iJ_C_Lk17_5-10_Hofmann.pdf
Auch die Auslegung der Kirchenväter verdient, neu gehört zu werden: http://www.catena-aurea.de/ljcpann27.html
Der Spruch von der Macht des Glaubens steht im Lukasevangelium im Kontext von Forderungen nach radikaler Gesetzeserfüllung, Matthäus und Markus bringen ihn in anderen Zusammenhängen. Radikale Glaubensnachfolge ist nicht leistbar, ja hat überhaupt nichts mit Leistung zu tun, wie der darauffolgende Abschnitt über die unnützen Sklaven zeigt. Glaube ist ein Geschenk, um das man nur bitten kann. Glaube als Vertrauen in das liebende Handeln Gottes, das auch dort noch Auswege kennt, wo der menschliche Verstand ansteht, wirkt Wunder im Leben von Menschen. Wo Glaube gelebt wird, sind Dinge möglich, die menschliches Vorstellungsvermögen übersteigen. Oft genug ist auch diese Textstelle mißbraucht worden um Menschen in der Kirche klein zu halten, Aufopferung und "Sklavendienste" zu verlangen, eventuell mit dem Hinweis aus ein besseres Jenseits... Hinter dieser Erzählung steht aber ein ganz anderer Zusammenhang: Die Pharisäer dachten das Verhältnis Gottes zu den Menschen als eine Art Vertrag: Ich gebe dir und du gibst mir. Glaube wird zur Leistung und dafür kann man dann bei Gott etwas einfordern. Dieses Bild bestreitet nicht das Bild des liebevollen Vaters, des guten Hirten, das die ganze Verkündigung Jesu prägt. Lukas richtet sich an die Apostel, auch sie, die alles aufgegeben haben, um Jesus zu folgen, können nicht auf ihr Leistung pochen, um vor Gott Ansprüche zu stellen. Gottes Lohn entspricht nicht der Leistung des Menschen, er beschenkt in viel reicherem Ausmaß, als wir uns das vorstellen können, und denjenigen gegenüber, die weniger "getan haben" als wir uns das auch vorstellen wollen. Wo Menschen aus diesem Leistungdenken in ihrem Glaubensleben nicht herauskommen, ist die Gefahr groß, daß sich die, die meinen, mehr zu leisten, als "Herren" über die anderen fühlen, wirklich ein Sklaven-Herren-Verhältnis schaffen. Eine der ersten Grundaussagen der Bibel, daß alle Menschen vor Gott gleich würdig und wertvoll sind, wird damit mit Füßen getreten. Wenn wir uns oder andere zu Sklaven des Leistungsgedankens machen, nehmen wir dem Menschen diese Würde und versuchen Gottes liebevolles, sich frei verschenkendes Handeln in unsere menschlichen Regeln zu pressen. Das zu tun, was in unserer Möglichkeit steht, ist das Angebot Gottes, mitzuarbeiten an seiner Schöpfung, Verantwortung zu übernehmen, weiterzuschenken, was wir empfangen und dann zurückzutreten im Wissen, daß wir nicht aus eigener Kraft leben und handeln können.
Predigt zur Lesung aus dem Buch Habakuk. Der Prophet Habakuk erlebte großes Leid, Gewalt und Unterdrückung seines Volkes. Er vertraut darauf, dass Gott die Klagen seines Volkes hört und sein Schicksal wendet. Er macht uns Mut, auf Gott zu vertrauen, auch wenn wir auf seine Hilfe lange warten müssen und vielleicht selbst gar nicht erleben.
Das kleine Prophetenbuch, dem die (erste) Lesung entnommen ist, trägt den Namen Habakuk und stammt aus dem 7. Jahrhundert vor Christus. Habakuk erteilt uns heute gleichsam eine Lektion in Sachen Glaube.
Seine Worte sind alles andere als unbeschwert. Historischer Hintergrund ist die Bedrohung und Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier. Was Habakuk sagt, scheint leider zeitlos zu sein. Die Klagen über Gewalt, Misshandlung, Bedrohungen verschiedenster Art haben nicht aufgehört. Wie oft geht es auch uns so wie dem Habakuk? Wir sitzen vor dem Fernseher und sehen Nachrichten und können dem Treiben der Mächtigen der Welt nur zusehen. Viele Menschen machen zudem auch im eigenen Leben leidvolle Erfahrungen, für die sie Gott anklagen: Warum siehst du zu und handelst nicht?
Der Blick auf erlittenes Unrecht mag unseren Blick auf Gottes Heilshandeln trüben. Dabei hat Gott immer wieder in der Heilsgeschichte nicht weggesehen und nicht zugesehen. Im Gegenteil: Er hat das Leid seines Volkes gesehen und es gewendet, im Großen, wenn wir an der Knechtschaft in Ägypten denken, und auch im Kleinen, für das das Leiden von Hagar im Buch Genesis ein Beispiel ist. Am Tiefpunkt ihres Lebens, in dem ihr großes Unrecht widerfährt, begegnet sie Gott. Sie erfährt, dass er ihr Ansehen und eine neue Perspektive schenkt. Und so gibt sie ihm den Namen El-Roi. Sie nennt ihn «Gott, der mich sieht/der nach mir schaut».
Auch die Lesung aus dem Buch Habakuk ist ein Beispiel dafür. Denn Gott hört Habakuks Anklage und reagiert darauf. Er gibt dem Propheten ganz konkrete Aufträge: Schreib auf, was du siehst! So schreibst du dir es von der Seele. Sieh her, halte dir vor Augen, was ich dir ankündige: «Wer nicht rechtschaffen ist, schwindet dahin, der Gerechte aber bleibt wegen seiner Treue am Leben.»
Gott ermutigt ihn, Habakuk damals, und uns heute, weiter zu sehen. Gott schenkt so eine Perspektive, die lautet: Letzten Endes ist der Glaube die wirkliche, die Welt bestimmende Kraft, das Sich-Festhalten an Gott, der da ist, der Leiden sieht. Nicht der Reichtum. Nicht der Hochmut. Und nicht die Machtgier der Babylonier, oder wie die Machthaber in den Zeiten danach geheißen haben oder heute heißen. Deren Macht geht vorbei. Und auch das Unrecht, das durch sie in die Welt gekommen ist. Der Glaube ist es denn auch, der Kraft gibt durchzuhalten.
«Wer nicht rechtschaffen ist, schwindet dahin.», haben wir in der Lesung gehört. Was Gott angekündigt hatte, ist dann auch tatsächlich eingetroffen. Der Feind und Urheber von Gewalt und Krieg wurde besiegt und hat für das Unrecht bezahlt. Tragisch ist nur: Habakuk hat es wohl nicht mehr erlebt, dass Babylon von den Persern zerstört wurde. Ja, manchmal braucht der Glaubende einen langen Atem und viel Gottvertrauen. Manches Mal lässt sich Gott unendlich lange Zeit, bis eintritt, was er angekündigt hat. Da reicht eine irdische Lebenslänge mitunter nicht aus.
Habakuk kann uns lehren, dass der Glaube an Gott Hilfe ist, mit offenen Fragen und dem Unabänderbaren in meinem Leben zu leben, weil der Glaubende weiß: Gott sieht und hört. Und er ist es letztlich, der Recht schafft.
Eigentlich könnte meine Predigt hier zu Ende sein. Ist sie aber nicht. Denn ich kann das nicht. Einfach Gott alles überlassen und mir zu denken: «Er wird es schon richten. Recht schaffen. Unrecht bestrafen.» Ich kann nicht meine Hände in den Schoss legen, ihm die Verantwortung für so viel Unrecht in der Welt in die Schuhe schieben. So billig kommt der Mensch doch nicht davon! Oder? Denn ein jeder Machthaber, ein jeder Unterdrücker, jeder, der Unrecht tut, hat es selbst in der Hand zu entscheiden, was er macht und was nicht, was er zulässt und was nicht, wofür er stimmt oder nicht, wen oder was er wählt oder nicht.
Ich denke: Unser Glaube an Gott nimmt uns zugleich auch in Verantwortung. Darum gibt er auch Kraft, sich gegen Unrecht zu wehren, sich für das Gute einzusetzen und mitzuhelfen, dass hier und jetzt das Reich Gottes, die Welt, wie Gott sie im Sinn hat, anbrechen kann. Dafür nämlich hat uns Gott den Geist der Kraft, der Liebe und Besonnenheit gegeben.
Wir können unsere Möglichkeiten erkennen und dazu beizutragen, dass es in der Welt gerechter und friedvoller zugeht, dass Menschen, die Leid und Unrecht ertragen müssen, nicht alleine gelassen werden.
Zurück zu Habakuk. Dieser Name kommt aus dem Hebräischen und bedeutet «umarmen» bzw. «umarmt werden». Auch das braucht es nicht allein, aber vor allem in Zeiten von Not und Bedrohung: Die spürbare Nähe der Menschen, die einem gut tut. Durch sie umarmt uns Gott.
Wer den Namen Habakuk hört, der denkt wohl nicht zuerst an den kleinen Propheten des Ersten Testamentes, sondern eher – zumindest wer in Österreich die Kindheit in den 70iger und 80iger Jahren hatte, an den Clown Habakuk, der jeden Tag in der TV-Sendung Amdamdes auftrat.
Hinter diesem Habakuk steckt Arminio Rothstein, 1927 in Wien geboren. Er war Sohn eines jüdischen Rechtsanwaltes und musste sich in der Zeit der Nazi-Greuel im Untergrund Wiens in einem Keller verstecken. Er selbst war Opfer von unvorstellbarer Gewalt und Unrecht. Er hat überlebt. Bis zu seinem Tod 1994 blieb er der Clown Habakuk, brachte Kinderaugen zum Leuchten und Kinder zum Lachen. Der eine so leidvolle Kindheit erlebte, ermöglichte Kindern eine unbeschwerte Zeit.
Habakuk. Der Name bleibt uns, und hoffentlich etwas von dem, was wir gehört haben. Zusammenfassend ist es vielleicht das:
Lass dich von Gottes Liebe umarmen.
Schau nicht weg, wenn du Leid siehst!
Schreibe auf, was du siehst!
Dokumentationen von Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen und anderem leidvollen Unrecht sind Grundlagen dafür, dass das Recht sich durchsetzen kann und Menschen zu ihrem Recht kommen.
Halte dich an Gott fest!
Das Böse hat nicht das letzte Wort.
Tue das dir Mögliche, Unrecht zu beseitigen und Leid zu lindern.
Mögen wir im liebenden Blick Gottes gut aufgehoben und geborgen sein und bleiben!
Der Prophet Habakuk klagt Gott seine Not, da er die Zerstörung Jerusalems und die Verschleppung des Volkes nach Babylon mitansehen musste und stellt die uralte Frage, warum Gott das zulässt. Er hält sich fest am Glauben, dass Gott die Not wenden wird, wenn die Zeit dafür gekommen sein wird. Auch uns stellt sich die Frage, was uns Kraft im Leid, in schweren Zeiten, aber auch für das alltägliche Leben in der Nachfolge Jesu geben kann.
