Lesung aus dem Buch Jesája.
Der Herr hat Gefallen an dem von Krankheit Zermalmten.
Wenn du, Gott, sein Leben als Schuldopfer einsetzt,
wird er Nachkommen sehen und lange leben.
Was dem Herrn gefällt, wird durch seine Hand gelingen.
Nachdem er vieles ertrug,
erblickt er das Licht.
Er sättigt sich an Erkenntnis.
Mein Knecht, der gerechte,
macht die Vielen gerecht;
er lädt ihre Schuld auf sich.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Jesája.
Wer hat geglaubt, was wir gehört haben?
Der Arm des HERRN - wem wurde er offenbar?
Vor seinen Augen wuchs er auf wie ein junger Spross,
wie ein Wurzeltrieb aus trockenem Boden.
Er hatte keine schöne und edle Gestalt,
sodass wir ihn anschauen mochten.
Er sah nicht so aus,
dass wir Gefallen fanden an ihm.
Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden,
ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut.
Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt,
war er verachtet;
wir schätzten ihn nicht.
Aber er hat unsere Krankheit getragen
und unsere Schmerzen auf sich geladen.
Wir meinten, er sei von Gott geschlagen,
von ihm getroffen und gebeugt.
Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Vergehen,
wegen unserer Sünden zermalmt.
Zu unserem Heil lag die Züchtigung auf ihm,
durch seine Wunden sind wir geheilt.
Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe,
jeder ging für sich seinen Weg.
Doch der HERR ließ auf ihn treffen
die Schuld von uns allen.
Er wurde bedrängt und misshandelt,
aber er tat seinen Mund nicht auf.
Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt,
und wie ein Schaf vor seinen Scherern verstummt,
so tat auch er seinen Mund nicht auf.
Durch Haft und Gericht wurde er dahingerafft,
doch wen kümmerte sein Geschick?
Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten
und wegen der Vergehen meines Volkes zu Tode getroffen.
Bei den Frevlern gab man ihm sein Grab
und bei den Reichen seine Ruhestätte,
obwohl er kein Unrecht getan hat
und kein trügerisches Wort in seinem Mund war.
Der Herr hat Gefallen an dem von Krankheit Zermalmten.
Wenn du, Gott, sein Leben als Schuldopfer einsetzt,
wird er Nachkommen sehen und lange leben.
Was dem Herrn gefällt, wird durch seine Hand gelingen.
Nachdem er vieles ertrug,
erblickt er das Licht.
Er sättigt sich an Erkenntnis.
Mein Knecht, der gerechte,
macht die Vielen gerecht;
er lädt ihre Schuld auf sich.
Deshalb gebe ich ihm Anteil unter den Großen
und mit Mächtigen teilt er die Beute,
weil er sein Leben dem Tod preisgab
und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ.
Er hob die Sünden der Vielen auf
und trat für die Abtrünnigen ein.
Lesung aus dem Hebräerbrief.
Schwestern und Brüder!
Da wir nun einen erhabenen Hohepriester haben,
der die Himmel durchschritten hat,
Jesus, den Sohn Gottes,
lasst uns an dem Bekenntnis festhalten.
Wir haben ja nicht einen Hohepriester,
der nicht mitfühlen könnte mit unseren Schwächen,
sondern einen, der in allem wie wir
versucht worden ist,
aber nicht gesündigt hat.
Lasst uns also voll Zuversicht hinzutreten zum Thron der Gnade,
damit wir Erbarmen und Gnade finden
und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Angesichts der glaubensgefährdenden Lebenssituation seiner Leser deutet der Autor des Hebräerbriefes die irdische Existenz Jesu als ein "Angefochtensein". Weil aber Jesus auf diesem Weg in die Herrlichkeit als Erhöhter gelangte und so einen neuen Heilsweg geschaffen hat, darf sich die Gemeinde in ihren Krisen in das Heil Jesu "mithineingenommen" wissen. Die Aussage über den Hohenpriester, der als Mensch in der Versuchung lebte, ist für den Autor somit die Begründung zum Festhalten am Bekenntnis, wie auch für die Ermutigung zu Gott hinzutreten, wo Erbarmen und Hilfe gefunden werden können.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
traten Jakobus und Johannes,
die Söhne des Zebedäus,
zu Jesus
und sagten:
Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst.
Er antwortete: Was soll ich für euch tun?
Sie sagten zu ihm:
Lass in deiner Herrlichkeit einen von uns rechts
und den andern links neben dir sitzen!
Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet.
Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke,
oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde?
Sie antworteten: Wir können es.
Da sagte Jesus zu ihnen:
Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke,
und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde.
Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken
habe nicht ich zu vergeben;
dort werden die sitzen, für die es bestimmt ist.
Als die zehn anderen Jünger das hörten,
wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes.
Da rief Jesus sie zu sich
und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten,
ihre Völker unterdrücken
und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen.
Bei euch aber soll es nicht so sein,
sondern wer bei euch groß sein will,
der soll euer Diener sein,
und wer bei euch der Erste sein will,
soll der Sklave aller sein.
Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen,
um sich dienen zu lassen,
sondern um zu dienen
und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Wenn Jesus zu seinen Jüngern sagt: "Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele" (V.45), dann greift er auf das biblische Verständnis des Lösegelds und auf Jes 43,3f. zurück.
Heißt es dort, daß Ägypten, Kusch und Seba von Gott als Lösegeld für Israel hingegeben würden, so spricht Jesus hier davon, daß er gekommen sei, sein eigenes Leben hinzugeben. Entgegen der allgemeinen Erwartung der jüdischen Tradition von der Ankunft eines mächtigen Menschensohnes, der über die anderen erhoben ist, kommt der Menschensohn nach Jesus "...nicht um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen...".
Nachfolge Jesu bedeutet hier nicht auf Kosten anderer zu leben, sondern so zu leben, daß andere Menschen aufleben können. Ein Streit um Sitzplätze, wenn auch um himmlische, ist aus dieser jesuanischen Perspektive des Menschensohnes unsinnig.
Das heutige Evangelium erzählt davon, dass Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Jesus bitten, sie möchten in seinem Reich neben ihm sitzen, der eine rechts und der andere links von ihm. Und diese Bitte sprechen sie aus, nachdem Jesus von seinem Leiden gesprochen hat. Jesus weist sie zurecht, weil sie seinen Weg nicht verstehen, den Weg dienender Liebe. Bei ihnen soll es anders sein als im Machtgefüge dieser Welt. Wie es auch in der Kirche, bei uns, anders sein könnte, und wie wir unseren Glauben andern glaubwürdig vermitteln können, darüber möchte ich nachher mit Ihnen nachdenken.
Herr, uns zu besinnen auf unsere eigentliche Berufung und Sendung
steht uns besser an als das Streben nach Macht und Einfluss bei dir:
Herr, erbarme dich unser.
Christus, wenn wir als Kirche in der heutigen Zeit noch glaubwürdig sein sollen,
dann muss dein Evangelium immer wieder der erste Maßstab unseres Lebens und Handeln sein.
Christus, erbarme dich unser.
Herr, unser Leben muss sich an dir orientieren,
der du nicht gekommen bist, um sich bedienen zu lassen,
sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben für uns.
Herr, erbarme dich unser.
Allmächtiger Gott,
du bist unser Herr und Gebieter.
Mach unseren Willen bereit,
deinen Weisungen zu folgen,
und gib uns ein Herz, das dir aufrichtig dient.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 29. Sonntag im Jahreskreis
Gott,
du Schöpfer und Geber unseres Lebens,
du willst nicht das Unrecht
und dir widerstrebt alles Streben nach Macht und Einfluss.
Führe uns hin zu deinem Gebot der Liebe und Hingabe an die Mitmenschen.
Stärke uns, dass wir einander dienen,
wie du uns zum Diener geworden bist.
Darum bitten wir durch Christus, unserm Herrn. Amen.
Hilf uns, Herr,
daß wir den Dienst am Altar
mit freiem Herzen vollziehen.
Befreie uns durch diese Feier von aller Schuld,
damit wir rein werden und dir gefallen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 29. Sonntag im Jahreskreis
Kehrvers
Wir danken dir und preisen dich.
Gott und Vater,
in dieser Feier bringen wir Dir unseren Dank und unseren Lobpreis dar:
Wir danken Dir, dass Du Dich immer neu uns Menschen zuneigst
und uns nahe sein willst.
Kehrvers
Dein Sohn Jesus Christus war dir gleich,
hielt aber nicht daran fest, dir gleich zu sein,
sondern entäußerte sich und wurde uns Menschen gleich.
Er ist in die Welt gekommen
nicht, um sich bedienen zu lassen,
sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für uns hinzugeben.
Kehrvers
Er hat unsere Schuld auf sich geladen
und sein Leben als Sühnopfer hingegeben.
Er ist der Hohepriester, der mitfühlt mit unserer Schwachheit,
und bei dem wir Erbarmen und Hilfe finden.
