Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Jeremia:
Du hast mich betört, o Herr,
und ich ließ mich betören;
du hast mich gepackt und überwältigt.
Zum Gespött bin ich geworden den ganzen Tag,
ein jeder verhöhnt mich.
Ja, sooft ich rede, muss ich schreien,
„Gewalt und Unterdrückung“ muss ich rufen.
Denn das Wort des Herrn
bringt mir den ganzen Tag nur Hohn und Spott.
Sagte ich aber: Ich will nicht mehr an ihn denken
und nicht mehr in seinem Namen sprechen!,
so brannte in meinem Herzen ein Feuer,
eingeschlossen in meinen Gebeinen.
Ich mühte mich, es auszuhalten,
vermochte es aber nicht.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Jeremia.
Du hast mich betört, o HERR,
und ich ließ mich betören;
du hast mich gepackt und überwältigt.
Zum Gespött bin ich geworden den ganzen Tag,
ein jeder verhöhnt mich.
Ja, sooft ich rede, muss ich schreien,
Gewalt und Unterdrückung! muss ich rufen.
Denn das Wort des HERRN
bringt mir den ganzen Tag nur Hohn und Spott.
Sagte ich aber:
Ich will nicht mehr an ihn denken
und nicht mehr in seinem Namen sprechen!,
so brannte in meinem Herzen ein Feuer,
eingeschlossen in meinen Gebeinen.
Ich mühte mich, es auszuhalten,
vermochte es aber nicht.
Ich hörte die Verleumdung der Vielen:
Grauen ringsum! Zeigt ihn an!
Wir wollen ihn anzeigen.
Meine nächsten Bekannten
warten alle darauf, dass ich stürze:
Vielleicht lässt er sich betören,
dass wir ihn überwältigen und an ihm Rache nehmen können.
Doch der Herr steht mir bei wie ein gewaltiger Held.
Darum straucheln meine Verfolger und können nicht überwältigen.
Sie werden schmählich zuschanden,
da sie nichts erreichen,
in ewiger, unvergesslicher Schmach.
Aber der Herr der Heerscharen prüft den Gerechten,
er sieht Nieren und Herz.
Ich werde deine Vergeltung an ihnen sehen;
denn dir habe ich meinen Rechtsstreit anvertraut.
Singt dem Herrn, rühmt den Herrn;
denn er rettet das Leben des Armen
aus der Hand der Übeltäter.
Verflucht der Tag, an dem ich geboren wurde;
der Tag, an dem meine Mutter mich gebar,
sei nicht gesegnet.
Verflucht der Mann,
der meinem Vater die frohe Kunde brachte:
Ein Kind, ein Knabe ist dir geboren!
und ihn damit hoch erfreute.
Jener Mann gleiche den Städten,
die der HERR ohne Erbarmen zerstört hat.
Er höre Zetergeschrei am Morgen
und Schreien am Mittag,
weil er mich nicht tötete im Mutterleib.
So wäre meine Mutter mir zum Grab geworden,
ihr Schoß auf ewig schwanger geblieben.
Warum denn kam ich hervor aus dem Mutterschoß?
Nur, um Mühsal und Kummer zu erleben
und meine Tage in Schande zu beenden?
Kv: Meine Seele dürstet nach dir, mein Gott. – Kv
(GL 420)
Gott, mein Gott bist du, dich suche ich, *
es dürstet nach dir meine Seele.
Nach dir schmachtet mein Fleisch *
wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. – (Kv)
Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum, *
zu sehen deine Macht und Herrlichkeit.
Denn deine Huld ist besser als das Leben. *
Meine Lippen werden dich rühmen. – (Kv)
So preise ich dich in meinem Leben, *
in deinem Namen erhebe ich meine Hände.
Wie an Fett und Mark wird satt meine Seele, *
mein Mund lobt dich mit jubelnden Lippen. – (Kv)
Ja, du wurdest meine Hilfe, *
ich juble im Schatten deiner Flügel.
Meine Seele hängt an dir, *
fest hält mich deine Rechte. – Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Ich ermahne euch, Schwestern und Brüder,
kraft der Barmherzigkeit Gottes,
eure Leiber als lebendiges, heiliges
und Gott wohlgefälliges Opfer darzubringen –
als euren geistigen Gottesdienst.
Und gleicht euch nicht dieser Welt an,
sondern lasst euch verwandeln
durch die Erneuerung des Denkens,
damit ihr prüfen und erkennen könnt,
was der Wille Gottes ist:
das Gute,
Wohlgefällige und Vollkommene!
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die ersten beiden Verse des 12. Kapitels des Römerbriefes bilden eine Art Überschrift über den folgenden Abschnitt. Während Paulus in den Kapiteln 1 bis 11 theologisch herausgearbeitet hat, was Gott an uns Menschen getan und durch Leben, Tod und Auferstehung Jesu bewirkt hat, beschreibt er in den nächsten Kapiteln konkrete Konsequenzen für das Leben der Christen. Diese haben den Charakter von Aufrufen und Mahnungen.
Die erste Mahnung unserer Lesung fordert auf, daß Christen sich selbst als lebendiges und heiliges Opfer Gott darbringen. Den Hintergrund dieser Mahnung bildet ein grundlegender Wandel in der Auffassung von Opfer und Gottesdienst. Im Umfeld des Christentums werden und wurden seit jeher den Gottheiten blutige Opfer dargebracht. Tiere werden stellvertretend für den Opfernden getötet und Gott dargebracht. Paulus fordert das Opfern des eigenen Leibes als lebendiges Opfer. Damit ist nicht an Abtötung und Lebensverneinung gedacht, sondern ein Sich-in-den-Dienst-Gottes-Stellen gemeint. Gott fordert den ganzen Menschen.
Dies versteht sich auch als Abgrenzung gegenüber Opfervorstellungen in manchen Mysterienkulten, die eher die geistige Hingabe forderten. Wer sich in den Dienst Gottes stellt, hat einen Dienst an den Schwestern und Brüdern zu leisten. Der wahre Gottesdienst zeigt sich im Umgang mit den Menschen.
Die zweite Mahnung fordert die Verwandlung des Denkens der Christen. Die Hinwendung zum Menschen birgt die Gefahr eines Humanismus in sich, der die religiöse Dimension, die Wirklichkeit des Glaubens, die Beziehung zu Gott aus den Augen verliert. Christen sind den Menschen zugewandt, denken aber von Gott her. Die ist kein Widerspruch, da Gott sich den Menschen zugewandt hat, wie Paulus in der vorangehenden Kapiteln ausgeführt hat.
Wie in allen Paulusbriefen stehen auch im Römerbrief im letzten Teil Schlussfolgerungen und praktische Mahnungen, wie das Leben des Christen auszusehen hat. Verse 1-2 bilden gleichsam die Überschrift und fassen das Wesentliche zusammen.
Christliches Dasein ist "lebendiger Gottesdienst"; dies bedeutet ein Dasein für Gott und darin eingeschlossen ein Dasein für andere. Christliche Selbstverwirklichung geschieht paradoxer Weise im "Opfer", womit Paulus hier nicht einen neuen Kult meint, sondern die Bereitschaft zum Dienst in dieser Welt. "Wahrer und angemessener Gottesdienst" bedeutet dann ein ständiges, angespanntes Hinhören auf das, was das von Christus in Bewegung gesetzte Reich Gottes fordert. Es geht also nicht um die Einhaltung bestimmter Regeln und Normen, sondern um die Bereitschaft, einerseits diese konkrete Welt anzunehmen und andererseits durch diese Welt hindurch und zusammen mit dieser Welt zur "neuen Schöpfung" unterwegs zu sein.
Halleluja. Halleluja.
Der Vater unseres Herrn Jesus Christus
erleuchte die Augen unseres Herzens,
damit wir verstehen, zu welcher Hoffnung wir berufen sind.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus:
In jener Zeit
begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären:
Er müsse nach Jerusalem gehen
und von den Ältesten
und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden,
getötet
und am dritten Tag auferweckt werden.
Da nahm ihn Petrus beiseite
und begann, ihn zurechtzuweisen,
und sagte: Das soll Gott verhüten, Herr!
Das darf nicht mit dir geschehen!
Jesus aber wandte sich um
und sagte zu Petrus: Tritt hinter mich, du Satan!
Ein Ärgernis bist du mir,
denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will,
sondern was die Menschen wollen.
Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern:
Wenn einer hinter mir hergehen will,
verleugne er sich selbst,
nehme sein Kreuz auf sich
und folge mir nach.
Denn wer sein Leben retten will,
wird es verlieren;
wer aber sein Leben um meinetwillen verliert,
wird es finden.
Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt,
dabei aber sein Leben einbüßt?
Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?
Der Menschensohn
wird mit seinen Engeln in der Herrlichkeit seines Vaters kommen
und dann wird er jedem nach seinen Taten vergelten.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Dieser Abschnitt folgt unmittelbar auf das Messiasbekenntnis des Simon Petrus (Mt. 16:13 ff.). Stellvertretend für alle Jünger bekennt Petrus: "Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes". Jesus reagiert darauf mit der Berufung des Simon zum Petrus-Amt.
Geradezu im Kontrast dazu steht nun die folgende Begebenheit: Jesus erläutert, daß er nach Jerusalem zu gehen habe, dort vieles erleiden und sogar getötet werde. Er geht seinem Prophetenschicksal entgegen. Dieses war für die Juden (auch für seine Jünger) mit ihrer Vorstellung vom Messias unvereinbar. Petrus will das aus seiner schlichten menschlichen Betrachtungsweise heraus verhüten. Jesus reagiert darauf mit unerwarteter Heftigkeit. Für ihn geht es um das Wesentliche seiner Berufung. Wie der Satan in der Erzählung von den Versuchungen Jesu ihn von seinem Weg abbringen wollte, will ihn Petrus vom Weg des Messias abbringen.
An diese Begebenheit fügt der Evangelist ein Wort Jesu über die Nachfolge an. Wer Jünger Jesu sein will, wird letztlich den gleichen Weg zu gehen haben. In diesen Sätzen schwingt die Erfahrung der Jünger der ersten Generation mit. Sie haben und werden letztlich das gleiche Schicksal erfahren. "Der Jünger steht nicht über seinem Meister".
Dessen sollten sich Leser späterer Jahrhunderte bewußt sein und dieses Wort nicht vorschnell auf andere Situationen übertragen. Vielmehr fordern uns diese Sätze heraus zu fragen: Worin besteht heute das Kreuz der Nachfolge? Das Leben "verlieren", um es zu gewinnen, ist eine paradoxe Weisheit, die sich in der Nachfolge Jesu bewahrheitet. Eine Wahrheit, eine Erfahrung Glaubender, die ermutigt, das Leben zu riskieren für eine Sache, die sich aus rein menschlicher Perspektive "nicht rechnet". Dies ist genau genommen etwas anderes, als einfach ja zu seinem eigenen Lebensschicksal zu sagen.
Die Zeit ist jetzt reif dafür, die Jünger in das Geheimnis des Leidens einzuführen. Gleich am Anfang steht das Wort "muss", das den Zuhörern klarmachen soll, es gibt hier keine andere Möglichkeit, es ist ein göttliches Muss, das nach der Ordnung des Heils Tod und Auferstehung vorsieht.
