Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus der Offenbarung des Johannes.
Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet
und in seinem Tempel
wurde die Lade seines Bundes sichtbar:
Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel:
eine Frau, mit der Sonne bekleidet;
der Mond war unter ihren Füßen
und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.
Sie war schwanger
und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen.
Ein anderes Zeichen erschien am Himmel
und siehe, ein Drache, groß und feuerrot,
mit sieben Köpfen und zehn Hörnern
und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen.
Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel
und warf sie auf die Erde herab.
Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte;
er wollte ihr Kind verschlingen,
sobald es geboren war.
Und sie gebar ein Kind,
einen Sohn,
der alle Völker mit eisernem Zepter weiden wird.
Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt.
Die Frau aber floh in die Wüste,
wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte.
Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen:
Jetzt ist er da, der rettende Sieg,
die Macht und die Königsherrschaft unseres Gottes
und die Vollmacht seines Gesalbten.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus der Offenbarung des Johannes.
Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet
und in seinem Tempel wurde die Lade seines Bundes sichtbar:
Da begann es zu blitzen, zu dröhnen und zu donnern,
es gab ein Beben und schweren Hagel.
Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel:
eine Frau, mit der Sonne bekleidet;
der Mond war unter ihren Füßen
und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.
Sie war schwanger
und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen.
Ein anderes Zeichen erschien am Himmel
und siehe, ein Drache, groß und feuerrot,
mit sieben Köpfen und zehn Hörnern
und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen.
Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel
und warf sie auf die Erde herab.
Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte;
er wollte ihr Kind verschlingen,
sobald es geboren war.
Und sie gebar ein Kind,
einen Sohn,
der alle Völker mit eisernem Zepter weiden wird.
Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt.
Die Frau aber floh in die Wüste,
wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte.
dort wird man sie mit Nahrung versorgen,
zwölfhundertsechzig Tage lang.
Da entbrannte im Himmel ein Kampf;
Michael und seine Engel erhoben sich,
um mit dem Drachen zu kämpfen.
Der Drache und seine Engel kämpften,
aber sie hielten nicht stand
und sie verloren ihren Platz im Himmel.
Er wurde gestürzt, der große Drache,
die alte Schlange,
die Teufel oder Satan heißt
und die ganze Welt verführt;
der Drache wurde auf die Erde gestürzt
und mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen.
Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen:
Jetzt ist er da, der rettende Sieg,
die Macht und die Königsherrschaft unseres Gottes
und die Vollmacht seines Gesalbten.
denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder,
der sie bei Tag und bei Nacht vor unserem Gott verklagte.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv - Selig bist du, Jungfrau Maria,
du stehst zur Rechten des Herrn. – Kv
Oder GL 649,1
Höre, Tochter, sieh her und neige dein Ohr, *
vergiss dein Volk und dein Vaterhaus!
Der König verlangt nach deiner Schönheit; *
er ist ja dein Herr, wirf dich vor ihm nieder! – (Kv)
Sie werden geleitet mit Freude und Jubel, *
sie kommen in den Palast des Königs.
Ich will deinen Namen in Erinnerung rufen von Geschlecht zu Geschlecht; *
darum werden die Völker dich preisen auf immer und ewig. – Kv
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korínth.
Schwestern und Brüder!
Christus ist von den Toten auferweckt worden
als der Erste der Entschlafenen.
Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist,
kommt durch einen Menschen
auch die Auferstehung der Toten.
Denn wie in Adam alle sterben,
so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.
Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge:
Erster ist Christus;
dann folgen, wenn Christus kommt,
alle, die zu ihm gehören.
Danach kommt das Ende,
wenn er jede Macht, Gewalt und Kraft entmachtet hat
und seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergibt.
Denn er muss herrschen,
bis Gott ihm alle Feinde unter seine Füße gelegt hat.
Der letzte Feind, der entmachtet wird,
ist der Tod.
Denn: Alles hat er seinen Füßen unterworfen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Apostel Paulus stellt in diesem Abschnitt die Tatsache der Auferweckung Jesu Christi als des Erstlings der Entschlafenen in den Mittelpunkt. Zugleich betont er den Zusammenhang der zukünftigen Auferweckung der Toten mit der durch Gottes Eingreifen bereits erfolgten Auferweckung Jesu.
Die Folgen der Auferweckung Jesu Christi werden von Paulus zunächst für die Zukunft entfaltet. Der Apostel kämpft gegen die Vorwegnahme der Auferstehung in der Taufe.
Beim Wiederkommen Christi kommt es zur endgültigen Vernichtung aller gottfeindlichen Mächte, einschließlich des Todes, der trotz der Versöhnungstat Gottes seine Macht über die Menschen noch bis zur Weltvollendung ausübt.
Dem ersten, irdischen Adam, stellt Paulus Jesus Christus als den zweiten, eschatologischen Adam entgegen.
Zwischen der Auferweckung Jesu und der Auferstehung aller Toten liegt nach Paulus eine längere Zeitstrecke. Paulus erwartete aber die Parusie (Wiederkunft Christi) wohl noch zu seinen Lebzeiten.
Die in Korinth offenbar vorhandene Überzeugung, durch den Geistbesitz die Heilsvollendung erlangt zu haben, brachte es wohl mit sich, den christlichen Glauben an die Auferstehung der Toten für überflüssig zu erachten. Eine totalmenschliche Auferstehung im Tod widersprach auch der im Hellenismus vorhandenen Ansicht, der Körper sei nur das hassenswerte Gefängnis der Seele. Mit Berufung auf die urchristliche Grundverkündigung sucht Paulus zuerst die Tatsache der Auferstehung der Glaubenden, dann die Weise der Auferstehung zu besprechen und die konkrete Folgerung für die Gegenwart zu ziehen.
Paulus gibt seiner Gemeinde in Korinth ein deutliches Glaubensbekenntnis von der Auferstehung Jesu Christi. Offensichtlich hatten die Korinther Schwierigkeiten im Glauben an die Auferstehung des Herrn. Auf die Betonung des wahren Menschseins Christi legt Paulus hier besonderen Wert, so daß er die Parallele zwischen Adam (dem "Auslöser des Todes´") und Christus gebraucht. Gott hat durch die Auferweckung seines Sohnes, die Auferstehung für alle Menschen generell möglich gemacht, auch wenn Paulus eine bestimmte Reihenfolge gesetzt sieht, an deren Anfang Christus selbst steht.
Entscheidend für die Auferstehung ist die Zugehörigkeit zu Christus, die sozusagen als Privileg für das ewiges Leben gilt. Wer am Auferstehungsglauben rührt, gefährdet den universalen Heilswillen Gottes und die Durchsetzung seines Reiches.
Folgend beschreibt Paulus in Etappen das Endgeschehen dieser irdischen Welt. Schließlich gebraucht er die Motive von der Königsherrschaft Christi, die in der Übergabe der Herrschaft an Gott ihre Zielgebung findet.
Bernd Michael Pawellek
Halleluja. Halleluja.
Aufgenommen in den Himmel ist die Jungfrau Maria.
Die Engel freuen sich und preisen den Herrn.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg
und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.
Sie ging in das Haus des Zacharías
und begrüßte Elisabet.
Und es geschah:
Als Elisabet den Gruß Marias hörte,
hüpfte das Kind in ihrem Leib.
Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt
und rief mit lauter Stimme:
Gesegnet bist du unter den Frauen
und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.
Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?
Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte,
hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.
Und selig,
die geglaubt hat, dass sich erfüllt,
was der Herr ihr sagen ließ.
Da sagte Maria:
Meine Seele preist die Größe des Herrn
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan
und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheißen hat,
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
Und Maria blieb etwa drei Monate bei Elisabeth;
dann kehrte sie nach Hause zurück.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Als Anlaß für den Besuch Marias bei ihrer Verwandten Elisabeth läßt sich die unmittelbar vorausgehende Botschaft des Engel der Verkündigung nennen. Die beiden Frauen werden zu den ersten Menschen, die in der Kraft des Geistes den kommenden Herrn begrüßen. Über das von beiden erfahrene persönliche Wunder hinaus sehen sie dabei das Revolutionäre Gottes, der in die konkreten Verhältnisse hinein wirkt.
Maria und Elisabeth machen die erste Begegnung zwischen Jesus und Johannes möglich. Schon im Mutterleib macht Johannes durch sein freudiges Strampeln auf Jesus aufmerksam. Elisabeth interpretiert in geisterfüllter und prophetischer Art den Hinweis ihres ungeborenen Sohnes und bringt staunend die einzigartige Berufung Mariens zum Ausdruck.
In der Seligpreisung zeigt Elisabeth die zweifache Qualität Mariens auf: Hören und Glauben. So gilt es nun, das große Handeln Gottes weiterzuerzählen. Maria gibt Elisabeth keine Antwort auf ihren Segensspruch, sondern spricht ein anbetendes Lob von Gott, den Lobgesang, das Magnificat. Das Magnificat ist das große Lob- und Danklied, in dem alle Glaubenden der alten Zeit und der kommenden Generationen sich vereinen.
Der Schlüssel für das Fest der Aufnahme Mariens liegt sicherlich einerseits in der Kontinuität, daß sich Gott immer wieder als Retter erweist. Anderseits tritt im Lobgesang Mariens ihre demütige Sonderstellung als niedrige Magd in Erscheinung. An dieser Frau hat "der Mächtige wirklich Großes getan", so daß sie schließlich nach Ablauf ihres irdischen Lebens seine Herrlichkeit schauen darf.
Im Mittelpunkt des heutigen Abschnittes stehen der Hinweis auf Johannes, den Vorläufer Christi, sowie die Seligpreisung Marias durch Elisabeth und der Lobpreis Marias im Magnificat.
Der Hörer und Leser soll darin bestärkt werden, in Johannes den Vorläufer Jesu zu sehen. Außerdem wird auf den vorbildhaften Glauben von Maria verwiesen. Dieser findet letztlich im Lobpreis (Magnificat) seinen Ausdruck.
Das aus alttestamentlichen Worten stammende Magnificat soll dazu anregen, das Heilsgeschehen des Neuen Bundes - im Leben der Kirche und des einzelnen - im Licht der Rettungsgeschichte aller Söhne und Töchter Abrahams zu betrachten.
Vom Ausblick auf die österliche und endzeitliche Erfüllung her ist es möglich, schon in dieser Zeit ( voll Bedrängnis etc.) Gott, dem Retter, zuzujubeln.
Die Begrüßung Mariens wurde später in das "Ave Maria" aufgenommen.
Das Magnificat selbst (als Zusammenfassung der von Gott geschenkten Zuwendung an Maria und alle Glaubenden) wurde in die kirchliche Abendliturige (Vesper) aufgenommen.
Das "Magnificat", benannt nach dem ersten Wort der lateinischen Fassung, ist eingebettet in eine historisch nicht faßbare Rahmenerzählung, nach der Maria zu ihrer Verwandten Elisabeth geht. Im Laufe der Zeit wurde dies legendenhaft ausgeschmückt, von einem Gang über das Gebirge und einer Hilfeleistung an Elisabeth ist nach dem Evangelienbericht allerdings nicht die Rede.
Johannes macht bereits im Mutterleib durch eine freudige Bewegung auf Jesus aufmerksam, er ist also bereits im Mutterschoß zu seiner Aufgabe bestimmt und befähigt. Elisabeth versteht den Hinweis ihres Kindes und preist mit prophetischen Worten die werdende, vor allen Frauen ausgezeichnete Mutter und ihr noch ungeborenes Kind. "Herr" (griechisch kyrios) ist zunächst - aus nachösterlicher Sicht - der Name des erhöhten Jesus, in ihm klingt andererseits aber auch die Nähe Christi zu Gott an, der auch mit Herr angeredet wird.
Marias Antwort, auf die in einer Frage formulierte Anrede Elisabeths ist ein Lobpreis, das Magnifikat, in dem sie die Aufmerksamkeit auf Gott richtet. Im ersten Teil nennt Maria als Grund ihres Jubels zunächst die ihr von Gott geschenkte Aufmerksamkeit, wegen der sie in Hinkunft alle Menschen preisen werden.
Im zweiten Teil preist Maria Gott in allgemeinen, alttestamentlichen Wendungen. Den Niedrigen verschafft er rettendes Recht und den Notleidenden Güter.
Im dritten Teil deutet Maria das ihr Widerfahrende eindeutig als Handeln Gottes an seinem Volk, in Treue zu den Verheißungen an die alten Patriarchen.
Das Magnificat, ein judenchristlicher Hymnus mit vielen Anklänge an das Alte Testament, weist auf den vorbildlichen Glauben Mariens hin. Die an Maria erwiesene Huld wird als Großtat Gottes gepriesen. Maria spricht ihren Lobpreis stellvertretend für alle Erlösten. Die aus dem Glauben Altisraels stammenden Worte des Magnificat regen dazu an, das Heilsgeschehen des Neuen Bundes im Lichte der Rettungsgeschichte aller Töchter und Söhne Abrahams zu sehen. Aus österlichem Blick ist es möglich, in einer Welt voller Bedrängnis über Gott, den Retter aller, zu jubeln.
Die Begrüßung Mariens durch Elisabeth wurde von der Kirche in das "Ave Maria", das "Gegrüßt seist du Maria", und ihr Magnificat in die kirchliche Abendliturgie (Vesper) aufgenommen.
Mariä Himmelfahrt ist kein Fest einer fernen, weltentrückten Heiligen. Es ist ein Fest unserer eigenen Hoffnung: Gott lässt den Menschen, den er liebt, nicht im Tod zurück. Maria zeigt uns, wie ein Leben im Vertrauen auf Gott gelingen kann – mit offenen Händen, einem mutigen Ja und der Bereitschaft, anderen Hoffnung zu bringen. Und sie weist uns den Weg zu jenem Himmel, der schon heute beginnt und einmal unsere endgültige Heimat sein wird.
Kennen Sie das?: Man räumt den Dachboden oder den Keller auf. Eigentlich wollte man nur eine Kiste holen. Und plötzlich hält man ein altes Fotoalbum in der Hand. Man setzt sich auf eine Kiste – und aus fünf Minuten wird eine halbe Stunde. Da sind Bilder von Menschen, die längst nicht mehr unter uns sind. Und doch sind sie plötzlich wieder ganz nah. Man lächelt. Man wird nachdenklich. Man spürt: Liebe verschwindet nicht.
Genau darum geht es heute. Was Gott liebt, lässt er nicht im Grab zurück. Mariä Himmelfahrt ist kein Fest der Wolken. Kein Fest, bei dem Maria wie eine Rakete in den Himmel startet. Es ist das Fest einer Hoffnung: Was Gott liebt, lässt er nicht im Grab zurück.
Unsere Welt erzählt oft eine andere Geschichte. Sie sagt: Am Ende bleibt nur Staub. Die Werbung sagt: Du musst jung bleiben. Die Schönheitsindustrie lebt davon, dass wir Angst vor dem Älterwerden haben. Und wenn jemand stirbt, hören wir manchmal den Satz: „So ist eben das Leben.“ Nein. Das ist nicht die ganze Wahrheit. Die Botschaft des heutigen Tages lautet: Das Leben hat das letzte Wort, nicht der Tod. Maria ist dafür das erste große Zeichen. Nicht weil sie etwas Besonderes geleistet hätte, sondern weil Gott Großes an ihr getan hat.
Das beginnt schon mit ihrem einfachen Ja. Kein großes Programm. Keine Macht. Keine Karriere. Nur dieses schlichte Vertrauen: „Mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ Man könnte sagen: Maria war keine Frau der großen Worte. Sie war eine Frau der offenen Hände. Vielleicht ist genau das heute das Schwierigste. Wir wollen alles absichern. Alles kontrollieren. Alles planen. Wir buchen den Urlaub Monate vorher. Wir verfolgen Pakete live auf dem Handy. Wir kontrollieren unsere Schritte mit der Smartwatch.
Aber Gott lässt sich nicht tracken. Er führt anders. Maria wusste auch nicht, wie ihr Leben verlaufen würde. Sie wusste nichts von Bethlehem. Nichts von der Flucht nach Ägypten. Nichts vom Kreuz. Aber sie wusste: Gott geht mit. Und das genügte ihr.
Wer Gott im Herzen trägt, macht sich auf den Weg Das Evangelium erzählt vom Besuch bei Elisabeth. Maria bleibt nicht bei sich. Sie macht sich auf den Weg. Das fällt auf. Wer Gott im Herzen trägt, bleibt nicht auf dem Sofa sitzen. Glaube bewegt. Maria bringt Freude. Hoffnung. Leben. Nicht sich selbst stellt sie in den Mittelpunkt, sondern Gott. Darum singt sie: „Meine Seele preist die Größe des Herrn.“ Nicht: „Schaut alle auf mich.“ Sondern: „Schaut auf ihn.“
Vielleicht brauchen wir genau das heute wieder: Eine Kirche, die weniger über sich spricht und mehr über Christus und den Vater im Himmel. Eine Kirche, die den Menschen Hoffnung bringt. Keine Schlagzeilen. Keine Machtkämpfe. Keine ständige Selbstbeschäftigung. Maria zeigt uns den Weg. Sie ist wie ein Wegweiser. Ein Wegweiser ist nie das Ziel. Aber ohne ihn findet man das Ziel oft nicht.
Und dann ist da noch ein schöner Brauch dieses Tages: die Kräuterweihe. Bunte Sträuße. Lavendel. Kamille. Salbei. Rosmarin. Johanniskraut… Früher hingen sie in den Häusern. Nicht als Zaubermittel, sondern als Zeichen: Gott will Heil schenken – für Leib und Seele.
Wie gut wäre es, wenn wir das wieder neu entdecken würden. Wir brauchen nicht nur Medikamente für den Körper, sondern auch Nahrung für die Seele: ein gutes Wort, ein Gebet, einen Besuch, eine Umarmung, Zeit füreinander.
Maria erinnert uns daran: Der Himmel beginnt nicht erst nach dem Tod. Er beginnt überall dort, wo Menschen lieben, vergeben, trösten, teilen und Hoffnung schenken. Da öffnet sich schon jetzt ein Stück Himmel. Vielleicht ganz unscheinbar. In einem Gespräch. In einer versöhnten Beziehung. In einer Hand, die einen anderen Menschen nicht loslässt. In einem Besuch bei jemandem, der einsam ist. In einem Gebet für einen Menschen, dem wir sonst nicht helfen können. Überall dort bekommt der Himmel bereits einen Fuß in die Tür.
Und schließlich dürfen wir an diesem Fest nach vorne schauen. Maria ist uns vorausgegangen. Nicht als unerreichbare Heilige auf einem Sockel, sondern als Schwester im Glauben. Sie zeigt: Der Tod ist keine Sackgasse. Er ist die Tür, durch die Gott uns heimholt. Das ist keine billige Vertröstung. Das ist das Herz unseres Glaubens. Darum feiern wir heute nicht den Abschied Marias von der Erde. Wir feiern ihre Ankunft bei Gott.
Vielleicht gehen wir heute mit einem einfachen Gedanken nach Hause: Wenn Gott einen Menschen so sehr liebt, dass er ihn ganz zu sich nimmt, dann dürfen auch wir darauf vertrauen, dass unser Leben nicht im Nichts endet. Am Ende wartet nicht die Dunkelheit. Am Ende wartet einer, der schon heute seinen Arm nach uns ausstreckt und sagt: „Komm nach Hause.“ Und vielleicht wird Maria dann lächelnd sagen: „Hab keine Angst. Ich kenne den Weg.“
In Mariendarstellungen zeigen sich die Erwartungen und die Beziehung, die Menschen der jeweiligen Epoche an Maria und zu Maria haben. Sie sind eine Einladung, dass auch wir uns an Maria wenden, Beziehung aufnehmen und uns von Maria begleiten zu lassen.
Wenn ich unterwegs bin, gehe ich gerne in Kirchen oder kleine Kapellen. Nicht nur, um einen Moment der Ruhe zu finden, sondern auch, um zu schauen, wie Maria dargestellt ist. Und dabei fällt mir immer wieder auf: In einer barocken Kirche ist das ganz anders als in einem modernen Kirchenraum, der erst in den letzen Jahren erbaut wurde. Und das ist gut so. Denn religiöse Kunst ist nicht statisch. Sie ist immer Ausdruck der Frömmigkeit der Menschen einer bestimmten Zeit – ihrer Hoffnung, ihrer Ängste, ihrer Sehnsüchte.
So blickt auch die Geschichte der Marienverehrung auf eine lange, reiche Tradition zurück. Schon seit dem 2. Jahrhundert gibt es Darstellungen und Verehrungsformen, die so vielfältig sind wie die Epochen, aus denen sie stammen. In der ausgehenden Antike erscheint Maria als Wegweiserin, als Gottesgebärerin, die Gottes Sohn zur Welt bringt, und als Siegbringerin in Zeiten der Bedrängnis. Im Mittelalter wird sie mehr zur Mater Dolorosa, der Schmerzensmutter, oder zur Schutzmantelmadonna, unter deren weitem Mantel sich Menschen bergen. Heute hingegen erleben wir wieder Darstellungen, die Maria stärker in Beziehung zu Jesus Christus zeigen – wie in der Antike, eingebettet in Szenen des Heilsgeschehens, etwa bei der Hochzeit zu Kana, unter dem Kreuz oder als betende Frau unter den Jüngern an Pfingsten.
