Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! - Kv
Christus war für uns gehorsam bis zum Tod,
bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott erhöht
und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen.
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!
Wer in seinem Leben erlebt und begriffen hat, dass Liebe in sich ihren Sinn hat, dessen Leben wird eine besondere „Gestalt“ annehmen. Das Leben des Gottesknechtes hat so eine besondere Gestalt angenommen: nicht schön, nicht lieblich. Dafür wurde er nicht beneidet, denn seine Gestalt „war nicht mehr die eines Menschen“. Und doch war er es, der durch sein Leben, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen vermochte.
Am Karfreitag begegnen uns Menschen, die ihr Ansehen verloren haben. Gerade sie werden zu Heilszeichen Gottes.
Am Kreuz zeigt sich die unfassbare Liebe Gottes. Sie ist größer als die Sünde.
Das Kreuz ist mehr als ein Schmuckstück. Es ist über Nacht wieder als Zeichen für Härte und Grausamkeit aktuell geworden. Ungezählte Christen sind heute der Verfolgung ausgesetzt. Wir sind herausgefordert, wie Jesus zu handeln und unsere Liebe an den Verfolgten und Notleidenden unserer Zeit zu unter Beweis zu stellen.
"Man sagt: Tote lässt man ruhen.
Wir sagen: Nein, Tote lässt man auferstehen,
ihre guten Ideen, ihre Taten, ihr Leben:
Tote lässt man auferstehen.
Man sagt: Vorbei ist vorbei.
Nein, wir sagen: Vorbei ist nicht vorbei:
Jetzt fängt die Sache erst an.
Jesus ist nicht vorbei...
Jetzt, heute, fängt die Sache mit Jesus an."
(Wilhelm Willms).
Aber: Daran können viele nicht mehr glauben, vor allem, wenn ihnen ein lieber Mensch genommen wird. Sehr groß und sehr tief sitzt der Schmerz darüber. Der Tod ist uns lebenslanger, unfreiwilliger Begleiter, der uns mahnt, mit der Zeit, mit der Kraft und unseren Begabungen verantwortungsvoll umzugehen.
Für einen sehr großen Teil von uns ist der Tod im wahrsten Sinn des Wortes der Todfeind, der uns Todesangst macht. Die Erfahrung lehrt, dass Geburt und Tod die einzige Gewissheit in unserem Leben darstellen. "Mors certa, hors incerta", also: Der Tod ist sicher, unsicher hingegen die Zeit, die Stunde unseres Todes.
Der Tod ist wohl die radikalste Form des Abschieds und auch des "Los-Lassen-Müssens". Jeden Tag werden wir mit ihm konfrontiert, ohne dass es uns wirklich bewusst wird. Das Ende eines Tages, die mitternächtliche Stunde bringt einen neuen Tag hervor. Jedes Ende eines Lebens- und Zeitabschnittes hat einen Neubeginn. Es ist so wie mit dem Weizenkorn, das in die Erde eingesenkt wird, um neues Leben zu schaffen.
Wann ist ein Mensch wirklich tot? Vielleicht schon mitten im Leben, wenn die Auferstehung für ihn sinnlos, nur Märchen, billige Vertröstung ist, wenn er nicht mehr nachdenkt, zurück, - vor- und weiterdenkt über seinen eigenen Tod hinaus, wenn er nicht nach dem Sinn des Lebens fragt, nach seiner Zukunft.
Vielleicht ist er schon mitten im Leben herztot, wenn er nicht mehr mitfühlt, nachfühlt und vorfühlt in die Auferstehungshoffnung mit dem Blick auf Christus.
Die christlichen Kirchen verkünden heute, dass die Liebe stärker ist als der Tod, und sie berufen sich dabei auf die Auferstehung: nicht als Wiederkehr eines Toten in die vergängliche Schöpfung, sondern als Auferstehen in eine Welt, in der es kein Leid, keine Not und auch keinen Tod mehr gibt.
So ist also der Tod derjenige, der uns das Ticket überreicht in die ewige Heimat, in das Haus des Vaters, der für uns eine Wohnung bereithält. Der Tod als Übergang in jenen Frieden, der die große Sehnsucht nach Gott stillt.
Lieder:
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 147: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
GL 283: Aus der Tiefe rufe ich zu dir: Herr, höre meine Klagen
GL 287: Christus war für uns gehorsam bis zum Tod
GL 289: O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn
GL 290: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen
GL 291: Holz auf Jesu Schultern
GL 292: Fürwahr, er trug unsre Krankheit
GL 294: O du hochheilig Kreuze, daran mein Herr gehangen
GL 295: O Traurigkeit, o Herzeleid!
GL 297: Wir danken dir, herr Jesu Christ
GL 299: Der König siegt, sein Banner glänzt
GL 300: Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott
GL 430: Von guten Mächten treu und still umgeben
GL 460: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde
GL 497: Gottheit tief verborgen, betend nah ich dir
GL Ö819: Laß mich deine Leiden singen
GL Ö820: Herr Jesus Christ, wir suchen dich
GL Ö822: O du mein Volk, was tat ich dir?
GL Ö823: Heilges Kreuz, sei hoch verehret
Psalmen und Kehrverse:
GL 293: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? - Mit Psalm 40 (GL 41,2) oder mit Psalm 51 (GL 639,2) - IV.
GL 296: Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung - Mit Psalm 40 (GL 41,2) - IV.
GL 308,1: Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist - Mit Psalm 40 (GL 41,2) - IV.
GL 308,4: Sei uns gegrüßt, du heiliges Kreuz! - Mit Psalm 22 (GL 36,2) - II.
GL 308,5: Heiliger Gott! heiliger starker Gott! Heiliger, Unsterblicher, erbarme dich unser - Mit Psalm 40 (GL 41,2) - IV.