Der Jude Petrus, der bis jetzt messianisches Wirken in den Zeichen, Worten und Taten Jesu erfahren hat, kann sich einen leidenden und von den Führern des alttestamentlichen Gottesvolkes zum Tod verurteilten Messias nicht vorstellen. Daher seine Reaktion: das ist unvorstellbar und kann und darf nicht geschehen!
Die Antwort Jesu ist sehr hart und entspricht den Worten, die er dem Verführer gesagt hat (Mt 4,10). Aber dort, wo die Gedanken Gottes in das Denken der Menschen einbrechen, wird es für uns Menschen immer schwierig. Wir müssen so wie Petrus von vorn anfangen und uns bemühen, langsam diese Gedanken Gottes zu begreifen.
Die Jünger waren auf den Aufruf Jesu hin ihm nachgefolgt. Nun soll aus dieser äußeren eine innere Nachfolge werden. Dafür ist es notwendig, "sich selbst zu verleugnen" und "sein Kreuz auf sich zu nehmen". Dies bedeutet sich aufzugeben und loszulassen, möglicherweise bis in den wirklichen Tod.
In Vers 25 wird es für unser logisches Denken vollkommen unverständlich: Jeder Mensch strebt doch danach sein Leben zu "retten", zu bewahren und wird das Gegenteil von dem erreichen, was er will. Die Einsicht in die Wahrheit dieses Wortes zeigt sich nur dem, der es zu leben versucht, wie es die Jünger Jesu getan haben. Diese Einsicht ist aber zugleich die Voraussetzung das Leben, das über den Tod hinausgeht, zu erlangen. Denn "der Menschensohn" wird in seiner Herrlichkeit kommen und die, die in Gemeinschaft mit ihm stehen, zum ewigen Leben führen.
Jesus verspricht kein Leben ohne Leid, aber er verspricht: Du musst dein Kreuz nicht allein tragen. Dabei ist nicht jedes Leid hinzunehmen: Gewalt, Missbrauch und Ungerechtigkeit müssen bekämpft werden. Doch manches Kreuz lässt sich nicht einfach abwerfen. Dann kann Gott es verwandeln: Eine Wunde wird zu Mitgefühl, ein Scheitern zum neuen Anfang und das Kreuz, das wir loswerden wollten, vielleicht zur Brücke. Christus geht uns voraus: durch das Kreuz hindurch zum Leben.
Es gibt Sätze Jesu, bei denen man denkt: Jesus - musste das jetzt sein? Heute ist so ein Sonntag: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Na wunderbar. Das ist nun wirklich kein Werbeslogan für das Christentum: „Komm zu Jesus – Kreuz inklusive!“
Wir hätten es lieber anders. Glaube soll guttun. Kraft geben. Trösten. Das Leben leichter machen. Und ja: Das kann Glaube. Aber Jesus ist kein religiöser Wellness-Trainer. Er verspricht uns kein Leben ohne Gegenwind. Er verspricht etwas anderes: "Du musst da nicht allein durch".
Petrus hat heute keinen guten Tag. Gerade eben sagt Jesus zu ihm: „Du bist Petrus, der Fels.“ Nicht Kieselstein. Nicht Schotter. Fels! - Und nur wenige Augenblicke später: „Tritt hinter mich, du Satan!“ Das nenne ich einen Karriereknick.
Was ist passiert? Jesus erzählt von seinem Weg nach Jerusalem. Von Leiden, Kreuz und Tod. Petrus protestiert: „Das darf nicht geschehen!“ Verständlich. Wenn ein Mensch, den ich liebe, vor einem schweren Weg steht, sage ich doch auch: Bitte nicht! - Petrus meint es gut, aber er macht einen entscheidenden Fehler: Er will Gott erklären, welchen Weg Gott zu gehen hat. Und schon ist Petrus uns verdammt ähnlich.
Wir beten: „Dein Wille geschehe.“ Und denken manchmal: …aber ich hätte da einen Vorschlag. Lieber Gott, dein Wille geschehe, aber bitte lass meine Pläne aufgehen, bitte lass diesen Menschen gesund werden, bitte erspare mir diesen Abschied, bitte mach, dass alles wieder gut wird…
Wir dürfen so beten! Jesus selbst hat gebetet: „Lass diesen Kelch an mir vorübergehen.“ Aber dann kommt: „Doch dein Wille geschehe.“ Und da wird Glaube ernst.
Glaube heißt nicht: Ich verstehe Gott immer. Glaube heißt manchmal: „Gott, ich verstehe dich gerade überhaupt nicht - aber ich lasse dich trotzdem nicht los.“
„Nimm dein Kreuz auf dich.“ Dieser Satz ist oft missverstanden worden. Jesus sagt nicht: Suche dir möglichst viel Leid! - Und wir sollten einem leidenden Menschen nicht vorschnell sagen: „Das ist eben dein Kreuz.“ Nein! Manches Kreuz muss man abwerfen: Gewalt. Demütigung. Missbrauch. Ungerechtigkeit.
Jesus verherrlicht das Leiden nicht. Aber er weiß: Es gibt Dinge, die können wir nicht einfach wegmachen. Eine Krankheit. Einen Abschied. Eine Enttäuschung. Die Sorge. Eine Schuld. Eine Wunde, die noch immer wehtut…
Und dann sagt Jesus nicht: „Stell dich nicht so an.“ - Er sagt: „Komm. Ich gehe mit.“ Das ist Kreuzesnachfolge.
Vielleicht sollten wir deshalb vorsichtiger miteinander umgehen. Wir wissen nämlich nicht, was der Mensch neben uns gerade trägt. Vielleicht wartet jemand auf einen Befund. Vielleicht trauert jemand. Vielleicht ist eine Beziehung zerbrochen. Vielleicht gibt es Sorgen um die Kinder. Vielleicht liegt jemand nachts wach - und morgens sagt er freundlich: „Alles gut!“ - Nein.
Menschen tragen Kreuze, die man ihnen nicht ansieht. Darum braucht ein Mensch manchmal nicht unsere Meinung, sondern jemanden, der sagt: „Komm, ich trage ein Stück mit.“ Und plötzlich wird das Kreuz leichter. Nicht weil es verschwunden ist, sondern weil zwei daran tragen.
Dazu gibt es eine alte christliche Erzählung: Ein Mensch kommt zu Gott und sagt: „Herr, warum muss ausgerechnet ich dieses schwere Kreuz tragen? Die anderen haben es doch viel leichter. Gib mir ein anderes!“ Gott sagt: „Gut. Komm mit.“ Er führt ihn in einen riesigen Raum. Dort stehen Kreuze. Hunderte. Große und kleine, schöne und hässliche, leichte und schwere. „Such dir eines aus.“ Der Mensch stellt sein Kreuz in die Ecke. Endlich! Er nimmt ein kleines. Zu schwer. Ein anderes sieht wunderschön aus. Doch als er es auf die Schulter legt, merkt er die scharfen Kanten. Ein weiteres ist leicht, aber so unhandlich, dass er kaum damit gehen kann. Er probiert Kreuz um Kreuz.
Und langsam sieht er nicht mehr nur Holz. Er sieht Geschichten. Die Sorge einer Mutter um ihr Kind. Die Einsamkeit eines alten Menschen. Eine Krankheit. Eine zerbrochene Liebe. Eine Schuld, die niemand kennt. Eine Angst, über die niemand spricht. Da wird er still. Er hatte immer gedacht: Die anderen haben es leichter.
Jetzt begreift er: Jeder trägt etwas. Man sieht es nur nicht immer. Ganz hinten entdeckt er schließlich ein Kreuz. Nicht besonders groß. Nicht besonders klein. Er nimmt es. Schwer ist es. Aber es passt. „Herr“, sagt er, „dieses nehme ich.“ Gott lächelt: „Schau genau hin.“ Der Mensch schaut. Es ist sein eigenes Kreuz. Er nimmt es und geht weiter.
Nach langer Zeit kommt er an eine tiefe Schlucht. Kein Weg. Keine Brücke. Er wird wütend: „Gott! Jetzt habe ich mein Kreuz angenommen und getragen und trotzdem komme ich nicht weiter!“ Dann nimmt er das Kreuz von seiner Schulter. Er legt es über die Schlucht. Und plötzlich merkt er: Es passt. Von einer Seite bis zur anderen. Ausgerechnet das Kreuz, das er unbedingt loswerden wollte, ist zur Brücke geworden.
Ich glaube nicht an einen Gott, der uns Krankheiten und Katastrophen schickt, damit wir etwas lernen. Aber ich glaube an einen Gott, der verwandeln kann. Aus einer Wunde kann Mitgefühl wachsen. Aus einem Scheitern ein neuer Anfang. Aus Tränen die Fähigkeit, mit anderen zu weinen.
Vielleicht können wir einen Menschen gerade deshalb verstehen, weil wir selbst einmal ganz unten waren. Dann war das Leid nicht gut. Aber Gott hat ihm nicht das letzte Wort gelassen. Und genau das ist Ostern.
Jesus sagt: „Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir nach.“ Das Entscheidende ist: Da geht einer voraus. Wir müssen nicht wissen, wie der ganze Weg aussieht. Der nächste Schritt reicht. Denn vor uns geht Christus. Er kennt das Kreuz. Und er kennt Ostern. Darum dürfen wir hoffen: Wo wir nur einen Abgrund sehen, kann Gott längst an einer Brücke bauen. Und manchmal wird ausgerechnet das, was wir am liebsten losgeworden wären, zur Brücke. Zum anderen Menschen. Zu uns selbst. Zu Gott. Und eines Tages vielleicht zur Brücke in den Himmel.
Der Weg Jesu in das Himmelreich führt ihn durch Leiden und Tod zur Auferstehung in das neue Leben. Wer ihm auf diesem Weg folgen will, darf sich nicht abschrecken lassen und muss bereit sein, auch durch Leiden und Tod hindurchzugehen. Der "Verwirrer", der uns davon abbringen will, begleitet uns wie Petrus als dunkler Schatten.
Was war das? Haben Sie das auch gehört? - Tritt hinter mich, du Satan! Das hat Jesus doch zu keinem Geringeren als Simon, genannt Petrus, gesagt, auf Deutsch: Fels. Tritt hinter mich! Dem Wortsinn nach: Folge mir. Folge nur mir. Oder auch: Lass mir den Vortritt! Lauf mir nicht davon! Lauf mir nicht voraus! Lass dich nicht jagen! Ob Simon der Satan ist? Wohl nicht. Es ist, als ob hinter Simon die Gestalt des Satans wie ein Schatten auftaucht. Kaum zu sehen. Jedenfalls ist die Verwirrung groß – und Verwirrung zeichnet den Satan aus. Er ist der, der alles durcheinander bringt, aber sein Gesicht nie offen zeigt. War er da, weiß man es - will man seiner habhaft werden, trifft man auf Gespenster – will man ihm entfliehen, muss man sich ihm stellen. Tritt hinter mich!