Diese Vielfalt der Bilder ist nicht bloß künstlerischer Stilwandel, sondern sie zeigt, wie Menschen zu allen Zeiten Maria gesehen und verehrt haben. Offenbar berührt sie eine tiefe, fundamentale Sehnsucht des Menschen – anders ist ihre weltweite und jahrhundertelange Verehrung nicht zu erklären. Vielleicht ist es ihre tröstende Nähe, ihre Funktion als Zuflucht in Unruhe und Angst. Maria steht für Geborgenheit, für Mitgefühl, für das Verständnis einer Mutter, die annimmt, nicht verurteilt. Viele Menschen fühlen sich bei ihr angenommen – so wie sie sind.
Ein schönes Bild dafür ist die Szene, die das heutige Evangelium uns vor Augen stellt: Die Begegnung von Maria mit Elisabeth. Zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Maria auf der einen Seite, wohl kaum 15 Jahre alt, aus dem galiläischen Nazareth – und Elisabeth auf der anderen Seite, über 60, aus dem judäischen Bergland. Und doch verbindet sie etwas Entscheidendes: Beide sind im Vertrauen auf Gott unterwegs. Beide erwarten Leben, beide vertrauen auf das Unmögliche. Und vor allem: Sie begegnen einander – von Angesicht zu Angesicht.
In einer Zeit, in der wir oft nur noch WhatsApp-Nachrichten schreiben, statt einander wirklich und wahrhaftig zu begegnen, tut es gut, auf diese Szene zu schauen. Zwei Frauen hören einander zu, sprechen sich Trost zu, erkennen in der je anderen das Wirken Gottes. So wird aus einer alltäglichen Begegnung ein heiliger Moment.
Maria sagt bei der Verkündigung: „Mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ Sie gibt sich hin – mit offenem Herzen, mit Vertrauen. Und sie bleibt auf diesem Weg mit Gott: von der Geburt Jesu über sein Wirken bis hin zum Kreuz. Ihr Weg war kein leichter – aber er war durchdrungen von der Zuversicht, dass Gott ihn begleitet.
All das ist kein Zwang. Der Glaube ist ein Angebot an uns Menschen. Niemand muss Maria verehren. Aber dieses Hochfest erinnert uns daran, dass es guttut, sich ihr anzuvertrauen. Maria will nichts für sich – sie verweist auf Gott. Sie hilft, wie jede gute Mutter: mit einem leisen Wort, mit einer helfenden Hand, mit dem Gefühl "Du bist nicht allein". Und vielleicht ist genau das der Grund, warum Menschen aller Zeiten immer wieder zu ihr kommen – in Sorgen und in Dankbarkeit. Weil sie spüren: In Maria antwortet Gott auf unsere Sehnsucht.
Dem Inhalt des Festes der Aufnahme Marians in den Himmel können wir uns am ehesten über die biblischen Symbole annähern: Gott geht mit seinem Volk, entreißt es dem Zugriff des Bösen. An Maria und am ganzen Gottesvolk hat er Großes getan.
Die Offenbarung des Johannes ist ein Trostbuch, dessen Inhalt kurz zusammengefasst besagt: Gott besiegt das Böse, auch wenn es noch so mächtig ist. Es wird sich nicht durchsetzen.
Unheil, Krieg, Leid, Krankheit, Umweltzerstörung erleben wir heute, und wir haben das Gefühl, dass alles der Vernichtung, dem Tod überlassen bleibt. Dem ist nicht so. Die Offenbarung des Johannes liefert Stichworte, die wir genau ansehen wollen, weil sie ebenso wie die zweite Lesung und das Evangelium den inhaltlichen Rahmen dieses Festes bilden.
Vom „Tempel Gottes im Himmel“ (Off 11,19) ist da die Rede. In Gesprächen hören immer wieder, welche Vorstellungen vom Himmel die Menschen bewegen. Der Himmel ist so etwas wie die Verwirklichung menschlicher Vorstellungen und Utopien. Sie äußern sich sehr unterschiedlich, oft sehr profan: Himmel beginnt für die einen beim Heurigen, beim Glas Wein, Backhendl und Musik, bei anderen, wenn Menschen sich nach jahrelangem erbittertem Streit die Hände zur Versöhnung reichen und umarmen; vielleicht unter Tränen als reinigende Wirkung nach Leid und vielen Ärgernissen, wenn die Seele wieder Ruhe findet und Frieden einkehrt.
Die Offenbarung des Johannes spricht vom „Tempel im Himmel“ und von der Bundeslade; Bilder, die Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Die Bundeslade ist Symbol des mitwandernden Gottes im Volk Israel. Und auch heute wandert er im „pilgernden Volk Gottes auf dem Weg durch die Zeiten“ mit (vgl. „Lumen Gentium“ Vatikanum II.).
Bereits die Kirchenväter interpretierten Maria als Bundeslade. Ambrosius, Bischof von Mailand (339-397), spricht in seinen Kommentaren von Maria als Trägerin des neuen Gesetzes in Christus und zieht dazu eine Parallele zu den Gesetzestafeln, die Mose am Berg Sinai empfangen hat.
Wir sind nicht allein trotz fürchterlicher Krisen, weil Gott mit uns geht. Der „Tempel Gottes“ ist schon in uns. Paulus stellt an die Gemeinde in Korinth die Frage: „Wusstet ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Der Tempel Gottes ist heilig und der seid ihr." (1 Kor 3,16. 17). Das gilt in besonderer Weise für Maria, die Gottesgebärerin. Also „strebt nach dem, was im Himmel ist.“ (Kol 3,1. 5).
Die Lesung aus der Offenbarung des Johannes schildert seine Vision einer „Frau am Himmel“ (Offb 12,1). Sie symbolisiert das Volk Gottes, Israel, aus dem der Messias hervorgegangen ist und auch die verfolgte junge Kirche.
Das Bild der „Frau am Himmel“ mit der Sonne der Gerechtigkeit bekleidet, können wir sehr gut auf die Gottesmutter, deren Fest wir heute feiern, übertragen, obwohl sie im Text nicht namentlich erwähnt wird: Mariä Aufnahme in den Himmel.
Maria zeigt das durch ihr Leben in Bescheidenheit, ausgerichtet auf den Willen Gottes. Sie gibt des Hinweis: „Was er euch sagt, das tut“ (Joh 2,5). Der Wille Mariens entspricht voll dem Willen Gottes. Lukas bestätigt das, indem er der Gottesmutter das „Magnificat“ als Lobpreis Gottes in den Mund legt. Darin ist deutlich zu hören, worauf es im anbrechenden Reich Gottes ankommt: „Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.“
Wir alle haben Sehnsucht nach einem guten, besseren Leben. Voraussetzung dafür ist der Reichtum. Das ist gut dargestellt in dem Musical „Anatevka“, wo der einfache Milchmann Tewje, ein frommer Jude, singt: „Wenn ich einmal reich wär', wäre ich ein reicher Mann“. Er äußert den Wunsch nach einem schönen Haus in der Mitte der Stadt, „bräuchte nicht zur Arbeit“, eine Frau „beladen mit Geschmeide“, feines Essen, viel Personal und zur High Society gehörig. Diese Wünsche sind bis heute gleichgeblieben.
Die irdischen Güter sind weltweit ungerecht verteilt, und das schon seit Jahrhunderten. Von daher rührt der Spruch, der dem Schriftsteller und Philosophen Jean Jaques Rousseau's (1712-1778) zugeschrieben wird: „Eat the rich!“ - Fresst die Reichen auf!; durchzogen von Zynismus und Zorn. Sind Wohlstand und Reichtum zu verachten, ja sogar zu vernichten? Jesus wusste Wohlstand zu schätzen, er kehrte auch bei Reichen ein, war auf Festen (Hochzeit zu Kanaan), bei seiner Kreuzigung würfelten Soldaten um ein Stück seines Kleides (Mt 27,35).
„Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben“. Zwei Drittel der Menschheit hungern nach Brot und Lebensmittel. Hunger herrscht auch im geistlichen Bereich nach Seelenspeise. „Das Brot ist der Himmel. Wie du den Himmel nicht alleine haben kannst, musst du das Brot mit den anderen teilen.“ (Uwe Seidel / Diethard Ziels). Eucharistie ist das Sakrament des Teilens und der Gerechtigkeit.
So ist uns die Heilige Familie - wir dürfen Josef miteinbeziehen - auch ein Beispiel für Bescheidenheit und Demut geworden. Reichtum, Wohlstand und Besitz sind nicht schlecht, wohl aber ist der Umgang damit oft problematisch. Darauf spielen viele Schriftstellen an. Dieses Fest ist somit auch eine wertvolle Anregung für unser Verhalten und unseren Lebensstil.
Einerseits ist die Anschauung, dass Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden ist, jahrhundertealte Überlieferung. andererseits erhob erst Papst Pius XII. 1950 dieses Glaubensgeheimnis zum Dogma. Das Fest hat im Laufe der Jahrhunderte unzählige Künstler inspiriert, ist aber auch im religiösen Brauchtum tief verwurzelt. Es bezeugt die Wertschätzung der Leiblichkeit des Menschen und sucht immer neue Ausdrucksformen.
Wie kann man sich vorstellen, worüber es keine genauen Berichte gibt? Diese Frage hat im Lauf der Geschichte Künstler beschäftigt. Es entstanden viele Bilder und Skulpturen. Sie waren inspiriert durch die Lesung aus der Offenbarung des Johannes. Die Frau mit den Sternenkranz, auf der Mondsichel stehend. Ab da begann auch die Phantasie.
Eine Arbeit spricht mich immer wieder an. Im Südwesten Deutschlands steht im Breisacher Münster in einer Seitenkapelle ein Schnitzaltar. Der Meister H.L. zeigt darin die Ankunft Mariens im Himmel. Ein Engel freut sich so sehr darüber, dass er vor Maria einen Handstand macht. (https://de.wikipedia.org/wiki/Breisacher_Stephansmünster ). So kann ein Künstler seine Freude ausdrücken. Kinder haben an diesem Detail ihren Spaß.
Dieses Fest wird urkundlich im 6. Jahrhundert erwähnt und wurde seitdem im Volk Gottes gefeiert. Papst Pius XII. verkündete 1950 das Dogma der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel. In der Präfation dieses Festes wird ein zentrales Thema genannt: „Denn heute hast du die jungfräuliche Gottesmutter in den Himmel erhoben, als Erste empfing sie von Christus die Herrlichkeit, die uns allen verheißen ist.“
Wenn ein solcher Tag schon viele Jahrhunderte begangen wird, warum wird er dann 1950 zum Dogma? Ein Dogma ist ein verbindlicher Lehrsatz, den zu glauben alle Katholiken angehalten sind. Manche Autoren verweisen auf den geringen Abstand zwischen der Verkündung des Dogmas und dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Während der Kämpfe und der Vertreibungen starben viele Menschen. Ihre Leiber blieben manchmal achtlos liegen. Es schien, dass der menschliche Leib nichts mehr wert ist. Die Bilder und die Erfahrungen hatten sich in vielen Herzen und Seelen der Kriegsgeneration eingegraben.
Dagegen sagt das Dogma der Aufnahme Mariens in den Himmel: Es ist anders. Vor Gott hat der Leib seine Würde. Bei Maria hat er es gezeigt. Diese Würde haben die Toten des Weltkriegs, auch wenn man es nicht gemerkt hat. Und diese Würde gilt jedem Leib. Auch meinem Leib. Ob er nun jung und schön ist oder alt und vernarbt. Es bleibt mein Leib und es ist mein Leib mit seiner Würde.
Liebe Mitfeiernde, es ist ein großer Abstand zwischen dem Handstand des Engels in Breisach und den Toten des Zweiten Weltkriegs. Unsere Gedanken und unsere Lebensthemen liegen auch immer wieder weit voneinander entfernt. Darf es dazwischen verschiedene Punkte geben, an denen sich das Herz öffnet? Wo das geschieht, bin ich auf dem Weg.
In vielen Kirchen werden am heutigen Tag Blumen oder Kräuterbüschel gesegnet. Das hat Platz, auch wenn er auf eine Legende beruht. Im 9. Jahrhundert erzählte man, dass der Apostel Thomas noch einmal den Leichnam Mariens sehen wollte. Man öffnete für ihn den Sarg, aber er war leer und aus dem Sarg kamen Düfte hervor. So entwickelten sich die verschiedenen Formen der Kräutersegnung. Immer waren es heimische Heilkräuter. Wenn aus ihnen Tee gekocht wird, soll er eine heilende Wirkung haben. In Tierställen hängen sie, um das Vieh vor Seuchen zu schützen. Für viele Menschen hängt einiges daran.
1600 Jahre mit verschiedenen Traditionen und Zeichen. Nicht jeder kann schnitzen wie ein Meister H.L. Wir haben nicht die Position von Papst Pius XII. Aber wir sind Beobachter und Glaubende. Manchmal sehen wir persönliche Riten der Menschen und übernehmen sie. Manchmal erfahren wir ihre Motive und setzen uns damit auseinander. Mit welchem Motiv sind Sie zum Gottesdienst gekommen? An welchen Zeichen rund um dieses Fest hängen Sie?
Wie tragen wir am 15. August 2024 dazu bei, dass die Hoffnungen der Menschen lebendig bleiben? Ich wünsche Ihnen, dass es Ihnen und uns allen ein wenig gelingt.
Die Größe Mariens wird in vielen Bilder ausgedrückt. Ihre Menschlichkeit richtet viele Menschen in Bedrängnis und Notsituationen auf. Ihr Vertrauen in Gott wirkt ansteckend und gib vielen Trost und Hoffnung.
Die Bibel spricht häufig in Bildern zu uns. Sie helfen und ermöglichen es uns schwierige Sachverhalte leichter zu verstehen und anzunehmen. Das drückt auch das folgende Gedicht aus:
Ich sehe dich in tausend Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt,
doch keins von allen kann dich schildern.
Wie meine Seele dich erblickt.
Jeder von uns trägt ein persönliches Bild von Maria in sich. So haben sich um Maria viele Bilder, kirchliche Glaubensaussagen, Dogmen, aber auch volkstümliche und kindliche Vorstellungen aufgebaut. Manche sind uns unverständlich und erschweren oder trüben den Blick auf Maria. Doch Eines schimmert durch alle Sichtweisen durch, die Menschlichkeit dieser Frau Maria.
Manchmal wird versucht, ein überhöhtes frömmelndes Bild von Maria aufzubauen und anderen aufzuzwingen. Das geht so weit, dass Bilder und Darstellungen, die diesen Vorstellungen nicht entsprechen, verboten, verhängt oder zerstört werden. Z.B. die Darstellung der gebärenden Maria im Dom in Linz. Auf keinen Fall ist das ein Dienst am Glauben. Vielmehr schränken solche Akte die Absicht Gottes ein, sich in Jesus und damit auch in Maria menschlich zu zeigen.
Maria hatte ein tiefes Vertrauen auf Gott. Dieses schenkte ihr Offenheit und die Bereitschaft, den Willen Gottes anzunehmen. Gerade durch die Menschlichkeit Marias und ihr Gottvertrauen haben viele Gläubige ihr eigenen Leben mit dem Leben Marias in Verbindung gebracht. Wenn sie Ohnmacht und Schmerz erleben, fühlen sie sich Maria ganz nahe und verspüren dann selbst das Gottvertrauen Mariens.
So ist Maria stütze für viele Eltern geworden, die es oft mit ihren Kindern nicht leicht haben und mitleiden an ihrem Leid und sich freuen an ihrer Freude.
Sie ist auch Stütze für Menschen geworden, die an den gegenwärtigen Situationen der Welt leiden. Die Ohnmacht gegenüber dem Leid und den vielen Toten, die durch den Krieg verursacht wird, ist schwer auszuhalten. Die Voraussetzung für Frieden in der Welt ist, selbst in Frieden mit den Mitmenschen zu leben. Das beginnt mit dem inneren Frieden, den wir im Schauen auf Maria und im Gebet zu ihr finden können.
Wir erleben, wie Gehässigkeit und Verleumdung im öffentlichen Leben zunehmen und scheinbar akzeptiert und goutiert werden. Das macht viele traurig. Es führt zu einem Verfall der Solidarität und einem Verlust der Werte in der Gesellschaft. Maria kann uns Vorbild sein, selbst Werte vorzuleben und ein barmherziger Mensch zu sein. Zuhören und Verständnis für den andern unabhängig von dessen Meinung zu haben. Die Kraft dazu können wir aus den heutigen Lesungen schöpfen. Das Gute wird sich schlussendlich durchsetzen.
Maria ist auch für viele Christen, die an der Kirche leiden, eine Stütze geworden, die insbesondere an der Situation der Frauen leiden. Der heutige Tag wird auch der große Frauentag genannt. Große Frauen gab und gibt es zu allen Zeiten. Bereits vor Maria lesen wir von großen Frauen im Volk Israel. Aber auch in der folgenden Geschichte haben viele Frauen das Evangelium in vorbildlicher Weise gelebt. Einige wurden heiliggesprochen.
Bis in die heutige Zeit sind Frauen Trägerinnen des Glaubens. Auch jetzt in vielen unserer Pfarren. In unserer Pfarrkirche würde vieles nicht funktionieren. Wir könnten uns hier nicht treffen, könnten nicht Gottesdienst feiern, wenn nicht Frauen alles vorbereiteten und in Schuss halten würden. Heute am großen Frauentag wäre es angemessen, wenn eine Frau im Gottesdienst spräche. Für mich ist beschämend, dass Frauen in der Kirche nur dienen dürfen.
Die heutige Lesung die Offenbarung des Johannes ist ein Trostbuch, das uns beschreibt, dass Gott Gerechtigkeit herstellen wird. Das heutige Evangelium mit dem Magnifikat ist ein großes Lied der Hoffnung auf Gerechtigkeit und Heilung.
Wir leben in einer noch unerlösten Welt. Wir brauchen Gottes heilendes Handeln an uns. Das dürfen wir auch in der Kräutersegnung sehen. Wir segnen das, was uns Gott für unsere Heilung, für unser Heil geschenkt hat. Wir segnen das, was uns Menschen Gesundheit und Heil schenken soll. Wir segnen die Heilkraft der Kräuter und die Schönheit der Blumen, mit denen Gott das Herz der Menschen erfreut. Gott zeigt in seinem Handeln, er ist ein Gott des Lebens. Was Gott tat, das tat Gott aus Liebe zu uns. Er ist ein Gott für uns, ein Gott, der für uns Leben in Fülle will.
Maria ist uns ein Zeichen, das wir vor Gott Bestand haben können.
(c) Diakon Joseph Muhr, Weistrach, Diözese St. Pölten- josef.muhr@jomu.at
In der Lesung aus dem Buch der Offenbarungen des Johannes wird uns eine große Frau in ihrer Bedrängnis durch das Böse vorgestellt und wie sie und ihr Kind von Gott gerettet werden. Ähnlich das Bild, das Lukas im Evangelium von Maria zeichnet. Diese Bilder sind Hoffnungsbilder für alle, die heute in die Enge getrieben sind und einen Zufluchtsort suchen.
Krieg, Vertreibung, Flucht, Hunger und Gewalt – das sind die Meldungen, die uns fast täglich ins Haus geliefert werden. Hinter diesen Meldungen stehen Schicksale.
Was wir eben aus dem Lukasevangelium hörten, klang ganz anders: Da war von Segen, von Lobpreis, von der Ankündigung von Geburten, von neuem Leben die Rede. Für die heutige Medienwelt kein Thema, wohl nicht aufregend genug.
Dabei enthalten die eben gehörten Lesungen genug Zündstoff, aktuelle Brisanz, um publik gemacht, verkündet zu werden. Man muss nur genau hinsehen bzw. hinhören. Dazu braucht es ein Quäntchen Mut, denn der Hintergrund der Lesungen ist mitzulesen, mitzuhören.
Die Frauen, von denen bei Lukas die Rede war, kennen wir: Elisabeth und Maria – Frauen, deren Namen uns überliefert wurden. Beide sind schwanger. Zartes, heranwachsendes Leben „wohnt“ diesen beiden Frauen inne.
Mit dieser Ankündigung von neuem Leben, beginnt das Lukasevangelium. Und damit hat Lukas genau das „Goldrichtige“ gewählt. Denn seine Worte sollten Menschen hören, die unermessliches Leid und Gewalt als „besiegte“ Völker im Römischen Imperium erfahren haben und ertragen mussten.
