Ist Beten nur für Fromme? Rund ums Gebet stellen sich viele Fragen: Was nützt es? Hilft Gott wirklich oder ist es eher ein frommer Selbstbetrug? Das Beispiel der hartnäckigen Witwe zeigt uns, warum es gut und not-wendig ist "allezeit zu beten und darin nicht nachzulassen".
Vor wenigen Tagen, es war ein Freitagabend, fuhr ich mit dem Direktor der Caritas einige Stationen im selben Wagen der U-Bahn. Er nahm zunächst von mir keine Notiz. Ich weiß auch nicht, ob er mich kennt. Ich kenne ihn vor allem vom Fernsehen. An diesem Abend machte er auf mich einen abgekämpften Eindruck. Offenbar kam er von einer Dienstreise zurück. Als wir an derselben Station ausstiegen, nahm er mich wahr und nickt mir freundlich zu. Für mich war es nun der passende Augenblick, ihm ein gutes Wochenende zu wünschen, und ich sagte zu ihm: Hoffentlich haben Sie auch einmal ein ruhiges Wochenende. Er sagte darauf: Morgen noch nicht, aber übermorgen.
Ich bewundere Menschen, die so wie er für Recht und Gerechtigkeit für in Not Geratene oder sozial Schwache brennen und die nicht müde werden, deren Hilfsbedürftigkeit in der Gesellschaft bewusst zu machen. Im Bild des Gleichnisses Jesu schreit er stellvertretend für die Witwe. Und ich bin dankbar dafür, dass Menschen wie er dies immer wieder tun.
Vielen Menschen aber geht es wie dem Richter in dieser Erzählung. Sie können das ständige Darauf-aufmerksam-machen und Fordern nicht mehr hören. Anderen ergeht es vielleicht ähnlich wie mir: ich bin müde geworden, immer wieder Recht und Gerechtigkeit für die Verlierer unseres Gesellschafts-, Wirtschafts- und Rechtssystems einzumahnen. Dennoch ist es notwendig, sich nicht mit Unrecht abzufinden und abzustumpfen.
Wie mag es wohl Gott damit ergehen, wenn er Tag und Nacht die Notschreie unzähliger Menschen hört? Laut Jesus sind sie ihm nicht gleichgültig. Ist er ohnmächtig? Müsste es ihm nicht ein Leichtes sein, Gerechtigkeit zu schaffen? Hilft beten überhaupt?
Was ihn vom Richter unterscheidet: Recht und Gerechtigkeit unter den Menschen zu schaffen ist schwieriger als Recht zu sprechen. Bis aus einem Rechtsspruch auch Gerechtigkeit wird, ist oft noch ein langer Weg. Dennoch ist es wichtig, dass immer neu klargestellt wird, was gut und gerecht ist, damit sich Gerechtigkeit durchsetzen kann.
Was kann unser Beten dazu beitragen? Eine Redensart sagt: "Dein Wort in Gottes Ohr!" Damit bringen wir zum Ausdruck, dass es notwendig ist, dass die für etwas zuständigen Personen auch so denken wie unser Gesprächspartner.
Mit dem Gebet können wir Not, Hilfeschreie, Wünsche und Anliegen ins eigene Bewusstsein und in das anderer Menschen bringen. Diese Anliegen ins Bewusstsein Gottes zu bringen ist wohl eher eine naive Vorstellung. Vielmehr solidarisieren wir uns, wenn wir den Schrei nach Recht und Gerechtigkeit der Menschen vor Gott bringen, mit dem, was Gott von uns will, und geben dieser Haltung im gesellschaftlichen Diskurs einen Raum.
Ich bin fest überzeugt, dass Beten hilft. Jedoch wirkt es nicht wie ein Brief an das Christkind. Vielleicht ist uns zu wenig bewusst, dass es viele Formen des Betens gibt. Auf unterschiedlichen Wegen kann zur Sprache gebracht werden, was nottut. Eine relativ neue Form ist es z.B., Petitionen zu verfassen und Unterstützer dafür zu finden oder Bürgerinitiativen zu unterstützen, insofern diese im Dienst von Recht und Gerechtigkeit stehen. Oft müssen wir selbst erst einen Klärungsprozess durchmachen, um herauszufinden, was gut und recht ist.