Jesus will nach Jerusalem gehen und seine Jünger mitnehmen. Hört sich gut an: nach Jerusalem! Gehen! Die Vorstellung, dass jetzt alles anders wird, eine neue Welt entsteht, die Ungerechtigkeit ein Ende findet – gar das Reich Gottes anbricht: was für eine tolle Vision. Jerusalem – eine Trauminsel inmitten von Chaos und Dreck! Wenn es denn so weit ist, werden auch die Jünger groß herauskommen. Endlich! Einer nach dem anderen – oder alle gleichzeitig? Egal! Nach Jerusalem ziehen Herrenmenschen!
Nach Jerusalem geht Jesus aber, um zu leiden, zu sterben. Auch, um von den Toten aufzuerstehen. Simon weist Jesus zurecht. Er hört: leiden. Er hört: sterben. Auferweckt werden – das hört Petrus schon nicht mehr. Simon ist auch eher ein Heißsporn. Gott soll verhüten, dass Jesus etwas geschieht! Wir hören das „nein“, „das „nur nicht“, wir hören das Entsetzen bei Petrus heraus. Ein Irrtum ist aber ausgeschlossen: Jesus sagt:
„Er müsse nach Jerusalem gehen
und von den Ältesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten
vieles erleiden, getötet
und am dritten Tag auferweckt werden.“
Jesus muss diesen Weg gehen. Nach Jerusalem. Es ist so von Gott vorgesehen. Von Anfang an. Die anderen Träume – sie haben sich ausgeträumt. Gott kommt nicht mit Gewalt, Gott kommt mit Liebe. Nein! Gott kommt als Liebe, die alles gibt – sich selbst. Simon hat nur die Worte „leiden“ und „sterben“ gehört – überhört hat er den Neuanfang, die Zusage von Leben, die Gewissheit von Ewigkeit. Jesus spricht davon, am dritten Tag auferweckt zu werden. Sein Weg ist nicht nur Leiden, Sterben – sein Weg führt in das Leben. Dem Tod wird das letzte Wort genommen. Dem Tod muss das letzte Wort genommen werden Darum müsse er nach Jerusalem gehen – und seine Jünger mitnehmen. Auf, nach Jerusalem!
Wir brauchen jetzt einen kleinen Blick zurück, der sich dann auch als Blick nach vorne entpuppt. Wer am letzten Sonntag den Gottesdienst mitgefeiert hat, wird sich schnell erinnern: Simon ist alles andere als ein Unbekannter. Er ist in der Reihenfolge der Jünger Jesu die Nummer 1. In der Reihenfolge der Päpste auch. Es kann aber auch ganz schön schwer sein, die Nummer 1 zu sein. Schwerer noch, darauf festgelegt zu werden. Mensch, Simon! Und dann legst du dich noch mit Jesus an, der dich gerufen, der dich berufen hat!
Jesus hatte seine Jünger gefragt: Was sagt ihr denn – wer bin ich? Simon hat, stellvertretend für die anderen, geantwortet: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Dieses Bekenntnis hat ihm den Titel „Fels“ beschert: „auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen“, hat Jesus zu ihm gesagt – und: dieser Fels wird auch nicht von der Hölle, auch nicht von einem Satan überwältigt. Klar, der Fels steht für die Welt Gottes, für den Himmel, für die Liebe, für die Zukunft!
Ein Fels steht für Festigkeit und Stärke – für Menschen, die den Boden unter ihren Füßen verloren haben.
Ein Fels steht für Dauer und Ewigkeit – für Menschen, die einen neuen Halt in ihrem Leben finden.
Als Menschen brauchen wir einen festen Halt unter unseren Füßen. Wir werden hin- und hergerissen. Wogen schlagen über uns zusammen. Ein Nebel raubt uns den Horizont, eine Schwüle den Atem. Irgendein Verwirrer hängt sich wie ein Schatten an unsere Rücken. Wir brauchen einen Fels in der Brandung!
Der Schlüssel liegt in diesem Bekenntnis: "Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!". In Jerusalem wird sichtbar werden, wer Jesus ist und was das Bekenntnis zu ihm bedeutet. In seinem Leiden und Sterben, in seiner Auferweckung liegt unser Leben, bewegt sich unsere Hoffnung, kommt die Zukunft auf uns zu. Jesus geht den Weg eines Dieners, nicht den eines Herrschers.
In der Kirche, in den Kirchen, hat sich an vielen Stellen, oft unbemerkt, der Traum eingeschlichen, in der Welt etwas zu sein, Macht zu haben, gar im Namen Gottes Geschichte schreiben zu dürfen. Da ist vieles gründlich schief gelaufen. Auch eine große Ernüchterung hat sich eingestellt. Wir sind sprachlos geworden. Und mutlos. So gut es geht, versuchen wir es zu verdecken. Unsere großen Worte haben Löcher bekommen.
Dass Macht mit Missbrauch verbunden ist, geistert durch Kirchen, Dome und Residenzen. Schlimmer hätte es kaum kommen können. Wir sind nicht nach Jerusalem gegangen, wir haben Gottes MUSS nicht vernommen, wir haben an vielen Stellen sogar die Liebe verloren. Wir haben es nicht einmal gemerkt.
Simon, genannt Petrus, der Fels, ist untrennbar mit der Kirche und ihrer Geschichte verbunden. Da ist es gut, von Jesus zu hören:
„… Petrus: Tritt hinter mich, du Satan!
Ein Ärgernis bist du mir,
denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will,
sondern was die Menschen wollen.“
Haben Sie den Schatten gesehen, der sich wegducken will? Den Verwirrer aller Sinne, den Herren des Chaos, den dunklen Schatten, der sich über jede Hoffnung legt? Haben Sie ihn gesehen?
Der Prophet Jeremia – von ihm ist die erste Lesung – hat Klage und Zuversicht zusammengebunden:
„Du hast mich betört, o Herr,
und ich ließ mich betören;
du hast mich gepackt und überwältigt…
Sagte ich aber:
Ich will nicht mehr an ihn denken
und nicht mehr in seinem Namen sprechen!,
so brannte in meinem Herzen ein Feuer,
eingeschlossen in meinen Gebeinen.“
Das war das! Das haben wir gehört! Unser Platz ist „hinter“ Jesus. Er geht voran.
Auf nach Jerusalem.
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Freundschaften werden oft schnell erklärt und geschlossen. Was sie beinhalten, ist dabei oft noch nicht erklärt. Die Freundschaft mit Christus ist mehr als eine Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft. Ihm zu folgen kann das Leben kosten.
Gerade noch hat Jesus zu Petrus gesagt: Du bist der Fels, auf den ich meine Kirche baue. Und schon passiert es: als er den Jüngern erklärt, dass er sterben werde, ist es ausgerechnet Petrus, der das verhindern will. Er, der eben noch, wie wir letzten Sonntag gehört haben, aus innerster Überzeugung gesagt hat, Jesus sei der Sohn Gottes, reagiert hier ganz wie ein Mensch, der nicht will, dass sich was ändert. Ihm gefällt es nicht, was Jesus erleiden wird. Er will es nicht und er begreift nicht, wie das alles zusammenhängt. Der Petrus, auf den unser Papsttum aufgebaut ist. Und wenn er es schon nicht begreift, wie sollten wir es können, ohne Jesus gekannt zu haben? 2000 Jahre später? Sicher, wir können Karfreitag von Ostern her anschauen. Aber macht es das wirklich klarer?
Jesus spricht klare Worte: ihm nachzufolgen, hat Folgen. Es kann das Leben kosten; im übertragenen, aber durchaus auch im wörtlichen Sinne. Das zeigen die Lebenswege der Apostel. Seine Worte sind eine Parallele zu der Lesung, die wir gehört haben: Der, der sich an Gottes Wort hält, muss leiden. In der Abkehr allerdings leidet er noch viel, viel mehr.
Die Reaktion des Petrus ist menschlich nachvollziehbar. Und sie ist ok. Denn im Herzen weiß er ja, wer Jesus ist, und er wird in der Nachfolge später so konsequent sein wie viele andere, bis hin in den Tod. Zweifel und Unverständnis hindern nicht, solange man in seinem Herzen weiß, worum es geht.
Wie ist es bei uns? Katholisch sein in Europa hieß ja lange: eingebettet sein in volkskirchliche Strukturen; in Regeln, die vielleicht manchem zu eng waren, aber doch Sicherheit gaben, der Glaube war selbstverständlich bzw. es wurde niemand belächelt, der an Gott glaubt. Soziales Engagement in der Pfarrei – gelebte Caritas – alles das haben viele von uns quasi mit der Muttermilch aufgesogen. Aber heute? Gerade heute wieder musste ich mich rechtfertigen, immer noch Mitglied in dieser Kirche zu sein. Gerade heute noch musste ich erklären, was Nachfolge für mich bedeutet: absolute Option für die Benachteiligten, hier und überall, Bewahrung der Schöpfung, immer wieder hinarbeiten auf Frieden und Versöhnung. Viele halten das für bescheuert; vor allem dann, wenn es was kostet. Freizeit, Geld… das gibt man doch nicht her für andere. So denken auch Menschen, die katholisch sind. Die eigene Bequemlichkeit geht vor, darüber hinaus muss man sehen.
Wie ist es bei mir? Wo sind meine Grenzen? Bin ich echt gewillt und in der Lage zur bedingungslosen Nachfolge? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß eins: ich bemühe mich darum immer wieder neu. Und das wird reichen, darauf vertraue ich.
Dem Messiasbekenntnis des Petrus folgt eine dramatische Szene: Gut gemeint möchte Petrus Jesus vor Bösem bewahren. Gerade das aber versteht Jesus als Versuchung des Satans. Wer immer Jesus nachfolgen will, muss bereit sein, sich dieser Scheidung der Geister zu stellen.
Im heutigen Evangelium geht es hoch her. Unmittelbar nach dem Messiasbekenntnis des Petrus (Mt 16,16), von dem wir vergangenen Sonntag gehört haben, steht es Spitz auf Knopf. Die erste Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung stößt auf gemischte Reaktionen, führt zu einer Auseinandersetzung und mündet im Ruf in die Nachfolge.
Es ist eine höchst angespannte Situation, von der uns das heutige Evangelium berichtet. Petrus, der „Vorzeigejünger“, machte seinem Meister nach dessen erster Leidensankündigung Vorwürfe und wollte ihn von seinem Weg zurückhalten. Petrus wollte seinen Meister wohl einfach nur beschützen. Wie auch immer, Jesus hatte erstmals von dem schweren, vor ihm liegenden Weg gesprochen und fand Petrus’ Reaktion gar nicht angebracht. Als Petrus versuchte, sich – wenn auch schützend – vor ihn zu stellen, rief Jesus: „Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen. Du willst mich zu Fall bringen!“. Ganz ähnlich hatte er in der Versuchungsgeschichte „Weg mit dir, Satan!“ gerufen (Mt 4,10).
Das "Weg mit dir, Satan!" zeigt die Heftigkeit der Auseinandersetzung und bedeutet wörtlich übersetzt: „hinter mich!“. Das kann als ein „Verstelle mir nicht den Blick auf das Wesentliche“ gelesen werden oder auch als Ruf zurück auf den Weg der Nachfolge, als ein: „Du kommst nach mir!“ (vgl. dazu ausführlicher in: Meidl, Be Strong!, Wien 2023.). Der Ausruf Jesu gipfelt in einem „Du willst mich zu Fall bringen, denn nicht Göttliches, sondern Menschliches hast du im Sinn.“ Auf Altgriechisch steht da „σκάνδαλον (skandalon)“, also: „Du bist ein Ärgernis, ein Skandal!“, auch im Sinne eines „Fallstricks“ (Mt 16,23).