In der ersten Lesung der Prophet Habakuk in einer außergewöhnlichen Rolle auf, nicht als Sprecher im Auftrag Gottes, sondern als klagender Beter. „Ich schreie zu dir, aber du hilfst nicht.“ (Hab 1,2). Hier wird die alte Frage nach dem Leiden, nach Gottverlassenheit thematisiert. Warum? Wozu das alles? Der Hintergrund dieser Anklage und Anfrage ist die Zeit der babylonischen Bedrohung. Das Reich Juda wird 586 v. Chr. durch Nebukadnezar II. zerstört. Da fiel Jerusalem in die Hände der Babylonier, was als Ende der Eigenstaatlichkeit bedeutete und Raub, Deportation, Gewaltanwendung zur Folge hatte. Wie lange soll das so weitergehen? „Das Recht setzt sich nicht mehr durch.“ (Hab 1,4).
Der Prophet wirft Gott vor, nichts gegen Unterdrückung und Unheil zu tun. Fragen und Vorwürfe, die auch heute Menschen an Gott richten, wenn sie Schreckliches erleben; im familiären oder im beruflichen Bereich, aber auch wenn sie hilflos zusehen müssen, wie in Kriegsgebieten, im Sudan, in Gaza, in der Ukraine unzählige unschuldige Menschen zu Tode kommen, heimatlos werden, Verwundungen davontragen. Sie erleben es als eine unverhältnismäßige Kollektivstrafe. Damals wie heute erleidet in Kriegen die Zivilbevölkerung die größten Schäden.
Gott antwortet Habakuk und kündigt ein Strafgericht an, durch das alle Ungerechtigkeit bestraft wird und „der Gerechte wegen seiner Treue am Leben bleibt.“ (Hab 2,4). Ist diese Zusage eine befriedigende Antwort? Der lange Weg des Glaubens beginnt oft mit Zweifeln? Der Zweifel hat aber in unserer Gedankenabfolge auch reinigende Wirkung.
Die zweite Lesung sagt, dass Gott im Leiden Kraft gibt. „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2 Tim 1,7). Dieser Geist wirkt in uns, wenn wir darauf vertrauen. Er will uns zur persönlichen Entfaltung bringen. Diesen Rat gibt Paulus an Timotheus weiter. In dieser Hoffnung lässt sich Leid und damit verbundene Mühsal leichter bewältigen. Das ist eine Überlebensstrategie in sehr harten Zeiten.
Auch im Text aus dem Lukasevangelium geht es um die Kraft, ein Leben wie es Jesus verlangt, durchzustehen. Die Jünger bitten den Herrn: „Stärke unseren Glauben!“ (Lk 17,5). Spüren die Jünger vielleicht einen gewissen Glaubensmangel? Jesus antwortet mit einem Vergleich aus der Natur. Die Kraft des kleinen Senfkorns soll nicht unterschätzt werden. Die Macht des Glaubens wächst mit der Wirkkraft des Heiligen Geistes in uns.
Der Glaube soll im Inneren des Menschen tief verwurzelt sein, will der Vergleich mit dem Maulbeerbaum sagen, der ganz tief im Boden verwurzelt ist. Wer glaubt, ist gut geerdet und fest verwurzelt. Er bezieht daraus Hoffnung auch in schweren Zeiten.
Viele Ereignisse machen uns fassungslos und lassen uns am Glauben zweifeln. Glaube kann und muss erst wachsen.
Elli Wiesel erzählt folgendes Erlebnis. Er war Insasse im KZ Auschwitz. Eines Abends befahl die SS allen Männern und Frauen sich in der Reihe aufzustellen. Zwei erwachsene Männer und ein kleiner Junge sollten gehängt werden. Das Urteil wurde von den SS Männern kalt und mitleidlos vollzogen. Die beiden erwachsenen Männer waren offenbar sofort tot. Nur der kleine Junge zappelte noch lange Zeit am Galgen zwischen Leben und Tod. Elli Wiesel hörte hinter sich eine Stimme, die fragte: „Wo ist Gott?“ In sich selbst vernahm er die Stimme: „Dort hängt er, am Galgen!“
Unterschiedlicher könnten die Antworten nicht sein. Da fragt einer im Angesicht des schrecklichen Geschehens: Wo ist Gott. Sicher hätte jener, der so fragt, viele Menschen auf ihrer Seite. Viele fragen: Wo ist Gott in dem ganzen Leid der Welt? Wo ist Gott in der Ukraine, in den vielen Kriegen der Welt, in all dem, was auf der Welt so ungerecht läuft. Wo ist Gott, wenn ein Kind an Krebs leidet und stirbt. Wo ist Gott, wenn ein Mensch, ganz besonders ein Kind missbraucht wird?
Ja, wir tun uns schwer, auf diese Fragen eine Antwort zu geben. Die gleichen Schwierigkeiten hat auch der Prophet Habakuk. Auch der Prophet Habakuk fragt sich: Wo ist Gott angesichts des Bösen, der Unterdrückung, der vielen Streitigkeiten unter den Menschen? Durch diese Fragen wird unser Glaube an Gott herausgefordert. Das ist auch gut so. Wenn ich an die vielen Menschen denke, die nicht glauben können oder auch nicht glauben wollen, dann spüre ich: Ich muss – auch und gerade als Priester, als Ordensmann - immer um meinen Glauben ringen. Dabei spüre ich: Dass ich angesichts von vielem Leid und Ungerechtigkeiten, auch in Anbetracht vieler unerfüllter Erwartungen und nicht ungehörter Gebete an Gott glauben kann, das ist ein Geschenk, eine große Gnade.
Wie kommt es nun, dass in Elli Wiesel die Stimme sagt: „Dort hängt Gott, am Galgen!“ Ich weiß keine Antwort, warum diese Welt durch Leid und Schuld so geprägt ist. Eine Antwort kann uns die Bibel geben, Jesus selbst. Er selbst hat Leiden und Sterben am Kreuz getragen, ausgehalten. Jesus hat am Kreuz den Hass der Menschen durch Gewaltlosigkeit und Liebe überwunden.
Ein weiteres ist wichtig: Jesus hat uns zugesagt, dass er uns in dem Geringsten unserer Schwestern und Brüder begegnen wird. Jesus wird uns in dem Menschen begegnen, die gequält und hingerichtet werden, deren Leben zerstört und denen Lebenschancen geraubt werden. Wenn wir unser Leben mit den Augen des Glaubens betrachten, dann spürte ich: Das Leid, gerade das so ungerechte Leid, die Menschen, gerade die am Rande stehen, sind eine Herausforderung an uns. Der Glaube an Gott kann uns Ansporn sein, dass wir alles tun, was in unseren Kräften steht, das Leid dieser Welt zu überwinden.
Gott hat – so hören wir es ja in der Bibel – auf das Schreien der Menschen, die in der Gefangenschaft Ägyptens waren gehört und er hat sie durch Mose in die Freiheit geführt. Auch der Prophet Habakuk erfährt, dass Gott das Schicksal der Menschen zum Guten wenden wird. Er erfährt auch, dass der Gerechte am Leben bleiben wird und das ein nicht rechtschaffender Mensch dahinschwinden wird. Diese Worte wollen Hoffnung und Zuversicht geben.
Hoffnung und Zuversicht – das alles ist leichter gesagt als getan. Doch gerade diese Worte Jesu wie auch, was Habakuk sagt, das alles macht Hoffnung und Zuversicht. Sie lassen uns diese Welt und die Situation, in der wir gerade leben, so sehen wie sie ist, ohne schönzureden. Es ist eine Hoffnung wider jede Hoffnungslosigkeit. Wo eigentlich nur Schwarzseherei angesagt wäre, dort dürfen wir als Menschen, die an Jesus glauben, Hoffnung sehen. So verstehe ich seine Worte vom Maulbeerfeigenbaum.
Rein menschlich gesehen ist es unmöglich, einen Maulbeerfeigenbaum ins Meer zu verpflanzen. Jesus will aber sagen: Wer an Gott glaubt, und sei der Glaube noch so klein und gering, kann schon mehr bewirken als ohne den Glauben an Gott. Wer an Gott glaubt, wird keine Kriege verhindern können. Vielleicht wird dieser Mensch gerade umso mehr versuchen, sich für den Frieden einzusetzen, im eigenen Umfeld für den Frieden wirken.
Wer an Gott glaubt, wird sich auch fragen: Warum soll ich mich engagieren in einer Kirche, in der so viel Schlimmes passiert ist. Durch seinen Glauben kann er aber auch das Gute sehe, das immer noch in der Kirche geschieht: Die Mühen unzähliger Frauen und Männer, den Glauben weiterzugeben, die Caritas, die sich der Schwachen annimmt, die Initiativen für die Menschen, die es schwer haben im Leben, den schlichten und einfachen Glauben vieler Frauen und Männer, die ihre Aufgaben erfüllen, die Tätigkeiten in den ärmsten Ländern der Welt.
Wer an Gott glaubt, kann vielleicht auch erkennen, wo Gott im eigenen Leben wirkt und handelt. Dieser Glaube muss durch viele Fragen und Enttäuschungen hindurch wachsen und reifen, durch viele dunklen Stunden hindurch. Er wird an den Sieg des Guten glauben, an den Sieg Gottes, gerade in einer grausamen Situation, wie sie Elli Wiesel in Auschwitz erleben musste. Lernen wir unsere Welt, unser Leben mit den Augen des Glaubens zu sehen.
Die Kraft unseres Glaubens wird vor allem im Leid auf seine Tragfähigkeit geprüft und in Frage gestellt. Die Frage, warum Gott Leid zulässt, begleitet die Menschen seit Anbeginn. Kraft im Leiden kann der Glaube geben. Dieser bezieht sich nicht auf das Fürwahrhalten von Glaubenssätzen sondern auf das Vertrauen in Gott.
Auch an diesem Sonntag wieder Themen, die die Menschheit schon Jahrtausende beschäftigt: Die Frage nach dem Leid. Wieso lässt Gott das zu? Warum setzt er Kriegen kein Ende? Ist Gott allmächtig oder tut er nur so? Fragen, die abend- und bibliotheksfüllend sind.
Die erste Lesung gibt schon etwas Orientierung, Antworten bestenfalls in Ansätzen. Dieses kleine Buch Habakuk, das um 600 v. Chr. entstanden ist, befasst sich in einem Streitgespräch mit Gott mit diesen erwähnten Fragen. Die Babylonier bedrängen Juda und all seine Bewohner. Es gibt Krieg, Belagerung. Die Antwort folgt als Warnung an die Mächtigen: Gerechtigkeit wird kommen. „Gerechtigkeit“, hebräisch ämuna, ist zu verstehen im Sinn von „Redlichkeit“, „Treue“, „Glaube“. Der Glaube führt zum „Amen“, es steht fest, ich bestätige es. Das tun wir auch jeden Sonntag beim Gottesdienst. Der letzte Satz dieses Textabschnittes ist eine Warnung an die Mächtigen: „Sieh her, wer nicht rechtschaffen ist, schwindet dahin.“
Die Frage nach dem Leid, nach der Allmacht Gottes, bleibt auch heute bestehen. Viele unschuldige Menschen weltweit verlieren täglich ihr Leben, ihren Besitz, ihre Gesundheit, Menschen weinen um ihre Angehörigen. Lässt das alles Gott zu?