Wenn ich Beten in diesem weiten Sinn verstehe, ist es ein Dialog mit Gott, zugleich aber auch ein Dialog mit den Mitmenschen und – so hoffe ich – auch ein Dialog Gottes mit den Menschen. In diesem Dialog ist es wichtig, dass ich artikuliere, was ich für not-wenig halte, aber auch, dass ich mich von Gott und den Mitmenschen ansprechen lasse, dass ich darauf hinhöre, was er für not-wendig hält, und auch auf die Meinung der anderen.
An wen ist der leidenschaftliche Apell Jesu "allezeit zu beten und darin nicht nachzulassen", gerichtet? Zunächst an die Jünger. Vermutlich erlagen diese ähnlich wie viele Menschen der Versuchung, sich als schweigende Mehrheit zurückzuziehen zu resignieren und ohnmächtig abzuwarten. Was kann meine Stimme schon ausrichten?
Schweigende Mehrheiten werden gerne von Menschen, die deren Stimmlosigkeit ausnützen, missbraucht. Es ist not-wendig, dass wir unsere Stimme erheben und kundtun, was unserer Meinung nach Not wenden kann.
Von Mose wird erzählt, dass er müde wurde und nicht mehr die Kraft hatte, die Hände im Gebet erhoben zu halten. Aaron und Hur stützten seine Arme, der eine rechts, der andere links. Offenbar waren alle drei nicht als Kämpfer zu gebrauchen... Ob nicht auch unsere Caritasleute und die vielen anderen, die sich für die Rechte der Schwachen einsetzen, mehr Unterstützung bräuchten; nicht nur mit Geld, sondern auch durch gutes Reden?
Das Gleichnis von der hartnäckigen Witwe geht nicht leicht ins Ohr. Es wirft die Frage auf, wie wir mit Gott umgehen können. Wir dürfen mit allem auf ihn zugehen, was uns wichtig ist, was uns ausmacht.
In vielen Kirchen wird an diesem Sonntag des Kirchweihfest gefeiert. Das ist Anlass darüber nachzudenken, was Kirche bedeutet.
Lieder:
GL 142: Zu dir, o Gott erheben wir die Seele mit Vertrauen
GL 143: Mein ganzes Herz erhebet dich
GL 185: Du hast, o Herr, dein Leben
GL 348: Nun bitten wir den Heiligen Geist
GL 378: Brot, das die Hoffnung nährt
GL 395: Den Herren will ich loben
GL 405: Nun danket alle Gott, mit Herzen, Mund und Händen
GL 421: Mein Hirt ist Gott, der Herr
GL 414: Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
GL 423: Wer unterm Schutz des Höchsten steht
GL 424: Wer nur den lieben Gott lässt walten (1. und 5. Str.)
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden
GL 437: Meine engen Grenzen
GL 439: Erhör, o Gott mein Flehen, hab auf mein Beten acht
GL 440: Hilf Herr, meines Lebens
GL 453: Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott
GL 474: Wenn wir das Leben teilen wie das täglich Brot
GL 477: Gott ruft sein Volk zusammen
GL 479: Eine große Stadt ersteht, die vom Himmel niedergeht
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit; gehe auf zu unsrer Zeit
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht
Psalmen und Kehrverse:
GL 56: Freut euch, wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade - Mit Psalm Psalm 100 - V.
GL 67: Der Herr behütet dich vor allem Bösen, er behüte dein Leben. - Mit Psalm 121 - VI.
GL 75: Ich schrei zu dir, o Herr. Meine Zuflucht bist du. - Mit Psalm 142 - III.
