Lesung aus dem Buch Jesaja.
So spricht der Herr:
Auf, alle Durstigen, kommt zum Wasser!
Die ihr kein Geld habt, kommt,
kauft Getreide und esst, kommt und kauft ohne Geld
und ohne Bezahlung Wein und Milch!
Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt,
und mit dem Lohn eurer Mühen, was euch nicht satt macht?
Hört auf mich,
dann bekommt ihr das Beste zu essen
und könnt euch laben an fetten Speisen!
Neigt euer Ohr und kommt zu mir,
hört und ihr werdet aufleben!
Ich schließe mit euch einen ewigen Bund:
Die Erweise der Huld für David sind beständig.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Herr, du tust deine Hand auf
und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen. – Kv
(GL 87 )
Der Herr ist gnädig und barmherzig, *
langmütig und reich an Huld.
Der Herr ist gut zu allen, *
sein Erbarmen waltet über all seinen Werken. – (Kv)
Aller Augen warten auf dich *
und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.
Du tust deine Hand auf *
und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen. – (Kv)
Gerecht ist der Herr auf all seinen Wegen *
und getreu in all seinen Werken.
Nahe ist der Herr allen, die ihn rufen, *
allen, die ihn aufrichtig rufen. – Kv
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Was kann uns scheiden von der Liebe Christi?
Bedrängnis oder Not oder Verfolgung,
Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert?
Doch in alldem tragen wir einen glänzenden Sieg davon
durch den, der uns geliebt hat.
Denn ich bin gewiss:
Weder Tod noch Leben,
weder Engel noch Mächte,
weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten,
weder Höhe oder Tiefe
noch irgendeine andere Kreatur
können uns scheiden von der Liebe Gottes,
die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Lesung stellt das Ende des 1. Hauptteils des Römerbriefes dar, der die Überschrift tragen könnte: "Evangelium als Gotteskraft für jeden, der glaubt."
Im Römerbrief wendet sich Paulus zum 1. Mal an die Gemeinde in Rom, die zur Abfassungszeit überwiegend aus Heidenchristen besteht, um sein Wirken dort vorzubereiten. In ihm ist das paulinische Verständnis des Evangeliums als Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes ausgefaltet.
Die Worte der Lesung zeigen den Christen, wie sie als Glaubende in der Welt und in der Zeit bestehen können. Die Verwurzelung in der Liebe Gottes, die uns durch und in Jesus Christus geschenkt ist, läßt uns aufrecht stehen, wenn wir zu fallen drohen und gibt uns Kraft, wenn wir geschwächt sind. Der Liebe Gottes können sich die Menschen in allen Anfechtungen gewiß sein.
Seinen Brief an die Römer hat Paulus vermutlich im Winter 55/56 in Korinth verfasst. Dieser Brief ist der einzige (uns überlieferte) Brief, den der Apostel an eine nicht von ihm selber gegründete Gemeinde geschrieben hat. In Rom leben Juden- und Heidenchristen zusammen, was manchmal zu Konflikten führt. Paulus möchte vor diesem Hintergrund die römischen Christen von seiner Theologie überzeugen. Deswegen liegt uns mit dem Römerbrief eine ausführliche Darlegung der paulinischen Theologie vor.
Der vorliegende Abschnitt schließt den 1. Hauptteil (1,18 – 8,39) ab, in dem es um die paulinische Rechtfertigungslehre geht. Die Perikope macht deutlich: Die Liebe Gottes ist stärker als alle Mächte dieser Welt. Im Vertrauen auf Jesus Christus können wir nicht verloren gehen.
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Was kann uns scheiden von der Liebe Christi?
Bedrängnis oder Not oder Verfolgung,
Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert?
Wie geschrieben steht:
Um deinetwillen sind wir den ganzen Tag
dem Tod ausgesetzt;
wir werden behandelt wie Schafe,
die man zum Schlachten bestimmt hat.
Doch in alldem tragen wir einen glänzenden Sieg davon
durch den, der uns geliebt hat.
Denn ich bin gewiss:
Weder Tod noch Leben,
weder Engel noch Mächte,
weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten,
weder Höhe oder Tiefe
noch irgendeine andere Kreatur
können uns scheiden von der Liebe Gottes,
die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.
Halleluja. Halleluja.
Nicht nur vom Brot lebt der Mensch,
sondern von jedem Wort aus Gottes Mund.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit,
als Jesus hörte,
dass Johannes enthauptet worden war,
zog er sich allein von dort mit dem Boot
in eine einsame Gegend zurück.
Aber die Volksscharen hörten davon
und folgten ihm zu Fuß aus den Städten nach.
Als er ausstieg, sah er die vielen Menschen
und hatte Mitleid mit ihnen
und heilte ihre Kranken.
Als es Abend wurde,
kamen die Jünger zu ihm
und sagten: Der Ort ist abgelegen
und es ist schon spät geworden.
Schick die Leute weg,
damit sie in die Dörfer gehen
und sich etwas zu essen kaufen!
Jesus aber antwortete: Sie brauchen nicht wegzugehen.
Gebt ihr ihnen zu essen!
Sie sagten zu ihm:
Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische hier.
Er antwortete:
Bringt sie mir her!
Dann ordnete er an, die Leute sollten sich ins Gras setzen.
Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische,
blickte zum Himmel auf,
sprach den Lobpreis,
brach die Brote und gab sie den Jüngern;
die Jünger aber gaben sie den Leuten
und alle aßen und wurden satt.
Und sie sammelten die übrig gebliebenen Brotstücke ein,
zwölf Körbe voll.
Es waren etwa fünftausend Männer, die gegessen hatten,
dazu noch Frauen und Kinder.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Nach der Rede über das Himmelreich (13,1-53) mit ihren zahlreichen Gleichnissen erfolgt eine weitere Ausdeutung im Wirken Jesu in Galiläa (13,54-17,27). Ebenso wie die Gleichnisse sollen die Jünger durch die Taten Jesu belehrt werden.
Das Evangelium knüpft an den Bericht der Enthauptung des Täufers an und setzt mit der Reaktion Jesu auf die Nachricht des Todes des Täufers ein. Wie in 14,23 und 26,36 zieht Jesus sich zurück, um allein zu sein. Die Hinführung zur eigentlichen Erzählung beinhaltet eine Heilungsnotiz und die Angabe der Motivation Jesu, das Mitleid mit den Menschen. Die Wundererzählung, wie sie uns im Evangelium vorliegt, steht nicht alleine da und hat ihre Entsprechung in 15,32-39. Jesus beauftragt die Jünger, den Menschen zu essen zu geben. Sie befolgen den Auftrag. Durch das Hören auf sein Wort und in der Vergegenwärtigung der Eucharistie, die in den Gesten Jesu anklingt, werden Wunder möglich.
Die Geschichte von der wunderbaren Brotvermehrung gehört zu den Geschichten, die in allen vier Evangelien überliefert werden. Im Matthäus- und Markusevangelium taucht sie sogar noch ein zweites Mal in veränderter Form auf (Mt 14: Speisung der 5000; Mt 15: Speisung der 4000). Es handelt sich hier um ein Geschenkwunder.
Vor dem Hintergrund von Hunger und Armut setzen solche Geschichten Hoffnung frei. Angesichts der vielen Mahlzeiten Jesu mit Menschen jeglicher Herkunft scheinen solche Geschichten auch einen konkreten Anknüpfungspunkt zu haben. Aber das Bemühen, hinter den beschriebenen Ereignissen historisch nachprüfbare Fakten festmachen zu wollen, läuft an der Zielrichtung des Textes vorbei. Die Stärke des Textes besteht gerade darin, dass in ihm ein Sinnüberschuss steckt, der auch heute trösten kann.
In der Auslegungsgeschichte hat es viele verschiedene Deutungen gegeben. Hier einige kurze Hinweise im Anschluss an Ulrich Luz, Das Evangelium nach Matthäus, 2. Teilband, EKK I/2, Zürich und Braunschweig/ Neukirchen-Vluyn 1990, S. 397 ff:
allegorische Auslegung mit heilsgeschichtlicher Zielrichtung (z.B. 5 Brote 5 Bücher Mose; die beiden Fische die Propheten und die Hagiographen; 12 Körbe 12 Apostel etc)
- moralische Deutung: Appell zum Teilen,
- soziale Deutung: Gott trägt auch Fürsorge für den Leib,
- spirituelle Deutung: Der Mensch lebt nicht vom Brot (allein!). Es geht vielmehr um Gottes Wort, das Wort des Erbarmers.
- eucharistische Deutung: Ähnlichkeit der Danksagung und des Brotbrechens werden als Anknüpfungspunkte gesehen.
- ekklesiologische Deutung: Die Mittlerrolle der Apostel wird genauer betrachtet.
Wenn wir in Not geraten, sind wir gewohnt zu analysieren und zu fragen "Was fehlt?". Die alles auf den Kopf stellende Frage Jesu jedoch lautet: "Was habt ihr?". Im Geben und im Teilen entsteht Fülle, ja Überfülle.