Der Ansatz einer Antwort: Gott stattet schon bei der Erschaffung des Menschen ihn mit einem freien Willen aus. Wie die Bibel und die Geschichte zeigt: Der Mensch tut das Böse. Wir lesen bei Paulus: „Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will, das vollbringe ich.“ (Röm 7,19). Der Mensch bricht von Anbeginn das Bündnis mit Gott, er aber bleibt den Menschen treu bis in den Tod. Die Folgen dieses Bruchs sind bis heute spürbar. Gott nimmt den freien Willen des Menschen sehr ernst, sonst wäre dieser nur eine Marionette.
In dieser Warnung, dass Gerechtigkeit kommen wird, steckt aber auch Trost, dass all das Böse, dass Leid ein Ende haben wird, dass das Leben über den Tod siegen wird. Das ist wahrscheinlich vielen im Augenblick des Leidens nicht verständlich, schon gar nicht erklärbar. Helfen kann nur ein unerschütterlicher Glaube.
Das ist auch das Anliegen der zweiten Lesung. Paulus schwört seinen Mitarbeiter Timotheus als Gemeindeleiter ein. Timotheus erlebt in seiner Gemeinde viel Widerspruch und Ablehnung. So sagt ihm Paulus, er solle auf die Gnadengaben, auf die Kraft des Heiligen Geistes, vertrauen und sich nicht auf den Geist der Verzagtheit einlassen. Das ist gar nicht leicht. Gott gibt Kraft im Leiden, in den Widerwärtigkeiten der Zeit, alles durchzustehen. Das geschieht im Geist des Trostes durch liebevolle Menschen. Christsein verlangt Haltung und keine Schilfrohrmentalität, um sich dem Wind der Oberflächlichkeit, der Beliebigkeit und des ständigen Meinungswechsels nicht auszusetzen.
Das Evangelium befasst sich mit dem bildlichen Vergleich von Glauben und Senfkorn. Wie kommen die Jünger, die ständigen Begleiter Jesu, zu so einer Bitte: „Stärke unseren Glauben!“ Vielleicht spüren sie Defizite in ihrem Glauben und Gebetsleben. Beten als Orientierungsgespräch mit Gott, beten auch als Hinhören, stille werden. Glauben ist nicht Glaube an Papst und Kirche, Glaube geschieht wohl auch in Gemeinschaft, ist Bezug zum persönlichen Gott. Beten damit aus diesem kleinen Senfkorn des Glaubens ein großer, schattengebender Baum werde. Gott ist kein Sklavenhalter, keiner, der sich Knechte hält, die aus Angst gehorchen. „Freunde nenne ich euch“, heißt es im Johannesevangelium 15,15. Freunde hat man viele, wirklich vertrauen, sich ihm öffnen, vielleicht nur einen, das könnte auch Gott selber sein. „Handle so, als ob alles von dir abhinge, und bete so, als ob alles von Gott abhinge.“ (Ignatius von Loyola + 1556), wohl ein guter Merksatz, eine gute Tages- und Wochenlosung für die kommende Zeit.
Kann Glaube wachsen und wie kann er wachsen, fragen sich viele angesichts der Tatsache, dass das Interesse am Glauben offensichtlich abnimmt. Leben wir nicht in einer Zeit, in der immer mehr der Glaube durch Wissen ersetzt wird? Man muss unterscheiden, in welchem Verständnis man das Wort Glauben gebraucht. Starker Glaube, wie Jesus ihn versteht, kann Bäume versetzen.
Einer meiner Mitbrüder ist bekannt für endlose Diskussionen über Fragen, die man einfach beantworten könnte, wenn man aufstünde und an geeigneter Stelle nachsähe. Wikipedia sei gedankt, dass man vieles wissen kann und nicht alles nur glauben muss, weil es irgend jemand irgendwo gesagt hat. "Wer etwas nicht weiß, muss es glauben", führen manche als Argument gegen das Glauben an. Aber alles kann man nicht wissen.
Im Wahlkampf (nicht nur bei uns in Österreich) werden und wurden immer wieder Dinge behauptet und glauben gemacht, die schlichtweg nicht stimmen. Fakten wurden falsch oder verzerrt dargestellt, um Meinungen und Stimmungen zu erzeugen. Wer sich die Mühe eines Faktenchecks macht, deckt dann auf das dies oder jenes so nicht stimmt, wie es behauptet wurde.
Es gibt aber auch Dinge, die man gar nicht wissen kann, die man nur glauben kann. Ob jemand mich liebt, kann ich nie wirklich wissen. Ich kann es nur vermuten und glauben. Ob mein Vertrauen in einen Menschen gerechtfertigt ist, werde ich nie mit letzter Sicherheit sagen können. Ich kann gewiss sein, aber es nicht wissen.
Wenn vom Glauben geredet wird, kann das viele Bedeutungen haben. Glauben kann als Gegensatz zum Wissen verstanden werden, aber auch als ein Gedankengebäude im Sinne einer Weltanschauung oder einer Religion oder als Vertrauen in ein Weltbild oder in eine Person, von der ich etwas erwarte.
Im Evangelium bitten die Apostel Jesus: Stärke unseren Glauben. Es wird nicht weiter ausgeführt, in welchem Sinn sie ihre Frage gemeint haben. Die Antwort Jesu geht in zwei Richtungen: Starker Glaube kann Bäume versetzen (oder Berge, wie es im Matthäusevangelium heißt).
Eine österreichische Bank wirbt derzeit mit dem Slogan "glaub an dich!". An sich selbst zu glauben, Selbstvertrauen haben, kann ungeahnte Kräfte freisetzen. Über das Zusammenspiel von Können und Selbstvertrauen, über mentale Stärke, könnten uns Spitzensportler mehr erzählen. Können und Selbstvertrauen sind aber auch für alle anderen großen Leistungen wesentliche Faktoren.
Mediziner kennen das Phänomen des Placebo-Effekts. Ein Medikament wirkt, obwohl kein Stoff enthalten ist, dem man eine besondere Wirkung zuschreiben könnte. Alles nur Einbildung? Warum nicht? Unsere Psyche hat offenbar einen größeren Einfluss auf unsere Gesundheit, als wir ihr zutrauen. Vertrauen kann Wunder wirken…
Über die Wirkungsweise von Psychotherapien gibt es zahlreiche Theorien. Sicher ist, dass das Vertrauen in den Therapeuten oder die Therapeutin dabei eine wesentliche Rolle spielen.
Jesus erzählt dann noch ein Beispiel von einem Knecht, der bedingungslos seinem Herrn dient, und fordert damit uns zu solch bedingungslosem Vertrauen zu Gott auf. An Jesus selbst sehen wir, welche Kräfte ein so inniges Vertrauensverhältnis freisetzt.
Vertrauen in einen Menschen fällt nicht vom Himmel, sondern wächst, wenn man mit ihm einen Weg gemeinsam geht und dabei entdeckt, dass man sich bedingungslos aufeinander verlassen kann. Was unter Menschen gilt, gilt auch Gott gegenüber. Wer seinen Glauben an Gott im Sinne des Vertrauens in Gott stärken will, muss sich auf einen gemeinsamen Weg mit Gott einlassen. Gott ist dazu bereit und bietet sich uns als Wegbegleiter an.
Wenn heute von manchen behauptet wird, dass der Glaube verdunste, und sie damit meinen, dem mit mehr Katechismuswissen oder durch Glaubensseminare entgegenwirken zu können, sind sie meines Erachtens damit auf dem Holzweg. Bücher über den Glauben zu lesen, sich mit dem Glauben intellektuell auseinanderzusetzen oder sich Glaubenswissen anzueignen, sind sicherlich zu empfehlen. Wie weit das die persönliche Beziehung zu Gott stärkt, ist in Frage zu stellen. Wer hingegen Jesus bittet: Herr, stärke meinen Glauben, den wird er einladen, den Lebensweg an seiner Seite zu gehen und sich immer wieder auf persönliche Gespräche mit ihm einzulassen.
2015 wurde wir von einer Herausforderung überrollt, die den Schluss zugelassen hätte: Das schaffen wir unmöglich. Zur Überraschung vieler ist Unmögliches möglich geworden. In der Flüchtlingskrise erlebten wir, was Glaube bewirken kann.
Europaweite Flüchtlingskrise 2015 – eine Herausforderung für die europäischen Staaten:
Deutschland mit mehr als 1,1 Millionen Flüchtlinge im Jahr 2015, Österreich mit 90.000 waren von dieser Krise besonders betroffen.
Diese Migrationsbewegung führt zu einer gesellschaftlichen Debatte über Asylpolitik und Integration, aber auch zum Nachdenken über die Fluchtursachen wie der Bürgerkrieg in Syrien und der humanitären Hilfe vor allem in Syrien und in den Nachbarländern.
Eine Antwort, die aufhorchen lässt: Wir schaffen es! lautete das Motto, der Zuspruch von Frau Angela Merkel vor mehr als einem Jahr! Ihre Worte können auch als passende Antwort auf die Bitte der Jünger im heutigen Evangelium gedeutet werden:
Genau vor einem Jahr sind an der ungarisch-österreichischen Grenze (Nickelsdorf) Tausende Flüchtlinge angekommen - der Beginn eines wochenlangen Flüchtlingszustroms, der Helfer und Einsatzkräfte in Atem hielt. Die erschöpften Menschen erwartete damals eine Welle der Hilfsbereitschaft. Wochenlang auf der Flucht, viele aus den Kriegsgebieten Syrien, Irak und Afghanistan.
„Es gilt nun, den Männern, Frauen und Kindern, die seit Tagen und Wochen auf der Flucht sind und die eine sehr schwere Zeit hinter sich haben, Sicherheit und Menschlichkeit zu vermitteln. Das zu tun gehört zu unserem humanitären Auftrag und ist eine Selbstverständlichkeit“, so ein Verantwortlicher von damals.
So einfach und verständlich sind seine Worte. Es bedarf keines Aufsehens, keiner großangelegten Inszenierung: seine Aussage, sein Verständnis von Humanität wurde einfach von Teilen der Zivilgesellschaft 2015 umgesetzt. Die Flüchtlingskrise wurde als Herausforderung angenommen und bewältigt. Das dürfen wir nach einem Jahr nicht vergessen!!!
Wie kann ich den Flüchtlingen helfen, so lautet damals die Frage von vielen Menschen. Und die sozialen Netzwerke/Communitys halfen per Mail, per Facebook usw.
Dieses Wort, das wir eben im Evangelium hörten, wurde vor einem Jahr wahr. Machen Sie sich die Mühe, im Internet oder in Printmedien nachzulesen, was die Welle der Hilfsbereitschaft, die unter der Zivilgesellschaft „ausgebrochen“ ist, erreichen konnte: Es war mehr, als dass ein Maulbeerbaum sich ins Meer verpflanzt.
