Lesung aus dem ersten Buch der Könige.
In jenen Tagen sprach der Herr zu Elíja:
Salbe Elíscha, den Sohn Schafats aus Ábel-Mehóla,
zum Propheten an deiner Stelle.
So wird es geschehen:
Wer dem Schwert Hasaëls entrinnt, den wird Jehu töten.
Und wer dem Schwert Jehus entrinnt, den wird Elischa töten.
Ich werde in Israel siebentausend übrig lassen,
alle, deren Knie sich vor dem Baal nicht gebeugt
und deren Mund ihn nicht geküsst hat.
Als Elíja vom Gottesberg weggegangen war,
traf er Elíscha, den Sohn Schafats.
Er war gerade mit zwölf Gespannen am Pflügen
und er selbst pflügte mit dem zwölften.
Im Vorbeigehen warf Elíja seinen Mantel über ihn.
Sogleich verließ Elíscha die Rinder,
eilte Elíja nach
und bat ihn:
Lass mich noch meinem Vater und meiner Mutter
den Abschiedskuss geben;
dann werde ich dir folgen.
Elíja antwortete: Geh,
kehr um!
Denn was habe ich dir getan?
Elíscha ging von ihm weg,
nahm seine zwei Rinder und schlachtete sie.
Mit dem Joch der Rinder kochte er das Fleisch
und setzte es den Leuten zum Essen vor.
Dann stand er auf,
folgte Elíja und trat in seinen Dienst.
"Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen", ein allseits bekannter Spruch. Auch Lukas liefert einen "Reisebericht" der anderen Art, ein Stück davon hörten wir heute. Bei genauer Betrachtung liegt besonders im Evangelium Unruhe, ja sogar Rastlosigkeit vor, wie denn die Frohe Botschaft weiter verbreitet werden könnte. Wir hörten von großen Schwierigkeiten. "Man nahm ihn nicht auf." (Lk.9,53). Nimmt man dazu noch die erste Lesung in den Blick, ergeben sich für diesen Gottesdienst noch andere Schwerpunkte, die mit zu überlegen sind. Es geht um die prophetische Dimension unseres Lebens, es geht um Berufung und radikale Nachfolge. Doch alles der Reihe nach.
Die erste Lesung berichtet vom Propheten Elija, der Elischa zum Propheten salben soll und der seinen Mantel über ihn wirft. Das würde der Handauflegung entsprechen und damit einer Amtsübergabe. Die Handauflegung, verbunden mit einem Segenswunsch bzw. mit einem Gebet ist ein Zeichen großen Vertrauens, aber auch ein Zeichen besonderen Schutzes, somit ein durchaus sakraler Akt. In einigen Sakramenten, etwa im Sakrament der Krankensalbung, im Weihesakrament, ebenso in der Taufe, ist die Handauflegung ein bedeutsames wichtiges Element. Selbst wenn wir im Alltag jemanden auf die Schulter klopfen, drücken wir unserem Gegenüber Wertschätzung, Vertrauen, liebevolle Zuwendung, verbunden mit einem guten Wunsch aus, eigentlich eine Segnung: Ich sage Dir Gutes, ich rufe Dir den Wunsch auf Gelingen Deiner Vorhaben zu. Genau das geschieht mit Elischa.
Im Lauf der Kirchengeschichte beruft Gott unterschiedlichste Menschen in seinen Dienst. Auch die Heilige Schrift kennt ganz verschiedene Berufungsgeschichten. In einer Welt gewaltigen gesellschaftlichen Umbruchs werden wir uns gut überlegen müssen, wie wir der Berufung, der prophetischen Dimension und der Nachfolge ein neues Gesicht geben können. Durch Jahrhunderte bis in unsere Tage herauf prägte uns die Ansicht, der mönchische Stand mit Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam sei der einzig vollkommene. Heute wird uns immer mehr klar, dass es auch eine Berufung zur Ehe gibt und auch verschiedene Formen der Nachfolge, wo und wie wir wirken sollen. Das alles löst Spannungen und Konflikte aus.
Wenig anzufangen wissen viele mit der prophetischen Dimension. Sie ist nicht Wahrsagerei in Form von Tischerl-rücken und Horoskoperstellung. Prophet im biblischen Sinn heißt Mittler zwischen Gott und Mensch zu sein. Er beobachtet die gesellschaftlichen Vorgänge genau, er ist Fürsprecher für die Armen, ein Korrektiv zwischen Regierenden und Volk, er ist einer, der sagt, was Sache ist, der nicht den Etablierten, den Herrschenden nach dem Mund redet, der der Wahrheit nicht ausweicht. Viele der Propheten haben ihr Amt mit dem Leben bezahlt. Die Ängstlichkeit ist daher verständlich, warum einige der Propheten wie Jeremia oder Jona ihr Amt nicht annehmen wollten. Echte Propheten identifizieren sich mit der Person Jesu, der falsche Prophet redet gerne den Mächtigen nach dem Mund, vielleicht um selber Karriere zu machen. Die Unterschiede zwischen echten und falschen Propheten sind nicht leicht zu durchschauen.