Gerade noch hat Jesus dem Petrus die Himmelsschlüssel anvertraut (Mt 16,19). Nun holt er ihn nach diesem „Karrieresprung“ auf den Boden der Tatsachen zurück. Nachdem er ihn stellvertretend für seine Jünger zurechtgestutzt hat, ruft er sie in die Nachfolge. „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Mk 8,34; Mt 16,24; Lk 9,23). Das steht für das Abrücken von einer rein egoistischen Lebenseinstellung im Sinne von: „Wenn jemand mir nachfolgen will, kreise er nicht nur um sich selber!“ Da wird jene „Erneuerung des Denkens“ verlangt, die Paulus im Römerbrief einfordert (Röm 12,2).
Wir alle sind zur Nachfolge Christi berufen. Jede und jeder von uns auf ihre und seine Weise! Doch Vorsicht: Der Nachfolgeauftrag hat es in sich. Er ist nichts für ängstliche „Waserln“, die lieber zu allem „Ja und Amen“ sagen als Flagge zeigen! Wir sollen vorangehen und aufstehen, um Dinge aufzuzeigen, die sich ändern sollten. Vor allem aber gilt es, dorthin zu schauen, wo andere unsere Unterstützung benötigen und wo wir wirksame Veränderungen zum Besseren anstoßen und herbeiführen können.
Das Wort Jesu vom Verlieren und Retten des Lebens könnte als Schicksalsergebenheit missverstanden werden. Es fordert uns auf, nach dem Willen Gottes zu fragen und die Gestaltung unseres Lebens nach dem Willen Gottes in die Hand zu nehmen. Dies gilt auch im sozialen und politischen Sinn.
Fatalismus bedeutet eine Gesinnung, die meint, das Geschehen in Natur und Gesellschaft sei durch eine höhere Macht oder aufgrund logischer Notwendigkeit vorherbestimmt. Der Wille des Menschen kann da gar nichts entgegensetzen. Mit der Überzeugung vom eigenen Ausgeliefertsein verbindet sich dann eine Gefühlslage der »Schicksalsergebenheit«. - “Der Mensch denkt, Gott lenkt.” So eine Haltung ist eigentlich alles, nur nicht christlich. Als Christinnen und Christen sind wir doch sicher, dass wir unser Leben als Gottesgeschenk bekamen, um es zu gestalten. Wir sollen unser Leben in die Hand nehmen und es gestalten, wie ein Töpfer einen Tonkrug schafft. Dazu hat Gott uns mit Gnadengaben - Charismen - versehen. Immer wieder spüren wir, dass wir bei der Gestaltung dieses Lebens sehr wohl an Grenzen stoßen können, am allerdeutlichsten, wenn wir leiden oder gar sterben müssen. Aber dennoch: Das Leben ist uns gegeben, dass wir etwas daraus machen, und Gott geht dieses Leben mit, er ist mit dabei - das ist uns in der Taufe sogar zeichenhaft versprochen worden.
Das Evangelium, das wir zum heutigen Sonntag vernehmen, hat aber auf den ersten Blick doch zunächst einmal einen ziemlich anderen Anschein. Da sagt Jesus zu den Menschen: "Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden." Was ein wenig danach tönt: Wenn du selbst nach deinem Leben schaust und was draus machen willst, hast du keine Chance. Und dann noch: Nimm eher alles - vor allem die Kreuze - an, die dir das Leben so anbietet und sei zufrieden damit. Jesus erinnert an die Tradition der Psalmen: "Wer ist der Mensch, der das Leben liebt / und gute Tage zu sehen wünscht?" (Psalm 34,14). Hart geht schließlich Jesus mit Petrus ins Gericht, als dieser seinen Herrn mahnt, sich drohendem Unrecht entgegenzusetzen: "Tritt hinter mich, du Satan! Ein Ärgernis bist du mir!" - Jesus doch ein Fatalist?
Sicher ist Jesus nicht einfach blind schicksalsergeben, aber sicher ist Jesus sich auch der Realitäten des Lebens bewusst. Jesus schaut an, was da kommt. Jesus will dem, was ihm das Leben bietet, begegnen und damit umgehen. Er rennt nicht davon.
"Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt?" Was nützt es einem Menschen, wenn er sich in seinem Leben beständig was vormacht und sich am wahren Leben, das eben auch schwer sein kann, immer wieder vorbeimogelt? Wenn er ständig so tut, als wäre alles gut, obwohl das so gar nicht stimmt? Es mag zwar eine Weile gutgehen, aber echtes, wahres Leben kommt anders daher. Nein, Jesus lässt uns wissen, dass wir uns nicht einfach unserem Schicksal so dahingeben sollen, dass wir unser Leben gestalten sollen, dass wir aber auch vor Not und Leid nicht aufgeben dürfen, dann, wenn wir unser Leben nicht mehr ganz und gar in der Hand haben. Auch dann, wenn alles so aussichtslos erscheint, liegt die Entscheidung, die Kreuze des Lebens anzunehmen und aufzunehmen, immer noch bei uns. Aber der Herr macht uns klar: Folge mir auch jetzt noch nach. Eine Herausforderung. Aber nur so können wir das Leben erfahren, wie es wirklich ist, und nicht als einen trügerischen Schein, mit dem wir uns was vormachen.
Warum das Ganze? Schauen wir uns um, erleben wir doch immer wieder Menschen, die sich Scheinwelten ihres Lebens aufbauen, die “sich betrügen mit dem Schein”, wie es in einem Kirchenlied heißt, und damit eigentlich ganz gut zurechtkommen. Warum müssen wir uns so viel Stress machen mit Authentizität, mit Echtheit? Paulus erklärt das seiner Gemeinde in Rom so: Es geht darum, zu prüfen und zu erkennen, “was der Wille Gottes ist: das Gute, Wohlgefällige und Vollkommene”. Nicht ganz einfach, was Paulus da meint: als Gottes Ebenbilder zu leben. Und Paulus lässt uns wissen: Sucht das wahre Leben, das echte, weil es das ist, was ihr von Gott bekommen habt. Und kein anderes - da gehören eben auch die Kreuze dazu. Und weil es das ist, was letztendlich zum ewigen Leben führt. - Alles andere führt ins Nichts.
"Wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden." Dieser Anruf Jesu gilt nicht nur für jeden Menschen als Einzelnem. Diese Worte gelten auch zwischenmenschliche Strukturen, für soziale Größen und Einheiten wie etwa auch für unsere Kirche. Als Kirche können wir so viel in unseren Gesellschaften bewirken - aus einem Geist der Liebe, der schließlich das Wirken des Heiligen Geistes bezeugt. Manchmal aber halten wir uns politisch und sozial lieber heraus und legen die Hände in den Schoß.
Auf der anderen Seite haben wir als Kirche Definitionen und Lehren, die uns helfen, unseren Weg durch die Zeiten zu bestehen - und das ist gut und richtig. Aber es gibt hinter all unseren Glaubenstraditionen, hinter allen Lehren auch noch ein »Mehr« an Wirklichkeit, das allein Gott kennt. Und damit bleibt unsere Betrachtung der Wirklichkeit vorläufig, bruchstückhaft. Das ist eine Herausforderung - für manche Menschen in der Kirche ein Kreuz, das sie fast nicht tragen können.
Die Definition unseres Glaubens, unser Glaubensbekenntnis, spricht von dieser einzigartigen Allmacht Gottes - aber ist es auch in den Herzen der Christenheit angekommen? Können wir nicht immer wieder feststellen, dass wir in unseren Pfarreien, in unseren Vereinen und Gruppierungen Gott lieber sagen wollen, wie diese Gemeinschaft seiner Gläubigen auszusehen hat und daherkommen soll, als dass wir uns auf das Wirken des Heiligen Geistes einlassen und diese Kirche zunächst einmal annehmen, wie sie ist? Natürlich ist jede Gemeinschaft - auch die der Kirche - eine Herausforderung, sie erfordert Beweglichkeit, Flexibilität - von jedem und jeder, der dazugehört und dort mitmacht. Und das ist manchmal ganz schön anstrengend. Aber hat Jesus nicht eben gesagt, man nehme sein Kreuz auf sich und folge ihm nach?
Uns ist das Leben gegeben, nicht damit wir abwarten, was passiert. Uns ist das Leben gegeben, dass wir etwas draus machen - als Einzelne, als Gemeinschaft. Aber: Wir sind nicht die Baumeister, wir sind die Handwerker unseres Lebens. Der Bauplan ist in seinen Grundstrukturen schon gezeichnet, mit Gottes eigener Hand - wir dürfen und sollen weitermachen. Und die Leichtigkeit dieses Weges wächst mit dem Vertrauen in unseren Gott, der das Leben gab und selbst das Leben ist.
Jesus konfrontiert seine Jünger mit dem Paradoxon, dass sie das Leben gewinnen werden, wenn sie es verlieren. Niemand will Verlierer sein. Das macht Angst. Der Weg Jesu zeigt, dass es sich lohnt, für einander da zu sein.
Zum Glück gibt es immer wieder Menschen, die in Notsituationen geistesgegenwärtig beherzt helfen und manches Mal dabei sogar ihr eigenes Leben riskieren. Warum tun sie das? Die Beweggründe lassen sich nicht ohne weiteres auf einen Nenner bringen.
Immer wieder wird aber auch berichtet, dass Menschen wegschauen, sich der Hilfeleistung entziehen, vorbeifahren oder gar Fahrerflucht begehen. Auch dafür gibt es vielerlei Gründe und Ausreden. Man möchte keine Zeit verlieren, nicht in die Probleme anderer hineingezogen werden und anderes mehr.
Es gibt Gott sei Dank auch Menschen, sie sich haupt- oder ehrenamtlich als Helfer der Gesellschaft zur Verfügung stellen. Sie wenden viel Zeit auf, sich weiterzubilden und ihren Dienst zu professionalisieren. Warum tun sie das? Manche haben das Helfen zum Beruf gemacht und erhalten Geld dafür. Die weit größere Zahl tut es unentgeltlich und bekommt dafür oft nicht einmal ein Dankeschön. Ein Lohn, von dem meist nicht geredet wird, ist das gute Gefühl geholfen zu haben. Dieses vermittelt Sinn und stärkt das Bewusstsein wertvoll zu sein.
Im Evangelium begegneten wir Jesus, der versuchte, die Jünger mit dem Weg des Messias vertraut zu machen. Ihn erwarte in Jerusalem Leiden und Tod. Die Jünger wollen ihn verständlicherweise davon abbringen. Das würden wohl die meisten Menschen so tun. Jesus sieht aber in seinem bevorstehenden Lebensweg eine Bedeutung, die seine Jünger noch nicht verstehen können. In seinem Tod und in seiner Auferstehung wird sich die Liebe Gottes zu den Menschen und die Größe Gottes offenbaren. "Stark wie der Tod ist die Liebe, die Leidenschaft ist hart wie die Unterwelt. Ihre Gluten sind Feuergluten, gewaltige Flammen. Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen; auch Ströme schwemmen sie nicht weg", heißt es im Hohenlied. An Jesus wird sich zeigen, dass die Liebe stärker ist als der Tod.