In Zeiten von Gefahr, Gewalt unter Menschen, wie z.B. in einem Bürgerkrieg, wird kaum jemand einen Spaziergang machen und sich so der Gefahr aussetzen.
Der Evangelist Lukas ist sich dieser Realität bewusst und bringt dies auch zur Sprache: „In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.“ (Lk 1,39).
Es ist von „Eile“ und Bergland die Rede: Maria eilte in das Bergland.
Dazu muss erwähnt werden, dass das Bergland Judäas in politisch schwierigen Zeiten immer wieder ein Ort der Zuflucht war. Dort „eilte“ man hin, wenn man Schutz suchte. So auch Maria, obwohl schwanger, eilte sie. Denn sie suchte Schutz in einem Haus, wo sie willkommen war und bleiben konnte. Diesen Ort fand sie: „Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.“ (Lk 1,40).
Ihr Aufbruch ins Bergland wird zur Begegnung, gibt ihr Geborgenheit, Schutz, den sie in ihrer Situation braucht. Solche Orte, wo ein Menschenleben Schutz, Geborgenheit findet, sind Orte der Gottesbegegnung.
„Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.“ (Lk 1,46-47).
Der Dialog der beiden schwangeren Frauen, Elisabet und Maria, gleicht einem Gebet. Es ist komponiert aus Worten, in denen sich Erfahrungen der Gottesnähe aus dem Alten Testaments widerspiegeln. Worte der Hoffnung für die jesusgläubigen, jüdischen Gemeinden, die sie aus ihren Schriften kannten.
So betrachtet wird die Botschaft von den schwangeren Frauen und dem Haus Symbol für Geborgenheit, für Schutz, für Stärkung, für Zuversicht.
Schutz geben und jene stärken, trösten, die auf der Flucht vor Gewalt, vor Krieg, vor Unterdrückung sind, dazu braucht es Mut - auch heute. Wer nimmt die Verantwortung für diese Menschen auf sich? Wer handelt dementsprechend?
In der Lesung aus der Offenbarung hörten wir von einer Frau am Ende ihrer Schwangerschaft:
„Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen.“ (Offb 12,2).
„Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war.“ (Offb 12,4b).
Vor ihren Augen hat diese gebärende Frau noch die Figur des Drachens, ein erschreckendes Bild für das furchteinflößende und furchtbare Machtsystem, welches das römische Imperium darstellte. Der Drache repräsentiert das Böse, die Gewalt, die von solchen Mächten ausgeht. Das ist eine schmerzliche gesellschaftliche und politische Wirklichkeit. Sie kann nicht mit einem Hieb, einem Schlag auf einen der Köpfe des Drachens ausgeschaltet werden. Das Böse kann nur in die Schranken gewiesen, unterbrochen werden, damit seine Macht nicht zur Übermacht wird. Dazu braucht es Mut, sich mit dem Bösen auf der Welt zu befassen und den Opfern beizustehen, diese nicht mit ihren Erfahrungen allein zu lassen.
Schauen wir noch einmal auf die „namenlose“ Frau: „Und sie gebar ein Kind, einen Sohn… Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt.“ (Offb12,5).
Wir hörten von großen, furchtbaren Schmerzen, die die Frau bei der Geburt ihres Kindes hatte. Und dann? - Das Kind wird nicht vom Drachen verschlungen, wie befürchtet, also nicht vom Bösen zerstört, sondern zu einem sicheren Ort gebracht, zu Gott entrückt. Doch die Mutter bleibt in ihrer Not, in ihrer Bedrohung ohne Kind allein zurück. – Wie fühlt sich das an?
(kurze Stille zum Nachdenken)
Sie weiß, dass sie nicht bleiben kann. Bedrohung und herrschende Gewalt zwingen sie zur Flucht, ohne Kind. - „Gibt es kein Happy End?“, würde die Frage heute lauten. Die Bibel jedoch fragt anders: Wo ist Gott? Wo ist Gottes Barmherzigkeit, seine Nähe erfahrbar? Im Himmel, auf der Erde?
Wo erfahren wir IHN als Gottesdienstgemeinde, die wir hier versammelt sind?
„Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte; ...“ (Offb 12,6a).
Es ist, wie es in der Offenbarung geschildert wird: durch uns, durch unsere Worte und unser Tun ist Gottes Reich hier auf Erden erfahrbar. Es gibt Orte, wo Menschen der Gewalt widerstehen, wo sich ein Ausweg anbahnt, wo denen geholfen wird, die auf der Flucht sind. Diese Menschen ermutigen uns und stärken jene, die heimatlos geworden sind.
Solche Orte, an denen vor allem flüchtende, bedrohte Frauen aufgenommen wurden, gab es zur Zeit, als dieses biblische Buch verfasst wurde. Es waren konkrete Orte, die Eingeweihten bekannt waren. Diese Orte waren am Rande der damaligen Gesellschaft, sprich: in der Wüste, und die Gemeinschaften, die dort lebten, nahmen bedrohte Frauen auf.
Den Gruppen damals und jenen, die heute Menschen auf der Flucht vor Gewalt aufnehmen und für ihr Leben sorgen, wie z.B. unser Flüchtlingskreis in der Pfarre, gilt mein besonderer Dank für ihren Einsatz. Sie bilden jenen Ort, der im Buch der Offenbarung als Ort Gottes enthüllt (offenbart) wird: „Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte.“ (Offb 12,6a).
Mit dem Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel feiern wir unsere Freude an der Erlösung der Menschheit aus der Verfolgung durch den Drachen. In der apokalyptischen Figur der "Sternenfrau" ist gebündelt das Volk Israel, aus dem der Messias hervorgeht, Maria, die Mutter des Messias, und die Kirche als immer neue Mutter von messianischen Menschen, von Christen. Mit Maria loben und preisen wir den Herrn, der Großes an uns getan hat.
Wir feiern das Fest der erlösten Menschheit, ein Fest der Hoffnung. Zur Hoffnung gehört es, dass das Erhoffte noch nicht Wirklichkeit ist, zumindest noch nicht vollendete Wirklichkeit. Zur Hoffnung gehört aber auch, dass sie begründet ist: dass es einen Grund gibt, auf den sie sich stützen kann. Und zur Hoffnung gehört, dass sie uns im Jetzt bewegt.
Die Apokalypse oder Offenbarung des Johannes genannt, aus der die heutige Lesung genommen ist, ist ein Hoffnungsbuch. Es wurde geschrieben in der Zeit (um 100 n. Ch.), da Christen im römischen Reich ihres Glaubens willen vor Gericht gestellt und getötet wurden. Es stellte sich die Frage: Wie geht dieses Getötet-Werden mit der frohen Botschaft zusammen, die Jesus gebracht: dass Gott zu denen steht, die auf ihn ihr Vertrauen setzen? Die Offenbarung des Johannes antwortet darauf.
Die Botschaft kommt uns in dramatischen Tönen und Bildfolgen entgegen, mit Stimmen von Engeln und Ältesten, mit Chören der Geretteten, mit Visionen des Kampfes und des Sieges, mit Thronen und Kronen, mit Rossen und Reitern, mit aufgeschlagenen Büchern und Posaunen des Gerichts, aber auch mit dem Strom des Lebens, an dem wunderbare Früchte reifen. Es ist das Buch der Rettung, das Buch der Erlösung, Buch der Hoffnung. Worauf läuft alles hinaus? Auf das Lamm, das gesiegt hat und die Siegel der Weltgeschichte, auch das Geheimnis von Leid und Verfolgung, öffnen kann (im 5. Kapitel), auf die Sternenfrau, Siegerin über den Drachen, den Widerpart der Frau (im 12. Kapitel), und das Ziel: die erlöste Menschheit in der Neuen Stadt Jerusalem, der Stadt, die erleuchtet ist von der Herrlichkeit Gottes und vom Lamm (im 21. Kapitel).
Wer ist nun diese Sternenfrau? Die Sternenfrau in Offenbarung 12 ist das Urbild der erlösten Menschheit – in eine Gestalt gefasst. Sie verweist zurück auf den Anfang, an dem Gott zur Schlange sagt: „Feindschaft setze ich zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen.“ Die Schlange, die die Menschen zum Misstrauen gegen Gott verführt und damit ins Unheil stürzen lässt, entpuppt sich als Drache, der sich zum Weltenherrscher aufspielt und den Nachkommen und die „Nachkommen“ der Frau verschlingen will. In der Figur dieser Frau ist gebündelt: das Volk Israel, aus dem der Messias hervorgeht, Maria, die Mutter des Messias Jesus, und die Kirche als immer neue Mutter von messianischen Menschen, von Christen.
In der Sternenfrau mit der Sonne bekleidet, den Mond unter ihren Füßen, die zwölf Sterne - der Stämme Israels - auf ihrem Haupt wird die erlöste Menschheit ins Bild gebracht. Es wundert nicht, dass diese Sternenfrau die Züge Marias trägt, der Mutter des Messias und Mutter der Erlösten. Die erlöste Menschheit wird symbolisiert durch Maria. Um die erlöste Menschheit zu personifizieren, kommt Maria in den Blick. In ihr leuchtet klar die erlöste Menschheit auf.
Was bedeutet das? Dir Kirche bekennt, dass Maria, die Mutter Jesu und Mutter der Erlösten, „mit Leib und Seele“ in der Herrlichkeit Gottes lebt, in der verklärten Körperlichkeit des voll erlösten Lebens. Das ist eine Aussage über die konkrete Person Maria und zugleich eine Aussage über die erlöste Menschheit, die sie personifiziert. Wir sehen ihre und zugleich unsere Vollendung. „Wir“ sind die Menschen, die die Erlösung durch den gekreuzigten und auferstandenen Herrn annehmen, in der Sprache der Apokalypse: die Erlösung durch das Lamm, das mitten unter den Ältesten steht und ausschaut wie geschlachtet (vgl. Offb 5,6). Auch Maria ist erlöst, sozusagen vor-erlöst durch die Lebenshingabe des Lammes. Nun ist sie die Sternenfrau, das strahlende Bild der Hoffnung: Wie Maria, die Ersterlöste, sind wir alle, die Erlösten, mit ihr – vor dem zudringlichen Drachen – in die Herrlichkeit Gottes hineingerettet.
Hoffnung braucht einen Grund, auf den sie sich stützen kann. Der Grund unserer Hoffnung ist das Lamm, das wir jetzt in der Eucharistie feiern: Jesus, der zu Gott entrückt und zugleich bei uns ist. Wir empfangen Leib und Blut dessen, der der Sohn Marias ist. Wir gehören schon hier, wenn auch noch nicht in Vollendung, zur erlösten Menschheit, zu der Sternenfrau mit der Sonne bekleidet, den Mond unter ihren Füßen, die zwölf Sterne auf ihrem Haupt.
Wie gehen wir mit der Botschaft der Hoffnung des heutigen Tages um? So wie Maria mit der Zusage Gottes an sie umgegangen ist: „Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter!“ Hoffnung bewegt: Mit Maria loben und preisen wir den Herrn! Wir loben und preisen das Tun Gottes an den Menschen: „denn der Mächtige hat Großes an mir getan“!
Am Marienfest feiern wir Gott, sein Tun, sein erlösendes Handeln an den Menschen. An Maria wird es deutlich. Maria war eine einfache Frau, ein Mädchen in Israel, gesellschaftlich nicht auffällig; lebte in einer Stadt, die in der großen Politik keine Rolle spielte. So ist Gott: Das Einfache, nicht Auffällige macht er zum Ort seines die Welt verändernden, Hoffnung schenkenden Handelns.
Diese einfache Frau ist gesegnet „mehr als alle anderen Frauen“. Sie ist die Frau. Durch diese Frau hat Gott in diese Welt auf eine Weise eingegriffen, die nur Gott einfallen kann! Und er wird weiter eingreifen! Der Vorbote Jesu, der kleine Johannes im Leib von Elisabet, hüpft vor Freude bei der Begegnung mit Maria und ihrem Sohn. Wir dürfen uns mit ihm freuen: über das Handeln Gottes an Maria und an uns: und das nicht erst, wenn wir eintreten in die neue Stadt Jerusalem, sondern jetzt schon, an diesem Fest der Hoffnung!
Was Gott an den Menschen getan hat, ist bunt wie die Natur. Maria hat Höhen und Tiefen des Menschseins mit ihrem Sohn erlebt und durchlebt und steht uns in unseren Höhen und Tiefen zur Seite. Sie hat das Ziel der Schöpfung, die Verherrlichung mit Leib und Seele bereits erreicht.
Wir feiern heute ein Fest der Buntheit der Natur, einen Bilderreichtum. Die Natur ist der größte Lieferant unserer inneren Bilder. Das gilt auch für die Gottesmutter. „Ich sehe dich in tausend Bildern, Maria, lieblich ausgedrückt, doch keins von allen kann dich schildern.“ (Novalis, 1772-1801). Bilder sind immer begrenzt. „Das Göttliche lebt nicht nur in der Natur, in lauter Stille.“ (Wilhelm Bruners). Viele Blumen werden mit Maria in Verbindung gebracht. Sie stehen für Zärtlichkeit und Liebe: die Mariendistel, Rose ohne Dorne, Lilie ohnegleichen, der die Engel weichen… - Die weiße Lilie steht für Unschuld, für ewiges Leben.
Maria kann im Zusammenhang mit der Dreifaltigkeit und mit der Zwei Naturen-Lehre gesehen werden. Im Lukasevangelium, einige Verse vor der heutigen Schriftstelle, verkündet der Engel Gabriel: „Der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.“ (Lk 1,35). Keine Marienverehrung ohne Christologie.
Mich beeindruckt immer die dritte Strophe des Liedes „Maria, dich lieben“. Dort singen wir: „Du Frau aus dem Volke, von Gott ausersehn, dem Heiland auf Erden zur Seite zu stehn, kennst Arbeit und Sorge ums tägliche Brot, die Mühsal des Lebens in Sorge und Not.“ Was sagt diese Strophe für unseren Alltag aus? Gott schickt seinen Sohn in die Welt. Das geschieht durch die Geburt eines kleinen Kindes: dieses ist der logos, Verkünder von Gottes froher Botschaft in Menschengestalt. Marias Leib ist Tempel des Heiligen Geistes, auch wir sind es. Der 1. Korintherbrief weist auch darauf hin: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“ (1 Kor 3,16). Das gilt besonders im Augenblick des Kommunionempfangs. Der Heilige Geist stiftet Beziehung, schafft Ordnung.
Goethe (1749-1832) formuliert: „Wer von der Natur spricht, muss den Geist voraussetzen.“ Ganz ähnlich, schon lange vor Goethe, Thomas von Aquin (1225-1274): „Gratia supponit naturam.“ Die Gnade setzt die Natur voraus, schließt die Vernunft ein und vollendet sie.
Maria steht dem Heiland zur Seite mit allen Höhen und Tiefen, die Menschen bis heute und auch später mitmachen: Freude, Streit, die Mühsal der Arbeit, die Sorge, dass Essen auf den Tisch kommt, viel Anstrengung, herausfordernde Tagesabläufe, Pubertät, Trennung von der irdischen Familie hinein in das Göttliche und dann das Leid. Jesus erlebt Gottverlassenheit, er schreit sogar. Wie ist das, wenn Eltern ihr Kind verlieren, denen muss das Herz brechen, damals und heute. So erlebt die Heilige Familie, einschließlich der Person Jesu alle Höhen und Tiefen menschlichen Daseins.
Und wie ist das mit der Aufnahme in den Himmel? Zugesagt ist uns die Aufnahme mit Leib und Seele. Die griechische Philosophie und später auch der Philosoph René Descartes (1596-1650) trennen Leib und Seele. Die Heilige Schrift sieht aber den ganzheitlichen Menschen, mit Leib und Seele. Die Theologie spekuliert seit dem 6. Jhdt., wie diese ganzheitliche Aufnahme in den Himmel vor sich gehen soll, und findet auch im Mariendogma von 1950 keine Antwort, lässt alles offen.- Geheimnis des Glaubens.
Was ist somit der Aussagewert und die Aussagekraft dieses Festes? Gott wendet sich durch Maria in seinem Sohn den Menschen zu. Das ist Gnade, liebende Zuwendung. Er kennt all unsere Mühen und Sorgen und wird vollenden, was wir hier nicht zuwege bringen. Ein einprägsames Wort der Gottesmutter: „Tut, was er euch sagt!“
Versuchen wir in der Spur Jesu zu bleiben und nach seinem Willen zu leben.
Im Magnifikat besingt Maria das Große, das Gott an ihr und uns allen getan hat. In ihrer Begegnung mit ihrer Verwandten Elisabeth wird dieses Große noch einmal beredet und gerühmt.
Am "Fest der Verklärung des Herrn" hat unser Seelsorger in seiner Predigt mehrmals die heilbringende Kraft göttlicher Nähe angesprochen. Ja! Gottes Nähe tut uns Menschen gut. Deshalb ist er Mensch geworden und uns näher gekommen, als Menschen jemals ahnen konnten. Der Akt seiner Menschwerdung ein riesengroßes Zeichen für seine Liebe zu uns. Er will, dass es uns gut geht. Er kommt in unsere Welt und lebt unter den Menschen. Viele haben seine wohltuende, befreiende Nähe wahrgenommen und es hat ihr Leben verändert.
Unser Glauben an den auferstandenen und erhöhten Herrn sagt uns, dass er auch heute mitten unter uns gegenwärtig ist. Wann immer wir möchten, können wir ihm im Gebet nahe sein, seine Nähe wahrnehmen. Aus unserer Beziehung zu ihm können wir Kraft schöpfen, unser Leben auf eine gute Spur bringen und so mitbauen an seiner Vision von Welt, dem Reich Gottes.
Das heutige Evangelium berichtet uns von einer Episode des Wunders seiner Menschwerdung. Genau genommen handelt es sich um zwei Wunder, die hier beschrieben werden. Es wird von zwei schwangeren Frauen berichtet, die sich zum Erfahrungsaustausch treffen. Beide Schwangerschaften sind nach menschlicher Erfahrung nicht möglich. Maria, ist zu jung und ohne Mann, Elisabeth, zu alt, um ein Kind erwarten zu können. Aber beide sind zum Zeitpunkt ihres Treffens in anderen Umständen.
Was sagt uns das bis heute? - Erstens: für Gott ist nichts unmöglich, zweitens: Gott hat mit diesen erwarteten Kindern etwas ganz Besonderes vor. Es sind zwei Frauen, die durch ihre beiden Söhne das Schicksal des Volkes Israel in den nächsten Jahren sehr verändern werden. Auf den ersten Blick scheint es, als würden die beiden Frauen in der Erzählung bloß auf ihre Mutterrolle reduziert. Wenn wir aber genauer hinschauen, sehen wir zwei überaus gläubige und auf Gott vertrauende Personen. Maria, die mit ihrer Aussage – mir geschehe nach deinem Worte – ein großes Zeichen ihres persönlichen tiefen Glaubens setzt. Dieses starke Glaubenszeugnis hebt sie ab von anderen Frauen. Sie erlebt sich selbst und ihr Kind als von Gott gesegnet, gebenedeit.
Als Maria auf ihre Base Elisabeth zukommt, spürt diese eine Reaktion des Kindes ihrem Bauch. Was sie zu dem Ausspruch veranlasst: „Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ Sie erkennt den Messias zu einem Zeitpunkt, da noch niemand Gottes Menschwerdung ahnte. Es war ihr Glaube, der ihr dies Geheimnis eröffnete.
Zwei Frauen als erste Zeugen der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus. Darauf wird in unserer Kirche eher selten hingewiesen. Eher werden die beiden Frauen als Mütter ihrer besonderen Söhne hochverehrt.
Da ist zunächst einmal Johannes, Sohn der Elisabeth. Er ist uns allen bekannt als Johannes der Täufer. Er führt ein, durch Unterdrückung und Zerstreuung, hoffnungslos gewordenes Volk Israel wieder zurück zu Gesetz und Ordnung. Die Verheißungen der heiligen Schriften gewinnen wieder an Bedeutung und die Erwartung des angekündigten Messias gibt neue Hoffnung. Er ruft die Gläubigen zu Buße und Umkehr auf. Das Ritual der Wassertaufe, das er anbietet, wird für die Menschen zum Zeichen eines persönlichen Neuanfangs ohne Sünde, aber voller Hinwendung zu Jahwe und seinen Geboten. Das Tun von Johannes bereitet den Boden für die Aussaat der Botschaft Jesu gut vor. Er selbst aber wird enthauptet.
Für uns Christen ist er der letzte große Prophet des Alten Bundes. Gleichzeitig wird dieser Alte Bund durch ihn zum Humus, auf dem der neue Bund in Christus Jesus wachsen und gedeihen kann. Ein wichtiger Zusammenhang.
Elisabeth schenkt in der bereits unfruchtbaren Lebensphase ihres Frauendaseins durch Gottes Willen diesem Johannes das Leben. Während dieser Schwangerschaft erkennt sie durch ein Zeichen ihres Kindes die Messianität Jesu im Leib ihrer Base.