GL 518: Beim Herrn ist Barmherzigkeit und reiche Erlösung - Mit Psalm 146 (GL 77,2)
GL 639,3-4: Beim Herrn ist Barmherzigkeit, bei ihm ist Erlösung in Fülle - Mit Psalm 130 - II.
Allmächtiger Gott,
du bist unser Herr und Gebieter.
Mach unseren Willen bereit,
deinen Weisungen zu folgen,
und gib uns ein Herz, das dir aufrichtig dient.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 29. Sonntag im Jahreskreis
Hilf uns, Herr,
daß wir den Dienst am Altar
mit freiem Herzen vollziehen.
Befreie uns durch diese Feier von aller Schuld,
damit wir rein werden und dir gefallen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 29. Sonntag im Jahreskreis
(für Wortgottesdienstfeiern):
Kehrvers:
Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig. (GL 558,1)
Kehrvers
Immer wieder hast du den Menschen verziehen,
wenn sie von deinen Wegen abgewichen sind.
Immer wieder hast du um der Gerechten willen
allen Menschen die Chance gegeben umzukehren.
Kehrvers
Jesus, dein Sohn, hat uns gelehrt, in der Not zu dir zu beten,
wie Kinder sich an den Vater wenden,
wie Freunde einander ihr Herz ausschütten und um Hilfe bitten.
Kehrvers
Er hat uns ermutigt, im Bitten nicht nachzulassen
und deiner Hochherzigkeit zu vertrauen,
wenn wir in Not sind und deine Hilfe brauchen.
Kehrvers
Sein Vertrauen in dich, Gott und Vater,
lässt und dankbar sein,
wenn wir aus dem Überfluss deiner Gaben schöpfen.
Es gibt uns auch die Kraft,
unsere Güter solidarisch miteinander zu teilen.
Kehrvers
Mit den Engeln und Heiligen
stimmen wir ein in den Lobpreis der ganzen Schöpfung
und singen:
Danklied, z. B.: Danket, danket den Herrn... (GL 406)
(für Wortgottesdienstfeiern zum Thema Weltmission):
Kehrvers:
Der Herr hat Großes an uns getan,
sein Name sei gepriesen. (GL 631,3)
Allmächtiger und gerechter Gott,
mit der ganzen Kirche treten wir vor dich hin,
um dir unseren Dank und unseren Lobpreis darzubringen.
Kehrvers
Wir danken dir für das Licht des Glaubens,
das uns deine Apostel und Missionare geschenkt haben
und das unser Leben hell und froh macht.
Kehrvers
Wir danken dir, dass du mit deinem Volk
einen heiligen Bund geschlossen hast und es nie im Stich lässt.
Du hast ihm dein Recht und deine Gerechtigkeit ins Herz geschrieben
und ihm eine Ordnung gegeben, die zum wahren Leben führt.
Kehrvers
Wir danken dir für Jesus, deinen Sohn,
der uns ein neues Bild von dir vermittelt hat.
Er hat uns gezeigt, wie sehr du uns liebst.
Kehrvers
Seine Jünger hat er als Apostel und Missionare ausgesandt,
damit sie allen Menschen die Frohe Botschaft bringen
und in seinem und deinem Geist das Angesicht der Erde erneuern.
Kehrvers
Für all das danken wir dir. Mit der ganzen Schöpfung
und mit allen Menschen guten Willens singen wir dir zum Lob:
Danklied, z. B. GL 381: Dein Lob, Herr, ruft der Himmel aus…
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
In ihm hast du uns zur Erkenntnis der Wahrheit geführt und
uns zu Gliedern seines Leibes gemacht
durch den einen Glauben und die eine Taufe.
Durch ihn hast du deinen Heiligen Geist
ausgegossen über alle Völker,
damit er Großes wirke mit seinen Gaben.
Er wohnt in den Herzen der Glaubenden,
er durchdringt und leitet die ganze Kirche
und schafft ihre Einheit in Christus.