Wenn Jesus fordert, "wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach", wirbt er dafür, dass wir von ihm lernen, diesen Weg der Liebe zu gehen, auch wenn zunächst zu befürchten ist, dass wir dadurch zu Verlierern werden oder uns Nachteile einhandeln. Das Leben werden wir aber nur gewinnen, wenn wir den Weg der Liebe gehen.
Die Geschichte des Christentums ist voll mit großen Namen von Menschen, die den Tod nicht fürchteten und ihr Leben für andere hingegeben haben. Diese Lebenseinstellung der Hingabe ist aber auch für den gewöhnlichen Alltag bedeutsam. Für einander da sein, für einander einstehen, sich für andere einsetzen, ist Grundlage menschlicher Gemeinschaft. Was wir mit Hingabe tun, stiftet Sinn und stärkt Zusammenhalt. Viele Tätigkeiten erleben wir nur dann als erfüllend, wenn wir sie mit Hingabe tun können. Ich kann mir keinen guten Lehrer, keine gute Lehrerin, keinen Arzt und keine Pflegerin vorstellen, die ihren Beruf nicht mit Hingabe erfüllen, sondern nur als Job verrichten.
Hingabe ist auch ein wesentlicher Teil einer tiefen personalen Beziehung. Wenn eine Beziehung nur auf wechselseitiges Geben und Nehmen aufbaut, wird sie den Beigeschmack des Geschäftlichen nicht los. Ein ausgewogenes wechselseitiges Geben und Nehmen ist zwar für das Funktionieren einer Beziehung notwendige Voraussetzung, wechselseitige Hingabe bringt jedoch erst den Mehrwert.
Sonntag für Sonntag versammeln wir uns zur Eucharistiefeier und rufen wir uns den Tod und die Auferstehung Jesu in Erinnerung. In der Liturgie ist immer wieder vom Opfer Jesu die Rede. Er hat sein Leben hingegeben, sich geopfert, um damit zu zeigen, dass die Liebe stärker ist als der Tod und dass in seiner Auferstehung die Macht und Größe Gottes sichtbar wird. Für uns Christen ist diese Feier eine Schule der Hingabe. An Jesus sehen wir, dass wir das Leben gewinnen, wenn wir bereit sind es hinzugeben. Aus der Verbundenheit mit ihm können wir uns Kraft holen für jene Momente, wo wir aus Angst zu verlieren davor zurückschrecken, uns für andere zu verausgaben.
Leiden und sterben zu wollen, widerstrebt unserem natürlichen Empfinden. Dagegen wehren wir uns innerlich. Jesus hat uns vorgelebt, dass Leiden und Sterben auch einen Sinn bekommen kann. Entscheidend ist, dass wir hinter ihm hergehen und von ihm lernen, das wahre Leben zu finden.
„Kreuz inklusive?“ – so lautet heute die unbequeme Frage. Gemeint ist: Zum Leben und auch zum Glauben gehören nicht nur die schönen und leichten Stunden. Es gibt Gegenwind, Abschiede und schwere Wege. Wir wünschen uns einen Glauben, der stärkt, tröstet und das Leben leichter macht. Und das kann er auch. Doch Glaube bedeutet nicht, dass uns alles Schwere erspart bleibt. Er schenkt uns vielmehr die Gewissheit: Du musst da nicht allein durch.
Jeder Mensch bringt heute etwas mit in diesen Gottesdienst: Freude und Dankbarkeit, aber vielleicht auch Sorgen, Enttäuschungen oder eine Wunde, die noch immer schmerzt. Legen wir all das in Gottes Hände und vertrauen wir darauf: Gott kann verwandeln. Manchmal wird sogar aus einem Kreuz eine Brücke: zum anderen Menschen, zu uns selbst oder zu Gott.
"Gott, mein Gott bist du, dich suche ich, *
es dürstet nach dir meine Seele."
So beten wir heute mit dem 63. Psalm.
Wir suchen einen festen Halt, wir suchen ein gutes Wort, wir suchen ein gelingendes Leben.
Im Psalm heißt es:
"Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum, *
zu sehen deine Macht und Herrlichkeit."
Er kommt in unsere Mitte. Ihn rufen wir an:
Um Gottes Willen nimm dein Leben in die Hand - das ist der Auftrag an jeden Christenmenschen, der im Namen Gottes getauft ist. Das Leben ist uns aus Gottes Hand geschenkt. Manchmal ist es süß, manchmal trägt es sich schwer wie ein Kreuz. Genießen und ertragen gehört zusammen. Das lässt der Gottessohn heute im Evangelium die Menschen wissen.
In der ersten Lesung hören wir, wie der Herr den Propheten betört und in eine schwierige Situation gebracht hat. Doch sein Herz hat es nicht ausgehalten, den Herrn zu vergessen und zu verlassen.
Bitten wir den Herrn, er möge Platz nehmen in unseren Herzen durch den Heiligen Geist. Im Kyrie bitten wir ihn um sein Erbarmen.
© Pfarrer Mag. Hans Tinkhauser, hans.tinkhauser@aon.at
Du, Herr, kommst zu uns.
Unsere ungeordneten Gedanken bringen wir dir.
Herr, erbarme dich.
Du, Herr, warst immer schon bei uns.
Unsere unfertigen Geschichten sind dir vertraut.
Christus, erbarme dich.
Du, Herr, wirst kommen.
Unsere unruhigen Herzen erfüllst du mit Liebe.
Herr, erbarme dich.
So preise ich dich in meinem Leben,
in deinem Namen erhebe ich meine Hände.
mein Mund lobt dich mit jubelnden Lippen.
Herr Jesus Christus,
du siehst die Kreuze, die wir vor anderen verbergen: unsere Sorgen, unsere Ängste und unsere Wunden.
Du bleibst an unserer Seite und trägst mit uns.
Herr, erbarme dich.
Du begegnest uns in den Menschen, die unter Gewalt, Ungerechtigkeit und Einsamkeit leiden.
Du rufst uns, nicht wegzusehen, sondern füreinander einzustehen.
Christus, erbarme dich.
Du hast das Kreuz getragen und den Tod durch deine Liebe überwunden.
Du kannst aus Wunden neues Leben und aus Abgründen Brücken werden lassen.
Herr, erbarme dich.
Der barmherzige Gott erbarme sich unser.
Er nehme von uns, was uns von ihm und voneinander trennt.
Er stärke uns auf unseren Wegen und führe uns zum ewigen Leben. – Amen.
Herr Jesus Christus,
du bist für uns Mensch geworden
Herr, erbarme Dich.
Du hast für uns den Tod am Kreuz erlitten.
Christus, erbarme Dich.
Wir wollen Dir nachfolgen.
Herr, erbarme Dich.
Herr, Jesus Christus,
um die Barmherzigkeit des Vaters zu künden, bist du ganz Mensch geworden.
Herr, erbarme dich.
Du hast uns den Weg gezeigt,
wie wir gottgefällig miteinander leben sollen.
Christus, erbarme dich.
Du schenkst uns eine Hoffnung über Leid und Tod hinaus.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du rufst uns dir zu folgen; - in den Freuden und Nöten des Lebens.
Herr, erbarme dich.
Du mahnst uns, das Leben anzusehen, wie es ist; - ehrlich und wahrhaftig.
Christus, erbarme dich.
Du hast uns versprochen, mit uns zu gehen bis zum Ende; - und darüber hinaus.
Herr, erbarme dich.
Der gute Gott nehme von uns das Kreuz der Sünde
er machen unseren Gang leicht und aufrecht
er schenke uns in der Verzeihung der Sünde
Kraft zum Leben
und führe uns einst einmal in sein Reich des ewigen Friedens. – Amen.
Herr Jesus Christus,
wir gleichen uns immer wieder dieser Welt an
und verlassen oft den Weg zu dir und zu deinem Vater im Himmel.
Kyrie eleison.
Herr Jesus Christus,
du hast die Brutalität deiner Gegner auf dich genommen
und hast Kreuz und Tod durchlitten,
damit wir ewiges Leben erlangen.
Christe eleison.
Herr Jesus Christus,
erbarme dich unser, wenn du als Menschensohn kommst in all deiner Herrlichkeit.
Kyrie eleison.
© Pfarrer Mag. Hans Tinkhauser, hans.tinkhauser@aon.at
Allmächtiger Gott,
von dir kommt alles Gute.
Pflanze in unser Herz
die Liebe zu deinem Namen ein.
Binde uns immer mehr an dich,
damit in uns wächst, was gut und heilig ist.
Wache über uns und erhalte, was du gewirkt hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 22. Sonntag im Jahreskreis
Gott, unser Vater.
Du gibst dich uns Menschen zu erkennen
im Schicksal Jesu von Nazaret
Als er von allen verlassen war,
hast du ihn durch Leiden und Tod
hindurchgeführt zum Leben.
Laß uns glauben und vertrauen,
daß auch wir in aller Bedrängnis und Not
unterwegs sind zu dir
mit unserem Herrn Jesus Christus,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Auswahl 30
Gott des Lebens.
Durch die Auferstehung deines Sohnes wissen wir :
Der Tod ist überwunden,
der Weg zu dir steht offen,
unser Leben ist unvergänglich.
Hilf uns,
in dieser Gewißheit unser Leben anzunehmen
und daraus zu machen, was du von uns erwartest.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 9
Allmächtiger Gott,
durch die Auferstehung deines Sohnes
hast du uns neu geschaffen für das ewige Leben.
Festige uns im Glauben und in der Hoffnung,
damit wir die Erfüllung deiner Verheißung
voll Zuversicht erwarten.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 5. Dienstag der Osterzeit
Gott, unser Vater,
wir haben uns versammelt,
um dir in deinem Wort
und mit unserem Gebet zu begegnen.
Erneuere unser Denken
und gib uns die Kraft,
den Weg zu gehen, den du uns zeigst
durch Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt in Ewigkeit.
WB 22. Sonntag im Jahreskreis A
Das Tohuwabohu, das Chaos,
hast du, Gott, geordnet
und Licht in das Dunkel gebracht.
Du kennst die Schatten, die sich über unsere Herzen legen
und die Unsicherheiten, die unsere Schritte lähmen.
Wir bringen dir, was uns verwirrt
und unsere Seelen beschwert.
Hinter unseren Rücken spielen böse Geister Verstecken.
Führe uns den Weg in das Leben.
In Christus, deinem Gesicht,
deinem Wort unter uns.
In der Kraft deines Geistes.
Heute für die Ewigkeit.
Gütiger Gott,
der du mit uns auf dem Weg bist.
Zu Beginn dieser Woche kommen wir zu dir und bitten dich,
dass deine väterliche Hand uns leitet und uns zur Umkehr und Neubeginn führt.
Lass uns erkennen, was wichtig und wesentlich in unserem Leben ist.
Lass uns dabei auf deinen Sohn schauen,
der das Leben nach deinem Willen hier auf Erden vorgelebt hat.
Darum bitten wir dich durch ihn, unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Guter Gott
du lässt uns die Kreuze unseres Lebens tragen,
weil du uns durch das Kreuz deines Sohnes erlöst hast.