GL 518: Beim Herrn ist Barmherzigkeit und reiche Erlösung - Mit Psalm 46 (GL653,2) oder mit Psalm 57 (GL649,6) - VII.
GL 639: Beim Herrn ist Barmherzigkeit, bei ihm ist Erlösung in Fülle - Mit Psalm 130 oder mit Psalm 22 (GL 36,2) - II.
Voll Ehrfurcht und Dankbarkeit
haben wir uns vor dir niedergeworfen.
Voller Ehrfurcht und Dankbarkeit
wollen wir in dieser Stunde Worte deines Leidens hören.
Voll Ehrfurcht und Dankbarkeit wollen wir
dich am Kreuz verehren,
während andere dich verhöhnten.
Wir stehen mit Johannes, deinem Apostel
und mit Maria bei dir.
Gleich ihnen wollen wir
unsere Herzen bereit machen für den Willen Gottes,
auch wenn er für uns durch Dunkel und Leiden geht. - Amen.
Gedenke, Herr, der grossen Taten, die dein Erbarmen gewirkt hat.
Schütze und heilige deine Diener,
für die dein Sohn Jesus Christus sein Blut vergossen
und das österliche Geheimnis eingesetzt hat,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.
(MB Karfreitag)
GL 532 (KG 31/1): "Lob dir Christus, König und Erlöser"
"Christus war für uns gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen,
der grösser ist als alle Namen."
GL 180 (KG 391): "Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen"
Kreuzenthüllung an drei Stationen: Eingang/Mitte/vor den Altarstufen.
3 x Ruf "Seht das Holz des Kreuzes"
Ein Mensch hängt zwischen Himmel und Erde, '
Mittler zwischen Gott und den Menschen.
Welch große Liebe!
Welch großer Hass!
"Es ist vollbracht!"
Was ist vollbracht?
Der Wille des Vaters?
Das Opfer des Sohnes?
Das Leiden des Menschseins?
Das Werk der Liebe!
Ich kann am Karfreitag nicht Traurigkeit spielen
im Bewusstsein der Freude des Ostermorgens.
Ich kann nur diese Liebe in stiller Freude annehmen,
mich ihr entgegenstrecken - und danken.
(Hans Waltersdorfer)
Oder:
An das Kreuz haben sie ihn gehängt
- diesen Jesus
Er war der verachtetste Mensch
- dieser Jesus
Er war der einsamste Mensch
- dieser Jesus
Sichtbar für alle war es aufgerichtet
- das Kreuz
Ein Zeichen für totale Niederlage
- das Kreuz
Jesu Auferstehung machte es zum Siegeszeichen
- das Kreuz
Es wurde zum Zeichen für Glaube, Liebe, Hoffnung
- das Kreuz
Deshalb können wir
im Zeichen des Kreuzes glauben
an Gottes Barmherzigkeit zu uns.
Deshalb können wir
im Zeichen des Kreuzes glauben
an Gottes Liebe zu uns.
Deshalb können wir
im Zeichen des Kreuzes hoffen
auf die Auferstehung.
(Günter Weigel)
Oder:
Ecce Homo
Weniger als die Hoffnung auf ihn
Das ist der Mensch
Einarmig
Immer
Nur der gekreuzigte
Beide Arme
Weit offen
Der Hier-Bin-Ich
(Hilde Domin)
Oder:
Wird je ein Mensch erahnen können, was in Jesus Christus in dieser letzten Stunde vor sich geht? Wie tief ist der Riss zwischen Gott und Mensch? Unter qualvollen Schmerzen, die bis zum Wahnsinn und zur Ohnmacht treiben, stirbt Jesus. Und doch - unbegreiflich bleibt die liebende Kraft dieses Menschen, der zwischen Himmel und Erde mit dem Tod ringt.
Er vergibt denen, die ihn töten; er vergibt dem der neben ihm hängt und um Vergebung bittet; er übergibt seine Mutter an seinen liebsten Freund und damit an all seine Freunde; seinem Vater legt er sich in die gütigen Hände; liebend und tröstend schenkt er im Todeskampf anderen Kraft und Mut.
Und als dies alles vollbracht ist, bricht das tiefste Dunkel der Todesnacht über ihn herein. Der Durst - der Durst nach Leben schreit aus ihm heraus, und er versinkt in Gottesferne und Verlassenheit. Im grausamsten Dunkel der Grenze menschlichen Lebens schreit er nach Gott: Warum? Warum, Gott?
Und als er sein Haupt neigt, gibt Gott sich selbst und uns die Antwort: Es ist vollbracht. Er, wir, alles ist vollbracht. Seither ist menschliches Leben im Frieden Gottes geborgen.
(Br. Immanuel Jacobs)
mit Blumen und Kerzen. . .
GL 189 (KG 389,3.+ 4. Str.): "Ich danke dir von Herzen"
Herr, Jesus Christus,
wir danken dir für dein Haupt voll Blut und Wunden.
Dein Haupt, das alle Ehre verdient,
wird von dichtem Dornengeflecht zerstochen.
Dein Antlitz, schön vor allen Menschenkindern,
wird durch Speichel entehrt.
Deine Augen, leuchtender als die Sonne,
werden im Tod verfinstert.
Deine Ohren, die den Gesang der Engel kennen,
vernehmen die Lästerreden der Sünder.
Dein Mund, der uns Worte des ewigen Lebens kündete,
wird mit Essig und Galle getränkt.
Es bleibt dir nichts als die Zunge,
damit du für uns Sünder betest.
Um dieser schmerzlichen Wunden willen hilf uns,
wenn wir gedemütigt werden um deinetwillen.
Lass dein göttliches Antlitz über uns leuchten und segne uns.
Nach Bernhard v. Clairvaux

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