Zwei Erzählungen von der Heilung Aussätziger werden als liturgische Lesungen an diesem Sonntag vorgetragen. In beiden werden Kranke auf unerwartete Weise geheilt. Gott kommt ihnen auf andere Weise nahe, als sie es erwarteten. Gott begegnet auch uns, wenn wir uns ihm gegenüber öffnen.
Der eine Aussätzige, der umkehrt und Jesus dankt, unterscheidet sich von den übrigen neun dadurch, dass er sich weiterhin auf die Heilswege Jesu einlassen will. Aufrichtiges Danken führt zur Umkehr, zum vollständigen sich Einlassen auf die Wege Gottes.
Geheilt werde ist das eine, es als Gotteserfahrung verstehen das andere. Glaube hilft. Wer dies als Gotteserfahrung erlebt, hat etwas zu erzählen.
Lieder:
GL 143: Mein ganzes Herz erhebet dich
GL 266: Nun danket alle Gott mit Herzen Mund und Händen
GL 268: Erbarme dich, erbarm dich mein
GL 272: Zeige uns, Herr, deine Allmacht und Güte
GL 323: Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt
GL 361: Mein schönste Zier und Kleinod bist
GL 362: Jesus Christ, you are my life
GL 377: O Jesu, all mein leben bist du
GL 382: Ein Danklied sei dem Herrn
GL 383: Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt
GL 385: Nun saget Dank und lobt den Herren
GL 389: Dass du mich einstimmen lässt (1. und 6. Str.)
GL 395: Den Herren will ich loben
GL 400: Ich lobe meinen Gott
GL 403: Nun danket all und bringet Ehr (1. und 2. Str.)
GL 405: Nun danket alle Gott
GL 409: Singt dem Herrn ein neues Lied
GL 416: Was Gott tut, das ist wohlgetan
GL 423: Wer unterm Schutz des Höchsten steht (3. Str.)
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden
GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt
GL 439: Erhör, o Gott, mein Flehen (1. und 3. Str.)
GL 453: Bewahre uns, Gott, behüte uns Gott
GL 456: Herr, du bist mein Leben, Herr du bist mein Weg
GL 489: Lasst uns loben, freudig loben
GL 551: Nun singt ein neues Lied dem Herren
GL Ö866: Ein Danklied sei dem Herrn
GL Ö896: Mit dir geh ich alle meine Wege
GL Ö927: Wer glaubt, ist nie allein!
Psalmen und Kehrverse:
GL 38: Der Herr ist mein Licht und mein Heil - Mit Psalm 27 - IV.
GL 55: Jubelt, ihr Lande dem Herrn; alle Enden der Erde schauen Gottes Heil. - Mit Psalm 98 - VIII.
GL 404: Danket dem Herrn, er hat uns erhöht; Großes hat er an uns getan. - IX.
GL 518: Beim Herrn ist Barmherzigkeit und reiche Erlösung - Mit Psalm 146 (GL 77,2) - VII.
GL 629,1: Du führst mich hinaus ins Weite; du machst meine Finsternis hell - Mit Psalm 30 - I.
GL 639,3-4: Beim Herrn ist Barmherzigkeit, bei ihm ist Erlösung in Fülle - Mit Psalm 130 - II.
GL Ö877: Wie schön ist es, dem Herrn zu danken - Mit Psalm 146 (GL 77,2) - VII.
Herr, unser Gott,
deine Gnade komme uns zuvor und begleite uns,
damit wir dein Wort im Herzen bewahren
und immer bereit sind, das Gute zu tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 28. Sonntag im Jahreskreis
Guter Gott und Vater,
wir sind mit vielen Gegebenheiten konfrontiert, die uns überfordern.
Wir bitten dich:
Für alle, die krank sind und zu leiden haben.
Lass sie Menschen finden, die ihnen helfen, diese Last zu tragen.
Für alle Menschen, vor denen sich die Gesellschaft schützen muss
und die deshalb in geschlossenen Einrichtungen festgehalten werden.
Lass sie menschenwürdige Behandlung erfahren.
Für alle, die auf Grund ihrer Probleme am Rand der Gesellschaft leben.
Lass ihnen Menschen begegnen, die ihnen helfen können.
Für alle Menschen, denen es gut geht und die dich als den Schöpfer und Geber alles Guten aus dem Blick verloren haben.