Hilf uns, wenn es scheint zu schwer zu werden.
Schenke uns auch Freude am Leichten und Schönen des Lebens.
So bitten wir ..
Herr, unser Gott,
betöre unsere Herzen,
damit wir mit der Glut
des Heiligen Geistes dich bekennen
und Zeugnis geben von dir und deiner Botschaft
durch Jesus Christus unsern Herrn,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.
© Pfarrer Mag. Hans Tinkhauser, hans.tinkhauser@aon.at
Gott kann aus Kreuzen Brücken bauen. Darauf vertrauen wir und bringen vor ihn die Not unserer Welt und das, was Menschen heute tragen.
Antwort:
Gott des Lebens – baue Brücken des Friedens!
Wir beten für die Menschen in der Ukraine, im Nahen Osten und in allen Kriegsgebieten: für die Verwundeten und Vertriebenen, für die hungernden Kinder und für alle, die um einen geliebten Menschen bangen.
Lass Hass und Gewalt nicht das letzte Wort behalten.
Wir beten für die Menschen, die durch Hitze, Trockenheit und Waldbrände in Europa bedroht sind, für alle, die ihre Heimat verloren haben, und für die vielen Einsatzkräfte.
Bewahre sie und stärke in uns die Verantwortung für deine Schöpfung.
Wir beten für alle, deren Kreuz niemand sieht: für Menschen, die auf einen Befund warten, um ihre Familie fürchten, an einer zerbrochenen Beziehung leiden oder nachts vor Sorge nicht schlafen können.
Schenke ihnen Menschen, die bleiben und ein Stück mittragen.
Wir beten für alle, die unter Gewalt, Missbrauch, Demütigung und Ungerechtigkeit leiden.
Gib ihnen den Mut, ihr Kreuz nicht länger schweigend zu ertragen, und lass sie Schutz, Hilfe und Gerechtigkeit erfahren.
Wir beten für deine Kirche:
Bewahre sie davor, Menschen schwere Lasten aufzulegen.
Lass sie ein Ort sein, an dem Wunden heilen, Einsame Gemeinschaft finden und aus Grenzen Brücken werden.
Wir beten für uns selbst:
Öffne unsere Augen für die Last des Menschen neben uns.
Hilf uns, weniger zu urteilen, genauer hinzusehen und dort mitzutragen, wo unsere Nähe gebraucht wird.
Wir beten für unsere Verstorbenen und für alle, die um sie trauern:
Vollende ihren Weg bei dir und führe sie über die Brücke des Todes in dein ewiges Leben.
Gott,
du gehst mit uns durch die hellen und durch die schweren Stunden.
Verwandle unsere Wunden, stärke unsere Hoffnung und führe uns auf deinen Wegen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. - Amen.
Im Evangelium haben wir die Leidensankündigung Jesu gehört. Er geht nach Jerusalem.
Dort wird er leiden, sterben und auferweckt werden. Er nimmt uns mit auf seinen Weg.
In seinem Namen beten wir:
Für die Menschen, die eine Diagnose erhalten haben, die sie in Angst und Schrecken versetzt.
Wir rufen zu dir: Jesu, geh voran!
Für die Menschen, die um ihr Leben kämpfen.
Für die Menschen, die Zweifel säen
Für die Menschen, die Ängste schüren
Für die Menschen, die Hoffnungen stiften
Für die Menschen, die dem Hass wehren
Für die Menschen, die aus dem Dunstkreis der Schatten heraustreten.
Unseren Füßen, Herr, schenke einen festen Halt, unseren Gedanken eine große Weite, unseren Wegen ein verlässliches Ziel und unseren Herzen den Blick auf dein Reich.
In Christus, Anfänger und Vollender unseres Glaubens. – Amen.
Guter Gott,
du hast uns in deine Nachfolge berufen.
Wir bitten Dich:
Für alle Menschen, die sich ohne Wenn und Aber für andere einsetzen.
Für alle Menschen, die in Krisengebieten, aber auch bei den Hilfsdiensten wie der Feuerwehr ihr Leben für andere einsetzen.
Für alle Menschen, die auf der Flucht sind und nicht wissen, wo sie willkommen sind.
Für alle Menschen, die Geflüchteten beistehen.
Für alle Menschen, denen die Menschen am Rand der Gesellschaft genauso viel wert sind wie die umjubelten.
Für alle Politiker, die die Sorge um die ihnen anvertrauten Menschen ernst nehmen.
Für alle, die an Deiner Botschaft zweifeln und doch so gerne verstehen würden.
Für uns selbst, dass wir Deinen Weg mit uns erkennen.
Für unsere Verstorbenen.
Guter Gott,
dein Sohn hat uns aufgefordert, in seine Nachfolge einzutreten und unser Kreuz auf uns zu nehmen. Steh uns bei, damit wir dazu in der Lage sind.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. - Amen.
Guter Gott!
Deinen Willen für unser Leben zu erkennen fällt uns oft sehr schwer.
Dich bitten wir:
Für alle, die im Dienst an unseren Pfarrgemeinden ihre je eigenen Begabungen entdecken, entfalten und einsetzen.
Für Menschen, die unter Einsatz ihres Lebens den Mut zur Wahrheit haben und dafür oft von den Gewaltregimen dieser Welt inhaftiert, gefoltert oder getötet werden.
Für alle, die meinen, ihr persönliches Lebensglück zu finden, indem sie sich von allen Pflichten der Gesellschaft und anderen gegenüber befreien.
Für alle, die in der kommenden Woche ein neues Schul- oder Arbeitsjahr beginnen um Vertrauen in deine Begleitung.
Für unsere Verstorbenen, für die wir die Teilnahme an deiner Herrlichkeit erbitten.
Guter Gott!
Dass unser Weg hier auf Erden zu dir, unserem Ziel, führt, erbitten wir von dir durch Jesus Christus, der uns vorangegangen ist, im Heiligen Geist. - Amen.
Mit den Worten des Psalmisten beten wir:
Ja, du wurdest meine Hilfe,
ich juble im Schatten deiner Flügel.
Meine Seele hängt an dir,
fest hält mich deine Rechte.
So wollen wir dich, o Gott, bitten:
Für alle Schülerinnen und Schüler, die in diesen Wochen nach den Sommerferien mühsam versuchen, Tritt zu finden in einem völlig veränderten Schulalltag.
Für alle, die noch immer mit dieser weltweiten Situation der Pandemie hadern:
Schenke ihnen Einsicht und Geduld mit sich selbst und anderen.
Für all die Menschen, die sich in ihrem Leben was vormachen, “sich betrügen mit dem Schein”,
dass sie es vermögen, in den Spiegel ihres Lebens zu schauen und anzunehmen, was ihnen gegeben ist.
Für alle, die Verantwortung für Menschen tragen:
Schenke ihnen eine aufrichtige Gesinnung und ein Herz für die ihnen Anvertrauten, auch dann wenn die Beziehungen manchmal mühsam sind.
Für alle, die die Kreuze des Lebens hinter sich gelassen und die Leichtigkeit des Ewigen Lebens erfahren:
Vergilt ihnen das Gute, das sie in ihrem Leben getan haben.
So bitten wir dich, den guten Gott, durch Christus, unseren Herrn und Erlöser. – Amen.
Es ist nur allzu menschlich, den einfacheren Weg zu wählen und die Herausforderungen des Lebens möglichst zu umgehen. Dass das nicht immer gelingt, erfahren wir immer wieder. Wir dürfen aber darauf vertrauen, dass Gott mit uns ist, wenn es schwierig und heikel wird.
Zu ihm lasst uns beten:
Um ein Miteinander von Welt- und Ortskirche, damit wir gemeinsam deinem Verkündigungsauftrag gerecht werden.
Um staatliche Institutionen, denen die Bürger vertrauen können.
Um eine breite Akzeptanz mancher Einschränkungen unserer Lebensqualität aus Sorge und zum Schutz für unsere Mitmenschen.
Um Mut und Sensibilität, die uns ermöglichen, Herausforderungen zu erkennen und anzunehmen.
Um die Aufnahme unserer Verstorbenen in dein Reich.
In Jesus Christus bist du, großer Gott, uns unvergleichlich nahegekommen. Seine Erlösungstat gibt uns Halt und Zuversicht in den schweren Stunden unseres Lebens.
Dafür danken wir dir und preisen dich jetzt und allezeit. - Amen.
Barmherziger Gott,
fürbittend wenden wir uns an dich:
Wenn sich die Herzen der Menschen verhärten,
hilf du ihnen, im heiligen Geist deine Liebe und Barmherzigkeit zu erkennen und danach auch zu handeln.
Sei du allen Menschen nahe, die in verzweifelten Lebenssituationen sind.
Begleite die Menschen in unserem Pfarrverband,
damit du Herr Jesus Christus immer unsere Mitte bist.
Für alle Menschen, die bei uns Ferien machen und Erholung suchen.
Schenke ihnen Kraft für Körper, Geist und Seele.
Lass uns mit deiner Schöpfung so umgehen,
dass du, wenn du wiederkommst, nicht eine verbrannte und ausgebeutete Erde antriffst.
Hilf uns immer wieder aufs Neue,
dass wir uns dieser Welt nicht zu sehr angleichen.
Für alle, die nicht mit uns Gottesdienst feiern können, die aber dennoch mit uns verbunden sind.
Lass sie deine Nähe spüren und erfahren.
Gib, dass wir unsere Verstorbenen nicht vergessen und sie in lieber Erinnerung behalten, damit unsere Toten ihre Würde und Achtung behalten in alle Ewigkeit.
Vollende du uns alle, wenn du als Menschensohn auf den Wolken des Himmels wiederkommst, um die Welt zu richten. - Amen.
© Pfarrer Mag. Hans Tinkhauser, hans.tinkhauser@aon.at
Herr, unser Gott,
diese Opferfeier bringe uns Heil und Segen.
Was du jetzt unter heiligen Zeichen wirkst,
das vollende in deinem Reich.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 22. Sonntag im Jahreskreis
Herrn, unser Gott,
dieses Opfer erwirke uns deine Gnade
und lasse uns teilhaben
am ewigen Leben deines Sohnes.
Denn er ist in unser vergängliches Leben eingetreten,
um uns von unserer Sterblichkeit zu heilen.
Er, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Advent 18. Dezember
Herr,
du hast uns
zur Feier der göttlichen Geheimnisse versammelt.
Nimm unser Gebet gnädig an
und stärke uns,
damit wir den Versuchungen dieser Welt nicht erliegen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Montag der Fastenzeit
In der Nacht, in der Jesus verraten wird,
nimmt er das Brot
und den Becher mit Wein.
Er teilt mit seinen Jüngern sein Leben,
Leib und Blut.
Sein Gedächtnis sollen wir feiern.
So bringen wir ihm
unsere Geschichten, Schmerzen und Sorgen,
das harte Brot.
Wir bringen ihm
unsere Sehnsucht nach erfülltem Leben,
nach Gemeinschaft und Nähe,
den Kelch der Hoffnung.
Wenn wir von dem einen Brot essen,
aus dem einen Kelch trinken,
verkünden wir den Tod unseres Herrn,
bis er kommt.
Komm, unser Herr!
Barmherziger Gott
du sorgst für uns mit den Gaben dieser Erde.