Sicherlich ist die Sprache, sind die Bilder und auch die konkreten Anforderungen von heute anders als die Sprache und die Bilder, die hier Lukas vor bald 2000 Jahren verwendet, um aufzuzeigen, was Glaube, auch wenn er nur so groß ist wie ein Senfkorn, bewirken kann. Eine Mitteilung aus einem sozialen Netzwerk von 2015 möchte ich hier als Beispiel bringen:
Ich bekomme täglich viele Anfragen und Mails von Menschen die gerne helfen möchten. Was in unserem Land gerade mit Menschen passiert die das schlimmste hinter sich haben, ist eine humanitäre Katastrophe und umso bemerkenswerter finde ich es, wie viele von euch nicht tatenlos zusehen sondern mithelfen wollen. Helfen klingt oft einfacher als es ist und muss vor allem eines sein: organisiert.
Es war der Glaube, dass jeder/jede aktiv etwas zur Bewältigung dieser Flüchtlingskrise beitragen könne. Dieser Glaube hat vor einem Jahr vor allem viele junge Menschen angetrieben, wie ein „Sklave“ denen zu dienen, die auf der Flucht waren, die ihre Hilfe jetzt benötigten.
Diese Aufforderung aus dem Evangelium wurden in den sozialen Medien vor einem Jahr so „buchstabiert“:
Gebt den Menschen den Respekt den sie verdient haben. Behandelt sie nicht mit Mitleid oder von oben herab sondern mit Respekt auf gleicher Augenhöhe. Lasst diese Menschen ihr Gesicht wahren.
Die vielen HelferInnen sind vor einem Jahr aus eigener Motivation gekommen und nach getaner „Arbeit“ wieder „still und leise“ gegangen.
Geblieben sind Erfahrungen wie: Die Menschlichkeit hat heute Nacht gesiegt! ... das heißt es von vielen Beobachtern, Einsatzkräften und Aktivisten.
Oder auf einer Homepage der Dank an alle, ohne Namen, ohne Verdienstkreuz, ohne Aufzählung der Leistung, die erbracht wurde, einfach nur: DANKE an alle, die so fleißig mithelfen, und DANKE für die Stütze die ihr diesen Menschen seid!
"Wir schaffen es!" – so der Zuspruch von Frau Angela Merkel vor mehr als einem Jahr!
Vielleicht hören wir eines Tages auch noch das Schlusswort des heutigen Evangeliums:
Lieder:
GL 143: Mein ganzes Herz erhebet dich
GL 147: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend
GL 216: Im Frieden dein, o Herre mein
GL 348: Nun bitten wir den Heiligen Geist (1. Str.)
GL 358: Ich will dich lieben, meine Stärke
GL 377: O Jesu, all mein Leben bist du (2 . Str.)
GL 418: Befiehl du deine Wege und was dein Herz kränkt
GL 421: Mein Hirt ist Gott, der Herr
GL 422: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
GL 423: Wer unterm Schutz dess Höchsten steht
GL 424: Wer nur den lieben Gott lässt walten
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden...
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte
GL 430: Von guten Mächten wunderbar geborgen (2. Str.)
GL 439: Erhör, o Gott, mein Flehen
GL 446: Lass uns in deinem Namen, Herr (1. und 4. Str.)
GL 448: Herr, gib uns Mut zum Hören (2. und 4. Str.)
GL 450: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht...
GL 453: Bewahre uns Gott, behüte uns Gott (Str. 1–4)
GL 457: Suchen und fragen, hoffen und sehn
GL 464: Gott liebt diese Welt, und wir sind sein Eigen
GL 484: Dank sei dir, Vater, für das ewge Lebven (1. und 5. Str.)
GL 487: Nun singe Lob, du Christenheit (4. und 5. Str.)
GL 489: Lasst uns loben, freudig loben (2. und 3. Str.)
GL 551: Nun singt ein neues Lied dem Herren
GLÖ 903/KG 182: Sei unser Gott, der alle Welt in seiner Liebe leitet
Psalmen und Kehrverse:
GL 53: Hört auf die Stimme des Herrn, verschließt ihm nicht das Herz. - Mit Psalm 95 - VI.
GL 56: Freut euch, wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade. - Mit Psalm 100 - V.
GL 420: Meine Seele dürstet nach dir, mein Gott - Mit Psalm 19 - II.
GL 584,4: Herr, du hast Worte ewigen Lebens. - Mit Psalm 19 - II.
GL 616: Gott, du mein Gott, dich suche ich, meine Seele dürstet nach dir. - Mit Psalm 63 - IV.
Wir sind in Gottes Gegenwart versammelt. Um aufzutanken. Um Kraft zu sammeln. Um aufzuatmen. Um Gottes Liebe und Erbarmen zu erfahren.
Immer wieder sieht sich der Mensch verschiedensten Bedrohungen ausgesetzt. Technologie und Fortschritt bringen viel Segensreiches, doch sie können auch eine neue Bedrohung darstellen. Um welche Bedrohung es sich auch immer handelt, sie kann Ängste hervorrufen. Die Lesungen des heutigen Sonntages setzen dem ein Mittel dagegen: Die Kraft des Glaubens. Sie vermag zwar keine Cyberattacke und keinen Drohnenangriff abzuwehren. Aber sie kann innere Kräfte freisetzen, Wege zu suchen und zu finden, gegen Bedrohung anzukommen oder aber mit ihr leben zu lernen.
Halten wir in einem Moment der Stille Gott all’ das hin, was uns gerade bewegt, vielleicht auch zu schaffen macht, was uns Angst und Bange macht, und auch jenes, was uns ermutigt und hoffen lässt…
„Stärke unseren Glauben!“ Mit dieser Bitte treten die Jünger an Jesus heran. Dies kann auch unsere Bitte sein. Wie stark ist mein Glaube? Bestimmt der Glaube mein Leben? Vertraue ich Gott, wenn ich in Not gerate, wenn ich Ängste und Zweifel bei mir entdecke?
Auf sein Wort lasst uns vertrauen. Unser Glaube wird gestärkt durch seine Liebe in Brot und Wein. Grüßen wir IHN, den lebendigen Herrn, in unserer Mitte:
Heute wird alles gemessen und vermessen und in Statistiken verglichen. Kirchenbesuchszahlen und Kirchenaustrittszahlen gelten als Parameter für die Bedeutung des Glaubens.
Kann man Glauben messen? Wann ist ein Glaube stark? Im Evangelium bitten die Apostel Jesus: Stärke unseren Glauben. Was können wir tun, um unseren Glauben zu stärken?
Allein die Tatsache, dass Sie hier sind und Gottesdienst feiern, zeigt, dass Ihr Glaube zumindest so groß ist wie ein Senfkorn. Bitten wir Gott, dass er unseren Glauben wachsen lasse.
Du, Herr, hast verheißen:
Der Gerechte bleibt wegen seiner Treue am Leben.
Wir bitten dich um Vergebung für all unsere Treulosigkeiten.
Herr, erbarme dich unser.
Du hast uns den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit gegeben.
Wir bitten dich um Vergebung für unsere Verzagtheit.
Christus, erbarme dich unser.
Du lässt uns teilhaben, an deiner innigen Beziehung zum Vater.
Wir bitten dich um Vergebung für unseren Kleinglauben.
Herr, erbarme dich unser.
Herr Jesus Christus,
an dich glauben wir. Wir vertrauen dir.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du bist der Herr aller Mächte und Gewalten.
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du schenkst uns Kraft und Zuversicht.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
ich glaube, hilf unserem Unglauben.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
ich glaube, hilf unserem Kleinglauben.
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
ich glaube, hilf uns in unserem Zweifeln und Sorgen.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du bist vom Vater gesandt, um sein Wort zu säen.
Herr, erbarme dich.
Du gabst auch den Kleinen und Gebeugten die Hoffnung
zu guter Saat „aufzugehen“.
Christus, erbarme dich.
Durch dein Hinabsteigen in den Tod
und durch dein Auferstehen schenkst du Hoffnung für alle.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott,
du gibst uns in deiner Güte mehr,
als wir verdienen,
und Größeres, als wir erbitten.
Nimm weg, was unser Gewissen belastet,
und schenke uns jenen Frieden,
den nur deine Barmherzigkeit geben kann.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 27. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott, sieh gnädig auf alle,
die du in deinen Dienst gerufen hast.
Mach uns stark im Glauben,
in der Hoffnung und in der Liebe,
damit wir immer wachsam sind
und auf dem Weg deiner Gebote bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 16. Sonntag im Jahreskreis
Ewiger Gott.
Dein Sohn hat unser Leben geteilt,
hat Freude erfahren und Leid ertragen - wie wir.
Gib, daß wir in guten und in bösen Tagen
mit ihm verbunden bleiben.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
MB Auswahl 11
Gott, unser Vater.
Du gibst dich uns Menschen zu erkennen
im Schicksal Jesu von Nazaret
Als er von allen verlassen war,
hast du ihn durch Leiden und Tod
hindurchgeführt zum Leben.
Laß uns glauben und vertrauen,
daß auch wir in aller Bedrängnis und Not
unterwegs sind zu dir
mit unserem Herrn Jesus Christus,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Auswahl 30
Herr, unser Gott,
du lädst uns ein,
teilzuhaben am Werk der Erlösung.
Mehre unseren Glauben,
stärke unsere Hoffnung
und entzünde in uns deine Liebe,
damit wir treu erfunden werden in deinem Dienst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt in Ewigkeit.
WB 27. Sonntag im Jahreskreis C
Gütiger Gott,
unser Leben ist dein wunderbares Geschenk an uns.
Für alles Schöne und Gute danken wir dir.
Wir erfahren immer wieder auch selbst oder durch andere Bedrohungen im Leben,
ja, dass das Leben selbst bedroht sein kann.
«Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten.»
(Röm 8,28 Hoffnung für alle).
Lass diesen Glauben in uns wirksam sein.
Das erbitten wir durch Jesus Christus im Heiligen Geist. - Amen.
„Stärke unseren Glauben!“
Herr Jesus Christus,
die Jünger bitten dich darum.
Auch wir sind hier,
damit unser Glaube und unser Vertrauen in dich wächst.
Denn oft spüren wir,
wie schwer es ist, an dich zu glauben,
wie kleinmütig wir sind,
wie wenig Vertrauen wir haben.
Deine Worte seien fruchtbar in unseren Herzen. - Amen.
Guter Gott.
Aus einer - zum Teil - übervollen Woche kommen wir zu dir.
Viel verlangt uns der Alltag oft ab.
Da spielen oft unser Glauben
und unsere Hoffnung, dass du mit uns gehst,
keine oder nur eine kleine Rolle.
Stärke in diesem Gottesdienst unseren Glauben
und die Bereitschaft, der Botschaft deines Sohnes zu folgen.
Das erbitten wir durch ihn,
Jesus Christus, unserem Bruder und Herrn. – Amen.
Du, unser Gott, du schenkst uns deine Gegenwart. Du siehst auf uns. Und du hörst auf das, worum wir dich in dieser Feier bitten:
Wir bitten für alle, die sich mühen, dass Waffen schweigen, und nicht müde werden, sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen.
Wir beten für die Berichterstatter aus den Kriegsgebieten der Erde und für alle, die Verbrechen dokumentieren und festhalten, für Ermittler, Anwälte und Richter und für alle, die mithelfen, dass Unrecht verurteilt wird.