Sie ist sich der Gnade ihrer eigenen Mutterschaft durchaus bewusst. Aber sie begreift auch den Charakter eines Schlussaktes, der in ihrer Schwangerschaft versteckt ist. Besonders in der Begegnung mit der Kraft, die von Maria und deren ungeborenem Kind ausgeht.
Dieses Kind bringt neues Leben, neue Energie in die Welt. Ein völliger Neubeginn. Gott wird Mensch. Maria, eine junge gottesfürchtige Frau aus Galiläa, empfängt dieses Kind unmittelbar an ihrem Wechsel vom Kind zur Frau. Zu diesem Zeitpunkt ist sie unberührt und unschuldig genug für diese außergewöhnliche Mutterschaft. Durch sie wird Gott einer von uns. Er wird unter uns Menschen leben und seine Nähe wird heilbringend sein. Für alle, die sich dieser neuen Bewegung anschließen und sich von der befreienden Botschaft anstecken lassen, damals wie heute.
Auch Jesus wird zunächst getötet. Aber er wir nach drei Tagen von den Fesseln des Todes befreit und zeigt sich seinen Jüngern zeigen. Damit sie wissen: Er hat den Tod besiegt und lebt. Und er lebt unter uns Menschen, damals wie heute, hier und in der anderen, neuen Wirklichkeit.
(c) Getrude Schmid, Salzburg, gertrude.schmid@a1.net
Theologische Aussagen über die Gottesmutter Maria stellen viele faktische Verhältnisse in Frage. Sie eröffnen eine ungewöhnliche Sicht auf das Leben und geben Hoffnung in scheinbar aussichtslosen Situationen.
Am 1. August war »Equal Pension Day«. Bis zu diesem Tag erhielten seit Jahresbeginn Männer durchschnittlich so viel Pension wie Frauen durchschnittlich das ganze Jahr beziehen. Diverse Organisationen machen jedes Jahr auf dieses Ungleichgewicht aufmerksam. Auch hinsichtlich der Löhne für gleiche Arbeit gibt es unterschiedliche Behandlung von Frauen gegenüber Männern. Und was die Mitsprache der Frauen in der Kirche betrifft, hinken die Katholiken und orthodoxen Christen anderen christlichen Bekenntnissen hinterher. Was noch mehr bedrückt: Es sieht nicht nach baldiger Veränderung aus.
Am 15. August feiert die Katholische Kirche das Fest der Aufnahme Marias in den Himmel. Papst Pius XII. hat die theologische Lehre, dass Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden ist, zwar erst im Jahre 1950 zum verbindlichen Glaubenssatz erklärt, das Fest und die Anschauung, dass Maria nicht gestorben sondern nur entschlafen und als ganzer Mensch in den Himmel entrückt worden sei, reicht aber bis in die Frühzeit des Christentums zurück.
Im Volksmund wurde und wird der 15. August in vielen Gebieten Österreichs als »Großer Frauentag« begangen. Er verweist nicht nur auf die »große Frau« Maria, sondern bringt auch zum Ausdruck, dass die Frauen im Ansehen Gottes »groß« sind. Überraschenderweise wird dieser Marienfeiertag im Gegensatz zum 8. Dezember kaum in Frage gestellt. Vermutlich hat das auch damit zu tun, dass dieses Fest vom Anfang an als Tag der Würde der Frauen wahrgenommen worden ist. Verschiedene, mit diesem Fest verbundene Volksbräuche, wie z.B. das Sammeln und Segnen von Kräutern, weisen in diese Richtung.
Die liturgischen Lesungen dieses Festtages heben die Würde der »großen Frau und Gottesmutter« hervor. Im Evangelium erlebten wir die Freude und den Jubel Marias und ihrer Verwandten Elisabeth über ihre unverhofften Schwangerschaften mit. Beide sehen sich von Gott erwählt und hervorgehoben. Das Magnifikat, das der Evangelist Lukas Maria in den Mund legt, ist ein Lobpreis auf die Gottesmutter Maria, der die patriarchale Weltsicht der damaligen Zeit auf den Kopf stellt. Ich traue dieser theologischen Sichtweise zu, dass sie auch heute das Geschlechterverhältnis in den christlichen Kirchen verändern wird.
Ein ähnlich wirkmächtiges Frauenbild wie im Evangelium wurde uns auch in der ersten Lesung aus der Offenbarung des Johannes vor Augen geführt: eine Frau mit der Sonne bekleidet, den Mond zu ihren Füßen und mit zwölf Sternen bekränzt... Sie verkörpert die von zerstörerischen Mächten bedrohte Menschheit und Schöpfung. Die von einem siebenköpfigen Drachen bedrängte Frau und ihr Kind werden von Gott entrückt und vor dem Untergang gerettet.
Für mich ist dies ein starkes Hoffnungsbild für die Gegenwart. Gleich auf mehreren Ebenen setzen zerstörerische Mächte dreist und frech der Menschheit und der ganzen Schöpfung zu: Autokraten setzen sich über internationale Abkommen und Völkerrecht hinweg und versuchen andere Staaten und Völker zu verschlingen. Ohne Rücksicht auf irreparable Schäden beuten Unternehmer Menschen und Naturressourcen aus. In naivem Fortschrittsglauben fügen wir dem Klima und der Atmosphäre Schaden zu...
Mit dem »Großen Frauentag« bringen wir unser Vertrauen in Gott zum Ausdruck, der nicht zulässt, dass diese Welt aus den Fugen gerät und die Menschenwürde auf Dauer mit Füßen getreten wird. Das Festgeheimnis lässt uns hoffen, dass er der Zerstörung der Schöpfung Einhalt gebietet.
Die Aufnahme Marias in den Himmel ist die Krönung ihrer Erwählung durch Gott. "Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen." Es ist gut für uns alle – Frauen wie Männer – dieses Fest gebührend zu feiern.
Das Magnifikat, das der Evangelist Lukas der Gottesmutter Maria in den Mund legt, singt gegen gängige Hierarchien und patriarchale Machtverhältnisse an. Es nimmt Bezug zu alttestamentlichen Texten, in denen Gott sich als Befreier auf die Seite der Unterdrückten stellt. Mit Maria singen wir an gegen Erniedrigung und Ungerechtigkeit.
Die Bibelstelle zum heutigen katholischen Marienfeiertag ist das Dank- und Loblied Marias, das Magnifikat. Es ist eines der bedeutendsten Gebete des Christentums, ein fixer Teil des Stundengebets. Es kann als ein Stück Weltliteratur bezeichnet werden. Es ist ein einzigartig schöner lyrischer Text, der eine Vielzahl von Meditationen, Studien, Predigten, Musikstücken und Gemälden ausgelöst hat. Der Evangelist Lukas hat Maria hier einen Text in den Mund gelegt, der ganz deutlich aus dem Ersten, dem Alten Testament inspiriert ist, Worte der Hoffnung und Zuversicht des jüdischen Volkes.
Der im Widerstand gegen Nazideutschland ermordete evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer hat das Loblied der Maria als „das leidenschaftlichste, wildeste, ja revolutionärste Adventlied“ bezeichnet. Bonhoeffer war ein radikal Hoffender, bis zum Ende seines Lebens.
In der frohen Botschaft des Lukas ist dieses besondere Lied eingebettet in die Begegnung zweier schwangerer Frauen. Für beide kam die Schwangerschaft völlig unerwartet - die eine, Elisabeth, war eigentlich zu alt dafür, und die andere, Maria, zu jung und noch unverheiratet. Maria war für diese Begegnung etwa 100 Kilometer gegangen, zu Fuß, durch unwegsames Bergland, und offensichtlich allein. Das zeugt schon von besonderem Mut, von Kraft, von Kenntnis über Land und Leute. Das Bergland von Judäa war nämlich damals das Rückzugsgebiet der Aufständischen gegen die römischen Besatzer.
Einige Tage wird Maria schon unterwegs gewesen sein. - Gehen macht den Kopf klar, das wissen alle, die sich jemals auf eine längere Wanderung eingelassen haben. Vielleicht wollte auch Maria Klarheit bekommen über sich, über ihre Situation, über ihre Schwangerschaft, über ihr Kind? Wer konnte da eher helfen als eine alte Verwandte, der es ähnlich erging?
Beim Zusammentreffen der beiden Frauen bricht dann dieses Lied heraus aus Marias Mund. Es ist gleichsam eine Fanfare, eine Zusammenfassung der gesamten Glaubensüberzeugung. Einerseits ist es ein sehr persönliches Siegeslied, und zugleich eine Ermutigung für alle Unterdrückten. Es besingt die totale Umkehrung und den Umsturz der gesellschaftlichen Macht- und Besitzverhältnisse, wie es eindeutiger nicht sein kann.
Woher hat Maria aber diese visionäre Gewissheit? Worin liegt sie begründet? Maria lobt
Gott, weil er hingeschaut hat „auf die Niedrigkeit seiner Magd...“, wie es in der liturgischen Fassung des Textes heißt. Bibelwissenschaftlich betrachtet ist das jedoch keineswegs ein mitleidiges 'Von-oben-herab-Schauen' auf eine fügsame Dienstmagd, die sich demütig ihrem Herrn beugt. (So wurde das fälschlicherweise Jahrhunderte lang in vielen Marienbildern tradiert und den Frauen als Vorbild für ihre Unterordnung hingestellt, mit der bekannten Wirkung auf gesellschaftliche und kirchliche Geschlechterverhältnisse.) Die hier genannte Niedrigkeit meint die Folge von Erniedrigung, reale Armut, die Not und Bedeutungslosigkeit der Sklavinnen und Sklaven. Um diese Erniedrigten also kümmert sich Gott, und im Gegensatz dazu werden die Mächtigen einige Zeilen später vom Thron gestürzt.
Gott ist ein Befreier, proklamiert Maria aus tiefster Seele und mit klarem Geist, und sie bekräftigt damit die jüdische Tradition des Exodus, des Auszugs aus der Sklaverei, und die Verheißung vom guten Leben für alle. Das ungeborene Kind, das in ihr wächst, wird Jesus heißen - Jeschajahu - auf Deutsch: Gott befreit. Er wird diese Tradition fortsetzen.
Die Erniedrigten in Lateinamerika heute haben diese Botschaft sehr gut verstanden. Im Laienkatechismus aus Peru ist Maria als armes Bauernmädchen dargestellt, das ausgenutzt wird und leidet. Sie ist die Patronin aller, die sich auflehnen und kämpfen gegen ungerechte Besitzverhältnisse, und sie nimmt die Indios schützend unter ihren Mantel, die ihr Leben verloren haben im Kampf um ein Stück Land zum Leben. Angesichts heutiger Verhältnisse - z.B. in Brasilien - ist dieses Bild eine Kraftquelle des Widerstands.
Ich erinnere mich an eine Begebenheit vor vielen Jahren in einem Bahnhof in Südspanien. Eine junge Frau, vom Aussehen her den Roma angehörig und offensichtlich schwanger, versuchte, unter den wartenden Menschen Papiertaschentücher zu verkaufen. Niemand beachtete sie, bis sie laut und eindringlich zu singen begann. Ihr Lied füllte den ganzen Raum, und ohne Kenntnis der Sprache meinte ich zu verstehen, wovon sie sang. Ich hörte sie ansingen gegen die Realität der Erniedrigung und des Ausgegrenztseins, der Armut und des Hungers. In ihrer großartigen Stimme klang aber auch der Stolz ihres Volkes und das Einstehen für seine Existenz. Und plötzlich wurde diese junge Frau auch gesehen, angesehen und wahrgenommen.
Wogegen und wofür gilt es heute anzusingen? Gegen die Erniedrigung von Menschen, die sich mit nichts als ihrem Menschenleben aus armen Ländern aufmachen, um in den reichen Teilen der Welt ein sicheres Leben zu suchen? Gegen das Kleinmachen von Menschen, die auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind? Gegen Strukturen der Ungerechtigkeit, und die Übermacht von Konzernen und Banken? Ansingen für eine Politik, die sich der Gerechtigkeit verschrieben hat und für Ausgleich sorgt, damit alle an den Reichtümern der Erde teilhaben können?
Der revolutionäre Lobgesang Marias war seiner Zeit weit voraus und seine Vision ist bis heute nicht eingelöst. Deshalb möchte ich das Magnifikat in die heutige Zeit ein Stück weit so übersetzen:
„Ich will meinen Gott loben und über seine befreiende Kraft ein Jubellied anstimmen: Nicht für den Gott in der Höhe, sondern für den, der sich denen zeigt, die arm und schwach gemacht werden. Dieser Gott duldet keine Herrschaftsstrukturen, die die Gesellschaft spalten in die Eliten und die 'Abgehängten'. Gott, der Barmherzige, streitet für die Befreiung aller Völker, und aller Frauen. Unrechtsverhältnisse haben keinen Bestand. Und ich möchte darauf vertrauen, dass uns die Kraft geschenkt ist, gegen jede Ungerechtigkeit in der Welt aufzustehen, damit wahr wird, was Gott will: das gute Leben aller.
© Mag.a Anna Wall-Strasser, Diözese Linz
Der Blick auf Maria hat Dichter und Mythenerzähler inspiriert. Viele Texte zeugen davon, dass Menschen zu Maria aufgeschaut haben und aus ihrem Schicksal, das mit ihrer Aufnahme in den Himmel sein Ziel gefunden hat, Trost und Hoffnung in einer bis aufs Äußerste bedrohten Welt gesehen haben.
„Geh‘ aus meiner Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben, sich ausgeschmücket haben“ – so Paul Gerhardt 1653. Die Wunden des 30-jährigen Krieges sind noch nicht verheilt, die Verwüstungen nicht überwunden. Heute, am 15. August, mitten im Sommer, sehen wir reife Felder, ein üppiges Grün, Blüten, eine schöner als die andere. In Zeiten des beängstigenden Klimawandels entdecken wir aber auch neu, wie bedroht die Welt ist, wie vergänglich ihre Schönheit, wie sorglos unser Umgang.
In einem hebräischen Lied, das wir in der Bibel finden, im „Hohen Lied“ wird von einer „Blume des Feldes“ und einer „Lilie in den Tälern“ gesungen. Im Mittelalter fand man, dass dieses schöne Bild doch genau auf die Jungfrau Maria passt – Blume des Feldes und Lilie in den Tälern. In einer der „goldenen Legenden“, die in der „legenda aurea“ im 13. Jahrhundert gesammelt sind, wird erzählt, dass dem Leichnam Mariens bei ihrer Beerdigung eine Palme vorausgetragen wurde. Als Christus selbst, drei Tage nach dem Tod seiner Mutter erschien, um sie auf ihrem Weg in den Himmel zu begleiten, breitet sich ein unaussprechlich schöner Duft aus. Es riecht nach Leben, nicht nach Tod. Eine alte wundersame Geschichte, volkstümlich, aber auch zärtlich und liebevoll. Dass sie nicht in der Bibel steht, mag man ihr nicht ankreiden. Jesus holt seine Mutter zu sich. Das steht am Anfang eines Festes, das wir als „Aufnahme Mariens“ in den Himmel heute feiern.
In der ersten Lesung, die wir hörten, heißt es:
Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet
und in seinem Tempel
wurde die Lade seines Bundes sichtbar: (Doppelpunkt)
Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel:
eine Frau, mit der Sonne bekleidet;
der Mond war unter ihren Füßen
und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.
Sie war schwanger
und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen.
Ein anderes Zeichen erschien am Himmel
und siehe, ein Drache, groß und feuerrot,
mit sieben Köpfen und zehn Hörnern
und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen.
Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel
und warf sie auf die Erde herab.
Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte;
er wollte ihr Kind verschlingen,
sobald es geboren war.
Wir sehen eine Frau, mit der Sonne bekleidet, den Mond unter ihren Füßen. Ihr Kopf ist geschmückt mit einem Kranz, einer Krone mit 12 Sternen. Ein hoheitsvolles Bild. Immerhin: Sonne und Mond! Künstler haben nicht gerastet und geruht, die schönsten Darstellungen zu schaffen. Ein Bild für Maria? Jedenfalls – das lässt sich dann nicht so gut darstellen – ist die Frau schwanger. Mehr: die Wehen haben eingesetzt. Wir hören die Schreie! Die „schönen“ Madonnen sind schlank und rank, fein gekleidet, gelegentlich im bäuerlichen Umfeld auch ein wenig fülliger. Aber sie haben keinen dicken Bauch, keine Wehen.
Dann sehen wir einen Drachen, groß, feuerrot – sozusagen höllisch – mit sieben Köpfen, zehn Hörnern und einem Schwanz, der ein Drittel der Sterne vom Himmel fegt. Was für ein Untier! Es macht sogar die Mythen klein. Dieses Großmaul stellt sich vor die Frau – und will ihr Kind verschlingen, sobald es geboren ist. Da lauert es! Ist denn die Frau jetzt ganz alleine?
Noch unheimlicher und gewaltiger lässt sich eine Bedrohung nicht darstellen. Die Bilder platzen förmlich. Die kleinen Gemeinden in Kleinasien, die als erste angesprochen werden, sehen jetzt nicht nur in den Himmel, sie fühlen sich in dieser Szene verstanden – und in ihr auch aufgehoben. Wie ist das, einem Ungeheuer zu begegnen, das sich breit und schnaubend einfach vor einen setzt, um das Kind zu fressen? Das Kind? Ein Kind. Einen Menschen. Viele Menschen?
Wie ist das, wenn nicht einmal der nächtliche Himmel noch glänzen kann, wenn die Löcher im Land immer größer werden, wenn die Erde im Chaos versinkt? Es gibt schrecklich viele Geschichten dieser Art. Dass Menschen aussehen können wie Drachen, Drachen Menschen sind – ist das eine Offenbarung? Im Leben Marias haben Menschen die Bedrohung, die Angst, die Einsamkeit sehen können, aber auch den Sieg! Wenn sie Maria malten, wenn sie Maria sahen, malten und sahen sie ihr eigenes Leben, ihre eigene Hoffnung.
Maria preist die Größe Gottes, sie macht ihn groß. Ihn groß zu machen, ihn zu besingen, macht den Himmel aus. Da wird der Himmel aufgenommen, da nimmt der Himmel auf.
„Denn der Mächtige hat Großes an mir getan
und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheißen hat,
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.“
Es ist das Magnificat! Es ist ein umstürzlerisches Lied, das die Welt nicht so lässt wie sie ist. Karl Marx hat es mit großen Augen gelesen. Gott zerstreut die Hochmütigen, er stürzt die Mächtigen vom Thron, er erhöht die Niedrigen. Ein Satz ist gewagter als der andere. Maria besingt nicht nur die neue Welt, sie sagt „ja“ dazu, Mutter zu werden, Mutter Jesu – und Mutter Gottes. Jetzt! Anders kann die Welt nicht neu werden. Der Mächtige hat Großes an mir getan, singt sie. Und wird Teil seiner Geschichte mit uns Menschen. Gott wird Mensch, einer von uns. Klein, bedroht, hilflos. Die Größe Gottes ist seine Barmherzigkeit, seine Liebe. Nur darin mag er allmächtig sein, nur darin kann er allgegenwärtig sein, nur darin wird er allwissend sein. Die großen Worte, die großen Hoffnungen werden geboren. Mit einem Kind. Und mit einer Mutter. Gott erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht, von Generation zu Generation. Wenn wir den Himmel räumlich denken, wissen wir weder, wo er beginnt noch, wo er aufhört. Wenn wir den Himmel aber da sehen, wo Maria Jesus auf dem Schoß hält, entdecken wir Gott. Er denkt an sein Erbarmen, das er unseren Vorfahren versprochen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
Ich muss jetzt an die vielen Bilder denken, die von großen und kleinen Künstlern geschaffen wurden. Maria hält uns Jesus hin, Maria wird zu einem Thron, zum Sitz der Weisheit, Maria trägt ihren toten Sohn in ihren Armen, auf ihrem Schoß. Maria bekommt Gesichtszüge, Gesichtszüge eines Menschen von nebenan und doch gleichzeitig die Gesichtszüge Gottes von soweit weg. Barmherzigkeit braucht ein Gesicht, Liebe bekommt ein Gesicht.
An unserem Festtag heute werden an vielen Orten auch nach altem Brauch Kräuter gesegnet. Eine kleine Erinnerung an die alte zärtliche Geschichte, die mit diesem Tag verbunden ist. Gebündelt sollen die Kräuter gegen Unheil schützen, das sich in Häusern und Ställen groß machen kann. Ein feiner Tee lässt sich mit Kräutern auch zubereiten. Und mit gesegneten Kräutern sollen auch die Spaghetti noch viel besser schmecken. Es sind symbolische Gesten, in der sich ein großes Vertrauen ausdrückt. Zeichen des Lebens in einer bedrohten Welt. Es riecht nach Leben!
