Allmächtiger Gott,
von dir kommt alles Gute.
Pflanze in unser Herz
die Liebe zu deinem Namen ein.
Binde uns immer mehr an dich,
damit in uns wächst, was gut und heilig ist.
Wache über uns und erhalte, was du gewirkt hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 22. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
diese Opferfeier bringe uns Heil und Segen.
Was du jetzt unter heiligen Zeichen wirkst,
das vollende in deinem Reich.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 22. Sonntag im Jahreskreis
Kehrvers:
Der Herr ist mein Licht und mein Heil. (GL 38,1)
Guter Gott und Vater,
wir sind hier versammelt, um dich zu loben und dir zu danken.
Kehrvers
Du hast auf das Rufen deines Volkes gehört, als es in Not war,
und es aus der Knechtschaft Ägyptens herausgeführt.
Du bist ihm vorangegangen,
und hast es in das Land deiner Verheißung geführt.
Kehrvers
Du hast Jesus, deinen Sohn gesandt,
damit er die Menschen zum wahren Leben führe.
Durch ihn hast du seine Jünger gelehrt,
dass sie dem Kreuz nicht ausweichen, sondern ihm nachfolgen.
Kehrvers
Durch Leiden und Tod hindurch
ist er ihnen den Weg zur Auferstehung vorangegangen.
Er ist zum Weizenkorn geworden, das in die Erde fällt und stirbt,
um reiche Frucht zu bringen.
Kehrvers
Er gibt auch uns die Kraft, unser Leben dir zu überlassen,
damit wir uns selbst dir als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen
und so ewiges Leben gewinnen.
Kehrvers
Mit allen Engeln und Heiligen loben und preisen wir dich
und sagen wir dir unseren Dank.
Danklied, z. B. Singt dem Herrn ein neues Lied (GL 409)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dein Gnade zu rühmen.
So sehr hast du die Welt geliebt,
daß du deinen Sohn als Erlöser gesandt hast.
Er ist uns Menschen gleich geworden
in allem, außer der Sünde,
damit du in uns lieben kannst,
was du in deinem eigenen Sohne geliebt hast.
Durch den Ungehorsam der Sünde
haben wir deinen Bund gebrochen,
durch den Gehorsam deines Sohnes
hast du ihn erneuert.
Darum preisen wir das Werk deiner Liebe
und vereinen uns mit den Chören der Engel
zum Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ....
MB Sonntage 7
Wir danken dir, heiliger, starker Gott.
Du lenkst die Geschicke der Welt
und sorgst für jeden Menschen.
Du versammelst uns zu einer Gemeinschaft,
damit wir alle dein Wort hören
und deinem Sohn im Glauben folgen.
Er ist der Weg - auf diesem Weg gelangen wir zu dir;
er ist die Wahrheit - sie allein macht uns frei;
er ist das Leben und erfüllt uns mit Freude.
Darum danken wir dir, Vater, für deine Liebe,
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Wir stimmen ein in den Gesang der Engel
und bekennen zum Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 2
Allmächtiger Gott,
du hast uns gestärkt durch das lebendige Brot,
das vom Himmel kommt.
Deine Liebe,
die wir im Sakrament empfangen haben,
mache uns bereit,
dir in unseren Brüdern zu dienen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 22. Sonntag im Jahreskreis
Wo sind die Verbandplätze unserer Welt? Sicher nicht nur in fernen, exotischen Ländern oder auf den Kriegsschauplätzen, auf die momentan die Fernsehkameras gerichtet sind. Dorthin würden uns vielleicht unsere »romantischen« Gefühle automatisch ziehen. Aber: Sie sind überall um uns herum.