Kehrvers
Für all das danken wir dir und preisen wir dich
mit allen Engeln und Heiligen:
Danklied, z. B.: Nun saget Dank und lobt den Herren (GL 385)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn hast du die Kirche
auf das Fundament der Apostel gegründet,
damit sie bis ans Ende der Tage fortbestehe
als Zeichen deiner Heiligkeit
und allen Menschen die Botschaft des Heiles verkünde.
Darum preisen wir das Werk deiner Liebe
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Apostel 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
In ihm hast du uns zur Erkenntnis der Wahrheit geführt und
uns zu Gliedern seines Leibes gemacht
durch den einen Glauben und die eine Taufe.
Durch ihn hast du deinen Heiligen Geist
ausgegossen über alle Völker,
damit er Großes wirke mit seinen Gaben.
Er wohnt in den Herzen der Glaubenden,
er durchdringt und leitet die ganze Kirche
und schafft ihre Einheit in Christus.
Darum preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB: Von der Einheit der Christen
Der Menschensohn ist gekommen,
um sein Leben als Lösegeld hinzugeben für viele.
(vgl. Mk 10,45)
Oder:
Das Auge des Herrn ruht auf allen,
die ihn fürchten und ehren,
die nach seiner Güte ausschauen.
Denn er will sie dem Tod entreißen
und in der Hungersnot ihr Leben erhalten.
(Ps 33,18-19)
Wer bei euch groß sein will,
der soll euer Diener sein, spricht der Herr.
(vgl. Mk 10,43)
Oder:
Christus spricht:
Geht zu allen Völkern,
und macht alle Menschen zu meinen Jüngern.
Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
(vgl. Mt 28,19f)
Allmächtiger Gott,
gib, daß die heiligen Geheimnisse,
die wir gefeiert haben,
in uns Frucht bringen.
Schenke uns Tag für Tag,
was wir zum Leben brauchen,
und führe uns zur ewigen Vollendung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 29. Sonntag im Jahreskreis
Die Bittmesse
Herr, unser Gott,
heilige uns durch das Mahl, das wir gefeiert haben,
und gib uns Kraft zu einem christlichen Leben.
Mache deine Kirche zum Zeichen des Heils unter den Völkern,
damit sie die Gnade empfangen,
die dein Sohn am Kreuz für alle Menschen erworben hat,
der mit dir lebt und wirkt in alle Ewigkeit. Amen.
MB Für die Ausbreitung des Evangeliums B
Der, von dem ich erzählen will,
wurde geboren in Armut und starb,
noch jung, mit ausgebreiteten Armen
am Kreuz einen schrecklichen Tod.
Warum, worin bestand seine Schuld?
Oder anders gefragt: wem war er im Weg?
Er raubte kein Geld, kein Land, stürzte
keinen vom Thron, zog nicht in den
Krieg, schrieb nicht einmal Bücher.
Der Ort, wo er aufwuchs wie andere auch,
war ohne Bedeutung: ein Nest in den Bergen
am Rande des riesigen römischen Reiches.
Er lernte ein Handwerk, zimmerte Möbel,
bis er die Werkstatt verließ und sein Dorf
und umherzog im Land, das Wort auszusäen.
Er sah, wie man weiß, weder Rom noch Athen.
Aber er sah seinen Vater im Himmel und
sah auf der Erde die Menschen im Dunkel
und lehrte sie sehn mit anderen Augen.
Er heilte die Kranken, rief Tote ins Leben.
So zog er umher und warb um die Herzen
und sprach von der Liebe, dem
Königreich Gottes.
Er starb, wie er lebte
und lebt, wie er starb:
mit ausgebreiteten Armen.
Aus: Lothar Zenetti, Sieben Farben hat das Licht. Worte der Zuversicht. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 2006.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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In den Kapiteln Jes 40-55 finden sich, über mehrere Stellen verteilt, die sogenannten Gottesknechtlieder, die von einem "Knecht Jahwes" reden, der einen weit über Israel hinausgehenden Auftrag bekommt, durch seinen Gehorsam ins Leiden und bis in den Tod hinunter geführt wird, zu dem sich aber Jahwe aber als zu seinem Knecht bekennt.
Die Verse Jes 53,1-12 sind eine bekenntnishafte Schilderung des Geschicks des Knechtes im Munde einer Gemeinde, die staunend Jahwes Geheimnis anbetet. Als Empfänger des hier geschilderten heilvollen Geschehens sind die "Vielen" genannt. Eine exklusive Verkündigung der Heilsbotschaft an Israel findet nicht mehr statt. In seinen rahmenden Worten bekennt sich Jahwe voll zu seinem Knecht, der erhöht wird und so den Lohn für seine Selbsthingabe bis in den Tod empfängt.