Heute stellen wir uns breitbeinig vor dem Drachen auf. Du machst uns keine Angst – schaff die Sterne wieder an den Himmel! Maria wissen wir nicht nur im Himmel, wir wissen sie an unserer Seite.
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Maria ist am Ziel ihres Lebens angelangt. Der eigentliche Inhalt des heutigen Festes ist daher die Auferstehung. Diese ist nicht nur eine fromme Hoffnung, sondern Realität, bringt das Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel zum Ausdruck.
Die Sommermonate sind für viele junge Menschen eine Zeit der Aufnahmeprüfungen: Es gibt Aufnahmeprüfungen für die Universitäten, für Lehrstellen und Berufe, für unterschiedliche Arbeitsplätze. Bei einer Aufnahmeprüfung versucht jeder und jede, sich von der besten Seite zu zeigen. Jeder Nachweis einer Zusatzausbildung oder einer besonderen Leistung kann dabei wichtig sein. Wir bereiten uns für die Aufnahme in einen Beruf jahrelang mit der Schule oder besonderen Ausbildungen vor.
Das heutige Fest heißt: „Aufnahme Mariens in den Himmel“. D.h. wir feiern heute, dass Maria unmittelbar nach ihrem Tod von ihrem Sohn zu sich in den Himmel geholt worden ist. Mit anderen Worten: Maria hat gewissermaßen die „Aufnahmeprüfung für den Himmel“ sofort bestanden!
„Prüfung“ – das ist aber ein Wort, das für uns üblicherweise nicht positiv klingt. Mit Prüfungen verbinden wir, dass man auch durchfallen kann. Man kann sich blamieren oder man kann dabei scheitern. Prüfungen verlangen Vorbereitung – und dann ist da einer oder eine, die uns prüfen.
Doch Prüfungen sind etwas ganz Biblisches: In der Bibel ist immer wieder von Prüfungen die Rede – und oft ist es Gott selbst, der die Menschen und ihren Glauben prüft. Da heißt es z.B. im Buch Deuteronomium 13,4: „Der Herr, euer Gott, prüft euch, um zu erkennen, ob ihr das Volk seid, das den Herrn, seinen Gott, mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele liebt.“
Das Volk Israel versteht seinen Weg durch die Wüste als Weg der Prüfung durch Gott. Die Psalmen sprechen davon, dass der Herr „Gerechte und Frevler“ (Ps 11,5) prüft. Vor allem aber ist Gott einer, der die Herzen prüft und der in das Innerste des Menschen schaut (Spr 24,12; Jer 11,20).
Auch der Apostel Paulus fordert dazu auf, sich selbst zu prüfen und zu schauen, ob man noch im Glauben ist oder nicht (2Kor 13,5).
Wie aber sieht es vor diesem Hintergrund aus mit der Aufnahmeprüfung für den Himmel? Paulus würde hier zu Recht fragen: Kann man sich den Himmel denn überhaupt verdienen? Kann ich durch meine eigene Leistung dorthin kommen? Und er würde sagen: Nein! Der Himmel ist nicht zu verdienen – denn er ist Geschenk Gottes! Und so heißt es heute auch in der Lesung aus dem Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth: Der Stachel des Todes, die Sünde, ist besiegt – und diesen Sieg hat uns Gott durch Jesus Christus geschenkt. Das heißt: Der Himmel ist uns schon einmal geschenkt, wir brauchen ihn uns nicht zu verdienen!
Und dennoch geht es nicht ohne das Dazutun des Menschen: Denn Gottes Geschenk ist eine Einladung, kein Zwang; er erwartet sich, dass wir uns seines Geschenkes würdig erweisen – und das heißt: nach seinem Wort leben und handeln. Die Aufnahmeprüfung ist somit unser eigenes Leben, unser Handeln und unser Tun.
In diesem Sinn hat Maria eine Vorbild- und Vorreiterfunktion für einen jeden Menschen übernommen – so wie der große Theologe Karl Rahner den Sinn dieses heutigen Marienfestes ausdrückt: „Geliebte Menschen, sagt der heutige Tag, sind gerettet, sind heil, sind endgültig; sie mit ihrer konkreten Geschichte, mit ihrer ganzen Leibhaftigkeit, in der ein Mensch erst er selbst ist. Kein Gespenst, keine Seele“, ein Mensch ist im vollen Heil.
Dass wir von der Aufnahme Mariens „mit Leib und Seele“ sprechen – das ist mir für unseren christlichen, katholischen Glauben sehr wichtig: denn es bedeutet, dass der Himmel nicht eine Negierung, eine Verneinung der menschlichen Bedürfnisse ist, sondern deren Erfüllung. Der eigentliche Inhalt des heutigen Festes ist daher die Auferstehung – und dass sie nicht nur ein fromme Hoffnung, sondern Realität ist, das will das Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel ausdrücken.
Wie die Auferstehung aussieht, wie dies vor sich geht: wir wissen es nicht; wir können es uns nicht vorstellen. Es bleibt uns der Glaube, dass der Tod zwar das letzte Wort in diesem Leben auf Erden hat; dass er aber nicht Gottes letztes Wort ist. Denn das letzte Wort Gottes ist das Wort der Liebe; es ist das Wort, mit dem er die Menschen geschaffen hat, liebt und zu sich heimholt.
Maria ist uns somit um diesen einen Schritt voraus: Sie ist bei dem Ziel angelangt, auf das hin wir unterwegs sind; unterwegs mit der Hoffnung, wie Karl Rahner sie formuliert: "Geliebte Menschen sind gerettet, sind heil, sind endgültig."
Die Wurzeln dieses Festes gehen zurück in das sechste Jahrhundert. In den östlichen Provinzen der Kirche feierte man das Fest "der Entschlafung Marias". Daraus wurde das Fest der Aufnahme Marias in den Himmel. Jesus hat seine Mutter mit Leib und Seele zu sich in den Himmel geholt. Wie er ist sie mit Leib und Seele vollendet. Daraus schöpfen wir die Hoffnung, dass auch unser Leben einmal mit Leib und Seele vollendet wird.
Mit dem Fest „Mariä Aufnahme in den Himmel“ wird eine tiefe Sehnsucht der Menschen nach einer heilen, unversehrten, einer ganzen Welt angesprochen, über den Tod hinaus. Es erinnert an die Zusage Gottes: du bist angenommen, ich bin für dich da!

Das Fest Mariä Himmelfahrt lenkt unseren Blick nach oben und ruft uns in Erinnerung, "nach dem zu trachten, was droben ist". Dieser Blick nach oben hilft uns zu verhindern, dass der Mensch ein Opfer der modernen Zeit wird und dass die Menschlichkeit unter die Räder kommt.
Wer im Großen wie im Kleinen Ja sagt zum Willen Gottes und den sich ihm stellenden Aufgaben, der wird wie Maria Aufnahme in den Himmel erfahren.
Heute feiern wir ein Fest des Lebens und der Hoffnung: Mariä Aufnahme in den Himmel.
Wir schauen auf Maria, auf eine Frau, die Gott vertraut hat, auch wenn sie nicht wusste, wohin ihr Weg sie führen würde. In ihr wird sichtbar, was Gott mit jedem Menschen vorhat: nicht Untergang, sondern Vollendung; nicht Dunkelheit, sondern Leben bei ihm.
Die Kräuter, die heute gesegnet werden, erinnern uns daran, dass Gott Heil und Segen schenken will – für Leib und Seele.
Bitten wir ihn zu Beginn dieser Feier um sein Erbarmen.
Wir sind heute zusammengekommen, um das Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel zu feiern. Mitten in dieser sommerlichen Zeit halten wir inne und denken an Maria, die Mutter Jesu. Sie ist zu ihrem Sohn gestanden, hat geglaubt, gehofft und geliebt durch alle Höhen und Tiefen. Dieses Fest ist ein Fest der Vollendung und ein Zeichen der Hoffnung für uns alle. Denn was Maria empfangen hat, ist auch uns allen verheißen: das Leben in Fülle bei Gott. In diesem Vertrauen feiern wir heute mit Freude und Dankbarkeit. Wir loben Gott für das, was er an Maria getan hat und bitten ihn, dass auch wir mit ganzem Herzen seinen Weg gehen können.
Darum lasst uns nun in das Lob Gottes einstimmen und ihn in unserer Mitte begrüßen:
Was war mit Maria? Diese Frage taucht immer wieder auf. Welche Ehre kann und soll man ihr geben? Um das Hochfest ihrer leiblichen Aufnahme in den Himmel gruppieren sich viele Zeichen. Eines hat im Rosenkranzgebet seinen Platz gefunden: „…der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat!“ - Glauben wir, was wir beten?
Der heutige Tag ist ein hoher Festtag, von alters her. Seit dem 5. Jahrhundert wird Mitte August die Aufnahme Mariens in den Himmel gefeiert. Nach alter Überlieferung ist Maria nicht gestorben, sondern nur "entschlafen". Als Mutter des fleischgewordenen Gottessohnes überließ Gott sie nicht der Verwesung, sondern hat sie mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. Erst im Jahre 1950 hat Papst Pius XII. dies auch als Glaubenssatz formuliert und feierlich verkündet.
Für uns ist die Aufnahme Mariens in den Himmel zur Verheißung geworden. Als seine geliebten Kinder wird er auch uns einmal im Himmel vollenden, auch wenn wir uns davon noch keine Vorstellung machen können.
Am Beginn der Feier treten wir vor den Herrn und bitten ihn um sein Wohlwollen und Erbarmen.
Wir feiern ein Fest, das bis ins 6. Jhdt. hinein nachweisbar ist,
ein Fest, das Leib und Seele betrifft:
Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel.
Mit Leib und Seele wurde sie von Gott in den Himmel erhoben.
An vielen Orten werden an diesem Tag Kräuter gesegnet.
Es ist es ein Fest mit besonders großer Naturverbundenheit.
Herr, du Arzt für Leib und Seele,
hast in Liebe und Weisheit
eine Fülle von Pflanzen und Kräutern
als heilbringende und vorbeugende Medizin geschaffen.
Wir bitten dich:
+ Segne diese Blumen und all die Pflanzen.
Segne aber auch all jene,
die mit den Geschenken der Natur gutes Essen auf den Tisch stellen
und so auch einen guten Geist in uns erzeugen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Heute feiern wir ein Hochfest, das Fest „Aufnahme Mariens in den Himmel“. Alte Geschichten erzählen, dass Jesus seine Mutter nach ihrem Tod zu sich genommen hat. Wir freuen uns darüber. Für uns ist es ein Zeichen der Hoffnung und der Liebe.
Vieles, was Maria erlebte und durchlitt, kennen wir auch.
Um Gottes Erbarmen bitten wir:
Wenn es ums Heil geht, heißt das auch, dass es Unheil gibt.
Wir begehen im wahrsten Sinn des Wortes Gesundheitssünden.
Fehlverhalten gibt es in verschiedenen Formen.
Deshalb rufen wir:
Herr, erbarme dich unser.
Christus, erbarme dich unser.
Herr, erbarme dich unser
Nachlass, Vergebung und Verzeihung all unserer Sünde
gewähre uns der gütige Gott. - Amen.
Herr, Jesus Christus,
du hast Maria mit deiner Gnade erfüllt und sie auf ihrem Weg begleitet.
Herr, erbarme dich.
Du schenkst uns Hoffnung, wo Angst und Dunkelheit unser Leben bedrängen.
Christus, erbarme dich.
Du führst uns durch den Tod hindurch in das Leben bei Gott.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
Gott hat dir und uns Maria als Mutter geschenkt.
Herr erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du hast Maria berufen für dich und deine Botschaft einzutreten.
Christus erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du sendest auch uns deiner Verheißung zu folgen.
Herr erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du hast deine Mutter Maria herausgefordert, als du im Jerusalemer Tempel zurückbliebst.
Kyrie, eleison.
Du hast ihr Trost gegeben, als sie mit Johannes unter dem Kreuz stand und ihr gesagt: Siehe, dein Sohn!
Christe, eleison.
Du hast sie mit Leib und Seele zu dir in den Himmel heimgeholt.
Kyrie, eleison.
Herr, Jesus Christus,
durch Maria hast du menschliche Gestalt angenommen.
Herr, erbarme dich.
Du hast den Tod überwunden und bist in den Himmel aufgestiegen.
Herr, erbarme dich.
Du hast deine Mutter Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen
und auch für uns einem Platz im Himmel bereitet.
Herr, erbarme dich.
Herr,
es ist schön, wenn ein Mensch „ja“ sagen kann zu deinem Wort wie Maria.
Wir haben oft Bedenken und fragen, was es uns bringt, dir zu folgen.
Herr, erbarme dich.
Christus,
du bist geboren worden wie wir. Maria hat dich unter Schmerzen geboren.
Alles Menschlich ist dir nicht fremd.
Christus, erbarme dich.
Herr,
ein Schwert ging durch Marias Herz.
Du hast Leiden und Tod auf dich genommen, um uns Leben zu schenken.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast die selige Jungfrau Maria,
die uns Christus geboren hat,
vor aller Sünde bewahrt
und sie mit Leib und Seele
zur Herrlichkeit des Himmels erhoben.
Gib, dass wir auf dieses Zeichen
der Hoffnung und des Trostes schauen
und auf dem Weg bleiben,
der hinführt zu deiner Herrlichkeit.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 15. August, Mariä Aufnahme in den Himmel (am Tag)
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast die selige Jungfrau Maria
zur Mutter deines ewigen Sohnes erwählt.
Du hast auf deine niedrige Magd geschaut
und sie mit Herrlichkeit gekrönt.
Höre auf ihre Fürsprache
und nimm auch uns in deine Herrlichkeit auf,
da du uns erlöst hast
durch den Tod und die Auferstehung deines Sohnes,
unseres Herrn Jesus Christus,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Mariä Himelfahrt, am Vorabend
Guter Gott,
du rufst uns in deine Nähe
und sprichst Worte, die aufrütteln, herausfordern und befreien.
Öffne unsere Herzen für dein Wort.
Schenke uns den Mut, dir zu vertrauen,
auch wenn dein Weg nicht immer bequem ist.
Richte unser Leben neu auf dich aus
und zeige uns, was heute wirklich zählt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. - Amen.
Gütiger Gott,
du hast Maria Anteil gegeben an deiner Verheißung.
Durch die Geburt deines Sohnes hat sie uns alle das Heil geschenkt.
So wie Maria deiner Verheißung gefolgt ist,
so wollen auch wir deiner Botschaft folgen
und leben, wie es dir gefällt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, der in der Einheit des Hl. Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. – Amen.
Gott im Himmel,
wir wissen deinen Sohn bei dir und glauben daran,
dass auch Maria ihren besonderen Platz bei dir hat.
Lass auch uns einmal Platz bei dir finden
und erfahren, was dein Geist auch in unserem Leben gewirkt hat.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.
Allmächtiger, ewiger Gott.
Dankbar blicken wir heute auf das Leben der Gottesmutter zurück,
verbunden mit dem Brauch der Kräutersegnung.
Öffne unsere Herzen, Augen und Ohren,
dass wir mit den kostbaren Schätzen der Natur sorgsam umgehen.
Darum bitten wir durch unseren Herrn Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit mit dem Heiligen Geist lebt und wirkt,
heute und in alle Ewigkeit. – Amen.
Vater im Himmel,
damit dein ewiges Wort
in Jesus in die Welt geboren werden konnte,
hast du dir Maria erwählt.
Diese junge Frau,
die sich dir mit allen Sinnen öffnete
und auf deine Botschaft
mit einem JA reagierte.
Von der Elisabeth bekundet:
gesegnet bist du unter den Frauen.
Die Frau, die bescheiden bleibt und antwortet:
Auf die Niedrigkeit seiner Magd hat Gott geschaut.
Öffne auch unsere Sinne in diesem Gottesdienst
und lass uns unseren Wert erkennen,
ohne hochmütig zu werden
und mache auch uns bereit, uns deinem Dienst zu stellen.
Das erbitten wir durch Jesus, unseren Bruder und Herrn. - Amen.
Du, Gott, schenkst uns einen Blick in den Himmel
und lässt uns die Erde sehen.
Angstbesetzte Szenen und böse Erinnerungen bringen wir dir.
Oft halten wir Bedrohungen und Befürchtungen nicht aus.
Wir suchen Sicherheit,
nehmen sie anderen Menschen aber weg.
Dir danken wir, Zeugen deiner Liebe zu sein.
Du bist Mensch geworden.
Du hast Maria eine Heimat bei dir gegeben.
Du wirst auch uns vollenden
und die herrliche Freiheit deiner Kinder schenken.
Heute feiern wir ein Fest.
Wir sehen Maria im Himmel und freuen uns,
mit ihr zu hoffen und zu lieben
in Christus, unserem Herrn.
Lasst uns zu Jesus Christus beten.
Er hat Maria in seine Herrlichkeit aufgenommen und schenkt auch uns die Hoffnung auf das ewige Leben.
Für die Kirche:
dass sie wie Maria offen ist für Gottes Wort, Christus in die Welt trägt und den Menschen Hoffnung schenkt.
Christus, höre uns!
Für alle, die Verantwortung in Politik und Gesellschaft tragen:
dass sie sich für Frieden, Gerechtigkeit und die Würde jedes Menschen einsetzen.
Für alle Menschen, die krank, einsam oder mutlos sind:
dass sie heilende Nähe erfahren und Menschen finden, die ihnen beistehen.
Für unsere Familien und Gemeinden:
dass wir füreinander Zeit haben, einander trösten, vergeben und so schon heute ein Stück Himmel sichtbar machen.
Für alle, die sich um die Bewahrung der Schöpfung bemühen:
dass wir die Gaben der Natur dankbar annehmen und verantwortungsvoll mit ihnen umgehen.
Für unsere Verstorbenen und für alle, um die wir trauern:
dass Gott sie vollende und in sein ewiges Licht aufnehme.
Herr, Jesus Christus,
in Maria erkennen wir, dass deine Liebe stärker ist als der Tod.
Nimm unsere Bitten an und begleite uns auf dem Weg zum Leben.
Dir sei Lob und Ehre in Ewigkeit.
Gott unser Vater,
wir stehen vor dir mit vielen Sorgen und Nöten, aber wir wissen, wir dürfen sie in deine Hände legen.
Auf die Fürsprache Mariens bitten wir:
Maria und die Apostel verharrten einmütig im Gebet um den Hl. Geist.
Schenke deiner Kirche den Geist der Einheit und der Erneuerung.
Christus, höre uns. - Christus, erhöre uns.
Maria war ein junges Mädchen, das dem Ruf Gottes gefolgt ist.
Ermutige auch heute Kinder und Jugendliche deiner Botschaft zu folgen und sie zu verkünden.
Maria sah die Not der Menschen und machte ihren Sohn darauf aufmerksam.
Lass auch uns die Sorgen und Nöte unserer Mitmenschen erkennen und sie aufrichten.
Maria hat ganz auf das Wort Gottes vertraut und ihm das ganze Leben anvertraut.
Gib Hoffnung und Zuversicht den Menschen, die auf der Suche nach Orientierung sind.
Maria wurde mit Leib und Seele bei dir aufgenommen.
Nimm auch unsere Verstorbenen bei dir auf und schenke ihnen die ewige Vollendung bei dir.
Ja Herr!
Auch wir wollen deine Größe preisen, heute und alle Tage unseres Lebens. – Amen.
Maria verehren wir, weil sie in den Schwierigkeiten ihres Lebens an dich, den treuen Gott geglaubt und dir vertraut hat.
Wie sie bitten auch wir dich um deinen Beistand:
Für alle, die durch ihr Wort und Leben deine Botschaft den Menschen nahebringen wollen und im Vertrauen auf dich immer nach neuen Möglichkeiten dafür suchen.
Für die vielen Mütter, die in diesen Tagen schwer darunter leiden, dass sie ihren Kindern an Nahrung, Bildung, sozialen Kontakten, emotionaler Zuwendung und gesicherten Lebensumständen nicht das bieten können, was sie zu einem guten Leben brauchen.
Für alle, die eine ungewisse Zukunft vor Augen haben und bei ihren Entscheidungen darum ringen, ihrer Verantwortung gerecht zu werden
Für uns selbst um Mut, die eigene Verletzlichkeit zu zeigen und dadurch einen Raum für Mitmenschlichkeit und Solidarität zu eröffnen.
Durch Maria verweist du alle Menschen auf ihre Bestimmung in deiner ewigen Nähe.
Beten wir für alle Verstorbenen um diese Nähe und für uns selbst in unserer Sterbestunde.
Maria hat ihren Lebenssinn in ihrer Berufung, sich ganz deinem Wort zu Verfügung zu stellen, gefunden und bis in ihren Tod und ihrer Aufnahme in den Himmel danach gelebt.
Sie möge uns auf unserem Weg Vorbild und Fürsprecherin sein. - Amen.