Gott, wir legen dir an dein gütiges Herz alle, denen Gewalt angetan wird,
alle, die an den Bedrohungen in ihrem Leben zu zerbrechen drohen.
Wir bitten für alle, die sich um andere kümmern, die Leidenden helfen und sorgen, dass das Leben schöner und besser wird.
Wir beten für alle, die im Leben ihre Hoffnung und Zuversicht im Glauben an Gott suchen und finden.
Du, unser Gott, schenkst den Menschen, was sie zum Leben brauchen.
Dir sei Dank, sei unser Lob und Preis,
heute und alle Tage unseres Lebens und darüber hinaus. - Amen.
Im Vertrauen auf Gottes Treue zu seinem Volk bitten wir in den Nöten unserer Zeit:
Für alle, die dich, den einen Gott bezeugen, ihren Glauben in verschiedenen Traditionen leben und mühsam um gegenseitiges Verständnis ringen.
Für eine Welt, in der viele schutzlos Leid und Elend ausgesetzt sind, viele davon berührt sind, aber angedachte Lösungsversuche erst recht wieder Konflikte und Konfrontationen verursachen.
Für alle, die bereit sind, vorgefasste Interessen im Sinn neuerer Erkenntnisse zu Umweltschutz und Artenvielfalt aufzugeben und ihren Lebensstil zu überdenken.
Für uns selbst um Offenheit für die Wege, die du uns führst, für überraschende Begegnungen und verändernde Aufbrüche.
Für unsere Verstorbenen, die von Glauben und Hoffnung getragen den Übergang aus dieser Welt in ihre Heimat bei dir gegangen sind.
Denn nur in dir finden wir die Freiheit, in der wir unsere Angst und Mutlosigkeit überwinden können. Dir danken wir für deine Treue und Begleitung und loben und preisen dich jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Zu unserem Herrn Jesus Christus, der uns lehrt auf Gott zu vertrauen und aus seiner Kraft zu leben, beten wir:
Sei nahe allen, die von Ängsten und Sorgen geplagt werden
und lass sie deine Nähe erfahren....
Auf dein Wort, Herr, lass uns vertrauen,
stärke unsern Glauben!
Heile alle, die wegen schlimmer Erfahrungen den Glauben an Gott verloren haben.
Sei denen fester Halt, die unter Kriegen und Gewalt leiden.
Stelle allen Kindern und Jugendlichen echte Glaubensvorbilder zur Seite.
Sende deinen Heiligen Geist allen, die sich auf Taufe und Firmung vorbereiten.
Lass alle Verstorbenen in deiner Nähe ewiges Glück erfahren.
Dir sei Lob und Preis, jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Großer, allmächtiger Gott!
Du bist und bleibst uns ein Geheimnis und doch dürfen wir uns im Glauben deiner Nähe sicher sein.
Dich bitten wir:
Um einen Glauben, in dem wir darauf vertrauen, dass dein Geist die Kirche im aktuellen synodalen Prozess leitet und sie zukunftsfähig macht.
Um einen Glauben, in dem wir darauf vertrauen, dass du die Menschheit zu Größerem befähigst als im Voraus ersichtlich ist und für alle ein gutes und gerechtes Leben bereithältst.
Um einen Glauben, in dem wir darauf vertrauen, dass wir Ängste, Zweifel und Selbstbezogenheit überwinden und auch in schweren Zeiten Stehvermögen beweisen.
Um einen Glauben, in dem wir darauf vertrauen, dass unsere Beziehung zu dir durch deine frohe und gute Botschaft des Evangeliums wächst und uns Halt und Kraft für unser Leben gibt.
Um einen Glauben an deine Auferstehung, durch den du uns trotz der Vergänglichkeit alles Irdischen Hoffnung schenkst.
So bitten wir dich:
Mach uns zu Boten deiner Liebe und Treue heute und alle Tage unseres Lebens. - Amen.
Du, Gott, existierst nicht irgendwo in der Ferne,
sondern bist uns nahe und nimmst teil an unseren Sorgen und Nöten.
Wir bitten dich,
für die Politiker.
Lass sie Wege finden, wie sie dem Vertrauen, mit dem sie die Wähler ausgestattet haben, gerecht werden können.
Für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger.
Befähige sie, den ihnen Anvertrauten gute Wegbegleiter zu sein.
Für die Bischöfe und deren Berater, die heute Rom in zur Amazonas-Synode zusammentreten.
Begleite sie in ihren Beratungen und Entscheidungen mit deinem Heiligen Geist.
Für alle Menschen, deren Glaube in Krise geraten ist.
Lass sie erkennen, was für sie wichtig ist,
und stärke ihr Vertrauen in deine Gegenwart.
Für alle Menschen, die Orientierung für ihr Leben suchen.
Schenke ihnen Klarheit und lass sie Vorbildern begegnen,
die ihnen einen Zugang zum Glauben an dich erschließen.
Für unsere Verstorbenen.
Lass sie das Ziel ihres Wegen schauen, den sie im Vertrauen auf dich gegangen sind.
Du, Herr, schenkst Glauben
und stärkst den Glauben aller, die dich suchen.
Stärke auch unseren Glauben. – Amen.
Allmächtiger Gott,
nimm die Gaben an,
die wir nach deinem Willen darbringen.
Vollende in uns das Werk der Erlösung und der Heiligung
durch die Geheimnisse,
die wir zu deiner Verherrlichung feiern.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 27. Sonntag im Jahreskreis
Gott, unser Vater,
nimm unsere Opfergaben gnädig an
und gib, dass wir mit gläubigem Herzen
das Leidensgeheimnis deines Sohnes feiern,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 32. Sonntag im Jahreskreis
MB Mittwoch in der Karwoche
Gütiger Gott,
Leben hat ganz schön viel mit Veränderung zu tun.
Mit Wachstum. Mit Wandel.
Wir bringen dir dieses Brot und diesen Wein.
Als eucharistische Gaben werden sie gewandelt und uns gereicht werden.
Nimm sie an und mit ihnen all’ das in uns und in unserer Welt, was der Wandlung bedarf.
Mögest du, Gott, jener sein, der unser Leben und uns selbst zum Guten verändert. - Amen.
„Stärke unseren Glauben!“
Herr Jesus Christus,
du bist jetzt da in Brot und Wein,
du bist jetzt mitten unter uns.
Du bist im Vertrauen auf Gott,
und aus Liebe zu uns deinen Weg gegangen.
In Brot und Wein machst du dich eins mit uns.
Gib auch uns Kraft, wenn wir dich empfangen,
damit wir mutig unsere Wege gehen. - Amen.
Grosser Gott, wir loben dich. Wir preisen dich und deine Stärke.
Immer wieder hast du in der Heilsgeschichte das Geschick der Menschen zum Guten gewendet.
Wir loben dich. - Wir preisen dich.
Auch wir sind Teil deiner Heilsgeschichte. Wir erfahren deine Nähe und Zuwendung im Wort und im Sakrament und in der heil- und liebevollen Umarmung von Menschen, mit denen wir das Leben teilen dürfen.
Mit uns schreibst du an deiner Heilsgeschichte weiter. Du schenkst uns den Heiligen Geist, damit wir die Welt und unser Leben in deinem Sinn gestalten.
Die Macht der Herrscher dieser Welt vergeht. Doch deine Macht, o Gott, bleibt in Ewigkeit. Du hast deinen Sohn Jesus Christus in unsere Welt geschickt. Er hat Zeugnis abgegeben von deiner Allmacht.
Jesus heilte die Kranken und trieb Dämonen aus. Selbst die Naturgewalten gehorchten ihm.
Jesu Macht war aber auch Ohnmacht. Am Kreuz umarmt dein Sohn alle, die heute leiden. Seine Auferstehung gibt uns Zuversicht und Hoffnung.
Mit allen Christinnen und Christen, die darum weltweit den Sonntag als ersten Tag der Woche feiern, loben und preisen wir dich und stimmen miteinander ein in den Lobpreis, der unsere Herzen zu dir erhebt, o Gott:
Loblied (z.B. Grosser Gott, wir loben dich – GL 380)
(für Wortgottesdienstfeiern):
Kehrvers:
Alles, was Odem hat, lobe den Herrn.
(GL 616,5)
Treuer und barmherzigerGott,
wir treten vor dich, um dir zu danken für alles,
was du Großes an uns getan hast.
Kehrvers
Du hörst auf das Rufen der Menschen,
die Unterdrückung und die Macht des Bösen erleben.
Du lässt nicht im Stich, die dir vertrauen.
Du setzt ein Ende der Macht der Gewalttäter
und ziehst die Unterdrücker zur Rechenschaft.
Kehrvers
Du stärkst jene, die ihre Hoffnung auf dich setzen
und sei ihr Glaube so klein wie ein Senfkorn.
Großes vollbringen, die auf dich vertrauen
und daran festhalten, was vor dir gut und gerecht ist.
Kehrvers
Jesus dein Sohn, hat sich selbst zum Diener aller gemacht.
und uns deine Liebe erfahren zu lassen.
Die Gewissheit deiner väterlichen Liebe
hat unser Leben verändert
und lässt es in neuem Licht erscheinen.
Kehrvers
Du ermutigst uns, an dieser gesunden Lehre fest zu halten
und ihm in der Liebe zu dir und den Menschen nachzufolgen.
Durch die Kraft des Geistes, der ins uns wohnt,
stärkst du uns im Glauben und in der Liebe,
die uns in Christus Jesus geschenkt ist.
Kehrvers
Dafür danken wir dir und preisen wir dich
mit allen Engeln und Heiligen.
Wir stimmen ein in den Lobgesang der ganzen Schöpfung
und singen:
Danklied, z. B: Lasst uns loben, freudig loben (GL 489)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und das Werk deiner Gnade zu rühmen
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn aus Erbarmen mit uns sündigen Menschen
ist er Mensch geworden aus Maria, der Jungfrau.
Durch sein Leiden am Kreuz hat er uns
vom ewigen Tod befreit und
durch seine Auferstehung
uns das unvergängliche Leben erworben.
Darum preisen dich deine Erlösten und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn wir erkennen deine Herrlichkeit in dem,
was du an uns getan hast:
Du bist uns mit der Macht deiner Gottheit
zu Hilfe gekommen und
hast uns durch deinen menschgewordenen Sohn
Rettung und Heil gebracht
aus unserer menschlichen Sterblichkeit.
So kam uns aus unserer Vergänglichkeit
das unvergängliche Leben
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und singen mit den
Chören der Engel das Lob
deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 3
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen dich
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn durch seine Geburt
hat er den Menschen erneuert,
durch sein Leiden unsere Sünden getilgt,
in seiner Auferstehung den Weg zum Leben
erschlossen und in seiner Auffahrt zu dir
das Tor des Himmels geöffnet.
Durch ihn rühmen dich deine Erlösten und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 4
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken und
das Werk deiner Liebe zu rühmen
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Er war ohne Sünde
und hat für die Sünder gelitten.
Er war ohne Schuld und hat sich
ungerechtem Urteil unterworfen.