Auch heute werden Menschen, die sich ihrer prophetischen Dimension bewusst sind, in die Schranken gewiesen, mit Mord bedroht oder kurzerhand umgebracht, von der Amtskirche schwer gemaßregelt etwa ein Ernesto Cardenal, mit Morddrohungen immer wieder konfrontiert Bischof Erwin Kräutler, am Altar erschossen Bischof Oscar Romero und viele andere, die durch tödliche Gewehrsalven umgekommen sind. Sie alle versuch(t)en auf ihre Weise mit ihren Begabungen in einer Welt, wo viele nicht wissen, "wohin sie ihr Haupt am Abend legen" (Lk.9,58), das Reich Gottes sichtbar zu machen.
Auch in unserer alltäglichen kleinen Welt haben prophetische Menschen ihre Schwierigkeit. Ihre mahnenden Worte werden nicht ernst genommen oder man schikaniert sie. Ein prophetischer Mensch wird sehr oft mit Ruhelosigkeit konfrontiert. So sind wir wieder beim Evangelium, der Textstelle des "Reiseberichts" angelangt. Sie spiegelt auch unsere Lebenssituation wider. Es geht nicht um einen gemütlichen Spaziergang. Wie oft geraten auch wir in Unruhe, Hektik, versuchen aus verfahrenen Situationen das Beste herauszuholen, aber nichts wird angenommen. Was wir an guten Taten setzen, wird missverstanden oder durch lieblose Bemerkungen abgeschmettert. Unverständnis und wenig Einfühlungsgabe zeigen sich mitunter durch Gefühlskälte, Hartherzigkeit, Beharren auf Formalismen. Das alles ist sehr demotivierend.
Menschlich verständlich, dass die Jünger über "Denkzettel" nachsinnen. Ein bisschen dreinhauen, um zu zeigen, wie mächtig das Wort Gottes ist. "Herr, willst du, dass wir Feuer vom Himmel fallen lassen, um sie zu vernichten?" (Lk. 9,54). Die Antwort Jesu ist eine Zurechtweisung. Vielleicht so: Habt Geduld, die verstehen überhaupt nichts! Hinterher bringt Jesus einige Lehrsprüche, die wir als sehr hart und radikal finden, wohlgemerkt radikal, nicht fanatisierend. Nachfolge Jesu ist ein radikaler Weg. Besonders schwer zu verstehen: "Lasst die Toten ihre Toten begraben." (Lk.9,60).
Für die Gegenwart bedeutet das, dass wir ständig Abschied nehmen müssen und Verluste beklagen in Beziehungen, in manchem, was uns lieb geworden ist. Manche trauern der "guten alten Zeit" nach. Ob sie auch wirklich so gut war? Auch das Bild vom Pflug ist richtungweisend. Es geht um den Blick nach vorne. Das gilt auch für die Institution, die Gemeinschaft der Kirche. Nostalgie im Pendelverkehr zwischen Konzil von Trient im 16. Jhdt. und I. Vatikanum im 19. Jhdt. erstickt jede Vision. Prophetische Menschen sehen ihr Ziel und haben auch Pläne, wie dieses zu erreichen ist. Aber wird nicht manches prophetische Wort durch Killerphrasen abgeknallt oder durch salbungsvolles Gewäsch wirkungslos gemacht? Es scheint auch da und dort die Verwechslung zwischen Prophetie und Anarchie zu geben, weil lieb gewordene Traditionen oder fix eingefahrene Kirchengesetze in Frage gestellt werden.
Jesus rät uns zum Blick nach vorne, zu mehr Mut und Klugheit, um die prophetische Dimension auch in der Kirche wahrzunehmen. Er verspricht uns so wie es dem Propheten Elischa geschehen ist, seinen Schutz. Dieser Schutzmantel ist der Heilige Geist, der den Lebensweg jedes einzelnen von uns begleitet.
Gott, unser Vater,
du hast uns in der Taufe zu Kindern des Lichtes gemacht.