Schenke ihnen die Gnade des Glaubens.
Für die Verstorbenen.
Lass sie Trost und Frieden bei dir finden.
Vater im Himmel, wir sind uns bewusst, wie viel wir dir verdanken.
Lass uns nicht müde werden, dich vor den Menschen zu bezeugen. - Amen.
Herr und Gott,
nimm die Gebete und Opfergaben
deiner Gläubigen an.
Lass uns diese heilige Feier
mit ganzer Hingabe begehen,
damit wir einst das Leben
in der Herrlichkeit des Himmels erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 28. Sonntag im Jahreskreis
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater,
zu danken und deine Größe zu preisen.
Du bedarfst nicht unseres Lobes,
es ist ein Geschenk deiner Gnade,
daß wir dir danken.
Unser Lobpreis kann
deine Größe nicht mehren,
doch uns bringt er Segen und Heil
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn rühmen wir jetzt
und in Ewigkeit dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 4
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
Allmächtiger Gott,
in der heiligen Opferfeier
nährst du deine Gläubigen
mit dem Leib und dem Blut deines Sohnes.
Gib uns durch dieses Sakrament
auch Anteil am göttlichen Leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 28. Sonntag im Jahreskreis
MB Samstag der 5. Woche der Fastenzeit
Nein, du Mann auf der Kanzel, es
war nicht das, was du sagtest, du weißt,
das mit Gott, und dass er ja da ist, immer,
in allem, was ist und geschieht, und
lebt auch in uns, nur dass wir nichts
sehen von ihm, so ähnlich kam es heraus,
und ich dachte: schön, das mag sein
oder auch nicht, ich versteh nichts
davon.
Nein, was mir nahging, mich traf, Mann,
das war das Zögern in deiner Stimme,
ehe du sagtest, wie zu dir selbst und
bekümmert, so kam es mir vor: Manchmal
frag ich mich auch, ich geb’s zu, ob es
wahr ist, doch dann –
Da, genau in dem Augenblick, wusste ich
und kann’s nicht erklären und wusste
nur: es ist wahr, was du sagst, das alles
mit Gott und dass es ihn gibt, es war
mir plötzlich ganz klar. Ja, und deshalb
bin ich jetzt hier, Prediger, ich muss
einfach mit dir reden, verstehst du?
Aus: Lothar Zenetti, Wir sind noch zu retten, Pfeiffer Verlag, München 1987.
10 gute Gründe, warum ich mich nicht wasche:
Ich wurde als Kind immer gezwungen, mich zu waschen.
Menschen, die sich waschen, sind Heuchler. Sie glauben, sie wären sauberer als andere.
Ich habe mich einmal gewaschen. Aber ich finde es langweilig.
Alle meine Freunde finden Waschen blöd und überflüssig.
Wenn ich älter bin, kann ich ja vielleicht anfangen, mich zu waschen.
Ich habe keine Zeit, mich zu waschen.
Die Atmosphäre im Badezimmer ist viel zu kalt und steril.
Ich kann auch draußen in der Natur sauber werden. Der Wind bläst mich sauber.
Wenn du dich wäscht, ist das schön für dich. Ich fühle mich auch ohne Waschen gut.
Meine Eltern haben sich immer gewaschen. So wie die will ich nie werden.
Unser Gott,
rufe uns weiter
an den Tisch der Brüder und Schwestern
zu Christi Mahl.
Heile so die Gemeinschaft,
die gestört ist
zwischen den Menschen unserer Tage,
daß sie sich finden
am Tisch ihres Bruders —
Habende und Arme,
Gesunde und Kranke,
Fröhliche und Bedrückte,
Wissende und Zweifler,
Fromme und die voller Fragen.
Vater,
wir bitten dich,
suche die,
die nichts sind,
unter den Vielen heraus
und lade sie ein
zu dir.
Wecke dadurch die Müden,
daß sie sich wieder freuen.
Gib den Verbitterten
einen getrösteten Blick
auf die Tage, die kommen.
Umfange die Sterbenden
mit deiner Nähe.
Baue deine Kirche aus uns allen
und durchdringe
unser verkümmerndes Leben
mit dem Ruf
zu dir,
zum Leben,
zur Ewigkeit.