Sein Tod hat unsere Vergehen getilgt,
seine Auferstehung
uns Gnade und Leben erworben.
Darum preisen wir jetzt
und in Ewigkeit dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Palmsonntag
Wie Habakuk steige ich auf meinen Turm und halte Ausschau nach dir, o Gott.
Ich sehne mich nach deiner Nähe.
Wie lange noch lässt du mich warten?
Wie Habakuk erlebe ich Unrecht und kann nichts tun.
Es ist einfach nicht fair, wie Menschen leiden müssen.
Wie lange muss ich das ertragen?
Wie Habakuk möchte ich deine große Zusage hören,
dass du da bist und das Elend siehst.
Wie Habakuk möchte ich glauben können,
dass du es bist, der Recht schafft, und alles zum Guten führt.
Herr, stärke meinen Glauben.
Wie ein Senfkorn
ist unser Glaube
und doch kann er Vieles bewirken
wenn wir Gott
dazunehmen
Wie ein Senfkorn ist unsere Hoffnung
und doch kann sie alles verändern
wenn wir Gott
dazunehmen
Wie ein Senfkorn ist unsere Liebe
und doch kann sie durchs Leben tragen
wenn wir Gott
dazunehmen
Wir können viel mehr als wir uns zutrauen
wenn wir Gott dazu nehmen
ihm Spielraum geben
in unserem Leben
Wenn wir Gott dazunehmen
können Wunder geschehen
auch bei uns
bei dir und mir
Gott und Vater,
du reichst uns das Brot des Lebens
und den Kelch der Freude.
Gestalte uns nach dem Bild deines Sohnes,
der im Sakrament unsere Speise geworden ist.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB 27. Sonntag im Jahreskreis
Barmherziger Gott,
das Sakrament der Erlösung,
das wir empfangen haben,
nähre uns auf dem Weg zu dir
und schenke dem wahren Glauben
beständiges Wachstum.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 4. Sonntag im Jahreskreis
Gütiger Gott,
die heilige Speise, die wir empfangen haben,
durchdringe uns mit ihrer Kraft.
Sie vertiefe unseren Glauben,
mache stark unsere Hoffnung
und entzünde unsere Herzen zu Werken der Liebe.
Lass das göttliche Leben, das du uns geschenkt hast,
sich entfalten und Frucht bringen für das ewige Leben.
Darum bitten wir…
MB Schlussgebete zur Auswahl 10
Herr, unser Gott,
dieses heilige Sakrament tilge unsere Schuld
und gewähre uns deinen Schutz.
Es entreiße uns der Gleichgültigkeit
und erwecke in uns einen lebendigen Glauben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Dienstag der Fastenzeit
Gott unseres Lebens,
wir danken dir für dieses Zusammensein.
Die Gemeinschaft untereinander und mit dir stärkt uns.
Lass uns aus deiner Zusage leben, dass du bei uns bist und auf uns siehst.
Begleite uns heute und alle Tage unseres Lebens.
Das erbitten wir durch Jesus Christus im Heiligen Geist. - Amen.
„Stärke unseren Glauben!“
Herr Jesus Christus,
auf uns kommen immer wieder schwere Situationen zu.
Manchmal fühlen wir uns bedrängt,
andere Male werden wir angefragt,
wieder ein anderes Mal scheint alles hoffnungslos.
Doch du bist nahe.
Hilf uns dir und deinem Wort zu vertrauen. - Amen.
Guter Gott,
Hilf uns, unsere Verzagtheit abzulegen
und schenke uns Kraft aus deinem Hl. Geist,
damit wir in Liebe und mit Besonnenheit
dem Beispiel deines Sohnes folgen können.
Für all deine Wohltaten sagen wir sei Lob und Dank. – Amen.
Gottes Liebe umarme dich.
Gottes Gerechtigkeit ermutige dich zum Handeln.
Gottes Segen komme mit und durch dich in die Welt und zu den Menschen.
So segne, ermutige und schenke Gott dir seine Kraft:
Gott-Vater, Gott-Sohn und Heiliger Geist. - Amen.
Segne deine Gläubigen, allmächtiger Gott,
stärke sie im Glauben,
hilf ihnen, deinen Willen zu tun,
und bewahre sie in deiner Gnade,
damit sie sich immer deiner Huld erfreuen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Der Segen des allmächtigen Gottes,
des Vaters und des Sohnes +
und des Heiligen Geistes,
komme auf euch herab und
bleibe bei euch allezeit. - Amen.
MB Segensgebete 6
Wo
wirfst du
deine Anker aus?
Glauben -
so sicher
wie abenteuerlich
Klein
zaghaft
frag-würdig
stark
unbändig
Wie
lernt man
glauben?
Einfach mal
ankern
im Herzen Gottes
Beziehung
will wachsen
von Herz zu Herz
zusammen-wachsen
Verbundenheit
gibt Halt
und erweckt Mut
fürs LEBEN
selbst dort
wo es
ungemütlich wird
Leben ist Übung
im Auf und Ab der Tage
Glauben auch!
Hilft glauben
Wunden überwinden?
klein
wie ein Senfkorn
mein Glaube
mein Vertrauen
meine Hoffnung
meine Liebesbereitschaft
wenn ich aufschaue
zu allem Großen
dem Maulbeerbaum
den „Machthaber“
in Politik und Wirtschaft
in Kirche und Gesellschaft
was kann ich da schon ausrichten
ja
was kann ich schon ausrichten
gegen „die da oben“
gegen die
die scheinbar alles wissen
gegen die
die ihre Machtspielchen treiben
klein wie ein Senfkorn
bin ich
doch du Jesus
sprichst davon
dass ich mit dem kleinen Glauben
eines Senfkorns
den starken Maulbeerbaum
entwurzelt kann
dass ich mit diesem kleinen Glauben
etwas „in Bewegung“
setzen kann
so will ich mich verwurzeln
in deine Zusage
und dir vertrauen
dass
aus meinem Kleinglauben
meiner kleinen Flamme des Vertrauens
meinem Minifunken der Hoffnung
meinen kleinen Liebesbeweisen
ein Baum wird
der reiche Früchte trägt
Beatrix Senft 2022
Warum glauben wir an Gott? Weil wir in unserem Leben auf seine Spuren gestoßen sind. Wir sehen Gott nicht selbst – sonst brauchten wir nicht an ihn zu glauben. „glauben“ heißt ja, etwas für wahr und wichtig halten und sich darauf verlassen, obwohl man es nicht sieht und nachprüfen kann. Gott ist unsichtbar und verborgen - so sehr man es schon verstehen kann, wenn viele meinen: Er ist gar nicht da. Aber man kann diese Spuren erkennen. Das geschieht freilich nicht von selbst. Wer im Wald den Tieren auf die Spur kommen will, darf nicht achtlos seines Weges gehen. Wer Gottes Spuren entdecken will, muss die Augen aufmachen und darf nicht so dahinleben, als ob sich alles von selbst verstünde. Ihm muss etwas auffallen. Er muss bemerken, dass unser Leben voller Rätsel ist, mit denen wir nur zurechtkommen, weil wir an den lebendigen Gott glauben.
Es sind helle und dunkle Rätsel. Zu den hellen Rätseln gehört, was uns so überwältigt, dass wir nur noch hingerissen staunen können. Die Schönheiten der Natur ebenso wie die Werke von Menschenhand, das Gebirge und der technisch vollendete Hochgeschwindigkeitszug, die Ähre auf dem Feld und das Meisterwerk des Malers, das Meer und die komplizierte Computer-Anlage, die liebliche, beruhigende Landschaft und die gelungene Konstruktion einer Brücke. Das alles versteht sich nicht von selbst und erschöpft sich auch nicht darin, dass es für uns mancherlei praktischen Nutzen hat. Es steckt etwas Größeres dahinter, wenn es Dinge gibt, von denen wir hingerissen sind, und wenn den Menschen große Dinge gelingen können. Denn offenbar haben nicht wir alles gemacht, und nicht wir haben uns die Kraft gegeben, große Dinge zuwege zu bringen. Wir stehen hier vor den Spuren eines Geheimnisses, das größer ist als wir. Dieses Geheimnis ist Gott.
Seine Spuren entdecken wir auch in den dunklen Rätseln des Lebens: in Fragen, die wir aus uns selbst nicht oder nur notdürftig beantworten können. Weshalb lebe ich eigentlich? Kann ich mich freuen, dass ich lebe? Warum gibt es so viel Hass auf der Welt, wo doch alles gut sein könnte, wenn die Menschen gerecht wären und einander liebten? Was dürfen wir ganz gewiss erhoffen? Ist der Tod das Ende von allem? Auch hier ahnen wir Gott, der die Rätsel lösen kann und wird – denn wer kann annehmen, dass tatsächlich alles vergeblich ist; dass Hass und Tod das letzte Wort haben; dass nichts zu erhoffen steht; dass alles Schöne dieser Welt nur trügerischer Schein ist?
Aus: Otto Hermann Pesch, Kleines katholisches Glaubensbuch, Kevelaer 2009.
Ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben.
Herr, ich will dir folgen, wohin immer du gehst.
Gott, du bist es, an den ich glaube;
Du bist es, dem ich glaube.
Du hast zu uns gesprochen durch deinen Sohn.
Seine frohe Botschaft will ich annehmen.
Die Kirche verbürgt sie mir auch in unserer Zeit.
Du sprichst zu mir auch durch Menschen,
die mir begegnen,
und durch Ereignisse, die mir widerfahren.
Hilf mir, dich in allem zu finden und immer mehr
aus dem Glauben zu leben.
Aus: Kokschal Annegret / Kokschal Peter, Gebete für das ganze Leben, St. Benno Verlag Leipzig 2002.
Herr, ich habe Freude am Glauben,
aber es bedrückt mich,
dass meine Familie so ganz anders denkt.
Sie machen es mir manchmal schwer,
unter ihnen als Christ/ in zu leben.
Ich aber möchte so gern,
dass auch sie anfangen zu glauben
und etwas von dem erleben,
was mir so viel bedeutet.
Ich mache ihnen keinen Vorwurf,
aber ich liebe sie doch
und wünsche ihnen das Beste,
und das Beste ist doch,
dass man glauben kann.
Gib, dass ich nicht müde werde,
dass ich dich nicht verleugne,
sondern mich so zu dir bekenne,
dass sie es annehmen können.
Was wäre das für eine Freude,
wenn wir zusammen zur Kirche gehen könnten
oder sogar anfangen würden, bei Tisch zu beten!
Herr, du kannst helfen,
du kannst Wunder tun.
Hilf uns allen zum Glauben!
Aus: Kokschal Annegret / Kokschal Peter, Gebete für das ganze Leben, St. Benno Verlag Leipzig 2002.
