In der heiligen Woche sind wir mit Christus den Weg vom Einzug als Messias, seinem Abschiedsvermächtnis bis zu seinem Tod am Kreuz und bis zum leeren Grab mitgegangen. Seine Auferstehung stärkt unsere Hoffnung und gibt uns Kraft, eine Kultur des Lebens zu pflegen.
Ostern ist vor allem ein Fest des Glaubens. An den einen Gott, der sich in Jesus Christus gezeigt hat. Ostern bedeutend mehr als etwa ein „Frühlingsfest“ oder eine Art von „rituellem Miteinander“. Ostern kann uns ein Wegweiser sein. Es ermutigt uns, Freude und Hoffnung zu schöpfen. Ostern ist auch ein Fest des Lebens.
Was wir zu Ostern feiern ist unglaublich. Um an Ostern glauben zu können, müssen wir die Augen und die Herzen öffnen. Ostern lässt uns glauben, dass nicht alles auf den Tod zugeht, sondern dass viel mehr für das Leben spricht. Ostern ist der Beginn einer neuen Schöpfung.
Zu Ostern stehen die Erzählungen von den Ostererfahrungen der Jünger, allen voran Maria von Magdala und Johannes, im Mittelpunkt. Aber auch viele andere Erzählungen des Neuen Testamentes sind nur von Ostern her zu verstehen.
Allmächtiger, ewiger Gott,
am heutigen Tag
hast du durch deinen Sohn den Tod besiegt
und uns den Zugang zum ewigen Leben erschlossen.
Darum begehen wir in Freude
das Fest seiner Auferstehung.
Schaffe uns neu durch deinen Geist,
damit auch wir auferstehen
und im Licht des Lebens wandeln.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Ostersonntag
Herr, unser Gott, nimm die Gaben an,
die wir in österlicher Freude darbringen
für das Opfer, durch das deine Kirche
auf wunderbare Weise wieder geboren und gestärkt wird.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Ostersonntag
Für den Lobpreis am Ostersonntag eignen sich auch einige Osterlieder,
z. B. GL 220: Das ist der Tag, den Gott gemacht.
Oder:
Kehrvers:
Jubelt dem Herrn alle Lande,
Halleluja, preist unseren Gott.
(GL 643,3)
Lasst uns den allmächtigen Vater preisen,
der seinen Sohn Jesus Christus von den Toten auferweckt
und zu seiner Rechten erhöht hat.
Kehrvers
Lasst und den allmächtigen Vater preisen,
der durch seinen Sohn Jesus Christus den Tod besiegt hat
und uns teilhaben lässt am ewigen Leben.
Kehrvers
Lasst uns den allmächtigen Vater preisen,
der uns das Licht des Glaubens geschenkt hat
und uns die Welt mit neuen Augen sehen lässt.
Kehrvers
Lasst uns den allmächtigen Vater preisen,
der uns Zukunft gibt
und Hoffnung allen, die den Namen Jesu anrufen.
Kehrvers
und uns einstimmen lässt in den Jubel aller Engel und Heiligen.
die den Namen Jesu anrufen.
Kehrvers, evtl. Danklied
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater, immer und überall zu danken,
diese Nacht (diesen Tag, diese Tage)
aber aufs höchste zu feiern,
da unser Osterlamm geopfert ist,
Jesus Christus.
Denn er ist das wahre Lamm,
das die Sünde der Welt hinwegnimmt.
Durch seinen Tod
hat er unseren Tod vernichtet
und durch seine Auferstehung
das Leben neu geschaffen.
Darum jubelt in dieser Nacht (heute)
der ganze Erdkreis in österlicher Freude,
darum preisen dich die himmlischen Mächte
und die Chöre der Engel
und singen das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 1
In österlicher Freude und Zuversicht lasst uns zu Gott unserem Vater beten:
Allmächtiger Gott,
du hast deiner Kirche
durch die österlichen Geheimnisse
neues Leben geschenkt.
Bewahre und beschütze uns in deiner Liebe
und führe uns zur Herrlichkeit der Auferstehung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Ostersonntag
An diesem Tag,
der geheiligt ist durch die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus,
segne euch der gütige Gott
und bewahre euch vor der Finsternis der Sünde. Amen!
In Christus haben wir Anteil am ewigen Leben,
in ihm führe euch Gott zur unvergänglichen Herrlichkeit. Amen.
Unser Erlöser hat uns durch die Tage seines Leidens
zur österlichen Freude geführt,
er geleite euch alle Tage des Lebens
bis zu jener Osterfreude, die niemals endet. Amen.
Das gewähre euch der dreieinige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen!
MB Osternacht
Der allmächtige Gott
hat uns durch die Auferstehung seines Sohnes
aus Sünde und Tod befreit.
Er segne euch
und schenke euch seine Freude.
Amen.
Und Christus,
mit dem wir auferstanden sind durch den Glauben,
bewahre in euch die Gabe der Erlösung.
Amen.
Gott hat uns in der Taufe angenommen als Kinder seiner Gnade;
Er schenke euch das verheißene Erbe.
Amen.
Das gewähre euch der dreieinige Gott ...
(Messbuch 542)
Der auferstandene Herr
schenke dir
die Behutsamkeit seiner Hände,
die Güte seiner Augen,
das Lächeln seines Mundes,
die Treue seiner Schritte,
den Frieden seiner Worte,
die Wärme seines Herzens,
das Feuer seines Geistes,
das Geheimnis seiner Gegenwart!
(Französischer Segensspruch)
Nicht erst,
wenn alle Mißverständnisse
weggeräumt sind,
sondern
wenn ich alles
vergeben habe.
Wenn der schwere Stein
meiner Traurigkeit
vom Herzen weggeweint ist
und ich wieder
Hoffnung habe.
Wenn ich nicht mehr
flüchten will,
sondern mich
auf den Weg mache
zu meinen Brüdern und Schwestern.
Dann erst
werde ich IHM begegnen
in den Gesichtern
der geringsten meiner Brüder,
in Seinem Wort,
in Seinem Brot.
Dann erst werden mir
die Augen aufgehen,
und mein totes Herz
lebt wieder
und brennt für Dich
Ilse Pauls
Zu Paul Celans Gedicht „Zürich, Zum Storchen“
Den goldenen Schimmer der Auferstehung
lass uns hinüberretten in den Alltag.
Seinen Glanz bewahren,
seine Gegenwart erspähen
in manchen Bildern,
Offenbarungen,
Gesprächen …
Es gibt Worte,
die Glanz innehaben,
Blicke, die strahlen,
Begegnungen,
die Ewigkeit ahnen lassen …
Lass uns das Hellwort finden,
das uns trägt,
das mit uns geht.
Ilse Pauls
Licht-Strahlen streifen
sanft und leise
die Augen
verkünden den Anbruch
eines neuen Tages
die sprengende Leucht-Kraft
der Morgensonne
weckt die müden Lider
durchflutet den Raum
mit buntem Farbenzauber
Strahlen brechen
mit eleganter Leichtigkeit
Schatten und Licht
ziehen eine Leucht-Spur
der Hoffnung
kraftvoll und stark
jeden Tag neu
ist dieser Licht-Einfall -
durchdringender
als jedes Dunkel der Nacht
spürbar durchdrungen
vom Licht des Ostermorgens
verklingt die Trauer
wiegt das Herz wieder leicht
wenngleich Narben zurückbleiben
im Aufgang der Sonne
erscheinen die Dinge
in einem anderen Licht
gibt es Hoffnung - österliche Zuversicht!
Michaela E. Lugmaier, Ostern 2017
Linzer Bischof verortet Leibfreundlichkeit des Christlichen in Werken der Barmherzigkeit, in Sakramenten, in leiblicher Auferstehung und auch in der leiblichen Liebe.
Linz, 24.3.2016 (KAP) Mit Ostern setzt Gott ein "Ausrufezeichen" mit der Botschaft "Ich mag den Leib". Entgegen allen Klischees von christlicher Leibfeindlichkeit sieht der Linzer Bischof Manfred Scheuer viele Elemente einer "Leibfreundlichkeit des Christlichen". Er verortete diese in einem Oster-Interview der Linzer "KirchenZeitung" in den leiblichen Werken der Barmherzigkeit, in den sinnlich erfahrbaren Sakramenten, und ebenso im Glauben an die Auferstehung auch des Fleisches, den die Christen bekennen. Als weitere Beispiele nannte Scheuer die leibliche Liebe, "in den Dimensionen von Agape, Caritas, aber auch von Freundschaft und Eros".
In der heutigen Gesellschaft gebe es zwar die "Betonung einer vordergründigen Leibfreundlichkeit", jedoch sind viele der alltäglichen Erfahrungen nach den Worten des Bischofs leibfeindlich. Bei der Arbeit werde der Leib oft losgelöst vom ganzen Menschen gesehen, in der Medizin werde der Leib manchmal "wie ein Motor" behandelt, "den man repariert" und der zu funktionieren habe. Es gehe aber vielmehr darum, "auf den Rhythmus des Leibes zu achten und auf seine Signale zu hören", erklärte der leidenschaftliche Bergwanderer.
Ostern ist für Scheuer "das Zusammen von Tod und Auferstehung" und somit mehr als nur ein Frühlingsfest, als welches von vielen der Palmsonntag empfunden werde. Auferstehung knüpfe an eine menschliche Ursehnsucht an, die über den Tod hinaus auf eine Versöhnung von Glück und Gerechtigkeit hofft.
Wenn Umfragen einen hohen Prozentsatz an Christen ergeben, die nicht an die Auferstehung glauben, stelle sich für ihn - so Scheuer - die Frage: "Finden sich die Leute einfach ab damit, dass Menschen kaputtgehen und das eigene Leben sinnlos ist? Das wäre schon ein Alarmzeichen." Denn das würde nach den Worten des Bischofs bedeuten, "dass todbringende Kräfte letztlich obenauf sind". Der Auferstehungsglaube sei auch ein Fingerzeig dafür, ob "wir das Leben lieben und annehmen können, oder finden wir uns eigentlich ab mit den offenen oder versteckten Formen des Todes?"
Für "kritische und solidarische Zeitgenossenschaft"
Zu Ostern ist laut Scheuer "die Gegenwart der leiblichen und auch durch das Leid hindurchgehenden Liebe Gottes" besonders erfahrbar. Gott fordere die Kirche zugleich auf, an den konkreten Menschen mit ihren Freuden und Hoffnungen, ihrer Trauer und Angst dranzubleiben. "Das gelingt uns manchmal besser, manchmal schlechter." Der Linzer Bischof plädierte für eine "Zeitgenossenschaft" der Kirche, die nicht einfach Angleichung bedeute. "Wer sich mit dem Zeitgeist verheiratet, erlebt sich schnell als Witwer", zitierte Scheuer den dänischen Philosophen Sören Kierkegaard. "Mir geht es um eine kritische und solidarische Zeitgenossenschaft", betonte der Bischof.
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Manchmal stehen wir auf
Stehen wir zur Auferstehung auf
Mitten am Tage
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut.
Nur das Gewohnte ist um uns.
Keine Fata Morgana von Palmen
Mit weidenden Löwen
Und sanften Wölfen.
Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken
Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus.
Und dennoch leicht
Und dennoch unverwundbar
Geordnet in geheimnisvolle Ordnung
Vorweggenommen in ein Haus aus Licht.
Marie Luise Kaschnitz in: Georg Langenhorst, Gedichte zur Bibel. Texte – Interpretationen – Methoden. Ein Werkbuch für Schule und Gemeinde. Kösel Verlag, München 2001.
Das sich von Gott her empfangend-schenkende Leben steht unter der von Christus verbürgten Hoffnung ewigen Lebens. Und hier bekommt das christliche Menschenbild seinen letzten Akzent. Wer auf Tod und Auferstehung Christi schaut, für den ist nichts ausgeschlossen von der universalen Heilsmöglichkeit Gottes, der in der Ohnmacht der Gnade, der versöhnenden Kraft des Leidens und in der Herrschaft sich hingehender Liebe, inmitten des Elends, hier und heute den Tag des Heils beginnt.
Das ist eine harte Rede, und man möchte widerstreben. Aber nur so hat Jesus Christus den wirklich Hoffnungslosen auf dieser Welt die Hoffnung Gottes gebracht. Die Zukunft des Menschen hat im gekreuzigten und auferstandenen Messias schon begonnen. »Wer glaubt, flieht nicht mehr, weder in die unberührbare Ironie, noch in die trotzige Utopie. Er flieht nicht sozialromantisch in die goldene
Vergangenheit. Er emigriert nicht innerlich in die Reinheit des Herzens. Er verliert sich auch nicht mehr in Träume von einer besseren Welt. Er findet überraschenderweise »Frieden mitten im Streite und das versöhnende Ja mitten im berechtigten Nein« (Jürgen Moltmann).
Das christliche Menschenbild vertritt keinen billigen Optimismus, es verniedlicht nicht die Situation des Menschen.103 Der Glaube an den gekreuzigten und auferstandenen Herrn ist unser Realismus mit einer außerordentlichen Portion Hoffnung. Es ist ein »hellsichtiger Realismus«. Die Hoffnung aber ist eine Zukunft, die auf mich zukommt und nicht von mir gemacht wird. Das ist Hoffnung im christlichen Sinn. Sie ist Hoffnung gegen alle Hoffnung, Hoffnung der Zukunftslosen.
Nicht die Prognose über einen Menschen ist entscheidend. Gegenüber einem Behinderten, dessen Zukunft im Sinne der Prognose gering ist, kann ich immer noch eine Hoffnung aussprechen und mit ihm leben, die von Gott auf ihn zukommt. Gott wird an jenem Tag alle Tränen abwischen. Und wir haben die Zusicherung Gottes, dass bei der Auferstehung des Fleisches alles Gute im Himmel und auf Erden in allen Umwandlungen nicht verloren gehen wird. »Ewiges Leben« heißt der alte Name für solches Glück ohne Ende. Diese Hoffnung macht uns heute menschlich, wenn ich Träger dieser Hoffnung sein will.
Aus: Ludger Schulte, Gott suchen - Mensch werden. Vom Mehrwert des Christseins. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2006.

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