Aus: Michael Meyer, Nachdenkliche Gebete im Gottesdienst. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1988.
Was willst du im lande reagans
fragen meine freunde in deutschland
du hast da nichts zu suchen
aber es ist doch nicht wahr
daß die geschichte den Siegern gehört
Was willst du in dem marmorpalast
aus rockefellermilliarden
den sie eine kirche nennen
aber es ist doch nicht wahr
daß die bibel den militaristen gehört
Was willst du mitten im kriege
der reichen gegen die armen
auf der seite der mächtigen
aber es ist doch nicht wahr
daß die besetzten länder
den besetzern gehören
Die wahrheit ist meine freunde
daß die füchse höhlen haben
und die vögel sich nester bauen
und er keinen platz hatte
sich schlafen zu legen
nur ein paar freunde
derentwegen er dablieb
Aus: dorothee sölle, spiel doch von brot und rosen. gedichte. Verlag Fietkau, Berlin 1998.
Papst Benedikt XVI. regte vor einigen Jahren an, die Apostelgeschichte in die Gegenwart zu führen. Auf diese Weise hat auch in der Erzdiözese Wien der Prozess APG 2010 begonnen. In der Pfarre Breitenfeld führten wir lange vor dem päpstlichen Vorschlag dazu einen zweijährigen Glaubenskurs mit Studienunterlagen für die TeilnehmerInnen durch und behandelten dabei in sehr lebhaften Diskussionen gesellschaftliche und kirchliche Probleme der Gegenwart.
Der diözesane Vorgang APG 2010 sieht drei Delegiertenversammlungen vor, wovon zwei bereits stattgefunden haben. Gute Organisation und viele Begegnungen trugen zu einer sehr menschlichen Atmosphäre bei trotz äußerst unterschiedlicher Positionierungen, was das Kirchenbild, das Konzilverständnis und notwendige Reformen betrifft. TeilnehmerInnen stellten fest, dass in der zweiten Versammlung schon weniger Schwung als in der ersten lag. Was sich immer mehr zeigt: Inhaltliche Fragen wie Gottesbild, Kirchenbild, Mystik, Fortleben der Sakramente können von Strukturfragen wie Personalmangel, Überalterung des Klerus, Zukunft der Pfarren, Finanzfragen nicht getrennt werden. Wer das weiterhin tut, verliert den Menschen mit seinen Sorgen und Nöten aus den Augen und verwaltet nur den Mangel.
Der 3. Delegiertenversammlung wird deshalb ein besonderes Augenmerk zukommen. Es ist zu hoffen, dass dann aus der Ängstlichkeit bis hin zur Lethargie Bewegung entsteht. Wie die Urgemeinde Jerusalems auch im inneren Bereich Probleme sozialer Natur, aber auch in unterschiedlichen Glaubensvorstellungen hatte, so erlebt es die Kirche gegenwärtig.
Worüber können und dürfen wir gegenwärtig auch in der Pfarre Breitenfeld nicht schweigen? Über den überbordenden römischen Zentralismus, etwa bei Bischofsbestellungen, über geplante Pfarrzusammenlegungen, die zu Monstergemeinden führen, über die Austrocknung der Sakramente wie Eucharistie, Versöhnung und Buße, Krankensalbung, ja sogar des Ehesakraments, über Probleme in der gegenwärtigen Sexualmoral und Ehegesetzgebung der Kirche, über die weltkirchliche Ängstlichkeit in der Ökumene, den Schritt zur eucharistischen Gastfreundschaft unter den christlichen Konfessionen zu wagen, über die vielen Kirchenaustritte und die kirchlich Fernstehenden. All das sind Themen auch für die Weiterarbeit im Pfarrgemeinderat.
Der Geist weht, wo er will, nicht nur in römischen Windkanälen, sondern auch ganz gehörig im pilgernden Volk Gottes auf dem Weg durch die Zeiten. Sind nicht Pfarrer- und Laien-Initiative und viele Reformbewegungen sehr starke Zeichen des Heiligen Geistes aus der Lethargie zu erwachen, die alles lähmt? Angst ist der Urfeind des Glaubens. Schweigen wir also nicht betreten darüber, wovon auch Klartext zu reden wäre.
Pfarrblatt der Pfarre Bretenfeld, Wien VIII., September 2010.

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