Als wir eines Tages von der Arbeit zurückkamen, sahen wir auf dem Appellplatz drei Galgen. Antreten. Ringsum die SS mit drohenden Maschinenpistolen, die übliche Zeremonie. Drei gefesselte Todeskandidaten, darunter der kleine Pipel, der Engel mit den traurigen Augen. Die SS schien besorgter, beunruhigter als gewöhnlich. Ein Kind vor Tausenden von Zuschauern zu hängen, war keine Kleinigkeit. Der Lagerchef verlas das Urteil. Alle Augen waren auf das Kind gerichtet. Es war aschfahl, aber fast ruhig und biss sich auf die Lippen. Der Schatten des Galgens bedeckte es ganz. Diesmal weigerte sich der Lagerkapo, als Henker zu dienen. Drei SS-Männer traten an seine Stelle. Die drei Verurteilten stiegen zusammen auf ihre Stühle. Drei Hälse wurden zu gleicher Zeit in die Schlingen eingeführt. „Es lebe die Freiheit“ riefen die beiden Erwachsenen. Das Kind schwieg. „Wo ist Gott, wo ist er?“ fragte jemand hinter mir. Auf ein Zeichen des Lagerchefs kippten die Stühle um. Absolutes Schweigen herrschte im ganzen Lager. Am Horizont ging die Sonne unter. „Mützen ab!“ brüllte der Lagerchef. Seine Stimme klang heiser. Wir weinten. „Mützen auf!“ Dann begann der Vorbeimarsch. Die beiden Erwachsenen lebten nicht mehr... Aber der dritte Strick hing nicht leblos, der leichte Knabe lebte noch... Mehr als eine halbe Stunde hing er so und kämpfte vor unseren Augen zwischen Leben und Sterben seinen Todeskampf. Und wir mussten ihm ins Gesicht sehen. Er lebte noch, als ich an ihm vorbeischritt. Seine Zunge war noch rot, seine Augen noch nicht erloschen. Hinter mir hörte ich denselben Mann fragen: „Wo ist Gott?“ Und ich hörte eine Stimme in mir antworten: „Wo er ist? Dort – dort hängt er, am Galgen...“
Elie Wiesel, 1928 in Rumänien geboren, wurde wegen seiner jüdischen Wurzeln mit seiner Familie 1944 nach Auschwitz deportiert, später kam er nach Buchenwald. Er überlebte den Holocaust. 1958 erschien sein autobiographisches Buch „Die Nacht“. Für seinen Kampf gegen Gewalt, Unterdrückung und Rassismus erhielt er 1996 den Friedensnobelpreis. Wiesel starb 2016.
Eli Wiesel: Wo ist Gott?
Ich glaube an Gott, den Vater,
und höre sein Wort.
Er ist der Herr,
ihm gehört der Kosmos,
er lenkt die Geschichte,
Freude an aller Schöpfung,
Ehrfurcht vor dem Leben
Und Mut zum Handeln kommt von ihm.
Ich glaube an Jesus Christus
Und gehöre zu ihm.
Er hat unser Leben gelebt.
Mit ihm begann eine neue Welt,
die ohne Krieg und Hunger,
ohne Krankheit und Tod sein wird.
Bei ihm endet alle Schuld.
Er wurde gekreuzigt,
Gott aber hat ihn vom Tod erweckt
und darin unsere Freiheit begründet.
Ich glaube an den Heiligen Geist
und werde von ihm geführt.
Er gibt Erkenntnis der Wahrheit
Und schärft das Gewissen.
Er schafft eine Kirche
Für alle Menschen
Bis zur Vollendung der Welt
In Gerechtigkeit.
Aus: Beten im Alltag, Action 365, Frankfurt.
Was mir mein Glaube gibt?
LEBENsGRUND
Grund zum Leben
Wer glaubt
lebt nicht Grund-los
Ge-horcht
in sich hinein
Hört
was Gott sagt
und tut sich leichter
im Leben
Klein
fängt mein Glauben an
Großes kann daraus
werden
New York – Sieben von zehn Personen haben Angst, dass Fake-News als "Waffe" benutzt werden könnten. In Mexiko, Argentinien, Spanien und Indonesien schätzen die Menschen die Gefahr hierfür besonders hoch ein, zeigt das kürzlich veröffentlichte "Edelman-Trust-Barometer", für das 33.000 Personen in 28 Ländern nach ihrem Vertrauen in NGOs, Unternehmen, Regierung und Medien befragt wurden.
59 Prozent stimmen demnach zu, dass es zunehmend schwieriger wird herauszufinden, ob eine Nachricht von einem vertrauenswürdigen Medium stammt. 63 Prozent schätzen die meisten ihrer Mitbürger als unfähig ein, guten Journalismus von Falschmeldungen und Gerüchten zu unterscheiden.
Ganzer Beitrag:
https://www.derstandard.at/story/2000072754828/7-von-10-haben-angst-vor-fake-news-als-waffe
www.derstandard.at am 22. Jänner 2018.
Der Reuters Digital News Report zeigt, wie Menschen weltweit Medien nutzen. Die Österreicher vertrauen den Medien weniger, während die Vertrauenswerte international stagnieren. Den größten Vertrauensverlust gab es bei den Linken und Wohlhabenden.
Das Vertrauen in Nachrichten stagniert weltweit, etwa 44 Prozent glauben, dass man den "meisten Medien meistens vertrauen kann". Während das allgemeine Vertrauen in Nachrichten in Österreich sinkt (von 45 Prozent im Jahr 2017 auf 41 Prozent), vertrauen die Österreicher ihrer hauptsächlich genutzten Nachrichtenquelle etwas mehr als im Vorjahr (53 auf 55 Prozent). Am stärksten ist das Vertrauen bei jenen Gruppen zurückgegangen, bei denen es in den letzten Jahren besonders hoch war. Bei politisch links orientierten Personen sank das Vertrauen um 7,1 Prozentpunkte, bei Anhängern der politischen Mitte um 6,8 Prozentpunkte. Die politisch rechts Orientierten verlieren – ausgehend von einem niedrigen Niveau im Vorjahr – kaum Vertrauen in die Medien (minus 0,8 Prozentpunkte). Besonders stark gesunken ist das Vertrauen bei Personen mit einem Haushaltseinkommen mit mehr als 45.000 Euro.
Ganzer Beitrag:
https://www.derstandard.at/story/2000081516077/digital-news-report-linke-vertrauen-nachrichten-immer-weniger
Philip Pramer auf www.derstandard.at am 14. Juni 2018.
Wenn du Vertrauen aufbauen willst, gibt es einiges zu beachten. Viele Faktoren nehmen Einfluss darauf, ob dich jemand für vertrauensvoll hält oder nicht. Oft ist der erste Eindruck entscheidend. Außerdem solltest du bestimmte Verhaltensweisen vermeiden. Wir haben alle wichtigen Punkte in unseren Dos und Don’ts zum Vertrauen aufbauen für dich zusammengestellt.
Ganzer Beitrag:
https://www.lernen.net/artikel/vertrauen-aufbauen-5-vorteile-5-dos-und-5-donts-2403/
www.lernen.net am 30. September 2019
Wir können Gott mit dem Verstande suchen,
aber finden können wir ihn nur mit dem Herzen
Josef von Eötvös
Gefunden auf: https://www.spruch.de/thema/vertrauen/
Man kann meist viel mehr tun, als man sich gemeinhin zutraut.
Aenne Burda
Gefunden auf: https://www.spruch.de/thema/vertrauen/
Wahre Freundschaft ist eine sehr langsam wachsende Pflanze.
George Washington
Gefunden auf: https://www.spruch.de/thema/vertrauen/
Zwei Dinge verleihen der Seele am meisten Kraft: Vertrauen auf die Wahrheit und Vertrauen auf sich selbst.
Lucius Annaeus Seneca
Gefunden auf: https://www.myzitate.de/vertrauen-versprechen/
Nichts kann den Menschen mehr stärken als das Vertrauen, das man ihm entgegenbringt.
Adolf von Harnack
Gefunden auf: https://www.gutzitiert.de/zitate_sprueche-vertrauen.html
Vertrauen ist für alle Unternehmungen das große Betriebskapital, ohne welches kein nützliches Werk auskommen kann. Es schafft auf allen Gebieten die Bedingungen gedeihlichen Geschehens.
Albert Schweitzer
Gefunden auf: https://www.gutzitiert.de/zitate_sprueche-vertrauen.html
Dienende kann man durch nichts so sehr belohnen, als durch Vertrauen.
Karl Ferdinand Gutzkow
Gefunden auf: https://www.gutzitiert.de/zitate_sprueche-vertrauen.html
Gewiß ist es, daß eine einzige Stunde vertraulicher Mitteilung zwei fast fremde Menschen einander näher bringt als ganze Jahre gewöhnlichen Beisammenlebens.
Friedrich von Bodenstedt
Gefunden auf: https://www.gutzitiert.de/zitate_sprueche-vertrauen.html
Internet
Was geht auf
aufgrund
des Glaubens
auf meinem LEBENsGRUND
Im Kleinen schon
das Große sehen
im Senfkorn meiner Hoffnung
steckt
was ich bin
was ich werden kann
und will
In dir
„steckt“ das Leben
glaub es
heraus
Es wird
(wieder) werden
lass es wachsen
das Unglaubliche
das du ersehnst
Ich hab’s nicht in der Hand
es existiert
in meinem Inneren
es steht in den
„Startlöchern“
mein Glaubenspotential
es will mitmischen
in meinem Leben
und
‚Großes‘ be-wirken
Immerhin: Es gibt einige Zusammenhänge, die selbst die schärfsten Kritiker nicht bestreiten. So stellten mehrere US-Studien fest, dass regelmäßige Kirchgänger statistisch gesehen länger leben - laut einer Veröffentlichung im Schnitt um sieben Jahre.
Aus: Spiegel online Samstag, 08.11.2008.
Seit 1953 werden durch den Staat Israel Menschen als Gerechte unter den Völkern ausgezeichnet, die zwischen 1933 und 1945 große persönliche Risiken in Kauf nahmen und dabei ihr Leben in Gefahr brachten, um von der Deportation in Arbeits- oder Vernichtungslager bedrohte Juden zu schützen. In Yad Vashem wird im Garten der Gerechten unter den Völkern für jede Person eine Plakette angebracht, für die frühen Geehrten wurde zudem in der Allee der Gerechten unter den Völkern jeweils ein Baum gepflanzt, dies ist inzwischen jedoch aufgrund Platzmangels selten geworden. Zum 1. Januar 2012 betrug die Zahl der Gerechten 24.355 aus 47 Ländern.
Die Liste der Gerechten unter den Völkern enthält nach Herkunftsländern geordnet Personen, die für die Rettung von Juden während der Zeit des Nationalsozialismus von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrt wurden.
Liste der Gerechten unter den Völkern
Ich weiß, woran ich glaube,
ich weiß, was fest besteht,
wenn alles hier im Staube
wie Sand und Staub verweht;
ich weiß, was ewig bleibet,
wo alles wankt und fällt,
wo Wahn die Weisen treibet
und Trug die Klugen prellt.
Ich weiß, was ewig dauert,
ich weiß, was nimmer läßt;
mit Diamanten mauert
mir's Gott im Herzen fest.
Die Steine sind die Worte,
die Worte hell und rein,
wodurch die schwächsten Orte
gar feste können sein.
Auch kenn ich wohl den Meister,
der mir die Feste baut,
er heißt der Herr der Geister,
auf den der Himmel schaut,
vor dem die Seraphinen
anbetend niederknien,
um den die Engel dienen:
ich weiß und kenne ihn.