Fünf Brote, zwei Fische und fünftausend hungrige Männer… Frauen und Kinder wurden damals nicht einmal mitgezählt. Das heißt: Es waren vermutlich noch sehr viel mehr Menschen.
Da muss man kein Mathematik-Leistungskursler sein, um zu erkennen: Das wird schwierig. Sehr schwierig. Wahrscheinlich hätte jeder vernünftige Mensch gesagt: „Das reicht hinten und vorne nicht.“ Und genau das sagen die Jünger.
Es wird Abend. Die Menschen sind hungrig. Die Gegend ist abgelegen. Und die Jünger haben eine scheinbar vernünftige Idee: „Schick die Leute weg. Sie sollen in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen.“ Das klingt zunächst logisch. Die Jünger sind keine schlechten Menschen. Sie haben die Not gesehen. Sie wissen nur nicht, wie sie damit umgehen sollen. Also soll das Problem möglichst weitergeschickt werden. In die nächsten Dörfer. Zu anderen Menschen. An eine andere Stelle.
Auch das kennen wir. Für dieses Anliegen ist eine andere Abteilung zuständig. Für diesen Menschen gibt es eine andere Einrichtung. Für diese Aufgabe gibt es bestimmt jemanden, der mehr Zeit, mehr Kraft oder mehr Ahnung hat. Wir schieben Probleme gerne weiter. Nicht unbedingt aus Gleichgültigkeit. Manchmal einfach deshalb, weil wir überfordert sind. Jesus aber sagt: „Sie brauchen nicht wegzugehen.“ Das ist ein bemerkenswerter Satz. Die Menschen müssen nicht weg. Sie dürfen bleiben. Bei Jesus gibt es kein Schild: „Wegen Überfüllung geschlossen.“ Kein: „Heute leider keine Kapazitäten.“ Kein: „Versuchen Sie es bitte morgen noch einmal.“ Die Menschen dürfen bleiben. Mit ihrem Hunger. Mit ihrer Sehnsucht. Mit ihrer Bedürftigkeit.
Dann sagt Jesus zu den Jüngern: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ Ehrlich gesagt: Ein ziemlich anspruchsvoller Satz. Vielleicht sogar ein bisschen unverschämt. Denn die Jünger haben nichts. Zumindest fast nichts. Keine Küche. Keine Vorräte. Keinen Caterer. Keinen Lieferdienst. Nur fünf Brote und zwei Fische. Vielleicht hätten wir Jesus geantwortet: „Herr, wir würden ja gerne, aber dafür fehlt uns das Personal.“ Oder: „Das ist finanziell nicht darstellbar.“ Oder etwas kirchlicher: „Dazu muss zunächst ein Ausschuss gebildet werden.“ Und wenn der Ausschuss fertig ist, sind die Leute wahrscheinlich längst verhungert. Jesus sagt nicht: „Diskutiert erst einmal ausführlich darüber.“ Er sagt: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ Das bedeutet: Schaut nicht nur auf das Problem. Schaut auf das, was ihr tun könnt.
Die Jünger antworten: „Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische hier.“ Dieses kleine Wort „nur“ ist gefährlich. Ich bin nur ein einzelner Mensch. Ich habe nur wenig Zeit. Ich kann nur ein bisschen helfen. Ich kann nur beten. Ich habe nur einen kleinen Glauben. Ich bin doch nur…
Wie oft machen wir uns selbst kleiner, als wir sind. Wie oft erklären wir das, was wir können, für bedeutungslos. Wie oft sehen wir zuerst das, was uns fehlt. Jesus schaut anders. Er fragt nicht: „Warum habt ihr nicht mehr?“ Er sagt nicht: „Das ist aber enttäuschend.“ Er sagt: „Bringt sie mir her!“
Das ist vielleicht der entscheidende Satz des Evangeliums: „Bringt sie mir her!“ Jesus verlangt nicht, dass die Jünger aus fünf Broten plötzlich fünftausend machen. Sie sollen kein Wunder produzieren. Das Wunder ist Gottes Sache. Die Jünger sollen nur das bringen, was sie haben. Das ist eine große Entlastung. Wir müssen nicht die Welt retten. Wir müssen nicht jede Not beseitigen. Wir müssen nicht immer stark sein. Wir müssen nicht für alles eine Lösung haben. Aber wir können bringen, was wir haben. Unsere Kraft. Unsere Zeit. Unsere Begabungen. Unsere Zweifel. Unsere Hilflosigkeit. Vielleicht sogar unsere Müdigkeit. Denn auch daraus kann Gott etwas machen. Das Wenige wird nicht dadurch wertvoll, dass es besonders groß ist. Es wird wertvoll, weil es in die Hände Jesu gelegt wird.
Bevor Jesus die Menschen satt macht, heißt es: Er sah die vielen Menschen und hatte Mitleid mit ihnen. Jesus sieht nicht nur eine anonyme Menschenmenge. Er sieht den Einzelnen. Er sieht nicht einfach fünftausend Menschen. Er sieht fünftausend Geschichten. Fünftausend Hoffnungen. Fünftausend Sorgen. Fünftausend verschiedene Formen von Hunger. Denn wir Menschen hungern nicht nur nach Brot. Wir hungern danach, gesehen zu werden. Wir hungern nach Anerkennung. Nach Nähe. Nach einem guten Wort. Nach einem Menschen, der zuhört. Nach Sicherheit. Nach Frieden. Nach dem Gefühl: Ich gehöre dazu. Ich bin nicht vergessen. Ich muss nicht gehen.
Viele Menschen können heute ihren Kühlschrank füllen – und sind trotzdem innerlich hungrig. Es gibt Menschen, die haben alles, ein Haus, ein Auto, ein gutes Einkommen, einen prall gefüllten Terminkalender. Und trotzdem fehlt ihnen etwas Entscheidendes. Ein Mensch, mit dem sie reden können. Ein Ort, an dem sie nicht funktionieren müssen. Eine Hoffnung, die größer ist als das, was sie gerade belastet. Jesus sieht diesen Hunger.
Wir leben in einer merkwürdigen Zeit. Auf der einen Seite besitzen wir mehr als viele Generationen vor uns. Auf der anderen Seite haben wir ständig das Gefühl, dass es nicht reicht. Nicht genug Geld. Nicht genug Personal. Nicht genug Pflegekräfte. Nicht genug Erzieherinnen und Erzieher. Nicht genug Wohnungen. Nicht genug Zeit. Nicht genug Ehrenamtliche. Nicht genug Priester. Nicht genug Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Der Mangel ist real. Wir dürfen ihn nicht fromm schönreden. Fünf Brote sind fünf Brote. Zwei Fische sind zwei Fische. Doch Jesus weigert sich, dem Mangel das letzte Wort zu überlassen. Das ist der Unterschied. Wir sagen: „Es reicht nicht.“ Jesus fragt: „Was ist da?“ Wir sagen: „Es fehlen uns so viele Menschen.“ Jesus fragt: „Wer ist denn da?“ Wir sagen: „Früher war alles besser.“ Jesus fragt: „Was können wir heute tun?“
Jesus nimmt die Brote. Er blickt zum Himmel. Er spricht den Segen. Er bricht das Brot. Und dann gibt er es weiter. Das Wunder beginnt mit einem Brot, das nicht festgehalten wird. Es wird aus der Hand gegeben. Es wird geteilt. Vielleicht ist das auch die geistliche Provokation dieses Evangeliums: Das Problem ist manchmal nicht, dass zu wenig da ist. Das Problem ist, dass wir zu viel festhalten. Unsere Zeit. Unser Geld. Unsere Ideen. Unsere Positionen. Unsere Gewohnheiten. Manchmal sogar unseren Glauben. Wir hüten ihn wie einen privaten Besitz, anstatt ihn mit anderen zu teilen. Doch Brot, das man festhält, macht nur einen Menschen satt. Brot, das man teilt, kann eine Gemeinschaft entstehen lassen.
Jesus verteilt das Brot nicht allein. Er gibt es den Jüngern. Und die Jünger geben es den Menschen. Das bedeutet: Jesus handelt – aber er handelt durch Menschen. Er könnte alles allein tun. Aber er will uns beteiligen. Er braucht unsere Hände. Unsere Füße. Unsere Stimme. Unsere Aufmerksamkeit. Wir Christen falten die Hände nicht, damit sie anschließend für immer gefaltet bleiben. Wir falten sie, damit Gott sie öffnen kann. Zum Helfen. Zum Teilen. Zum Trösten. Zum Anpacken. Zum Segnen.
Manchmal ist ein Mensch selbst die Antwort auf das Gebet eines anderen. Vielleicht betet jemand: „Gott, lass mich nicht allein.“ Und Gott schickt keinen Engel mit Flügeln. Er schickt einen Menschen, der anruft. Vielleicht betet jemand: „Gott, gib mir neuen Mut.“ Und plötzlich sagt jemand einen Satz, der aufrichtet. Vielleicht bittet jemand um Hilfe. Und Gott antwortet durch unsere offenen Hände.