Wir bringen sie nun auf den Altar,
um dir zu danken für deine Hinwendung zu uns.
Mach uns auch empfindsam für Menschen,
die um uns herum so viele Nöte leiden.
Hilf uns zu geben, wie dein Sohn sogar sein Leben gegeben hat.
So bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
Herr, unser Gott,
wir bitten dich
nimm dieses Opfer,
das wir dir darbringen, wohlgefällig an
damit es uns zum ewigen Heil gereiche.
Darum bitten wir durch Jesus Christus unseren Herrn. – Amen.
© Pfarrer Mag. Hans Tinkhauser, hans.tinkhauser@aon.at
Altargebet bei einer Wort-Gottes-Feier
Guter Gott,
du bist der Ursprung unseres Lebens
und das Ziel all unserer Wege.
Du hast die Welt ins Dasein gerufen
und den Menschen nach deinem Bild geschaffen.
Du kennst unsere Freude und unsere Hoffnung,
unsere Sorgen und unsere Angst.
Du siehst auch die Kreuze,
die wir vor anderen verbergen
und manchmal kaum noch tragen können.
Doch du lässt uns nicht allein.
Seit den Tagen Abrahams gehst du mit den Menschen.
Du hast dein Volk durch die Wüste geführt,
den Verzweifelten neuen Mut geschenkt
und durch die Propheten Hoffnung verkündet.
Immer wieder hast du Wege eröffnet,
wo Menschen nur noch Mauern und Abgründe sahen.
In Jesus Christus bist du uns ganz nahegekommen.
Er hat die Kranken berührt,
die Ausgestoßenen in die Mitte geholt
und den Schuldigen einen neuen Anfang geschenkt.
Er hat den Menschen ihre Lasten nicht ausgeredet,
sondern sie mit ihnen getragen.
Er ist den Weg des Kreuzes gegangen
und hat sich selbst in der dunkelsten Stunde
deiner Liebe anvertraut.
Wir danken dir für Jesus Christus,
deinen Sohn und unseren Bruder.
Er hat das Kreuz nicht verherrlicht,
aber er ist dem Leiden nicht ausgewichen.
Er hat sich den Verwundeten zugewandt,
den Gebeugten neue Würde geschenkt
und den Verlorenen den Weg zu dir geöffnet.
Sein Tod am Kreuz war nicht das Ende.
Du hast ihn auferweckt
und dem Leben zum Sieg verholfen.
So hast du das Zeichen des Todes
zum Zeichen der Hoffnung gemacht.
Wo wir nur einen Abgrund sehen,
kann deine Liebe eine Brücke bauen.
Wo wir keinen Ausweg mehr erkennen,
kannst du einen neuen Weg eröffnen.
Darum stehen wir nun vor dir
und denken an das Leben,
den Tod und die Auferstehung Jesu Christi.
Wir danken dir,
dass er auch heute in unserer Mitte ist:
in deinem Wort, das uns aufrichtet,
in der Gemeinschaft, die uns trägt,
und im bereits konsekrierten Brot,
das wir miteinander teilen.
Sende deinen Heiligen Geist auf uns herab.
Öffne unsere Herzen für die Gegenwart Christi.
Wenn wir vom Brot des Lebens empfangen,
dann stärke die Müden,
tröste die Trauernden,
heile die Verwundeten
und schenke den Verzagten neuen Mut.
Mach uns zu Menschen,
die nicht vorschnell urteilen,
sondern die verborgenen Kreuze anderer wahrnehmen.
Lass uns einander beistehen,
Lasten miteinander teilen
und Brücken bauen,
wo Angst, Einsamkeit und Streit uns trennen.
Gedenke deiner Kirche auf der ganzen Erde.
Erneuere sie aus dem Geist Jesu.
Lass sie nicht zusätzliche Lasten auferlegen,
sondern Zuflucht für Verwundete,
Stimme für die Schwachen
und Zeichen deiner Hoffnung sein.
Gedenke aller Menschen,
die unter Krieg, Gewalt und Ungerechtigkeit leiden,
die ihre Heimat verloren haben,
um einen geliebten Menschen trauern
oder keine Hoffnung mehr sehen.
Sei ihnen nahe und sende ihnen Menschen,
die ein Stück ihres Weges mitgehen.
Gedenke unserer Verstorbenen
und aller, deren Namen niemand mehr nennt.
Führe sie über die Brücke des Todes
in das Licht deiner Gegenwart.
Lass auch uns einmal ankommen bei dir,
gemeinsam mit Maria, der Mutter Jesu,
mit den Aposteln und allen Heiligen.
Denn du kannst verwandeln:
aus Wunden kann Mitgefühl wachsen,
aus Scheitern ein neuer Anfang,
aus Tränen neue Hoffnung
und aus einem Kreuz eine Brücke zum Leben.
Durch Christus und mit ihm und in ihm
ist dir, Gott, allmächtiger Vater,
in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes
alle Herrlichkeit und Ehre,
jetzt und in Ewigkeit. - Amen.
Kehrvers:
Der Herr ist mein Licht und mein Heil. (GL 38,1)
Guter Gott und Vater,
wir sind hier versammelt, um dich zu loben und dir zu danken.
Kehrvers
Du hast auf das Rufen deines Volkes gehört, als es in Not war,
und es aus der Knechtschaft Ägyptens herausgeführt.
Du bist ihm vorangegangen,
und hast es in das Land deiner Verheißung geführt.
Kehrvers
Du hast Jesus, deinen Sohn gesandt,
damit er die Menschen zum wahren Leben führe.
Durch ihn hast du seine Jünger gelehrt,
dass sie dem Kreuz nicht ausweichen, sondern ihm nachfolgen.
Kehrvers
Durch Leiden und Tod hindurch
ist er ihnen den Weg zur Auferstehung vorangegangen.
Er ist zum Weizenkorn geworden, das in die Erde fällt und stirbt,
um reiche Frucht zu bringen.
Kehrvers
Er gibt auch uns die Kraft, unser Leben dir zu überlassen,
damit wir uns selbst dir als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen
und so ewiges Leben gewinnen.
Kehrvers
Mit allen Engeln und Heiligen loben und preisen wir dich
und sagen wir dir unseren Dank.
Danklied, z. B. Singt dem Herrn ein neues Lied (GL 409)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn wir erkennen deine Herrlichkeit in dem,
was du an uns getan hast:
Du bist uns mit der Macht deiner Gottheit
zu Hilfe gekommen und
hast uns durch deinen menschgewordenen Sohn
Rettung und Heil gebracht
aus unserer menschlichen Sterblichkeit.
So kam uns aus unserer Vergänglichkeit
das unvergängliche Leben
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und singen mit den
Chören der Engel das Lob
deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 3
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dein Gnade zu rühmen.
So sehr hast du die Welt geliebt,
daß du deinen Sohn als Erlöser gesandt hast.
Er ist uns Menschen gleich geworden
in allem, außer der Sünde,
damit du in uns lieben kannst,
was du in deinem eigenen Sohne geliebt hast.
Durch den Ungehorsam der Sünde
haben wir deinen Bund gebrochen,
durch den Gehorsam deines Sohnes
hast du ihn erneuert.
Darum preisen wir das Werk deiner Liebe
und vereinen uns mit den Chören der Engel
zum Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ....
MB Sonntage 7
Wir danken dir, heiliger, starker Gott.
Du lenkst die Geschicke der Welt
und sorgst für jeden Menschen.
Du versammelst uns zu einer Gemeinschaft,
damit wir alle dein Wort hören
und deinem Sohn im Glauben folgen.
Er ist der Weg - auf diesem Weg gelangen wir zu dir;
er ist die Wahrheit - sie allein macht uns frei;
er ist das Leben und erfüllt uns mit Freude.
Darum danken wir dir, Vater, für deine Liebe,
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Wir stimmen ein in den Gesang der Engel
und bekennen zum Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 2
Der Apostel Paulus mahnt uns, sich dieser Welt nicht anzugleichen.
Wenn wir mit den Worten beten, die uns der Herr gelehrt hat, gleichen wir uns dem Herrn an.
In diesem Vertrauen beten wir: Vater unser…
© Pfarrer Mag. Hans Tinkhauser, hans.tinkhauser@aon.at
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
Nachfolge beutetet Frieden in der Welt zu stiften.
Darum bitten wir: Herr Jesus Christus schau auf unsere Bemühungen, auf unsere Gebete, auf unsere Liebe und den Glauben deiner Kirche und schenke uns Einheit und Frieden in dieser Welt.
Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch…
© Pfarrer Mag. Hans Tinkhauser, hans.tinkhauser@aon.at
Eine Brücke für andere
Der Mensch hatte sein Kreuz über die Schlucht gelegt und war hinübergegangen. Da sah er auf der anderen Seite einen Menschen stehen. Auch er trug schwer und wusste nicht weiter. „Komm“, rief er ihm zu, „du kannst über meine Brücke gehen.“
Der andere setzte vorsichtig einen Fuß darauf, blieb aber mitten über dem Abgrund stehen: „Ich schaffe das nicht!“ Da ging der Mensch zurück, stellte sich neben ihn und sagte: „Doch. Aber du musst nicht allein gehen.“ Gemeinsam überquerten sie die Schlucht.
Da verstand der Mensch: Gott hatte nicht nur sein Kreuz in eine Brücke verwandelt. Auch er selbst war zu einer Brücke geworden - für einen anderen.
Jesus nachfolgen
das heißt
in radikalem Vertrauen
auf Gott leben
das ist ein Leben gegen den Tod
gegen den Hass
gegen die Angst
gegen die Unsicherheit
das ist ein Leben
das sich getragen weiß
von Gott
nichts - gar nichts
kann mich von seiner Liebe trennen
Jesus nachfolgen
lässt mich neu leben
mein Egoismus wird gesprengt
mein Leben bekommt einen neuen Sinn
auch dann
wenn alles um mich sinnlos scheint
Jesus nachfolgen
gibt meinem Leben eine neue Richtung
und verbindet mich mit allen
die auf ihn vertrauen
die alles
auf ihn setzen
Allmächtiger Gott,
du hast uns gestärkt durch das lebendige Brot,
das vom Himmel kommt.
Deine Liebe,
die wir im Sakrament empfangen haben,
mache uns bereit,
dir in unseren Brüdern zu dienen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 22. Sonntag im Jahreskreis
Ewiger Gott,
in dieser Opferfeier hast du uns gestärkt
mit dem Fleisch und Blut deines Sohnes.
Laß uns in der Kraft dieser Speise
unseren Weg zuversichtlich gehen
und mit allen Menschen, die du uns anvertraut hast,
zur Vollendung in deiner Liebe gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Schlussgebete zur Auswahl 8
Allmächtiger Gott,
du hast uns durch die Auferstehung Christi
neu geschaffen für das ewige Leben.
Erfülle uns mit der Kraft dieser heilbringenden Speise,
damit das österliche Geheimnis in uns reiche Frucht bringt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Sonntag der Osterzeit
Barmherziger Gott,
die heilende Kraft dieses Sakramentes
befreie uns von allem verkehrten Streben
und führe uns auf den rechten Weg.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 10. Sonntag im Jahreskreis
Gott,
wo die Schatten kauern,
bist du da,
wo alles im Nebel versinkt,
weist du uns den Weg.