In einem fernen Land lebte eine Frau, deren einziger Sohn starb. In ihrem Kummer ging sie zu einem heiligen Mann und fragte ihn: "Welche Gebete und Beschwörungen kennst du, um meinen Sohn wieder zum Leben zu erwecken?"
Er antwortete ihr: "Bring mir einen Senfsamen aus einem Hause, das niemals Leid kennen gelernt hat. Damit werden wir den Kummer aus deinem Leben vertreiben."
Die Frau begab sich auf die Suche nach dem Zauber-Senfkorn. Auf ihrem Weg kam sie bald an ein prächtiges Haus, klopfte an die Tür und sagte: "Ich suche ein Haus, das niemals Leid erfahren hat. Ist dies der richtige Ort? Es wäre wichtig für mich."
Die Bewohner des Hauses antworteten ihr: "Da bist du an den falschen Ort gekommen", und sie zählten all das Unglück auf, das sich jüngst bei ihnen ereignet hatte.
Die Frau dachte bei sich: "Wer kann diesen armen unglücklichen Menschen wohl besser helfen als ich, die ich selber so tief im Unglück bin?" Sie blieb und tröstete sie.
Später, als sie meinte, genug Trost gespendet zu haben, brach sie wieder auf und suchte aufs Neue ein Haus ohne Leid. Aber wo immer sie sich hinwandte, in Hütten und Palästen, überall begegnete ihr das Leid.
Schließlich beschäftigte sie sich ausschließlich mit dem Leid anderer Leute. Dabei vergaß sie die Suche nach dem Zauber-Senfkorn, ohne dass es ihr bewusst wurde. So verbannte sie mit der Zeit den Schmerz aus ihrem Leben.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Wie in den Psalmen erscheint der Glaube angefochten und in Zweifel gezogen. Nicht die Existenz Gottes ist ein Problem - sein Schweigen verunsichert, sein Wegsehen bedrückt: "Wohin ich blicke, sehe ich Gewalt und Misshandlung, erhebt sich Zwietracht und Streit." Was in philosophischer Diktion "Theodizeefrage" heißt, ist bei Habakuk ein Gebet: Wie lange, Herr ... warum lässt du ...
Die Perikope ist so geschnitten (oder auch verschnitten), dass den Fragen die Gottesantwort folgt. Der Prophet soll aufschreiben, was er sieht - deutlich und mühelos zu lesen. Aber mühelos zu hören ist nicht, was er aufschreibt - was ihm nicht anzulasten ist: Denn was sieht Habakuk? Worauf soll er warten? Was drängt zum Ende? Man wird sich die Mühe schon machen müssen, den ganzen Habakuk zu lesen, zumindest das 2. Kapitel. Es rächt sich, wenn ein ("kleiner") Prophet klein gemacht wird.
Die Glaubenden werden zur Geduld ermahnt, auch die Verzögerung des Gerichtes Gottes und seines Heiles anzunehmen. "Es kommt, es kommt und bleibt nicht aus."
Vers 4 - der hebr. Text ist verstümmelt - ist sehr unglücklich übersetzt. Paulus hat in Röm 1,17 den Glauben auf die Gerechtigkeit bezogen, die vor Gott gilt.
Habakuk - ein Zeitgenosse des Jeremia - war tätig zwischen dem Tod des Königs Joschija (gefallen in der Schlacht bei Meggiddo, 609 v. Chr.) und der ersten Belagerung Jerusalems unter Nebukadnezar (598 v. Chr). Joschija hatte eine religiöse Erneuerung eingeleitet, das deuteronomische Gesetz veröffentlicht und den Bund des Volkes mit Jahwe erneuert (2 Kön 23,1-3). Er galt im Volk als zweiter David. Sein Sohn und Nachfolger Jojakim (609 -598 v. Chr.) war "Anführer der Ungerechtigkeit" (Jer 22,13-19) und führte einen religiösen und politischen Niedergang herbei. Rechtlosigkeit, Gewalt, Misshandlung, Streit, Korruption machten sich breit. Habakuk ist betroffen über die Vorgänge im Gottesvolk, sieht aber keinen irdischen Helfer und beginnt ein Klagegeschrei zum Gott des Bundes: Wie lange, Herr, soll ich noch rufen, und du hörst nicht? Ich schreie zu dir: Hilfe, Gewalt! Aber du hilfst nicht. Warum lässt du mich die Macht des Bösen erleben und siehst der Unterdrückung zu? Wohin ich blicke, sehe ich Gewalt und Misshandlung, erhebt sich Zwietracht und Streit (vgl. Ps 13,2ff). Ein Klagelied im Gottesdienst ohne Bitte und ohne "Erhörungsgewissheit". Damals gab es die Institution der Gerichte nicht - schreit der Prophet wie jemand, der Menschen und Richter verzweifelt zusammenruft, zu Gott um sein Recht? Der Herr gab mir zur Antwort und sagte: Schreib nieder, was du siehst, schreib es deutlich auf die Tafeln, damit man es mühelos lesen kann. Die Antwort Jahwes hat eine Verbindlichkeit wie ein Vertrag und muss für immer festgehalten werden. Sie wird sich erst später erfüllen. Denn erst zu der bestimmten Zeit trifft ein, was du siehst; aber es drängt zum Ende und ist keine Täuschung; wenn es sich verzögert, so warte darauf; denn es kommt, es kommt und bleibt nicht aus. Gott kündigt keine Rettungstat an; er wird die Klage nicht erhören, wie es der Beter erwartet. Gott ist der ganz andere, ist wie ein dunkles Geheimnis, hat langen Atem. Konkret: Das lang vergessene Babylon wird zur Großmacht, besiegt das assyrische Reich (612 und 609 v. Chr.), besiegt Ägypten bei Karkemisch (605 v. Chr.) und wird zum Gerichtswerkzeug Jahwes an Jerusalem und Juda. Später wird es dem Gericht verfallen (Jer 27,6f). Aber Gott bleibt trotz allem Gott. Sieh her: wer nicht rechtschaffen ist, schwindet dahin, der Gerechte aber bleibt wegen seiner Treue am Leben. Das Böse und der Böse haben keine Zukunft. Wer am Glauben und an der Treue zu Jahwe festhält, wird leben. Babel wird eines Tages fallen - das wird 539 v. Chr. geschehen. Der Glaube ist in der Zukunft Gottes über Generationen weg verankert. Dieser Glaube überwindet die Welt. Eine Botschaft von ungeheurer Wucht. Das Wort hatte in der Reformationszeit große Bedeutung: "Der Gerechte wird aus dem Glauben leben," (Röm 1,17; Gal 3,11; Hebr 10,38). (Kommentare in Anlehnung an Johannes Koller, Frohbotschaft Gottes am Sonntag, Wien 1994.)
Das Buch Habakuk läßt sich in drei Teile gliedern:
Der erste Teil beinhaltet die Klage des Propheten über die Gewalt und den Rechtsbruch im Südreich Juda, aber auch bei den Babyloniern. Habakuk erhält die Zusage Jahwehs, daß die Gerechten am Leben bleiben werden und die, die nicht rechtschaffen sind, dahinschwinden werden. (Hab 1,2 - 2,5). Im zweiten Teil konkretisieren Wehrufe die herrschende Habsucht, Ausbeutung, Gewalt und den Götzendienst. Dem gegenüber steht der Herr, der in seinem heiligen Tempel wohnt. (Hab 2,6-20). Der dritte Teil des Buches erbittet und schaut das Kommen Gottes in der Form eines Psalms. (Hab 3,1-19). Die meisten Exegeten gehen von einer Grundschicht des Buches aus, in der sich die Kritik des historischen Habakuk an der Lebensweise der Verantwortlichen in Juda und Jerusalem und die Androhung der neubabylonischen Invasion findet. Der Prophet wäre damit zeitlich zwischen 630 und 600 vor Christus einzuordnen.
Habakuks Klage - Gottes Antwort
Der Text der heutigen Lesung nimmt nur einige Verse aus dem ersten Teil des Buches heraus. Aus der Klage des Propheten, der um sein Gottesbild ringt, wird durch dieses Vorgehen ein einfaches Patentrezept. (vgl. ungekürzte Fassung) Der Prophet steht vor dem Problem: Wie ist das mit meinem Gottesverständnis zusammenzubringen, daß auch im Volk Gottes Zwietracht, Streit und Gewalt herrschen und anscheinend ein noch gewalttätigeres Volk notwendig ist, um diesen Zustand zu beenden. Aber das Handeln Gottes in der Geschichte bleibt letztlich unbegreiflich. Die Eigendynamik, die im Menschen und damit auch in ganzen Völkern steckt, läßt sich schwer auf das direkte Eingreifen Gottes zurückführen: Dann ziehen sie weiter, wie der Sturmwind sausen sie dahin. Doch sie werden es büßen, denn sie haben ihre Kraft zu ihrem Gott gemacht. (Hab 1,11) Ähnlich wie bei einem Verkehrsunfall durch überhöhte Geschwindigkeit die Ursache nicht zuerst in einer Strafe Gottes, sondern im zu schnellen Fahren zu suchen ist, versucht der Prophet Zusammenhänge zwischen Gewalt und Unheil zu erkennen, weil ein zerstörerischer, grausamer Gott nicht in sein Gottesbild hineinpaßt. Nur aus einem Grundvertrauen heraus, daß Gott sich dem Menschen zuwendet und ihm nichts Böses will, kann der Prophet so mit seiner Klage vor Gott treten und auf Antwort warten. Als Antwort bekommt der Prophet gesagt, daß jeder mit den Konsequenzen seines Handelns rechnen muß, auch wenn der Zeitpunkt nicht vorhersehbar ist: Wer nicht rechtschaffen ist, schwindet dahin, der Gerechte aber bleibt wegen seiner Treue am Leben. (Hab 2,4). Trotzdem hat bei aller Verantwortung des Menschen Gott das letzte Wort.
Die Liebe ist größer
Der über die Grenze des Verstehbaren gehenden Gewalt steht die unermeßliche Liebe Gottes gegenüber, die den Menschen retten will (Hab 3,13) und entscheidet wer gerecht ist vor Gott. (Jes 1,18: "Kommt her, wir wollen sehen, wer von uns recht hat, spricht der Herr. Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie sollen weiß werden wie Wolle.") Die Frage des Propheten, die die Frage vieler Menschen ist, wird damit nicht beantwortet. Aber aus der Erfahrung, Gesprächspartner Gottes zu sein, findet Habakuk im Gebet (Hab 3) zu einer Haltung, die Gott weit mehr zutraut, als für das materiell Erfahrbare zu sorgen: "Zwar blüht der Feigenbaum nicht, an den Reben ist nichts zu ernten, der Ölbaum bringt keinen Ertrag, die Kornfelder tragen keine Frucht, im Pferch sind keine Schafe, im Stall steht kein Rind mehr. Dennoch will ich jubeln über den Herrn, und mich freuen über Gott meinen Retter. Gott, der Herr, ist meine Kraft. Er macht meine Füße schnell wie die Füße der Hirsche und läßt mich schreiten auf den Höhen. (Hab 3,17-19)