„Gebt ihr ihnen zu essen!“ Dieser Satz gilt auch für die Kirche. Was geben wir den Menschen, die zu uns kommen? Bekommen sie nur Gottesdienstzeiten? Pfarrnachrichten? Regeln? Formulare? Sitzungsprotokolle? Oder bekommen sie etwas, das ihre Seele nährt? Ein herzliches Willkommen? Ein offenes Ohr? Ein ehrliches Interesse? Eine Gemeinschaft, in der sie nicht perfekt sein müssen? Eine Botschaft, die Hoffnung macht? Kirche darf nicht nur von der Liebe Gottes reden. Sie muss sie spürbar machen. Sonst bleiben es schöne Worte. Menschen werden nicht dadurch satt, dass wir ihnen erklären, wie wichtig Brot ist. Man muss es ihnen geben.
Am Ende werden alle satt. Und dann bleiben noch zwölf Körbe übrig. Das ist schon erstaunlich. Am Anfang lautet die Rechnung: Zu viele Menschen. Zu wenig Brot. Keine Chance. Am Ende lautet die Rechnung: Alle satt. Zwölf Körbe übrig. Die Mathematik Gottes funktioniert offenbar anders. Nicht immer nach unseren Regeln. Nicht immer nach unserem Taschenrechner.
Dieses Evangelium bedeutet nicht: Wir müssen nur genug glauben, dann löst sich jedes Problem von allein. So einfach ist das Leben nicht. Menschen bleiben krank. Beziehungen zerbrechen. Kräfte gehen zu Ende. Gebete scheinen unerhört zu bleiben.
Dieses Evangelium stellt uns heute eine ganz einfache Frage: Was sind meine fünf Brote und meine zwei Fische? Was habe ich? Nicht: Was fehlt mir? Nicht: Was können andere besser? Nicht: Was müsste die Kirche eigentlich tun? Sondern: Was kann ich geben?
Vielleicht kann ich gut zuhören. Vielleicht kann ich organisieren. Vielleicht kann ich kochen. Vielleicht kann ich einen Menschen zum Lachen bringen. Vielleicht kann ich beten. Vielleicht kann ich musizieren. Vielleicht kann ich gut mit Kindern umgehen. Vielleicht habe ich Lebenserfahrung. Vielleicht habe ich selbst eine schwere Zeit erlebt und kann deshalb einem anderen glaubwürdig sagen: „Du kommst da durch.“ Das mag wenig erscheinen. Aber vielleicht ist genau das dein Brot. Vielleicht ist genau das dein Fisch. Und Jesus sagt: „Bring es mir.“
Wir müssen nicht alles haben. Wir müssen nicht alles können. Wir müssen nicht überall helfen. Aber dort, wo wir sind, können wir anfangen. Vielleicht entsteht das Wunder nicht immer groß und spektakulär. Vielleicht beginnt es klein. Ein Anruf. Eine Einladung. Eine Stunde Zeit. Ein ehrliches Gespräch. Eine geteilte Mahlzeit. Ein versöhnliches Wort. Ein Mensch, der plötzlich merkt: Ich bin nicht allein. Vielleicht werden damit keine fünftausend Menschen satt. Aber möglicherweise genau der eine Mensch, den Gott uns anvertraut hat. Fünf Brote. Zwei Fische. Ein bisschen Vertrauen. Und offene Hände. Mehr braucht Gott manchmal nicht, um anzufangen. Und vielleicht stellen wir am Ende überrascht fest: Es hat gereicht. Nicht, weil wir so viel hatten. Sondern weil wir das Wenige nicht festgehalten haben.
Wenn wir in Not geraten, sind wir gewohnt zu analysieren und zu fragen "Was fehlt?". Die alles auf den Kopf stellende Frage Jesu jedoch lautet: "Was habt ihr?". Im Geben und im Teilen entsteht Fülle, ja Überfülle.
„Beim Essen kommen d’ Leut’ z’samm“, weiß der Volksmund. Ja, ein „gutes Papperl“ verbindet die „Pappenheimer“. Wo Menschen miteinander essen, entsteht Nähe. Am Esstisch wird geredet, gelacht oder geschwiegen… Ihr wisst schon, mit vollem Mund soll man nicht reden… Und doch verbringen sie Zeit miteinander. Während des gemeinsamen Mahls wächst Gemeinschaft – beim Teilen von Brot. Es steht für die lebenserhaltende Nahrung. Und den Wein wollen wir auch nicht vergessen. Er symbolisiert all das, was uns darüber hinaus an Freude geschenkt ist. „Geschenkwunder Jesu“ nennen wir das Weinwunder von Kana, die Erzählungen vom wundersamen Fischfang und von der wundersamen Brotvermehrung.
Das heutige Evangelium berichtet davon, dass Jesus sich zunächst zurückzieht, nachdem er die Nachricht vom Tod Johannes des Täufers erhalten hat. Getroffen von dem schweren Verlust, sucht er etwas Zeit für sich. Aber Pustekuchen, es wimmelt vor Leuten, die zu ihm wollen und ihm einen Strich durch die Rechnung machen! Jesus hätte sie anfauchen können: „Kann ich endlich meine Ruhe haben?“. Aber genau das sagt er nicht.
Jesus sieht die Menschen. Und als es Abend wird und die Apostel die vielen Leute, die ihnen gefolgt sind, schon wegschicken wollen, damit sie sich in den Dörfern etwas Verpflegung kaufen, stoppt Jesus dieses Vorhaben. Er fordert seine Apostel auf und heraus: „Gebt ihr ihnen zu essen“. Die Jünger haben zuerst den Mangel gesehen: fünf Brote, zwei Fische – das kann sich nicht ausgehen… Jesus betrachtet die Angelegenheit aus einem anderen Blickwinkel. Statt zu fragen „Was fehlt?“, fragt er: „Wieviel habt ihr?“.
Dieses Ereignis steht nicht allein. Schon in der Wüste hat Gott sein Volk mit Manna versorgt. Dessen Name kommt von der hebräischen Frage „Man hu“ – „Was ist das?“ (Ex 16,15), nicht von den Mannerschnitten aus Wien-Hernals. Der Prophet Elischa wiederum hat mit zwanzig Gerstenbroten hundert hungrige Mäuler gespeist (2 Kön 4,42-44). Jesus knüpft daran an.
Die Menschen setzten sich in Gruppen zu hundert und fünfzig (vgl. Mk 6,40), was auf mindestens hundertfünfzig Mahlteilnehmer schließen lässt (vgl. Schwarz). Kurz darauf wird berichtet, dass fünftausend Männer – dazu Frauen und Kinder – von fünf Broten und zwei Fischen satt wurden (vgl. Mt 14,21, Mk 6,44; Lk 9,14; Joh 6,10). Das zeigt: Jesus übertrifft die bisherigen Propheten.
Die Zahl Fünf erinnert an die fünf Bücher des Mose. In der Fünf vereinigt sich die irdische Welt mit ihren vier Himmelsrichtungen mit dem Bund zu dem einen Gott. Das meint bitte keine Schulnote.
Einmal abgesehen von Zahlenspielereien drängt sich die Frage auf, ob das eigentliche Wunder nicht vielmehr ein zutiefst menschliches war: Dass Menschen begonnen haben zu teilen! Das Wenige wird nicht gehamstert, sondern gegeben. Und im Geben entsteht Fülle. Das gilt nicht nur beim Essen. Wir haben oft zu wenig Mut und Kraft, zu wenig Zeit und vor allem zu wenig Geduld. Jesus will aber nicht nur lange Reden von uns darüber hören, was alles unmöglich ist, sondern er interessiert sich dafür, was wir bereitwillig geben können. Er fragt uns nicht danach, was nicht geht, sondern was geht!
Ein offenes Ohr. Ein Besuch. Ein Anruf. Ein gutes Wort. Eine helfende Hand. Das tut nicht weh, und oft beginnt im Kleinen etwas, das größer wird, als wir es im ersten Augenblick erahnen. Die primäre Frage lautet deshalb nicht: Reicht das? Sondern: Bin ich bereit, das Wenige, das ich habe, einzubringen? Andererseits kann unser Tun andern ein Beispiel geben, sie zum Nachdenken anregen, ein Türspalt sein, durch den Gottes Licht in die Welt scheint.
Wo wir teilen, herrscht am Ende kein Mangel. Im Evangelium bleiben sogar zwölf Körbe übrig. Das erinnert an das Trostwort bei einer Hungersnot: „Ihr werdet essen und noch übriglassen“ (2 Kön 4,43). Jedem der Apostel blieb am Ende ein reichlich gefüllter Korb für die weltweite Mission.
Was die Jünger von Jesus empfingen, tragen wir bis heute weiter. Das Brot, das er damals reichte, um den körperlichen und vor allem den spirituellen Hunger der Menschen zu stillen, ist seither nie ausgegangen. Das Heilige Brot, seine Botschaft und Seelennahrung wird über Generationen weitergegeben. Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben", hat Jesus gesagt (Joh 6,35).