Darum preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB: Von der Einheit der Christen
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn hast du die Kirche
auf das Fundament der Apostel gegründet,
damit sie bis ans Ende der Tage fortbestehe
als Zeichen deiner Heiligkeit
und allen Menschen die Botschaft des Heiles verkünde.
Darum preisen wir das Werk deiner Liebe
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Apostel 2
Ein Brot ist es.
Darum sind wir viele ein Leib;
denn wir alle haben teil an dem einen Brot.
(1 Kor 10,17)
Oder:
Christus spricht:
Ich stehe vor der Tür und klopfe an.
Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet,
bei dem werde ich eintreten,
und wir werden Mahl halten,
ich mit ihm und er mit mir.
(Offb 3,20)
Oder:
Christus spricht:
Wer suchet, der findet, wer anklopft, dem wird geöffnet.
(Lk 11,10)
Oder:
Christus spricht:
Ich bin bei euch bis an die Grenzen der Erde
(vgl. Mt 28:20)
Allmächtiger Gott,
gib, daß die heiligen Geheimnisse,
die wir gefeiert haben,
in uns Frucht bringen.
Schenke uns Tag für Tag,
was wir zum Leben brauchen,
und führe uns zur ewigen Vollendung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 29. Sonntag im Jahreskreis
Die Bittmesse
Sie berufen sich in Ihrem Buch auf ein Zitat des Theologen Johann Baptist Metz: „Es gibt kein Leid auf dieser Welt, das uns gar nichts angeht.“ Ist das nicht eine Anleitung zur permanenten Überforderung?
Nein, weil ich selbst in den 20 Jahren bei der Caritas gesehen habe: Wir können nicht alles ändern, aber erstaunlich viel, wenn wir es ändern wollen. Ich will Mut machen, entängstigen und zu Solidarität aufrufen. Jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten. Gar nicht erst anzufangen, führt am verlässlichsten dazu, dass nichts geschieht.
Wie schaffen Sie Aufmerksamkeit in einer Welt voller Leid mit 65 Millionen Flüchtlingen? Besteht Ihre Kommunikationstechnik darin, zuzuspitzen und zu moralisieren?
Wer die Moralkeule schwingt, erreicht nicht viel. Wir müssen von der Wirklichkeit erzählen. So klar und differenziert wie nötig. Es darf uns nicht gleichgültig sein, wie die Welt aussieht. Es geht nicht darum, Pflichterfüllung mit zusammengebissenen Zähnen zu erwirken, sondern zu zeigen: Wir sind als Menschen wesentlich aufeinander bezogen. Ohne ein Du wird keiner zum Ich.
Das ganze Interview:
Aus: "Die Presse", Print-Ausgabe, 04.09.2016
Zwölfjähriger Halbwaise kam auf Initiative von Kardinal Schönborn nach Österreich, wo ihn Wiener Ärzte behandeln - "Wir können nicht alle Not der Welt lindern, aber wir können dort helfen, wo wir direkt davon berührt sind", so der Wiener Erzbischof.
Wien, 21.8.2016 (KAP) Für den zwölfjährigen schwer kranken George Mansoor hat es im Irak keine Chance auf Heilung gegeben. Nun konnte er auf Initiative von Kardinal Christoph Schönborn nach Österreich kommen, wo zwei Operationen sein Leben retten sollen. Am Sonntag lud der Wiener Erzbischof den Halbwaisen gemeinsam mit seiner Mutter, den behandelnden Wiener Ärzten sowie österreichischen Unterstützern der Hilfsaktion ins Wiener Erzbischöfliche Palais ein.
George musste mit seiner Familie im Sommer 2014 vor dem IS fliehen, wie auch alle anderen christlichen Familien in der Ninive-Ebene. Sein Vater wurde erschossen. Die Mutter rettete sich mit dem einzigen Sohn in ein Flüchtlingslager in die nordirakische Stadt Erbil. Dort lernte Kardinal Schönborn den schwerkranken Buben während eines Besuchs im heurigen März kennen.