»Seht meine Hände und meine Füße an«, sagt Christus heute mit dem Blick auf alle Notleidenden und Verwundeten, Nahestehende und Fremde, »fasst mich doch an und seht: Ein Geist hat doch nicht Fleisch und Bein, wie ihr es an mir seht.«
»Die Männer und die Frauen sind Fleisch und Bein, Hände und Füße, die durchbohrte Seite Christi - sein mystischer Körper«, fügt der Autor hinzu, der sich hinter dem Pseudonym »Mönch der Ostkirche« verbirgt, »in ihnen können wir durch unser Tun die Wirklichkeit der Auferstehung realisieren«. Er fordert uns auf, dass wir Christus nicht nur in sozial Bedürftigen, Kranken, Armen, Verlassenen, sondern insbesondere auch in den Menschen sehen, die uns fremd und unsympathisch sind: »In vielen von diesen Männern und Frauen - in bösen und verbrecherischen Menschen - ist Christus wieder gefangen genommen worden. Befreie ihn dadurch, dass du ihn still und schweigend erkennst und ihn in ihnen anbeten wirst.«
Das sind harte, anspruchsvolle Worte, wer kann sie hören? Und wer wagt es, sie zu realisieren - oder es zumindest zu versuchen? Wir sind es aus vielen Predigten gewohnt, die Aufforderung zu hören, dass wir Menschen in sozialer Not helfen sollen, und vielleicht tun wir das auch ab und zu. Über die Liebe zu den Feinden wird allerdings nicht häufig gepredigt - und wenn darüber gepredigt wird, dann entsteht oft der peinliche Eindruck, dass weder der Prediger noch seine Zuhörer diese Worte allzu »wörtlich« nehmen, schärfer ausgedrückt: Sie nehmen sie gar nicht ernst. Das wird in den Kirchen nur so gesagt! Wir haben schon erwähnt, dass die größte Schwierigkeit mit dieser Aussage Jesu darin besteht, dass wir die Begriffe »Liebe« und »Hass« als bloße Emotionen betrachten (nicht als Lebenshaltungen und Willensentscheidungen, als etwas, an dem wir unser Leben ausrichten); und natürlich wissen wir gut, dass man Emotionen »nicht befehlen kann« und dass unsere Gefühle, Unrecht erlitten zu haben, sich hartnäckig halten, obwohl der gute Wille in uns vorhanden ist, den unerhörten Auftrag Jesu zu erfüllen.
Hier legt uns der Mönch der Ostkirche eine neue theologische und spirituelle Anregung vor, die uns ermutigen soll, auch die Menschen anzunehmen, die wir in der Regel nicht akzeptieren wollen, »die Bösen und die Verbrecher«. Er sagt uns nicht, dass wir ihre Schlechtigkeit lieben und akzeptieren sollen, dass wir ihre schlechten Taten und Eigenschaften übersehen, bagatellisieren und entschuldigen sollen, er verlangt auch nicht von uns, dass wir irgendeine emotionale Neigung ihnen gegenüber entwickeln sollen. Er sagt uns lediglich, dass Christus durch das Geheimnis der Menschwerdung im Menschsein jedes beliebigen Menschen anwesend ist. In den »Bösen« ist er »gefangen«, weil sie ihm die Freiheit nicht geboten haben, weil sie ihn nicht in ihren Herzen und ihrem Handeln herrschen ließen.
Dadurch, dass wir uns bewusst werden, dass auch sie »zu Christus gehören« (und dadurch auch zu uns), befreien wir diese Menschen noch nicht vom Bösen. Einstweilen befreien wir nur unsere Beziehung zu ihnen - dadurch dass wir in unsere Haltung zu ihnen Christus als ein treues Bild des Vaters eintreten lassen, der »seine Sonne über Böse und Gute aufgehen lässt und es über Gerechte und Ungerechte regnen lässt«3. Inwieweit diese unsere innere Haltung, diese unsere Gesinnung ihnen gegenüber, unser Verhalten und Handeln beeinflusst und inwieweit unser Verhalten auf sie zurückwirken, sie beeinflussen und sie vielleicht auch verändern kann, das ist wiederum eine anderer, offener Akt dieses Dramas.
Christus kommt immer nur als Aufforderung, Angebot, als Einladung, der man Folge leisten kann, als offene Möglichkeit - als »the God who may be«. Ihm ist jedweder beliebige Druck völlig fremd, mit dem er uns vielleicht manipulieren, unsere Freiheit nicht respektieren würde. Der Gott, den uns Christus vorstellt (mit seinen Worten und seiner Person) spricht uns an und fordert uns auf, aber er zwingt uns niemals zu etwas. Entsprechend soll auch unser christliches Zeugnis sein: Wir sind dazu da, dass wir den Horizont des »Möglichen« (d. h. des erwartbaren, gewöhnlichen, »logischen«, »natürlichen« Handelns - wie man handelt, wie es in der Welt zugeht) um das erweitern, was Menschen, die Gott nicht kennen oder Christus nicht ernst nehmen, als unmöglich erscheint. Dass wir als »alternatives Angebot« da sind, ist schon Bestandteil des Dienstes der Heilung, der Befreiung und der »Austreibung des Bösen«, den sich viele ein wenig zu romantisch vorstellen.
Aus: Tomáš Halík, Berühre die Wunden. Über Leid, Vertrauen und die Kunst der Verwandlung. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2013.

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