Zum Tisch des Herrn darf jeder kommen und es wird jeder satt. Wenn wir dieses Brot teilen, bricht die Zeit auf: Wir sind verbunden mit Christus, mit all jenen, die damals gespeist wurden ebenso wie mit allen Christen, die heute im Glauben vereint sind. Ja, Christus verbindet, nährt und sammelt uns – damals, heute und für alle Zeit.
Alle sollen satt werden. Im Reich Gottes herrscht eine andere Besitzlogik.
Bei Jesaja finden wir den merkwürdigen Satz: „Auf, alle Durstigen kommt zum Wasser! Die ihr kein Geld habt, kauft Getreide und esst, kommt und kauft ohne Geld und ohne Bezahlung Wein und Milch!“ (Jes 55,1); eine Einladung zum Leben auf Kosten anderer. Einladung zum Schnorren? Ohne Gegenleistung Waren und Dienste in Anspruch zu nehmen?
Die innerweltliche Logik baut auf die Macht des Geldes und materiellen Besitzes auf, verlangt Leistung und Gegenleistung, ein Geben und Nehmen. Alles hat seinen Preis, daran orientiert sich das Wachstum. - Aber welcher Art? Die Armut bringt täglich neue Wachstumszahlen, die Zahl der Millionäre und Milliardäre steigt. Der Warenkorb schreit nach noch mehr Einkäufen, Wachstum, Überproduktion. Immer wieder hören wir z.B. von Überproduktion an Kleidungsstücken, was auch der Umwelt sehr zusetzt. Philosophisch ausgedrückt ist der Trend zum „Mehr haben“ wesentlich größer als zum „Mehr sein“. Anders gesagt: Ständiges Wachstum und Konsumrausch verleiten zu noch größerem Besitz. Die Persönlichkeitsentwicklung zum Sein, zur heranreifenden Persönlichkeit bleibt auf der Strecke. Udo Jürgens sang: „Was wirklich zählt auf dieser Welt, bekommst du nicht für Geld“.
Das Reich Gottes stellt Lebensgrundlagen für alle sicher. In einer alttestamentlichen Erzählung vom Weg des Volkes Gottes durch die Wüste bekommt es in der Wüste Wasser, bekommt Manna... Das Leben selbst ist bereits unverdientes Geschenk. Gottes Verteilungsgerechtigkeit als Leben ohne Geldzwang wirkt fast utopisch. Es ist ein Leben, wo auch die Ärmsten in ihrer Not existieren können. Leib und Seele, Liebe und Leib mit gleicher Wortwurzel gehören zusammen. Daher dürstet auch die Seele nach Sinn. Der geistige Grundwasserspiegel darf nicht absinken oder gar verlorengehen.
Das zeigt Paulus im Brief an die Römer. Er spricht da aus eigener Erfahrung. Trotz aller Not hält er die Verbindung zu Jesus aufrecht: Er sitzt im Gefängnis ein, wird geschlagen, seine Verfolger wollen ihn töten, er hält durch, so groß ist sein Vertrauen, so groß sein Glaube, in dem er sich festmacht.
Was in der ersten Lesung angedeutet ist, führt uns Jesus beispielhaft im Evangelium vor Augen. Viele Menschen folgten Jesus zu Fuß. Er hatte Mitleid mit ihnen, er heilte Kranke. Die Jünger sehen die Menschen, sie waren müde und erschöpft. Der Brotkorb hängt sehr hoch, keine Nahrung vorhanden. Was tun in dieser ausweglosen Situation? Für die Jünger ganz einfach: wegschicken.
Was bedeutet das für uns heute? Viele Menschen hungern. Oft werden sie durch ungeschicktes Verhalten, ausgelöst durch zu wenig Empathie und Weitblick weggeschickt. Verantwortung wird mitunter delegiert, das ist gelegentlich notwendig, ist aber auch bequem, um manche mögliche, vielleicht etwas anstrengende Hilfe nicht leisten zu müssen.
Verantwortung als Sorge um den Nächsten im spirituellen Bereich heißt auch Auskunft geben über den persönlichen Glauben, besonders dann, wenn Menschen nach dem Sinn des Lebens fragen. Wer dazu nicht imstande ist oder bloß Glaubensformeln nachpapageit, trägt dazu bei, dass sich Menschen abwenden, wenn ihr Hunger nach Sinn und Geborgenheit nicht annähernd gestillt werden kann. „Ich bin ja kein Theologe, keine Theologin, woher soll ich das alles wissen?“, bekommen wir oft zu hören. Christentum ist Bildungsreligion und lehrt uns viel Herzensbildung, besonders in den Gleichnissen. Also, nicht wegschicken, sondern so gut es geht Halt geben, woran es oft an Verteilungsgerechtigkeit, auch im persönlichen Umfeld stark mangelt.
Mahatma Ghandi (1869-1948), indischer Rechtsanwalt, Publizist und Friedensaktivist schrieb: „Die Erde hat genug für den Hunger der vielen, doch zu wenig für die Gier einiger.“ Sie schauen mehr auf ihr Wachstum des Habens als auf das Wachstum des Seins, der Empathie, der Herzensfrömmigkeit.
Jesus liefert ein gutes Beispiel seinen Jüngern gegenüber. Teilen als Aspekt der Liebe. Jesus gibt im Übermaß. In den fünf Broten und zwei Fischen finden wir schon den Hinweis auf die Eucharistie. Niemand braucht zu hungern oder Durst zu haben, Eucharistie ein Sakrament der Solidarität. Jesus kommt, um zu heilen. Eine Krankheit auch heute ist die Orientierungslosigkeit und die Sinnleere.
Wie Salomo um ein hörendes Herz und einen beständigen Geist bittet, sollten auch wir es tun, verbunden mit der Lebensweisheit, die uns Udo Jürgens musikalisch zu Gehör bringt: „Was wirklich zählt auf dieser Welt, das bekommst du nicht für Geld.“…
Jesus stillt leibliche und seelische Bedürfnisse seiner Zuhörer. Sie hängen an ihm und folgen ihm. Er verkündet das Reich Gottes als ein Reich der Fülle, in dem unsere Grundbedürfnisse gestillt werden. Wer selbst erfülltes Leben erfahren hat, wird fähig, aus dieser Fülle weiterzuschenken.
Es gibt Menschen, wenn die irgendwo auftreten, dann kommen viele, um sie zu hören. Was sie zu sagen haben, das trifft offenbar den Nerv der Zeit. Sie sprechen vielen aus der Seele. Sie schaffen es, mit ihrer Redekunst und auch mit dem, was sie inhaltlich sagen, die Mitmenschen anzusprechen. Zwei Männer der Kirche möchte ich in diesem Zusammenhang nennen. Da ist zum einen der Benediktinerpater Anselm Grün. In vielen Büchern hat er den Mitmenschen seiner Zeit Mut gemacht. Er hat ihnen gezeigt, wie wertvoll sie sind. Ein anderer ist der Münchener Pfarrer, Rainer Maria Schießler. Dieser Pfarrer hat jahrelang auf dem Münchener Oktoberfest gekellnert. Das ist eine originelle Art, den Menschen nahe zu sein. Durch ihn erfahren die Gläubigen die Kirche in einer sehr menschenfreundlichen und lebensnahen Art. Beide sind sehr gefragte Männer.
Gefragt war auch Jesus. Er hört, dass Johannes der Täufer, der ebenfalls die Massen anzog, umgebracht wurde. Jesus zieht sich zurück. Er will allein sein. Doch das gelingt ihm nicht. Die Menschen suchen ihn. Sie wollen ihn hören, ihn erleben und erfahren. Denn Jesus hatte vielen Menschen seiner Zeit etwas zu sagen. Vor allem war Jesus mit großer Liebe zu den Menschen erfüllt. Er hat Mitleid mit ihnen. Jesus spricht Sehnsüchte und Hoffnungen der Menschen an. Sie waren unterdrückt. Sie waren größtenteils sehr arm. Sie lebten in vielen Zwängen. Von Jesus hören sie, wie wertvoll sie sind. Sie hören von Jesus, dass sie von Gott unendlich geliebt sind. Dieses Liebe brauchen sie sich nicht zu verdienen. bei Jesus spüren sie, dass Leben mehr ist als tagaus tagein zu arbeiten, dass Leben mehr ist als immer nur funktionieren zu müssen. Sie hören bei Jesus, dass sie zu einem Leben in Fülle, zu einem Leben mit Gott berufen sind. Jesus spricht ihre Hoffnungen und Sehnsüchte an, Sehnsüchte nach Liebe, nach Gemeinschaft, angenommen zu sein so wie ich bin. Die Menschen erleben bei Jesus, dass er ihre Kranken heilt. Er heilt sie von körperlichen Krankheiten, aber auch von ihren innerlichen Verletzungen. In seiner Nähe konnten die Menschen aufleben, neu leben lernen.
Sie konnten dies bei Jesus erfahren, weil er zutiefst verbunden war mit Gott. Jesus schenkte die Liebe Gottes weiter. Diese gibt es umsonst. Wir haben es in der Lesung aus dem Buch Jesaja gehört. Alle werden eingeladen. Jesus spricht den Durst vieler Menschen an, so wie ich ihn gerade beschrieben habe. Darum werden sie eingeladen, zu Wasser zu kommen. Sie sollen Getreide kaufen ohne Geld, also ganz umsonst geschenkt bekommen. Ihnen soll das geschenkt werden, was sie brauchen, für die Seele und den Leib. Sie werden eingeladen Milch und Wein ohne Bezahlung zu kaufen, also umsonst. Der Wein ist ein Zeichen für ein Leben in Freude und auch in Fülle. Wenn wir mit Gott leben, wenn wir seine Gebote beachten, wenn wir seine Worte hören, wenn wir Freundschaft mit Gott suchen, dann kann unser Leben erfüllt werden.
Dass Gott uns ein Leben in Fülle schenkt, sehen wir auch am Speisewunder. Mit 5 Broten und zwei Fischen machte Jesus eine ganze Menschenmenge, fünftausend Männer, dazu noch Frauen und Kinder satt. Zwölf Körbe bleiben übrig. Wo Jesus ist, da ist Überfluss. Das bezieht sich auf das, was er sagt und auf die Liebe, die er schenkt.
Wer von Jesu Liebe erfüllt ist, ist bereit, diese erfahrene Liebe zu teilen und weiterzuschenken. Ich sehe dieses Speisewunder auch als ein Zeichen, dass Jesus die Menschen auch in ihren leiblichen Bedürfnissen ernst genommen hat. Wer diese Liebe von Jesus erfährt, der wird auch bereit sein, das Brot zu teilen, wo es nötig ist. Das Speisewunder kann uns alle durchaus ermutigen, Reichtum zu teilen, abzugeben vom Überfluss. Wenn jeder das tut, was er kann, wenn jeder bereit ist, zu teilen, dann kann diese Welt anders aussehen. Dann kann diese Welt gerechter sein. Dann kann sich dieses Speisewunder immer wieder neu ereignen. Wo sich dieses Speisewunder ereignet, wo wir bereit sind zu teilen, und damit Liebe weiterzuschenken, damit auch andere menschenwürdig leben können, dort erleben wir auch schon das Reich Gottes. Wir erfahren das Leben in Fülle, das wir einmal bei Gott erfahren werden.
Wir Menschen sind Leib und Seele. wir brauchen Nahrung für die Seele und den Leib. Dies zeigen alle Speisewunder der Bibel. Viele Heilige haben das beherzigt. Ein Beispiel ist die Heilige Elisabeth von Thüringen. Sie war eine reiche Königin. Vier Kindern schenkte sie das Leben. Immer schon hatte sie ein Herz für die Armen ihrer Zeit. Nach dem Tod ihres Mannes wurde sie von der Wartburg vertrieben. Von da an kümmerte sie sich um die Armen. Elisabeth nahm sich der Not der Menschen an. Doch durch ihr Verhalten zeigte sie den Menschen die Liebe Gottes.
Es gibt viele Menschen, die aus der Fülle schenken, sei es dass sie von ihrem Reichtum teilen, sei es dass sie ihren Mitmenschen Gottes Liebe weiter tragen wie Anselm Grün oder der Münchener Pfarrer Rainer Maria Schüssler. - Schenken auch wir aus der Fülle, die wir selbst erfahren haben, weiter.
"Es war einfach kein Interesse da", sagte vor drei Jahren der Leiter der internationalen Katastrophenhilfe des österreichischen Roten Kreuzes Walter Hajek in einem Interview zur größten Hungerkatastrophe seit 60 Jahren in Afrika. Monatelang haben damals Hilfsorganisationen auf die bevorstehende Hungersnot hingewiesen. Die Weltöffentlichkeit und die internationalen Medien hat es aber kalt gelassen, dass Millionen Menschen an Hunger gelitten haben und zehntausende Menschen verhungert sind.
"Es war einfach kein Interesse da", so die nüchterne Feststellung damals, die bis ins Mark hinein erschüttern muss. Aber warum interessiert es die Weltöffentlichkeit eigentlich nicht, wenn Millionen Menschen hungern? Fragen wir aber noch konkreter: Wollen wir selber wirklich von dieser Not anderer wissen? - Ich glaube, dass uns schon bewusst ist, dass das Wissen um die Not anderer uns persönlich in die Verantwortung ruft, alles uns mögliche zu tun, um fremde Not zu lindern.
Und genau daran erinnert ja auch Jesus seine Jünger, als sie ihn darauf aufmerksam machen, dass die Leute, die bei ihm sind und ihm zuhören, Hunger haben. "Gebt ihr ihnen zu essen", sagt ihnen Jesus. Er überträgt ihnen die Aufgabe, den Volksmengen zu essen zu geben, und das obwohl es scheinbar ja die Möglichkeit gäbe, die Menschen wegzuschicken, damit sie sich in den Dörfern etwas zu essen kaufen. Jesus macht seinen Jüngern aber die Verantwortung für jene bewusst, die sich hier an diesem abgelegenen, wörtlich übersetzt "öden" Ort eingefunden haben.
Dass es sich um ein ödes Gebiet handelt, ist eigentlich verwunderlich, weil Jesus diesen Ort ja mit dem Boot erreicht hat und es deshalb an diesem Ort Wasser geben muss. Wenn Matthäus hier aber dennoch von einem öden Ort spricht, erinnert er wohl an die vielen Wüstenerfahrungen in der Bibel. Immer wieder war es ja die Wüste, wo einzelne Menschen oder das Volk Israel vertiefte Erfahrungen mit Gott gemacht haben und sich aus der Wüstenzeit ein Neubeginn ergeben hat.
Einen solchen Neubeginn hat wohl auch Jesus im Blick, wenn er zu seinen Jüngern sagt, "Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen!" Die Jünger sind skeptisch und zweifeln an der Umsetzbarkeit dieser Aufforderung, denn sie sehen nur fünf Brote und zwei Fische, was ja in der Tat nichts ist im Vergleich zu der Menge an Menschen, die sich da versammelt hat.
Was Jesus dann aber sagt, bereitet das Wunder wohl schon vor. Er sagt: "Bringt sie her." Und ganz offensichtlich geben die Jünger daraufhin Jesus ihre fünf Brote und ihre zwei Fische. Und hier geschieht schon Entscheidendes: Denn indem sie ihm das bringen, was sie haben, lösen sie sich von ihrem eigenen Besitz. In dem Moment, wo sie ihre Vorräte aus den Händen geben, ändern sich nämlich die Besitzverhältnisse. Denn das Brot ist von da an nicht mehr ihr Brot allein, sondern das Brot, das für alle hier Versammelten gegeben ist und zur Verfügung steht.
Und Jesus nimmt dieses Brot und diese Fische, blickt zum Himmel, spricht das Dankgebet und bricht dann das Brot, um es den Jüngern zu geben. Und dann heißt es nur, dass die Jünger die Speisen an die Leute weitergaben. Die Jünger werden gleichsam zu den Händen Jesu. Sie geben weiter, was sie selber empfangen haben. Ihre Aufgabe ist es, den Menschen in diesem Brot den Segen und das Leben weiterzugeben, die von Jesus ausgehen.
Und genau darin liegt das Neue, das sich hier an diesem öden, abgelegenen Ort ereignet. In den vergangenen Wochen haben wir an den Sonntagen ja immer wieder Gleichnisse Jesu zum Himmelreich gehört. Darin wurde deutlich, ist, dass das Reich Gottes schon da ist, dass es klein beginnt und sich nicht aufhalten lässt in seinem Wachstum. Jesus redet im heutigen Evangelium nicht mehr nur von diesem Reich, sondern zeigt, dass das Reich Gottes bereits begonnen hat und dass es dort, wo es sich ereignet, schon jetzt auch seine Fülle erfahrbar wird.
Was uns Matthäus in der Brotvermehrung als Wunder erzählt, das wird immer dann Wirklichkeit, wenn wir miteinander Eucharistie feiern. Auch hier bringen wir Gaben zum Altar und mit diesen Gaben uns selber. Wir geben Brot und Wein aus unseren Händen, wir übergeben sie Gott und er schenkt sich einem jeden von uns in diesen Gaben in gleicher Weise in der Kommunion als Leib und Blut Christi. Die Gabe Gottes, die wir empfangen, die wir geschenkt bekommen, die enthält den Auftrag an uns, "Gebt ihr ihnen zu essen."
Wir, die wir uns und unser Leben mit den Gaben auf den Altar legen, machen uns dadurch selber verfügbar für unsere Mitmenschen und für das Kommen des Reiches Gottes. Wir werden durch die Feier der Eucharistie ein Teil des Leibes Christi und so auch füreinander verantwortlich.
Als Christinnen und Christen muss es uns deshalb interessieren, wie es anderen geht, müssen wir uns mit unseren Möglichkeiten für die Linderung der Not anderer einsetzen.