Herr Jesus Christus,
wir schauen auf das Leben deiner Mutter und bitten dich:
Stärke uns durch ihr Beispiel für unser Leben.
Maria konnte ja sagen zu deinen Plänen zum Heil der Menschen.
Wir bitten…
Maria suchte Elisabeth auf, um ihr zu helfen und beizustehen.
Wir bitten…
Bei der Hochzeit zu Kana hat sie dich auf Nöte hingewiesen, die du ändern konntest.
Wir bitten…
Maria hat deine Zurechtweisung geschluckt und akzeptiert.
Wir bitten…
Maria ist nicht von dir gewichen, als sich die Stimmung gegen dich richtete.
Wir bitten…
In deiner letzten Stunde hast du Maria einen Weg gezeigt und ihn vollendet.
Wir bitten…
Herr, wir vertrauen dir und deiner Hilfe auf unserem Weg, der einmal bei dir endet. - Amen.
Wie der Gottesmutter ist allen Menschen die volle Gemeinschaft mit dir, Gott im Himmel, verheißen.
Auf die Fürsprache Mariens bitten wir dich, den Vater:
Um eine Kirche, von der niemand ausgeschlossen ist, die glaubwürdig für deine Botschaft eintritt und sich wie Maria für dein Handeln öffnet.
Um gemeinsame Ziele, die die Kraft haben, unsere Gesellschaft über Unterschiede und individuelle Meinungen hinweg zu einen und weiterzubringen.
Um eine Hoffnung auf Frieden im Großen wie im Kleinen, die uns antreibt, das Wenige, das jeder von uns dazu beitragen kann, auch wirklich zu tun.
Um eine Bereitschaft für neue Erfahrungen, unerwartete Begegnungen und um Offenheit für notwendige Veränderungen im bisher Gewohnten.
Um die Zuversicht, dass auch wir und alle unsere Verstorbenen wie Maria zur die Vollendung bei dir gelangen.
Denn dich preisen wir in deiner ganzen Schöpfung und danken dir für Sonne und Regen, die Ernte auf den Feldern und in den Gärten und die Vielfalt der Kräuter. - Amen.
Gott, unser Vater, Ursprung und Ziel unseres Lebens,
am Fest der Aufnahme Marias in deine Herrlichkeit beten wir:
Um den vertrauenden Glauben, dass du Großes an uns Menschen wirken kannst und willst!
Gott, unser Vater: Wir bitten dich, erhöre uns!
Für die Kirche, dass sie ihrer Sendung, Zeichen der Hoffnung für die Menschen zu sein, gerecht werden kann!
Gott, unser Vater: Wir bitten dich, erhöre uns!
Für alle, die schweres Leid durchstehen müssen:
Lass sie deine unverbrüchliche Nähe erfahren!
Gott, unser Vater: Wir bitten dich, erhöre uns!
Steh uns Menschen auf dieser Erde bei auf dem oft beschwerlichen Weg zur voll erlösten Menschheit!
Gott, unser Vater: Wir bitten dich, erhöre uns!
Für alle, die bereits durch das Tor des Todes hindurchgegangen sind und in diesen Tagen hindurchgehen werden:
Nimm sie auf in deine Freude!
Gott, unser Vater: Wir bitten dich, erhöre uns!
Gott und Vater,
höre auf unsere Bitten und sei uns nahe, zusammen mit Maria, der Mutter Jesu, die du als Sternenfrau der Hoffnung in die Vollendung bei dir erhöht hast,
der du lebst und wirkst, jetzt und in Ewigkeit! - Amen.
Maria ist für uns ein Zeichen der Hoffnung. Durch unseren Glauben an ihre Aufnahme in Gottes Herrlichkeit leben auch wir in der Zuversicht, dass zum Schluss auch für uns alles gut wird.
Auf ihre Fürsprache lasst uns den Vater bitten:
Für alle, die sich an der Schönheit deiner Schöpfung erfreuen, die durch ihrer Hände Arbeit an ihrem Fortbestand mitwirken und für die, die sich nachhaltig und konsequent für die Schonung ihrer Ressourcen einsetzen.
Für alle, die die Unsicherheiten unserer Zeit nicht mehr aushalten, die schwer an Krankheit und Leid tragen, die Angst um ihr finanzielles Auskommen haben und die dringend eines Zeichens deines Beistands und deiner Treue benötigen.
Für die Kirche, die als dein Volk teils selbstverschuldet teils durch äußere Umstände genötigt mühsam den Weg zum Ziel und zur Vollendung in dir sucht.
Für uns selbst, dass wir das Schöne, das du uns im Leben schenkst, schätzen und immer mehr in eine Haltung von Dankbarkeit für alle deine Gaben hineinwachsen.
Für uns alle, die wir stets mit der Endlichkeit irdischen Lebens konfrontiert sind, um die Gnade des Glaubens an die Auferstehung.
Marias Lebensweg ist geprägt von Begegnungen, an denen sie reift und deine Güte und Barmherzigkeit erkennt.
In ihren Lobgesang stimmen auch wir ein und preisen dich jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Guter Gott,
da hast die Gottesmutter Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen
und ihr Leben in deiner Herrlichkeit vollendet.
Wir bitten dich:
Für alle, die in den letzten Wochen durch Unwetter, Waldbrände oder andere Katastrophen ihr Hab und Gut oder gar ihr Leben verloren haben.
Lass sie Hilfe und ein neues Zuhause finden.
Für alle, die durch Krieg, Verfolgung oder Hungersnot aus ihren Heimatländern vertrieben worden sind.
Führe sie an Orte, wo sie neu beginnen können.
Für alle, die ohne Rücksicht auf die Umwelt und die Mitmenschen nur auf die eigenen Vorteile bedacht sind.
Wecke in ihnen Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein.
Für alle, die in diesen Tagen mit dem Sterben lieber Angehöriger konfrontiert sind
und für alle verstorbenen Freunde und Verwandten.
Schenke ihnen die Vollendung ihres Lebens in deinem himmlischen Reich.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. – Amen.
In der Apokalypse sehen wir einen furchtbaren Drachen und eine Frau in Not.
Viele Menschen, viele Gemeinden sind bedrängt.
Im Evangelium preist Maria Gottes Barmherzigkeit.
Er hat auf die Niedrigkeit seiner Magd geschaut.
Viele Menschen, viele Gemeinden sind glücklich,
dass Jesus einer von uns geworden ist.
Darum beten wir:
Herr, dir befehlen wir die Gemeinden in der Welt, die um ihres Glaubens willen verfolgt, ausgegrenzt und missachtet werden.
Hilf uns, für sie einzutreten, ihnen Mut zu machen und für Religionsfreiheit einzutreten.
Herr, erbarme dich.
Herr, dir befehlen wir die Mütter, die alleine gelassen sind, die ihre Kinder alleine erziehen müssen,
die überfordert sind.
Schenke uns, Not zu sehen und zu begegnen.
Herr, dir befehlen wir die Erde in ihrer Not. Viele Kräuter und Insekten, viele Tiere sind bedroht vom Aussterben. Gletscher schmelzen. Für viele Menschen gibt es keinen Lebensraum.
Stärke das Verantwortungsbewusstsein unter den Menschen und Völkern.
Herr, dir befehlen wir die Mächtigen, die kein Augenmaß mehr haben, die keine Barmherzigkeit kennen, die notfalls auch über Leichen gehen.
Lass nicht zu, dass wir uns ihnen beugen.
Herr, dir befehlen wir die Menschen, die ohnmächtig zusehen müssen, wie ihre Zukunft verspielt wird, die sich auf lebensgefährliche Fluchten begeben, die sich auf keine Heimat verlassen können.
Bewahre uns die Neugier und den Mut, unseren Reichtum mit ihnen zu teilen.
Maria hat dein Lied gesungen, Herr,
das Lied einer neuen Welt,
das Lied alter Verheißungen.
Schenke uns - wie ihr - den Himmel.
In Christus, unserem Herrn und Bruder.
Allmächtiger Gott,
unser Gebet und unser Opfer steige zu dir empor.
Höre auf die selige Jungfrau Maria,
die du in den Himmel aufgenommen hast,
und entzünde in unseren Herzen das Feuer der Liebe,
damit wir dich allzeit suchen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 15. August, Mariä Aufnahme in den Himmel (am Tag)
Herr und Gott,
am Fest der Aufnahme Marias in den Himmel
bringen wir das Opfer des Lobes und der Versöhnung dar.
Es erwirke uns die Vergebung der Sünden
und die Gnade, dir immer zu danken.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
MB 15. August, Mariä Aufnahme in den Himmel (am Vorabend)
Guter Gott,
mit Brot und Wein bringen wir unser Leben vor dich:
unsere Freude und unsere Sorgen,
unsere Liebe und unsere Grenzen,
unser Vertrauen und unsere Zweifel.
Nimm diese Gaben an
und verwandle auch unsere Herzen,
damit wir dir entschiedener folgen
und deine Liebe im Alltag sichtbar machen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. - Amen.
Barmherziger Gott,
am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel bringen wir dieses Opfer des Lobes und des Dankes dar.
Wir bitten dich: Erfülle es mit deinem überreichen Segen
und lass es für uns zu einer ewigen Speise werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. – Amen.
Gott,
Maria nimmt teil am Tisch in deinem himmlischen Reich.
Schenke diesen Gaben deinen Segen,
mit denen wir hier dein Mahl feiern,
damit wir es einmal auch bei dir begehen können.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Herr,
Maria hat gesagt: Was er euch sagt, das tut!
Und du hast, als Zeichen deines Reiches,
Wasser in Wein verwandelt.
Wir sehen deine Welt,
deine Liebe, deine Barmherzigkeit.
Sie hat keinen Anfang, kein Ende.
Du lädst uns ein zu der großen Hochzeit.
Dir bringen wir, was wir haben,
unsere Arbeit, unsere Schmerzen,
unsere Träume, unsere Fehler,
Brot und Wein.
Sprich du das Wort, das alles verwandelt.
Trauer in Freude,
Resignation in Mut,
Tod in Leben,
Brot und Wein in deinen Leib, dein Blut.
Schenke uns, dass wir dich empfangen,
wie du gesagt hast.
In Christus, unserem Herrn.
Altargebet bei einer Wort-Gottes-Feier
Gütiger und treuer Gott,
wir treten vor deinen Altar
und danken dir für deine Nähe.
Du bist der Gott des Lebens.
Du hast Himmel und Erde erschaffen,
du erhältst alles, was lebt,
und du lässt keinen Menschen verloren gehen,
den du in Liebe gerufen hast.
Heute schauen wir auf Maria,
die Mutter deines Sohnes.
Du hast sie erwählt,
dein Wort zu hören
und Christus in die Welt zu tragen.
Sie hat dir vertraut,
als ihr Weg noch im Dunkeln lag.
Sie hat dich gepriesen,
als dein Heil in ihrem Leben Gestalt annahm.
Sie ist bei ihrem Sohn geblieben
in Freude und Schmerz,
unter dem Kreuz
und in der Hoffnung auf neues Leben.
An ihr hast du sichtbar gemacht,
wozu wir alle berufen sind:
zum Leben in deiner Gegenwart,
zur Gemeinschaft mit dir
und zur Vollendung in deinem Reich.
Darum loben wir dich,
denn deine Liebe ist stärker als der Tod.
Was du geschaffen hast,
gibst du nicht dem Nichts preis.
Was du liebst,
lässt du nicht im Grab zurück.
Wir danken dir für Jesus Christus,
deinen Sohn und unseren Bruder.
In ihm bist du den Menschen nahegekommen.
Er hat Kranke aufgerichtet,
Trauernde getröstet,
Schuld vergeben
und den Verlorenen neue Hoffnung geschenkt.
Durch sein Kreuz und seine Auferstehung
hat er die Macht des Todes gebrochen
und uns den Weg zum Leben geöffnet.
Herr Jesus Christus,
du bist mitten unter uns,
wenn dein Wort verkündet wird,
wenn wir miteinander beten
und wenn wir in deinem Namen versammelt sind.
Bleibe bei uns
und öffne unsere Herzen für deine Gegenwart.
Sende uns deinen Heiligen Geist.
Er stärke unseren Glauben,
wenn Zweifel uns bedrängen.
Er schenke uns Hoffnung,
wenn wir keinen Weg mehr sehen.
Er erfülle uns mit Liebe,
damit wir füreinander da sind
und schon heute ein Stück deines Himmels sichtbar machen.
Wie Maria wollen wir dein Wort hören
und in unseren Herzen bewahren.
Wie Maria wollen wir uns auf den Weg machen
zu den Menschen, die uns brauchen.
Wie Maria wollen wir dich groß sein lassen
und darauf vertrauen,
dass du auch unser Leben zur Vollendung führst.
Segne alle, die heute hier versammelt sind.
Segne die Kranken und Einsamen,
die Trauernden und Mutlosen,
die Suchenden und Zweifelnden.
Segne unsere Familien,
unsere Gemeinde
und alle Menschen,
die uns anvertraut sind.
Lass uns zum Segen werden
durch ein gutes Wort,
durch eine helfende Hand,
durch Geduld, Versöhnung
und aufrichtige Liebe.
Wir denken auch an unsere Verstorbenen.
Nimm sie auf in dein Licht
und schenke ihnen die Gemeinschaft
mit Maria und allen Heiligen.
Führe auch uns einmal heim zu dir,
wenn unser irdischer Weg vollendet ist.
Dann lass uns schauen,
was wir heute glauben,
und erfahren,
dass deine Verheißung wahr ist:
Am Ende steht nicht die Dunkelheit.
Am Ende wartet dein Licht.
Am Ende wartet nicht das Nichts,
sondern deine offenen Arme.
Darum preisen wir dich,
Vater des Lebens,
durch Jesus Christus, deinen Sohn,
in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes,
heute und an allen Tagen
bis in Ewigkeit. - Amen.
Kehrvers:
Der Herr hat Großes an uns getan,
sein Name sei gepriesen.
(GL 631,3)
Gott, unser Vater,
heute, am Fest der Aufnahme der Gottesmutter Maria an den Himmel
wollen wir dir unser Lob und unseren Dank darbringen.
Kehrvers
Wir danken dir für das Geschenk des Lebens,
für die wunderbare Gestalt, die du ihm gegeben hast.
Kehrvers
Wir danken dir für Jesus Christus,
den du uns als Erlöser gesandt hast.
Kehrvers
Wir danken dir für seine Mutter Maria,
durch die er menschliches Fleisch angenommen hat.
Kehrvers
Wir danken dir, dass du Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens
mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen hast.
Kehrvers
Wir danken dir, dass du uns damit die Hoffnung geschenkt hast,
dass auch wir einmal mit Leib und Seele deine Herrlichkeit schauen werden.
Kehrvers
Mit der ganzen Kirche stimmen wir ein in das Lob deiner Größe
und singen:
Dankelied, z. B. GL 395: Den Herren will ich loben. . .
oder ein Magnificat oder Taizé-Magnificat GL 390)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und das Werk deiner Gnade zu rühmen.
Denn heute
hast du die jungfräuliche Gottesmutter
in den Himmel erhoben,
als erste empfing sie von Christus
die Herrlichkeit,
die uns allen verheißen ist,
und wurde zum Urbild der Kirche
in ihrer ewigen Vollendung.
Dem pilgernden Volk ist sie
ein untrügliches Zeichen der Hoffnung
und eine Quelle des Trostes.
Denn ihr Leib,
der den Urheber des Lebens geboren hat,
sollte die Verwesung nicht schauen.
Darum preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Aufnahme Marias in den Himmel
Maria hat ihr ganzes Leben Gott anvertraut und sich von ihm führen lassen. In diesem Vertrauen dürfen auch wir unsere Bitten, unsere Sorgen und unsere Hoffnung vor Gott bringen.
So beten wir mit den Worten Jesu:
Vater unser im Himmel...
Die Mutter ist da, wo der Sohn ist.
Sie sieht den Vater so, wie der Sohn ihn sieht.
Zu diesem Vater beten wir:
Vater unser…
Herr Jesus,
manche deiner Worte an Maria waren verstörend und herausfordernd. Aber auch in anerkennenden Worten gabst du ihr Kraft für den Weg mit dir. Sie hat nun Anteil am Frieden, den du gibst und den unsere Zeit braucht.
Darum bitten wir…
Maria
Mutter Jesu
Mutter des Herrn
Gott hat auf dich geschaut
dich von Anfang an erkoren
zur Mutter aller
er hat dich erwählt
und dein Ja gehört
Gott hat alles Leid
und den Schmerz deines Lebens
verwandelt in Herrlichkeit
aufgenommen im Himmel
preist deine Seele
die Größe des Herrn
in deinen Lobpreis
wollen wir einstimmen
denn Gott will mit dir
auch uns heil machen
Maria
Mutter Jesu
Mutter des Herrn
Gott hat auf dich geschaut
dich von Anfang an erkoren
zur Mutter aller
er hat dich erwählt
und dein Ja gehört
Gott hat alles Leid
und den Schmerz deines Lebens
verwandelt in Herrlichkeit
aufgenommen im Himmel
preist deine Seele
die Größe des Herrn
in deinen Lobpreis
wollen wir einstimmen
denn Gott will mit dir
auch uns heil machen
Ein Zeichen erschien am Himmel
Eine Frau für die Erde
Als Zeichen für die Kleinen
Ihr werdet groß sein vor Gott
Als Zeichen für die Schwachen
Gott selbst ist eure Stärke
Als Zeichen für die Demütigen
Gott wird euch emporheben
Als Zeichen für die Hungrigen
Gott wird euer Brot sein
Als Zeichen für alle, die dürsten nach Gerechtigkeit
Gott wird alles recht machen
Als Zeichen für die Unglücklichen
Gott wird euch erlösen
Als Zeichen für uns alle
Mit Gott wird alles gut
Barmherziger Gott,
wir haben das heilbringende Sakrament empfangen.
Lass uns auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria,
die du in den Himmel aufgenommen hast,
zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 15. August, Mariä Aufnahme in den Himmel (am Tag)
Herr, unser Gott,
am Fest der Aufnahme Marias in den Himmel
hast du uns an deinem Tisch versammelt.
Erhöre unser Gebet
und lass auch uns nach aller Mühsal dieser Zeit
zu dir in die ewige Heimat gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
MB 15. August, Mariä Aufnahme in den Himmel (am Vorabend)
Gott unser Vater,
wir waren Gäste am Tisch deines Sohnes.
Wie Maria so wollen auch wir durch dieses Opfer zu Boten deiner Verheißung werden,
damit allen Menschen deine Liebe zuteilwird.
Darum bitten wir in Zeit und Ewigkeit. – Amen.
Gott im Himmel,
in dieser Feier hast du uns gestärkt
und unsere Verbundenheit mit dir erneuert.
Stärke unsere Hoffnung,
einmal wie Maria in deinem himmlischen Reich zu leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Vater im Himmel,
dein Erbarmen reicht von Geschlecht zu Geschlecht.
Du vollbringst mit deinem Arm machtvolle Taten
und willst uns täglich neu beschenken.
Schenke uns die Kraft,
wie Maria deinem Auftrag zu folgen
und auf das zu vertrauen,
was du uns durch deinen Sohn geoffenbart hast.
Rufe uns immer wieder an
und lass auch uns ein klares JA sprechen.
Das erbitten wir mit Maria, die du erwählt hast
und die du zu dir gerufen hast
in deine ewige Heimat. - Amen.
Treuer, barmherziger Gott,
uns fehlen die Worte,
deine Größe und Schönheit zu bewundern,
zu besingen,
was du uns schenkst vom ersten bis zum letzten Tag.
Lass uns von Maria lernen, was Vertrauen ist,
hilf uns, mit ihr mutig zu sein
und schenke uns, dass wir mit Leib und Seele
deine Kinder sind und vollendet werden.
Unsere Zweifel kennst du,
unsere Ängste sind dir nicht fremd,
doch du zeigst uns den Himmel.
Wir sehen eine Frau, hart attackiert,
wir hören ihr Lied, voller Hoffnung.
Hilf uns, dass wir uns gegenseitig anstecken
und das Glück finden mit Maria
bei dir
in Christus, unserem Herrn.
An das Wunder, das Gott an Maria gewirkt hat, wollen auch die Heilkräuter erinnern, die wir nun segnen wollen. Sie können nachher mitgenommen werden. Sie sollen uns an die bleibende Hoffnung auf ein Leben in Gottes neuer Schöpfung, den Himmel erinnern, der schon heute beginnt.
Lasset uns beten. -
Herr, unser Gott,
du hast Maria über alle Geschöpfe erhoben
und sie in den Himmel aufgenommen.
An ihrem Fest danken wir dir für alle Wunder deiner Schöpfung.
Durch die Heilkräuter und Blumen schenkst du uns Gesundheit und Freude.
Segne + diese Kräuter und Blumen.
Sie erinnern uns an deine Herrlichkeit und an den Reichtum deines Lebens.