Wir danken dir,
dass du es mit den dunklen Mächten aufnimmst
und uns mit deinem Segen
in die herrliche Freiheit deiner Kinder führst.
Schenke uns und allen Menschen,
denen wir begegnen,
deinen Beistand,
lachende Gesichter und
allezeit etwas Gutes zum Essen.
In Christus,
der Wahrheit, Licht und Leben ist. – Amen.
Herr,
die neue Woche liegt vor uns.
Wir ahnen, was sie bringen könnte.
Pläne sind gemacht, Hoffnungen und Erwartungen knüpfen sich an sie.
Wir vertrauen darauf, dass einiges so laufen wird, wie wir es planen.
Manches wird anders kommen – ob gelegen oder ungelegen.
Bleibe du als unser Begleiter an unserer Seite,
segne unsere guten Vorhaben
und schenke uns ein gutes Miteinander in allem Tun.
Das erbitten wir durch Christus, unseren Herrn. – Amen.
Allmächtiger und gütiger Gott
genährt mit den Brot des Lebens
und gestärkt mit dem Wort der Hoffnung
gehen wir jetzt hinaus.
Wir wollen das Leben leben, das du uns geschenkt hast:
ehrlich, aufrichtig und dankbar für dieses große Geschenk.
Dazu segne und begleite uns
durch Christus, unseren Bruder und Herrn.
Herr, unser Gott,
durch diese Heilige Feier schenke uns
die Erneuerung des Denkens,
damit wir prüfen und erkennen,
was der Wille Gottes ist,
das Gute, Wohlgefällige und Vollkommene
in dieser Welt zu verkünden -
Jesus Christus unseren Herrn! Amen.
© Pfarrer Mag. Hans Tinkhauser, hans.tinkhauser@aon.at
ins Leben gesandt
mit wachen Augen
die ganze Fülle
des Lebens
erkunden dürfen
frei
wie nur ein Kind es kann
schauend
ausprobierend
lachend und weinend
erforschend
geborgen
sich lösend
aus der Geborgenheit des elterlichen Nestes
seinen Weg finden
voranschreiten
kleine Ziel erreichen
und
weitergehen
und dann
klar vor Augen haben
eine Vision
seines zukünftigen Weges
seines Ziels
Verlockungen
Umwege - die Schönes verheißen
Meinungen anderer -
die in Frage stellen
schnellere Wege anbieten
„du lebst doch nur einmal“
seinen Weg weitergehen
die mitnehmen
die es vermögen
seinen Lebensweg gehen
der Konsequenzen bewusst sein
aber ihn gehen
und
HOFFNUNG haben
über Raum und Zeit hinaus
dass sein Weg
eine Zukunft hat
eine Zukunft
die nach steinigem
und schmerzhaftem Weg
ins Leben führt
in ein Leben
in Fülle
Beatrix Senft 2023.
| Winners and losers, turn the pages of my life | Gewinner und Verlierer, die Seiten meines Lebens |
| Chorus: | Chor: |
| There's a light and a dark side | Es gibt eine helle und eine dunkle Seite |
| Chorus: | Chor: |
| Which one will you be today? | Welches werden Sie heute sein? |
Wo sind die Verbandplätze unserer Welt? Sicher nicht nur in fernen, exotischen Ländern oder auf den Kriegsschauplätzen, auf die momentan die Fernsehkameras gerichtet sind. Dorthin würden uns vielleicht unsere »romantischen« Gefühle automatisch ziehen. Aber: Sie sind überall um uns herum.
»Seht meine Hände und meine Füße an«, sagt Christus heute mit dem Blick auf alle Notleidenden und Verwundeten, Nahestehende und Fremde, »fasst mich doch an und seht: Ein Geist hat doch nicht Fleisch und Bein, wie ihr es an mir seht.«
»Die Männer und die Frauen sind Fleisch und Bein, Hände und Füße, die durchbohrte Seite Christi - sein mystischer Körper«, fügt der Autor hinzu, der sich hinter dem Pseudonym »Mönch der Ostkirche« verbirgt, »in ihnen können wir durch unser Tun die Wirklichkeit der Auferstehung realisieren«. Er fordert uns auf, dass wir Christus nicht nur in sozial Bedürftigen, Kranken, Armen, Verlassenen, sondern insbesondere auch in den Menschen sehen, die uns fremd und unsympathisch sind: »In vielen von diesen Männern und Frauen - in bösen und verbrecherischen Menschen - ist Christus wieder gefangen genommen worden. Befreie ihn dadurch, dass du ihn still und schweigend erkennst und ihn in ihnen anbeten wirst.«
Das sind harte, anspruchsvolle Worte, wer kann sie hören? Und wer wagt es, sie zu realisieren - oder es zumindest zu versuchen? Wir sind es aus vielen Predigten gewohnt, die Aufforderung zu hören, dass wir Menschen in sozialer Not helfen sollen, und vielleicht tun wir das auch ab und zu. Über die Liebe zu den Feinden wird allerdings nicht häufig gepredigt - und wenn darüber gepredigt wird, dann entsteht oft der peinliche Eindruck, dass weder der Prediger noch seine Zuhörer diese Worte allzu »wörtlich« nehmen, schärfer ausgedrückt: Sie nehmen sie gar nicht ernst. Das wird in den Kirchen nur so gesagt! Wir haben schon erwähnt, dass die größte Schwierigkeit mit dieser Aussage Jesu darin besteht, dass wir die Begriffe »Liebe« und »Hass« als bloße Emotionen betrachten (nicht als Lebenshaltungen und Willensentscheidungen, als etwas, an dem wir unser Leben ausrichten); und natürlich wissen wir gut, dass man Emotionen »nicht befehlen kann« und dass unsere Gefühle, Unrecht erlitten zu haben, sich hartnäckig halten, obwohl der gute Wille in uns vorhanden ist, den unerhörten Auftrag Jesu zu erfüllen.
Hier legt uns der Mönch der Ostkirche eine neue theologische und spirituelle Anregung vor, die uns ermutigen soll, auch die Menschen anzunehmen, die wir in der Regel nicht akzeptieren wollen, »die Bösen und die Verbrecher«. Er sagt uns nicht, dass wir ihre Schlechtigkeit lieben und akzeptieren sollen, dass wir ihre schlechten Taten und Eigenschaften übersehen, bagatellisieren und entschuldigen sollen, er verlangt auch nicht von uns, dass wir irgendeine emotionale Neigung ihnen gegenüber entwickeln sollen. Er sagt uns lediglich, dass Christus durch das Geheimnis der Menschwerdung im Menschsein jedes beliebigen Menschen anwesend ist. In den »Bösen« ist er »gefangen«, weil sie ihm die Freiheit nicht geboten haben, weil sie ihn nicht in ihren Herzen und ihrem Handeln herrschen ließen.
Dadurch, dass wir uns bewusst werden, dass auch sie »zu Christus gehören« (und dadurch auch zu uns), befreien wir diese Menschen noch nicht vom Bösen. Einstweilen befreien wir nur unsere Beziehung zu ihnen - dadurch dass wir in unsere Haltung zu ihnen Christus als ein treues Bild des Vaters eintreten lassen, der »seine Sonne über Böse und Gute aufgehen lässt und es über Gerechte und Ungerechte regnen lässt«3. Inwieweit diese unsere innere Haltung, diese unsere Gesinnung ihnen gegenüber, unser Verhalten und Handeln beeinflusst und inwieweit unser Verhalten auf sie zurückwirken, sie beeinflussen und sie vielleicht auch verändern kann, das ist wiederum eine anderer, offener Akt dieses Dramas.
Christus kommt immer nur als Aufforderung, Angebot, als Einladung, der man Folge leisten kann, als offene Möglichkeit - als »the God who may be«. Ihm ist jedweder beliebige Druck völlig fremd, mit dem er uns vielleicht manipulieren, unsere Freiheit nicht respektieren würde. Der Gott, den uns Christus vorstellt (mit seinen Worten und seiner Person) spricht uns an und fordert uns auf, aber er zwingt uns niemals zu etwas. Entsprechend soll auch unser christliches Zeugnis sein: Wir sind dazu da, dass wir den Horizont des »Möglichen« (d. h. des erwartbaren, gewöhnlichen, »logischen«, »natürlichen« Handelns - wie man handelt, wie es in der Welt zugeht) um das erweitern, was Menschen, die Gott nicht kennen oder Christus nicht ernst nehmen, als unmöglich erscheint. Dass wir als »alternatives Angebot« da sind, ist schon Bestandteil des Dienstes der Heilung, der Befreiung und der »Austreibung des Bösen«, den sich viele ein wenig zu romantisch vorstellen.
Aus: Tomáš Halík, Berühre die Wunden. Über Leid, Vertrauen und die Kunst der Verwandlung. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2013.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Die Lesung trägt einige Verse aus den sogenannten Bekenntnissen des Propheten Jeremia vor. Es empfiehlt sich, diese Bekenntnisse, die über viele Kapitel verstreut sind, zusammenhängend zu lesen (11:18-23; 12:1-6; 15:10-21; 17:12-18; 18:18-23; 20:7-18).
Jeremia trägt schwer an seiner Berufung zum Propheten, der Unheil anzukündigen und Unrecht anzukreiden hat. Er leidet an der Isolation, die ihm seine Predigt eingebracht hat. Von seinen Gegner wird er gehaßt und verfolgt - sie ließen ihn sogar in eine Zisterne werfen - von seinen Verwandeten wird er verlassen und gemieden. Gott gegenüber klagt er über sein Schicksal und klagt ihn an. Er vergleicht seine Situation und Gottesbeziehung mit einem Mädchen, das sich von seinem Liebhaber betören und überwältigen hat lassen. Und doch kommt er von ihm und seinem Auftrag nicht los.
In diesem Text, der uns in einem wahren Gefühlsausbruch den Menschen Jeremias zeigt, zeigen sich der innere Zwiespalt und die tiefe Enttäuschung seines Prophetendaseins. Mit kühner Kritik, ja fast schon blasphemisch, kritisiert er sein Prophetenamt wobei er nicht davor zurückschreckt, den Vergleich mit einem naiven, von seinem Liebhaber verführten und dann sitzengelassenen Mädchen zu wählen. Es sind für ihn die gleichen Gefühle, die eine enttäuschte Liebe auslöst: Ärger über die eigene Dummheit, Ohnmacht, weil die Situation nicht zu ändern ist und Angst vor der Schande.
Jeremias muss "Gewalt und Unterdrückung" erleiden und erfährt dazu noch, dass er sich mit dem Wort Gottes, das ihm aufgetragen worden war, nur lächerlich macht. Er befindet sich in einer tragischen Situation: Redet er, wie es seine Pflicht ist, macht er sich die ganze Welt zum Feind, schweigt er, muss er mit dem Gefühl leben, schuldig zu werden, weil er den Auftrag Gottes missachtet. In dieser für ihn nahzu unerträglichen Spannung erlebt er zugleich die reale Macht Gottes und weiss, dass ihm nur ein Weg offen bleibt: seine Sache in schonungsloser Offenheit Gott vorzutragen und auf ihn zu vertrauen.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz
Auslegung aus jüdischer und christlicher Perspektive