In der Brotvermehrungskirche in Tabgha am Nordufer des Sees Genezareth findet sich das berühmte byzantinische Mosaik mit den 4 Broten in einem Korb und den 2 Fischen links und rechts davon. Der Betrachter fragt sich, warum nur 4 Brote in diesem Korb zu sehen sind, wo im Evangelium doch von 5 Broten die Rede ist. Eine der Deutungen ist, dass das 5. Brot das Brot ist, das bei jeder Eucharistie auf dem Altar über dem Mosaik liegt, das gebrochen und geteilt wird. Es ist nicht das Brot einzelner, sondern unser aller Brot, das gebrochen wird und in dem sich Christus uns schenkt. Wer von diesem Brot isst, nimmt teil an der Hingabe Jesu für uns alle, die auch uns aufgetragen ist: "Gebt ihr ihnen zu essen."
Den Zusammenhang von eucharistischer Gemeinschaft und sozialer Verantwortung füreinander hat auch Dietrich Bonhoeffer in der Schrift "Gemeinsames Leben" beschrieben, aus der ich zum Abschluss einen Absatz vorlesen möchte:
"Die Tischgemeinschaft der Christen bedeutet Verpflichtung. Es ist unser täglich Brot, das wir essen, nicht mein eigenes. Wir teilen unser Brot. So sind wir nicht nur im Geiste, sondern mit unserem ganzen leiblichen Wesen fest miteinander verbunden.
Das eine Brot, das unserer Gemeinschaft gegeben ist, schließt uns zu einem festen Bund zusammen. Nun darf keiner hungern, solange der andere Brot hat, und wer diese Gemeinschaft des leiblichen Lebens zerstört, der zerstört damit auch die Gemeinschaft des Geistes. Unlöslich ist beides verbunden. Solange wir unser Brot gemeinsam essen, werden wir auch mit dem wenigsten genug haben. Erst wo einer sein eigenes Brot für sich selbst behalten will, fängt der Hunger an. Das ist ein seltsames Gesetz Gottes. Sollte nicht die Geschichte von der wunderbaren Speisung der 5000 mit zwei Fischen und fünf Broten neben vielem anderen auch diesen Sinn haben?"
© Mag. Michael Münzner
Lieder:
GL 146: Du rufst uns, Herr, an deinen Tisch
GL 186: Was uns die Erde Gutes spendet
GL 209: Du teilst aus mit deinen Händen
GL 210: Das Weizenkorn muss sterben
GL 211: Wir rühmen dich König der Herrlichkeit (1.-3. Str.)
GL 213: O wunderbare Speise (1. und 3. Str.)
GL 215: Gott sei gelobet und gebenedeiet
GL 216: Im Frieden dein, o Herre mein (2. Str.)
GL 378: Brot, das die Hoffnung nährt
GL 402: Danket Gott, denn er ist gut (11. Str.)
GL 418: Befiehl du deine Wege und was dein Herz kränkt
GL 421: Mein Hirt ist Gott der Herr (1., 3. und 4. Str.)
GL 422: ich steh vor dier mit leeren Händen, Herr (3. Str.)
GL 423: Mein Hirt ist Gott der Herr
GL 424: Wer nur den lieben Gott lässt walten
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden
GL 456: Herr, du bist mein Leben, Herr du bist mein Weg
GL 459: Selig seid ihr (2. Str.)
GL 467: Erfreue dich Himmel, erfreue dich Erde
GL 474: Wenn wir das leben teilen wie das täglich Brot
GL 484: Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben (2., 3. und 4. Str.)
GL 470: Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht
GL MS748: Du bist das Brot, das den Hunger stillt
GL Ö922: Das sollt ihr, Christi Jünger, nie vergessen
Psalmen und Kehrverse:
GL 37: Der Herr ist mein Hirt; er führt mich an Wasser des Lebens - Mit Psalm 23 - VI.
GL 39: Kostet, kostet und seht: Gut ist der Herr. - Mit Psalm 34 - V.
GL 87: Aller Augen warten auf dich, und due gibst ihnen Speise zur rechten Zeit - Mit Psalm 145 (GL 76,2) - I.
GL 420: Meine Seele dürstet nach dir mein Gott - Mit Psalm 67 (GL 46,2) oder Psalm 103 (GL57,2) - II.
GL 616: Gott, du mein Gott, dich suche ich, meine Seele dürstet nach dir. - Mit Psalm 63 - IV.
Wir feiern Gottesdienst, weil wir Hunger haben, Hunger nach dem Wort Gottes und Hunger nach dem Brot des Lebens. Christus lädt uns zu einem Mahl, das uns in anderer Weise sättigt, als die raffiniertesten Speisen und Getränke es können.
Bevor wir uns zu Tisch begeben, bitten wir Gott um Vergebung unserer Schuld und um Erbarmen.
Wir feiern jetzt Gottesdienst. Viele wollen mit dieser Zeit Gott dienen, IHM zeigen, dass wir IHN lieben. Doch Gott dient uns zuerst. Er will uns im Überfluss geben, was wir für ein erfülltes Leben brauchen. Gott schenkt sich uns in JESUS. Wir begegnen JESUS im Brot des Wortes, das aufbaut. Wir begegnen IHM im Brot der Liebe und der Hingabe für uns, in der Eucharistie. Jesus ist nahe. Er will mit uns eins werden. Grüßen wir ihn in unserer Mitte.
Herr, Jesus Christus,
du hast Mitleid mit allen Kranken und Leidenden.
Herr, erbarme dich.
Du hast Mitleid mit allen Hungernden.
Christus, erbarme dich.
Du hast Mitleid mit allen Durstigen.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus, du siehst die vielen Menschen
und hast Mitleid mit ihnen
Du Heil der Kranken und Schwachen.
Herr, erbarme dich.
Du gibst Brot für den Leib und für die Seele.
Christus, erbarme dich.
Du schenkst deine Liebe und Hingabe im Überfluss.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du schenkst uns dein Wort, doch wir suchen anderes.
Herr, erbarme dich unser:
Herr Jesus Christus,
du sättigst die Menschen mit Brot, doch wir brauchen mehr.
Christus, erbarme dich unser.
Herr Jesus Christus,
'gebt ihr den Menschen zu essen,' so sprichst du,
doch wir fühlen uns zu schwach dazu.
Herr, erbarme ich unser.
Gott, unser Vater,
steh deinen Dienern bei
und erweise allen, die zu dir rufen,
Tag für Tag deine Liebe.
Du bist unser Schöpfer
und der Lenker unseres Lebens.
Erneuere deine Gnade in uns, damit wir dir gefallen,
und erhalte, was du erneuert hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 18. Sonntag im Jahreskreis
Die Bittmesse
Gott, unser Schöpfer.
Die Gegensätze in der Welt klagen uns an:
Reichtum und Not,
Hunger und Überfluß,
Sorglosigkeit und Leid stehen gegeneinander.
Hilf du uns allen,
daß wir aufhören, die Gegensätze zu verschärfen,
und anfangen,
einander Brüder und Schwestern zu sein.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen.
MB Auswahl 23
Herr, unser Gott,
wir danken dir
für das Geschenk dieser Zusammenkunft.
Sie hält in uns lebendig,
was wir allein vergessen und verlieren würden.
Zeig uns heute neu den Sinn unseres Lebens.
Festige unsere Gemeinschaft mit dir
und miteinander.
Schenk uns den Geist deines Sohnes,
unseres Herrn Jesus Christus,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und Leben schenkt in alle Ewigkeit.
Amen.
MB Auswahl 20
Gott, du Quelle allen Lebens,
du teilst deine Gabe aus ohne Maß.
Öffne uns Ohr und Herz,
und sättige uns mit deinem Wort.
Darum beten wir zu dir, dem guten Vater,
in der Kraft des Heiligen Geistes,
durch Jesus Christus, unseren Herrn.
WB 18. Sonntag im Jahreskreis A
Jesus,
zu dir dürfen wir immer kommen
mit unseren Unsicherheiten,
mit unseren Orientierungslosigkeiten,
mit dem, was uns bedrückt.
Wir dürfen zu dir kommen
mit allem, was uns freut,
mit allem, was uns Hoffnung macht,
mit allen Sehnsüchten.
Wir gehen immer wieder
als Beschenkte von dir weg,
denn du schenkst alles in übergroßer Fülle. - Amen.
Herr, Jesus Christus,
du hast die vielen Menschen, die zu dir gekommen sind,
nicht hungrig weggehen lassen.
Wir bitten dich:
Für alle Menschen, die hungern
und nicht Zugang zu ausreichend Nahrungsmitteln haben.
Gib ihnen Anteil an den Gütern der Erde.
Für alle Menschen, denen es an genießbarem Wasser mangelt.
Befähige die Regierenden zu einem gerechten Ausgleich der grundlegenden Interessen der Völker.
Für alle Menschen, die krank sind und sich medizinische Versorgung nicht leisten können.
Lass sie Hilfe finden.
Für alle Menschen, die nach einem erfüllten Leben hungern und dürsten.
Erschließe ihnen die Frohe Botschaft.
Für alle Priester, die Sonntag für Sonntag in deinem Namen den Menschen den Tisch decken
und mit ihnen Gottesdienst feiern.
Lass sie nicht müde werden in ihrem Dienst.
Für unsere Verstorbenen.
Lass sie am himmlischen Mahl teilhaben.
Von deiner Liebe, Herr, kann uns nichts trennen.
Dir vertrauen wir. Amen.
Herr Jesus Christus,
in dir erfahren wir, was Leben in Fülle heißt.
Wir bitten dich:
Lass alle Hilfe erfahren, die Notwendiges entbehren müssen,
damit sie menschenwürdig leben können.
Gib den Reichen und Wohlhabenden Bereitschaft und Liebe, ihren Überfluss zu teilen.
Bekehre alle, die sich nur an Materielles klammern,
dass sie deine Worte und Liebe als tiefen Sinn im Leben entdecken.
Gib Mut und Kraft den Hilfsorganisationen in der Welt, die Not und Elend lindern wollen.
Richte alle kranken Menschen auf und segne, die sich ihrer annehmen.
Erfülle mit Heiligem Geist alle, deren Glauben an dich gefährdet ist.
Nimm unsere Verstorbenen bei dir auf und schenke ihnen ewige Erfüllung.
Dir sei Lob und Preis, jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Jesu Botschaft ist die uneingeschränkte Liebe des Vaters zu seiner Schöpfung.
Ihn, unseren Fürsprecher beim Vater, lasst uns voll Vertrauen bitten:
Jesus, Brot des Lebens, mach uns bereit und fähig, den Halt und die Zuversicht, die uns im Glauben geschenkt ist, mit allen, die sich danach sehnen zu teilen.
Jesus, Brot des Lebens, durch die gegenwärtige Pandemie geraten viele Menschen in gesundheitliche, ökonomische und psychische Nöte.
Erweise dich ihnen als ihr Heiland und Retter.
Jesus, Brot des Lebens, hilf uns als Gesellschaft Wege einer gerechten Verteilung der Lasten zu finden, die jene auffangen, die unverschuldet in Not geraten sind.
Jesus, Brot des Lebens, mach uns hungrig nach dem Schatz eines lebendigen Glaubens, der uns durch alle Krisen unseres Lebens tragen kann.
Jesus, Brot des Lebens, sei unseren Sterbenden Wegzehrung und Stärkung auf ihrem letzten irdischen Weg.
Nicht alles, was wir zum Leben brauchen, können wir uns selbst schaffen. Immer wieder sind wir auf die Gaben anderer angewiesen. Das Wesentliche im Leben ist Geschenk.
In Dankbarkeit, Herr, loben und preisen wir dich jetzt und bis in Ewigkeit. – Amen.
Barmherziger Gott, heilige diese Gaben.
Nimm das Opfer an,
das dir im Heiligen Geist dargebracht wird,
und mache uns selbst zu einer Gabe,
die für immer dir gehört.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 18. Sonntag im Jahreskreis
Herr, durch diese Gaben
nährst du den ganzen Menschen:
du gibst dem irdischen Leben Nahrung
und dem Leben der Gnade Wachstum.
Lass uns daraus immer neue Kraft schöpfen
für Seele und Leib.
Darum bitten wir im heiligen Geist durch Jesus Christus, unseren Herrn.
MB 11. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
du hast Brot und Wein geschaffen,
um uns Menschen in diesem vergänglichen Leben
Nahrung und Freude zu schenken.
Mache diese Gaben zum Sakrament,
das uns ewiges Leben bringt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 5. Sonntag im Jahreskreis
Herr,
durch diese Gaben nährst du den ganzen Menschen:
du gibst dem irdischen Leben Nahrung
und dem Leben der Gnade Wachstum.
Lass uns daraus immer neue Kraft schöpfen
für Seele und Leib.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Besondere Anliegen 25
Herr Jesus Christus,
deine Liebe zu uns ist grenzenlos.
In deiner Liebe hast du uns erlöst.
Brot und Wein sind Zeichen dieser Liebe.
Aus dieser Liebe wollen wir leben.
Diese Liebe wollen wir einander schenken.
diese Liebe wollen wir jetzt feiern,
mit dir, dem Geber alles Guten. - Amen.
Kerhvers:
Singt dem Herrn, alle Lander der Erde,
singt dem Herrn und preist seinen Namen. (GL 54,1)
Gott und Vater,
wir sind gekommen, um dir zu danken.
Denn du hast einen ewigen Bund mit uns geschlossen.
Du rufst uns zum lebendigen Wasser
und gibst uns das Beste zu essen.
Kehrvers
In deinem Sohn Jesus Christus hast du uns deine Liebe gezeigt.
Er hatte Mitleid mit den vielen Menschen,
er heilte ihre Krankheiten und schickte sie nicht hungrig weg.
Kehrvers
Er stärkte sie mit deinem Wort
und ließ sie von der Fülle des ewigen Lebens kosten.
Alle aßen und wurden satt.
Als die Jünger die übriggebliebenen Brotstücke einsammelten,
wurden zwölf Körbe voll.
Kehrvers
Für deine nie endende Liebe danken wir dir.
Sie gibt uns die Kraft, das, was wir haben, miteinander zu teilen
und so deinem Sohn nachzufolgen.
Mit allen Engeln und Heiligen preisen wir dich
und singen mit der ganzen Schöpfung dein Lob.
Danklied, z. B. Singet, danket unserm Gott, der die Welt erschuf (GL Ö874)
oder: Erfreue dich, Himmel, erfreue dich Erde (GL 467)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Als der wahre und ewige Hohepriester
hat er die Feier eines immerwährenden Opfers gestiftet.
Er hat sich selbst als Opfergabe dargebracht
für das Heil der Welt
und uns geboten,
daß auch wir diese Gabe darbringen zu seinem Gedächtnis.
Er stärkt uns,
wenn wir seinen Leib empfangen,
den er für uns geopfert hat.
Er heiligt uns,
wenn wir sein Blut trinken,
das er für uns vergossen hat.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten und mit all den Scharen
des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Eucharistie 1
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
Gebt ihr ihnen zu essen!
Dieser Auftrag gilt uns
wir sind gerufen
wir sind berufen
wir dürfen
in Gottes Namen handeln
wir sind angesprochen
herausgefordert
ernst genommen
begnadet und begleitet
in Gottes Namen
dürfen wir
das unsere bringen,
und austeilen
und vertrauen
dass es genug ist
für alle
Barmherziger Gott,
in den heiligen Gaben empfangen wir neue Kraft.
Bleibe bei uns in aller Gefahr
und versage uns nie deine Hilfe,
damit wir der ewigen Erlösung würdig werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 18. Sonntag im Jahreskreis
Gütiger Gott,
du schenkst uns Anteil an deinem Sakrament.
Gib, dass wir das heilige Brot nicht nur mit dem Mund empfangen,
sondern ganz von seiner Kraft durchdrungen werden,
so dass wir wahrhaft aus deiner Gnade leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Samstag der Fastenzeit
Gütiger Gott,
du hast uns das Brot des Himmels gegeben,
damit Glaube, Hoffnung und Liebe in uns wachsen.
Erhalte in uns das Verlangen nach diesem wahren Brot,
das der Welt das Leben gibt,
und stärke uns mit jedem Wort,
das aus deinem Mund hervorgeht.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 1. Fastensonntag
Herr, unser Gott,
in deinem Wort und Sakrament
gibst du uns Nahrung und Leben.
Laß uns durch diese großen Gaben
in der Liebe wachsen
und zur ewigen Gemeinschaft
mit deinem Sohn gelangen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
Gütiger Gott,
durch die Teilnahme am heiligen Sakrament
tilgst du unsere Schuld
und gibst uns Nahrung auf dem Weg unserer Pilgerschaft.
Lass uns in der Kraft dieser Speise
zum ewigen Leben gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 7. Freitag der Osterzeit
Herr Jesus Christus,
wir gehen wieder zurück
in unseren Alltag,
mit seinen Freuden, aber auch mit seinen Sorgen.
Dein Wort hat uns erneut Mut gemacht,
unser Leben anzunehmen und mit dir zu gehen.
Viele haben dich empfangen in Brot und Wein.
Schenke uns deine Kraft,
erfülle uns mit deiner Liebe,
die füreinander lebt. - Amen.
Fünf Worte und zwei Sätze
von Jesus gesprochen
genügen
und fünftausend Menschen
werden satt
genügen
um sie weiterleben zu lassen
genügen
um ihnen Hoffnung zu geben
genügen...
Ilse Pauls, unveröffentlicht.
Karg ist die Frucht
der Liebe,
die Ernte mager,
kein Überfluß,
kein Überquellen.
Doch habe ich
viel gesät,
viel gehegt,
viel gepflegt.
Aber
wenn Du, Herr,
austeilen wirst,
werden noch
zwölf Körbe
übrigbleiben.
Ilse Pauls, unveröffentlicht.
Wenn ich mich nicht satt sehen kann,
dann ist das ein Zeichen dafür,
dass ich etwas Lebendiges ansehe, etwas voller Leben,
das eine solche Anziehungskraft auf mich ausübt,
dass ich immer neu den Kontakt aufnehmen möchte,
immer neu in Beziehung treten möchte.