"Das sind Situationen wo nicht die Frage ist, wie vielen Menschen kann ich noch helfen, sondern: Hier und Jetzt - es ist diese Situation. Es geht um das Leben dieses Kindes. Wenn er nicht operiert wird, kann er nicht überleben", sagte Kardinal Schönborn bei der Begegnung. Eine "Welle der Solidarität" habe die nunmehrige Hilfe für den Buben möglich gemacht, dankte der Wiener Erzbischof allen Beteiligten. "Wir können nicht alle Not der Welt lindern, aber wir können dort helfen, wo wir direkt davon berührt sind", sagte Kardinal Schönborn.
George leidet am Prune-Belly-Syndrom. Die angeborene Erkrankung, der das Fehlen von Bauchmuskulatur zugrunde liegt, zieht schwere Fehlbildungen der ableitenden Harnwege nach sich zieht und führt letztlich zum Nierenversagen. Darüber hinaus beeinträchtigt die Erkrankung auch zunehmend den Thoraxraum und erschwert das Atmen.
Ein Spezialisten-Team des Wiener AKH rund um die Professoren Winfried Rebhandl und Oskar Aszmann und in Kooperation mit Oberärztin Petra Elliott vom SMZ-Ost-Donauspital hat sich zur kostenlosen Durchführung der notwendigen Operationen bereit erklärt, die dem Bub das Überleben sichern werden. Ohne Operation würde George ein zu kleines Herz und eine zu kleine Lunge für seinen Körper bekommen, zusätzlich müsste er wegen der Harnstoffvergiftung regelmäßig zur Dialyse. "Sie können sich vorstellen: das gibt es dort nicht, wo er gerade lebt", sagte Elliott.
Für den Spitalsaufenthalt, Transportkosten für Mutter und Kind, den nachstationäre Rekonvaleszenz-Aufenthalt sowie die anschließend nötige Therapie im Irak hat die "Vereinigung der Pensionisten der Österreichischen Nationalbank" Spenden gesammelt. Die Erzdiözese Wien sichert die Finanzierung der Hilfsaktion ebenso ab wie die Leser der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag", die dafür an den Verein "Bewegung Mitmensch - Maria Loley" gespendet haben.
Die medizinischen Eingriffe sollen aufgrund des dringenden Handlungsbedarfs noch im September durchgeführt werden. Die Rehabilitation wird dauern. George und seine Mutter wollen aber auf jeden Fall so bald als möglich wieder in den Irak zurückkehren. Die Familie lebe in einer kleinen christlichen Gemeinde in einem Containerdorf, wo George auch intensiv vom örtlichen Priester Father Paulus unterstützt werde und in der Gemeinde fest integriert sei, schilderte Ärztin Elliott. "Der Priester schaut, dass der Bub - abgesehen von der medizinischen Versorgung - auch mit seiner Erkrankung normal dort leben kann", so die Medizinerin. "Dieser Pragmatismus eines Theologen, der sich dort um Flüchtlinge kümmert - da können wir Christen in Mitteleuropa uns etwas abschauen", sagte die Ärztin.
Weitere Hilfsaktionen vor Ort
Die Hilfsaktion ist auch Teil der zahlreichen Initiativen des gebürtigen Syrers und Flüchtlingsbeauftragte von Kardinal Schönborn, Manuel Baghdi. Neben Unterstützung für Flüchtlinge in Österreich organisiert er in letzter Zeit immer mehr Hilfe vor Ort. Aus nach dem jüngsten Spendenaufruf für den kleinen George entstandenen Kontakten ist bereits eine weitere Hilfsaktion in Planung, die Kindern aus Flüchtlingsunterkünften im Irak den Schulbesuch ermöglichen soll. Zwar existierten vor Ort Schulen - den Schulbus, damit die Kinder auch dorthin kommen können, könnten viele der vertriebenen Familien aber nicht bezahlen, schilderte Baghdi. Demnächst soll bereits der erste aus der Initiative finanzierte Schulbus vor Ort angekauft werden.
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