Schenke uns auf die Fürbitte Mariens dein Heil.
Laß uns zur ewigen Gemeinschaft mit dir gelangen
und dereinst einstimmen in das Lob der ganzen Schöpfung,
die dich preist durch deinen Sohn Jesus Christus in alle Ewigkeit.
(Vgl. Benediktionale, Studienausgabe f. d. kath. Bistümer d. dt. Sprachgebiets, Benziger/Herder Verlag, Einsiedeln/Freiburg 1979, S. 63 - abgeänderter Auszug aus: Otto Winkes, Bilder und Symbole im Jahreskreis, Erich Wewel Verlag 1995, S. 170f.)
Schwestern und Brüder,
am heutigen Fest bringen wir die Kräuter und Blumen der Erde vor Gott.
Sie erinnern uns an die Schönheit der Schöpfung,
an ihre heilende Kraft und an die Sorge Gottes für alles Lebendige.
Maria hat Christus, das Heil der Welt, getragen.
So bitten wir Gott, diese Kräuter zu segnen
und auch uns neu mit seinem Heil und seinem Segen zu erfüllen.
Lasst uns beten:
Gott, du Schöpfer des Himmels und der Erde,
du hast die Welt mit Leben erfüllt
und uns die Pflanzen als Nahrung,
Heilmittel und Zeichen deiner Güte geschenkt.
Wir bitten dich:
Segne diese Kräuter und Blumen,
die wir heute vor dich bringen.
Lass sie uns erinnern
an die Schönheit deiner Schöpfung,
an die Kraft des Lebens
und an deine heilende Nähe.
Schenke allen, die krank sind,
Trost, Kraft und Genesung.
Schenke allen, die traurig oder mutlos sind,
neue Hoffnung.
Lass unsere Häuser und Familien
Orte des Friedens, der Liebe und des Glaubens sein.
Hilf uns, sorgsam mit deiner Schöpfung umzugehen
und dankbar zu bewahren,
was du uns anvertraut hast.
Auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria,
die du mit Leib und Seele in deine Herrlichkeit aufgenommen hast,
begleite uns auf unserem Weg
und führe uns einst zur Vollendung bei dir.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
(Die Kräuter und Blumen werden mit Weihwasser besprengt.)
Der Segen Gottes begleite alle,
die diese Kräuter mit nach Hause nehmen.
Er schenke Heil an Leib und Seele,
Frieden in unseren Herzen
und Hoffnung auf das ewige Leben. - Amen.
Segne, Gott,
die Kräuter und Blumen, die wir bringen,
und segne und heile auch uns.
Segne, Jesus Christus,
unsere Sehnsucht nach Gesundheit
und lass uns an Leib und Seele gesund werden.
Segne, Heiliger Geist,
was dem Geiste nach krank ist an uns,
an unserer Kirche, in unseren Gemeinden und Gemeinschaften
und heile uns.
So segne uns Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
L: Schön bist du, Maria, du Mutter aller Geschöpfe.
V: Du bist wie die Erde, die das Leben hervorbringt, Maria...
A: Wir rufen zu dir.
L: Schön bist du, du Frau des Sommers.
V: Du bist wie die Sonne, die uns Menschen begleitet, Maria...
A: Wir rufen zu dir.
L: Schön bist du, Maria, du Freundin der Blumen.
V: Du bist wie die Rose, die dem Himmel entgegenblüht, Maria...
A: Wir rufen zu dir.
Lasset uns beten:
Gott, alle Kräuter und Blumen strecken sich dir entgegen,
denn du hast sie gemacht.
Auch Maria, deine schönste Blume, ist dir entgegengewachsen,
und du hast sie in den Himmel aufgenommen.
An ihrem Fest danken wir dir für die Sonne
und für die Erde, für die Kräuter und für die Blumen.
Wir bitten dich:
Segne diese Kräuter und Blumen.
Schenke uns durch sie Gesundheit und Heil, Freude und Lebenslust.
Lass uns wie sie dir entgegenwachsen
und Blüten treiben, schön wie Maria.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Amen.
Aus: Christiane Bundschuh-Schramm (Hg.), Du bist gesegnet unter den Frauen. Mariengottesdienste. Schwabenverlag.
Gott, der allmächtige Vater,
segne euch durch den Erlöser der Welt,
unseren Herrn Jesus Christus,
den Sohn der jungfräulichen Mutter Maria.
Sie hat den Urheber des Lebens geboren;
ihre mütterliche Fürsprache erwirke euch Gottes Hilfe.
Euch und allen, die heute das Fest ihrer Aufnahme in den Himmel begehen,
schenke Gott die wahre Freude und den ewigen Lohn.
Das gewähre euch der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
MB Feierliche Schlussegen. Von der seligen Jungfrau Maria
Der Gott des Lebens,
der Maria mit Leib und Seele
in seine Herrlichkeit aufgenommen hat,
stärke in uns die Hoffnung,
dass auch unser Leben bei ihm vollendet wird. - Amen.
Jesus Christus,
der Sohn Marias und unser auferstandener Herr,
begleite uns auf allen Wegen,
tröste uns in Trauer und Angst
und führe uns durch Dunkelheit und Tod
in sein ewiges Licht. - Amen.
Der Heilige Geist
erfülle unsere Herzen mit Vertrauen,
mache uns zu Boten der Freude
und lasse durch unser Leben
schon heute ein Stück Himmel sichtbar werden. - Amen.
So segne und behüte uns
der allmächtige und barmherzige Gott,
der Vater und der Sohn
und der Heilige Geist. - Amen.
Gehen wir in Frieden, Halleluja, Halleluja.
A: Dank sei Gott, dem Herrn, Halleluja, Halleluja.
Es segne euch Gott in seiner Liebe zu allen Geschöpfen. – Amen.
Es segne euch Gott in den Zeichen, die sein Sohn auch heute wirkt. – Amen.
Es segne euch Gott in jedem Trost des Geistes, der euch trägt. Amen.
Spürt die Nähe des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. – Amen.
Maria, als du deinen letzten Schritt gehen musstest,
den Fuß setzend über die Schwelle des Todes,
da stand ER schon da
mit offenen Armen.
Liebend hat er dich umfangen.
Dein ganzes Leben umschlossen seine Arme,
und drückten alles an sein Herz.
Dein ganzes Fragen und Erwägen,
dein Ringen von Anfang an,
die dich ein Leben lang begleitet haben:
ER drückte alles an sein Herz.
Dein Einlassen auf seine Verheißung,
dein Zweifeln und Zutrauen,
deine unsicheren Schritte:
ER drückte alles an sein Herz.
Deine Sorgen als junge Mutter,
deine Freude, wie er sich entwickelte,
aber auch dein Unverständnis darüber,
sein Abnabeln von der Familie,
seine eigenen Wege,
deine Verwunderung:
ER drückte alles an sein Herz.
Die Angst,
die dich befiehl
bei seinen riskanten Reden,
wie er „die da oben“ herausforderte,
bei seinem konsequenten Weg:
ER drückte alles an sein Herz.
Die Bewunderung, die du empfunden hattest,
für die Worte, die er zu sagen hatte,
für sein Tun, das Worte mit Leben füllte,
für seinen Weg, den er unerschrocken ging:
ER drückte alles an sein Herz.
Die Freude, die dich erfüllte,
dass so viele ihn hören wollten,
so viele ihre Hoffnung auf ihn setzten,
so viele Trost und Heilung erfuhren:
ER drückte alles an sein Herz.
Und dann der Stich in dein Herz,
als er in deinem Schoß lag,
den unendlichen Schmerz,
den eine Mutter erleidet,
die ihr totes Kind betrauern muss,
die Verzweiflung in deinem Herzen:
ER drückte alles an sein Herz.
ER drückte alles an sein Herz,
damals,
als du durch das Tor des Todes
wieder zu IHM fandest.
Als alles heil wurde,
die Fragen Antworten fanden,
die Sehnsucht sich erfüllte,
da öffnete sich der Himmel.
Bis heute,
bis in alle Ewigkeit,
drückt ER dich an sein Herz,
ohne Ende.
So dürfen auch wir
hoffen,
vertrauen,
in liebender Erwartung.
Auch uns wird er an sein Herz drücken.
Der Himmel wird sich öffnen.
Fredi Bernatz
Maria,
du einfache Frau aus dem Volke.
Mensch wie wir.
Aufgewachsen auf dem Land,
in einfachen Verhältnissen.
Nichts Ungewöhnliches.
Nichts Besonderes.
Deine Eltern mussten, wie so viele, sicher jeden Tag für das Brot hart arbeiten.
Maria,
als die Stimme Gottes dich erreichte,
als er dich ahnen ließ, dass er mit dir etwas vorhat,
da hast du dich nicht weggeduckt.
Du hast dich ihm hingehalten,
dich und dein Leben,
hast vertraut:
Er weiß, was er tut.
Maria,
deine Freude und dein Leid,
deine Fragen und Sorgen
teilst du mit uns.
Wie unzählige Mütter beunruhigte dich die Frage:
Was wird wohl aus meinem Kind?
Wird es seinen Weg finden?
Wird es sich gut im Leben bewähren?
Wie oft warst du an seinem Bett gesessen und hast es fragend und sorgenvoll angeschaut.
Wie alle Mütter
hast du dich Tag für Tag gemüht,
für dein Kind gesorgt.
Als Familie habt ihr in bescheidenen, bäuerlichen Verhältnissen gelebt.
Tag um Tag der Kampf um das Nötigste.
Harte Arbeit.
Viel Mühe, dem kargen Boden und dem wenig Vieh etwas abzuringen.
Doch Gott wird schon für uns sorgen, so dachtest du sicher oft in schweren Stunden.
Maria,
wie bei vielen Eltern war dann auch die Sprachlosigkeit da,
als dein Sohn sich veränderte,
erwachsen wurde,
sich löste vom Zuhause und seine eigenen Wege ging.
Wege, die ihr oft nicht verstehen konntet.
Euer Sohn wurde euch fremd.
Und wieder die bange Frage: Was wird aus ihm werden.
Doch das Vertrauen in Gottes Führung gab dir Hoffnung.
Als er in den Dörfern und Städte begann zu predigen,
wurde es nicht einfacher.
Erstaunliches sagte und tat er.
Doch euch wäre es wohl lieber gewesen, er wäre wie seine Altersgenossen geblieben, einfach ein junger Mann von nebenan.
Denn das konnte nicht gut gehen.
Das musste schlimm enden.
Das alles machte euch Angst.
Gott wird schon wissen, was er tut. In dieser Hoffnung habt ihr sicher oft Zuflucht gesucht.
Als er dann tot in deinem Schoß lag,
stürzte alles in dir zusammen.
Unsagbarer Schmerz durchbohrte dein Herz,
so wie allen Müttern, die ihr totes Kind beweinen müssen.
Du konntest nur noch Gott deinen Schmerz hinhalten.
Als die Botschaft zu dir drang: „Er lebt!“,
da öffnete sich eine neue Tür.
Sicher erst zaghaft.
War das zu glauben?
Sie öffnete sich weiter.
Eine Tür, die den Blick weitete in neue Welten.
Ein Spalt, der erkennen ließ, dass „Gott-mit-uns“ ist.
Nichts war vergebens.
Antworten bahnten sich an auf die tausend Fragen.
Aber allein das Wissen, er lebt, machte dich unsagbar glücklich.
Als sich im Tod dir diese Tür ganz öffnete,
du hindurch schreiten durftest
hinein in diese unendliche Welt des Glücks,
als du wieder bei ihm warst, und er bei dir,
legte sich die Freude wie Balsam auf deine Wunden.
Fragen fanden eine Antwort,
Sorgen ihre Befreiung,
Schmerz fand Heilung,
Das Vertrauen seinen Lohn.
Fredi Bernatz
Maria,
du hast, wie jede Mutter,
seinen Herzschlag gespürt,
als du ihn noch in deinem Leibe trugst.
Später in deinen Armen.
Sein Atem ist dir nicht fremd.
Seine Stimme ist dir vertraut.
Wie oft wird er in deinen Armen gelegen sein.
Seine ersten Worte: Du hast sie gehört.
Seine ersten Schritte: Du warst dabei, mit offen Armen, um ihn aufzufangen.
Seine ersten Alleingänge: Du hast gebangt.
Sein Wachsen und Reifen: Du hast es angenommen.
Auch als er auf dem Weg war,
bist du mitgegangen,
sicher auch
angstvoll,
mit Sorgen,
mit Fragen,
mit Zweifel.
Und doch hast du ihn nicht verlassen.
Die Wunder bestaunend,
von seinen Worten berührt,
mit Bangen auf das herausfordernde blickend,
gingst du mit, Schritt für Schritt.
Bis zum Ende.
Bis zum neuen Anfang.
Maria,
führe uns zu deinem Sohn.
Mach uns vertraut mit ihm,
damit wir Vertrauen lernen.
Fredi Bernatz
In der Vorlesung „Grundlegung der Dogmatik“ verwies Professor Gisbert Greshake im Sommersemester 1985 in Freiburg auf ein Problem am Vorabend der Verkündung des Dogmas der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel.
„Eine Kirche in Rom verwahrte einen Splitter des Beckenknochens von Maria als kostbare Reliquie. Was stimmte nun? War die Reliquie echt oder stimmte das Dogma, das am Folgetag verkündet werden sollte?“
„Meine Damen und Herren: Es gibt in der Dogmatik eine Hierarchie der Wahrheiten!
mündlich überliefert.
Herrlich strahlst du im Licht Jungfrau Maria
Kind aus Davids Geschlecht, Tochter des Königs,
die erhaben nun thront hoch in den Himmeln
und Gebieterin ist über die Engel.
Dem allmächtigen Gott wurdest du Mutter,
hast dem Herrn, der dich schuf, Wohnung bereitet,
ihm den heiligen Schoß willig geboten –
und im Fleische ward Gott Mensch wie wir alle.
Den in Ehrfurcht verehrt Erde und Himmel,
den Erlöser und Herrn, bitten wir heute,
da ins himmlische Reich ganz er dich aufnahm:
Aus dem Dunkel der Welt führ uns zum Lichte.
Dir sei Ehre und Preis, Vater des Lichtes,
dir, dem ewigen Sohn, der uns erlöst hat,
dir, dem Heiligen Geist, Gott dem Dreieinen,
dessen Herrschaft und Reich währen auf ewig. Amen.
Aus: Kleines Stundenbuch. Die Gedenktage der Heiligen. Herder Verlag, Freiburg - Basel - Wien 1984.
In eine Abtei kam ein Mann mit der Bitte mitleben zu dürfen. Er nahm an allen gemeinsamen täglichen Übungen teil, sang aber die Texte des Stundengebets nicht mit.
An einem Tag wurde er in der Kirche beobachtet. Er stand vor der Marienfigur. Man hörte ihn sagen: „Wie die Mönche kann ich nicht singen. Aber ich war Artist. Ich kann Salti schlagen. So will ich dich jetzt loben!“ - Und er schlug einige Salti.
Herkunft unbekannt.
Aus: Peter Modler, Die wunderbare Welt der Katholiken. Eine Art Liebeserklärung. Herder Verlg, Freiburg - Basel – Wien 2008.
Aus: Kleines Stundenbuch. Die Gedenktage der Heiligen. Herder Verlag, Freiburg - Basel - Wien 1984.
Wer ist die glücklichste Frau der Welt? –
Wir Christen glauben, dass ein Leben ganz gelungen ist: Es ist das Leben der Frau aus Nazaret, die von Gott erwählt war, das Leben Mariens.
(…)
Das sagt uns das Geheimnis der Aufnahme Mariens in die Herrlichkeit des Himmels: Ihr Leben ist nicht aus und umsonst, Gott hat ihr alles geschenkt, auch alle Freude: Mehr als wir uns vorstellen können. Deshalb ist sie die glücklichste Frau der Welt: ihr Leben ist ganz gelungen.
So war das bei Maria. So kann das bei uns sein. Das dürfen wir glauben, darauf dürfen wir hoffen.
Aus: Maiandachten. 40 Vorschläge für die gemeinsame und private Marienandacht im Mai. Bischöfliches Ordinariat Eichstätt 1982.
Maria ist Mensch wie wir, weder eine bloße „Seele“ noch eine „Göttin“. Wenn also von ihr gesagt ist, sie sei mit ihrem vollen Menschenwesen in Gottes Herrlichkeit aufgenommen, dann spricht das sehr eindringlich davon, was der Menschenleib ist: jene geheimnisvolle, alltägliche und zugleich auf die Ewigkeit hingeordnete Wirklichkeit, die einst in Gottes Leben hineingeholt werden soll.
Aus: Romano Guardini, Die Mutter des Herrn. Würzburg 1955.
Maria, die Gott aufnimmt.
Gott nimmt Maria auf
in den Himmel, in sein Reich, bei sich.
Er nimmt Maria zu sich.
Ganz und gar.
Mit Leib und Seele.
Maria, die Gott aufnimmt.
Und warum?
Gott hat Maria von Anfang an,
angenommen, aufgenommen
in seinen Heilsplan.
Das nahende, beginnende Reich Gottes auf Erden.
Maria, die Gott aufnimmt.
Beginn der neuen Schöpfung.
Maria als neue Eva.
Rein und makellos.
Frei von Sünde.
Ohne die Sünde Evas und Adams.
Maria, die Gott aufnimmt.
Sie gehört ganz Gott.
Mit Leib und Seele.
„Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben..“ (Lk 1,53)
Maria lässt Gott in ihr Leben.
„Mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ (Lk 1,38)
Sie lässt Gott in ihrem Leben wirken und wirklich werden.
Sie sagt Ja zu Gott, zu Jesus.
Ja mit Leib und Seele.
Zu Jesus, zu seinem Leben und unter dem Kreuz.
Sie vertraut seinem Wort, seiner Verheißung.
„Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ (Joh 11,25)
Maria, die Gott aufnimmt.
Gott nimmt Maria auf.
Mit Leib und Seele.
Aber was hat das mit mir, mit dir, mit uns zu tun?
In der Taufe nimmt Gott mich an
als sein Kind.
Er gibt mir Anteil an seinem Reich, an sich, an Jesus.
Er befreit mich von Sünde.
Auch von der Sünde Adams und Evas.
Aber ich bleibe nicht frei von Sünde.
Falle zurück in alte Muster.
In die Fallstricke von Schuld und Sünde.
Will ich mich von Jesus beschenken lassen?
Von seiner versöhnenden, verzeihenden Liebe.
Hungert es mich nach seiner Liebe?
Nach ihm.
Ganz und gar.
Mit Leib und Seele.
Will ich ihn wirken lassen?
Wirksam werden lassen.
Ihn wirklich werden lassen in meinem Leben und in mir.
„Was er euch sagt, das tut!“ (Joh 2,5)
„Dies ist mein geliebter Sohn, … auf ihn sollt ihr hören.“ (Mt 17,5)
Will ich auf Jesus hören?
Ihm gehören.
Mit Leib und Seele.
Und auf ihn vertrauen.
Ihm vertrauen.
Dass er mich am Ende aufnimmt.
Bei und in sich.
Mit Leib und Seele.
Elke Uhl 2022
Text: Paul Weismantel
Musik: Reinhard Burchhardt.
Paul Weismantel / Reinhard Burchhardt
Marienfeste sind meist sehr alte und nicht selten auch fröhliche und volkstümliche Feste, tief in der Frömmigkeit verwurzelt. Oft sind sie mit Wallfahrten und beliebten Kirchen verbunden.
Die Verehrung der Mutter Jesu durchzieht das ganze Jahr, hat aber in den „Marienmonaten“ Mai und Oktober traditionell zwei Höhepunkte. Der Mai als naturnaher Frühlingsmonat, mit zahlreichen Marienliedern und besonderen Andachten, hat in der Tradition eine große Bedeutung. Der Oktober wurde 1883 durch Papst Leo XIII. zum Rosenkranzmonat erklärt. Der Rosenkranz ist ein meditatives Mariengebet, in dem die Ereignisse des Lebens Jesu meditiert werden. Ihren Ausgangspunkt haben die Marienfeste in der Ostkirche, wo es zunächst ein allgemeines Marienfest gab, aus dem sich dann ab dem 5. Jahrhundert weitere Gedenktage Marias entwickelt haben. Es gibt auch nach der – gegenüber der Heiligenverehrung kritischen – Reformation durch Luther (der ein großer Marienverehrer war) gemeinsame Hochfeste, die sowohl in der evangelischen wie auch in der katholischen Kirche gefeiert werden: die Marienfeste am 2. Februar, 25. März und 2. Juli. In den liturgischen Kalender der Katholiken haben deutlich mehr Marienfeste Eingang gefunden.
Ganzer Beitrag:
https://www.herder.de/el/hefte/archiv/2009/8-2009/maria-geheimnis-der-verbindung-von-menschlichem-und-goettlichem/
Rudolf Walter 2009 auf herder.de
Am Mittwoch werden Männer bereits jene Pension erreicht haben, die Frauen im Durchschnitt erst bis Jahresende erreichen.