Dass ich mich nicht satt sehen kann, zeigt auch,
dass ich selbst in meinem Inneren angesprochen bin
und etwas in mir lebendig ist und am Leben erhalten wird
oder zum Leben erwacht.
Wirkliches Leben braucht das Wiederkehrende,
es bedarf der Regelmäßigkeit von essen und trinken,
einatmen und ausatmen, schlafen und wach sein,
Fülle und Leere.
Wovon ich nicht satt werde, das ist das,
was für mich lebendig ist.
Wenn ich immer wieder die Nähe Gottes suche,
so wie hier in der eucharistischen Anbetung,
dann zeigt sich damit, dass ich nicht satt werde,
ihm zu begegnen, weil es für mich lebensnotwendig ist,
ja, weil er selbst das Leben ist, das Leben mir gegenüber,
wo ich ihn in der Gestalt des Brotes ansehen kann
und gleichzeitig in mir, wo er mir Quelle des Lebens ist.
Es ist gut, an ihm nie satt zu werden...
Aus: Cäcilia Kittel, Sei stille dem Herrn. Impulse zur eucharistischen Anbetung, München 2006.
O Herr, Du hast gesagt,
dass unser Vater im Himmel für uns sorgen wird,
so wie er für die Lilien auf dem Felde
und die Vögel unter dem Himmel sorgt.
Du, der du nicht einmal einen Platz hatte,
wohin er sein müdes Haupt hinlegen konnte,
sei unser Lehrer.
Lehre uns, auf Gottes Vorsehung zu vertrauen,
und hilf uns, unsere menschliche Habgier zu überwinden,
Habgier hat nie jemanden glücklich gemacht.
Gib uns die Kraft, uns Dir ganz zu geben,
damit wir ein Werkzeug sein können,
Deinen Willen zu tun.
Segne den Gebrauch des Geldes in der Welt,
damit die Hungernden gespeist,
die Nackten bekleidet, die Armen beherbergt
und die Kranken gepflegt werden können.
Und Herr, gib uns Deinen Heiligen Geist,
damit wir durch den Glauben,
den Du uns verleihst, klar erkennen,
dass wir alle vor dir mehr gelten
als jede schöne Lilie
oder jede singende Lerche in der Luft.
Amen.
O Herr, Du hast gesagt,
dass unser Vater im Himmel für uns sorgen wird,
so wie er für die Lilien auf dem Felde
und die Vögel unter dem Himmel sorgt.
Du, der du nicht einmal einen Platz hatte,
wohin er sein müdes Haupt hinlegen konnte,
sei unser Lehrer.
Lehre uns, auf Gottes Vorsehung zu vertrauen,
und hilf uns, unsere menschliche Habgier zu überwinden,
Habgier hat nie jemanden glücklich gemacht.
Gib uns die Kraft, uns Dir ganz zu geben,
damit wir ein Werkzeug sein können,
Deinen Willen zu tun.
Segne den Gebrauch des Geldes in der Welt,
damit die Hungernden gespeist,
die Nackten bekleidet, die Armen beherbergt
und die Kranken gepflegt werden können.
Und Herr, gib uns Deinen Heiligen Geist,
damit wir durch den Glauben,
den Du uns verleihst, klar erkennen,
dass wir alle vor dir mehr gelten
als jede schöne Lilie
oder jede singende Lerche in der Luft.
Amen.
Mutter Teresa in YOUCAT, Jugendkatechismus der Katholischen Kirche. 2011.
Herr, Gott,
großes Elend ist über mich gekommen.
Meine Sorgen wollen mich erdrücken.
Ich weiß nicht ein noch aus.
Gott sei mit gnädig und hilf!
Gib Kraft zu tragen,
was du mir schickst.
Lass die Furcht nicht über mich herrschen;
sorge du väterlich für die Meinen.
Ob ich lebe oder sterbe,
ich bin bei dir,
und du bist bei mir,
mein Gott.
Herr ich warte auf dein Heil
und auf dein Reich.
Dietrich Bonhoeffer in: Beten im Alltag - Gesammelte Texte aus den Schriftlesungskalendern "365mal Gottes Wort". Frankfurt (action365) 1981.
Lebendiger Gott,
Du weißt, wie schwer mein Herz
und wie eng meine Brust.
Ich weiß nicht ein noch aus.
Hilf mir, mein Gott.
Ich glaube ja, dass Du es gut mit mir meinst,
dass du alles verantwortest, was mir begegnet,
und dass du alles zum Guten führen wirst.
Lass nicht zu,
dass dennoch die Angst Macht über mich gewinnt.
Dir vertraue ich diesen Tag an
und mein ganzes Leben.
Führe mich, wie du es willst
und wie es gut ist für mich.
Ob ich lebe oder sterbe:
Ich bin bei Dir und Du bist bei mir, mein Gott. Amen.
Dörte Schrömges in YOUCAT, Jugendkatechismus der Katholischen Kirche. 2011.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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Schon am Anfang seines Buches - in Jesaja 40 - klingt der Trost. Die Wüste wird blühendes Land, es gibt einen geraden Weg für die Erlösten, und die Berge klatschen in die Hände, wenn sie nach Hause zurückkehren.
Der zweite Jesaja spricht Menschen an, die Durst und Hunger haben. Gemeint ist vor allem die Sehnsucht, die bitteren Erfahrungen hinter sich zurücklassen zu können und neu anzufangen. Die Aufforderung des Propheten: kommt. Immer wieder lädt dieses Wort ein aufzubrechen. Ja, das Beste wird vor Augen gestellt - ein opulentes Festmahl. Umsonst, ohne Bezahlung, ohne Gegenleistung.
Der Prophet hat eine Botschaft auszurichten: die Menschen sollen ihr Ohr "neigen", zu Gott "gehen", ihn "hören". Die Verheißung: "dann werdet ihr leben". Der Prophet erinnert an die Geschichte Gottes mit seinem Volk - und verkündigt einen "ewigen Bund". Ein schöneres Bild für "Bund" als ein festliches Mahl findet Jesaja nicht - und bis heute hat dieses Bild nichts von seiner Kraft eingebüßt.
Schon bei Jesaja klingt an, was die Offenbarung nach Johannes neu auslegt: Bei diesem Mahl wird der Tod nicht mehr dabei sein. Jesaja 55 gehört zur Liturgie der Osternacht.
Jes 55 steht am Ende des zweiten Teils des Jesajabuches (Kap. 40-55). Dieser Teil wird üblicherweise Deuterojesaja zugeschrieben. ("Deuterojesaja" ist eine künstliche Bezeichnung für einen einzelnen Propheten oder eine Prophetenschule, dessen Name nicht bekannt ist.) Deuterojesaja schreibt vor dem Hintergrund des babylonischen Exils. Der Perserkönig Kyros, der das neubabylonische Reich zerstören wird, taucht als Hoffnungsgestalt bereits auf. Ein Ende der Exilszeit deutet sich an. Neue Hoffnung auf Rettung entsteht.
Vers 1 greift das Leben auf einem orientalischen Markt auf. Marktschreier preisen lebhaft ihre Waren an, werben um Kunden. Vers 2 weist darauf hin, dass nicht alle Waren ihr Geld wert sind. Gott verspricht seinem Volk köstliche und wirklich nahrhafte Speise. In Vers 3 verheißt Gott einen ewigen Bund und er bezieht sich dabei auf die Huld, die er David erwiesen hat. Zwar knüpft Gott an das davidische Königtum an, aber er stellt ein neues, vom Königtum unabhängiges Bündnis in Aussicht.
Jesaja wirkte von ca. 740 - 701 in Jerusalem und Juda. Seine Botschaft wurde schriftlich fixiert und in einem Schülerkreis überliefert. Die Jesajahandschriften aus Qumran belegen, daß im 2. Jhd. v. Chr. - 1. Jhd. n. Chr. der Umfang des Jesaja-Buches festlag.
Deuterojesaja (Kap. 40-55) erhebt seine Stimme in der Zeit des ausgehenden Exils. Die Hörer, unter denen sich eine resignative und verzweifelte Stimmung ausgebreitet hatte, spüren eine Überlegenheit der Babylonier, ihrer Religion, Kultur, Zivilisation, Wissenschaft und Politik.
Der Glaube an JHWH, den einen Gott, den Schöpfer und Retter soll das Volk ermutigen. Ihm wird Mut zugesprochen, denn Gott vergibt die Sünde, bewirkt die Heimkehr als neuen Exodus (Jes 48,20 - 55,13) und ermöglicht neues Leben. Jesaja erweist sich dabei als "Evangelist" des Ersten (Alten)Testaments.
In der Lesung kommt zur Sprache, wie Gott seinem Volk das Heil schenkt. Im Hören auf ihn (Verse 2b+3) und sein Wort wird ihm das zuteil, was es umsonst, aber nicht vergeblich empfängt. Die Grundbedürfnisse des Menschen werden mit Wasser und Getreide gestillt; in Wein und Milch erfahren die Menschen Freude und Stärkung. All das schenkt Gott den Menschen - bedingungslos, entgegen allen menschlichen Rechnungen, aus Gnade.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz
Auslegung aus jüdischer und christlicher Perspektive