Das Gespräch Jesu mit der Samariterin setzt an bei der alltäglichen Erfahrung des Durstes. Er führt die Gesprächspartnerin hin zu einer neuen Sichtweise ihres Lebens.
Das Gespräch Jesu mit einer Samariterin am Jakobsbrunnen kreist zunächst um Wasser aus dem Brunnen, das den Durst stillt. Jesus führt seine Gesprächspartnerin hin zum Wasser, das den Durst nach erfülltem Leben stillen kann. Dieser Durst wird gestillt, wo wir der barmherzigen Liebe Gottes begegnen.
Hinter der Erzählung vom wunderbaren Wasser aus dem Felsen (1. Lesung) steht eine beinharte Erfahrung des Durstes. Das Volk erlebt sich in die Enge getrieben, treibt Mose in die Enge, dieser schreit zu Gott. Gott hält das Schreien der Menschen aus. Es darf gestritten werden. Wenn es um die Not von Menschen geht, müssen wir Klartext aushalten.
Gott, unser Vater,
du bist der Quell des Erbarmens und der Güte,
wir stehen als Sünder vor dir,
und unser Gewissen klagt uns an
Sieh auf unsere Not und lass uns Vergebung finden
durch Fasten, Gebet und Werke der Liebe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 3. Fastensonntag
Barmherziger Gott,
befreie uns durch dieses Opfer von unseren Sünden
und schenke uns die Kraft, auch den Brüdern zu vergeben,
wenn sie an uns schuldig geworden sind.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Fastensonntag
(für den priesterlosen Wortgottesdienst)
Kehrvers:
Der Herr ist mein Hirt; er führt mich an Wasser des Lebens. (GL 37,1)
Wir kommen zu dir, o Gott, um dir zu danken.
Denn du sorgst für dein Volk und nährst es.
In der Wüste hast du ihm Wasser aus dem Felsen gegeben,
damit es nicht verdurste.
Kehrvers
In Jesus von Nazareth hast du den Bund mit deinem Volk erneuert
und ihm lebendiges Wasser gegeben, das ewiges Leben schenkt.
Wer davon trinkt, wird keinen Durst mehr haben.
Kehrvers
Im Wasser der Taufe wäscht er uns rein von unserer Schuld
und lässt er uns teilhaben an der Gemeinschaft der Kinder Gottes.
Aus Glauben hat er uns gerecht gemacht
und mit dem Frieden deines Reiches beschenkt.
Kehrvers
Darum loben und preisen wir dich,
wir beten dich an im Geist und in der Wahrheit.
Mit der ganzen Schöpfung
und mit allen Engeln und Heiligen singen wir zu deinem Lob:
Danklied, z. B.: Lasst uns loben, freudig loben (GL 489)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Er hatte der Samariterin
schon die Gnade des Glaubens geschenkt,
als er sie bat,
ihm einen Trunk Wasser zu reichen.
Nach ihrem Glauben dürstete ihn mehr
als nach dem Wasser,
denn er wollte im gläubigen Herzen
das Feuer der göttlichen Liebe entzünden.
Darum preisen dich deine Erlösten
und vereinen sich mit den Chören der Engel
zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Fastensonntag 3
Herr und Gott,
du hast uns mit dem Brot des Himmels gesättigt
und uns in dieser Speise
ein Unterpfand dessen gegeben,
was unseren Augen noch verborgen ist.
Lass in unserem Leben sichtbar werden,
was wir im Sakrament empfangen haben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Fastensonntag
Dienstag der 1. Woche
Gott,
wir danken dir für den Brunnen in unserer Mitte:
für die Begegnung mit dir,
für die Begegnung untereinander,
für das Evangelium.
Du bist für uns das lebendige Wasser,
in deiner Liebe blühen wir auf,
vertrocknete Hoffnungen bekommen neue Kraft
und der versickerte Glauben treibt aus.
Nimm unser Vertrauen in deiner Hand,
schütze die Hoffnung vor dem Tod
und lass uns in der Liebe wachsen.
Bis du vollendest, was wir nicht vollenden können.
Durch Christus, unseren Herrn.
„Geheimnisvoll ist das Wasser. Schlicht, klar, selbstlos, bereit, rein zu waschen, was beschmutzt ist, zu erquicken, was dürstet... Ein Gleichnis des Urgrunds, aus dem das Leben strömt und der Tod ruft." Weihwasserbecken am Eingang kennzeichnen Kirchen als katholische. Aber welches dieser Becken vermittelt etwas vom „Urgrund und Geheimnis" des Elements Wasser, wie es Romano Guardini beschrieb? Die meisten sind so klein, daß der Wasserspiegel kaum zu sehen ist. Viele sind leer. Nur Kalkschichten erinnern daran, daß sie früher regelmäßig gefüllt und geleert wurden. Wenige Besucher benetzen ihre Fingerspitzen darin. Ob sie daran denken, daß alle Christen „wiedergeboren sind aus dem Wasser und dem Heiligen Geist"?
Westliche Besucher von Moscheen in Istanbul oder Ägypten sehen mit Erstaunen, mit welchem Ernst und Eifer Muslime Wasser benützen, um sich vor dem Gebet zu reinigen. Christlicher Umgang mit Wasser deutet dies nur noch an bis zur Grenze des Nichtmehrwahrnehmbaren (und leider oft auch Unappetitlichen).
Zwei Gründe gibt es für die Minimalisierung des Wassers in der Kirche: eine allgemeine Liturgieunfähigkeit - unsere Schwierigkeit, Religion körperhaft zu vollziehen und nicht bloß innerlich zu denken - sowie die Tatsache, daß die Kirche zweierlei Wasser an unterschiedlichen Orten bewahrt und anbietet: Taufwasser und Weihwasser. Wie aber kann man die elementare Bedeutung von Wasser vermitteln, wenn es gleich wieder nach Weihegraden und Behältnissen unterschieden werden muß?
Wenn das Weihwasser an die Taufe, an die „Wiedergeburt aus Wasser und Geist" (Joh 3,5) erinnern soll, darf es nicht diskret, praktisch, bequem in einem Töpfchen am Türpfosten angeboten werden. Der Weihbrunn sollte vielmehr als Stein des Anstoßes mitten im Weg stehen. In der Herz Jesu-Kirche in München-Neuhausen haben die Architekten Allmann, Sattler, Wappner einen solchen Brunnenstein in den Mittelgang gestellt. Er ist als Taufstein konzipiert und wird als solcher benutzt. Aber die Besucher der Kirche verwenden ihn auch als Weihwasser-Gefäß - und das mit Recht. Von Ostern bis Pfingsten ist er mit dem in der Osternacht geweihten Taufwasser gefüllt, mit dem auch alle Mitfeiernden in der Osterliturgie besprengt wurden. Auch in anderen Kirchen, etwa in St. Ursula in Kalscheuren, gibt es Taufsteine im Mittelgang, die als Weihbrunn benützt werden. Dieser Brauch sollte zur Regel werden, wenn uns daran liegt, das Wasser als Zeichen unseres Glaubens zu erhalten und zu vermitteln. Bei historischen Taufsteinen, die im Eingangsbereich stehen, ist die Doppelnutzung als Tauf- und Weihwasserbrunnen möglich. Es genügt meistens, den Deckel so weit anzuheben, daß die Besucher mit der Hand darunter greifen können. Vermutlich wird es in vielen Gemeinden nötig sein, die Erinnerung an Tauf- und Weihwasser aufzufrischen. Dafür bietet sich der alte, mit wenigen Worten zu erläuternde Ritus des Asperges am Beginn der Gemeindemesse an, in dem die
Gemeinde mit Weihwasser besprengt wird. Durch ein solches Erinnern und eine einladende würdige Gestaltung des Tauf- und Weihwasserbrunnens kann das Verständnis für die Weihe des Wassers und seinen Gebrauch wieder aufgebaut werden, damit nicht alle häuslichen Weihwasserbehälter auf den Flohmarkt kommen und die auf den Friedhöfen zu Pflanztöpfen umfunktioniert werden.
Guardini schrieb: „In der Weihe hat die Kirche das Wasser rein gemacht ... zum Zeichen, daß Gott uns schütze vor allem Unreinen, Finsteren." Wenn wir uns bekreuzigen mit heiligem Wasser, begegnen sich die erlöste Seele und die erlöste Natur im Zeichen des Kreuzes.
Aus: Peter B. Steiner, Glaubensästhetik. Wie sieht unser Glaube aus? 99 Beispiele und einige Regeln. Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2008.

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