Laß nicht zu,
daß die Finsternis des Irrtums über uns Macht gewinnt,
sondern hilf uns, im Licht deiner Wahrheit zu bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 13. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
in den Geheimnissen, die wir feiern,
wirkst du unser Heil.
Gib, daß wir den Dienst an diesem Altar würdig vollziehen,
von dem wir deine Gaben empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 13. Sonntag im Jahreskreis
Kehrvers:
Der Herr hat Großes an uns getan,
sein Name sei gepriesen.
(GL 69,1)
Wir haben Grund dir zu danken Herr.
Darum bringen wir unseren Lobpreis vor dich.
Immer wieder hast du Menschen in deinen Dienst genommen,
damit sie deinem Volk vorangehen und deinen Willen kundtun.
Kehrvers
Richter, Propheten und Könige haben deinem Volk den Weg gewiesen.
Sie haben die Treue gegenüber deinem Bund eingemahnt
und den Widerstand deiner Gegner in Kauf genommen.
Kehrvers
Jesus, dein Sohn, hat Jünger berufen, dass sie ihm folgen.
Er hat sie in deine Wahrheit eingeführt
und ausgesandt, die Frohe Botschaft vom Gottesreich zu verkünden.
Kehrvers
Sein Blick war ganz auf seine Sendung ausgerichtet.
Um die Menschen von der Not der Gottferne zu erlösen,
ist er dem Kreuz nicht ausgewichen,
das ihm seine Gegner auferlegt haben.
Kehrvers
Seine Jünger hat er aufgefordert, ihm auch nachzufolgen,
wenn sie Heimatlosigkeit und Verfolgung erwartet.
Kehrvers
Auch heute ruft er Menschen,
die die Mühsal der Nachfolge nicht scheuen
und sich von ihm in Dienst nehmen lassen,
damit sie seinem Volk vorangehen und es mit Umsicht leiten.
Kehrvers
Dafür danken wir dir und singen wir dir
mit allen Engeln und Heiligen unser Lob.
Danklied, z. B. GL 409: Singt dem Herrn ein neues Lied.
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken
durch deinen geliebten Sohn Jesus Christus.
Er ist dein Wort,
durch ihn hast du alles erschaffen.
Ihn hast du gesandt als unseren Erlöser und Heiland.
Er ist Mensch geworden durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria.
Um deinen Ratschluß zu erfüllen
und dir ein heiliges Volk zu erwerben,
hat er sterbend die Arme ausgebreitet
am Holze des Kreuzes.
Er hat die Macht des Todes gebrochen
und die Auferstehung kundgetan.
Darum preisen wir dich
mit allen Engeln und Heiligen
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 6
MB 2. Hochgebet
Wir danken dir, heiliger, starker Gott.
Du lenkst die Geschicke der Welt
und sorgst für jeden Menschen.
Du versammelst uns zu einer Gemeinschaft,
damit wir alle dein Wort hören
und deinem Sohn im Glauben folgen.
Er ist der Weg - auf diesem Weg gelangen wir zu dir;
er ist die Wahrheit - sie allein macht uns frei;
er ist das Leben und erfüllt uns mit Freude.
Darum danken wir dir, Vater, für deine Liebe,
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Wir stimmen ein in den Gesang der Engel
und bekennen zum Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 2
Christus spricht:
Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat
und nochmals zurückblickt,
taugt für das Reich Gottes.
(Lk 9,62)
Oder:
Christus spricht:
Selig, die das Wort Gottes hören
und ihm folgen.
(vgl. Lk 11,28)
Oder:
Christus spricht:
Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt,
wird nicht in der Finsternis umhergehen,
sondern wird das Licht des Lebens haben.
(Joh 8,12)
Gütiger Gott,
die heilige Opfergabe,
die wir dargebracht und empfangen haben,
schenke uns neues Leben.
Laß uns Frucht bringen in Beharrlichkeit
und dir auf immer verbunden bleiben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 13. Sonntag im Jahreskreis
Dem da
dem andern
dem x-beliebigen
dem wildfremden
der mir wurscht ist
der mich nichts angeht
dem man nicht trauen kann
dem man besser aus dem Weg geht
dem man's schon von weitem ansieht
dem da
dem Spinner
dem Blödmann
dem Besserwisser
dem Speichellecker
der nicht so tun soll
dem's noch Leid tun wird
der mir's noch büßen soll
der noch was erleben kann
der sich nicht unterstehen soll
dem ich's schon noch zeigen werde
dem da
wünsche ich Frieden
Aus: Lothar Zenetti, Sieben Farben hat das Licht. Worte der Zuversicht. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 2006.

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