Anlässlich des morgigen Equal Pension Day übt die Opposition Kritik an der Frauenpolitik der Regierung. Am Mittwoch werden Männer bereits jene Pension erreicht haben, die Frauen im Durchschnitt erst bis Jahresende erreichen.
Ganzer Beitrag:
https://www.diepresse.com/6172672
Tageszeitung Die Presse am 2.8.2022
Genf (dpa) - Mehr Hitzewellen, Dürren und Starkregen: Der menschengemachte Klimawandel beschleunigt sich, und das mit verheerenden Folgen, wie aus dem neuen Bericht des Weltklimarats hervorgeht.
Ganzer Bericht:
https://www.zeit.de/news/2021-08/09/weltklimarat-veroeffentlicht-bericht-zum-klimawandel
Zeit online 9. August 2021, 18:32 Uhr Quelle: dpa
Ein „Weckruf für die Welt“ nennt Boris Johnson den Bericht des Weltklimarates. „Keine wirklichen Überraschungen“ ortet Aktivistin Greta Thunberg. ÖVP-Staatssekretär Brunner will die Energiewende „schneller umsetzen“.
Ganzer Bericht:
https://www.diepresse.com/6018931
Zeit online 9. August 2021, 18:32 Uhr Quelle: dpa
Maria ging übers Gebirge
um nicht allein zu sein
von Frau zu Frau
mit einer zu sprechen
der es so ging wie ihr.
Ein freudiges Wiedersehen –
in einer Umarmung
Kind zu Kind
gedrückt –
voll Freude
hüpfte das eine
voll Freude und Jubel
sangen sie.
Ilse Pauls
Als der Himmel sich öffnete
um
in die Schrecken der Welt
Gottes Wort
in Jesus-
dem Christus –
ganz Mensch werden zu lassen
erging ein Anruf an
MARIA
eine junge Frau
noch ganz prägbar
und sie
nimmt den Anruf –
obwohl sie erschrocken ist –
an
erfährt Bestätigung
durch Elisabeth
dass ihr Weg
der richtige ist
ein Weg
der ihr viel
abverlangt
der sie
durch Höhen und Tiefen
führt
ein Weg bis zum Kreuz
ein Weg bis zum Tod Jesu
ein Weg bis in das Unvorstellbare –
bis in die Auferstehung
ein Weg
bis in den Himmel (!!?)
von dem Jesus verheißt
dass er eine Wohnung bereitet
wenn der Himmel sich öffnet
um Gott Mensch werden zu lassen
warum sollte er sich nicht öffnen
um diese Wohnungen
auch zu betreten
öffnen
um sie
MARIA
als Erste
einzuladen
dort Wohnung zu nehmen
gerufen durch
IHN:
„Der dich gerufen am Tage des Heils.“
Beatrix Senft 2021 (unveröffentlicht)
Jubelnd
sagst du voraus,
dass Jesus kommen wird
als barmherzige Liebe des Vaters,
als Einer,
der die Hungernden sättigt,
die Niedrigen erhöht,
die Mächtigen vom Thron stürzt,
die Reichen leer ausgehen lässt.
Du sagst es voraus und wirst
staunend es erleben.
Ilse Pauls
Nicht soviel
von Maria sprechen,
mehr –
wie Maria sein.
Ohne Zögern
zu großen Aufgaben
„Ja“ sagen,
den Menschen Mut machen
die guten Taten zu tun,
die sie tun sollen.
Sich freuen
mit den Geheilten,
bescheiden draußen stehen,
wenn man nicht wichtig ist.
Zur rechten Zeit
unter dem Kreuz stehen,
auch wenn ein Schwert
das Herz durchbohrt.
Ilse Pauls
Sie ist mir lieb, die werte Magd
und kann ihr nicht vergessen,
Lob, Ehr und Zucht von ihr man sagt,
sie hat mein Herz besessen.
Ich bin ihr hold,
und wenn ich sollt
groß Unglück han,
da liegt nicht an;
sie will mich des ergetzen
mit ihrer Lieb und Treu an mir,
die sie zu mir will setzen
und tun all mein Begier.
Sie trägt von Gold so rein ein Kron,
da leuchten inn zwölf Sterne,
ihr Kleid ist wie die Sonne schon,
das glänzet hell und ferne;
und auf dem Mon
ihr Füße stohn;
sie ist die Braut,
dem Herrn vertraut.
Ihr ist weh und muss gebären
ein schönes Kind, den edlen Sohn
und aller Welt ein Herren,
dem sie ist unterton.
Das tut dem alten Drachen Zorn
und will das Kind verschlingen,
sein Toben ist doch ganz verlorn,
es kann ihm nicht gelingen.
Das Kind ist doch
gen Himmel hoch
genommen hin
und lässet ihn
auf Erden fast sehr wüten.
Die Mutter muss gar sein allein;
doch will sie Gott behüten
und der recht Vater sein.
Martin Luther, 1535
Das Lied hat drei Strophen, die einem ungewöhnlich kunstvollen Vers- und Reimschema folgen, sein Lied ist formal von der spätmittelalterlichen Liebeslyrik der sog. Hoflieder beeinflusst. Inhaltlich zeichnet es die Vision von der Apokalyptischen Frau aus dem 12. Kapitel der Johannesoffenbarung nach. Die zweite und dritte Strophe beschreiben, in enger Anlehnung an den Bibeltext, das Bild der Frau im Sternenkranz, die Geburt ihres Kindes, den Aufruhr des Drachen, die Entrückung des Kindes zu Gottes Thron und die Bewahrung der Frau auf der Erde. Bemerkenswert ist die erste Strophe. Sie ist eine Liebeserklärung an die werte Magd und ein Bekenntnis zu ihrer helfenden Treue. (Wikipedia)
Michael Praetorius, Sie ist mir lieb, die werte Magd
https://www.youtube.com/watch?v=7E1yH0-LkEA
Barossance - Sie ist mir lieb, die werte Magd
https://www.youtube.com/watch?v=r4AqwT89bI4
Martin Luther, 1535
Vielleicht gelingt es Ihnen für dieses Marienlob Kontakt mit evangelischen Mitchristinnen zu knüpfen und eine Einladung auszusprechen. Gemeinsam Maria zu entdecken, zu meditieren und mit ihren Worten zu beten - gerade auch im Jahr des Reformationsgedenken.
Für Protestanten war Maria lange Zeit eher ein Tabuthema, weil sie sich absetzen wollten von römisch-katholischer Marienverehrung", schreibt Margot Käßmann in einem Grußwort: "Dabei war der Reformator Martin Luther ein großer -heute würden wir sagen -'Fan' Marias." Frau Käßmann ist Botschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das 500. Reformationsjubiläum.
www.bistum-eichstaett.de
Die Herrgottskirche in Creglingen mit dem berühmten Riemenschneider-Altar ist ein besonderer Ort: Dazu gehört auch, dass dort an einem urkatholischen Feiertag eine evangelische Marienandacht stattfindet.
https://www.evangelisches-gemeindeblatt.de/regionales/nordwuerttemberg-ostalb/detailansicht/maria-auf-evangelisch-1735/
www.evangelisches-gemeindeblatt.de
Ein Feiertag, der mit allerlei Brauchtum verbunden ist, aber in der Öffentlichkeit weitgehend kaum bekannt ist. Fragen und Antworten rund um das Fest.
Das Fest erinnert an die "leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel". Diese wird zwar nicht in der Bibel beschrieben, wurde aber 1950 als bisher letztes katholisches Dogma von Papst Pius XII. verkündet. In diesem mit höchster Autorität verfassten unfehlbaren Lehr- und Glaubenssatz heißt es unter anderem, dass "die Unbefleckte, allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde". Nach katholischer Lehre lebt die Seele nach dem Tod weiter, während der Leib erst am Tag des Jüngsten Gerichtes auferweckt wird. Die sofortige leibliche Aufnahme Mariens ist also ein besonderes Privileg, das die herausragende Rolle der Muttergottes betont. Papst Benedikt XVI. hat es einmal so formuliert: "Wir glauben, dass Maria, wie Christus ihr Sohn, den Tod schon besiegt hat."
Christus steigt aus eigener Kraft zu Gott empor, Maria dagegen wird in den Himmel aufgenommen. Im Deutschen heißt beides Himmelfahrt, im Lateinischen wird der Unterschied deutlich zwischen "Assumptio Mariae" (Annahme, Aufnahme Mariens) und "Ascensio Christi" (Hinaufsteigen Christi).
Das Fest hat seinen Ursprung in der Ostkirche, wo es im Jahr 431 eingeführt wurde. Im 6. Jahrhundert folgen erste legendarische Darstellungen. In der römischen Kirche wird die Aufnahme Mariens in den Himmel seit dem 7. Jahrhundert gefeiert, in Deutschland seit dem 9. Jahrhundert. Im Konzil von Trient (1545-1563) wurde die Lehre von der Aufnahme Mariens zum festen Bestandteil der kirchlichen Lehre, ehe sie dann 1950 sogar zum Dogma erhoben wurde.
In Deutschland ist lediglich im Saarland arbeitsfrei sowie in weiten Teilen Bayerns, genau in 1.704 von 2.056 Kommunen mit mehrheitlich katholischer Bevölkerung. Nur in weiten Teilen Ober- und Mittelfrankens mit evangelischer Mehrheit ist es kein gesetzlicher Feiertag. Dies wurde nach den Ergebnissen der Volkszählung von 2011 neu festgelegt. In der evangelischen Kirche ist Mariä Himmelfahrt kein besonderer Festtag.
In Österreich und in Liechtenstein ist der 15. August landesweit gesetzlicher Feiertag, ebenso in acht Kantonen der Schweiz. In weiteren sieben Kantonen ist in etlichen Gemeinden arbeitsfrei. Außerdem ist Mariä Himmelfahrt in etlichen anderen katholischen Staaten weltweit Feiertag, in Europa etwa in Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, Polen, Portugal und Spanien.
Franziskus betet am Mittag wie an Sonn- und Feiertagen üblich auf dem Petersplatz das Angelus-Gebet mit den Gläubigen. Der 15. August ist in Italien nicht nur Mariä Himmelfahrt, sondern auch "Ferragosto", ein Feiertag, an dem in Rom fast alles stillsteht. Der Begriff geht auf die heidnischen "Feriae Augusti" (Ferien des Augustus) aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert zurück. Der römische Kaiser Augustus (63 v. Chr.-14 n. Chr.) hatte an diesem Datum seinen Untertanen das Privileg eines freien Tags gewährt.
In katholischen Regionen Deutschlands sind an dem auch als "großer Frauentag" bekannten Fest vor allem Lichterprozessionen und Kräuterweihen populär. Dabei werden bis zu 77 verschiedene Kräuter und Pflanzen gesammelt, zu sogenannten Buschen zusammengebunden und gesegnet. Danach werden sie oft im Haus aufgehängt, wo sie gegen Krankheiten, Gewitter und Blitzschlag helfen sollen, oder sie werden kranken Tieren unters Futter gemischt. Einer Legende nach öffneten die Jünger das Grab Mariens und fanden nicht ihren Leichnam, sondern blühende Blumen und Kräuter. Daraus hat sich die Tradition der Kräutersegnung entwickelt. Heute wird daraus oft auch der Appell abgeleitet, die Natur mitsamt ihrer Schönheit und Heilkraft wieder stärker zu achten.
https://www.domradio.de/themen/glaube/2018-08-15/was-feiern-wir-eigentlich-mariae-himmelfahrt
Gottfried Bohl (KNA)
Gottes Segen komme zu uns Frauen,
daß wir stark sind in unserer schöpferischen Kraft,
daß wir mutig sind in unserem Recht.
Gottes Segen komme zu uns Frauen,
daß wir Nein sagen, wo es nötig ist,
daß wir Ja sagen, wo es gut ist.
Gottes Segen komme zu uns Frauen,
daß wir schreien, wo Unrecht ist,
daß wir schweigen, wo Entsetzen ist.
Gottes Segen komme zu uns Frauen,
daß wir Weisheit suchen und finden,
daß wir Klugheit zeigen und geben.
Gottes Segen komme zu uns Frauen,
daß wir die Wirklichkeit verändern,
daß wir das Lebendige fördern.
Daß wir Gottes Mitstreiterinnen sind auf Erden!
Hanna Strack in: Du bist der Atem meines Lebens. Frauengebetbuch. Schwabenverlag / KlensVerlag, Ostfildern 2010.

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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Die Kapitel 12 - 14 gehören zu den Kernstücken der Offenbarung des Johannes. Der erste Teil dieses Kernstückes wird heute vorgelesen.
Der Text ist durchdrungen von mythischen Bildern. Hintergrund sind die konkreten Erfahrungen der christlichen Gemeinden (Verfolgung durch den römischen Staat; Vergöttlichung des römischen Kaisers usw. ...). Trotz aller schweren Bedrängnis soll und kann die Gemeinde zuversichtlich bleiben; der Sieg gehört Gott und dem Christus.
Das Bild der Himmelskönigin (mit Sonne bekleidet, auf einer Mondsichel stehend, am Haupt eine Krone von 12 Sternen) stammt aus der astralreligiösen Welt (vgl. auch die göttliche Mutter Ägyptens, Isis).
Im Judentum wurde den Gestirnen - im Gegensatz zu den anderen Völkern rundherum - keine göttliche Würde zuerkannt. Sonne, Mond und Sterne sind also für Johannes nur der Schmuck der Frau. Die Zwölfzahl deutet wohl darauf hin, daß sie das Gottesvolk der zwölf Stämme repräsentieren. Völker und Stämme wurden im alten Orient vielfach in Frauengestalt versinnbildlicht.
Die Frau am Himmel ist schwanger - sie soll den Messias gebären. Da dieser kein anderer als Jesus von Nazareth ist, könnte es nahe liegen, in der Himmelskönigin Maria, die Mutter Jesu, zu erkennen und sie als die mit der Sonne bekleidete Frau zu verehren. In diesem Sinne hat besonders die mittelalterliche Kirche das Bild verstanden und Maria als Himmelskönigin dargestellt. Die Exegeten sehen in der Frau aber eher das wahre Israel, das Gottesvolk des Alten und Neuen Bundes, aus dem Christus gekommen ist.
Die alten oder die chaotischen Mächte der Welt verkörpern auch das Bild des Drachens. Sie streiten als Widersacher gegen Gott. Das Bild vom Kampf des Drachens gegen die gebärende Frau findet sich in verschiedensten Kulturen, so auch in den griechischen Mythen. Für den Seher ist die Frau das wahre Israel und das Kind der Messias. Mit dem Kommen Jesu Christi hat der letzte Kampf begonnen. In dieser letzten Zeit wird aber auch der besondere Schutz Gottes zugesagt.
Die Offenbarung des Johannes, ein Trostbuch in der Verfolgungszeit, zeichnet am Beginn der heutigen Perikope das Bild von der siebenten Posaune. Sie verkündet die Herrschaft Gottes, die so sicher kommt, dass jetzt schon der Sieg in Jubel- und Dankliedern gefeiert werden kann. Die Danklieder sind aus Schriftzitaten aus dem Alten Testament zusammengesetzt.
Nun wird das Ende angekündigt. Jesus herrscht als König über die ganze Welt. Die Lade, die früher verborgen war, ist nun für alle sichtbar (19). Nun steht der Zugang zu Gott offen.
Im Kapitel 12-14, dem Kernstück des Buches, werden treibende Kräfte in der Geschichte gezeigt. Die hier vorgelegte Deutung der Geschichte geht nicht von den innerweltlichen Ursachen aus, wie es allgemein geschieht. Die Kirche muß sich in ihrer Geschichte mit Satan und seinem Treiben in der Welt auseinandersetzen. Der Ausgang dieses Kampfes ist der Sieg über Satan. Die Kirche wird befreit, wenngleich ihre Situation in der letzten Zeit aussichtslos erscheint. Am Ende wird das Lamm und sein Gefolge siegreich sein.
Die beiden Gegner (12,1-6) werden gezeigt: eine Frau von überirdischer Hoheit, das Gottesvolk - ein Drache, die gottfeindliche Macht mit unermesslicher Kraft, Satan. Die Geburt des männlichen Kindes, des messianischen Weltherrschers, konnte aber nicht verhindert werden. Der Messias wird zu Gott entrückt (Himmelfahrt). Die Frau, die Kirche, wird von Gott trotz aller Not der Drangsalszeit (1260 Tage - dreieinhalb Jahre - Zeit des Antichrist) bewahrt. Mit der Menschwerdung Jesu hat der Entscheidungskampf zwischen Gott und Satan um die Herrschaft über die Welt begonnen.
Der siegreiche Ausgang in diesem Kampf wurde schon in einem himmlischen Kampf vorgebildet. Der Erzengel Michael, der das Gottesvolk beschützt, und seine Engel besiegten Satan. Ein Hymnus besingt die Wende.
Die erste Lesung beinhaltet einen Auszug aus dem letzten Buch der Hl. Schrift, der Offenbarung (auch "Apokalypse"; genannt; griech.: apokálypsis = Enthüllung). Der Verfasser dieses Buches, der sich Johannes nennt (wahrscheinlich nicht identisch mit dem Apostel Johannes), schrieb dieses Werk gegen Ende der Regierungszeit des römischen Kaisers Domitian (ca. 81-96 n. Chr.). Der Verfasser rechnet damit, daß der Zwang zur göttlichen Verehrung des Kaisers in nächster Zukunft zu einer schweren Verfolgung der Kirche führen wird. Das Buch der Offenbarung gilt als erste selbständige christliche Apokalypse. Die Offenbarung vollzieht sich durch "Visionen" und "Auditionen", also durch das Schauen und Hören von himmlischen Botschaften.
Was für das Buch im allgemeinen gilt, lässt sich auch zu unserer Perikope sagen: Der Verfasser verwendet Bilder, Symbole und allegorische Szenen, um sein Hauptthema, den bevorstehenden Triumph der Herrschaft Gottes zu verdeutlichen. Jener endgültige Sieg Gottes, der dann auch am Schluß unseres Ausschnittes thematisiert wird (vgl. Offb 12,10ab). Allen Erwartungen nach möchte der Verfasser jedoch keine Voraussagen über den Gang der Welt- und Kirchengeschichte machen. Ebensowenig ist es seine Intention, das mit der baldigen Wiederkunft Christi verbundene Geschehen in seinem Ablauf genau zu beschreiben.
Die Perikope beginnt mit der Beschreibung, daß etwas Unerhörtes passiert. Es geschehen Dinge, die noch nie stattgefunden haben. Die geheimnisvolle Bundeslade, in der das göttliche Gesetz aufbewahrt wird und die so ein Zeugnis für die Gegenwart Gottes gibt, wird für alle sichtbar. Sonst durfte nach jüdischer Tradition nur der Hohepriester alljährlich am Versöhnungstag das Allerheiligste sehen. Dann beschreibt der Verfasser das Erscheinen von Zeichen am Himmel. Zunächst wird eine gewaltige frauliche Figur skizziert. Hier sind unterschiedliche Interpretationen möglich. Mit dem Hinweis auf die Schwangerschaft der Frau und der Geburt eines Kindes lassen sich deutliche Parallelen zu Maria und ihrem Sohn Jesus, dem Christus erkennen.
Dieses Bild könnte aber auch auf das Volk Gottes, die Kirche angewandt werden. Die zwölf Sterne stehen somit als Sinnbild für die zwölf Stämme Israels oder (wenn man dies neutestamentlich deuten möchte) für den Zwölferkreis der Apostel. Aus dieser Sichtweise sind die Geburtswehen weniger von der leiblichen Geburt des Messiaskindes zu verstehen als von den Leiden des Volkes Gottes im Verlauf seiner Geschichte.
Das Erscheinen des Drachen ist ein Bild für das Zerstörerische, Feindliche, Dämonische und Tödliche, das scheinbar vor niemanden und nichts Halt macht. Selbst das Leben des Kindes ist von der Drachengestalt bedroht. Und doch ist die Macht des Drachens begrenzt. Er kann keinen Einfluß über das Kind gewinnen, da es von Gott erhöht wird. Hier wird offensichtlich Bezug genommen auf das universale Heilsgeschehen in Jesus Christus.
Das Wüstenmotiv, welches dann noch aufscheint, erinnert deutlich an die Wüstenwanderung des Volkes Israel. Kann aber auch wieder neutestamentlich auf die Kirche bezogen werden, die sich in Verfolgungszeiten aus der Öffentlichkeit zurückziehen muß und eine Zeitspanne höchster Not und Lebensgefahr allein durch die Hilfe Gottes durchstehen kann. Der rettende Sieg durch die Macht und Herrschaft Gottes bleibt ihr jedoch für alle Zeit sicher.
Bernd Michael Pawellek
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz