Unser Gehörsinn ist oft einseitig getrimmt auf Geräusche, die für unseren Alltag Bedeutung haben. Das Erntedankfest und dessen diesjähriges Motte lädt uns ein, unser Ohr für die Geräusche der Schöpfung zu schärfen.
Es ist uns ein Bedürfnis, Gott für alles zu danken, was er uns zum Leben gibt. Eine Form des Dankens ist das Teilen. Es macht uns reicher, schenkt Freude.
Das Motto des Erntedanksonntags wurde übernommen von der OeKU, der ökumenischen Arbeitsstelle Kirchen und Umwelt in der Schweiz. Bei dieser Stelle können unter www.oeku.ch auch weitere Materialien zum Thema und für die Schöpfungszeit vom 1.9. bis zum 4.10. bezogen werden. Die OeKU schreibt zum diesjährigen Motto: Die Alpen gehören mit etwa 30 000 Tier- und 13 000 Pflanzenarten zu den artenreichsten Gebieten Europas. Die Leitidee für die landwirtschaftliche, touristische, energetische und verkehrsmäßige Nutzung der Bergwelt muss die Nachhaltigkeit sein. Das bedeutet, dass der Lebensraum Berge den künftigen Generationen möglichst intakt erhalten werden soll. So bleiben die Berge auch in Zukunft Ort für die spirituelle Erfahrung. Dafür dürfen auch Pfarreien und Kirchgemeinden eintreten.
Vielleicht waren manche von Ihnen schon einmal in den italienischen oder französischen Alpen zum Wandern. Wenn ja, dann ist Ihnen sicher der große Unterschied zu den schweizerischen, österreichischen und deutschen Alpen aufgefallen: In Italien und Frankreich sind die meisten Almen verwaist, die Almhütten eingefallen, die Weiden verbuscht und bewaldet. Die typischen Almlandschaften, die jahrhundertelang fast flächendeckend verbreitet waren, gibt es dort nicht mehr.
Womöglich werden manche spontan sagen: Da holt sich die Natur zurück, was der Mensch ihr mit der Rodung der Bergwälder einst genommen hat. Da wächst wieder eine „natürliche", nicht vom Menschen gestaltete Vegetation heran. Doch ist der Verlust der Almen so leicht abzuhaken? Kann man den Traditionsbruch, den das Verlassen der Almen darstellt, so einfach beiseiteschieben?
Historisch betrachtet ist die heutige Almlandschaft der Alpen im Wesentlichen im Hochmittelalter entstanden. Zwar gab es zum Beispiel auf dem Dachstein-Hochplateau schon von 1700 bis 900 vor Chr. eine bronzezeitliche Almwirtschaft mit 28 Almen, um die Arbeiter des Salzbergbaus in Hallstatt mit ausreichender Nahrung zu versorgen. Ohne die Almwirtschaft wäre der Bergbau dort gar nicht möglich gewesen. Daher fand an allen Bergbaustandorten in den Alpen bereits in dieser frühen Phase Almwirtschaft statt. Doch eine systematische und flächendeckende Erschließung der höheren Lagen zur Sommerbewirtschaftung war erst nötig, als die alpine Bevölkerung ihren Höchststand erreichte - und das war im 12. und 13. Jahrhundert. Seitdem sehen die Alpen unterhalb der Baumgrenze so aus, wie wir sie kennen.
Welche Bedeutung haben die Almen aber in einer modernen Industriegesellschaft? Warum kann man sie nicht einfach aufgeben? Warum setzen die nationalen Regierungen und die Europäische Union Fördermittel für die Almbewirtschaftung ein?
Natürlich ist das wundervolle Landschaftsbild am auffälligsten, das durch die Almen erzeugt wird: Statt eintöniger Berghänge, die flächendeckend bewaldet sind, ist der Wechsel von Wald und Almweide eine Wohltat für die Augen. Hinzu kommen die bunten Blumen auf den Almwiesen, die uns erfreuen. Das ist der schönste, aber zugleich der nebensächlichste Aspekt der Almen.
Ökologisch betrachtet von höchster Bedeutung ist die Funktion der Almen für die Artenvielfalt: Die Alpen gehören mit etwa 30 000 Tier- und 13 000 Pflanzenarten zu den artenreichsten Gebieten Europas. Eine große Zahl von ihnen kann in dieser Höhe nur dann leben, wenn sie nicht vom Wald verdrängt wird. Die Artenvielfalt der Berge ist menschengemacht.
Ursprünglich war die wichtigste Funktion der Almen die Lebensmittelgewinnung: Weil die Felder und Wiesen im Tal als Lebensgrundlage für die Bevölkerung nicht ausreichten, musste man auch die höheren Lagen erschließen und landwirtschaftlich nutzen. Heute haben wir eine so mühsame Erarbeitung von Lebensmitteln nicht mehr nötig, weswegen die Almwirtschaft ohne Fördermittel nicht mehr lebensfähig ist.
Dennoch verdanken wir der Almwirtschaft sehr viel, unter anderem unsere vielfältige und hochentwickelte Käsekultur: Seit einiger Zeit vergibt die Europäische Union für bestimmte Lebensmittel die sogenannte „geschützte Ursprungsbezeichnung". Diese besagt, dass Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung eines Produkts in einem bestimmten geographischen Gebiet nach einem dort traditionell anerkannten und festgelegten Verfahren erfolgen. In Österreich sind sechs von acht Lebensmitteln mit geschützter Ursprungsbezeichnung Bergkäsesorten, in Deutschland fünf von zwölf. Mit den Almen ginge ein zentrales Stück unserer Ernährungskultur verloren.
Liebe Schwestern und Brüder, Israel kennt keine Almen, die nur im Sommer bewirtschaftet würden. Das Klima ist so warm, dass man selbst auf den höchsten Bergen ganzjährig Landwirtschaft treiben kann. Deshalb ist Israel ein Volk der Berge. In den fruchtbaren Ebenen am Meer und am Jordan wohnen die Philister und die Kanaanäer. Die haben modernste Waffen, so dass die Israeliten sie nicht besiegen können. Also ziehen sie sich in die Berge zurück, wo sie nur schwer angegriffen werden können und weitgehend in Ruhe gelassen werden (Jdt 7,10). Ihre Gegner trösten sich damit, dass Israel nur in den Bergen stark ist, denn sie sagen: „Ihr Gott ist ein Gott der Berge" (1 Kön 20,23. 28).
Für Israel sind die Berge Lebensraum und Nahrungsquelle zugleich:
- ein Lebensraum der Tiere, denn „die hohen Berge gehören dem Steinbock, dem Klippdachs bieten die Felsen Zuflucht." (Ps 104,18).
- ein lebensnotwendiges Wasserreservoir, denn „du tränkst die Berge aus deinen Kammern, aus deinen Wolken wird die Erde satt." (Ps 104,13).
- die Kornkammer des Landes, denn „im Land gebe es Korn in Fülle. Es rausche auf dem Gipfel der Berge." (Ps 72,16).
Besonders aber ist die Fruchtbarkeit der Berge ein Sinnbild für das Leben des Volkes Israel, wie uns die Lesung aus dem Buch Ezechiel eindrücklich verdeutlicht (Ez 36): „Ihr aber, ihr Berge Israels, sollt wieder grün werden und Früchte hervorbringen für mein Volk Israel; denn es wird bald zurückkommen. Seht, ich wende mich euch wieder zu und dann ackert und sät man wieder auf euch und ich lasse viele Menschen dort leben, das ganze Haus Israel... Ich lasse viele Menschen und Tiere auf euch leben und sie werden sich vermehren und fruchtbar sein."
Mit der Deportation der Jerusalemer Oberschicht ins babylonische Exil waren die Berge verödet und wurden kaum noch landwirtschaftlich genutzt. Vier Jahrzehnte später prophezeit Ezechiel, dass dieser Zustand bald ein Ende hat. Das Bergvolk Israel darf in seine Berge zurückkehren. Aber Ezechiel richtet seine Botschaft nicht an die Menschen, sondern an die Berge: Ihnen verkündet er Heil und erneutes Wohlergehen. An sie denkt Gott ganz unmittelbar, als er sein Volk befreit.
Vor diesem Hintergrund wird es verständlich, warum Matthäus so viel Wert darauf legt, dass Jesus seine Predigt über die Fülle der Nahrung für Pflanzen und Tiere auf einem Berg verkündet. Wo sonst könnten die Israeliten so augenscheinlich an die Großzügigkeit des Vaters im Himmel erinnert werden wie dort, wo alles voll ist von Lebensmitteln? Wo sonst könnten sie die Sorglosigkeit und das Gottvertrauen besser lernen als dort, wo Gott ihnen Nahrung wachsen lässt?
Liebe Schwestern und Brüder, am heutigen Erntedanksonntag danken wir für alle Lebensmittel, die der Schöpfer in diesem Jahr hat wachsen lassen. Dazu gehören auch die würzige Bergbauernbutter, die geschmacksintensive Almenmilch und die vielen Käsesorten, die im Alpenraum produziert werden. Es ist großartig, dass es diese Lebensmittel gibt und dass sie anders schmecken als die Produkte aus dem Tal.
Aber danken heißt auch denken. Ohne unsere Unterstützung kann die Almwirtschaft nicht überleben. Wenn wir die Almen wertschätzen, sollten die Bergbauern und -bäuerinnen sie umweltbewusst pflegen, die SteuerzahlerInnen sie mit öffentlichen Mitteln unterstützen und die KonsumentInnen in ihrer Freizeit auf den Almen und im Alltag zuhause das essen und trinken, was dort produziert wird - zu fairen Preisen. Außerdem müssen wir auf der Hut sein, dass nicht immer mehr und größere Skipisten die lebendige Vielfalt der Almen verdrängen. Und schließlich sollte die Kirche in alpinen Gemeinden den Almauf- und abtrieb auch im 21. Jahrhundert selbstbewusst feiern: Als Bitte um und Dank für den gesunden, unfallfreien Aufenthalt von Mensch und Tier in großer Höhe.
In Italien und Frankreich sind die meisten Almen verwaist, die Hütten eingefallen, die Wiesen verbuscht und bewaldet. Die biblischen Texte erinnern uns daran, dass da ein wertvoller Lebensraum verlorengeht. Noch ist das bei uns nur vereinzelt der Fall. An uns allen - auch weit weg vom Gebirge - liegt es, den Lebensraum Berge für die Zukunft zu erhalten.
© Univ.-Prof. Dr. Michael Rosenberger, KTU Linz
Es ist nicht ungewöhnlich, dass wir Menschen Prioritäten in unserem Leben setzen und diesen Schwerpunkten anderes unterordnen. Sind es die richtigen Prioritäten, und ist der Preis dafür wirklich angemessen? Die Botschaft des Evangeliums kennt nur eine wirklich Priorität: das Reich Gottes. Dafür ist kein Preis zu hoch. In „Prinzip und Fundament“ aus dem Exerzitienbuch des Hl.Ignatius v. Loyola können wir eine Hilfe finden, die „Dinge dieser Welt“ in das richtige Maß zu setzen.
In den 1960er-Jahren wurden in den Ferienmonaten hunderte von Kindern aus Berlin zur Erholung in die Steiermark eingeladen. Mehrere Jahre hindurch kam Ricardo auf den Hof meiner Eltern. Bei seinem ersten Aufenthalt war er erst fünf Jahre alt. Das anfängliche Heimweh war bald verflogen, denn bald hatte er gleich mehrere "Geschwister" und auf dem Bauernhof gab es für das Großstadtkind viel zu entdecken.
Meine Eltern hielten damals keine Kühe mehr. Die Milch holten wir bei den Nachbarn. Dort konnte Ricardo auch zusehen, wie die Nachbarin ihre Kühe mit den Händen melkte. Ihm war das nicht geheuer, denn daheim kam die Milch aus dem Kühlschrank. Und wenn keine mehr da war, kaufte man sie im Laden. Anfangs weigerte er sich daher, Milch von der Kuh zu trinken...
Weit entfernt von landwirtschaftlichen Produktionsverhältnissen sind heute nicht nur Großstadtkinder. Die meisten Menschen erleben keinen direkten Kontakt mehr zur Erzeugung von Lebensmitteln. Viele haben auch kaum eine Vorstellung davon, wie viel Arbeit, Mühe, Fachwissen und Sachkenntnis dazu notwendig ist. Die Lebensmittelproduktion ist eine unüberschaubare Technologie geworden. Wer darin mitarbeiten will, braucht eine gediegene und umfassende Ausbildung. Wir aber bezahlen im Supermarkt den uns vorgegebenen Preis und erhalten dafür, was wir haben wollen.
Erst in der Krise beginnen wir darüber nachzudenken, wo alles herkommt und dass nicht alles so selbstverständlich ist, wie es im Alltag erlebt wird. In der Krise müssen wir erst lernen, wie wir mit mageren Jahren zurechtkommen, denn in den fetten leben die meisten Menschen gedankenlos dahin.
Auch in anderen Bereichen haben wir grundlegende Zusammenhänge aus dem Blick verloren. Geld holt man sich vom Bankomaten. Wie es dort hineinkommt, weiß man bestenfalls vom Fernsehen. Dass es nicht immer fließt, sondern dass der Lohn manchmal nur langsam tröpfelt, und vor allem dass er meist hart erarbeitet werden muss, begreifen Kinder und Jugendliche oft erst sehr spät, manches Mal sogar zu spät...
Die Geldwirtschaft ist zu einer undurchschaubaren Technologie geworden. Der Zusammenhang mit der Wertschöpfung ist vielen aus dem Bewusstsein geraten. In der Krise versuchen vife Politiker an den Stellschrauben dieser Maschine ein wenig herumzuschrauben. Dies wird nicht viel bringen, solange wir nicht zugleich ein Gespür für Geldwert, Leistung und Warenwerte zurückgewinnen.
Im Herbst - so ist es vielerorts Brauch - feiern wir Erntedank. Dieses Fest erinnert uns daran, dass nicht alles so selbstverständlich ist, wie wir es im Alltag wahrnehmen. Die Milch kommt eben nicht nur aus dem Kühlregal und das Brot nicht nur vom Bäcker. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir ausreichend zu essen haben, unverdorbenes Wasser, gesunde Lebensmittel. Es ist nicht selbstverständlich, dass der Wirtschaftskreislauf funktioniert, dass aus den Bankomaten Geld kommt, dass Menschen sich anstrengen, forschen und ihr Wissen unmanipuliert weitergeben.
Wir haben Grund, allen dankbar zu sein, die ihre Kräfte und Begabungen in diesen großen Kreislauf einbringen. Und wir ahnen, dass hinter all dem ein geheimnisvoller Geber steht, dem es vor allen anderen zu danken gilt.
Menschen, die näher an der Natur leben oder gar von ihr abhängig sind, werden sich leichter tun, in diesen Dank einzustimmen. Denn sie wissen, dass alles miteinander verknüpft und verflochten ist und dass es letztlich einem Wunder gleichkommt, dass die Natur so Vielfältiges so reichlich hervorbringt.
Erntedank ist darüber hinaus Anlass, an all jene zu denken, die aus irgendeinem Grund an diesen Kreisläufen nicht teilhaben können. Etwa weil sie in einem Land oder in einer Gesellschaftsschicht leben, die von unserer modernen Zivilisation abgeschnitten sind, und sie deswegen hungern oder gar verhungern müssen. Die Spielregeln, nach denen Lebensmittel produziert und verteilt werden, sind von Menschen gemacht und sind oft sehr ungerecht. Das darf uns nicht ruhig schlafen lassen.
Erntedank ist auch Anlass, an jene Menschen zu denken, die aus irgendeinem Grund an den Arbeitsprozessen nicht teilnehmen können. Die Gründe dafür sind vielschichtig und nicht einfach zu lösen. Ohne Solidarität werden die Schattenseiten der Erfolgsgeschichte der modernen Weltwirtschaft nicht zu beseitigen sein.
Der schönste Dank ist das dankbare Genießen all dessen, was der Schöpfer uns geschenkt hat, und das Miteinander-Teilen. Beides kommt im Brotbrechen zum Ausdruck. Es ist kein Zufall, dass dieses Brotbrechen ein zentraler Ritus unseres Glaubens geworden ist und dass unsere Dankbarkeit dem Schöpfer und den Mitmenschen gegenüber in der Eucharistiefeier den innigsten Ausdruck findet.
Viele gläubige Menschen - nicht nur Christen - bringen ihre Haltung der Dankbarkeit auch im Tischgebet zum Ausdruck. Dieses macht uns die größeren Zusammenhänge, die in der Hektik des Alltag leicht untergehen, immer neu bewusst. Wir tun gut daran, diesen Brauch nicht verkümmern zu lassen.
Lieder
GL 81: Lobet den Herren alle, die ihn ehren
GL 86: Aus meines Herzens Grunde
GL 184: Herr, wir bringen in Brot und Wein
GL 187: Wir weihn der Erde Gaben
GL 382/Ö866: Ein Danklied sei dem Herrn
GL 385: Nun saget Dank und lobt den Herren (1. und 2. Str.)
GL 386: Laudate omnes gentes
GL 390: Magnificat
GL 392: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren
GL 402: Danket Gott, denn er ist gut
GL 403: Nun danket all und bringet Ehr
GL 405: Nun danket alle Gott
GL 406: Danket, danket dem Herrn (Kanon)
GL 409: Singt dem Herrn ein neues Lied
GL 411: Erde singe, dass es klinge
GL 412: Die Herrlichkeit des Herrn bleibe ewiglich (Kanon)
GL 421: Mein Hirt ist Gott der Herr
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden
GL 433,2 Schweige und höre
GL 462: Tanzen, ja tanzen wollen wir
GL 463: Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht
GL 466: Herr, dich loben die Geschöpfe
GL 467: Erfreue dich, Himmel, erfreue dich, Erde
GL 468 Gott gab uns Atem
GL 469: Der Erde Schöpfer und ihr Herr
GL 484: Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben
Psalmen und Kehrverse
GL 19,2/559: Sonnengesang des Franz von Assisi
GL 37: Der Herr ist mein Hirt - Mit Psalm 23 - VI.
GL 45: Der Herr krönt das Jahr mit seinem Segen - Mit Psalm 65 - VI.
GL 51: Wie groß sind deine Werke, o Herr, wie tief deine Gedanken - Mit Psalm 92 - I.
GL 58: Lobe den Herrn meine Seele. - Mit Psalm 104 - VIII.
GL Ö877: Wie schön ist es, dem Herrn zu danken - Mit Psalm 65 (GL 45,2) - VI.
Gott, unser Vater,
du sorgst für deine Geschöpfe.
Du hast dem Menschen die Erde anvertraut.
Wir danken dir für die Ernte dieses Jahres.
Nähre damit unser irdisches Leben
und gib uns immer das tägliche Brot,
damit wir dich für deine Güte preisen.
und mit deinen Gaben den Notleidenden helfen können.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB: Zum Erntedank
Gott, unser Vater,
du sorgst für deine Geschöpfe.
Menschen, Tieren und Pflanzen schenkst du Wasser, Nahrung und Lebensraum im Überfluss.
Wir danken dir für die Ernte des Jahres in ihrer unendlichen Vielfalt und ihrem unerschöpflichen Reichtum.
Nähre und stärke uns mit dem, was auf Wiesen und Feldern, Almen und Bergen und in Gärten und Weinbergen gewachsen ist.
Lass uns allezeit dankbar sein vor dir, unserem Schöpfer,
und gib uns heute den Mut zur ökologischen Umkehr.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. – Amen.
Gott, Du bist mächtig in Deinen Zeichen.
Leg deinen Geist auf dein ganzes Volk.
Wecke uns auf aus Trägheit und Oberflächlichkeit,
und lass uns deine Zeugen sein,
dass die Welt dich erkenne und an den glaube,
den du gesandt hast,
Jesus Christus,
deinen Sohn und unsern Bruder,
der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt und wirkt von Ewigkeit zu Ewigkeit.
(Messbuch der Altkatholiken S. 473)
Herr, unser Gott,
segne die Früchte der Erde,
die wir in Dankbarkeit darbringen.
Heilige Brot und Wein für das Opfer
und lass uns durch den Empfang deines Sakramentes
Frucht bringen,
die bleibt für das unvergängliche Leben.
Darum bitten wird durch Christus, unseren Herrn.
MB Zum Erntedank
Jetzt, Gott, willst du uns begegnen.
Jetzt willst du unser Herz berühren.
Jetzt willst du uns verwandeln wie Brot und Wein.
Rühre uns an,
rüttle uns auf,
verwandle uns,
damit wir deinem Ruf zur ökologischen Umkehr folgen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. – Amen.
(für Wortgottesfeiern)
Kehrvers:
Lobet den Herrn, preist seine Huld und Treue.
(GL 401)
Gepriesen bist du, Herr, unser Gott.
Alles, was du geschaffen hast, ist gut.
Kehrvers
Die Welt kündet deine Weisheit und Größe.
Der Mensch kann dich erkennen und dir dienen.
Kehrvers
Du lässt uns in der Sorge um die Welt nicht allein.
In Jesus Christus ist uns deine Liebe erschienen.
Kehrvers
Auf ihn hin ist alles geschaffen;
er schenkt uns die Fülle des Lebens.
Kehrvers
Er heilt die Wunden der Schöpfung
und gibt uns unzerstörbare Hoffnung.
Kehrvers
Er ist der Anfang einer neuen Schöpfung;
durch ihn willst du die Welt vollenden.
Kehrvers
Gepriesen bist du, Herr unser Gott,
durch ihn, Jesus Christus, deinen Sohn.
Im Heiligen Geist versammelt, stimmen wir ein
in den Lobgesang der himmlischen Chöre:
Danklied, z.B.: Dein Lob, Herr, ruft der Himmel aus... (GL 381)
(Nach: Wort-Gottes-Feier; Werkbuch für die Sonn- und Festtage; Hrsg. Liturg. Institute Deutschlands und Österreichs, Trier 2004, S. 180f)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn du hast die Welt mit all ihren Kräften ins Dasein gerufen
und sie dem Wechsel der Zeit unterworfen.
Den Menschen aber hast du
auf dein Bild hin geschaffen und
ihm das Werk deiner Allmacht übergeben.
Du hast ihn bestimmt,
über die Erde zu herrschen,
dir, seinem Herrn und Schöpfer, zu dienen
und das Lob deiner großen Taten zu verkünden
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten und
mit all den Scharen des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 5
Wir danken dir, heiliger, starker Gott.
Denn wunderbar sind deine Werke.
Die ganze Welt hast du erschaffen:
Die Sonne gibt uns Licht und Wärme.
Sie lässt das Korn und die Früchte reifen.
Blumen und Tiere, Wälder und Wiesen - alles ist für uns da.
Du gibst uns Menschen Verstand und Phantasie.
Wir bauen Häuser und Straßen.
Wir können Vieles erfinden, was uns das Leben leichter macht.
Darüber freuen wir uns, dafür danken wir dir, Vater.
Zusammen mit allen, die an dich glauben,
zusammen mit den Heiligen und den Engeln preisen wir dich und rufen:
Heilig…
Herr, von den Früchten deiner Schöpfung werden alle satt.
Du schenkst dem Menschen Brot von der Erde
und Wein, der sein Herz erfreut.
(vgl. Ps. 104,13-15)
Oder:
Aller Augen warten auf dich
und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.
Du tust deine Hand auf
und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen.
(Ps 145,15f)
Herr,
in dieser heiligen Feier
haben wir dir für die Ernte des Jahres gedankt.
Schenke uns als Frucht dieses Opfers die ewigen Güter,
welche die Erde nicht geben kann.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Zum Erntedank
Gott, unser Vater,
du willst, dass wir Leben in Fülle haben.
Du stärkst uns durch dein Wort
und durch das Mahl deines Sohnes.
Wir bitten dich:
Dein Geist befreie uns von ängstlicher Sorge.
Christus, den wir empfangen haben,
durchdringe unser Denken, Fühlen und Handeln,
damit wir allezeit deine Zeugen sind
durch ihn, Christus, unsern Herrn.
(Messbuch der Altkatholiken S. 475)
Mein Gott,
wie schön ist deine Welt,
wie großartig ist deine Schöpfung,
wie wunderbar sind alle deine Werke.
Mein Gott,
wie überraschend bunt sind all die vielen Seiten
im großen Bilderbuch deiner Schöpfung.
Mein Gott,
wie geheimnisvoll ist das Wechselspiel
der von dir immer neu geschenkten Zeit
von Morgen und Abend, von Tag und Nacht.
Mein Gott,
wie zahlreich sind deine Fingerabdrücke
in den unterschiedlichsten Kunstwerken,
die du in der Natur geschaffen hast.
Mein Gott,
wie gewaltig und sanft sind die Kräfte
in den Schauspielen der Elemente von
Feuer und Wasser, Luft und Erde.
Mein Gott,
wie vielfältig und geistreich hast du
Farben und Formen
verteilt in Bäumen und Blumen,
Pflanzen und Tieren.
Mein Gott,
wie einzigartig und schön
hast du Gesicht und Wesen eines
jeden Menschen auf dieser Erde ersonnen.
Mein Gott,
ich stimme ein in die Sonnengesänge
und Loblieder aller deiner
Kreaturen in deiner schönen Welt.
Paul Weismantel in: Reinhard Kürzinger / Bernhard Sill, Das große Buch der Gebete. Über 800 alte und neue Gebetstexte für jeden Anlass. HOHE Verlag, Erfstadt. 2007.
1. Wir pflügen und wir streuen
den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen
steht in des Himmels Hand:
der tut mit leisem Wehen
sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen,
Wuchs und Gedeihen drauf.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt
und hofft auf ihn!
2. Er sendet Tau und Regen
und Sonn- und Mondenschein,
er wickelt seinen Segen
gar zart und künstlich ein
und bringt ihn dann behende
in unser Feld und Brot:
es geht durch unsre Hände,
kommt aber her von Gott.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm,
dankt und hofft auf ihn!
3. Was nah ist und was ferne,
von Gott kommt alles her,
der Strohhalm und die Sterne,
der Sperling und das Meer.
Von ihm sind Büsch und Blätter
und Korn und Obst von ihm,
das schöne Frühlingswetter
und Schnee und Ungestüm.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm,
dankt und hofft auf ihn!
4. Er läßt die Sonn aufgehen,
er stellt des Mondes Lauf;
er läßt die Winde wehen
und tut den Himmel auf.
Er schenkt uns so viel Freude,
er macht uns frisch und rot;
er gibt den Kühen Weide
und unsern Kindern Brot.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm,
dankt und hofft auf ihn!
Matthias Claudius, 1782
Das Brot ist der Himmel.
Wie Du den Himmel nicht allein haben kannst,
Musst Du das Brot mit den anderen teilen.
Das Brot ist der Himmel.
Wie der Anblick der Sterne am Himmel allen gemein ist ,
Musst Du das Brot mit den anderen zusammen essen.
Das Brot ist der Himmel.
Kommt das Brot in Deinen Mund hinein,
Nimmt Dein Körper den Himmel auf.
Das Brot ist der Himmel.
Ja, das Brot
muss man teilen.
Kim Chi Ha
Der südkoreanische katholische Dichter Kim Chi Ha sitzt wegen seiner Bücher in lebenslänglicher Einzelhaft. Das Lied vom Brot stammt aus einer Ballade, in der dieses Lied zu einem Sturm anschwillt, der über das ganze Land hinwegbraust.

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